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Gast

  • #1

So geht´s uns allen!?

Ich, 42w bin seit 4 Jahren geschieden, vorher fast 20J verheiratet. Ich habe Drillinge, mein Ex hat uns von einem Tag auf den anderen verlassen. Ich arbeite Vollzeit, leite die Abteilung, im Controlling, dh ich habe jedes Monat einen enormen Leistungsdruck, entweder den Monatsabschluss, den QA, JA - ich bilanziere mehrere Unternehmen und Budget. Es gibt kaum eine Woche im Jahr, wann keinen Abschluss vorbereitet werden müsste.

Ich lebe alleine, habe ich keine Eltern oder Geschwister in der Nähe. Ich arbeite aus meiner Sicht in Schichten- Arbeit, Kinder, Haushalt - es hat kein Ende!

Mein Vorgesetzer ist fast 50, wurde von seiner Frau verlassen, seit dem bin ich der Blitzableiter für seine Zustände. Seit 3 Jahren habe ich Mobbing pur. Er schreibt mir vor, wie ich sitzen soll, was ich in meine Schubladen haben soll, mein Rollo darf ich nicht zuziehen, damit er mich sieht...krank! Sich über ihn zu beschweren, wäre ein Krieg, für den ich derzeit keine Energie habe.

Ich brauche meine Stelle, da ich finanziell von meinem Geld abhängig bin.

Dieser Leistungs-Zeitdruck macht mir zu schaffen. Dazu kommt noch die Front mit meinem Ex beim Gericht, mein Ex ist ein kranker Spinner, der glaubt, nur weil er finanziell gut situiert ist, braucht er sich an keine Gesetze halten. Dann kommt noch die Sache mit meinem Hauskredit....es hat kein Ende, die Aufgaben die an mir lasten, die Verantwortung ist kaum zu erstragen. Ich bin körperlich und psychisch am Anschlag.

Und dann kommt mein Umfeld, meine Kolleginen, Nachbarinnen, gut gelaunt, enspannt und meinen "So geht es uns halt allen, die Kinder haben"! Keiner von denen hat aber Drillinge, ist Alleinerzieher, lebt komplet alleine ohne Unterstützung der Familie und arbeitet Vollzeit!

Da ich nicht als hysterisch abgestempelt werden möchte, halte ich mich raus, sage nichts dazu, erzähle auch nicht über meine Probleme, ärgere mich aber sehr.

Ist es nur meine subjektive Wahrnehmung, bilde ich es mir ein, dass ich extrem überlastet bin, haben andere Menschen wirklich so viel Belastung und Verantwortung wie ich?

Ich möchte mich nicht als Opfer hinstellen und jammern, es tut mir aber mittlerweile alles weh, alle Muskeln, Gelenke, ich kann oft kaum aufstehen aus dem Bett.
Meine Ärztin meint dann, "Sie sind nur ein wenig überlastet"! Da ich Probleme mit meinem Ex habe, hat das Gericht den Akt an das Jugendamt geschickt. Die Zuständige hat nach den Schilderungen meines Arbeitspensums nur gemeint, so geht es uns allen, die Kinder haben! Sie hat allerdings nur 1 Kinder, arbeitet Teilzeit und ist verheiratet!

Wie muss man wirklich überlastet sein, damit es vom Umfeld verstanden wird und Einsicht bekommt?

Bitte um Euere Meinung.
 
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Gast

  • #2
Ganz klar, dass du völlig überlastet bist und dich nicht mit anderen Müttern vergleichen kannst, die nur Teilzeit arbeiten, eine funktionierende Partnerschaft haben und nur 1 Kind zu versorgen haben.

Meine Anerkennung dafür hast du, aber was bringt es dir tatsächlich, wenn ich oder andere Menschen dir Verständnis entgegenbringen? Tatsächlich nimmt das nichts von der Schwere deiner Aufgaben ab oder dein Alltag wird messbar leichter. Viele Menschen fühlen sich von deinen Schilderungen evtl. beschämt oder auch belästigt und wissen nichts Richtiges zu entgegnen, daher immer wieder diese lapidare Aussage :"so geht es uns Allen".
Es ist schon so: jeder Mensch muss für sich alleine am besten sehen, wie er durchkommt. Wenn du mal ehrlich bist, machst du es auch nicht anders. Oder hast du umgekehrt besonderes Mitgefühl für einen Behinderten, der in deiner Nähe lebt oder einen schwerkranken Menschen, den du kennst? Das Verhaltenn ist also menschlich, wenn es auch anders wünschenswert wäre.

