• #1

Sind wenige oder viele Bekannte und Freunde besser?

Hallo ihr Lieben, ich würde gerne von euch mal erfahren wie das bei euch ist, ob ihr eher wenige oder viele Bekannte und Freunde habt, wie eure Einstellung dazu ist.
Ich selbst bin eher weniger gesellig und ständig neue Leute kennenlernen ist für mich nichts, ich habe lieber ein oder zwei liebe Menschen um mich, mit denen ich dann auch Freud und Leid teilen kann und vorallem auch tiefere Gespräche führen kann.
Ich finde auch eher weniger Menschen auf meiner Wellenlänge!
In Gruppen fühle ich mich unwohl!

Wie ist das bei euch?
 
  • #2
Ich bin ziemlich gesellig, brauche aber auch Zeiten, die ich allein verbringe. Wenn ich eine enge Freundin hätte, der ich blind vertrauen könnte, würde ich wohl diese Alleinzeiten teilen. Ich hatte mal eine Freundin, mit der ich super auf einer Linie lag, was den Humor anging. Schade, dass das einer der unten geschilderten Fälle war.

Ich finde auch eher weniger Menschen auf meiner Wellenlänge!
Ist mir wohl auch so gegangen, sonst wären ja noch welche da. Aber sobald einer in eine Beziehung geht, reduziert sich der Kontakt ja sowieso meist.

Kommt drauf an, ob es ne wirkliche GRUPPE ist oder eine Gesellschaft. Wenn Gruppenzwang herrscht und alle gemeinsam lustig sein müssen, wenn es diese Dynamiken gibt, dass eine Person den Ton angibt und die anderen folgen, wenn es zu Hackordnungen kommt oder wenn das so ist wie in einer Partei manchmal - gegenteilige Meinungen und Zweifel sind ausgeschlossen, dann sage ich auch "nein danke".
ich habe lieber ein oder zwei liebe Menschen um mich, mit denen ich dann auch Freud und Leid teilen kann und vorallem auch tiefere Gespräche führen kann.
Wenn die wirklich gute Leute für Dich sind, ist das auch schön. Aber mir ist schon begegnet, dass ich nur ein "Konkurrenzpartner" für diese Leute war. Als ich ansetzte, sie zu überholen, wollten sie den Kontakt nicht mehr. Habe ich gar nicht gemerkt, dass sie sich die ganze Zeit mir überlegen gefühlt hatten und dass Problembesprechung dann dazu führte, dass die sich besser fühlten, wenn ich (auch) welche hatte.

Mir ist in den letzten Jahren mindestens dreimal passiert, dass Frauen mit mir befreundet sein wollten, weil sie dachten, ich könne ihnen nützen. Ich hab mich anfangs gewundert, warum auf einmal so großes Interesse an meiner Person bestand, aber es ging um was anderes. Nichtsdestotrotz sind die mir immer noch wohlgesonnen, und das, was sie mir als "Einstiegsgeschenk" anboten (aber sie keine Mühe kostete, während ich Zeit investieren musste, um ihnen zu helfen), gilt auch noch, aber ich werde es nie brauchen. Und falls ich es brauche, weiß auch keiner, ob das noch gilt als Angebot, nachdem die Nutzphase vorbei ist.

Also ich würde jedem raten, wirklich mal drauf zu gucken, ob er wirklich FREUNDE hat, wie er sie definiert. Ich denke, da ist öfter schon mal viel Fantasie bei, ohne dass die Leute das merken.
Dieses "zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen können" ist mir nie real begegnet (hätte ich auch nicht gemacht, weil die ja auch immer irgendwas machten, studieren, arbeiten, Kind versorgen).

"Sex and the City" und "Dinner für Spinner" (sowohl das Original als auch die amerikanische Neuverfilmung) fallen mir gerade als passende Filmwerke ein. SO dicke ist nämlich die Freundschaft bei SATC die Freundschaft zum Teil auch nicht.
 
  • #3
Du bist mehr der introvertierte Typ, stimmt's? Gruppenansammlungen und viele Leute können da ganz schön stressen. Vor allem extrovertierte Menschen können das kaum nachvollziehen.

Mir geht es auch so. Viele Freundschaften gleichmäßig zu pflegen stelle ich mir sehr anstrengend vor. Auch benötige ich immer wieder meinen Rückzugsort, um neue Kraft zu tanken.

Wie geht dein Umfeld damit um, dass du es eher ruhiger magst? Haben die Verständnis?
 
