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Gast

  • #1

Singlesein bei der Arbeit "verbergen"?

Ich bin schon so lange Single (mehrere Jahre), dass ich im Job gar nicht gern darüber spreche. Mir ist aufgefallen, dass einige Kollegen, die mich nur flüchtig kennen, denken, ich sei verheiratet. Das stellt sich in Gesprächen immer wieder heraus. Kollegen in meinem nahen Umfeld, mit denen ich mich sehr gut verstehe, wissen, dass ich Single bin. Da dies aber schon so lang der Fall ist, klammere ich das Thema meist aus. Wenn ich danach gefragt werde, gebe ich meist nur eine kurze und humorvolle Antwort. Irgendwie möchte ich kein Mitleid erwecken, oder als unfähig wahrgenommen werde. Ich werde als Kollegin sehr geschätzt und merke, dass mich die meisten wirklich sehr mögen.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich mir durch das Zugeknöpft sein in diesem Bereich auch Chancen vergebe, nette Männer kennenzulernen. Kennt das jemand und wie geht ihr damit um?
w/39
 
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Gast

  • #2
Single sein ist keine Schande. Wie sollen denn Singlemänner auf Arbeit, also Kollegen, auf Dich aufmerksam werden, wenn sie denken, Du seist verheiratet? Also ehrlich, eine Frau bei der ich denke, sie sei vergeben, würde ich nicht ansprechen.

m,40
 
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Gast

  • #3
Wenn es im Job läuft ist doch gut. Du musst dir doch nicht unbedingt am Arbeitsplatz einen Partner suchen. Versuche in deiner Freizeit nicht so zugeknöpft zu sein, dann klappt´s vielleicht auch mit "dem Nachbarn".
 
  • #4
Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin Vorgesetzte und habe mit sehr vielen Menschen zu tun - möchte da nicht als suchende Single-Frau abgestempelt werden. Ich handhabe es so, dass ich dieses Thema grds. ausklammere, also ich tue nicht so, als sei ich vergeben, aber spreche auch nicht offen über meinen Single-Status. Nur engere Kollegen wissen das. Wenn ich danach gefragt werde, sage ich natürlich die Wahrheit (aber das trauen sich die wenigsten).
 
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Gast

  • #5
Du solltest unbedingt sagen das du Single bist und auch ruhig dazu sagen das du nichts dagegeb hättest es zu ändern. Und wenn du dabei nicht anfängst zu weinen dann wird auch keiner Mitleid haben.

Du musst ja nicht dazu sagen wie lange du Single bist.
Aber es könnte ja gut sein das einer deiner Kollegen nen netten Mann im Freundeskreis hat der was für dich ist.

Vielleicht ne Chance verkuppelt zu werden!
 
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  • #6
Ich bin auch ein weiblicher Langzeitsingle und habe mich auf der Arbeit als vergebene Frau ausgegeben. Obwohl ich in einer großen Firma arbeite mit und vielen Menschen zu tun habe, habe ich noch niemanden kennengelernt, der auch keinen Partner hat. Ich muss gestehen, dass mir das sehr unangenehm ist, weil ich eben die einzige Frau ohne Mann bin und auch die Männer ohne Ausnahme in festen Händen sind.
 
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Gast

  • #7
Ich verstehe das beim besten Willen nicht. Hört sich leider nach einem ungesund schlechten Selbstbewußtsein an. Single zu sein ist doch kein Makel. Zum einen kenne ich von vielen Kolleginnen und Kollegen gar nicht deren Beziehungsstatus, denn auf der Arbeit zählt eben die Arbeit und nicht das Privatleben und zum anderen werde ich als Single sogar öfter beneidet als bemitleidet.

m.
 
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Gast

  • #8
Oh weh - wenn du dich schämst, dass du Single bist, dann stimmt doch irgendwas nicht mit dir.
Wir leben doch nicht mehr in den 60er Jahren, als man als Sitzengebliebene galt.
Ich bin auch Single (geschieden) und habe kein Problem damit. Ich sage es, genauso wie ich sage, dass ich einen Sohn habe. Es gehört zu meinem Leben und das bin ich eben.

Du musst auch mal so denken: Wenn du alle Menschen in dem Glauben lässt, dü wärst verheiratet, dann kann es auch nie passieren, dass Jemand sagt "mensch, die würde ganz gut zu meinem Freud passen, die bring ich mal zufällig zusammen". Oder so mancher Singlemann ärgert sich, dass du verheiratet bist und für ihn tabu.
Ja, in diesen Fällen hast du dann Pech gehabt und bleibst weiterhin unerkannter Single.
 