Du kannst für dich nur selbst handeln und musst gut für dich sorgen. Überlege, wo du Arbeit einsparen oder anders verteilen kannst, mache dir Listen. Versuche dich mal in deinen Vorgesetzten einzufühlen und andere Verhaltensweisen auszuprobieren. Evtl. mal ein kleines Lob für ihn, appelliere an sein verständnis, versuchs mal mit Humor etc.....
Sobald du dich mitveränderten Gewohnheiten präsentierst, ändert sich auch an dem Verhalten deiner Mitmenschen etwas. Einen Exmann z.B. ganz aus deinem Leben streichen, so lange er so unverschämt ist. Das Jugendamt hat ja schon die Akten übernommen. Da ist also schon Hilfe in Sicht. Mit den Drillingen (wie alt sind sie ?) wird es im Laufe der Zeit auch leichter werden und du solltest sie bei der gemeinsamen Lebensgestaltung mit einbeziehen. Jedes Kind kann auch Aufgaben übernehmen und da denke ich nicht nur an Haushaltsdinge. Eine Putzfau würde dich übrigens von den groben Hausarbeiten entlasten. Das solltest du dir auf jeden Fall gönnen.

Ganz wichtig: plane auch schöne Dinge regelmäßig für euch als Familie ein. Da denke ich an jedem Wochenende an gemeinsame Unternehmungen. Ein Waldspaziergang, nette Leute einladen, Raclette oder Fondue-Essen, ein Spielenachmittag, Ballspiele etc. Die Kinder stecken mit ihrer Fröhlichkeit an und das Wir-Gefühl wird gestärkt, das tut dir auch gut.
Und plant und freut euch auf einen gemeinsamen Urlaub. Der muss nicht in weiter Ferne stattfinden, ein Bauernhof in der Nähe tut es auch.
 
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Gast

  • #3
Du musst dringend die Lasten verteilen:
- Die Kinder auch zum Vater
- Das Haus verkaufen, Kredit beenden
- Ein berufliche Auszeit nehmen, am besten ein Jahr oder zumindest eine Kur von 6 Wochen.
- Urlaub nehmen
- handeln nicht jammern
 
  • #4
Ja, du stehst unter einer grossen Belastung. Aber: Jeder von uns führt das Leben, das er sich zu großen Teilen ausgesucht hat. Wir unterliegen heute rekativ wenig Zwängen von aussen. Du hast deinen Ex geheiratet. Du hast Drillinge bekommen, die im Allgemeinen Ergebnis einer ziemlich haarsträubenden Methode künstlicher Befruchtung sind (oder gehe ich fehl in der Annahme und sie sind tatsächlich eine seltene Drillingsgeburt?). Ihr streitet euch nach der Trennung - was ein Ergebnis von Partnerwahl und Beziehungsführung ist.
Ich würde mal vermuten, die Leute blocken, weil du ledigleich jammerst und du ggf. von ihnen Position gegen den Ex haben willst. Ansonsten verhalten sich Menschen selten so, wenn sie sehen, es geht jemandem schlecht.
Du kannst nur schauen, dass du dein Leben so organisierst, dass die Belastung nicht so hoch ist. Es wäre möglich, Einzelfallhilfe vom Jugendamt zu erbitten. Das ist erstmal für jemanden, der nicht gerade zur Unterschicht gehört, extrem ehrenrührig. Für eine chronisch kranke Freundin von mir, die drei Jungs hat, war es das Beste, was passieren konnte. Also keine falsche Scheu! Was das Mobbing und ggf. Mentale Altlasten mit deinem Ex betrifft, such dir eine Verhaltenstherapie.
Du bist momentan gefordert wie eine Leistungssportlerin. Da ist es legitim, alles zu nutzen, was dich fit macht und dein Leben neu aufstellt.
 
  • #5
Liebe FS,

ich sehe es eindeutig so, dass Du am Anschlag bist. Mir ging es phasenweise so, ich hatte mir aber in der eigentlich fremden Stadt zu dem Zeitpunkt schon einen funktionierenden Freundeskreis aufgebaut, bei dem ich wenigstens mal jammern konnte. Meine Freunde haben mich auch sehr lieb und sind immer wieder eingesprungen - das tut so gut, wenn man eigentlich nicht mehr kann!

Das scheint Dir zu fehlen, und im Moment hast Du sicher keine Kraft um Dir etwas aufzubauen.

