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Gast

  • #1

Soll ich ihm noch eine Chance geben?

Habe vor ca. zwei Jahren meinen Mann kennen gelernt. Es hat alles sofort gestimmt, unsere Ansichten, Interessen, Gefühle. Haben dann nach einem knappen Jahr geheiratet. Ich habe kurz nach der Heirat herausgefunden, dass er hoch verschuldet und arbeitslos ist. Hatte sich während unserer Fernbeziehung alles auf Kosten anderer finanziert und mir nichts gesagt. Da die Gefühle sehr stark waren, habe ich ihm Hilfe angeboten und er hat einen neuen Job gefunden. Bisher war er aber noch nicht bereit mir einen Überblick über seine Schulden zu geben. Dazu kommt noch, dass er sich überhaupt nicht an gemeinsamen Verpflichtungen, wie Haushalt, Garten usw. beteiligt. Bin mit meiner Kraft am Ende, da ich Vollzeit arbeite, für die Finanzen zuständig bin und dann den kompletten Haushalt schmeißen muss. Mit Gesprächen konnte ich bei ihm bisher nichts erreichen und habe mich in letzter Konsequenz getrennt. Für ihn geht jetzt eine Welt unter und er möchte noch eine Chance.
 
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Gast

  • #2
Nein. Wenn der Partner so viel lügt und so viele Chancen bekommen hat, dann ist irgendwann Schluss. Er wird sich nie ändern, also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
 
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Gast

  • #3
Das kann er Dir glaubhaft beweisen, indem er arbeitet, seine Finanzen in den Griff bekommt, seine Miete und sonstige Kosten selbst bezahlt sprich selbst abzahlt, zur Schuldnerberatung geht, Dich detailliert über alles Ungute in Kenntnis setzt und Dir systematisch aufzeigt, wie er gedenkt, die Sache zu bereinigen und indem er sich fleißig um Dich bemüht und ggf. auch Dir Schulden zurück bezahlt (und auch selbstverständlich den anderen "Gläubigern" -auch wenn er Beträge aus Freundschaft geschenkt bekommen haben sollte).

Den Haushalt und alle weiteren Verpflichtungen alleine schmeißen, wenn man als Frau auch Vollzeit arbeitet ist absolut unfair und geht gar nicht. Wieso hast Du das mit gemacht?
Will er womöglich nur weiter sein angenehmes Leben genießen?


Zusammen sein kann man auch in getrennten Wohnungen ... ab und an gegenseitige Übernachtungen sind ja nicht ausgeschlossen. Aber jeder muß sich dann um nur seinen Kram kümmern.
Mal sehen, wie er darauf reagiert.

Nachdem aber Gespräche nichts gebracht haben, ist es nur logisch, daß nur Reden bei Dir jetzt auch nichts bringt. Er muß Fakten schaffen und auch getrennte Wohnungen akzeptieren. Mal sehen, wie ernst es ihm ist und wie lange (wieviele Jahre) er das aushält.
Das hilft sicher bei Deiner Entscheidung.

Wie lange ward Ihr denn zusammen, bis Du Dich getrennt hast?
Mindestens so lange würde ich mit ihm nicht mehr zusammen ziehen - eigentlich sogar eher noch viel länger.

Ich wünsche Dir gute Nerven und hör auf Deinen Bauch!
C
 
  • #4
nach einem jahr noch dazu eine fernbeziehung heiraten.... ja was hast du denn erwartet?

er soll seine probleme lösen und dann wieder kommen und er muss sie alleine lösen, wenn du sie für ihn löst ändert sich gar nichts.
 
  • #5
Auch wenn es jetzt keine Hilfe ist, komme ich doch nicht umhin, mich zu wundern, wie blauäugig man heiraten kann. Man interessiert sich doch für den Job des anderen, läßt sich alles erzählen, lernt vielleicht Kollegen kennen oder weiß vieles über die Projekte dort. Mir ist unverständlich, auch bei einer anfänglichen Fernbeziehung, wie man nicht erkennen kann, dass jemand arbeitslos ist.

Außerdem: Wenn man ohne Ehevertrag heiratet, ist es doch wohl selbstverständlich, sich vorher sämtliche Vermögensverhältnisse anzuschauen, denn vieles davon wird ja zum gemeinsamen Risiko oder eben auch zum gemeinsamen Wohlstand. Mir ist wirklich unverständlich, wie man heiraten kann, ohne alle diese Dinge detailliert zu besprechen. In einer Ehe haben beide das uneingeschränkte moralische Recht, über ALLE finanziellen Verhältnisse vollständig aufgeklärt zu sein.

