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  • #1

Sind Online-Suchende "anders" als der Durchschnitt?

Angeregt durch einen Nachbar-Thread möchte ich die Frage stellen, ob Menschen, die einen Partner über eine Online-Partnerbörse suchen, durchschnittlich anders sind als die, die "nur" im RL einen Partner/eine Partnerin finden. Klar sind Suchende i.d.R. (hoffentlich!) nicht liiert, was schon eine gewisse Prädestinierung ist. Menschen in langjährigen, stabilen Ehen sind wohl auch durchschnittlich anders "gestrickt" als Menschen, die mehrmals verheiratet/liiert und dann wieder geschieden sind. Aber gibt es Untersuchungen und/oder Eindrücke, die besagen, dass wir von unserer Persönlichkeit und/oder unserem Lebenslauf her durchschnittlich anders sind, z.B. unruhiger, instabiler, hinterfragender, unzufriedener, gebildeter/ungebildeter, ärmer/reicher, jünger/älter usw. ? Das würde mich mal interessieren. Hoffentlich gibt es Antworten ;-))
 
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  • #2
Ich war eine Onlinesuchende und bin jetzt eine Nichtmehr (RL) Suchende.
Ich bin jetzt entspannter, weil ich wieder an den berühmten Zufall glaube.

Ich habe in dieser Zeit viel über mich nachgedacht und viel über die Männer gelernt.

Ob mich das jetzt schlauer gemacht hat?

Ich bin immer noch genau so gebildet, nachdenklich, ...

Deine Frage würde ja bedeuten, dass man zeitlebens sich für eine Variante entscheiden würde. Vielleicht gibt es solche Ausnahmefälle. Ich kenne nur kurzzeitig im Internetsuchende.
 
  • #3
Nein, es gibt keine mir bekannte Korrelation ziwschen Online-Partnersuche und Charaktereigenschaften. Früher war es vielleicht noch Technikaufgeschlossenheit oder Fortschrittsfreundlichkeit, aber heutzutage ist wirklich JEDER im Internet und die verschiedensten Partnerbörsen decken den gesamten Bedarf von Proll mit Elite vollständig ab.
 
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  • #4
Doch, es gibt Unterschiede, zumal man beachten muss, dass hier tendenziell die Liga ewiger Singles und beziehungsgestörter Menschen höher ist. Bindungsfähige Menschen binden sich durchschnittlich früher und haben einen intakten Freundeskreis, der es ihnen ermöglicht, schneller neue potentielle Partner kennen zu lernen. Außerdem darf man die strukturellen Probleme nicht vernachlässigen: man blendet den Zufall aus, checkt die Leute ab, strengt sich infolge der Erfahrungswerte - man weiß ja nicht, ob sich die Mühe lohnt - so sehr an; auch ein Date mit einer gut aussehenden Frau nicht weiter ins Gewicht fällt. Und zu frustriertes Onlineshoppen kann auch dazu führen, dass man den Glauben an die große Liebe verliert!
 
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  • #5
Hier die FSin.
Nein, Frederika, es sind eben nicht alle, die zwecks Partnersuche ins Internet gehen. Immer noch gibt es aus verschiedenen Gründen Vorbehalte. Zudem gehen ja nur diejenigen in Online-Partnerbörsen, die auch einen Partner oder eine Partnerin suchen. Die, die nicht im Internet suchen, sind entweder glücklich liiert (und vielleicht sind diese Menschen eben z.B. stabiler, anspruchsloser oder was weiß ich), oder sie haben Hemmungen, ins Internet zu gehen. Immer noch hört man Aussagen wie "das habe ich doch nicht nötig!" o.ä.
Auffallend sind auch die vielen Enttäuschungen bei Dates. Man kann ja schnell ausgetauscht werden, den nächsten/die nächste anklicken und noch mal schnell von vorne anfangen. Das setzt (meiner Meinung nach) ein verschrobenes Menschenbild voraus. Der Mensch wird zur austauschbaren Ware, könnte man überspitzt ausdrücken.
Einige schreiben direkt, dass sie die Schnauze voll haben von der Internet-Sucherei. Man macht also Erfahrungen hier, die man im RL so nicht macht.
Klar sind die meisten Menschen mit dem Internet vertraut, aber nicht jeder wagt die Partnersuche hier. Es gibt Hemmschwellen.
Ich frage mich - und das Forum - ob Menschen, die nach einem Partner/einer Partnerin im Internet suchen, eben doch durchschnittlich anders "gestrickt" sind (was ich vermute) als andere Menschen, die diese Möglichkeit bewusst nicht wählen.
Ich freue mich auf weitere Beiträge.
 
