• #1

Sind kreative und künstlerische Menschen als Partner geeignet?

Liebe Forumsteilnehmer,

in meinem Freundeskreis diskutierten wir neulich inwieweit künstlerische und kreative Persönlichkeiten als Partner geeignet sind. Es gibt ja eine Menge Vorurteile bezüglich Künstler. Habt ihr schon Beziehungen mit solchen Persönlichkeiten geführt? Wie sind euere Erfahrungen? Ich bin selbst sehr hochkreativ, arbeite jedoch nicht in einem künstlerischen Umfeld.

Ich freue mich über eurere Rückmeldungen.
 
  • #2
Kreativität und partnerschaftliche Ansprüche sind unvereinbar, eines von beiden bleibt auf der Strecke. Der eine fühlt sich beeinträchtigt, wenn er immerzu aus seinen schöpferischen Tätigkeiten oder Gedanken gerissen wird, der andere, wenn der Partner zwar anwesend, aber nicht ansprechbar ist.
 
  • #3
Wie definierst du kreativ?

Ein Anwalt oder Steuerberater muss auch kreativ sein, wenn er sich irgendwelchen Unsinn ausdenkt, um erfolgreich seinen Mandanten vertreten zu können.

Ja ich denke Künstler haben vielleicht auch einen besseren Zugang zu ihren Gefühlen und denen anderer, sie sind vielleicht auch etwas empathischer und aus diesem Aspekt heraus für eine Beziehung besser geeignet.

Auf der anderen Seite sind sie wahrscheinlich eher etwas chaotisch, ein geordnetes Leben ist schwieriger.

Jede Medaille hat zwei Seiten.

Wichtig ist vor allem, dass man zu seinem Partner passt und da vielleicht ähnlich tickt, egal ob Buchhalter oder Opernsänger.

Große Unterschiede in der Wesensart ziehen sich zwar sicherlich erstmal grundsätzlich mehr an, aber für eine gute Partnerschaft sollten die Unterschiede sicher nicht zu groß sein.
 
  • #4
Merkwürdige Frage: »Künstler/innen« sind wie andere Menschen auch: mal kompliziert, mal einfach. Mal gut gelaunt, mal schlecht drauf. Mal liebevoll und manchmal auch böse ...

Hin und wieder rümpfen sie die Nase: wenn sie lesen, in welch kruden Kategorien die einen (oder anderen) denken.
 
  • #5
Was ist denn das für eine Frage ?
Klar sind sie geeignet.
Für einen passenden Partner.

w 51
 
  • #6
Es gibt ja eine Menge Vorurteile bezüglich Künstler. Habt ihr schon Beziehungen mit solchen Persönlichkeiten geführt? Wie sind euere Erfahrungen? Ich bin selbst sehr hochkreativ, arbeite jedoch nicht in einem künstlerischen Umfeld.
Es gibt bei allen Themen und bei vielen Menschen Vorurteile, das ist nicht das Problem, das Problem sehe ich, dass man mit den unpassenden Menschen zusammen ist. Da ich selbst hochkreativ bin und mich auch aktiv in der bildenden Kunst beschäftige, umgebe ich mich im Privatleben überwiegend mit solchen hochkreativen Menschen. Es gibt Menschen wo die Chemie, die Einstellung nicht passt, nicht stimmig ist, da brauchst du schon gar nicht über bestimmte Themen diskutieren wollen.
Das ist so ähnlich, als wenn du dich selbstständig machen möchtest und du bist überwiegend und ausschließlich mit Menschen als Arbeitnehmer zusammen, die würden dich von deiner Selbständigkeit abraten mit zig Argumenten, bist du es selbst glaubst, bist du überwiegend und ausschließlich mit erfolgreichen Selbstständigen zusammen, die würden dir gut zu reden, so ist das nunmal mit Menschen.
Auf deine Eingangsfrage: “Sind kreative und künstlerische Menschen als Partner geeignet?“
Meine klare und unmissverständliche Antwort:
Warum nicht, natürlich erst recht, wenn es um kreative und künstlerisch begabte Menschen geht, dann geht es vermutlich nur so. Wenn es passt, wenn es Liebe ist, ist alles gut. Ich habe den Eindruck, dass du nicht mit den für dich passende Menschen zusammen kommst, dann solltest du dir ein anderes Umfeld schaffen, wo deine Kreativität geschätzt wird. Zum Nachdenken. Es gibt eine chinesische Weisheit, die lautet: lebst du unter Lahmen, so lernst du hinken!
 
