• #1

Sexpause nach Krebs- was kann ich tun?

Hallo Community,

ich bin auf der Suche nach Rat, vielleicht könnt ihr helfen.

Ich bin seit knapp 20 Jahren mit meiner Frau verheiratet, es gibt ein Kind, welches gerade Teenager ist.
Meine Frau erkrankte 2018 an Brustkrebs, er folgten Operationen und Chemo. Im Frühling war die Chemo abgeschlossen, und sie ist geheilt.
Es folgten Reha Aufenthalte und sie ist mittlerweile auch wieder zurück im Job.
Es könnte also aller perfekt sein, leider wachsen die Haare noch nicht wirklich dicht, sie trägt weiterhin Perücke.

Was allerdings gar nicht stattfindet ist Beziehung und mir gehen langsam die Ideen aus, was ich noch tun kann.
In den letzten 4 Jahren haben wir nicht miteinander geschlafen, und es gab auch (quasi) keinerlei körperlichen Kontakt (Umarmung/Küssen...).
Mir ist völlig klar, dass eine (Brust)-krebs Erkrankung ein massiver Einschnitt ist und das es Zeit brauchen wird bis wieder "Normalität" eintritt.
Im vergangen Herbst habe ich sie auf die Situation angesprochen (das mir körperlicher Kontakt / Sex fehlt), sie entgegnete, dass sie gerne eine körperliche Beziehung hätte, sich aber gerade nicht attraktiv fühle (keine/wenig Haare, "ungleiche Brüste" durch OP)..
Ich habe versucht ihr deutlich zu machen, dass sie nach wie vor sehr attraktiv auf mich wirkt und dass es mir nicht darum geht ein Topmodel zu haben, sondern zurück in die Beziehung mit meiner Frau zu kommen.
Ich habe in den vergangenen Monaten (auch schon vor unserem Gespräch) immer wieder versucht sie zu umwerben (Komplimente, kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten, kochen, etc.), aber es tut sich nach wie vor nichts.

Wie haben es geschafft in den letzten 6 Monaten (seit ich das Gespräch gesucht habe) 4Mal miteinander zu kuscheln (bedeutet, wir waren zusammen im Bett und haben uns umarmt bzw. am Rücken/Schulter gestreichelt. Ich habe 1x versucht ihre Brust zu berühren, was sie freundlich aber sehr bestimmt abgewiesen hat.

Momentan sind wir wieder in einem Modus -> sie sitzt bis tief in die Nacht auf der Couch, schläft dort ein oder schaut Fernsehen/liest Bücher und krabbelt gegen 3Uhr ins Ehebett, ich verabschiede mich in aller Regel um 22:30-23:30 ins Ehebett.
Ich frage ab und an ob sie denn mitkommen möchte, die antworten sind entweder "Heute nicht" oder komme gleich nach -> was dann doch nicht passiert.
Wenn ich das Gespräch suche, blockt sie schnell ab, mittlerweile habe ich das Gefühl sie versucht mir aus dem Weg zu gehen.
Ich habe zu keiner Zeit "Druck" ausgeübt und gedenke dies auch nicht zu tun, daher spreche ich das Problem auch nicht täglich/wöchentlich an.
Viel Text, sorry...
Vielleicht kann sich mal jemand melden, der ähnliches durchgemacht hat, oder durchmacht, gerne würde ich auch die Meinung einer Dame lesen, die vielleicht mal ihre Sicht geben kann

Thx
Jes
 
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  • #2
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen! Ich würde gerne einmal wissen wollen, wenn der Fall umgekehrt wäre wie sie reagieren würde?
 
  • #3
Da steckt ihr in einer schwierigen Situation. Deine Sichtweise kann ich gut nachvollziehen und ich finde gut, dass Du das Thema ansprichst. Du hörst dich sehr vernünftig an.
Ich denke, dass sie einfach keine Lust auf dich/eure Beziehung mehr hat.
Sie sitzt bis Nachts auf der Couch, anstatt zu dir ins Bett zu gehen. Das sieht für mich nach Flucht aus. Selbst wenn man sich unwohl im Körper fühlt, hätte ich wenigstens das Bedürfnis nach Kuscheln. Als mir klar wurde, das ich mich von meinem Mann trennen will, konnte ich seine Nähe überhaupt nicht mehr ertragen. Ich bin jeder Situation aus dem Weg gegangen, die körperliche Nähe erfordert hat. Deshalb tippe ich darauf, das sie nicht mehr will.
Da ich eine Frau klarer Worte bin, würde ich sie ansprechen, ob sie eine Ehe mit dir überhaupt noch will. Sie hat viel durchgemacht und ich kann sie verstehen. Aber auf Dauer macht das eure Ehe kaputt und keiner von beiden ist glücklich. Das hat keiner verdient.
 
