• #31
Hallo!
Seit 5 Jahren bin ich verheiratet. Da wir immer die selben Zukunftswünsche hatten, war die Beziehung auch immer ok für mich. Ich liebe meinen Mann auch, nur leider fühlt sich diese Liebe schon länger nur noch wie Freundschaft an. Man lebt halt einfach so nebeneinander her. Die Leidenschaft und das Verlangen ist weg. Wie er darüber denkt, weiß ich nicht, glaube aber, für ihn ist alles ok so wie es ist. Nun zu meinem jetzigen Stand:
Ich habe im Januar einen anderen Mann kennengelernt.
Hallo Tonia ! Ich verstehe deine missliche Lage nur zu gut. Ich war selbst 6 Jahre verheiratet und habe durch meine Arbeit jemanden kennengelernt, mit dem ich jetzt neu verheiratet bin. Erst einmal finde ich es mutig von dir, deine Geschichte zu erzählen. Man wird von den meisten kritisiert, wenn man sich in jemand neues verguckt hat. Leider wird man in solch einer Situation es keinem der Beteiligten recht machen können. Was wirklich wichtig ist, dass du dir im Klaren darüber wirst, was du wirklich möchtest. Wenn die Beziehung mit deinem jetzigen Mann wirklich keine Zukunft mehr hat, dann sei ehrlich zu ihm und suche das Gespräch. Und rede mit deinem neuen darüber, lass ihn daran teilhaben, das führt dazu dass er dir vertraut und dich besser versteht. Wenn du jedoch merkst, dass es nur ein Ausrutscher war und deine jetzige Beziehung ist dir so wichtig, dass du darum kämpfen möchtest, dann versuche alles mögliche, dir deine Traumehe wieder zurückzuerobern. Wenn du oder ihr es nicht alleine schafft, dann nehmt Hilfe in Anspruch. Für sowas muss man sich nicht schämen. In jeder zweiten Ehe kommt es zu solchen Konflikten, nur die meisten trauen sich nicht darüber zu sprechen, aus Angst Kritik zu erfahren.
 
  • #32
Hallo Tonia ! Ich verstehe deine missliche Lage nur zu gut. Ich war selbst 6 Jahre verheiratet und habe durch meine Arbeit jemanden kennengelernt, mit dem ich jetzt neu verheiratet bin. Erst einmal finde ich es mutig von dir, deine Geschichte zu erzählen. Man wird von den meisten kritisiert, wenn man sich in jemand neues verguckt hat. Leider wird man in solch einer Situation es keinem der Beteiligten recht machen können. Was wirklich wichtig ist, dass du dir im Klaren darüber wirst, was du wirklich möchtest. Wenn die Beziehung mit deinem jetzigen Mann wirklich keine Zukunft mehr hat, dann sei ehrlich zu ihm und suche das Gespräch. Und rede mit deinem neuen darüber, lass ihn daran teilhaben, das führt dazu dass er dir vertraut und dich besser versteht. Wenn du jedoch merkst, dass es nur ein Ausrutscher war und deine jetzige Beziehung ist dir so wichtig, dass du darum kämpfen möchtest, dann versuche alles mögliche, dir deine Traumehe wieder zurückzuerobern. Wenn du oder ihr es nicht alleine schafft, dann nehmt Hilfe in Anspruch. Für sowas muss man sich nicht schämen. In jeder zweiten Ehe kommt es zu solchen Konflikten, nur die meisten trauen sich nicht darüber zu sprechen, aus Angst Kritik zu erfahren.
Ich glaube nicht, dass jemand hier denkt, sowas passiert niemandem. Aber es ist ein Unterschied, ob man sich neu verliebt, seine Beziehung beendet und reinen Tisch macht. Oder, ob man seit 4-5 Monaten (denn es geht ja seit Januar) zwei Leute dreist anlügt (dem anderen Mann ja erst erzählt, man sei Single, dann, man sei nicht verheiratet.) und dann aber nichts davon verlauten lässt, dass die einem leid tun, sondern, dass man sich selbst leidtut, weil die Affäre langsam die Nase voll hat.
Mir selbst ist sowas auch schon mal passiert, ich hätte aber niemals noch darüber gejammert, warum sich der eine zurückzieht, oder die Frage gestellt "soll man sich für einen anderen trennen". Es ist doch klar, dass man schauen muss: will man seine Ehe noch oder nicht. Nicht: wähle ich jetzt zwischen X und Y, als wären das zwei Dinge statt zwei Menschen. Und wenn man derjenige ist, der da in der Mitte steht, sollte man sich auch im Klaren darüber sein, dass man grad Mist baut mit den Lügen, Leute verletzt und wirklich keinen Anspruch darauf hat, dass einen von außen andere bemitleiden. Man ist wirklich selbst Schuld an der Situation.
 
  • #33
Man wird von den meisten kritisiert, wenn man sich in jemand neues verguckt hat.
Vom Umfeld vielleicht, weil die ein Eigeninteresse haben, dass die Beziehung erhalten bleibt, aber hier im Forum standen, soweit ich mich jetzt erinnere, fast nur kritische Bemerkungen zum Betrug, nicht zum Fremdverlieben. Ein Beitrag ist es, meine ich, der davon spricht, dass die FS zu jung und die Beziehung zu kurz sei, um nicht dran zu arbeiten.