Auch, wie #1 vorschlägt, tolle, aufbauende Unternehmungen - ich glaube nicht, dass Du im Moment die Kapazitäten dafür hast, Du bist im Notfall-Modus und musst eigentlich schlicht Pause haben.

Kannst Du nicht irgendeine Entlastung organisieren? Eine Schwester oder Deine Eltern, die wenigstens für drei Tage komplett die Kinder übernehmen, und Du schläfst, isst, gehst ein paar Schritte Spazieren und schläfst wieder?

Such Dir einen anderen Arzt, "ein wenig überlastet" ist dum...es Geschwätz. Vielleicht könntest Du eine Kur ergattern? Ist das vertretbar am Arbeitsplatz?

Du brauchst zumindest eine kurze Auszeit um wieder minimal Kraft für weitere Schritte zu haben. Dann solltest Du wirklich an 3 Stunden Putzfrau in der Woche denken, vielleicht könntest Du umziehen in eine Wohnung? Weniger Arbeit, geringere finanzielle Belastung? Oder Du putzt einfach mal weniger, lässt den Garten dann eben verwildern?

Am Wichtigsten wäre aber, dass Du jemanden zum Reden hast, notfalls am Telefon - alte Freunde? Geschwister? Mich haben die langen, von Galgenhumor geprägten Gespräche mit meinen Freundinnen gerettet, sonst wäre ich sicher abgedreht.

Dir alles Gute und viel Glück!
 
G

Gast

  • #6
Liebe Fs,

sei erstmal herzlich umarmt. Ja, du bist überlastet. Ja, du hast zu früh geheiratet, warst auf das Leben nicht vorbereitet und jetzt erschlägt dich alles. Wie alt sind deine Kinder?

Hole dir dringend Hilfe vom Jugendamt, von einem guten Arzt und lass dich notfalls krank schreiben, oder wechsle den Job, gehe runter von der verantwortungsvollen Stelle, auch mit wenig Geld kommt man gut aus. Sortiere und entferne unnütze finanzielle Belastungen. Das wurde hier ja schon empfohlen.

Ja, du arbeitest im Schichtdienst, aber das kennen viele andere Frauen auch.

Du bist noch jung genug, um notfalls dich woanders zu bewerben, aber Mobbing seitens des Vorgesetzten ist nicht zumutbar.

Hole dir prof. Beratung, die es in größeren Stellen kostenlos und anonym gibt, wie du jetzt nach und nach dein Leben neu strukturierst.

Handelst du bald nicht, bekommst du einen Burnout. So lesen sich jedenfalls deine Zeilen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg. Ich kann dich gut verstehen.

w 49
 
  • #7
PS. Ich würde dazu auch den Vater in die Pflicht nehmen. Wenn er keine Zeit oder keine Lust hat, sich regelmäßig und verläßlich um seine Kinder zu kümmern, dann muss er halt ein Au Pair, eine Putzfrau, einen Gärtner oder einen Babysitter zahlen.
Wenn die Kinder größer sind, können sie dich entlasten - im Rahmen dessen, was einem Jugendlichen zumutbar ist. Eine alleinerziehende, beruftätige Mutter von drei Kindern kann nun mal keine Full-Service-Mum sein.
Damit bewegst du dich aber aus der Rolle "arme verlassene und völlig überlastete Frau" raus. Frage dich auch ganz kritisch, wie wichtig dir diese Rolle vor gemeinsamen Freunden, Nachbarn oder Verwandten ist.
 
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Gast

  • #8
Liebe Fragestellerin,

du hast Recht, Jammern hilft dir nicht weiter, es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: Ändern oder Akzeptieren.

Ich rate dir, mal deine Gesamtsituation zu strukturieren, als Controllerin kannst du das:
Mach (schriftlich!) eine Liste oder auch Mindmap aller deiner "Baustellen", und dann nimm dir eine nach der anderen vor mit immer den gleichen Fragen:
1. Was genau ist hier gut, was schlecht?
2. Kann ich daran etwas ändern? Wie müsste die Änderung aussehen (Hilfen?)? Wenn ja: Maßnahmeplan. Wenn nein: als gegeben hinnehmen und akzeptieren.

