• #1

Sollte man eine Ehe eingehen wegen einer SS?

Hallo zusammen!

Ich (m30) bin mit meiner Freundin (27) 6.5 Jahre zusammen. Kennengelernt haben wir uns beim gemeinsamen Studium der selben Studienrichtung. Aufgrund der traumatischen Scheidung meiner Eltern (traumatisch auch für meine Geschwister und mich) habe ich mir seither immer geschworen auf eine Ehe zu verzichten, da ich nichts Positives darin sah. Mein Vater war (ist) schwerer Alkoholiker und war ein furchtbarer Vater und Ehemann... Auch habe ich seit der Scheidung ( circa 20 Jahre her) keinen Kontakt mehr zu ihm und wir mussten uns immer alleine durch schlagen.
Nun zu meinem eigentlichen Anliegen; meine langjährige Freundin ist nun schwanger und wir freuen uns Beide wirklich sehr darauf, 7. SSW.
In den vergangen Jahren kam immer wieder das Thema einer Heirat zum Gespräch, wobei ich meiner Freundin immer gesagt habe, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen keine Ehe eingehen will und kann (es baden doch immer die Kinder aus). Nun da sie schwanger ist hat sie das Thema wieder auf den Tisch gebracht mit der Hoffnung das Kind würde meine Einstellung ändern, das hat es allerdings nicht. Die Reaktion aufgrund meiner Aussage hat sie sichtlich getroffen und gemeint "sie hätte sich doch erhofft zu heiraten und ist sehr traurig da sie es mir nicht wert ist sie zu heiraten, sie hatte angenommen sie hätte mir gezeigt wie sehr sie an uns glaubt".... Seitdem ist leider einige Tage bereits Funkstille und kaum Kontakt.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen, mit Euren Erfahrungen, Eurer Einschätzung dieser Situation, möglicherweise sogar mit Rat... War Jemand schonmal in solch einer Situation? Was kann ich tun?

Ich freue mich auf Eure Kommentare,

Vielen Dank und lieben Gruß.
 
  • #2
Ich kann nicht glauben, dass ihr nicht verhütet habt. Wenn ihr euch aber auch Kinder vorstellen konntet, warum war dann nicht Heirat oder nicht Heirat ein Gesprächsthema?
Hast du ihr zu verstehen gegeben, dass du in meinem Fall heiraten willst?
Will sie dich nun erpressen? Dumm gelaufen. Ich bin immer für Ehrlichkeit. Wenn deine Partnerin Kinder und Ehe will, bist du nicht der richtige Mann für sie. Und Recht hast du damit, dass immer die Kinder die Leidtragenden sind.
 
  • #3
Hallo Timberwood,

Aus eigenem Erleben,
Du solltest vor allem Deine Kindheit, die negativen Erfahrungen aufarbeiten und abschließen.

Ein Trauschein ist nicht die Ursache einer schlechten, toxischen Partnerschaft,
Eine Partnerschaft wird immer gestaltet von den Menschen, die sie führen .

Meinst Du ernsthaft, dass wenn Du Dich einess Tages trennst, dass Dein Kind anders leidet, ob mit oder ohne Vertrag?
Ob es leidet, wird bestimmt dadurch, wie eine Trennung abläuft, und wie ihr als Eltern seid.
Du hast das alles in der Hand, wie gestaltet Du Partnerschaft, wie bist Du als Vater...
Deine Kindheit ist nicht dafür verantwortlich, wie Du als Partner und Vater bist. Das entscheidest Du .

Ich würde mir an Deiner Stelle dringend psychologische Unterstützung suchen - am besten Traumaorientiert, damit Du wirklich die Verletzungen aufarbeiten und heilen lassen kannst.
Dir zuliebe, vor allem, aber auch für Dein Kind und Deine Partnerin.

Dass sie verletzt ist, kann ich nachvollziehen, gerade während der Schwangerschaft wird das Bedürfnis nach einem sicheren Nest höher, das ist ein natürlicher Urinstinkt - und das Ja des Partners, uneingeschränkt, immens wichtig. Nicht nur das Ja zu einem selbst, sondern zum Kind.
Halbherzig zählt da nicht, und mit vermeintlichen Vernunftgründen brauchst Du da nicht kommen.
Es ist alles nachvollziehbar, was Du fühlst und sagst, aber mache mal den Realitätscheck .

Es gibt gute bis toxischen Partnerschaften, Trauschein - und Milieuunabhängig , und es gibt tolle Eltern, und besch***, Du hast in den großen Sch***topf gelangt.
Du hast aber die Wahl, ob Du weiter Opfer Deiner Eltern sein möchtest, oder jetzt endlich erwachsen und eigenbestimmt.

Hole Dir Hilfe.

Wäre ich Deine Partnerin, würde hier die Partnerschaft einen sehr ernsten Knacks bekommen, nicht wegen der Formalie, sondern wegen dem Nein.
Es käme nur noch auf den Zeitpunkt der Trennung an.
Sie ist konsequent und auf dem Absprung, mit Recht.

Deine Partnerin hat es Dir sehr deutlich gesagt - sie spürt, dass Du nicht an sie glaubst, und das tust Du tatsächlich nicht.

Du wartest auf den Moment, wo sich Deine Erfahrung bestätigt, und tust auch alless dafür, dass genau das passiert, was Du vermeiden möchtest.