Würde ein Fremdverliebter erkennen: Ich bin verliebt und nehme das nicht als Zeichen, an meiner Beziehung zu arbeiten, sondern will gehen, also beende ich meine Beziehung sauber, bevor ich was Neues anfange, wäre das mE ja in Ordnung, auch wenn es viel Stress bedeuten kann.
Wobei mir klar ist, dass das selten so läuft. Wenigstens die Gegenzeichen des anderen müssen vermutlich meist da sein, dass er sich auch verliebt hat, weil der Fremdverliebte gar nicht sieht, dass schon das Fremdverlieben DAS ZEICHEN ist, dass seine Beziehung nicht mehr gut für ihn ist. Aber er will auf Nummer sicher gehen, und dazu gehört, glaube ich, meist erstmal Küssen, sogar Sex mit dem anderen, wenn man wissen will, ob es sich wirklich lohnt, den Stress zu haben, wenn man seine Beziehung beendet. Und das Risiko liegt dann bei dem Außenmenschen, der ja glauben muss, dass der Vergebene es ernst meint mit dem Sich-Trennen-Wollen.

Leider wird man in solch einer Situation es keinem der Beteiligten recht machen können.
Ich denke, das ist das Scheindilemma, das sich der Betrüger ernsthaft vormacht, dass er es allen recht machen will.
Er möchte den Partner nicht verletzen, deswegen lügt er ihn an, weil er ihn betrügt, denn er geht eben doch seinen eigenen Weg, aber heimlich, um den Stress nicht zu haben und nicht was zu verlieren, was er vielleicht noch wollen könnte.

Es kommt immer so daher, als wollte derjenige die anderen schonen. Er schont ja nur sich dabei.

Ich finde das Verhalten zwar menschlich, weil jeder ja so viel wie möglich im Leben haben will und am liebsten alles erstmal sicher und mit festen Garantien, bis ER irgendwas nicht mehr als brauchbar in seinem Leben ausgemacht hat und wegwerfen will, aber das ist die Sicht eines verantwortungslos handelnden kleinen Kindes, das sich nicht drum kümmert, wen es verletzt mit seinen Worten und Taten und am liebsten keine Verantwortung übernehmen will. Veranwortung in dem Sinne, dass die Menschen, mit denen dieser Verantwortungslose umgeht, bitte immer noch lieb, nett und wohlwollend sein sollen und Verständnis für alles haben sollen, damit derjenige sich nicht schlecht fühlen muss und weiter so leben kann, bis er sich entscheidet.

Bei Kindern ist das normal, die müssen es erst lernen, dass sie nur bei den Eltern der Mittelpunkt der Welt (sein sollten) sind, aber bei Erwachsenen ist es einfach pure Egozentrik und funktioniert so nicht mehr, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen.
 
  • #34
Man wird von den meisten kritisiert, wenn man sich in jemand neues verguckt hat. Leider wird man in solch einer Situation es keinem der Beteiligten recht machen können.
Die Frage ist doch hier nicht, was man tut, sondern wie man es macht. Die vermutlich doch mehrheitliche Meinung hier ist, dass man eine Beziehung beendet, wenn sie so weit ist, dass man schon konkret nach anderen schaut. Und vermutlich sind wir uns auch weitgehend einig, dass man sich nicht als Single verkauft, wenn man verheiratet ist.
Dagegen ist völlig ok, sich in jemand neues zu vergucken, wenn man vom alten sozusagen schon erkennbar weggeschaut hat. Hier wird doch schlicht ein Warmwechsel beschrieben.
 
  • #35
Man wird von den meisten kritisiert, wenn man sich in jemand neues verguckt hat.
Man wird nicht kritisiert, weil man sich in Jemand Neuem verguckt hat.
Man wird dafür kritisiert, wie man damit umgeht.
Passiert es - nachdenken. Ist es was flüchtiges, kalt duschen. Das passiert, abhaken.
Und wenn es tiefer ist, weiter nachdenken.
Was ist mit meiner Partnerschaft, was sind meine Gefühle für den Partner. Was fehlt?
Schauen, was ich verändern kann.

Ist es dann immer noch der Andere - dann sauber alte Partnerschaft beenden. Wenn möglich, ohne zu sagen, dass es jemanden gibt.

Und erst, wenn man beendet hat, kann man mit dem Anderen was anfangen...

Aber so Parallelgeschichten?
Und hier hat die FS ja nicht nur ihren Partner betrogen, spielt auf heile Welt, sondern auch den anderen Mann. Dereinst von einer Single Frau aus.

Die Kernaussage der FS - ich kann nicht alleine sein, und ich bleibe dort oder gehe dahin, wo es sicherer ist.
Der Mann ist eigentlich egal.
Morgen könnte es ein Dritter sein.

Das ist ein weiterer Betrug - wer möchte schon Notnagel, beliebige sein?


W,50
 
  • #36
Aber es macht mich einfach traurig, dass er sich so verändert hat.
Ich kann nicht nachvollziehen wieso du traurig bist, dass er sich verändert hat. Was hast du erwartet nachdem er sich verliebt hat und du ihm sagst dass du verheiratet bist? Dass er sich freut darüber? Kann es sein dass du narzistische Züge und kein Einfühlungsvermögen besitzt? Andererseits hast du es ihm verschwiegen wieso wohl?