  • #4
Das kann man doch nicht so pauschal sagen. Da ist jeder Mensch individuell unterschiedlich. Wenn es um das Thema Beziehung geht, halte ich es jedoch für schwierig, wenn ein eher introvertierter Mensch mit einem geselligen Partytier zusammen kommt.
 
  • #5
Ich schließe mich deinen Ausführungen zu 100% an, es geht hierbei zumindest für mich nicht um Quantität, sondern ausschließlich um Qualität, ich habe z.B. 3 gute Freunde, auf die ich mich 109% verlassen kann, alle anderen sind für mich Bekannte! Man muss sich auch von "sogenannten Freunden" trennen, wenn es nicht mehr passt! Sehr viele Menschen nennen selbst flüchtige Bekannte schon Freunde. Gerade junge Leute und Facebook Menschen, sind da schnell mit dabei, meinen z.B. sie haben 500 Freunde! Ich unterscheide da sogar sehr extrem! Gerade, wenn man schlimme Zeiten
durchlebt, erkennt man sehr schnell und spezifisch, auf wen man sich wirklich verlassen kann. Wer ist da noch da, wenn wir uns nach zehn Jahren von unserem Partner trennen? Wer unterstützt uns, wenn wir schwer erkranken? Wer steht uns bei, wenn ein Familienmitglied stirbt?
Dazu fällt gerade eine interessante Weisheit ein, Menschen kann man symbolisch mit Brillanten vergleichen, um sie näher kennenzulernen, muss man sie aus der Fassung heben, d.h. ich muss was wollen von ihnen! Der lustige Sauf-Kumpel und die Bekannte, mit der jemand stundenlang die Tanzfläche rocken kann, helfen in solchen Situationen meist nicht, weil auf diese losen Bindungen keiner zählen kann.
 
  • #7
1-2 wären mir etwas zu wenig, 3-5 halte ich eher für eine gute Zahl wobei man das natürlich nicht erzwingen kann.

Eine etwas größere Gruppe von Freunde öffnet schon den Horizont und man deckt auch einfach mehr Interessen und Themen ab.

Bekannte würde ich sagen kann man nicht genug haben, vor allem da diese ja eher passiv mitlaufen, zumindest wenn wir das selbe Verständnis von Bekannten haben.
 
  • #8
Ich habe noch nie jemanden getroffen der Freunde hatte.
Ich denke, dass es sowas überhaupt nicht gibt, das dann mit der Halbwertzeit der Nutznummer die Bekanntschaften früher oder später einschlafen, sich rauskreuzen.

In jungen Jahren tauchen immer mal wieder Personen auf, ab 25 wird es schon weniger, deutlich spürbar weniger dann ab 30 und danach....na, da bleibt wohl nichts mehr, nur noch die Virtuellen im Netz, die man eh niemals real trifft und schwups, ist das Leben zu Ende.
 
  • #9
Besser oder schlechter? Das ist doch eine Typfrage. Ich habe nur einen guten Freund. Ich verhalte mich aber zu vielen freundschaftlich. Bekannte hat man ja so oder so. Ich "pflege" jedoch keinen Bekanntenkreis. Ich mag die Menschen, gleichzeitig sind sie mir relativ egal. Ich fühle mich unter Menschen wohl, bin aber auch gerne alleine - oder in der Gesellschaft meiner Kinder. Die tiefsinnigsten Gespräche führe ich mich mit mir selbst - oder hier mit euch.
 
  • #10
Mir geht es so wie dir. Ich habe 3 Freunde, auf dich ich mich verlassen kann. Mehr brauche ich auch nicht. Mein Partner ist mein bester Freund, mit dem ich alles teilen kann wenn ich mag. Ich gehe gerne weg, bin aber auch froh wenn ich zu Hause bin. In meiner Jugend bin ich ständig um die Häuser gezogen, hab gefeiert, gesoffen...das fehlt mir jetzt nicht mehr. Meine Tochter (13) ist wie ich. Sie hat Freunde, liebt es aber zu Hause zu sein. Oft höre ich von meinem Ex - Vater der Tochter - das sie 'raus' muss und was erleben soll. Sie sozialisiert sich nicht meint er. Er zwingt sie gerne, etwas zu unternehmen. Das endet dann immer damit, das sie nicht mehr zu ihm will. Ich sehe das anders, sie ist sehr sozial, hat Freunde...sie braucht eben nicht mehr. Wenn sie älter wird, ändert sich das auch wieder.
Solange Du dich in deiner Situation wohl fühlst, ist doch alles ok.
 