Wach auf, Dir zuliebe.
Man kann es hinter sich lassen und seinen Weg ganz anders gestalten.
Ich habe heute 2 erwachsene Söhne, wir 3 sind Familie im positiven Sinne, mit guten stabilen Bindungen.
Es geht, wenn Du willst, und daran glaubst.

W,49
 
  • #4
Du willst sie nicht heiraten, weil du befürchtest deine Kinder durch eine Scheidung und den anschließenden Kontaktabbruch deinerseits zu traumatisierten.

Mir ist unklar, was du stattdessen tun willst. Eure Kinder werden genauso leiden, wenn deine Lebensgefährtin und du euch unverheiratet trennt und du den Kontakt zu euren Kindern abbrichst.

Die einzige Möglichkeit euer Kind vor einer Trennung zu schützen wäre, wenn du schon vor der Geburt den Kontakt zu deiner Lebensgefährtin abbrichst und niemals Kontakt zu deinem Kind haben wirst.

Ich empfehle dir, dich für eine der beiden Handlungsoptionen zu entscheiden: entweder sofortige Trennung bevor eine Vater-Kind-Bindung aufgebaut wurde oder für eure Familie.

Dein Mittelweg, auf die Hochzeit zu verzichten, um die Scheidung zu erleichtern, verletzt deine Lebensgefährtin unnötig, weil sie weiß, dass du sie nur deshalb nicht heiratest, damit du dich schneller trennen kannst.

Mich würde es interessieren, ob du auf das Sorgerecht verzichtest und das Kind den Namen deiner Lebensgefährtin bekommt, wenn du jetzt schon planst früher oder später aus der Familie zu verschwinden.
 
  • #5
FS, wenn das wirklich deine Überzeugung ist, warum hast du dann nicht dafür gesorgt, keine Kinder zu zeugen. Deine Aussagen sind in meinen Augen absurd.
Keine Ehe einzugehen, einbindet dich nicht von der Verantwortung, für dein Kind zu sorgen oder das es deinem Kind nicht schlecht geht, wenn eure Beziehung scheitern sollte.
Die schlechte Ehe deiner Eltern hatte ihre Gründe, die du nicht wiederholen musst, sondern daraus lernen kannst, um es besser zu machen.
Vielmehr wäre es ratsam, wieder Kontakt zu deinem Vater aufzunehmen und mit ihm zu reden. Alkoholismus ist eine Sucht und hat vielfältige Ursachen.(soll keine Begründung sein Alkohol zu konsumieren).
Bei genauem Hinschauen, lassen sich viele familiäre Verstrickungen erkennen und mit dem Wissen um diese, auflösen. Davonrennen nützt nichts. Alles im Leben holt einen ein, was nicht geklärt und beiseite geschoben wird.
Brech du den Knoten und geb eurer zukünftigen Kleinfamilie eine Chance.

Übrigens, deine Freundin kannte deine Einstellung, also hat sie keinen Grund beleidigt zu sein. Vielmehr hat auch sie in meinen Augen verantwortungslos gehandelt, als sie es darauf ankommen ließ, mit der Hoffnung, dass du deine Meinung änderst.
Kinder sind viel zu wertvoll, um nicht nur ihretwegen gezeugt zu werden.
Alles Gute
 
  • #6
Hallo FS,

ich weiß nicht welche Vorstellungen du an die Institution der Ehe knüpfst, aber wenn du heiratest ändert das nichts daran, ob du ein schlechter Vater wirst oder ein guter.
Deiner Freundin gibt die Ehe finanzielle Sicherheit für die Zeit der Erwerbslosigkeit, die durch das Kind entstehen und euch mehr finanziellen Spielraum. Behördengänge als Familie werden bei einer Heirat einfacher.

Heiratet ihr nicht, ist es auch möglich, dass du gar nicht als Vater des Kindes anerkannt wirst.

Es ist nämlich so, dass du dafür entweder verheiratet sein musst, oder ihr zusammen eine Vaterschaftsanerkennung beim Jugendamt machen müsst.

Eine Scheidung ist, wenn Sie einvernehmlich ist auch nicht teuer.

Also meiner Meinung hat eine Ehe bei Kind nur Vorteile.
Ich wollte auch nicht heiraten , aber als mein Sohn 6 Monate alt war haben wir es doch gemacht, weil es einfach das Leben und die Finanzen erleichtert.

VG ( w,33)
 
  • #7
Hallo Fs,
Nachtrag: Bei einem unzuverlässigen Vater würde ich zum Wohl der Kinder keine Vaterschaftsanerkennung machen, da man dann in einem medizinischen Notfall immer dessen Einverständnis braucht.
Ob du sie heiratest würde ich rational entscheiden, kannst du dir vorstellen mindestens bis die Kinder groß sind mit ihr zusammen zu bleiben, liebst du sie und wie waren die letzten 6,5 Jahre. Wenn du das alles Revue passieren lässt und zu einem positiven Ergebnis kommst würde ich mein Leben nicht durch meinen alkoholkranken Vater bestimmen und kaputt machen lassen.

Ich liebte und liebe meinen Mann immer noch und bin froh, dass wir geheiratet haben. Ich habe dadurch finanzielle Sicherheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist dadurch noch ein Stück gewachsen. Wir sind ein tolles Team.