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Gast

  • #9
@5: Möglicherweise bist Du doch nicht alleine alleine, sondern vielleicht geben gar nicht so wenige Deiner Kollegen auch an, "vergeben" zu sein, um nicht aufzufallen? Wäre ja eine Denkmöglichkeit. Alle sind "vergeben", um nicht aufzufallen, dabei sind eigentlich viele Single. Wäre interessant, das mal generell näher zu ergründen, wie viele Menschen in verschiedenen Umfeldern ihr Singlesein verbergen. Gibt es dazu Studien etc.? m43.
 
  • #10
Manche Leute haben Probleme! FS arbeite an Deinem Selbstbewußtsein. Es ist doch auf der Arbeit egal ob Du verheiratet, Single oder sonst was bist. Es zählt die Arbeit. Dein Status sagt doch nichts über Dein Leben aus, darüber ob Du glücklich und zufrieden bist. Glaubst Du, dass alle Leute in Beziehungen glücklich sind. w51
 
  • #11
Liebe FS,

Es ist überhaupt nichts dabei Single zu sein, d. h. weder im negativen noch im positiven Sinne kann sich jemand anderes ein Urteil darüber bilden, ob es DIR ALLEIN dabei gut geht oder nicht!
Nach deinen Aussagen zu urteilen bist du eher unglücklich Single zu sein, aber es ist doch keine Schande dies einzugestehen! Ja, vielleicht verpasst du sogar Chancen, auch im Beruf, wenn du vorgibst vergeben zu sein. Anderen mag es im Zweifel egal sein, wenn du sie anlügst, aber warum betrügst du dich damit selbst?
Man muss seinen Singlestatus im Job ja nicht an die große Glocke hängen, aber ich würde doch bei der Wahrheit bleiben, wenn das Thema aufkommt. Und dann hätte ich auch den nötigen Hintern in der Hose zu sagen, dass ich diesen "Status" gern ändern würde, der Richtige aber einfach noch nicht dabei war. Das zeugt doch auch davon, dass du weißt, was du möchtest und wer weiß, vielleicht befindet sich jemand unter deinen Kollegen, der dich toll findet, dich aber bisher noch nicht angesprochen hat, weil er denkt, du bist vergeben.
Ich frage mich, wie man das überhaupt vorgeben kann, dass man vergeben ist... Da müsste man sich ja ein ganzes Lügengerüst aufbauen, wenn man einmal gefragt wird, was man am Wochenende unternommen hat und mit wem usw. Da wäre man ein Meister im Lügen - aber eben auch im Selbstbetrug.
Also fange damit erst gar nicht an.
Keine Ahnung, wie sich deine "humorvollen Antworten" anhören, wenn du gefragt wirst, aber ich bezweifle, dass die Leute in deinem Umfeld so blöd sind, dass sie nicht zumindest einmal irritiert wären. Also vielleicht meinst du auch nur, alle denken, du seist Single, aber in Wirklichkeit wissen es eh alle besser...
Also Fakt ist: Ich würde nie vorgeben etwas zu sein oder nicht zu sein, was ich nicht bin. Auch auszuweichen ist eine Art nicht zu sich selbst zu stehen! Von daher: Schüttel diesen Gedanken ab, dass Single sein ein Makel sein könnte oder du deswegen weniger geschätzt werden würdest! Gerade, weil du Single bist und somit wie viele keine anderen Sorgen hast, kannst du deinen Job doch so gut machen und wirst dafür geschätzt, dass du einspringst, wenn andere lieber nach Hause wollen usw. usf.
Oder wofür wirst du noch geschätzt? Dass du generell ein sehr offener, empathischer und sympathischer, netter Mensch bist? Das, glaube es, wird sich auch nicht ändern, wenn du dazu stehst Single zu sein.
Und wahrscheinlich, gerade, weil du so beliebt bist, würden sich, wenn es deine Kollegen wüssten, dir mehr als gönnen und wünschen, wenn du den Richtigen finden würdest - und vielleicht könnte dir da der ein oder die andere helfen... Das ist noch lange kein Hype um deine Person und du müsstest dich deswegen nicht künstlich ins Rampenlicht gerückt fühlen. Meiner Meinung hast du das nicht nötig und ehrlich gesagt, könnte diese/deine Sorge echt schon aufgetragen wirken, so nach dem Motto: Hast du echt keine anderen Sorgen?
Also hör' einfach auf damit und sei ehrlich mit dir selbst und deiner Umwelt.
 
