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Gast

  • #1

Singles, eine Zielgruppe von Konsumenten. Am besten beziehungsunfähig.

Singles sind ein großes Potential.Partnerbörsen schießen wie Pilze aus dem Boden, es werden mehr Wohnungen, mehr Möbel, mehr Fertiggerichte usw. vermarktet. Ein ganzer Markt orientiert sich an dieser Zielgruppe. Singles gewöhnen sich schnell daran- ohne Kompromisse. Obwohl es Kennenlern- Möglichkeiten gibt, wie nie zuvor, werden es immer mehr.Parallel werden ständig gezielt Werte über Medien vermittelt, die das Singlesein genauso fördern, wie das Konsumieren von anderen Waren. Schönheit, schneller Sex und Geld - genau die Dinge, die in neuen Paarbeziehungen immer mehr zum Thema werden und garantiert nichts zum echten Glück einer Liebesbeziehung beitragen Oberflächliche Bewertungen, schnelle Aussortierung nach optischen Merkmalen, immer schnell wechselndere Partnerschaften, immer höhere Erwartungshaltungen bei immer steigenden Mitgliederzahlen in Partnerbörsen. Doch vor allem: Immer bessere Konsumenten-in jeder Hinsicht.
 
  • #2
Was genau ist Deine Frage?

"Kennenlern-Möglichkeiten wie nie zuvor" -- sehe ich nicht so. Zu Zeiten meiner Großeltern gab es jede Menge Tanzlokale und da ging quasi jeder hin. Das war praktisch, wenn auch sicherlich wenig Abwechslung, aber eindeutig bessere Kennenlernmöglichkeiten. Fast alle Singles leiden eher darunter, dass man gezielt nach Kennenlernmöglichkeiten Ausschau halten muss und sich eben keine ganz normalen Gelegenheiten bieten.

Zur Marktorientierung: Wo ist Dein Problem? Die Gesellschaft bringt mehr Singles hervor. Der Markt stellt sich drauf ein. Ist das in Deinen Augen schlecht?
 
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Gast

  • #3
Was willste bei so überzogenen Anspruchsdenken auf der Frauenseite auch erwarten. Vor einem Jahr hätte ich ein "Playboy-Lebensstil" vollkommen angewiedert abgelehnt. Inzwischen denke ich, das wird ein Trend, wie viele andere eigendlich unnötigen Single-Markt Konsequenzen.
 
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Gast

  • #4
Respekt-auf den Punkt gebracht.Kann ich nur zu 100%zustimmen.
 
  • #5
ja, unsere gesellschaft ist krank und es ist keine besserung in sich, dass hab ich schon oft geschrieben.
Die bevölkerung in den industriestaaten nimmt nicht umsonst ab, denke langfristig löst das das hungerproblem, da sich die menschen von dort importiert werden wo sie sich noch vermehren um den staat am funktionieren zu halten.
 
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Gast

  • #6
zu Frederika - ja das ist einerseits schlecht. Weil mit der Zielgruppe Single auch die Preise für kleine Verpackungseinheiten im Lebensmittelbereich angehoben werden. Und auch sonst - es ist nicht nur so, dass Möglichkeiten mehr werden und auf Singles passender zugeschnitten, wir werden auch als kaufkräftig, zahlungkräftig und kreditwürdig angesehen und im ranking von banken und ähnlichem bekommen wir die höheren Kreditzinsen. Und auch beim Einkauf - alles was nur für Singles produziert wurde und angeboten wird - ist kritisch zu betrachten, weil dahinter ein Lockverhalten und eine Preissteigerung gegenüber vielen anderen Produkten dahinter steht.
Nicht alles was Single heisst ist gut.
Kennenlernmöglichkeiten gibt es viele - nach wie vor gibt es Vereine, Tanzlokale, Bars etc. Sogar mehr denn je und zugeschnittener auf Vorlieben was z. B. Musik betrifft. Single Börsen machen mit uns ein Riesengeschäft und es ist für viele von uns auch bequemer, sich abends das Notebook auf die Knie zu legen und zu surfen, anstatt sich nochmal aufzumachen und auszugehen oder zum Sport. Da müssten wir uns ja schon verändern in Handlungsmotiven und Verhalten, das geht tief in die Psyche und an die Substanz. Das mag nicht jeder, darum funktioniert das Kennenlernen real nicht mehr so gut und deshalb funktionieren Single Börsen. Ausserdem inverstieren wir zunehmend viel in Beruf und verbringen, auch gezwungener Weise, sehr viel Zeit damit, so dass das Privatleben und die Freizeit knapper werden und wir weniger Zeit haben Menschen kennen zu lernen und das Leben zu gestalten unser soziales Verhalten zu trainieren und selbstbestimmt auszuleben. Wer kann das schon noch - deshalb der Markt für den Single.
 