  • #7
Hallo,

das ist so eine Sache.
Ich habe neben dem Studium noch eine Ausbildung in einem künstlerischen Bereich gemacht.
Es kommt bisschen drauf an, aber ja..so manche,r die,der sich als Künstler wahrnimmt denkt, dass zwischen menschliche Regeln für ihn nicht gelten. Beim Theater ist Promiskuität und Untreue fast die Regel, so habe ich das erlebt.
Ich war mit einem brotlosen Regisseur kurze Zeit zusammen: er log. Er ging fremd. Er nutzte den Job um Frauen aufzureißen. Er war eitel. Eine Partnerin war für ihn "Muse" nicht Mensch.

Regeln bestätigen die Ausnahme aber ich habe mich lang genug in dem Metier getummelt um sehr vorsichtig zu sein wenn Leute offensiv als "Künstler" auftreten. Kreativ und begabt sind wir alle, finde ich. Aber wer das wie ein Schild vor sich hertraegt, benutzt es oft als Legitimation, was Besonderes zu sein und auch unmenschlich zu handeln. Ganz im Sinne von "maske" und "the show must go on", egal ob schon jmd am Boden liegt....

Am liebsten sind mir Menschen die kreativ sind, das ausleben, aber auch eine bodenständige und pragmatische Seite haben. Die haben dann halt oft mehrere Jobs und " Berufungen " bzw Interessen...
 
  • #8
Sorry für das was jetzt kommt.

Unter der Kreativen und Künstlern gibt es einem im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung besonders hohen Anteil von dramatischen bzw. sehr individuellen Persönlichkeiten. Wesentlicher Teil solcher Charakterzüge sind oft Beziehungsstörungen bzw. besondere Anforderungen an Beziehungen (z.B. wenn ein Kreativer hochsensibel ist). Deren Kreativität ist oft ein Ausdruck schwieriger innerer Welten. Kunst ist oft die Verarbeitung von Problemen.

Künstler leben außerdem oft in monetär eher prekären Verhältnissen. Als Paar mit so einem Menschen kann man sich dann nichts leisten (z.B. Urlaub, Immobilien oder Kinder) oder muss sie sponsern.

Man kann spannendes z.B. Dramen mit solchen Menschen erleben. Wenn man darauf steht, warum nicht ;) Langweilig sind sie jedenfalls nicht.

Das sind meine Erfahrungen.
 
  • #9
...also diese Frage hat wieder so ein " Geschmäckle".
Ich kenne ( erfolgreiche) Künstler, die sind seit 30 Jahren verheiratet und treu .
Ich kenne ( erfolglose) Künstler, die sind seit 18 Jahren geschieden.
Da gibt es kein Pi x Daumen= Allgemeingültigkeitsrezept.
Ich habe festgestellt, dass freie Berufe gut zu freien Berufen passen, da dann nach dem offiziellen Feierabend auf keinen Fall der Stift aus der Hand fällt. Arbeit geht vor Vergnügen. Es zählt der Erfolg, nicht die Mühe zum Erfolg.
Arbeit und Freizeit/Hobbies gehen ineinander auf.
Ein Beamter hätte hätte da wohl Schwierigkeiten.
Das passt dann nicht.
Grundsätzlich sind Künstler bindungsfähig, klares ja. Jedoch hatte ich immer Probleme mit Menschen, die sich selbst als Künstler bezeichnet haben, dass waren dann unausgegorene Schaumschläger.
Ich bezeichne sie als Kreative, Künstler ist fast zum Schimpfwort verkommen.
 
  • #10
Auf keinen Fall sollte man das Leben seines Partners, der als " Künstler" arbeitet sponsern, das bringt auf Dauer Frust und eine Frau ist eine Frau und der Begriff "der Muse" gehört in eine andere Zeit.
 
  • #11
Ich möchte gerne ein wenig unterscheiden.....
Es gibt Menschen, die Künstler sind - und als solche auch kreativ.
Dann gibts die eher einfallslosen Menschen, die aber begeistert werden können.
Es gibt Menschen, die in Bereichen, die mit Kunst weniger zu tun haben, aufgrund ihres Könnens, Wissens und der Begeisterung für ihren Bereich durchaus erfinderisch sein können
Es gibt Menschen, die sich für kreative Künstler halten. Diese Meinung aber ziemlich exklusiv haben.
Und es gibt die Wanderer zwischen den Welten ....

Ich persönlich kann ausschliesslich mit den "Möchtegerns" nichts anfangen. Diese findet man sehr oft bei Lehrern, in der Werbung, der Modebranche und auch bei den Politikern. Ich bin eben altmodisch - wer nix kann und weiss, hält den Mund. Kann aber genau diese Sorte Mensch nicht.
 
  • #12
Ich denke das kann man nicht pauschal sagen. Ich kenne solche und solche.