Falls du eine Blockade im Kopf hast, suche dir therapeutische Hilfe.
So wie es jetzt aussieht verlierst du deine Freundin und das Kind(dank deinem Vater). Ergreife die Gelegenheit, gehe in dich und wenn du sie nicht heiraten willst, dann erkläre ihr genau warum. Vielleicht solltest du sie auch fragen, warum sie heiraten will. Finanzielle Sicherheit könnt ihr auch abseits der Ehe durch bspw.eine von dir bezahlte Zusatzrente erreichen. Auch solltet ihr exakt, am besten vertraglich eure Rechte und Pflichten regeln. Sie sitzt mit dem Kind ein bis drei Jahre zu Hause oder ihr teilt euch die betreuungszeiten. Wie sieht es finanziell aus... so oder so besteht eine Menge gesprachsbedarf.

Alles Liebe
FlyingHorse
 
  • #8
Hallo Timberwood!
Was würde sich denn durch eine Heirat ändern? Ihr habt bald eure eigene kleine Familie. Wenn ihr euch als Eltern irgendwann trennen würdet, dann würde es kaum einen Unterschied machen ob ihr verheiratet seid oder nicht.Rechtlich natürlich schon, aber so wie ich dich verstanden habe geht es dir eher um das emotionale Trauma.
Liebe Grüße!
 
  • #9
Millionen Menschen auf der Welt hatten traumatische Erlebnisse und leben trotzdem weiter und viele davon sogar glücklich. Roman Abramowitsch ist ein Waisenkind gewesen und zwar in einem russischen Waisenhaus hinter Pfuiteufel und trotzdem ein Milliardär geworden. Tina Turner wurde jahrelang von ihrem Mann missbraucht und Ophra Winfrey kommt aus extrem ärmlichen Verhältnisen. Meine Eltern leben noch zusammen, aber ich hatte oft gehofft, sie würden sich scheiden lassen. Sie haben mich behandelt, wie man kein Kind behandeln soll und darf. Ich habe trotzdem Kontakt zu ihnen.Warum? Weil das Thema für mich verarbeitet wurde. Ich bin jahrelang weggelaufen und vermieden habe, das für mich zu lösen.Ich hätte so weiter leben können, aber ich bekam Kinder und alles kam wieder hoch. Ich habe gemerkt, dass alte Traumas zwischen Kinder und meiner Liebe zu ihnen standen und teilweise noch stehen.
Du machst dasselbe. Du läufst weg und willst keine Verantwortung für deine Gefühle übernehmen. Das wird immer dein Leben beeinflussen und teilweise bestimmen. Solange die anderen schuld sind, bist du ein Opfer und musst nichts tun. Eine sehr bequeme Haltung. Mit deiner Einstellung hättest du keine Beziehung eingehen dürfen und schon gar kein Vater werden. Jetzt ist es Schluss mit lustig, werde endlich erwachsen!!
 
  • #10
Hach, da wirst Du mit Antworten überflutet werden.
Wir haben vor etwa 2 Monaten geheiratet, das Kind kommt bald. Mein Mann wollte heiraten damit wir:

-alle einen Familiennamen haben
-im Falle unseres Todes gegenseitig mit Steuererleichterung erben
-im Falle unseres Todes die Witwenrenten zu haben

Alles nur Versorgungsgründe, wie früher auch aber durchaus berechtigt. Das Liebesargument zählt für mich nicht mehr, ich muss als Paar ja nicht mehr verheiratet sein, das Schuldprinzip gilt bei Scheidungen auch nicht mehr.

Nun ein Problem bei Dir, weil sie gedacht hat es wächst sich bei Dir aus. Du brauchst wahrscheinlich Erfahrungen von Männern, die in ähnlichen Situationen gesteckt haben.
 
  • #11
Du schreibst zu wenig, um dir raten zu können. War das Kind geplant? Wohnt, lebt ihr zusammen und liebt euch im Alltag? Vertraust du ihr? Möchtest du mit ihr alt werden in guten und schlechten ?

Wenn du alle Fragen mit Ja beantworten kannst, würde ich heiraten, den Quark mit den Eltern vergessen, es einfach besser machen, von ganzem Herzen ja sagen. Wenn nicht, solltet ihr erstmal über das Nein reden. Ohne Druck, ohne Angst, offen, wertschätzend, konstruktiv.
 
  • #12
Was mir grundsätzlich aufgefallen ist: Die unschöne Abkürzung SS für ein neues Leben im Bauch!
Hey - da wächst innerhalb von einem dreiviertel Jahr ein kompletter kleiner Mensch heran. Eigener Körper, eigenes Schicksal. Nur noch ein paar Jährchen abhängig aber dann ... eigenes Leben! Wer weiß - trägt vielleicht mal Wichtiges bei auf diesem Planeten oder gibt gutes Erbgut weiter! Aber wird hier reduziert als 'SS' ... das ist ja schrecklichste Amtssprache. Und Amtssprache war schon immer gefährlich, weil möglichst neutral im Sinne von gefühlskalt.
Hey - das ist eine der wichtigsten Zeit im Leben einer Frau ... wäre es doch eigentlich schon wert, in der Überschrift beim Wort zu nennen und solche Kürzel zu verwenden ...
In der Überschrift kann man meistens auch die Anworten auf Fragen erkennen. Offensichtlich ist es in DEINEM Erlebnis-Spektrum NICHT not-wendig wegen einer ollen 'SS' eine olle Ehe einzugehen ... noch dazu wo DU selber keine guten familären Erfahrungen sammeln konntest (bisher).
Und wenn ein Mann bei ihr an erster Stelle stehen würde - würde es eventuell auch deinen bisherigen Platz bei ihr verschieben.
Daher wäre es gut, wenn die Freundin & du auch noch weitere gute Berater hätten - die ihr hier im Forum sicherlich bekommt.
Alles Gute euch ... und endlich auch für Dich!
 