  • #4
Ich denke, ihr solltet dringend therapeutische Hilfe suchen, denn ich glaube auch, dass eure Ehe das aushalten kann. Eine Krebserkrankung, gerade Brustkrebs, ist für Frauen extrem belastend und deshalb wird sie auch keine körperliche Berührung zulassen können, bis sie sich selber in ihrem Körper wieder einigermaßen sicher fühlt. Im übrigen, eine Krebserkrankung gilt erst nach einigen Jahren als geheilt. Momentan kann man sie noch nicht als gesund erachten. Auch das Wissen, dass man Krebs hat oder hatte belastet die Psyche ungemein, das steckt nicht jeder einfach so weg. Das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit ist kein Spaziergang.
 
  • #5
dass sie gerne eine körperliche Beziehung hätte, sich aber gerade nicht attraktiv fühle (keine/wenig Haare, "ungleiche Brüste" durch OP)..
Hm also ich liebe meine langen Haare und würde mich höchstwahrscheinlich auch wesentlich unattraktiver und unweiblicher mit Glatze oder ungleichmäßigen Haarwachstum fühlen. Eine Perücke ist nun mal etwas ganz anderes.

Gib deiner Frau noch Zeit zum genesen, unterstütz sie so gut es geht, holt euch ggf. therapeutische Hilfe und setz sie nicht unter Druck. Das wird sie dir irgendwann danken. Wenn sie in einigen Jahren vollkommen gesund ist und es noch so läuft, dann kannst du immer noch über Trennung nachdenken. Ich denke aber einfach, dass sie sich aktuell sehr unwohl in ihrer Haut fühlt.
 
  • #6
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen! Ich würde gerne einmal wissen wollen, wenn der Fall umgekehrt wäre wie sie reagieren würde?
Sorry, Du hast null Ahnung. Kein Mensch würde so schreiben, wenn sein Partner Krebs hatte. Ich denke, so flappsige Antworten helfen nicht weiter.

@jesjones80: Meine Frau hatte 10 Jahre Krebs und ist 2019 verstorben. Der Krebs und die Chemo sind ein tiefer Einschnitt. Dies kann zu verminderter Libido führen. Gleichfalls wenn Sie Antideprissiva nimmt. Ich denke, hier sollte man psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Der Zeitraum von vier Jahren ist schon sehr lang. Wir hatten diesbezüglich wenig Probleme.
 
  • #7
Wenn deine Frau sich auffällig zurückzieht und Nähe meidet, kann auch eine schwere Depression dahinter stecken. Ich meine hier keine vorübergehende Anpassungsstörung, sondern die richtige Krankheit Depression. In einer schweren Episode ist man nicht fähig Liebe zu empfinden. Weder für den Partner noch für die Kinder im schlimmsten Fall. Und genau dieses Gefühl der Gefühlslosigkeit ist entsetzlich und unendlich quälend. Für Angehörige ist das schwer zu verstehen. Falls deine Frau im Zuge der Krebserkrankung und angesichts der eigenen Endlichkeit eine Depression entwickelt hat, dann hat ihr Rückzug nichts mit dir zu tun, das ist wichtig zu wissen. Ich kenne euch natürlich nicht und es ist unangebracht aus der Ferne Vermutungen anzustellen. Aber falls eine Depression vorliegt, liegt es nicht an dir und ihr braucht dringend therapeutische Hilfe.
 
  • #8
Mir dreht sich -wie so oft- der Magen um, wenn ich IMs Beitrag lese. Umso schöner ist es, dass es Menschen wie dich, @jesjones80 , gibt, die zu ihrem Partner stehen und der Beziehung nach so einem drastischen Einschnitt im Leben die Zeit und den Raum geben, die nötig sind.

Ich habe entfernt einen Brustkrebs-Fall mitbekommen, wo die Frau -eine wirkliche Schönheit (davor und natürlich auch danach) auch Probleme mit dem Selbstwert hatte. Sie strahlte jedoch wieder, nachdem sie sich einer plastischen OP unterzogen hatte. Wie es sexuell da lief bzw. läuft, weiß ich nicht. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass eine Frau, die auf diese Art ihre "Weiblichkeit" zurück bekommt, auch wieder Lust entdeckt.
 
  • #9
Ich glaube auch, dass Ihr alleine da nicht mehr raus kommt.

Sie hat die Behandlung - und die Folgen - nicht verarbeitet, ich denke, ihr geht es psychisch schlecht.

Psychotherapie, Reha für Krebsfolgen, Paartherapie waren so meine Ansatzpunkte.