Diejenigen, die vor allem um sich selbst kreisen, was sicher auch daher kommt, dass es bei der Kunst ja darum geht sich auszudrücken und eine individuelle Sichtweise zu präsentieren. Außerdem müssen viele Künstler und Kreative auch viel Kritik und Ablehnung aushalten, ebenso wie finanzielle Durststrecken, was oft nicht gerade das Selbstbewusstsein stärkt.

Ich kenne aber auch Künstler und Kreative, die das Ganze sehr professionell angehen, unternehmerisch denken. Die sind in der Regel emotional ausgeglichener und verlässliche Partner.

Für mich käme nur jemand aus Kategorie 2 als Partner in Frage, wobei die ersteren sicher auch interessant und aufregend sein können, dann aber nur für eine Affäre oder eher unverbindliche Beziehung, denn diese Menschen können/wollen meist auch keine Verbindlichkeit bieten.
 
  • #13
... inwieweit künstlerische und kreative Persönlichkeiten als Partner geeignet sind. Es gibt ja eine Menge Vorurteile bezüglich Künstler.
Dann dürften viele Frauen nicht als Partnerin geeignet sein.

Ich finde es schön, wenn jemand kreativ ist und bewundere das. Bei einer Partnerin finde ich das auch nicht pauschal negativ. Wenn Du die "kreativen" meinst, die hinter "Kreativität" verstecken, dass sie im Grunde im Leben nichts wirklich auf die Reihe bringen und das hinter "Kreativität" verstecken, dann ist es so, dass die nicht zu mir passen (ich bin für die zu nüchtern, pragmatisch und zielgerichtet), aber sich natürlich auch jemand findet, der mit ihnen trotzdem sehr gut klarkommt, aber mit mir nicht.

Das Problem sind daher also eher die Vorurteile bzw. die Frage an sich. Es gibt keine pauschale Antwort. Es gibt Menschen, die sind mit kreativem Partner glücklich, welche, die sind mit chaotischem Partner glücklich und welche, die mit irgendwelchen anderen Partnern glücklich sind. Die Frage kann Dir niemand anders beantworten als Du selbst, denn Du musst ja mit einem Partner mit bestimmten Eigenschaften klarkommen.
 
  • #14
Mein bester Freund lässt sich durchaus dieser Gruppe zurechnen, wenn man darunter folgendes zählt: einerseits charismatisch, sehr sozial, immer ein offenes Ohr für Freunde, andererseits sehr unzuverlässlich in zeitlichen und finanziellen Dingen. Er ist jetzt in einer doch recht glücklichen Beziehung inkl. Kleinkind, also ja es geht. Aber ich wollte mit ihm nie eine Beziehung führen, weil mich der Punkt "Unzuverlässigkeit" extrem gestört hat. Ich brauche einen Partner, der mich zwar nicht finanziell aushält, mit dem ich mir aber einen "normalen" Lebensstandard erlauben kann, ohne dass ich die Ernährerin bin.
Das ist auch in seiner Beziehung immer noch ein Problem, aber er hat sich zumindest soweit geändert, als er ein festes (wenn auch geringes) Einkommen hat und der Familie einen geringen Lebensstandard bieten kann. Aber sie ist durch ihn auch zur Überlebenskünstlerin aufgeblüht, Sozialwohnung und Angewiesenheit auf Flohmärkte. Wäre für mich ein No Go, aber ich freue mich für ihn, dass es so gut klappt und beide sich gefunden haben.
w34
 
  • #15
Lieber Gast
Ich finde, diese Frage ist doch viel zu breit gestellt und als solches auch nur in Form von Vorurteilen oder kleineren Anekdoten zu beantworten.
"Kreativ und künstlerisch" kann ein erfolgreicher Grafikdesigner sein, ein Journalist, der nebenher an seinem Erstlingsroman schreibt, ein tingelnder Strassenperformer, Fotograf, Musikstudent.
Mein Eindruck ist, dass man auch die Kunst des potentiellen Partners ein wenig mögen muss, um zusammen zu sein. Es geht ja nicht, dass man sich z.B. jedes Mal die Ohren zuhält, wenn Schatz seinen neuen Song probt.
 
  • #16
Ich würde das nicht auf Künster/innen eingrenzen. Jeder Mensch, der einen Plan für sich im Leben hat - Kunst, Karriere, sportliche Ergebnisse, Weltreisen, ..., zieht diese Energie aus der Beziehung ab und wird im Fall der Fälle das Verfolgen seines Ziels an erste Stelle setzen, statt die Fortsetzung der Beziehung.
Nur ist einer, der unbedingt ein großer Anwalt werden will, angesehener bei den Frauen, als einer, der gern malt oder schriftstellert und denkt, er käme groß raus. Von Musikern rede ich jetzt mal nicht, weil die ja meist auch noch auf Tournee gehen, wenn sie erfolgreich werden. Oder sie wollen Filmmusiken machen oder Werbejingles.

