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Mathilda

  • #1

Sind Männer auch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verantwortlich?

Mittlerweile ist es ja immer mehr gelernt, dass Frauen den Beruf (oder Karriere) und das Kinder-Kriegen unter einen Hut kriegen müssen und somit einem immer größer werdenden Druck ausgesetzt. Welche Rolle spielt hier nun der Mann? Ist es immer noch in den Köpfen verankert, dass Frauen in der ersten Zeit nach der Geburt zu Hause bleiben und die Männer sich um den Broterwerb kümmern? Steht und fällt die Vereinbarkeit mit dem Entgegenkommen des Mannes sich auch einmal unterzuordnen?
 
G

Gast

  • #2
Beide sind verantwortlich. Ich würde schon zu Hause bleiben um mich vor allem im Kleinkindalter um mein Kind zu kümmern, es zu lieben,den Haushalt zu führen und dem Mann ein behagliches Nest zu bieten. Wäre ich auf mich allein gestellt - müsst ich raus. Die Situation würde täglich zeitliche, zwischenmenschliche Kürzungen nach sich ziehen. Würde ein Mann zu Hause bleiben wollen, wäre auch das eine Möglichkeit.
 
  • #3
Natürlich sind beide gleichermaßen für das Kind verantwortlich, aber ebenso natürlich ist es, dass Mütter stillen und Babys brauchen in den ersten Monaten ihre Mutter -- an deren Geruch, Stimme und Körper sind sie bereits neun Monate gewöhnt. Ich finde es hochgradig albern, aus rein politisch-korrekten Gründen so zu tun, als ob Männer eine besondere Affinität zu Babys hätten. Die haben sie eindeutig nicht. Baby-Vesorgung ist naturgegebene Aufgabe der Mütter. Wer das nicht will, soll einfach bitte keine Kinder kriegen.
 
G

Gast

  • #4
Was für eine Frage. Natürlich sind sie das. Es kann doch nicht angehen, dass eine Person in einer Beziehung, in diesem Fall die Frau die ganze Last, neben der Freude trägt. Es ist doch hinlänglich belegt, was ein Kind ganz nüchtern betrachtet einer Frau "kostet" inkl. Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, Versorgung und Pflege, Nachteile im Beruf, Verdienstausfall, blöde langweilige Hausarbeit, womöglich auch noch isoliert (grüne Witwen). Das ist ja das perfide an der ganzen Diskussion, dass bisher bei der Idee der Vereinbarkeit (bereits in den 70er gab es die Diskussion) fast ausschließlich an Frauen gedacht wird und nicht auch an den Mann und Vater.
 
G

Gast

  • #5
#2
Ich kenne einige Männer, die ganz vernarrt in Babies sind (übrigens Ingenieure) und am liebsten zu Huase blieben für die erste Zeit. Wenn doch nur das Stillen nicht wäre.
 
G

Gast

  • #6
Ja, beide sind dafür verantwortlich. Darum mag ich es überhaupt nicht, wenn es heißt, der Mann solle im Haushalt "mithelfen". Nein, heutzutage soll er nicht mithelfen, sondern sich dafür genauso verantwortlich fühlen wie die Frau. Allerdings verhindern viele Frauen dies unbewusst, indem sie dem Mann ihre Art der Haushaltsführung aufdrücken wollen. Das muss frau sich abgewöhnen.

Hinzu kommt, dass die deutschen Unternehmen es BEIDEN Geschlechtern endlich ermöglichen müssen, Familie und Beruf gleichermaßen miteinander zu vereinbaren. Dazu gehört zum Beispiel, dass es nicht mehr verpönt ist, das Büro gegen 19 Uhr zu verlassen. In den höheren Etagen vieler Firmen ist es geradezu Kult, bis in die späten Abendstunden anwesend zu sein. Und, Hand aufs Herz, damit können sich bestimmte (konservative) Männer auch vor ihrem Arbeitsanteil in der Familie drücken. Damit muss Schluss sein.
 
  • #7
Vergesst es..

Kinder zu betreuen ist in den Köpfen der Arbeitgeber immer noch Frauensache und der Mann soll bitte nicht mal dran denken irgendwie kürzer zu treten.. die die es doch tun sind immer noch Ausnahmen.. und 99% der Betriebe sind entsetzt wenn der Mann mit "Elternzeit" kommt.. Sehe ich gerade in meinem engerem Umfeld.. Da muss der Mann sogar Urlaub nehmen, wenn es der Frau schlecht geht.
 
G

Gast

  • #8
Wollt ihr etwa allen Ernstes andeuten, ein Mann solle sich Vollzeit um ein Kind kümmern und dafür seine Arbeit hinten anstellen? Finde ich sehr seltsam. Frauen sind, zumindest was Kleinkinder bzw. Säuglinge anbelangt, die einzige zu verantwortende Wahl, meiner Meinung nach.