Ihr habt jetzt 4 Jahre gekämpft, ich würde jetzt nicht aufgeben.
Nimm es nicht als Ablehnung Deinerseits, sie ist immer noch schwer krank.

W, 51
 
  • #10
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen! Ich würde gerne einmal wissen wollen, wenn der Fall umgekehrt wäre wie sie reagieren würde?
Alle Achtung.
Ich glaube wir haben den diesjährigen Preisträger des Empathiepreises.
Unglaublich.
 
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  • #12
Ich glaube auch, dass Ihr alleine da nicht mehr raus kommt.

Sie hat die Behandlung - und die Folgen - nicht verarbeitet, ich denke, ihr geht es psychisch schlecht.

Psychotherapie, Reha für Krebsfolgen, Paartherapie waren so meine Ansatzpunkte.

Ihr habt jetzt 4 Jahre gekämpft, ich würde jetzt nicht aufgeben.
Nimm es nicht als Ablehnung Deinerseits, sie ist immer noch schwer krank.

W, 51
Ich kann mich dem Rat und auch den Empfehlungen, der anderen Foristen nur anschließen, ihr beide seid in eine Dauerschleife geraten, wo sie sich durch ihre Krebserkrankungen psychisch, emotional, ihre Einstellung & Sicht auf Dinge und sie auch sich von ihrer Optik und vom körperlichen verändert hat. Sie vertröstet dich schon seit Monaten, reden miteinander hilft nicht, ändert sich an eurem Zustand nichts. Ihr solltet psychologische therapeutische Unterstützung Euch holen, entweder für sie allein, oder als Paartherapie.
 
  • #13
Zum FS ist zu sagen, dass es eine schwierige Situation ist.
Ich kann mir vorstellen dass da professionelle Hilfe schon angebracht sein könnte.
Sie muss erstmal mit sich und der Situation im reinen sein.

Sicher sind 4 Jahre eine lange Zeit, aber im Moment ist wahrscheinlich auch nur der kleinste Hauch von Druck kontraproduktiv.
Und du bist da meines Erachtens etwas zu schnell vorangegangenen.
Das wichtigste ist erstmal doch nicht der Sex. Wichtig ist das ihr euch überhaupt wieder annähert. Die kleinen alltäglichen Zärtlichkeiten sind da doch erstmal viel wichtiger.
Ihr wart ja schon auf einem ersten guten Weg. Einfaches kuscheln war doch fast ein Quantensprung. Aber dann kommt gleich schon die Hand zur Brust. Und schon ging es wieder mehrere Schritte zurück.
Und Konsequenz ist das sie sich zurückzieht weil sie denken muss das jede Zärtlichkeit gleich wieder als Einladung zu mehr genutzt werden kann.
Lass ihr einfach ihr Tempo. Sie hätte vielleicht Irgenwann beim Kuscheln selbst zugegriffen wenn sie bereit ist, anstelle das du mal so guckst was noch so geht.
 
  • #14
Alle Achtung.
Ich glaube wir haben den diesjährigen Preisträger des Empathiepreises.
Unglaublich.
Ja, bei dem Beitrag vom IM habe ich mich auch nur gewundert.
Aber es passt alles schön ins Bild: wer nicht funktioniert, wird aussortiert.
Ich zolle dem FS Respekt. Es scheint ein reflektierter und liebevoller Mensch zu sein.
Vielleicht wäre es eine Idee, sich an eine entsprechende Selbsthilfegruppe zu wenden und mit Betroffenen und ggfls. deren Partnern den Austausch zu suchen.
Diese Menschen können dann aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen möglicherweise helfen.
Ferndiagnosen und Hobbypsychologie sind m.E. wenig hilfreich.
 
  • #15
Sie hat die Behandlung - und die Folgen - nicht verarbeitet, ich denke, ihr geht es psychisch schlecht.

Psychotherapie, Reha für Krebsfolgen, Paartherapie waren so meine Ansatzpunkte.
Das denke ich auch. Es gibt sehr viele Menschen, die nach der Krebsdiagnose und sogar dann, wenn es erst einmal überstanden ist, schwer zurück ins Leben finden, Depressionen entwickeln. Man wird ja mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert, entwickelt Ängste; dann die Veränderungen am Körper...
@INSPIRATIONMASTER Find ich unmöglich, deine Aussage.
 