  • #11
Das hängt doch auch viel vom Charakter ab. Gerade introvertierte Menschen (wie ich, mein Freund, mein Vater) sind schnell ausgelaugt von vielen Kontakten und brauchen mehr Zeit für sich; extravertierte Menschen ziehen da eher Kraft draus und haben oft einen riesigen Bekanntenkreis (wie meine Mutter). Es gibt da kein besser oder schlechter.
Bei der Partnerwahl ist es einfacher, wenn man sich da ähnlicher ist, aber manche finden auch gute Kompromisse und mögen dann am anderen, dass er den Gegenpol abdeckt und z.B. das Sozialleben am Laufen hält oder Ruhe verspricht.

w, 36
 
  • #12
Es ist aus meiner Sicht die Mischung. Und genau hier das richtige Verhältnis zu treffen und es am leben zu erhalten, ist meiner Meinung nach die wahre Kunst. Neben 3-4 Guten Freunden (das sind die, die auch nachts um 2:00 Uhr anrufen dürfen und sagen ich brauch Dich - und ich frage nicht was ist, sondern "wo") gibt es die Terrassen Fraktion (Wortfindung meiner Frau). Man könnte auch inner circle sagen. Mit denen beschäftige ich mich auch gerne am nach Feierabend und am Wochenende auf meiner Terrasse, ohne Aufwand drum rum. Die gehören dazu. Dürfen ihre Getränke selber holen (sich frei bewegen), man ist eben enger miteinander. Dann der Bekanntenkreis, wie Verein, Firma die meine Wellenlänge haben. Hier gibt es durchaus eine gesunde Fluktuation, während der inner circle eher konstant ist. Freunde sind gewachsen so das hier wohl kaum noch einer dazu kommt. Ich betrachte dies als Qualität und gesund aufgestellt. im Verhältnis 4/10/20. Diesen Schlüssel wird aber wohl jeder für sich selber definieren wollen.

Von daher denke ich es ist wie bei der Partnerwahl, jeder wie er möchte. Und so das es für ihn passt. Wer wie zu einem steht, wird man sowieso immer erst merken, wenn es richtig eng oder schrecklich wird. Mein bester Freund kam als ich in Scheidung lebte, eines Abends an und gab mir einen Umschlag. Ich höre heute noch seine Worte: wenn es mal eng wird. Ich durfte den Umschlag erst öffnen als er gegangen war. Inhalt war eine EC-Karte auf meinen Namen und auf sein Konto. Mit einem Zettel darauf stand: Damit du wenn es sein muss, mich nicht fragen musst.

Ich habe sie nie gebraucht, fühlte mich aber sicher. 2 Jahre später habe ich ihn zu essen eingeladen und die Karte zurückgegeben und Danke gesagt. Darauf habe ich gesagt, ich weiß gar nicht ob ich auf die Idee gekommen wäre. Seine Antwort war einfach nur, bestimmt!
 
  • #13
Puh, kann man das bewusst steuern? Ich bin rel. oft umgezogen. Komme ursprünglich aus dem dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet, lebe jetzt im südlichen Allgäu in einem Dorf. Von den Freunden von früher sind irgendwie 2 Telefonfreunde geblieben, die ich aber sehr selten sehe. Ich kann mit meinen Problemen zu Ihnen kommen, aber sie sind weit weg. Die Frage ist auch was Du selbst willst. Ein Bsp.: Ich dache ich hätte einen Freund. Er hat mir mitgeteilt, dass er aufgrund des Hausbaus sehr wenig Zeit haben wird, wir aber immer wieder spontan was machen könnten. In 1,5 Jahren kam dieser Spruch ab und an. Und dass ich der erste wäre der sein neues Haus von Innen sehen darf. Nix da! Ich habe fast ein Jahr nichts von ihm gehört. Begründung: er musste das Haus seiner verstorbenen Eltern abreisen und neu aufbauen und er hätte keine Zeit gehabt - er hat es mir noch nicht mal mitgeteilt. Für mein Unverständnis, es nicht mitzuteilen und dass ich das nicht gut finde zeigte er wiederum kein Verständnis. Lapidar teilte er mir dann während dieser WhatsApp Diskussion mit, es mache keine Sinn, weiter zu diskutieren und bis bald mal wieder. Dies Floskel hat dazu geführt, dass ich meinte: wohl kaum. Das wird es gewesen sein. Wer nicht mal sagen kann, dass er keine Zeit hat, ist für mich kein Freund. Den brauche ich nicht mal als Bekannten. Also lieber einen als so einen, der einen nur "braucht" um...