Wie jetzt Frauen gesehen werden, die kreativ sind ... also wenn der Mann gern ne Hausfrau hätte, die gern malt und mal im Kulturhaus ausstellt, sich ansonsten aber um ihn, die Beziehung und die Kinder kümmert, seh ich kein Problem. Wenn der Mann in einer Wohnung leben muss, wo überall Dekogebasteltes von der Frau hängt, könnte ich mir vorstellen, dass es Probleme gibt.
Wenn beide verdienen müssen, um einen Lebensunterhalt zu sichern oder der Mann nicht Alleinfinanzierer sein will, wird die Frau entweder schon als Künstlerin erfolgreich sein müssen und gut verdienen, oder aber sie hat einen gutbezahlten Beruf und übt ihre Kunst dann aus, wenn es die Beziehung nicht beeinflusst. Wie jedes andere Hobby.

Du musst auch unterscheiden zwischen Kreativen, die ihre Schränke selbst streichen und neue Griffe ranschrauben, und Künstlern. Die einen basteln gern und können es lassen, wenn es gerade nicht passt, die anderen MÜSSEN Kunst machen, sich ausdrücken, sonst gehen sie seelisch ein.
Wenn Kunst ein Job ist, hat der Mensch auch noch Zeit für den Partner, wenn Kunst NACH dem "richtigen" Job gemacht wird, kann es genauso doof sein, als würde der Partner stundenlang am PC spielen.
Es gibt ja eine Menge Vorurteile bezüglich Künstler
Welche?
Was meint das genau? Kreativ Kochen ist ja was anderes als alles umhäkeln.

Ich hab in Deinen anderen Threads geguckt, weil ich nicht wusste, ob Du w oder m bist. Du schriebst von Deinen Problemen mit Freundschaften und Neid von Frauen. Also frage ich mich, ob Deine Bekanntinnen drauf rumreiten, dass Künstler keine guten Partner sind, weil Du einen Partner willst und kreativ bist. Wenn die anderen unkreativ sind, werden sie Dir das bestätigen, dass es an Deiner kreativen Ader liegt, weil alles, was Du hast, doofer sein muss. Nicht aus Neid, sondern weil Du Dich als Opfer anbietest, an dem man sein Leben schöner finden kann - unterscheide das besser, sonst siehst Du Deine Probleme nicht.
 
  • #17
Nein, für normale Leute nicht geeigent. Künstler sind viel reifer und verantwortungsbewusster als andere und geben sich wenig mit Sinnlosigkeiten ab. Das sehe ich z.B. an meinen Künstlerfreunden auf Facebook. Die melden sich nur zu Wort, wenn sie was verrichtet haben in ihrer Kunst und würden neimals sinnlose Hundevideos zur Belustigung teilen, weil ihnen langweilig oder gerade danach ist.

Die Künstler die ich kenne, brauchen viel Ruhe, wenig Ablenkung und ihre Kunstart wirkt auf sie wie eine Therapieform. Sie müssen mehr managen als andere, alleine zurecht kommen und sehr hart arbeiten, um ihr Geld nach Hause zu tragen, da bleibt wenig Zeit für anderen Unsinn oder Auseinandersetzungen. Zudem gönnt man ihnen ihr freies Künstlerleben häufig nicht. Daher ziehen sie sich sozial zurück und wollen mit vielen normalen Leuten häufig nichts mehr zu tun haben, oder auch weil man sie ständig fragt, warum sie machen, was sie machen und keinem normalen Job nachgehen. Das regt Künstler auf, weil sie sich nicht erlauben können, zurückzulehnen oder was anderes zu machen.

Die Berufskünstler die ich persönlich aus meinem Umkreis kenne, wirken auf mich jedoch hochintelligent und machen viele Dinge gleichzeitig.
Das schlimmste, was einem Künstler passieren kann, ist wohl ein Partner, der ihn anders haben will. Da blocken eigentlich alle Künstler.
Es liegt eben auch daran, dass Künstler einen schlechten Ruf genießen, man ihnen wenig gönnt, und sie hart ihr Geld verdienen müssen. Also müssen sie sehr gut sein, um überhaupt überleben zu können.

Das Gerücht, dass Künstler Drogen verfallen sind, herumhuren und unkoordiniert sind, ist allerdings ein Märchen. Mit den Leuten mit denen ich gesprochen habe oder mich ab und zu treffe, und die gut abliefern, haben alle gesagt: Sie sind Profis, trinken kein Alkohol, nehmen keine Drogen, machen sehr viel Fitness, liefern ab und gehen wieder nach Hause und haben einen sehr harten Arbeitsalltag von morgens um 4:30 bis nachts um 23 Uhr. Da ist nichts mit Party, Besaufen oder sonstige Ausschweifungen. Wenn überhaupt gehen sie 1x im Jahr und treffen sich mit Kumpels. Sie müssen klar im Kopf sein, sich fit halten, um ihren Alltag bewältigen zu können und fokusiert zu bleiben, sonst wirds echt schwer, um sich dauerhaft am Markt zu etablieren.

