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Gast

  • #1

Situation: Frau hat neben ihrer Partnerschafft in aller Offenheit einen weiteren Mann

Der Partner weiß also davon und duldet dies. Von Heirat wird gesprochen etc., viele Jahre zusammen. Letztendlich verläßt die Frau ihn für den Anderen. Kann jemand aus persönlichen Erfahrungen sprechen oder jmd, der das psychologisch erklären kann - wie kann man sowas dulden, wenn man selbst nie fremdgegangen ist, sehr romantisch ist (aber auch rational) , kann man das dennoch als Liebe von beiden Seiten bezeichnen? Frage mich auch, was beide voneinander suchen. Wird das diesem verlassenen Mann nicht immer anlasten oder kann man aus sowas "unbeschädigt" rauskommen? Vielen Dank für eure Antworten! w(29)
 
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Gast

  • #2
Beschädigt ist er doch schon vorher gewesen, sonst hätte er das nicht geduldet. Solche Männer haben ein sehr schlechtes Selbstbewusstsein und ständig bedenken der Frau nicht zu genügen. Sie kommen sich selbst sehr minderwertig vor, glauben Fremdgehen wird sie sowieso, aber wenn wir es offiziell machen, werde ich nicht betrogen, bewahre meine Würde und komme ohne große Demütigung davon (redet Mann sich zumindest ein. Dies wird ihm auch noch Außen, von der Frau suggeriert, sonst würde sie die Situation nicht ausnutzen und von der "Freiheit" gebrauch machen.
Er glaubt sie halten zu können wenn er sie gewähren lässt, damit wird sie ihn nur mehr und mehr verachten und irgendwann in Demut zurücklassen. Der Kerl ist ein ganz ganz armes Schwein, denkt nie an sich, versucht es allen recht zu machen um sich Liebe und Akzeptanz zu ergattern und wird dafür nur getreten.
 
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Gast

  • #3
#1 hat es treffend beschrieben. Der Mann hat anscheinend keine Selbstachtung, was daran festzumachen ist, dass er jahrelang eine offensichtliche Verletzung seiner eigenen Genzen in Kauf nimmt. Extrem ungesund und demütigend.

Diese Offenheit der Frau, die auf den ersten Blick gar sympathisch wirkt, hat auch was perfides: Indem sie seine Duldung einholt (vielleicht noch garniert mit Der Aussage, dass er ja der Mittelpunkt ihres Lebens sei und einer einseitigen Definition von "wahrer" Liebe), kann sie dann quasi frei von Schuldgefühlen den anderen Mann nutzen.

Etwas anderes wäre es, wenn BEIDE vereinbart hätten, dass sie das Modell der Polyamory leben möchten. Dieses Commitment liegt aber im beschriebenen Fall nicht vor.

@FS: Sprichst Du von Dir selbst?
 
  • #4
Manchen Menschen sind 50% von einem Menschen der ihnen 100%ig gefällt lieber als 100% von von einem Menschen der ihnen nur 50%ig gefällt.
Auch das wäre eine Möglichkeit.
 
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Gast

  • #5
An # 2 (die FS):

Nein, ich spreche nicht von mir selbst. Ich frage mich das deswegen, weil ich das so unglaublich widerlich finde von Seiten der Frau und ich beide Verhaltensmuster verstehen möchte. Wobei ich die Frau lieber gar nicht verstehen möchte... Selbst auf den ersten Blick ist mir diese Offenheit bzw. was dahinter steckt nicht sympathisch, im Gegenteil. Ich lege sehr viel Wert auf Ehrlichkeit, Offenheit etc., aber ich finde dieses Verhalten noch viel schlimmer als heimliches Betrügen (und Untreue finde ich schon sehr sehr widerlich). Quasi 10 Stufen weiter eines abscheuliches Verhaltens, das meiner Meinung nach bei Untreue schon gegeben ist (v.a. nicht nur ein Ausrutscher). Also ganz Deiner Meinung! Natürlich muss man sowas nicht mit sich machen lassen, aber das so auszunutzen ist einfach nur unterste Stufe an Charakterlosigkeit, um es milde zu beschreiben. So was macht mich einfach wütend.
 
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Gast

  • #6
Es wäre schön, wenn Verhalten - auch wenn es einem selbst nicht nachvollziehbar ist -.nicht sofort mit einem abwertenden Attribut wie "widerlich" bezeichnet wird. Dass eine breite Vielfalt von Lebensentwürfen und Beziehungskonstellationen denkbar sind und auch gelebt werden, sollte man einfach akzeptieren, auch wenn sie einem unverständlich und auf sich selbst nicht anwendbar erscheinen.

Um ein Beispiel in die entgegengesetzte Richtung zu geben: ein Leben im Kleinfamilien-Kontext, mit Einfamilien-Reihenhaus, verwandtschaftlicher Anbindung und klassischer Rollenteilung erschiene mir als blanker Horror. Unvorstellbar. Aber nicht widerlich. Ich habe oft den Eindruck, dass Menschen mit eher konservativen Positionen anderen Lebensmodellen nur sehr wenig Toleranz entgegenbringen. Dies aber umgekehrt für ihre Vorstellungen erwarten.

Wenn die Beteiligten mit der beschriebenen Situation zufrieden sind, wo ist das Problem? Nähebedürfnisse können sehr weit variieren und wie hoch der Stellenwert von Sexualität in einer Partnerschaft sein kann ebenso.
 
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Gast

  • #7
.....immer nur JA zu sagen, hat mit Liebe nichts zu tun.! So wie sich diese Situation entwickelt hat, wirds wohl ehrlicher (traumfrei) sein für alle Beteiligten. Keiner muss Perfekt sein - und "Aussenstehende" machen alles noch wirrer. Entzaubertheit ist die Schlussfolgerung!!
 
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Gast

  • #8
An # 5:

Im Übrigen ist dieser Mann, der das alles geduldet hat (im Übrigen sowas nie mehr möchte, anscheinend war das doch alles nicht so toll) unglaublich konservativ, wurde sehr konservativ erzogen und ist nach eigener Aussage absolut nicht tolerant. Hier geht es nicht um einen Hippie und die FS ist alles andere als konservativ (was Werte angeht, ja!). Solange sich Menschen gegenüber anderen Menschen "gut" verhalten ist von meiner Seite alles möglich, da bin ich sehr tolerant. Ich benutze das Wort tolerant noch nicht mal gerne für sowas, weil ich es einfach ganz normal finde, dass Menschen auch in Reihenhäusern und mit klassischer Rollenaufteilung glücklich sind :).

In Deinem Bsp. geht es nicht um schlechtes Verhalten, oder? Vielleicht war für beide Seiten alles super (nach ihm war das für ihn nicht gut, aber er hat es angenommen), er wurde also emotional nicht ausgenutzt (so verletzlich wie er ist etc. glaube ich auch nicht, dass das nur aus der Kindheit etc. rührt), vielleicht ist sowas möglich.

Deswegen stelle ich die Frage. Vielleicht kann ja auch ein Mann antworten, der eher wenig Nähe braucht in einer Beziehung. Würde er sowas gutheißen, wenn er die Frau liebt, es als ernsthafte Beziehung sieht? Wenn die Frau eine Affäre wäre, dann wäre er vlt. auch ganz froh, dass sie anderweitig beschäftigt ist und ihn öfters "in Ruhe läßt". Würde mich wirklich interessieren. Und vlt. können sich auch "Betroffene" zu Wort melden. Aber wahrscheinlich gibt es solche Fälle nicht allzu häufig.