Eine "Baustelle" ist dein Job. Du scheinst dich da zwar gestresst, aber nicht fachlich überfordert zu fühlen. Das Problem ist der Chef, richtig? Ich an deiner Stelle würde ihn um ein Gespräch bitten und mich darauf sehr gründlich vorbereiten (da gibt es gute Bücher, Stichwort Konfliktmanagement o.ä.). Falls da nichts rauskommt, musst du für dich eine Entscheidung treffen: Anderen Job suchen oder die gegebenen Bedingungen akzeptieren ("abtropfen lassen"). Mach dir selbst klar, dass du sehr wohl die Wahl hast.

Eine weitere "Baustelle" ist das Haus, sowohl finanzieller als auch zeitlicher Art. Frage dich, ob du diesen "Haufen Steine" wirklich BRAUCHST, oder ob sich nicht mit Verkauf und einer Mietwohnung leichter leben liese.

Dritte "Baustelle": Kinder und keine Unterstützung. Wie alt sind die Kinder? Mach dir klar, dass diese "Belastung" mit jedem Jahr, das sie älter werden, abnimmt (oder zumindest anders wird). Und versuche, das Zusammensein und für sie Sorgen zu genießen. Versuch, dir kleine Freiräume zu verschaffen. Klar ist das schwer ohne Unterstützung. Deshalb such dir aktiv Hilfen. Gewöhne deine Drei möglichst früh daran, auch mal 'ne Stunde allein zu bleiben, damit du z.B. Joggen gehen kannst.
Und da komm ich gleich zu einem ganz wichtigen Punkt: Kümmer dich um deinen Körper! Gesunde Ernährung, Bewegung usw. wirken sich ganz gewaltig auf die Seele aus.
Ich weiß nicht, ob hier Buchempfehlungen erlaubt sind: Besorg dir unbedingt das "Mentalprogramm" von U. Strunz (ist nichts Esotherisches ;-)).
 
G

Gast

  • #9
Liebe FS,
dass Du bis zum Anschlag belastet bist, sieht wohl jeder, warum die andern Dir kein Verständnis entgegen bringen, liegt wohl an deiner Art, das zu kommunizieren.
Niemand hat Dir das Ganze eingebrockt, Du hast Dich für einen Partner entschieden, dafür, Kinder zu bekommen und die Ehe ist gescheitert. So geht es tatsächlich vielen, auch wenn sie nicht alle Drillinge haben. Aber AZ-Mütter mit 2 Kindern, die berufstätig sind, kenne ich reichlich und die isnd auch alle sehr gefordert.

Du musst selber was zu Deiner Entlastung tun, das kann Dir niemand abnehmen:
Abhängig vom Alter der Kinder, müssen sie sich an der Hausarbeit beteiligen, der Kindsvater soll sieen Umgangspflichten wahrnehmden, d.h. Dir die Kinder hälftig abnehmen ....
Die Probleme mit dem Vorgesetzten, die Du hast, hat doch jeder in der ein oder anderen Art. Viel hat mit einem selber zu tun, wie man kommuniziert.

Ich habe aus Deinem Eingansgposting den Eindruck gewonnen, dass Du sehr gut darin bist, alle anderen zu schlechten Menschen zu erklären, ihre Leistzungen gering zu schätzen - nur Du bist Klasse und überfordert und alle sind gemein zu Dir. So ein Kommunikationsstil weckt bei anderen Abneigung/Ablehnung, aber keine Hilfsbereitschaft.
w, 55
 
  • #10
Du bist viel zu überlastet, keine Frage, die Aussage, dass es "uns allen so geht" ist nicht nachvollziehbar.
Warum bekommst Du sowas Abwegiges gesagt? Gehst Du anderen auf die Nerven, so dass sie Dich provozieren wollen? Ich kann mir weder vorstellen, dass Dein Umfeld ständig gutgelaunt ist, noch, dass der Unterschied zu Deiner Belastung nicht gesehen wird. Ich bin auch AE mit inzwischen noch drei Kindern zuhause, habe aber eine viel weniger stressige und nicht vergleichbar zeitintensive Arbeit.

Kann es sein, dass Du in erster Linie gegen Deinen eigenen Ehrgeiz kämpfst? Es einfach angebracht wäre, das Haus zu verkaufen, von Erlös eine angemessene Wohnung zu erwerben und eine Haushaltshilfe anzustellen? Mit der dann freien Energie Deinem Chef zuleibe zu rücken?

Dass die Leute um Dich herum sich so verhalten, weil sie es unehrlich finden, zu jammern, ohne etwas ändern zu wollen?

Ich werde durch zielvermeidendes Jammern Anderer auch (hoffentlich meist höflich versteckt) aggressiv, und jemanden, der mir sein selbstverschuldetes Märtyrertum so vorlebt, "schweigend unter die Nase reibt", würde ich auch einfach gutgelaunt abblitzen lassen.
 