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  • #6
Man muss z.B. auch so etwas wie Parallelkontakte aushalten können. Macht man wohl im RL nicht, oder? Und man muss damit rechnen, dass das Gegenüber solche Kontakte pflegt. Wenn man das nicht kann, sollte man es lassen.

Dann muss man es aushalten können, permanent in neue Biografien eintauchen zu müssen, seine eigene ständig neu zu erzählen und dabei auch nicht durcheinander zu kommen.

Dann muss man trotz DSL in der Lage sein, das Tempo zu drosseln.

Dann muss man deutlich mehr Absagen verkraften als im RL.

Dann sollte man sich keinen Illusionen hingeben, dass man einfach husch husch einen passenden Partner findet. Auch im Internet gibt es so etwas wie Schicksal. Man kann da auch nichts erzwingen.


Eigentlich sollte die VHS einen Kurs anbieten, wie man im Internet einen Mann/eine Frau findet. Dann gäb es weniger Kummer.


Mir ist auch neu, dass sich alle anmelden, weil sie einen Partner suchen.
Es gibt viele, die gar nicht wissen, was sie hier machen. Die erst nachdenken, wenn es zu spät ist. Viele testen einfach mal ihren Marktwert und andere, naja.....

w/39
 
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  • #7
Aushalten können! Das klingt nach Psychologin! Aber seien wir ehrlich: Parallelkontakte auszuhalten ist zu einem Gutteil gleichbedeutend mit der Verabschiedung romantischer Vorstellung. Anstelle von Gefühlen tritt purer Pragmatismus. Und das Besondere geschweige denn individuelle Biographien nimmt man doch so nicht mehr wahr. Im Zweifelsfall ist das Individuelle, weil es Angst macht, sogar noch Grund, sich zurückzuziehen und anderweitig zu suchen.
 
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  • #8
Viele, die im Internet suchen, halten es für richtig, einen Menschen erst von innen und dann von außen kennenzulernen. Das unterscheidet sie von den vernünftigen Leuten.
 
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  • #9
ne nr 7.. das ist genau andersherum... im inet entscheidet erstmal das äussere! fotos entscheiden ob man sich datet nicht das gelabere per mail!
 
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  • #10
@3 "dass hier tendenziell die Liga ewiger Singles und beziehungsgestörter Menschen höher ist"
Diese Aussage gefält mir gar nicht, denn viele Menschen (auch ich) sind einfach den beruflichen Zwängen gefolgt, haben ihre Heimat, den festen Freundeskreis etc. verlassen und haben jetzt keine Lust, auf den unwahrscheinlichen Fall zu warten, in einer noch neuen Stadt DEN Partner zu finden. Wäre ich in meiner Uni-Stadt und damit in meinem alten Freundeskreis geblieben, hätte ich mich wohl nie hier angemeldet.
Vielleicht sind die Menschen, die online suchen, etwas pragmatischer eingestellt als die Romantiker, die auf das Glück im RL hoffen.
 
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  • #11
@7: Du hast es auf den Punkt gebracht.

Den Menschen mit all seinen Facetten sieht man leider erst beim ersten Treffen. Das ist das Hauptproblem und auch nicht zu beseitigen.

Das endet dann - naturgegeben - oftmals mit einer Enttäuschung. Eine lange E-Mail-Vorgeschichte kann das entsprechend verstärken.

Sofern das erste Aufeinandertreffen erfreulich verläuft, entstehen nach meiner Erfahrung mitunter "Kopfbeziehungen". Damit meine ich Beziehungen, in denen vieles (objektiv) passt, aber die beiden Menschen sich im RL nie kennengelernt hätten - auch wenn sie sich begegnet wären. Dieser erste Blick im RL (" Hey - ich mag ihren Gang, ihre Mimik und Gestik") mit all seiner unbewussten Selektion und ggf. Zuneigung oder gar Faszination wird quasi ausgehebelt. Natürlich findet dieser "erste Blick" auch beim ersten Treffen statt. Und bei Nichtgefallen führt er zum Abschied, ABER dennoch findet die Auswahl unter Online-Bedingungen anders statt, als im RL. Eben so, dass Menschen unter diesen Bedingungen eher eine Beziehung starten, obwohl sie nicht wirklich zusammen gehören.

Die Frauen, die mir hier online begegnet sind, waren vielfach sehr attraktiv und interessante sowie reizvolle Persönlichkeiten. Die Auffassung, dass man hier überwiegend gestörte oder uninteressante Menschen trifft, teile ich nicht.

Wenn man häufig fremde Menschen datet, geht das - so meine Erfahrung - auch nicht ganz spurlos an einem vorbei. Es sind immerhin Menschen mit Hoffnungen, die sich begegnen. Diese diversen Möglichkeiten quasi fließbandmäßig abzuarbeiten, ist nicht mein Stil.