Drittens: Schon beim Zusammenziehen (gemeinsames Wohnen wird ja ja wohl vor der Heirat eine gewisse Zeit erprobt?) müßte man doch merken, wie es um Möbel und Neuanschaffungen, um Mietzahlungen, Haushaltsarbeiten und Gartenpflege steht. Man heiratet doch nicht, bevor man all das ausprobiert und für gut befunden hat!

Nun zum Ratschlag:

Mit Euch haben sich wirklich zwei gefunden: Einer, der ausnutzt und vielleicht sogar betrügt, und eine, die sich ausnutzen und betrügen läßt. Du bist jetzt aufgewacht, das ist gut so! Wenn Du ihn liebst und die Beziehung fortsetzen willst, dann:

a) Du solltest jetzt dringend ein ernstes Gespräch mit ihm suchen und ihm sagen, dass es ohne auf keinen Fall weitergeht. Lass Dir alle Konten, Schulden, Kredite und Vermögensverhältnisse offenlegen. Prüfe die Steuerunterlagen, die Arbeitsamtsbriefe. Gewinne einen Überblick anhand der jährlichen BfA-Abrechnungen, an denen Du sehen kannst, wieviele Rentenbeiträge eingezahlt wurden (proportional zum Verdienst). Beantrage eine Selbstauskunft für ihn bei der Schufa. Regel mit ihm einen Dauerauftrag für die geteilten Wohnungskosten, und soweit liquide Mittel vorhanden sind, bestehe darauf, dass er rückwirkend nachzahlt für die gemeinsame Zeit. Nimm kein gemeinsames Konto, das ist in diesem Falle gefährdet. Lasse auf Dein Konto zahlen und von dort bezahlt Ihr alle Kosten, damit Du nicht auch noch Schufa-auffällig wirst. Wenn er Schulden bedienen muss, dann lasse Dir trotzdem die Wohnungs- und Lebenshaltungskosten erstatten. Im übrigen sei sicher, dass Du auf keinen Fall Bürgschaften für ihn übernimmst oder gar seine Schulden zahlst. Sichere Deine Konten und erlaube ihm keinen Zugriff. Sprich mit ihm ab, dass Du zukünftig seine Kontoauszüge und Gehaltseingänge kontrollieren darf. Er müßte froh sein, wenn endlich wieder Zug in die Sache kommt -- wenn ihm das nicht gefällt, ist eine Trennung der einzige Ausweg.

b) Lass Dir von jetzt an immer über seinen Job erzählen: Was er genau macht, welche Projekte er bearbeitet und so weiter. So kannst Du rechtzeitig wach werden, falls was nicht mehr stimmt. Ihr habt ein ernsthaftes Kommunikationsproblem, scheint mir. Löst es, indem ihr über wirklich alles viel sprecht und plaudert.

c) Legt gemeinsam fest, welche Arbeiten er im Haushalt und Garten übernimmt. Versucht anfangs, nicht streng aufzuteilen, sondern gemeinsam zu arbeiten. Dann kann er sich nicht drücken und Du kannst Dir sicher sein, dass die Arbeiten auch erledigt werden.

Wenn a) oder c) nicht fruchten, dann solltest Du ernsthaft darüber nachdenken, die Beziehung zu beenden. Deine Situation ist grausig. Hoffentlich nützen die Tipps noch was.
 
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Gast

  • #6
Vielen Dank für eure schnellen und hilfreichen Antworten, viele Gedanken davon habe ich mir auch schon länger gemacht. Man glaubt gar nicht, wie ein Mensch solche Dinge verheimlichen kann und wenn dann auch noch seine Familie mitspielt, das ganze deckt und die Heirat forciert. Liebe macht ja bekanntlich blind und richtige Liebe macht richtig blind. Wir haben vor der Heirat nicht zusammen gelebt, so dass er mir berufliche Tätigkeiten, welche bei seriösen Unternehmen waren, als vollen Verdienst verkaufen konnte, was sich hinterher als kleines Zubrot herausgestellt hat. Alles andere lässt sich leicht verstecken, so lange man von irgendwo Bargeld herbekommt. Rechtlich gesehen sind alle Schulden vor der Ehe entstanden und belasten mich somit nicht weiter. Habe auch selbstverständlich ihm keine Zugriff auf meine Konten gelassen und nur das bezahlt, was ich auch wollte. Neue gemeinsame Schulden habe ich nicht zugelassen, obwohl er immer wieder darauf gedrängt hat. Ist wohl das beste, ihn mit seinen Schulden gehen zu lassen und nochmal neu zu starten. Mit mehr Vorsicht und "Vertrauen" erst nach der "Kontrolle" walten zu lassen. Danke Euch
 
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  • #7
besser du schließt völlig ab, bevor er dir noch deine letzte Motivation raubt.
 