  • #13
Nur wegen einen Kind zu heiraten ist eine blöde Sache. Allerdings nur wegen einer schief gegangenen Ehe der Eltern nicht zu heiraten ist in meinen Augen noch viel dümmer.
Du bist nicht dein Vater. Es liegt an dir, ob du ein guter oder schlechter Vater bist.
Wenn du dich von deiner Freundin irgendwann trennen solltest, ist das Ergebnis für die Kinder das gleiche. Egal ob verheiratet oder nicht.
 
  • #14
Hallo timberwood,

Das was dich traumatisiert hat als Kind, war das im Stich gelassen werden durch deinen Vater. Dass er euch alleine gelassen hat, das tut dir weh.
Dies wäre jedoch mit, oder auch ohne Trauschein so gelaufen.
Das verheiratet sein selbst, war ja nicht das ausschlaggebende Problem, sondern die Alkoholsucht.

So. Nun finde ich muss man nicht irgendwelche Mantras beibehalten, die man sich als Kind eingesagt hat, die zudem eigentlich kaum logisch sind. Denn du hast nun eine Partnerschaft, die theoretisch auch in die Brüche gehen könnte, egal ob mit oder ohne Trauschein.
Alkoholsüchtig bist du wahrscheinlich auch nicht.

Was du tun kannst...
Die Sache weiter reflektieren und verarbeiten. Evtl sogar mit Unterstützung.

LG
 
  • #15
Die Ehe deiner Eltern ist deren Sache ... du bist ein anderer Mensch und schon durch die Scheidungserfahrung in deiner Kindheit entsprechend vorsichtig - wir lesen es ja.

Das kann umgekehrt genauso passieren: meine Eltern waren 65 Jahre glücklich verheiratet (bevor ein Teil von ihnen gestorben ist) und dennoch habe ich selbst zwei Scheidungen hinter mir. Meine beiden Ehen habe ich nicht bereut, sie haben mir auch viel Glück gebracht. Ich würde wohl wieder so handeln, gerade, wenn ich ein Kind erwarten würde (passt jetzt nicht mehr). Deshalb kann ich deine Freundin gut verstehen, sie will sich - und euer Kind! - einfach gut versorgt wissen. Und du hast die Chance, es besser zu machen, als deine Eltern!
 
M

morslucis

Gast
  • #16
Nun, zunächst einmal fürchte ich, das Kind ist schon halb in den Brunnen gefallen. Deine Freundin wünscht(e) sich ein klares Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft (Verbindlichkeit).

Und du badest (stark überzeichnet) im Selbstmitleid, weil du unter der Kehrseite der Institution Ehe stark gelitten hast.

Wenn man Kinder in die Welt setzt kann man auch heiraten. Unverheiratete Eltern werden von den deutschen Behörden schon ordentlich gegängelt.

Meinst du euer Kind leidet viel weniger, wenn ihr euch trennt, ohne verheiratet gewesen zu sein? Oder dass es wahrscheinlicher wird, dass ihr euch trennt, wenn ihr heiratet?
Wovor genau hast du Angst?
Deine Eltern haben es vergeigt. Aber du bist nicht deine Eltern. Du bist du.

Also was ist wirklich los? Glaubst du an eure gemeinsame Zukunft? Wenn ja, dann zeig es Ihr!

Ich würde nie einem kinderlosen Paar empfehlen zu heiraten. Aber mit Kindern ist es einfach "dumm" nicht zu heiraten, so man sich denn noch liebt.

M33
 
  • #17
Da hilft nur reden reden reden.
Auch wenn Sie deine ganze Geschichte schon kennt, muss sie sie sich eventuell nochmal anhören. Du musst dir alles anhören, was sie mit Ehe, Schwangerschft, Elternschaft etc. verbindet.
Ihr solltet vor allem unter Anleitung miteinander reden!
Wende dich an Schwangerenberatungsstellen, die vermitteln manchmal auch zwischen werdenden Eltern.
Mediation musst du vorschlagen!

Abgesehen davon lass dich mal über deine Pflichten und Rechte als nichtverheirateter Vater gut aufklären. Es bestehen so gut wie keine Unterschiede mehr zum Verheirateten.

Viel Erfolg!!!
 
  • #18
Man muß nicht unbedingt heiraten, wenn man ein Kind zusammen bekommt! Aber: Was hast Du alles (juristisch/notariell,etc.) getan, um die Mutter und das Kind rechtlich und finanziell dauerhaft einer Ehe gleichzustellen?