Noch was: Ich habe persönlich noch keinen "emotional gebrochenen" Künstler kennengelernt. Alle sind extrem selbstbewusst und lernen sehr viel durch ihre Kunst! Sie müssen wissen, wer sie sind und was sie wollen, egal ob Ablehnung kommt oder nicht und können nicht einknicken wegen anderen oder sich beeinflussen lassen.

Hobbykünstler, die einfach nur gerne zeichnen, musizieren, etc. würde ich jetzt nicht als Künstler bezeichnen. Die legen ihr Zeug weg, wenn ein Partner kommt und machen was anderes. Richtige Künstler sind viel mehr Geschäftsleute und Manager, die nichts weglegen können.
 
  • #18
Erstmal finde ich die Frage sehr komisch! Ein kreatives/erfinderisches Leben führt doch jeder irgendwo, außer man arbeitet am Fließband und kommt heim und schalte den Fernseher ein und mache sonst nichts mehr.

in meinem Freundeskreis diskutierten wir neulich inwieweit künstlerische und kreative Persönlichkeiten als Partner geeignet sind.
Die Frage ist überflüssig, denn

1. in deinem Freundeskreis wird sich ein Künstler (Berufskünstler) gar nicht aufhalten, die haben ihren eigenen kleinen sozialen Kreis, häufig aus ebenfalls Künstlern, die sie verstehen und sich gegenseitig unterstützen und hochpushen, sonst würden sie gar nicht überleben können. In der normalen deutschen Gesellschaft würde (wie du an deinen Freunden siehst) ein Künstler abgewürgt werden aufgrund seiner Eigenwilligkeit, Eigenständigkeit oder weil er immer andere Ideen hat als andere. Das kann sich ein Künstler also nicht erlauben, denn er braucht ständig Zuspruch und keine Demotivation.

2. Ein guter Künstler, der weiß, was er kann, setzt sich selten in so eine Mitte eines Freundeskreise, wo andere abhängen, die darüber diskutieren, ob ein Künstler ein guter Partner wäre. Abwertender geht es ja nicht. Das ist keine Förderung für einen Künstler.

3. Künstler-Männer (z.B. Musiker) sind schwierig. Die bevorzugen statt einer Künstlerin lieber eine graue Maus und ein praktisches Leben (also die Frau von nebenan, die alles richten kann), die im Schatten des Mannes steht und ihm den Rücken stärkt und selber nichts zu sagen hat und zurück bleibt. Alle Frauen, die ich (wenn ich von ihnen wusste, dass sie mit Musikern zusammen war) höchstens 2 Jahre zusammen und das war dann wegen des Ruhms und der Mann war zu viel unterwegs oder arbeitete zu viel. Die Männer waren alle psychisch krank/depressiv, emotional kalt, wollten keine Familie oder andere Blockaden. Sie wollten alles für ihren Traum geben und die Frau hatte nur die Möglichkeit, mitzuziehen. Was sie auch bereitwillig tat - bis zu dem Punkt, wo sie merkte, der Typ ist auch wie jeder andere, wenn nicht sogar langweiliger. Die Künstler-Männer wohnen oft sehr schäbig, legen wenig Wert auf solche Dinge, weil sie nie daheim sind oder nur in ihrem Tonstudio sind und dort teilweise auch schlafen.

4. Bei Künstler-Frauen habe ich festgestellt, dass hinter dem Glamour ein normaler, fester Partner steht, der wenig im Rampenlicht steht und seine Künstler-Partnerin ihr Ding machen lässt. Was anderes kann er auch nicht tun, wenn er seine tolle Künstlerin behalten will.

Ich bin selbst sehr hochkreativ, arbeite jedoch nicht in einem künstlerischen Umfeld.
Dann betrifft dich das Thema doch gar nicht! Hochkreativ müsstest du genauer erklären. Bastelst du gerne? Für dich wäre eben wichtig, dass ein Mann deine Sachen wertschätzt, die du kreierst und nicht abwertig darüber spricht.
 
  • #19
Auf keinen Fall sollte man das Leben seines Partners, der als " Künstler" arbeitet sponsern, das bringt auf Dauer Frust und eine Frau ist eine Frau und der Begriff "der Muse" gehört in eine andere Zeit.
Interessant auch dass in der Geschichte kein "Muserich" einer begabten Frau bekannt ist.