Du wirst wohl über deine Gefühle reden lernen müssen, du mußt froh sein dass er überhaupt noch sich trifft mit dir, das sollte dir zeigen dass er dich will, dass er jetzt ablehnend ist, sollte dich anspornen um ihn zu kämpfen, in dem du dich trennst und ihm zeigst dass du ihn willst und nicht deinen Mann. Aber vielleicht willst du auch nur eine Affaire mit ihm? Werde dir darüber im Klaren.

Fein ist es nicht dass du ihn belogen hast dass mußt du jetzt gerade rücken. Alles Gute!
 
  • #37
Ich kann Dir sagen warum beim neuen Mann plötzlich die Stimmung kippte. Die Zwangspause durch Corona hat ihm die Augen geöffnet. Plötzlich hatte er Zeit sich und sein Leben zu reflektieren, das taten ja viele Leute. Ihm wurde schmerzlich bewusst, dass in dieser schweren Zeit Du nicht bei ihm warst. Ihm wurde bewusst, dass Du zu jemand Anderem gehörst. Er hat die Wahrheit gesehen. Hat es erlebt.
Er mag Dich wirklich und hatte sich viel erhofft, aber Du bist nie konkret einen Schritt weiter gegangen. Nicht mal die Coronazeit löste aus dass Du ihn so sehr vermisst dass Du Dich vom Mann trennst. Auch nicht als Du ihn endlich wieder gesehen hast.

Meine Liebe, dadurch hast Du ihn verloren. Und bitte lass ihn ziehen. Für eine gute Partnerschaft braucht es nämlich dass beide handeln. Er erkennt richtig, dass er sich in Dir täuschte.

Und Du täuschst Deinen Mann. Auch das wird er als ungerecht empfinden, der neue Mann.

Übrigens wundere ich mich: Wie kann es sein dass Dein Mann nichts davon merkt??
 
  • #38
Wenn es bei deinem neuen Freund tatsächlich um Liebe gehen würde, wäre die Tatsache, dass du verheiratet bist eher zweitrangig, vor allem wenn du signalisierst, sich scheiden zu wollen. Nach so einer Abkühlung seinerseits würde ich an dieser Beziehung eher zweifeln. Daher würde ich die Ehe nicht gefährden sondern versuchen erstmal abzuwarten und die neue Beziehung erstmal auf Bestandsfächigkeit zu testen.
 
  • #39
Man wird nicht kritisiert, weil man sich in Jemand Neuem verguckt hat.
Man wird dafür kritisiert, wie man damit umgeht.
Passiert es - nachdenken. Ist es was flüchtiges, kalt duschen. Das passiert, abhaken.
Und wenn es tiefer ist, weiter nachdenken.
Was ist mit meiner Partnerschaft, was sind meine Gefühle für den Partner. Was fehlt?
Schauen, was ich verändern kann.

Ist es dann immer noch der Andere - dann sauber alte Partnerschaft beenden. Wenn möglich, ohne zu sagen, dass es jemanden gibt.

Und erst, wenn man beendet hat, kann man mit dem Anderen was anfangen...



W,50
Das klingt wirklich gut und ist sicher auch die bevorzugte Art, damit umzugehen, aber in der Praxis wirklich schwierig umzusetzen.
Gerade wenn man viele gemeinsame Jahre miteinander verbracht hat, man möchte dem anderen ja nicht weh tun, nicht alles sofort beenden, wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, dass es keine Zukunft gibt - und das kann man sich nie sein. Man kann immer noch weiter versuchen, an sich arbeiten und Arbeit in die Beziehung stecken, aber wie lange ist genug? Ab wann weiß man, jetzt geht wirklich nichts mehr, jetzt habe ich lange genug alles probiert?
 
  • #40
Das klingt wirklich gut und ist sicher auch die bevorzugte Art, damit umzugehen, aber in der Praxis wirklich schwierig umzusetzen.
Gerade wenn man viele gemeinsame Jahre miteinander verbracht hat, man möchte dem anderen ja nicht weh tun, nicht alles sofort beenden, wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, dass es keine Zukunft gibt - und das kann man sich nie sein. Man kann immer noch weiter versuchen, an sich arbeiten und Arbeit in die Beziehung stecken, aber wie lange ist genug? Ab wann weiß man, jetzt geht wirklich nichts mehr, jetzt habe ich lange genug alles probiert?
Und was soll dann daraus die Konsequenz sein? "Ich kann mir bei aller Reflektion und Beziehungsarbeit nie 100%ig sicher sein, ob wir nicht doch eine Zukunft haben. Daher behalte ich zwar meinen Partner noch, betrüge ihn aber und gehe ihm fremd, denn solange es nicht rauskommt oder ich mich letztendlich doch für die Affäre entscheide, tut ihm das schließlich weniger weh. Ich guter Mensch!" ?

Nein, tut mir leid, ich halte das für ziemlich feiges Verhalten und würde niemandem so Rechtfertigung abkaufen. Wer sich innerhalb einer bestehenden Partnerschaft schon auf jemand anderen einlässt, kann mir nicht erzählen, er würde es ernsthaft weiter versuchen und an sich und der Beziehung arbeiten. Und wer an diesem Punkt nicht ehrlich zu seinem Partner ist, dem liegt mitnichten an dessen Wohl, sondern nur an seinem eigenen.

W, 27
 
  • #41
Man kann immer noch weiter versuchen, an sich arbeiten und Arbeit in die Beziehung stecken, aber wie lange ist genug? Ab wann weiß man, jetzt geht wirklich nichts mehr, jetzt habe ich lange genug alles probiert?
Also ich wusste es einfach irgendwann, dass ich alles versucht habe und sich nichts mehr ändern wird. Zuviel probiert und dennoch immer wieder enttäuscht worden.