Es gibt da zwei Möglichkeiten:

1. Du hast das alles vollumfänglich getan, bzw. jetzt schon in die Wege geleitet. Dann geht es Dir wirklich nur um den formalen Akt der Ehe, den Du nicht möchtest.

2. Du hast nichts davon getan. Dann ist "keine Ehe" nur ein vorgeschobener Grund, um Dich vor der Verantwortung zu drücken. Deine Freundin ist zu Recht von Dir enttäuscht!

V.m48
 
  • #19
In den vergangen Jahren kam immer wieder das Thema einer Heirat zum Gespräch, wobei ich meiner Freundin immer gesagt habe, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen keine Ehe eingehen will und kann (es baden doch immer die Kinder aus). Nun da sie schwanger ist hat sie das Thema wieder auf den Tisch gebracht mit der Hoffnung das Kind würde meine Einstellung ändern, das hat es allerdings nicht.
Ziemlich alle Frauen, auch in beruflichen Positionen wollen heiraten, um sich letztendlich auch und gerade, wirtschaftlich abzusichern, und bei Trennung und Scheidung, ein Druckmittel gegen den Mann zu haben. Du hast ihr ganz klar vor der Schwangerschaft mitgeteilt, dass du nicht heiraten wirst und dabei sollst du auch bleiben, ein gutgemeinter Tipp von mir!
Lese eine Woche lang hier die Probleme wegen Trennung und Scheidung und du bist dir absolut sicher, dass du es nicht tun wirst! Bei der heutigen Scheidungsquote kann man nicht davon ausgehen, dass die Ehe hält und es sind überwiegend die Frauen, die die Scheidung einreichen. Du solltest deine Einstellung bezüglich der Schwangerschaft nicht ändern, du würdest das später garantiert bereuen! Eine Schwangerschaft und Kinder sind für mich in der heutigen Zeit längst nicht mehr Argument genug, um zu heiraten. Hinzu kommt, dass viele Frauen ihr Verhalten negativ verändern nach der Heirat, da sie glauben eine bestimmte Sicherheit gegen den Mann zu haben und diese notfalls gegen ihn auszuspielen. Die meisten Frauen werden dir zur Heirat argumentieren, sie halten diesbezüglich zu ihrem Geschlecht, mehr als die Männer, auch wenn sie geschieden sind, lass dich von ihnen nicht breit klopfen, behalte deine Meinung sei und bleibe dir treu und du gehst einen sicheren Weg!
Mit ihrer Funkstelle will sie dich unter Druck setzen, es ist kein guter menschlicher Charakterzug! Sollte sie sich deshalb trennen von dir, das wäre für mich ein Zeichen dass es langfristig eh nicht gepasst hätte. Was mich noch interessieren würde wäre, war es auch der Wunsch von dir, dass sie schwanger wurde oder hat sie dich damit reingelegt, um dich unter Druck zu setzen? Hier schreibt ein vielseitig erfahrener Coach, der dir seine großen Erfahrungen und weisen Erkenntnissen und Sichtweisen vor Augen führt!
 
  • #20
Mein Vater war (ist) schwerer Alkoholiker und war ein furchtbarer Vater und Ehemann... Auch habe ich seit der Scheidung ( circa 20 Jahre her) keinen Kontakt mehr zu ihm und wir mussten uns immer alleine durch schlagen.
Nun ja - Vater wirst du jetzt auch... Ob du ein furchtbarer Vater oder nicht wirst, dass hast du ja selbst in der Hand. Selbiges gilt ja für den Status Ehemann. Zumindest bist du meiner Meinung nach kein wirklich "guter" Freund - du drückst dich und ruhst dich auf deiner Vergangenheitsgeschichte aus. Deine Freundin ist schwanger und zumindest gibt ihr die Ehe eine gewisse Sicherheit mit Kind. Was ist mit Versorgung im Alter, wenn dir was passiert etc.?

(...), dass ich aufgrund meiner Erfahrungen keine Ehe eingehen will und kann (es baden doch immer die Kinder aus).
Dann hättest du konsequenterweise auf das Zeugen eines Kindes verzichten sollen. Bei einer Trennung "baden es" u.U. immer die Kinder aus, wenn die Eltern sich nicht einig sind oder schlimmeres. Aus dieser Kindersicht ist es völlig egal, ob verheiratet oder nicht.

Die Reaktion aufgrund meiner Aussage hat sie sichtlich getroffen und gemeint "sie hätte sich doch erhofft zu heiraten und ist sehr traurig da sie es mir nicht wert ist sie zu heiraten, sie hatte angenommen sie hätte mir gezeigt wie sehr sie an uns glaubt".... Seitdem ist leider einige Tage bereits Funkstille und kaum Kontakt.
Verstehe ich voll und ganz, auch ihre Aussage. Ich war kein absoluter Heiratsverfechter, habe aber selbst nach der Heirat die Erfahrung gemacht, dass mir meine Ehe emotional mehr Sicherheit gibt im Sinne von "offizielles Bekenntnis zueinander".
Auf mich wirkst du ein bisschen, als wenn du alle Rechte und Annehmlichkeiten einer Beziehung mitnehmen möchtest, dich aber vor Pflichten und Verbindlichkeiten drückst.
 
  • #21
Ich bin zwar nicht schwanger und die Eltern meines Freundes sind noch zusammen aber mein Freund will mich trotzdem nicht heiraten.

