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Gast

  • #1

"Sexuelle Abenteuer sind so etwas wie ein Umweg zur Ehe" ?

Ich habe heute einen Artikel über John Updikes- Autor von "Der unermüdliche Ehebrecher" gelesen. Er zitiert: "Ohne Sexologe sein zu wollen, glaube ich, dass der Ehebruch größtenteils eine Rückkehr zum Ehepartner ist. Sexuelle Abenteuer sind so etwas wie ein Umweg zur Ehe". Das hat mich echt umgehauen. Ist das bei allen fremdgehenden Männern oder Frauen so? Oder nur bei den Männern? Würde mich mal interessieren. Bitte schreibt eure ehrliche Meinung!
 
  • #2
Da kann man einfach nur den Kopf schütteln. Das ist dermaßen abgebrühtes, dreistes und dummes Sich-schön-reden von Betrug und Ehebruch, dass das einfach nur als Missionierung pro Ehebruch verstanden werden kann. Ist eigentlich keine Minute wert.

Fremdgehen entzieht Vertrauen und Vertrauen ist das Fundament einer Partnerschaft. Für die überwältigende Mehrheit der Deutschen ist nach Fremdgehen unwiderruflich alls verloren. Ich plädiere ganz strikt dazu, Fremdgehen unter keinen Umständen zu verzeihen.
 
  • #3
Das ist vielleicht bei John Updike so, der rest ist einfach nur feige.

Aber eine nette Ausrede die ich einem durchgeknallten (wenn auch erzählerisch genialen) Künstler zugestehe.

Nein liebe FS, Männer sind nicht so, die gehen aus genau denselben Dründen fremd wie die Damen, (Zmeist um Ihr geringes Selbstwertgefühl aufzupolieren) sind nur zu bequem die Partnerin zu verlassen. Die müsst Ihr schon selbst rausschmeissen wenn Sie Fremdgehen.
 
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  • #4
Naja, das Zitat scheint mir aus dem Zusammenhang gerissen. Vollständig scheint er in diesem Absatz auf das typisch amerikanische zweiseitige Fassadenleben hingedeutet haben. Das hat mit Authentizität null komma nix zu tun.

Im Original liest sich der Absatz so:

John Updike selbst hat einmal in einem Interview erklärt: "Ich bin immer wieder auf den Ehebruch zurückgekommen, weil ich mich für den Verrat interessiere. In uns gibt es so etwas wie eine Innen- und Außenseite: Nach außen hin jedenfalls sind wir höflich und liebenswürdig. Der Ehebruch ist der Augenblick, wo wir eine Grenze überschreiten. Unser Ich wird in gewisser Weise revolutionär... Ohne Sexologe sein zu wollen, glaube ich, dass der Ehebruch größtenteils eine Rückkehr zum Ehepartner ist. Sexuelle Abenteuer sind so etwas wie ein Umweg zur Ehe."
 
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  • #5
Die Ehe ist eine Fleißaufgabe!!!
 
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  • #6
Ich wurde jahrelang betrogen - das war kein Weg in die Ehe, sondern die Ehe ging deshalb auseinander. Vielleicht ist mal kurzfristig betrügen einfach ein Cut, man tuts mit jemand anderem, hat Frühlingsgefühle etc. und hat dann einen Vergleich, ist die Liebschaft "schlechter" insgesamt als der/die Partner/in, dann hat die Ehe wieder ne Chance, vorausgesetzt der betrogene Partner erfährt nichts. Aber grundsätzlich ist das doch alles Quatsch. Betrügen irritiert, ich als Frau, würde ich betrügen, dann würde ich mich verlieben und dann?! Männer können viell. "nur" Sex haben, ich nicht. Ich hasse Betrüger, weil er dem anderen etwas vormacht, gedanklich woanders ist, lügt und verschweigt und umgeht. Nein, das ist Schwachsinn von Updike. Ich möchte nicht mehr betrogen werden, das hat tiefe Wunden bei mir hinterlassen, habe Jahre damit verbracht, den jahrelangen Betrug zu verarbeiten, ich war völlig durchn Wind, psycho, mangelndes SElbstwertgefühl und einfach nur Schmerz und vertrauen konnte ich nicht mehr und auch jetzt in meiner neuen Beziehung habe ich Probleme mit Vertrauen haben. w/39
 
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  • #7
@1
''Die überwältigende Mehrheit...''
Das ist doch auch nur so eine politisch korrekte Floskel.
Meinst du etwa, das hält irgendjemanden davon ab?
Klar möchte man selber nicht beschissen werden, das hält aber die wenigsten davon, es selbst zu tun!
Und die überwiegende Mehrheit hat sich in Ehen mit dem Fremdgehen arrangiert!
Nur geben es die wenigsten zu, ist es doch eben auch ein Eingeständnis ins eigene Versagen!
Und nun bitte nicht mit igrendwelchen Umfragen kommen, die sind eh' lebensfremd und bei weitem nicht repräsentativ.
Aus o.g. Gründen...
 