Kind, Hund, Haus... Ich hatte auch einiges zu verlieren und trug ja auch Verantwortung, da die Trennung nicht nur mich in meinem Lebenswandel betraf.

Ich habe mich nicht für einen anderen Mann getrennt, aber ich hatte dann schon andere mal kennengelernt. Habe gesehen, wie anders andere Persönlichkeiten sein können ( mein Mann war meine erste richtige Beziehung.)

Auch dadurch wurde mir immer bewusster, dass ich so nicht weitermachen will, dass auch der gemeinsam erwirtschaftete materielle Reichtum nichts wert ist, wenn man nicht miteinander glücklich ist.
 
  • #42
Man kann immer noch weiter versuchen, an sich arbeiten und Arbeit in die Beziehung stecken, aber wie lange ist genug? Ab wann weiß man, jetzt geht wirklich nichts mehr, jetzt habe ich lange genug alles probiert?
Genug ist auf jeden Fall, wenn man anfängt, über andere Männer nachzudenken,... Wie es denn so wäre

Was ist da schwierig?
Wenn ich bei mir und meinen Gefühlen bin, dann weiß ich, was ich für meinen Partner empfinde.
Es geht nicht um das Maß an Bemühungen, es geht darum, liebe ich diesen Menschen, fühle ich mich wohl mit ihm, freue ich mich, ihn zu sehen..
Das kann ich nicht herbei bemühen.

Spüre ich nur noch Gleichgültigkeit, oder sogar Erleichterung, wenn ich ihn nicht sehe, dann ist es vorbei.

Und dann ist Trennung fair und ehrlich.

W, 50
 
  • #43
Ab wann weiß man, jetzt geht wirklich nichts mehr, jetzt habe ich lange genug alles probiert?
Das ist die große Preisfrage.
Ich denke, dass viele Menschen in langen Partnerschaften, die nicht passen, sich immer mehr verbiegen. Und am Schluss wissen sie nicht mehr, wie sie aussehen würden, wenn nicht unverbogen wären, und können nicht mehr ohne den Druck, der sie "in Form hält".

Allerdings treten auch in guten Beziehungen vielleicht solche Fragen auf, z.B. wenn Langeweile eingezogen ist, weil man anfangs gar nicht davon ausging, eine Beziehung auch gestalten zu müssen, damit sich die Leben zusammen und nicht parallel oder gar divergierend entwickeln.

Ich glaube auch, dass sehr, sehr oft eine Verliebtheit in einen anderen Menschen den Anstoß gibt, die Beziehung mal kritisch zu überdenken und sich der Probleme bewusst zu werden. Und dann ist die Frage, was es ist (Liebe zum anderen oder nur der Anstoß) und was man tut. Mal ein paar Ideen: Ist man
- mutig (man weiß nicht, was kommt und ob es richtig ist, aber man hat ein gutes Gefühl dabei, sich zu trennen und macht es),
- leichtsinnig oder naiv (man denkt, JETZT hätte man die große Liebe gefunden, stürmt mit einem Koffer davon, aber ist nur verblendet),
- bequem (was ich habe, kenne ich und das ist nicht so prall, aber der andere wird auch seine Macken haben und auf noch einen Kompromissfindungsprozess habe ich keinen Bock),
- verzagt (ich sehe die große Liebe vor mir, aber ich habe Angst, dass es nicht klappt und dann wär ich Single und das wäre das allerallerallerschlimmste, was einem Menschen passieren könnte)
- gefühlstumb (ja, ist große Liebe, aber na und? Was ist mit dem schönen Haus und dem ganze Zeug hier, das geteilt werden müsste? Ich will das behalten)
- ängstlich (wie mein Partner mich verletzt, weiß ich schon und kann es aushalten, aber wenn ich dieser großen Verliebtheit jetzt nachgebe und DER NEUE mich dann verletzt, könnte ich das nicht aushalten. Also träume ich lieber von ihm und finde nie raus, ob er vielleicht doof ist.)

Oder man sieht mit Herz und Verstand, dass man das Leben, das man bislang mit dem Partner hat, nicht mehr schätzen kann und meint, da müsste es noch was anderes geben, und wenn nicht, wäre es auch besser, das, was man hat, nicht bis zum Grabe fortzuführen. Aber auch da gibt es genügend Ausweichmanöver, die man machen kann, z.B. sich in Arbeit flüchten. Nicht jeder sucht sein Glück in einer Beziehung, auch die nicht, die sich in einer befinden.

Wichtig finde ich zu sehen, dass man sich nicht FÜR EINEN ANDEREN trennen kann, sondern mit der eigenen Beziehung fertig sein muss. Sonst wird eine große Liebe außerhaus auch nur eine Affäre, die am Ende losgelassen wird aus Verzagtheit oder Angst vor Veränderung oder eben, weil die vorhandene Beziehung doch gar nicht so doof ist, sondern man sich nur nicht drum kümmerte und durch den Außenmenschen wieder zum eigentlichen Partner fand.
 