Vielleicht könntet ihr das ja noch weiter erörtern, was genau denn hier gemeint ist.
 
  • #9
Theoretisch und in meinem Sinne natürlich. Aber praktisch habe ich da so meine Zweifel. Wenn der Mann "nein" sagt, hilft nur noch, sich einen anderen Mann zu suchen oder in den sauren Apfel zu beißen.
 
G

Gast

  • #10
Wenn der Mann es von selbst durchaus will, wirklich will weil er glücklich ist, würde ich es ihn machen lassen, mein Augenmerk darauf richten ob es so bleibt. Wenn nicht und er sich zurücksehnt - bin ich da.
 
  • #11
@#8: Ist es denn ein "saurer Apfel", sich als Mutter um das eigene Kind zu kümmern? Ich denke nein. Ganz im Gegenteil. Ich würde gar keinen Schlaffi als Mann wollen, der die weibliche Rolle übernimmt. Ich suche einen richtigen Mann.
 
  • #12
@10: Bitte versteh mich nicht falsch. Unter Vereinbarkeit von Beruf und Familie verstehe ich Folgendes:

- keine Arbeitstage von durchschnittlich mehr als 8-9 Stunden
- Flexibilität auf Arbeit, wenn Kinder krank werden, Arztbesuche anstehen bzw. Rückkehrmöglichkeiten generell in den Beruf/Job;
- Einsicht des Arbeitgebers, daß auch ein Mann seine Kinder nicht nur vom Foto auf dem Schreibtisch kennt, sondern daß er gelegentlich auch zuhause PRÄSENT ist. Vergleiche bitte die kürzlich erschienene Biografie vom Sohn Helmut Kohls - so ein Modell will doch kein Kind!
- Öffnungszeiten von Kindergärten, die sich an der Realität orientieren (z.B. keine wochenlangen Schließzeiten während der Sommerferien - welcher Berufstätige hat so viel Urlaub?)

Natürlich ist es kein saurer Apfel, sich um das eigene Kind zu kümmern - das gilt aber für Männer und Frauen gleichermaßen! Oder hättest Du ein Problem damit, wenn Dein Mann mal mit dem Kind zum Arzt gehen würde weil Du noch bis morgen ein Projekt abschließen mußt? Wäre er dann gleich unmännlich?

Es gibt Momente der Erfüllung und des Stresses im Beruf und auch bei der Kindererziehung
(Beispiel: Schreikinder, Trotzphase). Da finde ich es wünschenswert, sich beidseitig einzubringen. So mancher Mann ahnt ja nicht einmal, wieviel "Arbeit" ein Kind macht.
 
  • #13
@#11: Ja, soweit stimme ich Dir zu. Ich hatte die Titelfrage auf der persönliche Ebene angesiedelt und nicht auf der politisch. Gesellschaftspolitisch sind natürlich alle Bürger dafür verantwortlich, dass sich die Situation bessert. Da haben wir aneinandervorbeigeredet.

Was ich ohnehin nicht nachvollziehen kann sind diese Probleme mit Kindergärten. Warum sie nicht so früh öffnen und so spät schließen, wie es Berufstätige brauchen oder warum sie in den offensichtlich irrelevanten Schulferien schließen, ist einfach nur absurd. Das wusste ich so auch gar nicht und kann nur den Kopf schütteln. Ist das überall so? Natürlich müssten Öffnungszeiten an den Bedürfnissen der Kunden orientiert sein und Ferien dürfte es gar keine geben, genausowenig wie bei anderen Dienstleistungen, die angeboten werden.

Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn mein Mann mit meinen Kindern auch mal zum Arzt ginge. das würde ich nicht als unmännlich empfinden.
 
  • #14
@12: Nun, mein Kenntnisstand über Kindergärten ist nicht flächendeckend, aber allgemein bleibt zu sagen, daß es hier in Leipzig kein Problem darstellt (Kindergarten von 6.30-17.00 Uhr täglich geöffnet; nur zwischen Weihnachten und Silvester komplett geschlossen). Aber ich kenne aus dem Freundes- und Verwandtenkreis Beispiele aus Westdeutschland und der Schweiz, wo die Kindergärten um 8.00 Uhr öffnen, um 12.00 Uhr schließen, um 13.00 wieder öffnen und um 16.00 Ir wieder schließen (wenn sie nach Mittag überhaupt wieder öffnen, Mama hat ja gefälligst ab Mittag zuhause zu sein) und im Sommer 6 Wochen komplett geschlossen haben. Oder schweizer Schulen, welche bei jeder Fehlstunde die Kinder nach Hause schicken. Auch mir ist völlig schleierhaft, wie es Millionen Frauen und Männer schaffen, mit diesem extrem kundenunfreundlichem System klarzukommen und das täglich.