Die Partnerschaft kann mit oder ohne Ehe in die Brüche gehen. Dies steht schon mal fest.
Ohne Ehe sind die Kosten und der Papierkrieg sicher geringer.

Könntest Du dich den für ein Konkubinat, also eine eingetragene Partnerschaft, erwärmen?
Angenommen deine Freundin liegt schwer verletzt im Spital.
Als Freund hast Du kein Anrecht auf Informationen und auch kein Mitspracherecht.
Als Ehemann oder als eingetragener Partner hingegen schon.
Gerade wenn Kinder im Spiel sind, finde ich die eingetragene Partnerschaft etwas sinnvolles.

Deine Freundin möchte eine Hochzeit mit Brautkleid, dem ganzen Pipapo rundherum und für Sie ist dies vermutlich auch ein Zeichen dass Du zu Ihr stehst.

Das möchten viele Frauen. Ich inklusive.

Vielleicht wäre ein Kompromiss machbar? Eingetragene Partnerschaft und ein schönes Fest?

Ich werde vermutlich keines von beidem bekommen.
Daher werde ich mir in Zukunft noch Gedanken machen müssen in meiner Beziehung.

Alles Gute Euch

W31
 
  • #22
Naj a, so sehr ich das mit der traumatischen Kindheit verstehe: ein schwerer Alkoholiker ist auch unverheiratet kein guter Vater und Partner. Das hat doch nichts mit der Einrichtung Ehe zu tun.
Nachdem du mit deiner Freundin Sex hast bestand ja auch die Möglichkeit Vater zu werden Und dann?
Trennen kann man sich auch ohne Ehe-und auch dann baden das die Kinder aus? Wenn du nicht heiraten willst ok- aber schieb nicht deinen Vater vor. Dann dürfstest du auch keine Kinder in die Welt setzen...
 
  • #23
Ja, man sollte heiraten. Weil es eine Ehre ist, weil man liebt, weil man was dingfest machen will, weil man besser ist als seine Eltern, die ein gutes Beispiel für negative Dinge waren, weil es traditionell es und Wert hat - zumindest einmal im Leben, weil man sich traut und kein Weichei ist, weil man eine starke Persönlichkeit ist. Das Kind hat nur Vorteile. Erst ein Ehemann ist ein richtiger Mann. Und scheiden lassen kann man sich immer. Bitte keine christliche Hochzeit, standesamtlich reicht völlig. Du kannst den mikrigen Fehler deines Vaters gerade rücken. Söhne aus Ehen, wo die Mutter die Hauptrolle, entwickeln sich eben so zögerlich, dass sie nichts Verbindliches auf die Beine bekommen. Es ist das Resultat unserer schlechten, westlichen Welt.

Selbst wenn ihr euch scheiden lasst, ja und? So ist das Leben. Sammel, verdammt noch mal, Erfahrungen, damit du was zu erzählen hast. Sind denn in diesem Land alles nur Hosenscheißer unterwegs? Schau dir an, wie es in anderen Ländern funktioniert. Da ist Heirat Standard.

Ehrlich glaube ich, ist der Drops bei euch jetzt eh gelutscht. Viele Partnerschaften gingen in meinem Bekanntenkreis auseinander, weil der eine so zögerlich war, eben ein Nichtskönner, ein unverbindlicher Modernist, der keine Werte mehr hat. Gibt wohl nichts Beleidigenderes für eine Person, sie nicht heiraten zu wollen, und wenn du nicht ganz auf den Kopf gefallen bist, hast du schon festgestellt, dass du nicht der einzige Mann im Boot ist, der keine Eier hätte. Es wäre deine Chance gewesen, zu beweisen, dass du was auf dem Kasten hast und besser sein kannst, als alle anderen Männer. Und höre bitte nicht auf andere Männer ... Dauersingles, mit über 40, die dir was von den Vorzügen des Alleinseins erklären und alleine sterben. Tz... Wenn du solche Kumpels hast, wird es Zeit, solche Freundschaften zu beenden und aufzuleveln im Leben, um mehr zu bekommen.
Meine Güte, wach auf! Am besten auch: Nie zum Alkohol greifen und deinen Vater als bestes Beispiel nehmen. Ehe heißt auch, Charakterstärke lernen und feste dran arbeiten jeden Tag. Von alleine macht sich das nicht. Aber man kann sich beweisen, dass man Ausdauer hat. Die Tatsache ist, wenn diese Frau weg ist, wirst du unter den anderen Frauen als Bald-Vater resignieren und keine Passendere mehr finden.
 
  • #24
Ich halte die Geschichte mit deinem Vater für einen Vorwand. Du willst nicht heiraten, als welchem Grund auch immer. Ist auch egal. Deine Einstellung ist deine Sache. Da hast du ein Recht dazu, das will ich dir auch nicht absprechen.
Zur Fairness würde es aber auch gehören, das offen zu leben, mit allen Konsequenzen.

Auch das mit dem Ausbaden ist Quatsch. Egal ob verheiratet oder nicht, so bist du der Vater des Kindes und damit habt ihr immer eine Beziehung zueinander.