  • #44
Aber es macht mich einfach traurig, dass er sich so verändert hat. Ich liebe ihn und am liebsten würde ich meine Ehe einfach beenden. Aber ich habe Angst vor diesem Schritt. Angst davor, meinem Mann zu sagen, dass ich nicht mehr glücklich in unserer Ehe bin und das es bereits einen neuen Mann für mich gibt. Angst vor allem, was danach kommt. Und das alleine durchziehen zu müssen und am Ende vielleicht allein dazustehen. Ich weiß ja nicht mal, ob der andere mit mir immer noch eine Zukunft möchte und wie er sich das vorstellt. Mich macht die Situation einfach fertig und ich weiß nicht, was ich tun soll.
Herrgott, Mädchen, jetzt kneif doch einfach mal die Backen zusammen und zieh dein Ding durch. Du kannst natürlich vor lauter Angst und Schiss noch dein ganzes Leben lang in deiner Ehe verharren, aber was bringt dir das? Darauf hat deine Affäre offenbar auch keine Lust. Schlussmachen ist nunmal kein Spaziergang, hast du das geglaubt? Klar wird das weh tun, und natürlich weiß niemand, was hinterher kommt. Aus der Nummer kommst du ohne Theater nicht raus, wie du es drehst und wendest! Augen zu und durch! Und auf einmal klärt sich alles von alleine. Und wenn alle Stricke reißen, bleibst du halt erstmal alleine, was ist so schlimm daran?

Du kannst doch nicht deinen Ehemann dafür benutzen, nur um nicht alleine zu sein? Na schönen Dank auch.

Und was auch noch extrem komisch ist: Wieso lernst du denn die Eltern deiner Affäre kennen? Das ist ja wie den 10. Schritt vorm ersten machen. Was soll denn sowas?
 
  • #45
Und was soll dann daraus die Konsequenz sein? "Ich kann mir bei aller Reflektion und Beziehungsarbeit nie 100%ig sicher sein, ob wir nicht doch eine Zukunft haben. Daher behalte ich zwar meinen Partner noch, betrüge ihn aber und gehe ihm fremd, denn solange es nicht rauskommt oder ich mich letztendlich doch für die Affäre entscheide, tut ihm das schließlich weniger weh. Ich guter Mensch!" ?

Nein, tut mir leid, ich halte das für ziemlich feiges Verhalten und würde niemandem so Rechtfertigung abkaufen. Wer sich innerhalb einer bestehenden Partnerschaft schon auf jemand anderen einlässt, kann mir nicht erzählen, er würde es ernsthaft weiter versuchen und an sich und der Beziehung arbeiten. Und wer an diesem Punkt nicht ehrlich zu seinem Partner ist, dem liegt mitnichten an dessen Wohl, sondern nur an seinem eigenen.

W, 27
Von Fremdgehen habe ich ja nichts gesagt.
Ich finde das auch fies und dem Partner gegenüber einfach nur unfair.
Aber ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen und sagen, dass ein Seitensprung oder eine Affäre automatisch die Beziehung beendet.
 
  • #46
Genug ist auf jeden Fall, wenn man anfängt, über andere Männer nachzudenken,... Wie es denn so wäre

Was ist da schwierig?
Wenn ich bei mir und meinen Gefühlen bin, dann weiß ich, was ich für meinen Partner empfinde.
Es geht nicht um das Maß an Bemühungen, es geht darum, liebe ich diesen Menschen, fühle ich mich wohl mit ihm, freue ich mich, ihn zu sehen..
Das kann ich nicht herbei bemühen.

Spüre ich nur noch Gleichgültigkeit, oder sogar Erleichterung, wenn ich ihn nicht sehe, dann ist es vorbei.

Und dann ist Trennung fair und ehrlich.

W, 50
Das sehe ich nicht so.
Ich denke, diese Phasen erlebt jeder mal in langjährigen Beziehungen.
Die Frage ist nur, wie man damit umgeht und was man daraus für die Beziehung positivies herausziehen kann.
Man kann an andere Menschen denken, sich hypothetisch ausmalen, wie es denn wäre wenn... das alleine heißt noch gar nichts.
Man muss sich auch nicht immer freuen, wenn man den anderen sieht, das ist nach 20 Jahren Beziehung mehr als illusorisch.

Solange beide trotzdem an der Beziehung arbeiten wollen, ist ja noch nichts verloren. Auch wenn es mal eine Zeit lang schlecht läuft.
 
