• #1

Sollte ich mich trennen oder nicht?

Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob ich (27 Jahre) mit meinem Freund (30 jahre) zusammen bleiben soll.
Folgendes Problem stört mich schon Ewigkeiten.
Wir sind seit über 4 Jahren zusammen und sind auch sehr harmonisch, jedoch gibt es ein Problem ich habe mich in den letzten 4 Jahren weiter entwickelt (arbeite und habe ein festes Einkommen) er nicht (lebt meiner Meinung nach von heute auf morgen). Es steht an genau der selben Stelle wie vor 4 Jahren auch. Er studierte immer noch und bringt es einfach nicht zu ende, wir haben schon öfters darüber gesprochen, das er fertig werden soll, bis jetzt ohne Erfolg. Er hat immer wieder gesagt, ja ich mache das schon.
Jetzt haben wir eine Beziehungspause, die von mir ausgegangen ist, ich möchte herausfinden ob ich das noch möchte, bin mir aber nicht sicher.
Ich denke, das ihm die Beziehungspause auch gut tut, um herauszufinden was er im seinem Leben machen möchte.
Ich bedanke mich für einen Rat.
 
  • #2
Meines Erachtens haben Sie gut daran getan, eine Beziehungspause einzulegen. Ob diese letzten Endes helfen wird, die Situation zu klaeren oder voranzubeingen, ist nicht gesagt. Vielleicht wird Ihr Freund ohne Sie noch droeger.
Das Problem sehe ich in Ihren zu verschiedenartigen Charakteren. Vorausgesetzt, er hat keine psychischen Probleme, werden Sie ihn immer anschieben muessen, waehrend Sie im Leben vorangehen und Fortschritte sehen wollen. Das wird auf die Dauer nicht gutgehen, denn Sie werden den Respekt vor ihm verlieren, wenn Sie ihn nicht schon verloren haben. Ohne Respekt taugt aber die Liebe nichts. Ich haette mit einem solchen Mann nicht leben wollen. Natuerlich gibt es in jeder Beziehung einen, der aktiver ist als der andere, das darf aber nicht so weit gehen, dass einer sich einbringt und einsetzt, waehrend der andere, wie man in Bayern sagt, "den lieben Gott einen guten Mann sein laesst" und alles auf morgen verschiebt. Da trennt man sich besser.
 
  • #3
Eine Beziehungspause ist zu 99,99% lediglich eine Zeitverlängerung als Ende, da der Mut fehlte, eine klare konsequente Trennung herbeizuführen, ich glaube nicht, dass ihr noch einmal zusammen kommt, da er nach der Pause auch nicht weiter ist!! Nicht an den Worten solltet ihr festhalten, sondern an den Taten!
 
  • #4
Du musst dich halt entscheiden, ob du du seine Partnerin sein willst und ihn als Person nimmst, wie er ist (er schient ja ok zu sein, jedenfalls schreibst du nichts Gegenteiliges), und zwar UNABHÄNGIG VON "ERFOLG", oder ob du seine Mutti sein willst, die will, dass er was wird.
 
  • #5
Gibt er irgendwelche Gründe an, weshalb er stagniert? Also zu hoher Erwartungsdruck seinerseits an sich oder Angst davor, dass sich seine Situation ändert und er vom schönen Lerngefühl in den Arbeitstrott muss? Hat sein späterer Abschluss denn gute Jobchancen?

Ich kannte mal einen Mann, dem die Frau gesagt hatte "wenn du deinen Doktor fertig hast, heiraten wir". Das war wohl ein Grund, weshalb er so lange gebraucht hat. Aber die Pistole auf der Brust wirkte am Ende doch. Zwar wollte sie die Beziehung mehr als er, aber dann eben auch so, wie sie sich sowas vorstellte, anonsten lieber Trennung. Und er, der eigentlich unabhängig zu sein meinte, wollte nicht verlassen werden.
 