G

Gast

  • #11
Ich denke, andere Menschen können grundsätzlich selten wirkliches Verständnis für die Situation des anderen aufbringen, bzw diese Situation völlig oder überwiegend wirklich nachvollziehen und begreifen. Vieles klingt so "banal" oder leicht vorstellbar, aber wenn man die Dinge eben nicht selbst erlebt und den Situationen nicht wirklich selbst ausgesetzt ist, bleibt es eben beim irgendwie "vorstellen", aber nicht erleben. Deshalb denke ich, wird vieles einfach irgendwie abgetan weil "das kann ja alles nicht so schlimm sein" usw... Denn sich etwas nur vorzustellen, raubt ja schließlich keine Kräfte, Energie etc. und man durchlebt auch nicht die dazugehörigen Gefühle wirklich.

Ich zB bin an Depressionen erkrankt und konnte alltäglichste Dinge wie zB Geschirrspüler ausräumen nur nach mehrmaligen Anläufen und unter gefühltem höchsten Aufwand erledigen. Oft habe ich nichts bzw nur wenig gegessen, weil ich keine Energie hatte einkaufen zu gehen, oder etwas zu kochen bzw herzurichten. Diese zwei Bsp sind, glaube ich, für Nicht-Betroffene ebenfalls nicht nachvollziehbar und die meisten denken sich da wohl "reiß dich halt mal zusammen".

Deshalb wäre mein Vorschlag an dich: Versuche doch mal ein paar Szenarien durchzudenken und Optionen zu sammeln, welche Dinge du verändern könntest bzw willst. Auch wenn das vorerst unrealistisch erscheint, hilft es, neue Denkwege zu beschreiten und mal den "Horizont" zu erweitern. Da fallen einem dann oft doch irgendwelche realisierbaren Veränderungen ein. Auch über einen Jobwechsel kannst du ja mal theoretisch nachdenken. Möglichkeiten sammeln, abwägen, usw. Man kann immer irgendwas ändern - und die eigene Gesundheit ist das wichtigste!! Denn ohne die geht dann gar nichts mehr! Alles Gute!
 
G

Gast

  • #12
Ich schließe mich # 10 vollumfänglich an.

Du bist fix und fertig und musst DRINGENDST eine längere Auszeit und professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Mit 6 Wochen ist das nicht getan. Richte Dich auf mindestens ein halbes Jahr ein....

Vom Jugendamt brauchst Du Dir keine Hilfe erhoffen, dort kann man das nicht annähernd nachvollziehen, was bei Dir los ist. Ich weiß, wovon ich rede.

Du jammerst nicht,
Du bist dabei, in eine Depression abzurutschen.
Nein, Du steckst vermutlich mittendrin, gestehst es Dir aber noch nicht ein.

Ich weiß, wovon ich rede.
Ich war/bin in einer ähnlichen Situation, habe allerdings einen verständnisvollen Chef, der will, dass ich wieder richtig gesund werde.

w, 44
 
G

Gast

  • #13
...ein bißchen überbelastet ist gut... der Arzt hat Nerven. Also meine Hochachtung, dass du so viel aushälst. Von mir bekommst du gleich auch noch eine Umarmung, aber bevor du unter Burn-out komplett zusammenklappst (mein Vorgänger bei der Arbeit hat das und ist mit seinen 39 jungen Jahren komplett am Ende!) würde ich dir raten, nimm die Ratschläge meiner Vorschreiberinnen an. Die Idee von der Mindmap finde ich gut. Vielleicht sind deine Drillinge auch in der Lage dich zumindest im Haushalt zu entlasten?
 