  • #47
Das ist die große Preisfrage.
Ich denke, dass viele Menschen in langen Partnerschaften, die nicht passen, sich immer mehr verbiegen. Und am Schluss wissen sie nicht mehr, wie sie aussehen würden, wenn nicht unverbogen wären, und können nicht mehr ohne den Druck, der sie "in Form hält".Allerdings treten auch in guten Beziehungen vielleicht solche Fragen auf, z.B. wenn Langeweile eingezogen ist, weil man (......)Und dann ist die Frage, was es ist (Liebe zum anderen oder nur der Anstoß) und was man tut. Mal ein paar Ideen: Ist man
- mutig (man weiß nicht, was kommt und ob es richtig ist, aber man hat ein gutes Gefühl dabei, sich zu trennen und macht es),
- leichtsinnig oder naiv (man denkt, JETZT hätte man die große Liebe gefunden, stürmt mit einem Koffer davon, aber ist nur verblendet),
- bequem (was ich habe, kenne ich und das ist nicht so prall, aber der andere wird auch seine Macken haben und auf noch einen Kompromissfindungsprozess habe ich keinen Bock),
- verzagt (ich sehe die große Liebe vor mir, aber ich habe Angst, dass es nicht klappt und dann wär ich Single und das wäre das allerallerallerschlimmste, was einem Menschen passieren könnte)
- gefühlstumb (ja, ist große Liebe, aber na und? Was ist mit dem schönen Haus und dem ganze Zeug hier, das geteilt werden müsste? Ich will das behalten)
- ängstlich (wie mein Partner mich verletzt, weiß ich schon und kann es aushalten, aber wenn ich dieser großen Verliebtheit jetzt nachgebe und DER NEUE mich dann verletzt, könnte ich das nicht aushalten. Also träume ich lieber von ihm und finde nie raus, ob er vielleicht doof ist.) Oder man sieht mit Herz(.........)befinden. Wichtig finde ich zu sehen, dass man sich nicht FÜR EINEN ANDEREN trennen kann, sondern mit der eigenen Beziehung fertig sein muss. Sonst wird eine große Liebe außerhaus auch nur eine Affäre, die am Ende losgelassen wird aus Verzagtheit oder Angst vor Veränderung oder eben, weil die vorhandene Beziehung doch gar nicht so doof ist, sondern man sich nur nicht drum kümmerte und durch den Außenmenschen wieder zum eigentlichen Partner fand.
Wieder einmal ein toller Beitrag! Da sieht man unter anderem auch, dass es nicht unbedingt fehlende Gefühle für die Affäre sein müssen, wenn jemand sich letztendlich gegen diese und für Ehefrau/ Ehemann entscheidet.
 
  • #48
Du musst lernen, unabhängig zu sein. Sa gebe ich ihm recht: neben entweder oder gibt es einen weiteren Weg: sei du allein.
und dann wirst du sehen, was passiert.
 
  • #49
...möchte dem anderen ja nicht weh tun, nicht alles sofort beenden, wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, dass es keine Zukunft gibt - und das kann man sich nie sein. ...
Es gibt im Leben keine garantierten Wege. Es hilft auch nicht, immer danach zu schielen, ob es irgendwo vermeintlich 100% gibt. Beenden sollte man aus meiner Sicht dann, wenn man über einen längeren Zeitraum keine Zukunft mehr sieht und sich unglücklich fühlt. Und dann wartet man auch nicht unbedingt darauf, dass irgendwo etwas besseres auftaucht, weil ja bei 30% Restglück schon ein Mann mit 50% wie ein Sechser im Lotto erscheint...
 
  • #50
Es gibt im Leben keine garantierten Wege. Es hilft auch nicht, immer danach zu schielen, ob es irgendwo vermeintlich 100% gibt. Beenden sollte man aus meiner Sicht dann, wenn man über einen längeren Zeitraum keine Zukunft mehr sieht und sich unglücklich fühlt. Und dann wartet man auch nicht unbedingt darauf, dass irgendwo etwas besseres auftaucht, weil ja bei 30% Restglück schon ein Mann mit 50% wie ein Sechser im Lotto erscheint...
Das stimmt natürlich.. Wird aber nicht einfacher wenn man schon viele Jahre gemeinsam verbracht hat und auch noch Kinder im Spiel sind.
 
  • #51
Das stimmt natürlich.. Wird aber nicht einfacher wenn man schon viele Jahre gemeinsam verbracht hat und auch noch Kinder im Spiel sind.
Ich kann nachvollziehen, dass Frau irgendwann die eingefahrenen Bahnen nicht mehr gefallen, dass sie sich fragt, ob das alles im Leben war und dass ihr Mann sie an der einen oder anderen Stelle nervt. Es ist ja nicht so, dass es Männern da wirklich anders geht.

Ich denke aber nicht, dass Frau dann mit dem Wechsel des Partners längerfristig sicher glücklicher wird. Vielleicht wieder für ein paar Jahre, aber in denen belasten dann die Scherben der Ehe. Oft ist es wohl eher eine Illusion.

Letztlich treffen dann ja im Regelfall zwei Gescheiterte aufeinander, vielleicht noch solche mit Warmwechselbereitschaft. Und, nüchtern betrachtet, sind es eben immer Menschen, die Immer irgend ein anderer schon mal nicht mehr haben wollte. Ab 40 laufen so jede Menge Menschen mit gescheiterten Ehen durch die Welt, die sich „das nicht nochmal bieten lassen“, die mehr oder weniger frustriert sind, die sich nicht mehr so wie mit 20 wirklich auf eine Beziehung einlassen, die leichter wieder wechseln, wenn Kleinigkeiten nicht passen, die lange vergeblich suchen.
Daher würde ich es mir schon gut überlegen, bevor ich mich für das Ende einer Ehe entscheid.
 
  • #52
Man kann an andere Menschen denken, sich hypothetisch ausmalen, wie es denn wäre wenn... das alleine heißt noch gar nichts.
Man muss sich auch nicht immer freuen, wenn man den anderen sieht, das ist nach 20 Jahren Beziehung mehr als illusorisch.
Ich würde aber schon sagen, dass es ein Zeichen ist, dass was nicht stimmt, wenn man anfängt, an andere zu denken und sie sich in Positionen vorstellt, die der Partner bislang besetzt. Das heißt nicht "ich will den anderen", aber schon "ich will den, den ich habe, nicht mehr" oder zumindest "SO nicht mehr, etwas muss sich ändern".