Ich schliesse daraus, Frauen sind aus sich selbst heraus begabt und erfolgreich, Männer mussten oft dafür eine Frau benutzen (egal ob "Muse" oder die die "rücken frei hält")

Wie heisst es so schön: hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, die ihn unterstützt.
Hinter jeder erfolgreichen Frau stehen schwache Männer, die versuchten, sie aufzuhalten :)

Aber das ist OT..
Liebe TE..worum gehts den konkret?
Es ist ja auch ein Unterschied ob jmd zurückgezogen als Autor lebt oder im Show BIZ arbeitet...
 
  • #20
Der nicht unbekannte Künstler, der über mir gewohnt hat, hat seiner Kreativität mit Pilzen und anderen Drogen nachgeholfen, regelmäßig ab spätem Nachmittag bis in die tiefe Nacht gearbeitet - zum Glück in seinem Attelier. Und dann hat er zuhause mit lauter Techno Musik vollgedröhnt so ab 3-4 Uhr morgens den Feiermorgen eingeläutet.

Meine Meinung zu Künstlern und deren Kreativität und Kreativitätsbeschleunigern ist daher nicht ganz unbeeinträchtigt.

Der Mann hatte immer mal wieder Freundinnen gehabt, die meistens auch Künstlerinnen oder Kunststudentinnen waren.

Irgendwann hat er eine dann geschwängert, mit der er erst sehr kurz zusammen war, und ist dann zum Glück mit ihr nach Berlin umgezogen.

Und ja, der war ein emotionaler Softy vor dem Herrn... Sehr nett, sehr höfflich... Alles wunderbar, wenn man nicht im gleichen Haus wohnen muss.

Allerdings wird man mit so einem Menschen wohl langfristig nur glücklich, wenn man auch extrem offen für Neues und Experimente ist und sich nicht nach Stetigkeit und Sicherheit orientiert.
 
  • #21
Guten Morgen,

nicht jeder Künstler säuft Absinth, gibt sich dämonischen Krakeleien hin und schlüpft in andere Rollen.
 
  • #22
Kreativität und partnerschaftliche Ansprüche sind unvereinbar, eines von beiden bleibt auf der Strecke. Der eine fühlt sich beeinträchtigt, wenn er immerzu aus seinen schöpferischen Tätigkeiten oder Gedanken gerissen wird, der andere, wenn der Partner zwar anwesend, aber nicht ansprechbar ist.
Das kann man so allgemeingültig nicht sagen. Schau Dir als Gegenbeispiel die liebevolle Beziehung an, die der Maler Beltracchi und seine Frau haben.

Das mit dem Nicht-Ansprechbar-Sein gibt es auch bei manchen Programmierern, die nicht gestört werden dürfen. Ist aber kein Problem, wenn der Partner das weiß. Dann kommt man eben mittags zusammen und abends.

Und dann gibt es Kreative, die durchaus ansprechbar sind und ihre Kreativität mitten im Gewusel ausleben können. Lagerfeld ist dafür ein Beispiel, irgendwo habe ich mal gelesen, dass er im dicksten Getümmel im Studio zeichnen kann.
 
  • #23
Schau Dir als Gegenbeispiel die liebevolle Beziehung an, die der Maler Beltracchi und seine Frau haben.
Lagerfeld ist dafür ein Beispiel, irgendwo habe ich mal gelesen, dass er im dicksten Getümmel im Studio zeichnen kann.
Oh je, warum müssen eigentlich immer prominente Beispiele herhalten, um »scheinbar« die heile Welt zu zeigen ...

Ist »die Welt« nicht in Ordnung, oder läuft es für einen nicht rund, liegt das doch an vielen Dingen und nicht daran, wie der eine oder andere Prominente sein Glück gefunden hat. Wobei auch das ein nur vor der Kamera gelebtes »Glück« sein kann.
 
  • #24
Ich Verwandte sehr gerne kreative und künstlerische Malerei (ich lernte schon in jungen Jahren)...
Natürlich bin ich geeignet für diese Beziehung, Mein Partner ist Maler im Beruf ... wir passen uns an ... Als wir zusammen kamen , Ist mein Partner von meiner Wohnung mit Künstlerbildern etc sehr beigeistert.
Ich denke nur, wenn es nicht zu den Paaren passt, kommt es aus einer anderen Gründen , Aber die Karriere ist nicht wirklich der Grund.
 