Nachdem deiner Freundin das Heiraten offenbar sehr wichtig ist (und das hat man in 6,5 Jahren Beziehung sicher feststellen können), hätte man hier mal soviel Rückgrat haben sollen, und ihr sagen sollen, dass sie sich vielleicht besser jemanden anderen sucht. Sorry, ich halte es für unfair, eine Frau zu schwängern, wenn man weiß, dass man an derart grundlegenden Einstellungen nicht zusammen passt.

Und Ausbaden tut das am Ende euer gemeinsames Kind.
 
C

Charline

Gast
  • #25
Lieber FS,
aufgrund deiner persönlichen schlechten Erfahrungen im Elternhaus kann ich verstehen, dass du vor einer Ehe zurückschreckst. ABER: Wenn alle so dächten wie du, würde ja auch niemand mehr Auto fahren, weil jeder jemanden kennt, der schon mal in einen schweren Unfall verwickelt war. Ich meine, nur weil die Ehe deiner Eltern schlecht war und gescheitert ist, muss deine Ehe doch nicht scheitern. Beziehungen können auch ohne Eheschließung beendet werden. Das gehört nun mal zum Leben dazu. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Deine Freundin möchte mehr Verbindlichkeit. Was habt ihr denn bezüglich der Schwangerschaft und Elternzeit bisher abgesprochen? Will sie sofort wieder voll arbeiten gehen oder Elternzeit nehmen oder Teilzeit arbeiten? Wie wirst du dich da einbringen? Aktiv, also auch Elternzeit nehmen? Oder finanziell, falls sie beruflich kürzer tritt? Wie werden sie und euer Kind abgesichert sein? Das sind jetzt nur einige Beispiele, aber wenn alle diese Punkte für euch zufriedenstellend geklärt sind, braucht sie vielleicht nicht mehr unbedingt den Trauschein. Vielleicht ist sie einfach nur verunsichert, was nun alles auf sie zu kommt. Eine Ehe ist nun mal verbindlicher als nur so eine Beziehung, wo jeder von heute auf morgen gehen kann.
In den vergangen Jahren kam immer wieder das Thema einer Heirat zum Gespräch, wobei ich meiner Freundin immer gesagt habe, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen keine Ehe eingehen will und kann (es baden doch immer die Kinder aus).
Kinder leiden immer darunter, wenn die Eltern sich trennen. Da spielt es keine Rolle, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Mit der negativen Einstellung hättest du dir vielleicht mal vorher überlegen sollen, ob du überhaupt ein Kind willst. War das Kind überhaupt von euch beiden geplant? Irgendwie klingt es nicht danach.
 
  • #26
Lieber Timberwood,

deine Ängste kann ich gut verstehen. Du wurdest durch schlechte Erfahrungen in deiner Ursprungsfamilie geprägt und sogar traumatisiert. Du aber bist anders als dein Vater, stimmt's? Deine Freundin und du, ihr führt seit längerer Zeit eine stabile Beziehung, ihr liebt euch und freut euch gemeinsam auf euer Kind. Das sind doch hervorragende Voraussetzungen , finde ich. Du (mit deiner Liebsten) kannst jetzt eine Familie aufbauen, in der alles ganz anders und besser läuft als in deiner Kindheit. Ihr habt es in der Hand. Habe Mut und Vertrauen in euch. Im Moment fühlt sich deine Freundin vor den Kopf gestoßen, das ist verständlich. Du machst sie indirekt verantwortlich für die Fehler deiner Eltern. Hat sie das verdient?
 
  • #27
Es gibt Studien, dass Eltern, die als Kinder negative Erfahrungen mit ihren Eltern hatten, sehr darauf achten, dass sie das nicht bei ihren Kindern wiederholen. Es gibt also keine automatische Wiederholung. Im Gegenteil. Die Chance ist höher, dass Kindern eine ähnliche Erfahrung erspart bleibt.

Ich würde mir bei der Frage der Heirat erstmal klar machen, ob es wirklich die Erfahrung mit Deinen Eltern ist, oder ob es die Erfahrung ist, dass so viele Ehen scheitern und Männer da häufig emotional und finanziell einen sehr hohen Preis bezahlen, wenn sie das Ja-Wort gegegeben haben.

Mit der Gesetzesänderung vor einpaar Jahren ist es zwar kein lebenslanges Schicksal mehr. Trotzdem ist eine Scheidung auch heute kein Zuckerschlecken. Und die Chance, dass eine Ehe lange hält, ist, wenn man die ältere Generation rausrechnet, erschreckend gering. Und die Trennung geht fast immer von den Frauen aus.

Wenn Du Dir dann klar bist, was Dein eigentlicher Grund ist, dann kannst Du ja mit offenen Karten spielen und deutlich sagen, wieso Du da so zurückhaltend bist.

Kannst ja vorschlagen, dass wenn ihr Euch in sieben Jahren noch liebt, dass ihr dann heiraten könnt. Dann habt ihr immerhin die besonders kritische Zeit hinter Euch.
 