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  • #12
Single zu sein bedeutet nicht einsam und weinend allein zuhause zu sitzen.
Man hat Freunde und Bekanntschaften, ist irgendwie mehr oder weniger ernsthaft liiert und hat in jedem Fall Spaß am Leben.
Ich werde von Freund/Innen und Kolleg/Innen eher beneidet, wenn ich da und dort mit einem Prachtexemplar von Mann gesehen werde und tun und lassen kann was ich will.

Du solltest an deinem Bild der Singlefrau arbeiten, damit du dich nicht deshalb schämst.
Wenn du dich damit wohlfühlst und es vielmehr genießt, werden auch die netten Männer von selber kommen.
Nur Mut und viel Spaß!
 
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  • #13
Ich halte es für keine gute Idee auf der Arbeit einen Partner vorzugaukeln, Kommt nämlich raus, dass das nicht stimmt, dann steht Deine Integrität auf dem Spiel und Du könntest als Lügnerin abgestempelt werden.

Single zu sein auch über mehrere Jahre empfinde ich überhaupt nicht als Makel.

Das liegt einerseits daran, dass ich mich nicht über eine Partnerschaft definiere, andererseits kenne ich viele Beispiele von attraktiven und netten Singles, die sich bei der Suche nach einem passenden Menschen gerne Zeit lassen, weil sie eben auch nicht den Erstbesten nehmen.

Allerdings weiß ich auch, dass Fragen und unter Umständen tröstende Kommentare, mitleidige Blicke etc. extrem nerven können, vor allem wenn man seine Situation nicht als Problem empfindet.

Das ignoriere ich aber einfach, den im Grunde tun mir Menschen leid, die ihr gesamtes Lebensglück an einer Partnerschaft festmachen.

Ich würde bei gezielter Frage ehrlich antworten, das Thema wenn möglich jedoch weitestgehend ausklammern.
 
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Gast

  • #14
Ich bin Langzeitsingle und hätte bei einer Betriebszugehörigkeit von 9 Jahren kaum eine Chance, dies zu verbergen. Wir sind sehr eng vernetzt, jeder kennt jeden, wir gehen auch zusammen MIttagessen und sprechen über zahlreiche Kultur-, Freitaktivitäten, Urlaubsziele, und hin und wieder wird man auch mal auf einen Geburtstag eingeladen. Wenn ich da jedes Mal einen Freund erfinden müsste, käme ich schnell ins Straucheln. Ich habe aber auch kein Problem damit, weil ich mir nicht minderwertig vorkomme als Single. Jeder so wie er mag, und so viel Toleranz herrscht glücklichweise bei uns.
w, 42
 
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Gast

  • #15
Ich (w, 34) verstehe die FS und verstehe gleichzeitig auch die vorigen Antworten.

Vor paar Jahren war ich Single, dann in einer Beziehung in der sich herausstellte, dass er ein Doppelleben hatte und da begann es.
Ich habe keine Lust gehabt, bei der Arbeit mitzuteilen, dass wir getrennt sind, weil sich herausstellte, dass er ein Doppelleben hatte.
Andererseits wusste ich von meiner vorherigen Single-Zeit, dass ich sehr oft bemitleidet wurde, mir blöde Sprüche anhören musste ("ah du gehst nach Brasilien in die Ferien, dann kannst Du dort ja Männer kennenlernen" / "Bei diesem Apéro gibt es sicher jemanden für Dich"). Diese Sprüche würden mir im Privatleben nichts anhaben, aber im Arbeitsleben hat sich niemand in meine Privatsphäre einzumischen.

Das ist auch meine Haltung, wenn ich in einer Partnerschaft bin, d.h. ich erzähle nur das Minimum über mein Privatleben - auch wenn ich in einer Partnerschaft bin.
Jetzt bin ich Single, weil wie oben erwähnt, mein damaliger Freund ein Doppelleben hatte. Dass ich jetzt Single bin, habe ich bei der Arbeit niemanden erzählt.
Auch ein Grund ist, ist, dass ich bei der Arbeit nicht zu 100% sicher bin, wem ich vertrauen kann, d.h. ich bin mir nie sicher, ob dies mal zu meinem Ungunsten ausgelegt werden kann.

Zu meiner Singlezeit, zu der ich damals vor 5 Jahren offen gestanden bin, wurde ich nicht von den Männern zu Dates gefragt und ich musste mir mitleidende Sprüche und Einmischungen in mein Privatleben ("Hast Du jetzt jemanden kennengelernt?") gefallen lassen.