Mein Fazit: An sich ist das ein Ansporn, im RL inspirierende Frauen anzusprechen. Damit spart man sich diverse Mails und der "erste Blick" darf entscheiden, mit wem man gerne einen Kaffee trinken möchte.
 
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  • #12
Dass es hier nur nach Fotos geht, kann ich nicht teilen. Und auch bei den Fotos geht es nicht nur um Attraktivität, sondern ob etwas rüberkommt. Ausstrahlung, ein nettes Lächeln - ich muss sagen: aufgrund von negativen Erfahrungen mit einem bestimmten Frauentypus, klicke ich Frauen, wenn sie auf den Fotos zu verführerisch rüberkommen, weg. Ansonsten sind für mich gemeinsame Iteressen, die Kontaktanbahnung per Mail wichtig. Frauen, die mich mit kurzen Grüßen und unpersönlich anschreiben, reizen mich z.B. nicht. da kann ich mir schon denken, was dahinter steckt.
 
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  • #13
Zu #10: Vielleicht würde man sich sogar unter anderen Umständen leidenschaftlich verlieben, aber es fehlt eben der besagte Zufall, der das erste Treffen so besonders macht, und somit auch die romantische Geschichte.
 
  • #14
Nein, anders gestrickt sind die Menschen nicht. Das einzige was uns unterscheidet ist die bewusste Suche und dass man sich dadurch deutlich mehr Gedanken darüber macht was man eigentlich möchte (und was nicht).

Und bitte, hört auf hier mehr gestörte etc. zu wittern. Im RL befasst Du Dich mit denen schlichtweg gar nicht, genauso ist es eine Mär dass es hier Augenlastiger wäre. Auch im RL geht die erste Entscheidung, interessant oder nicht über die Optik. Und natürlich gibts auch im RL Paralellkontakte. Ich kenne ja schliesslich nicht nur eine Frau. Die sache mit den Freudneskereisen in denen man schnell wieder jemanden findet: Nun ja, das mag ja bis etwa 30 so sein. Darüber werden die Singles dort etwas spärlicher und schon gar diejenigen die man als PArtner überhaupt in Erwägung ziehen würde.

Das kennenlernen ist anders, ja. Man begegnet den Menschen in einer anderen Absicht und Situation. Aber das lernt sich und dann ist es eh immer an einem selber. Wenn man dem DAte gegenübersitzt ist nichts mehr virtuell sonder so real wie wenn man sich im RL getroffen hätte- es ist ja reell
 
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  • #15
Ich glaube nicht, dass sie anders sind. Die Situation ist nur anders und die Online-Suchenden müssen sich eben darauf einstellen. Die Mails und Telefonate können - wenns passt - eine Vertrautheit schaffen, die es nun mal schwer macht, dem Anderen im "Real Life" unvoreingenommen zu begegnen.
Der erste Blick ist eben nicht mehr wirklich der Erste. Man hat schon einen Blick hinter die Kulissen geworfen und muss nun schauen ob der persönliche Eindruck damit vereinbar ist. Dieser Abgleich wirkt recht kopflastig, abgeklärt und nüchtern. Aber im RL wird eben schon beim ersten Blick "aussortiert", so dass es zu einem Kennenlernen auf der Ebene, die die Online-Suchenden schon vor dem ersten Treffen betreten hatten, gar nicht erst kommt.
Es ist natürlich nicht schön, wenn man bei einem ersten Treffen mit einem Mann, mit dem man online und telefonisch auf einer Wellenlänge war, "aussortiert" wird. Es fühlt sich anders an, als wenn hunderte Männer auf der Straße an mir vorbeigehen, die mir nach einem ersten flüchtigen Blick keinen zweiten zuwerfen - aber es ist eigentlich nichts anderes. (W/51)
 
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  • #16
Von #7 @ #10: Ich halte Deine Feststellung für sehr richtig! - Weil man im Internet den Menschen nicht mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, muß man sich Selektionskriterien ÜBERLEGEN, die man an das anlegt, was jemand von sich SCHREIBT. Die Partnersuche im Internet ist sehr vernunftgesteuert. Daß es im Internet sehr auf die Fotos und insofern natürlich - wie im RL auch - auf Äußerlichkeiten ankommt, ist kein Widerspruch dazu.
 
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  • #17
Ja, ich denke, es gibt da sicherlich eine Reihe von Unterschieden:

- erste und vielleicht wichtigste Voraussetzung sollte die Bereitschaft und Fähigkeit sein, über eine schriftliche Auseinandersetzung in den Prozess des Kennenlernens einzusteigen. Das heißt, dass man sich gut schriftlich ausdrücken kann und ebenso in der Lage ist, Texte zu lesen und zu interpretieren. Und auch einen schriftlichen und telefonischen Kontakt richtig interpretieren kann. Viele Teilnehmer/innen sind sich dieser Anforderung aber nicht bewußt und haben dann damit Probleme - und arbeiten deshalb auf schnelle persönliche Treffen hin, bei denen sie zwangsläufig sehr oft frustriert werden.