  • #6
Ich denke, das ihm die Beziehungspause auch gut tut, um herauszufinden was er im seinem Leben machen möchte.
Entschuldige bitte, doch da musste ich schmunzeln.
Die Beziehungspause hilft nur dir, deshalb wollest Du ALLEIN diese. DU wolltest über eure Beziehung nachdenken, warum sollte er dies tun?
Du stehst jetzt mitten im Berufsleben, er ist mit seinem 30 Jahren ewiger Student und hält Dich schon 4 Jahre hin mit Begründungen und Ausreden, es würde schon werden. Wenn Du jetzt noch nachschiebend schreiben würdest, dass Du den armen Studenten seit 4 Jahren voll alimentierst, finanziell unterstützt oder seine Studentenbude putzt, bitte mache einen Haken. Jemand der nicht zielstrebig an seine Zukunft arbeitet, keinen Biss und Ehrgeiz hat, den wirst Du nicht verändern, eher verändert sein stoisches und passives Verhalten Dich. Und was soll sich nach wiederholten ergebnislosen Gesprächen in 4 Jahren denn künftig ändern, wenn dies schon nicht beim 1. Mal etwas bewirkt hat. 4 Jahre hast Du Dir den Mund fusslig geredet und plötzlich wacht er auf und hat ein „Aha“-Erlebnis, dass Du recht hast?!
Ich werde nie verstehen, warum Menschen jahrelang und in Wiederholung immer den gleichen Sermon durchkauen, auch immer mit dem gleichen Ergebnis, nämlich nix. Es reicht ein Gespräch, er hört zu, er versteht, (hat er eine andere Meinung oder hält er sich nicht an euren Kompromiss) danach gibt es Konsequenzen.
Übrigens den Wunsch, er was aus seinem Leben zu machen, muss von einem selbst kommen, dann brennt man dafür und bemüht sich für sich selbst; hat seltens funktioniert, wenn dieser Wunsch von jemand herangetragen wird; es ist allein Dein Wunsch. Und die Stellschraube der Beziehungspause (als Erziehungsmittel), glaube ich nicht, dass das Dir was bringt, eher hat er damit einen weiteren Grund zu jammern, warum er sein Studium nicht auf die Reihe bekommt. Hat er irgendwelche Verständnisprobleme vom oder Lücken im Studienstoff, Erwartungsdruck, Prüfungsangst, u.ä. darüber kann man reden und lösen finden, ist der nur faul, dann bleibt er ein Jammerlappen.
 
  • #7
Ich kann mir auch vorstellen, dass er im Studium Probleme hat. Kann es vielleicht sein, dass er das Studium schon längst abgebrochen hat? Heutzutage kann man doch gar nicht mehr ewig studieren. Ich spreche aus Erfahrung, komme gerade frisch von der Uni und es gab ständig irgendwelche Fristen. Viele meiner Kommilitonen wurden von der Uni geworfen. Forsche da doch bitte mal nach.

Ich würde mich so oder so von ihm trennen, da er deine Wünsche nicht respektiert Oder falls Probleme im Studium sind,nicht offen mit dir kommuniziert. Das ist keine Basis für eine Ehe. Du möchtest bestimmt bald Familie haben. Pass auf, dass dir die Zeit nicht wegläuft und die „guten“ Männer weg sind.

Alles Gute!
 
  • #8
Danke für eure Hilfreichen antworten.
Es ist einfach sehr schwer sich, dass einzugestehen.
 
  • #9
Beziehungspausen beenden die eigentlich notwendige Kommunikation zu kritischen Themen. In Deinem Fall war die Kommunikation erfolglos. Ich bin kein Fan von Trennungen, aber hier könnte das Problem ausserhalb der eigentlichen Beziehung liegen. Dann könnte ein Anschubschock helfen.