Ich erspare mir das und gebe vor, dass ich noch denselben Freund habe. Im Privatleben wissen "es" alle, bei der Arbeit kommt diese Kenntnis für mich nicht in Frage. Ich muss mir keine dummen Sprüche gefallen lassen und werde auch - leider - so jedenfalls ist mein Gefühl als liierte Person als Zufriedener eingeschätzt und nicht als Suchende.

Ich verstehe die FS und rate: mach das, was Dich am Besten fühlen lässt bzw. was Du (!) als richtig erachtest. Niemand hat ein Anspruch über dein Privatleben Bescheid zu wissen
 
  • #16
Meine Kollegen beurteile ich nicht danach, ob sie vergeben oder Single sind. Sie haben mich auch nicht anders behandelt, als ich verheiratet, geschieden und dann wieder in einer Beziehung war. Der Beziehungsstatus ist einfach kein Kriterium, nach dem sich üblicherweise Kollegen beurteilen. Daher wüsste ich auch nicht, weshalb man da irgendwas verbergen oder vorspülen sollte.
Dass die FS ihren Status als Makel empfindet - das ist ihr eigentliches Problem und nicht ihr berufliches Umfeld.
 
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  • #17
Ich verstehe nicht, wieso man sich den zweiterfolgreichsten Partnermarkt - die Arbeit - verbaut, in dem man nicht sagt, man sei zu haben. Wenn alle der Meinung sind, Kollegen seien tabu, wie kann die Arbeitstelle an Platz 2 der Kennenlernorte (nach dem Freundeskreis) treten? Schließlich ist man mit diesen Leuten 1/3 des Tages zusammen. Besser kann man sich nicht vorher kennen- und lieben lernen. Ich würde es sagen, wenn potentielle Partner auf Arbeit vorhanden sind. Vielleicht ergibt sich ja was.
 
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  • #18
Liebe FS,

ss ist keine Schande Single zu sein und das auch mitzuteilen, wenn danach gefragt wird. Du musst die Information ja niemandem aufzwingen. Du musst nicht sagen, "ich bin allein", sondern "heute mache ich das und das mit einer Freundin..." oder auf Nachfrage, mit wem, sagst Du eben " ich allein". Damit wird klar, dass Du Single bist. Bei allgemeinen Nachfragen kannst Du anklingen lassen, dass Du Dich durchaus für eine Partnerschaft interessierst, aber eben nicht um jeden Preis. ES ist wichtig, damit nicht hausieren zu gehen und bedürftig zu erscheinen. Das ist im Jobumfeld nie gut und zieht eher die Affärentypen an, bestenfalls die vereirateten.

Im Job lernt man nun mal die meisten Leute kennen und auch vertieft, ihre guten wie schlechten Eigenschaften. Insofern solltest Du auf die Chancen, die in diesem Pool ergeben nicht verzichten. Andererseits ist nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit auch klar, dass sich nichts mehr ergeben kann, wenn es kein Riesenbetrieb ist oder eben wegen Personalfluktuation.
Ich schaue niemals nach Kollegen, weil ich da keine Verquickung will. Aber ich habe viel mit Externen zu tun, die jeweile über Monate an Projekten mitarbeiten - das ist der Teich in dem ich fischen würde.
 
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  • #19
w41
in unserem Alter ist es so dass einfach mal angenommen wird man sei mit jemandem zusammen. Ich finde also nicht dass du es "verbergen" musst, du schreibst ja selbst dass die Leute annehmen dass du in einer Beziehung bist. Ich finde auch dass du dir Chancen vergibst wenn du es aktiv verheimlichst. Ich finde du/wir müssen irgendwo die Balance finden. Ich finde ja, es wird einem als Nachteil ausgelegt in keiner Beziehung zu sein. Den Single-Makel gibt es, besonders in Bezug auf Frauen. Aber wir müssen uns ja nicht auch noch selber damit fertig machen, oder?
Mir geht es eher so dass ich wahrscheinlich unter anderem durch das single-Sein, jünger eingeschätzt werde als ich bin. Einerseits ist dies natürlich als Frau um die 40 schmeichelhaft, andererseits fürchte ich dann immer ein wenig, im Beruf nicht ganz ernst genommen zu werden. Aber ich denke wie du als Person eingeschätzt wirst hat noch mit ganz anderen Faktoren zu tun - Auftreten, Leistung, Kommunikationsfähigkeit. Ich würde mich da nicht irre machen lassen.