  • #8
Gibt es irgendwelche Kredite, Kreditkarten, Kontokorrentkonten, SIM-Karten oder ähnliche Dinge, die auf deinen Namen laufen, von denen aber er im Wesentlichen profitiert? Dann versuche zu beenden, was man davon beenden kann und hole bei der SCHUFA eine Eigenauskunft ein. Durch die genannten Dinge verschlechtert sich nämlich bei der SCHUFA deine eigene Bonität, so dass es später passieren kann, dass du selbst keinen Kredit mehr bekommst oder sich die Kreditkonditionen deutlich verschlechtern.

Und warte ein bisschen zwischen der Beendigung und der Eigenauskunft. Mit Eigenauskünften bei der SCHUFA muss man vorsichtig sein, denn sie verschlechtern den eigenen Score-Wert. Das gilt natürlich auch für Fremdauskünfte, weswegen man BTW mit dem Unterschreiben sogenannter SCHUFA-Klauseln (bei eBay, PayPal etc.) zurückhaltend sein sollte.
 
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Gast

  • #9
nach nem knappen jahr geheiratet...aber sonst bist du noch ganz bei trost, oder?
 
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Gast

  • #10
Frederikas Vorschläge sind sehr konstruktiv - nur sollte m.E. ein neutraler Dritter professionelle Schuldnerberatung leisten ( gibts verschiedene bei pro familia, etc.) und nicht du. Als Partnerin belastet das, und er würde mit dir nicht auf geleicher Augenhöhe stehen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass von einer Partnerin solche "Hilfestellung" angenommen wird. Gilt genauso für psychologische Themen, da muss ein Coach ran und nicht der Partner...und wenn sogar die ganze Familie mitgespielt hat, ist das doch als "Verrat der Liebe" auf ganzer Linie zu bewerten und nicht mehr glattzubügeln. Ich würde die Scheidung wollen. Leider...
 
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Gast

  • #11
@8
Was soll der Vorwurf?
Meine Eltern haben 10 Wochen nach dem ersten sehen (nicht miteinander sprechen!) geheiratet und sind es nach fast 40 Jahren noch. Nur die wichtigen Dinge und halt auch solche Dinge, die hier ein Problem darstellen, waren zuvor alle abgeklärt. War auch einfach, denn beide hatten sehr wenig :)
C
 
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Gast

  • #12
Nochmal lieben Dank für Eure Antworten,
so langsam kommt Licht in meinen Gedanken- und Gefühlsdschungel. War zwar sehr blauäugig, was das Heiraten anbelangt, habe einfach Vertrauen gehabt an einer Stelle, wo Kontrolle besser gewesen wäre. Zum Glück besitze ich aber noch genügend Verstand. Es läuft rein gar nichts auf meinen Namen, wovon er profitiert, außer vielleicht Versicherungen, aber die sind leicht wieder zu kündigen (Hausrat, Haftpflicht, Auto...) Ansonsten ist alles andere schnell rückgängig zu machen. Meine einzige Angst ist jetzt, dass durch eine Scheidung Forderungen auf mich zukommen. Werde aber dazu eine Rechtsanwalt befragen. Falls hierzu jemand etwas genaueres weiß, bitte schreibt mir. Wir haben keinen Ehevertrag und in der Ehe sind keine weiteren Schulden entstande. Wir sind auch noch kein Jahr verheiratet, falls das eine Rolle spielt.
 
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Gast

  • #13
Hallo Fragesteller, #11
da kann ich helfen, ist ganz einfach: alles was du eingebracht hast gehört dir, seine schulden gehen dich nix an wenn du nichts unterschrieben hast. Aufgeteilt wird lediglich das Vermögen dass während der Ehe von einem der beiden Partner erworben wurde.