  • #7
@#5: Hm, das nehme ich anders wahr. Kleine Verpackungseinheiten gibt es überhaupt glücklicherweise wegen der Singles. Noch heute ärgere ich mich oft über zu große Verpackungseinheiten. Was spricht dagegen, dass sich die Industrie an den Singlemarkt anpaßt? -- Es ist doch sachlich falsch zu behaupten, dass wegen der Singles die kleinen Packungen teurer werden. Umgekehrt ist es korrekt, dass wegen der Singles kleinere Packungen angeboten werden und die sind halt je Einheit teurer. Das ist zum Teil ärgerlich, aber letztlich bezahlt man ja leider nicht überwiegend den Inhalt, sondern den gesamten Produktweg einschließlich Händler. Die Skalierung geht ja nach oben weiter, im CC-Bereich kaufst Du Großpackungen noch viel billiger als Familienpackungen im Discounter und so weiter. Das muss man doch niemandem mehr erklären. Für einen Supermarkt ist es egal, ob die Mitarbeiter einen 150 g Beutel ins Regal sortieren und über die Kasse ziehen oder einen 250 g Beutel. Klar, dass der Preis nicht proportional ist. Auch die Verpackung, der Aufdruck, der Barcode-Preis, der grüne Punkt und das Abfüllen kosten das gleiche, egal ob man 150 g oder 250 g abpacken muss. -- Wenn Dein griechisches Restaurant Dir statt eines Riesenhaufens Gyros nur die Hälfte Gyros auf den Teller geben würde, dann sparte der Wirt quasi nichts, denn der anteilige Fleischpreis ist minmal im Großhandel. Aber Du kostest genauso einen Platz, einen Teller, die Bedienungszeit, die Zeit des Zubereitens und Dekorierens, das Saubermachen und so weiter wie jeder andere Gast auch. Ne, also realistisch muss man schon bleiben.

Ich stimme da eher Thomas zu: Unsere Gesellschaft entwickelt sich in die falsche Richtung. Feminismus, Emanzipation und Effeminierung der Männer; das Schönreden von zerrütteten Familien in Form von Alleinerziehenden oder Patchworkfamilien; die allgemeine Tendenz zu Oberflächlichkeit und politischer Korrektheit und der allseitigen Toleranz auch gegenüber echten Problemverursachern ist wahrlich nicht ideal. Beruf und Karriere als Lebensziele -- und über den Traum nach Geborgenheit und Partnerschaft wird nur noch lamentiert anstatt ihn konkret zu verfolgen. Alles wollen, aber letztlich nichts wirklich haben. Im Beruf wird mit Schlagwörtern wie Flexibilität und Mobilität verbrämt, dass dadurch Stabilität, Verläßlichkeit und Familienleben oft auf der Strecke bleiben.
 
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Gast

  • #8
Das sehe ich anders ... die Kaufkraft der Generation Single wird schamlos genutzt, um Profit zu machen. Und in Restaurants werden kaum Single Essen angeboten, da geht es mehr um den Kinderteller und Seniorenteller, als auch hier zahlt der Single, wenn auch das gleiche. Das heißt die Kosten sind voll gedeckt, weil kalkuliert. Nee, da musste schon mal bei der Wahrheit bleiben.
 
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Gast

  • #9
Alleine im Urlaub zahlt man Einzelzimmerzuschlag - für was - kann mir das mal einer erklären?? Dafür, dass ich alleine reise. Dass ich allein ein kleineres Zimmer bewohne, das genauso gereinigt wird und die gleichen Kosten im Schnitt hat, wie eine einzelne Person im grossen Zimmer. Dafür, dass ich esse und trinke, was jeder andere Mensch auch verzehrt und dafür zahlt man ja noch extra.
 
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Gast

  • #10
Ist es nicht eher die Vergangenheit, die mit verklärtem Blick schöngeredet wird?

Diese Vergleiche von früher und heute hinken!
Früher waren es die Minnesänger, heute sind es die Medien, die das Schönheitsideal verbreiten. Schönheitsideale sind kein Novum.
Früher wurden die Ehen oft arrangiert, die Rollen waren klar verteilt, die Frau vom Mann ökonomisch abhängig. Frauen konnten ihren Mann nicht verlassen. Erst war es schlicht verboten, später konnten sie zwar gehen, aber ohne Kinder, ohne finanzielle Absicherung. Sie wären Aussätzige. Frauen, denen es nach Bildung hungerte, wurden ausgegrenzt.
Scheidung? Gab es nur unter besonderen Bedingungen (Heinrich VIII.wechselte dafür extra die Konfession :)). Ich glaube nicht, dass früher die Ehen bis zum Tode hielten, weil sich die Partner gar so liebten oder an sich arbeiteten.

Alleinstehende waren verpönt: Hexen, Idioten, Huren oder Nonnen.

Insoweit ist es also richtig, dass sich die Gesellschaft verändert hat. Es ist mehr erlaubt.
Und das ist gut so! Deshalb gibt es Singles.

Wir sind die Gesellschaft. Warum also in der dritten Person sprechen?

Ist es nicht so, dass wir uns hier anmelden, weil wir eben NICHT Single sein wollen?
Wir sind auf der Suche. Ich will kein Single sein!
Ja, heute kann frau sich leisten anspruchsvoller zu sein. Heute darf auch ich aussuchen. :)


Ulrike
 
A

Annette

  • #11
Ich glaube, es ist ein Denkanstoß.

Haben die Singles so viel davon, dass die Industrie sich auf sie einstellt,
oder profitiert die Industrie sogar mehr davon, wenn es immer mehr Singles gibt.

Haben wir Verbraucher wirklich so viel von den schönen Verpackungen im Supermarkt,
oder hat die Industrie etwas davon, wenn Menschen mehr auf schöne Verpackungen als auf den Inhalt sehen.

Finden Singles Ihren Traumpartner wirklich, wenn sie Prioritäten auf Merkmale wie Schönheit, Figur, Kinderlos, Berufe usw. setzen oder
erfahren sie immer häufiger eher unbeständige, problematische Partnerschaften.

Der Markt barucht eine schnell-lebige, oberflächliche Konsumgesellschaft.
Führt das zu den selben Handlungen/ Wertedenken in zwischenmenschlichen Beziehungen?

- Konsumenten - und zwar in jeder Hinsicht ?