  • #25
Es gibt einen Unterschied zwischen Künstler und Kreativität. Ein Künstler ist jemand, der eine bestimmte Kunst zu brotserwerbszwecken ausübt. Kreativ kann jeder sein, der z.B. gerne töpfert, kocht, malt, seinen Garten verschönert etc. Das hat allerdings mit Künstlertum noch lange nichts gemeinsam außer der Kreativität per se, die jeder Künstler haben sollte. Ich bin selbst tatsächlich Künstler, d.h. Konzertmusiker und weiß, dass es viele Menschen gibt, die privat Musik als Hobby auf hohem Niveau machen. Trotzdem sind sie keine Künstler, denn sie gehen das Risiko, aus ihrer Kunst sich ernähren zu müssen, nicht ein. Freilich ist dies nicht der einzige Unterschied aber das Thema ist zu umfangreich, um hier alles zu erläutern. Ich bin sehr erfolgreich in meinem Tun, kann sehr gut davon leben (von wegen brotlose Kunst), außerdem attestiert man mir, dass ich meinen Zuhörern etwas gebe, was sie glücklich macht. Künstler gibt es vielerlei: manche machen es für sich, manche für das Publikum, manche für die Kunst selbst. Uns allen mangelnde Empathie zuzuschreiben ist Unfug: Kunst hat sehr viel mit Selbsterkenntnis zu tun (nicht jeder auch guter Künstler hat sie). Aber vor allem ist eines wichtig: auch wenn wir manchmal zu "unüblichen" Zeiten arbeiten, das, was wir uns vom Partner (oft) wünschen ist der Ausgleich. Wir sind sehr wohl fähig innig zu lieben, fürsorglich zu sein (ich bin alleinerziehender Vater eines Kindes und als solcher auch ganz brauchbar) und wir haben vielleicht den Vorteil, unserem Partner, insofern dieser aufgeschlossen ist, etwas von der Schönheit anderer Dimensionen des menschlichen Daseins zeigen zu können. Wer freilich meint, beim Bürohengst, der Mo-Fr 8-16 Uhr vor einem Computer arbeitet, um am Abend dem Börsenbericht der Tagesschau entgegenzufiebern, besser aufgehoben zu sein, als bei einem Künstler, der hat keine Gemeinsamkeiten. Wer allerdings offen, neugierig und unbefangen ist, könnte womöglich in so einer Partnerschaft profitieren.
 
  • #26
Liebe FS,
lass' Dir von Deinen Bekannten nichts erzählen. Es kommt immer auf die jeweiligen Menschen an die aufeinander treffen, deren Werte, Lebensstile, Einstellungen.

Fazit: man sollte nicht auf den Job gucken sondern auf den Menschen und wie kompatibel man miteinander ist, auch was den berufsbedingten Lebensstil angeht.

Ich habe einen Mo-Frei-Job, 7to6 mit ein paar Varianzen. Wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse, dann bin ich ein Nähemensch. Ein Theaterschauspieler, der oft auf der Bühne steht, immer abends und am Wochenende, der abends weg ist wenn ichkomme, wäre nichts für mich.
Mein Mann war Klinikarzt als wir uns kennenlernten mit entsprechenden Schichten. Ich habe direkt gesagt, dass unsere Zeitschemen nicht in eine Beziehung passen, weilich hicht auf Arztfrau umswitchen wollte. Er hat den Job gewechselt und arbeitet auch Mo-Frei von 8-5.
Auf die Gerüchte über untreue Aerzte habe ich nichts gegeben - auf den Menschen und dessen Charakter kommt es an, nicht auf den Beruf.
 
  • #27
Moin,

um etwas weiter auszuholen:

Ich sehe zwei Sorten von Menschen: die einen geben sich mit Job, Konsum, Familie und Unterhaltung i.w.S. zufrieden, und die anderen haben noch einen zusätzlichen, ihnen sehr wichtigen Lebensinhalt, der über diese "Basics" hinausgeht, und den sie auch nicht z.B. für einen Partner aufgeben würden.

Ich habe schon gegrübelt, woher das kommt... Wahrscheinlich geht es tatsächlich um irgendein Defizit, das gefüllt werden muss, und wahrscheinlich sind die Ersteren die Zufriedeneren. Und wahrscheinlich tatsächlich auch beziehungstauglicher.

manchmal
 
  • #28
Hier wird erwähnt, dass Berufskünstler nur um sich selbst kreisen und ein "hippihappy" Leben leben, was ich so nicht unterschreiben kann. Diese Leute, die so sehr um sich selbst kreisen, sind zufrieden mit sich und ihr Leben ist vollständig. Sie brauchen keine Ergänzung mehr, weil ihnen ihr Job volle Erfüllung bringt. Da den meisten anderen Menschen ihr Job nicht die vollste Erfüllung bringt, gibt es hier oft schon Meinungsverschiedenheit zu den unterschiedlichen Lebensstilen: Der Normalschaffende will den Künstler die ganze Zeit überreden, sich in einem normalen Job anzupassen und der Künstler versucht dem Normalschaffenden die ganze Zeit zu erklären, dass er aus seinem Hamsterrad ausbrechen soll und endlich sein Leben leben soll, anstatt über seinen Job zu jammern und wiederum ihn damit zu belästigen.