Gerade wenn man viele gemeinsame Jahre miteinander verbracht hat, man möchte dem anderen ja nicht weh tun, nicht alles sofort beenden, wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, dass es keine Zukunft gibt - und das kann man sich nie sein.
Diese Aussage, man möchte dem anderen nicht wehtun, glaube ich durchaus. Ich will nicht mal wem wehtun, den ich gerade erst kennengelernt habe. Aber letztendlich ist auch niemand gut behandelt, den man vera ...äppelt.
Es gibt Lebenssituationen, in denen man nicht wissen kann, was richtig oder falsch ist. Je mehr Lebenserfahrung man dann hat und je mehr Menschenkenntnis (auch von sich selbst), umso weniger verrennt man sich in Illusionen. Auch bei denen könnte man immer noch was aus dem Erfahrenen lernen, das wohl nötig war, aber wenn es Trümmer hinterließ und man bereuen muss, hat man sehr hoch bezahlt.

Ich denke, solange man meint, es gäbe noch eine Zukunft mit dem Partner, kann man sich nicht trennen. Die Frage ist, worauf man hofft.
Wenn einer nach 2 Jahren Beziehung etwas festgestellt hat, das der andere einfach nicht geben kann, und DANN schon die Frage da ist, ob man sich nicht trennen sollte, hat man diese Chance verpasst, wenn man blieb und diese Beziehung auch noch ausbaute mit Haus und Kind (nur weil man z.B. Angst hatte, keinen Partner zu finden oder dachte, man muss nur lange genug nörgeln, dann wird das schon, oder - schlimmer: anfing, seine eigenen elementaren Bedürfnisse umkrempeln zu wollen).

Dazu finde ich wichtig zu unterscheiden, was zu dem Menschen als echter Wesenszug gehört und was entwickelbar sein wird. Ein echter Wesenszug (z.B. keine Leidenschaftlichkeit, kein Interesse an hochintellektuellen Themen) wird sich NIE ändern.
Eine schlechte Verhaltensweise (Sockenrumschmeißen, weil man die Ehefrau zur zweiten Hinterherräum-Mutter machte) KÖNNTE sofort geändert werden, wenn das eigene Verlangen danach da ist (endlich wie ein erwachsener Partner zu handeln).
Eine unentwickelte Seite (neidisch sein auf irgendwas, insbesondere beim Partner) kann sich langsam noch entwickeln, und SOLLTE sich auch, aber der Partner an der Seite des Neidischen wird eine Menge ertragen müssen und nie wissen, ob das wirklich noch kommt, dass er nicht an unpassender Stelle unpassend kritisiert oder gar kleingemacht wird.
 
  • #53
Ich kann nachvollziehen, dass Frau irgendwann die eingefahrenen Bahnen nicht mehr gefallen, dass sie sich fragt, ob das alles im Leben war und dass ihr Mann sie an der einen oder anderen Stelle nervt. Es ist ja nicht so, dass es Männern da wirklich anders geht.

Ich denke aber nicht, dass Frau dann mit dem Wechsel des Partners längerfristig sicher glücklicher wird. Vielleicht wieder für ein paar Jahre, aber in denen belasten dann die Scherben der Ehe. Oft ist es wohl eher eine Illusion.

Letztlich treffen dann ja im Regelfall zwei Gescheiterte aufeinander, vielleicht noch solche mit Warmwechselbereitschaft. Und, nüchtern betrachtet, sind es eben immer Menschen, die Immer irgend ein anderer schon mal nicht mehr haben wollte. Ab 40 laufen so jede Menge Menschen mit gescheiterten Ehen durch die Welt, die sich „das nicht nochmal bieten lassen“, die mehr oder weniger frustriert sind, die sich nicht mehr so wie mit 20 wirklich auf eine Beziehung einlassen, die leichter wieder wechseln, wenn Kleinigkeiten nicht passen, die lange vergeblich suchen.
Daher würde ich es mir schon gut überlegen, bevor ich mich für das Ende einer Ehe entscheid.
Danke für den Beitrag, ich finde ihn wirklich interessant.
Aber ich denke derzeit eher, dass man sich mit 40 eher auf eine Beziehung einlässt als mit 20, oder zumindest auf eine andere Art.
Immerhin hat man schon mehr erlebt, kennt sich selbst und seine Wünsche auch besser und kann dies mit einem anderen Partner vielleicht auch besser verwirklichen.

Ich finde den Gedanken schwierig, wirklich ein Leben lang mit dem gleichen Partner zu verbringen.
Man hat ja an jedem Punkt seines Lebens andere Wünsche und Vorstellungen, auch an eine Beziehung. Mit 20 sucht man vielleicht jemanden mit dem man feiern kann, Musikgeschmack o. Ä. teilt. Dann sucht man jemanden zum Heiraten, zum Familie gründen und wenn die Kinder dann alt genug sind, hat man vielleicht wieder andere Träume.. Ist es wirklich möglich, dies alles in 1 Partner zu finden? Also möglich ist es vielleicht, aber wenn man an einen Punkt kommt, an dem man sich schwer tut, eine gemeinsame Zukunft zu sehen, ist das denn automatisch persönliches Scheitern?
 
  • #54
...dass man sich mit 40 eher auf eine Beziehung einlässt als mit 20, oder zumindest auf eine andere Art.
Die Ziele sind mit 20 andere als mit 40. Mit 20 planen viele eine Familie oder beziehen die Möglichkeit mit ein, mit 40 ist das oft kein Thema mehr.