Warum studiert er nicht zu Ende? Vermutlich weiß er selbst es nicht richtig.
Was kann die Pause bringen, außer dass er wieder sagt, er beendet das Studium jetzt? Ändert die Pause etwas an den Gründen dafür? Verlagert sich dann ein erfolgloses Studium auf ein erfolgloses Berufsleben? Im wievielten Semester ist er denn? Studiendauern sind heute in der Regel begrenzt. Woran „hängt“ er? Lässt er sich beraten, wie er erfolgreicher wird? Es gibt psychologische Beratungsstellen an jeder Hochschule dazu, die würde ich aufsuchen. Eigentlich wäre Unterstützung in einer Beziehung hilfreicher als Trennungen auf Zeit. So wird der Druck größer, der ihn vielleicht sowieso bremst.

Eigentlich kannst Du die Beziehung jetzt nur fortführen, wenn es zu einer schonungslosen Analyse der Gründe für sein Trödeln kommt. Andererseits muss er dann in einer Beziehung Unterstützung erwarten können, wenn er sich öffnet.
Mit der Trennung gehst Du das Risiko ein, ihn entweder auf die Spur zu bringen oder zum Komplettabsturz. Eine Trennung ist ein scharfes Scheert, dass stumpf wird, wenn es nicht konsequent eingesetzt wird.
 
  • #10
Was mir noch eingefallen ist: Soweit ich weiß, MUSS man an jeder staatlichen Uni in Deutschland ab einem bestimmten Semester eine Studienberatung in Anspruch nehmen. Diese Fachkraft hilft einem dann mit Lernplänen/ Kontrollen das Studium irgendwie zu Ende zu bringen. Es ist quasi eine Auflage von der Uni, ansonsten droht der Rausschmiss. Wenn dein Freund an einer privaten Hochschule studiert, gelten da aber vllt andere Regeln.
 
  • #11
Ich würde mich trennen. Wenn es nicht wirkliche echte und glaubhafte Gründe (! Keine Ausreden) für die Verzögerung gab, ist es Charaktersache.

So ein Mensch kann dich ständig behindern und ausbremsen. Das ist so die typische Schieberitis: mache ich dann, gleich, später, nachher, habe ich vergessen, mal sehen, weiss noch nicht, etc.
Kenne auch so einen. Studierte nebenbei, Hauptberuflich nebenbei im Geschäft der Eltern tätig, selbstständig so halb nebenbei.
Als ich ihn kennenlernte war er 33, ich fand toll, was er alles so machte.

Immer gabs Gründe, warum dies nicht ging und jenes nicht. Vor allem unzuverlässig und genussorientiert.
Hauptsächlich nicht in der Lage, die richtigen Prioritäten zu setzten.

Nun ist er 48 und er erzählte mir kürzlich, dass er nun dieses Jahr sein Studium zu Ende bringen will (haha, da sind doch längst alle Fristen rum).
Und er tümpelt weiter mit seiner Selbständigkeit dahin, die ihm kaum mehr als H4 Niveau einbringt.

Eigentlich wollte er mal Frau und Kinder... mehrere und ein Haus.

Aber welche organisierte Frau mit Kinderwunsch gibt sich das?
 
  • #12
Warum studiert er nicht zu Ende? Vermutlich weiß er selbst es nicht richtig.
Vermutlich weiß er das sehr genau:
- er kann garnicht zuende studieren, weil er schon längst zwangsexmatrikuliert ist. Man kann nicht ewig und drei Jahre ohne zwingende Gründe (z.B. Krankheit) vor sich hinstudieren ohne exmatrikuliert zu werden.
- er will nicht fertig werden, weil er dann ein Leben führen müsste, welches er nicht führen will: täglich arbeiten gehen statt ins Blaue zu leben, bestimmtes Lebensniveau annehmen, ggfs. später Familie gründen und dafür in der Pflicht sein ....