Berufskünstler haben immer auch andere Berufskünstler an Freunden um sich, womit sie sich austauschen. Da haben es normale Menschen einfach schwer, mitzumischen, wenn sie selber nichts Aktives und Kreatives beisteuern. Der normale Mensch behindert den Künstler ja eher. Sei es mit seiner Anwesenheit oder seiner Einstellung.

Hinzu kommt eben die Einstellung der Gesellschaft, dass man Künstlern entweder ihr freies Leben nicht gönnt oder mit ihrer Unangempasstheit nicht klar kommt, wie man auch hier im Forum bestens sieht. Selbstverständlich ziehen sich Künstler deswegen sozial zurück und möchten mit der normalen Gesellschaft meist nichts zu tun haben.

Kontakt zu anderen Künstlern zu finden, ist zudem schwer. Sie beschäftigen sich lieber mit ihrer Arbeit als mit ins Kino oder auf eine Party zu gehen. Sie sind häufig lieber an ihrem Schaffensprozess interessiert, weil alles andere für sie langweilig ist. Was aber auch daran liegt, dass es unheimlich schwer ist, etwas Großes zu schaffen als Künstler. Eine Tagesarbeit bringt z.B. noch keinen Lohn, aber heutige Künstler können schon mehr Geld verdienen als es noch vor 20 Jahren der Fall war. Sicher ist, wenn man da nicht hundertprozentig auf sich fokusiert bleibt, und ins Träumen gerät oder zuviel konsumiert anstatt zu produzieren, dann schafft man nicht viel. Aus diesem Grund nehmen Künstler ihre Sache auch sehr viel ernster. Sie wissen, dass es für sie um die Wurst geht.
 
  • #29
Ich würde berufllich arbeitende Künstler nicht allein als Künstler bezeichnen. Auch Menschen, die pragmatischerweise einen Brotberuf haben, können Künstler sein. Es geht darum, Kunst machen zu müssen, was Innerliches ausdrücken zu müssen, dass es irgendwie für einen anderen sichtbar wird, egal, ob das jemand bezahlt oder nicht.
Ich seh auch nicht, wo was, das gut bezahlt wird, automatisch Kunst sein muss, nur weil es einer gemacht hat, der beruflich als Künstler gilt. Der gesamte Kunstmarkt funktioniert doch nicht über die Qualität, sondern über Beziehungen, suggerierte Hypes, Meinungsmache von Galeristen und Verlagen, die selbst verdienen wollen.

Glücklich der, der mit dem, was er ausdrücken möchte, genügend Geld verdienen kann. Er beherrscht entweder selbst die Regeln der Vermarktung oder hat jemanden, der das kann. Manch einer trifft auch einfach nur den Nerv der Zeit (in der Musik und Literatur manchmal zu sehen) oder hat Glück, dass ein anderer einen Bedarf geschaffen hat, in dessen Fahrwasser er mitschwimmen kann (ich würde die ganzen Vampirromanzen, die der ersten, die den Nerv traf, folgten, als gutes Bsp. sehen).

Es gibt ja eine Menge Vorurteile bezüglich Künstler.
Ich frag noch mal: Welche sind das nach Deiner Meinung?
 
  • #30
Hallo FS,

ich denke als kreative Persönlichkeit ist man bei Gleichgesinnten am besten aufgehoben. Es heißt ja nicht, dass man dann auch in diesem Beruf arbeitet, man kann das auch im Privaten ausleben...Mittlerweile erkenne ich diese Art von Menschen schneller, die auch kreativ sind wie ich. Zu ihnen fühle ich mich hingezogen. Das sind die Art von Menschen, die positiv sind und einen bestärken, egal welche kuriose Idee einem im Moment in den Sinn kommt. Die sagen dir dann "ja mach das, probiere das aus". Sie kennen diese Spinnereien ja selbst! Uninspirierte und negative Menschen, die nicht offen sind für neue Erfahrungen möchte ich nicht mehr in meinem Leben haben.

Also, wenn jemand das bei dir nicht akzeptiert, passt er nicht zu dir. Schaffe dir ein geeignetes Umfeld. Kreative und künstlerisch veranlagte Menschen verdienen ihr Geld nicht alle mit Kunst. Oftmals machen sie das Hobbymäßig und drücken sich aus in Form von Tanz, Gesang, Schauspielerei/Theater, Malen, Zeichnen etc. Es gibt ja auch überall Kurse dazu. Auch in Seminaren/Weiterbildungen wirst du sie treffen.