Ich finde den Gedanken schwierig, wirklich ein Leben lang mit dem gleichen Partner zu verbringen.
Das ist aus meiner Perspektive völlig in Ordnung. Die FS ist wohl 31 Jahre als und seit 5 Jahren verheiratet. Bei Dir fehlen mir die "Eckdaten". Es hindert Dich niemand, alle 10 Jahre den Partner zu wechseln oder von mir aus auch alle 5. Meine persönliche Meinung dazu ist nur, dass man dann keine Kinder in die Welt setzen sollte, denn die werden dadurch für ihr Leben geschädigt. Schlimm genug, wenn Ehen nicht mehr tragbar sind, aber "einfach so" mal wieder einen neuen Partner zu wollen, sollte man sich dann eben vorher überlegen.
 
  • #55
Aber ich denke derzeit eher, dass man sich mit 40 eher auf eine Beziehung einlässt als mit 20, oder zumindest auf eine andere Art.
Immerhin hat man schon mehr erlebt, kennt sich selbst und seine Wünsche auch besser und kann dies mit einem anderen Partner vielleicht auch besser verwirklichen.
Ja, daher würde ich auch niemandem empfehlen, mit 20 zu heiraten. Erst so ab 30. Aber da denke ich, ist man von der Persönlichkeit her schon recht gefestigt, weiß, was man will und sucht keinen Partner aus zum Feiern. Wobei ich das noch nie getan habe... Die wenigsten Leute ändern sich dann noch absolut grundlegend (höchstens im hohen Alter, aber das ist dann wieder ein anders Thema).
Ich kenne einige sehr glückliche Paare, die sich eben auch auf Veränderungen im Leben des anderen immer mit einstellen. Warum sollte der Partner irgendwie einem alle Wünsche erfüllen, die man in einer Lebensphase grad so hat? Ich möchte eher einen Partner als verlässlichen Menschen bei Veränderungen, der mich nicht hindert, wenn ich was neues ausprobieren will. Für mich ist ein Partner Familie, weil ich sonst kaum welche habe. Und Familie wechselt man ja auch nicht, nur weil man grad ne andere Phase hat. Wieso muss man das beim Partner beinahe zwangsläufig tun?
Meine Eltern kennen sich, seit sie Mitte 20 sind und sind zusammen, seit sie 30 waren, jetzt Ende 70. Sie haben alles mögliche gemeinsam durchlebt, meine Mutter hat sich immer neue erfunden, neues ausprobiert, mein Vater ist eher der ruhige, der zuhause sein Ding macht und auf sie wartet. Keiner hat den anderen gebremst. Sie kennen sich, als sie jung waren, sie haben ihr Leben zusammen verbracht, haben die gleichen Freunde aus der Studienzeit - für mich ist das viel Wert, das wünsche ich mir auch. Klar, das klappt eben nicht bei allen. Aber ich bin noch nie so rangegangen, dass der Partner grad zu meinem Lebensstil passen soll und sich das in fünf oder zehn Jahren bestimmt ändert, weil ich dann was "anderes" will. Unter solchen Voraussetzungen würde ich auch @Lebens_Lust zustimmen und dann auch keine Kinder bekommen.

w, 36
 
  • #56
Ja, daher würde ich auch niemandem empfehlen, mit 20 zu heiraten. Erst so ab 30. Aber da denke ich, ist man von der Persönlichkeit her schon recht gefestigt, weiß, was man will und sucht keinen Partner aus zum Feiern. Wobei ich das noch nie getan habe... Die wenigsten Leute ändern sich dann noch absolut grundlegend (höchstens im hohen Alter, aber das ist dann wieder ein anders Thema).
Ich kenne einige sehr glückliche Paare, die sich eben auch auf Veränderungen im Leben des anderen immer mit einstellen. Warum sollte der Partner irgendwie einem alle Wünsche erfüllen, die man in einer Lebensphase grad so hat? Ich möchte eher einen Partner als verlässlichen Menschen bei Veränderungen, der mich nicht hindert, wenn ich was neues ausprobieren will. Für mich ist ein Partner Familie, weil ich sonst kaum welche habe. Und Familie wechselt man ja auch nicht, nur weil man grad ne andere Phase hat. Wieso muss man das beim Partner beinahe zwangsläufig tun?
Meine Eltern kennen sich, seit sie Mitte 20 sind und sind zusammen, seit sie 30 waren, jetzt Ende 70. Sie haben alles mögliche gemeinsam durchlebt, meine Mutter hat sich immer neue erfunden, neues ausprobiert, mein Vater ist eher der ruhige, der zuhause sein Ding macht und auf sie wartet. Keiner hat den anderen gebremst. Sie kennen sich, als sie jung waren, sie haben ihr Leben zusammen verbracht, haben die gleichen Freunde aus der Studienzeit - für mich ist das viel Wert, das wünsche ich mir auch. Klar, das klappt eben nicht bei allen. Aber ich bin noch nie so rangegangen, dass der Partner grad zu meinem Lebensstil passen soll und sich das in fünf oder zehn Jahren bestimmt ändert, weil ich dann was "anderes" will. Unter solchen Voraussetzungen würde ich auch @Lebens_Lust zustimmen und dann auch keine Kinder bekommen.

w, 36
Wow, also ich muss sagen, diese Antwort finde ich wirklich interessant und sehr gelungen. So habe ich das noch gar nicht betrachtet, du hat Recht, danke.