Eigentlich wäre Unterstützung in einer Beziehung hilfreicher als Trennungen auf Zeit. So wird der Druck größer, der ihn vielleicht sowieso bremst.
Der Mann ist 30 . Es hat diverse Gesprächsversuche gegeben, die zu nichts geführt haben. Der Mann will nicht unterstützt werden, außer beim chillen, am besten durch die finanzstarke Partnerin.
Natürlich ist die Beziehungsunterbrechung Unfug und führt zu nnichts anderem als die vorherigen Gesprächsversuche: es ändert sich nichts, weil er nichts ändern will.
Die einzig sinnvolle Unterstützung ist die Trennung, weil dann die Druck machende Frau wen ist, die ihm ein Leben aufzwingen will, welches er nicht führen will - bockiger Protest gegen die meckernde Mutti.
Die Trennung könnte ihn dazu bringen, sein Studium zu beenden (sofern noch immatrikuliert) oder sich beruflich für was anderes zu entscheiden und auch in ein neues Leben zu starten. Und wenn er chillen will, dann kann er das endlich ohne Druck von außen machen.
 
  • #13
Vermutlich weiß er das sehr genau:
- er kann garnicht zuende studieren, weil er schon längst zwangsexmatrikuliert ist. Man kann nicht ewig und drei Jahre ohne zwingende Gründe (z.B. Krankheit) vor sich hinstudieren ohne exmatrikuliert zu werden.
Leider stimmt das nicht, wie ich letztens auch zu meinem Erstaunen feststellen musste.
Eine liebe Freundin von mir ist immatrikuliert seit Anfang der 2000er Jahr (wenn es nicht sogar glatt 2000 war) und ist es immer noch (Orchideenfach). Sie ist mittlerweile Ende 30, aber immer noch eingeschrieben. Ohne zwangsexmatrikuliert worden zu sein oder mit Studiengebühren behelligt zu werden. Sie hat vor einem Jahr ihr Studium da wieder aktiviert, sprich, sie ist wieder hingegangen, um sich als wiederauferstandene Karteileiche zu präsentieren, und hat zumindest vor, zeitnah ihren Abschluss zu machen. Das scheint also aus irgendwelchen Gründen doch noch zu funktionieren, obwohl mir das nicht bekannt war bisher.
 
  • #14
Man kann nicht ewig und drei Jahre ohne zwingende Gründe (z.B. Krankheit) vor sich hinstudieren ohne exmatrikuliert zu werden.
Manchmal gibt es durchaus Blockaden bis hin zur Prüfungsangst. Du hast aber vollkommen Recht, das Studium wird trotzdem irgendwann zwangsbeendet. Mittlerweile dürfte in praktisch allen Prüfungsordnungen ein Ende gesetzt sein.

Der Mann ist 30 . Es hat diverse Gesprächsversuche gegeben, die zu nichts geführt haben. Der Mann will nicht unterstützt werden, außer beim chillen, am besten durch die finanzstarke Partnerin.
Die logische Konsequenz für mich wäre die Trennung. Will sie aber offenbar nicht, sondern sie fährt die übliche Schiene: "Beziehungspause" als Drohung, Erpressung oder erzieherische Maßnahme. Aus meiner Sicht völlig sinnlos und wirkungslos. Eine Frau mit Muttergen versucht wieder mal, so ihren Mann zu erziehen.
Will sie etwas ändern, muss sie kommunizieren und ggf. unterstützen. Sieht sie keine Änderung, muss sie konsequent beenden. "Ich brauche jetzt mal eine Pause, damit Du darüber nachdenken kannst, was Du willst", ist manipulierend und feige.
"Ich beende die Beziehung jetzt, weil ich mit Deiner Art zu leben nicht einverstanden bin" wäre sinnvoller.
 
  • #15
Wenn ihr gemeinsame Pläne habt, die aber durch den Lebensstil deines Freundes nicht umsetzbar sind, wäre so eine Beziehungspause nachvollziehbar. Ansonsten kann ja jeder etwas anderen Weg gehen als der Partner... außer es stört dich ungemein, dass er mit dem Studium nicht fertig wird und du dir dadurch auch keine Zukunft mit ihm vorstellen kannst.