Trotzdem, auf jeden Fall einen RA hinzuziehen, der kostet zwar, ist aber im zwfeifelsfall billiger.

viel glück
 
  • #14
@#11: Ziehe auf jeden Fall einen Rechtsanwalt hinzu, das Geld ist gut angelegt. Er kann Dich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Ich halte Deine Entscheidung für richtig, sich zu trennen.
 
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  • #15
Ich kenne einige Paare, die schnell zusammengezogen sind, geheiratet haben ect und noch immer glücklich sind. Das ist nicht das Thema.

Mehr Vertrauensbruch und Benutzen geht ja wohl kaum.
Verrückt wäre nur, nochmal dich auf nur irgend etwas einzulassen.

Klar bricht für Ihn eine Welt zusammen, die die sein Leben aufrecht erhalten hat- das hat mit Deiner Person an sich weniger zu tun.

Ende / Anwaltlichen Rat / Konsequente Trennung am besten neue Anschrift / Tel. und nie nie wieder Kontakt. Tu es Dir nicht an.

Es gibt auch noch echt wertvolle, interessante und ehrliche Männer.. auch das kannst Du finden, gib Dir die neue Chance ;-)
 
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Gast

  • #16
halloooo,durch zufall hier gelandet-komisch,genau das mache ich grad auch durch...
alle vorzeichen übersehen,draufgezahlt-emotional und finanziell.
nun lebt mein mann seit ein paar monaten allein,versucht sein leben,die schulden etc.in den griff zu kriegen,heult ständig ins telefon und verspricht mir ehrlichkei,treue-jetzt...
ich gehe aber mittlerweile davon aus,dass er nur so schnell wie möglich ins gemachte nest zurück möchte,denn er ist zu mir vor 3jahren gezogen,in einen kompletten haushalt eben.
da ich aber so verletzt und gedemütigt bin,gibt es für mich kein zurück mehr-viel zu viel angst,das alles nochmal durchzumachen1
ich glaub da einfach nix mehr-auch wenn ich ihn ab und zu so richtig vermisse.
und wenn kein vertrauen da ist,worauf dann bauen???
es hat halt nicht sollen sein-so musst du das sehen und dich selbst auch vor weiteren tiefschlägen schützen,auch wenn das weh tut.
alles gute
 
  • #17
@#15: Ich rate Dir, dringend den Kontakt abzubrechen. Lass Dich nicht vollheulen, nicht anbetteln, nicht in Gespräche verwickeln.

Du wirst die Sache nur verarbeiten und Dein eigenes Leben wieder in gute Bahnen lenken können, wenn Du den Kontakt abbrichst, ihn vergisst und diese schreckliche Altlast aufarbeitest. Du hast nur ein Leben. Lass Deine Zukunft jetzt beginnen. Du kannst weder Dir noch einem neuen Partner zumuten, dass Dich solche üblen Dinge noch länger beschäftigen.

Viel Glück!
 
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Gast

  • #18
also wie die dinge sich gleichen, schon erstaunlich. ich habe das fünf jahre ertragen. gut, ich wusste dass er nichts hat. ist allerdings nicht wirklich ein kriterium. jede scheidung kostet eine menge geld. aber irgendwann erfängt sich jeder. irgendwann erwartet man bei einem vollzeit arbeitenden menschen eine beteiligung an den haushaltskosten. so wie man sich aufrichtigkeit und ehrlichkeit erwartet, dass die eigene post bei einem ankommt, dass nicht eingekauft, runden geschmissen werden und für sinnloses zeug geld ausgegeben wird. auf anfrage, wann denn der obulus in die haushaltskasse fließt werden geschichten erzählt von wegen falschüberweisung, was denn noch nicht da? usw.. also da hat es mir gereicht. so lieb und nett er auch sonst war, wenn jemand so mit einem umgeht, dann ist das für mich ein klares zeichen von geringschätzung meiner person. und das hat ja niemand nötig.
betteln und jammern ist nicht mehr. jeder mensch hat eine chance verdient. verspielt er sie so leichtfertig, dann tuts mir leid. dann hat er nichts dazu gelernt. ich allerdings schon. nämlich dass ich alleine weit besser zurechtkomme.
 
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  • #19
Peter Zwegat aus Berlin meint:

Dein Mann soll sich mal Dein Handy borgen und mich anrufen. Komme mit meinem Fernsehteam vorbei und wir regeln alles.

Tipp: Bitte die Post öffnen, die seit März 2008 liegen geblieben ist und für mich vorsortieren.