  • #28
Hallo FS,
sicherlich ist es für dich noch heute belastend, was du in deiner Kindheit erlebt hast. Doch realistisch gesehen, ist das zwanzig Jahre her, da warst du zehn. Du hast doch dann noch einen Großteil deiner Kindheit und Jugend ohne deinen Vater verbracht. Da hattest du doch vielleicht bessere Erfahrungen sammeln können.
Doch zurück zur Frage. Nein, wegen einer Schwangerschaft MUSS man NICHT heiraten. Aber eine Heirat auszuschließen, damit das Kind bei einer Trennung nicht so leiden muss, wie du damals, erscheint mir unlogisch. Dem Kind ist bei der Trennung sicherlich egal, ob ihr verheiratet wart, oder nicht. Trennung ist Trennung. Und du kannst und solltest ein guter Vater sein, ob mit Trauschein oder ohne.
Leider kann ich deine Freundin gut verstehen und dich eher nicht.
Da bleibt immer so ein Hintertürchen offen und von Verbindlichkeit keine Spur. Das ist m.E. der größte Mangel unserer Zeit.
 
  • #29
Ich hatte eine ähnliche Einstellung aufgrund ähnlicher Kindheitserfahrungen wie du. Ich konnte nie verstehen warum insbesondere Frauen diese Romantik an der Hochzeit und Heirat sehen.

Dann wurde ich mit 19 von meinem Freund mit dem ich seit zwei Jahren zusammen war und den ich auch liebte schwanger. Ich ließ mich von meinem Umfeld dazu überreden zu heiraten.

Rückblickend würde ich sagen, dass es kein Fehler war zu heiraten. Es erleichtert doch so einiges so rein bürokratisch auch in Bezug aufs Kind und Schule denke ich, dass es schon besser war.

Leider hat auch meine Ehe nicht funktioniert und ich habe mich nach 15 Jahren getrennt. Ich bereue es auch nicht geheiratet zu haben.

Ob ich noch mal heiraten würde weiß ich nicht. Grundsätzlich denke ich dass ein Eheschein eine Beziehung nicht besser macht und sie deswegen auch nicht länger hält.

Aber in deinem Fall würde ich es durchaus auch in Betracht ziehen zu heiraten bevor du deine Freundin und dein Kind verlierst wenn ihr sonst keine Probleme habt und das ihr so wichtig ist? Dieser Verlust wäre mir es nicht wert auf meinem Standpunkt zu beharren.
 
  • #30
Hallo FS,

wenn Du nicht heiraten willst, dann willst Du es nicht. Kann Dich niemand zu zwingen. Und natürlich stellt ein Kind keine Verpflichtung dar, dass die Elternteile heiraten. Wir leben ja nicht mehr in den Fünfzigern...

Nun ist das Kind unterwegs, Deine Freundin kann das leider nicht mehr rückgängig machen, um eine Familie mit einem Mann zu gründen, der das genauso möchte wie sie, traditionell mit Ehe und wo das Kind dann den Namen beider Elternteile trägt, usw. Dass Du nicht heiraten "mußt", weißt Du selbst, deshalb verstehe ich eigentlich die Frage nicht. Auch wenn Dir hier Forianer sagen werden, dass es doch schöner ist in einer "richtigen" Familie zu leben, also einer offiziellen Familie, wirst Du deshalb ja nicht heiraten. Also, weshalb fragst Du eigentlich? Erwartest Du hier die Absolution und dass die Leutchen schreiben, dass Deine Freundin "doof" ist und ihre Einstellung nicht mehr zeitgemäß und allein Deine die richtige ist, weil sie heiraten und ein traditionelles Leben führen möchte und nicht nur in einer "wilden Ehe" leben mit Kind...? Was genau bezweckst Du mit der Frage an das Forum? Was erwartest Du von uns?

Es ist ja im Grunde egal, was man Dir rät, es ist Deine Entscheidung. Aber Du bist 30 Jahre alt und ich kann Dir nur ans Herz legen, jetzt wo Du Vater wirst, endlich mal erwachsen zu werden! Das heißt nicht, dass ich Dich in irgendeiner Weise zum Heiraten überreden möchte. Aber weshalb ist es ein Ausschlußkriterium für DICH, wenn Deine Eltern ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen haben und an ihrer Ehe gescheitert sind? DU bist doch nicht Deine Eltern! Es ist doch allein Deine Entscheidung und die Deiner Freundin, was Ihr mit Eurem Leben macht, wie Ihr miteinander umgeht.

Steigst Du auch in kein Auto, weil andere traumatische Unfälle hatten, bei denen sie Gliedmaßen verloren haben? Oder in kein Flugzeug, weil andere mit dem selbigen abgestürzt sind? Oder in keine Bahn, weil es schreckliche Zugunglücke gab? Gehst Du nicht in einen Swimmingpool oder ins Meer zum Baden, weil andere im Wasser ertrunken sind? (to be continued).

Ich finde es wirklich sehr schwach, sich ein Leben lang bei seinen Entscheidungen auf "Traumata" zu berufen, nur weil man für irgendwas (sorry, wenn ich das so sage) keinen A*** in der Hose hat.

Sei stark, sei mutig, sei frei, sei erwachsen. Triff' Deine eigenen Entscheidungen, Du bist Du und nicht Deine Eltern. Und Du bist kein kleiner Bub mehr! Um ein Kind zu zeugen hat's ja auch gereicht, schade dass Du ihm nicht mal die Chance auf ein traditionelles Familienleben gibst. Das haben heute eh die wenigsten...

Mach' was Du willst, mir tut's echt leid für die schwangere Freundin und das Kind. Trotzdem alles Gute, auf dass Ihr Euren Weg findet...
 
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