Und so was wird es bei vielen immer wieder geben - auch Verlust durch Umzüge, Beziehung etc. pp. deshalb froh darüber sein, wie viele man hat und einfach akzeptieren. Gerade ab 25 nach dem Studium, der Ausbildung wird es schwieriger. Heute mit 50 noch mehr. Ich hab noch eine Handvoll Sportfreunde, zwei gute Freunde, Freundin und Zwerg. Dass reicht. Aber jeder wie er mag
 
  • #14
Hallo ihr Lieben, vielen lieben Dank für eure Beiträge bzw. Sicht auf dieses Thema!
Es ging mir nicht darum, ob es besser oder schlechter ist viele oder wenige Freunde zu haben, sondern wie das bei euch ist, ob ihr lieber wenige oder viele Freunde/Bekannte um euch habt. :)

@void Interessante Sichtweise mit der Konkurrenz und dem Nutzen aus einem Menschen ziehen, von solchen Menschen sollte man sich distanzieren, Konkurrenz ist für mich ein Fremdwort!

@Cassel Ich würde mich teils als introvertiert beschreiben, ein stilles, zurückhaltendes Mäuschen bin ich nur in Gruppen, gegenüber einem vertrauten Menschen bin ich sehr offen, lustig und mehr laut als leise, aber kann auch tiefsinnige und ernsthafte Gespräche führen.
Wie nennt man das, wenn man beides ist, introvertiert und extrovertiert?
Ich glaube es schlagen zwei Herzen in meiner Brust.
Ich wirke auf manche Menschen widersprüchlich, ich wirke anfangs ruhig und wenn ich mich öffne sind manche erschrocken, sobald mich mein Umfeld besser kennenlernt, mögen sie mich entweder oder distanzieren sich ganz.

@INSPIRATIONMASTER Bei mir geht es auch um die Qualität statt die Quantität in jedem Lebensbereich, von Facebook und Instagram distanziere ich mich.
Ich halte es für gefährlich, wenn man seinen Wert aus der Zahl der Likes von Fotos und Followern zieht.
Es ist schön, wenn man jemanden hat, auf den man sich immer verlassen kann und an den man sich jederzeit wenden kann.
Wie in guten so auch in schlechten Zeiten! Wünsche ich jedem! Ich teile oft deine Meinung wie auch jetzt wieder einmal!
 
  • #15
Ich habe drei gute Freundinnen, die ich schon seit meiner Studienzeit kenne. Alle sind wir während unserer Studienzeit Mutter geworden und sind zusammen durch dick und dünn gegangen. Diese Freundschaften haben alle Umzüge überstanden. Sie sind ein großer Schatz für mich. Ich habe auch noch zwei Schulfreunde, wir kennen uns über 30 Jahre. Neue Kontakte ergeben sich auch, sind aber weniger tief als langjährige. Ich bin ein geselliger und kommunikativer Mensch und rede auch gerne mit meinen Kollegen,ohne dass wir befreundet sind. Ich habe gelernt auch Zeiten alleine zu genießen und fahre sogar alleine für einige Tage in den Urlaub. Ich mache vieles alleine, aber mit Freunden macht es manchmal mehr Spaß. Das einzige, was ich wirklich traurig finde ist alleine essen. Daher bin ich so froh, dass ich meine Kinder habe. Ich lade aber auch ein bis zweimal die Woche Freunde ein zum Essen bei uns , da ich ja nicht so viel weggehen kann wegen meiner Kinder.
 
  • #16
Ich gebe zu dass ich sehr viele Bekannte und im Grunde keine echten Freunde habe. Zumindest was ich unter echten Freunden verstehe, früher dachte ich, ich hätte welche wurde aber oft sehr enttäuscht, da ich zuviel Vertrauen hatte. Heute bin ich gerne unterwegs mit Kollegen und eben meinen langjährigen Bekannten. Auch kann ich gut und gerne alleine verreisen um unverfänglich, wenn ich es will, neue Leute kennenlernen, das kann ich recht gut. Bleibe aber immer unabhängig und auch unverbindlich.
Auch wenn ich alleine lebe fühle ich mich nie einsam.
Ich bin im Grunde immer dabei meinen Bekanntenkreis zu erweitern, die einen für Sport, die anderen für Gespräche über das Leben, viele Leute, viele Interessen, immer was neues. Also ich fühl mich gut dabei.
Große Gruppen sind allerdings auch nicht mein Ding.