- die Mehrzahl der Online-Suchenden sind Menschen, die bereits die Erfahrung gemacht haben, im RL innerhalb ihrer sozialen ud lokalen Möglichkeiten, keinen geeigneten Partner zu finden. D.h. die hier Suchenden sind häufiger Personen, die eben nicht problemlos auf andere zugehen können, die keinen sehr großen Bekannten- und Freundeskreis haben, die nur eingeschränkt kommunikativ sind und auch nicht immer attraktiv und begehrenswert auftreten (damit meine ich nicht nur „gut aussehend“).

- deshalb sollte man davon ausgehen, dass bei der Online-Suche Normalität und Durchschnittlichkeit in Hinblick auf Äußerlichkeit und Auftreten noch viel häufiger vorkommen als im RL – ganz unabhängig von Bildungsstand und Sozialstatus.

- und schließlich sind es gerade bei der Gruppe ü40 oder ü50 auch häufiger Menschen mit einer Lebensituation, die für die Entwicklung einer (neuen) Partnerschaft eher nachteilig ist, wie z.B. hohe berufliche Anforderungen, alleinerziehend, familiäre Verpflichtungen etc. und natürlich auch generellen Näheproblemen.
 
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  • #18
Ich habe eine Reihe von alleinstehenden Freundinnen, die nicht im Netz auf die Suche gehen mögen.
Einige sagen, dass sie keinen Partner (mehr) suchen. Einige trauen sich aber auch einfach nicht. Sie möchten sich nicht mit fremden Männern treffen.
Die Internet-Suche ist gnadenlos. Man merkt schnell, ob man gut ankommt, und es ist nicht gut für das Selbstwertgefühl, abgelehnt zu werden. Es ist wie ein gigantischer Viehmarkt, man ist immer auch ein bisschen die Kuh, die abgeschätzt wird. Das muss man abkönnen.

Ich würde mal behaupten, dass Singles, die online auf die Suche gehen, mutiger sind, als die , die behaupten, sie würden auf den großen glücklichen Zufall an der Käsetheke warten.
w49
 
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  • #19
Als mein jetziger Ex-Mann und ich uns nach 30-jähriger Ehe trennten, war ich Anfang 50, weder gestört noch beziehungsunfähig! Ich habe 6 Jahre lang mein Single-Dasein richtig genossen! Dann fand ich, dass es an der Zeit war, mich wieder nach einem Partner mit entsprechendem Niveau umzusehen.

Mein sehr stabiler Freundeskreis bestand (und besteht) überwiegend aus Paaren und einigen weiblichen Singles (verwitwet). Da ich beruflich in sehr exponierter Position tätig war, gab es auch dort keine Chance, einen geeigneten Partner zu finden. Also habe ich mich bei EP angemeldet. Im Vorfeld habe ich sehr stark selektiert und mich in 2 1/2 Jahren mit rd. 20 Männern getroffen (mit zweien davon mehrfach). ALLE Männer waren sehr gebildet, höflich, zuvorkommend, vielseitig interessiert, belesen, kurzum: Sie hatten Niveau!

Gefunkt hat es dann allerdings nur bei einem! Und mit dem bin ich seit fast 2 Jahren glücklich!

Und um die Frage konkret zu beantrworten: Nein, anders als der Duchschnitt bin und war ich sicherlich nicht. Vielleicht ein klein wenig mutiger und mit dem Medium Internet vertrauter als andere Frauen in meinem Alter. Denn diese beiden Aussagen höre ich von anderen Frauen in meinem Alter, die inzwischen alleine leben, häufig!
 
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  • #20
ad 18:
Das scheint mir doch eine falsche persönliche Wahrnehmung. Denn der Durchschnitt (!) ist eben nicht "in exponierter Position" tätig, in der man keine adäquaten Partner mehr findet. Das ist dann eben schlicht ein weiterer Grund für eine online-Suche.
 
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  • #21
ad 19: Was hat das mit einer falschen Wahrnehmung zu tun, dass ich nicht anders bin als der Durchschnitt, nur eben etwas mutiger und.......

Dass ich in exponierter Position tätig war, diente lediglich der Erklärung, warum es für mich schwieriger war als für Andere, in meinem beruflichen Umfeld -aus dem sich ja bekanntermaßen oft Beziehungen/ Ehen ergeben- einen adäquaten Partner zu finden.