G

Gast

  • #14
Liebe FS,
erst einmal Hut ab vor dem, was du alles leistest. Das ist enorm! Aber: Du merkst, dass du über deine Grenzen gehst und du solltest unbedingt etwas tun, damit du nicht im Burnout landest.
Kein Mensch kann auf die Dauer den Belastungen standhalten, denen du ausgesetzt bist. Bitte überlege dir, ob du den einen oder anderen Tipp für dich umsetzen kannst, um deine Kräfte zu erhalten:
- Job: Betriebsrat einschalten. Notfalls gewerkschaftliche Unterstützung holen. Schauen, wo du reduzieren kannst. Muss es wirklich der verantwortungsvolle Job sein oder würde es ein paar Jahre auch eine andere Tätigkeit tun mit weniger Stress und Verantwortung? Evtl. hilft dir ein Coaching?
- Kinder: Du brauchst unbedingt Unterstützung. Frag bei der Stadt / Gemeinde nach Hilfe nach. Es gibt Menschen, die sich in ihrer Freizeit gerne und kompetent mit Kindern beschäftigen. Eine Freundin von mir lebt im Ausland, Zwillinge, geschieden. Sie hat sich dort eine Ersatzoma gesucht, das klappt sehr gut. Evtl. solltest du bei einer Erziehungsberatung oder auch beim Jugendamt nach Hilfe fragen - die sind dafür da.
- Gesundheit: Beantrage eine Mutter-Kind-Kur. Plane bewusst auch Ruhephasen für dich ein. wo du Kraft schöpfen kannst. Suche dir eine andere Ärztin, wenn du nicht zufrieden bist und sie deine Überlastung nicht erkennt.
- Scheidung: Lasse möglichst viel über deinen Anwalt regeln, so wenig wie möglich Kontakt zum Ex, wenn er so ist wie von dir beschrieben. Wie sieht es mit seiner Erziehungspflicht aus? Spanne ihn zu deiner Entlastung ein!
- Soziales Netz: Suche dir Mütter in ähnlichen Situationen, halte Kontakt zu wenigstens einer guten Freundin, die dich aufbaut, der du vertraust.

Und: Werde laut! Wer nur stillhält, ändert nichts. Sei deine eigene Anwältin - das zeigt Verantwortungsbewusstsein.
Dir alles Gute!
w
 
  • #15
Du stehst unter einer enormen Belastung.....und ich meine deutlich aus deinen Zeilen herausgelesen zu haben, daß dir das alles nicht einmal ein Minimum an Freude bringt! Das ist wirklich fatal!
Auch ich werde oft gefragt, woher ich die Kraft für mein immenses Arbeitspensum nehme. Ganz einfach, ich kann mich auf jeden Tag freuen, egal, was auch auf mich zukommt. Und glaub mir es ist nicht schön, wenn man am Wochenende frühmorgens aus dem Bett fliegt weil der Pager einen Feueralarm meldet (ich hatte bereits mehrfach erwähnt, daß ich eine Freiwillige Feuerwehr leite) und Nachmittags muß man sich eingestehen, wir konnten das Haus der Familie nicht retten...es ist abgebrannt.
Versuche, dir etwas Freiräume zu nehmen, mach etwas, was dir Freude bringt, lesen, Musik hören, Computer zocken oder sonst irgend etwas, nur für dich!!!!!
Ansonsten stehen oben sehr viele kluge Ratschläge, denen ich mich anschließen möchte. Du brauchst Hilfe! Unbedingt!
 
  • #16
Zitat von FS:
Mein Vorgesetzer ist fast 50, wurde von seiner Frau verlassen, seit dem bin ich der Blitzableiter für seine Zustände. Seit 3 Jahren habe ich Mobbing pur. Er schreibt mir vor, wie ich sitzen soll, was ich in meine Schubladen haben soll, mein Rollo darf ich nicht zuziehen, damit er mich sieht...krank! Sich über ihn zu beschweren, wäre ein Krieg, für den ich derzeit keine Energie habe.

Ist es nur meine subjektive Wahrnehmung, bilde ich es mir ein, dass ich extrem überlastet bin, haben andere Menschen wirklich so viel Belastung und Verantwortung wie ich?
Du scheinst beruflich etwas drauf zu haben und der jetzige Situation lässt sich nicht auf Dauer aufrecht erhalten. Und du bist wirklich sehr überlastet.

Hast du mal überlegt, neben deiner Arbeit dich mit Headhunter in Verbindung zu setzen oder parallel Bewerbungen zu schreiben in einem Ort in der Nähe deiner Familie. Vielleicht findest du etwas gutes. Vielleicht sogar mit Homeoffice. Das Haus kannst du verkaufen oder vermieten. Deine Verwandte helfen dir einwenig mit den Kindern und du bist dein Chef los.

Dein Tag hat leider nur 24 Stunden. Drei Kinder neben einem Vollzeitjob ist nicht zu schaffen und wenn noch zusätzliche Probleme dazukommen, brauchst du zeitliche Hilfe. Ich verstehe vollkommen, wie gestresst du bist, es wird wirklich Zeit, einen Gang herunterzuschalten, bevor die Dinge zusammenbrechen.