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  • #8
Hast du nicht auch schon mal erlebt, dass du, nachdem du lange genug beispielsweise deinen Wünschen nach scheinbar extravagantem Essen nachgegangen bist, gemerkt hast, dass es - nachdem reichlich genossen und nicht mehr "verboten" - seinen Glanz verliert und du bemerkst, was du w i r k l i c h willst?
 
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  • #9
@6 Ja, so ist es wohl. Ich kenn fast keine Ehe, in der nicht fremdgegangen wird und wo nicht der andere die Augen zudrückt, weil er oder sie genau wissen, auch mit einem neuen Partner wird es nicht viel anders. Leider ist das so und leider werden deswegen so viele Ehebrüche begangen, weil es einfach viel zu oft hingenommen wird. Es wird sich damit arrangiert, man tut so als bemerke man dies alles nicht.Das alles kommt hier sogar in einem 800 Seelen-Dorf vor. Vielleicht fällt es in der Stadt nicht so auf, weil da eh alles anonymer ist, aber hier auf dem Dorf kenne ich fast nur Augen-Zu-Drücker, weil keiner auf das was er bisher erreicht hat, verzichten möchte. Als meine Ehe auseinanderging, hat niemand gefragt, und was ist mit den Kindern, sondern: und was passiert mit dem Haus???? Boah, habe nur gesagt, dass ist mir ziemlich egal. Auch heute wohne ich mit den Kindern noch darin. Habe seinerzeit die Schulden alle auf mich geladen. Habe ich wegen der Kinder getan, ich hänge nicht an dem Haus. Ich kann auch in einer Mietwohnung glücklich sein. Und ich kann auch alleine glücklich sein, da muss ich mir nicht so einen Fremdgänger für ewig ans Bein binden.
 
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  • #10
In unserem Klub gibt es auch einen Verheirateten, der ziemlich oft fremdzugehen scheint.
Er trainiert 3mal abends die Woche hier. Auch am Wochenende verbringt er Abende mit uns. Ich dachte immer, dass er Single ist. Einmal ist er mit einer Frau aus einer anderen Stadt aufgetaucht und hat die ganze Zeit mit ihr getanzt. Ich hielt sie für seine Partnerin, bis er mir irgendwann erzählte, dass er mit einer ganz anderen Frau verheiratet sei. Diese Frau sieht man hier nie.
Dafür flirtet er mit allen Singlefrauen in unserem Klub. Ich wäre auch beinahe auf seinen Charme reingefallen. Er gibt sich ziemlich viel Mühe, die Frauen für sich zu gewinnen.
Ich wette, er ist auch einer von der Sorte, der seine "sexuellen Abenteuer als Umweg zur Ehe sieht". Nee, da bin ich mir zu schade dafür. Er soll sich seinen Selbstwert anderswo aufpolieren.
 
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  • #11
Du kannst es vergessen ! nach einem Abenteuer bekommst Du die Scheidung !!!
 
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  • #12
@6
Selbst wenn es viele nicht davon abhält selbst fremdzugehen, so ist die Aussage nicht falsch, dass sie diesen Verhalten vom Partner nicht dulden.

Die Aussage "Beim nächsten Partner wird es nicht anders, deshalb trenne ich mich nicht." kann ich nicht nachvollziehen. Die Ehe ist doch dann in den meisten Fällen nichts wert, da man sich nicht mehr vertrauen kann.

@9
Scheint ja nicht zu klappen mit dem Selbstbewusstsein aufpolieren, wenn er es so oft macht.
 
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  • #13
Ganz von der Hand zu weisen ist die These sicher nicht. Eine Affäre, die zum Ehebruch führt, führt ja auch wieder zu den Schmetterlingen im Bauch, zur Leichtigkeit und zur rosa Brille.

Probleme scheint es nicht mehr zu geben, das Leben ist schön, und selbst die ewig grießgrämige Ehefrau, die nur noch nörgelt wird wieder erträglicher und bekommt sogar ein nettes Kompliment und Aufmerksamkeit. Die Körperpflege wird intensiviert, die Aktivität in jeder Hinsicht, bei Sport, Hobby, Familienausflug drastisch erhöht.

Die Stresstoleranz nimmt deutlich zu, eine herabsetzende Bemerkung, die sonst sofort zu "Gegenmaßnahmen" geführt hätte, führt nur noch zu einem verständnisvollen "naja, du hast es ja auch nicht leicht."

Ja, das kann durchaus eine in die Jahre gekommene Ehe wieder beleben. Ich kann mir vorstellen, das es ein Weg zurück zum Ehepartner sein kann.
 
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  • #14
@12: Interessante Aussage. Danke fuer die Ausfuehrung.

Bevor die Hasstiraden gegen Ehebrecher weitergefuehrt werden: Es soll auch Ehen geben, die durchaus offenen Sex praktizieren.