  • #16
Mir dreht sich -wie so oft- der Magen um, wenn ich IMs Beitrag lese.
Gute Empfehlung von mir, lass deinen Magen überprüfen!
Alle Achtung.
Ich glaube wir haben den diesjährigen Preisträger des Empathiepreises.
Unglaublich.
FS hat mit seiner Frau andere Probleme, - Vertrauensprobleme -, hat mit Krebs nichts zu tun!
Sorry, Du hast null Ahnung. Kein Mensch würde so schreiben, wenn sein Partner Krebs hatte. Ich denke, so flappsige Antworten helfen nicht weiter.
Dann darf ich froh sein, dass du große Ahnung hast! Das Hauptproblem beim Mensch ist, dass er sich selber viel vormacht und vieles einfach nur schön redet, darauf sind Menschen geübt, von klein auf!
 
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  • #17
Gute Empfehlung von mir, lass deinen Magen überprüfen!

FS hat mit seiner Frau andere Probleme, - Vertrauensprobleme -, hat mit Krebs nichts zu tun!

Dann darf ich froh sein, dass du große Ahnung hast! Das Hauptproblem beim Mensch ist, dass er sich selber viel vormacht und vieles einfach nur schön redet, darauf sind Menschen geübt, von klein auf!
Nee, is klar. Deine Weisheiten sind immer wieder überraschend.
 
  • #18
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen!
Dein Beitrag ist für den TS alles andere als hilfreich.

Ich empfinde Deinen Beitrag als abwertend oder besser gesagt als abfällig.
 
  • #19
Ja, bei dem Beitrag vom IM habe ich mich auch nur gewundert.
Aber es passt alles schön ins Bild: wer nicht funktioniert, wird aussortiert.
Die beiden haben sich auseinandergelebt, FS will es nicht wahrnehmen, braucht er auch nicht!
Aus meiner Perspektive sehe ich, dass das Beziehungsproblem mit dem Krebs von ihr nichts zu tun hat! Das ist meine Meinung und dazu stehe ich!
Nicht schlimm! Jeder darf und soll hier seine Meinung sagen dürfen! Ich finde insgesamt auch sehr viele Meinungen unmöglich hier, das ist ganz normal!
 
  • #20
ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen

Um es mit deinen Worten zu schreiben: Mein Kopf schüttelt sich, wenn ich so etwas lese.
Hätten alle so eine Einstellung, sich bei einer Krise dünne zu machen, dann gäbe es nur noch Singles. Denn Krisen kann es in jeder langjährigen Partnerschaft geben.
Die Partnerin des FS hat offensichtlich ein psychisches Problem, das der FS und sie als Paar mit professioneller Hilfe in Angriff nehmen können. Zumindest ist es ein Versuch wert, in einer 20-jährigen Ehe.
 
  • #21
Lieber Jes, auch ich finde, dass du dich sehr liebevoll und sensibel deiner Frau gegenüber verhältst. Vermutlich seid ihr in einer Selbsthilfe-Gruppe (für beide) gut aufgehoben oder - falls ihr eine solche in eurem Umfeld nicht findet - bei einem entsprechenden Therapeuten bzw. einer Therapeutin. Ich bin sicher, dass die Krankenkasse hier übernimmt.

Ein bisschen kann ich den Rückzug deiner Frau nachvollziehen. Sie wird sich »unvollständig« fühlen, da hilft oft der Kopf alleine nicht, es bleibt ein schwer in den Griff zu bekommendes Gefühl, vom »allgemeinen Schönheitsbild« (Brust, Haare) geprägt. Dazu kommen nachvollziehbare Ängste vor einer Rückkehr der Krankheit. Die Sexpause wird noch eine Weile anhalten.

Lass dich nicht von einem groben Klotz (Antwort #2) verunsichern, der ist immer so, nennt sich zwar Coach, ist aber der unsensibelste Mensch, den man sich vorstellen kann. Er schlägt blind um sich, trifft dabei leider oft genug die »unwissenden Neuen« (einfach überlesen hilft).
 
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  • #22
Hier gehts um kein "wir passen nicht zusammen" Problem@inspirationsmaster. So ein Kommentar ist NICHT ok. Man kann nicht immer funktionieren. Es ist aber hoffentlich ohnehin nicht anzunehmen, dass der FS sich davon beeindrucken lässt. Krebs ist keine Erkältung und macht viel mit dem eigenen Seelenleben.

Wenn man bedenkt, wie leicht ein funktionierendes Sexualleben schon durch Stress, hormonelle Schwankungen etc. gestört werden kann, ist gerade eine Chemo etc eine wirklich starke Blockade.

Ich glaube, dass der FS gut auf sich selbst schauen sollte, psychisch und physisch. Eher die Frau kommen lassen, was Annäherungen betrifft- umgekehrt fühlt sie zu großen Druck. Und die Therapie ansprechen, alleine u gemeinsam. Falls deine Frau das ablehnt, solltest du dir einen Therapeuten suchen. Alles dreht sich um den Patienten, Angehörige werden oft vergessen. Die haben auch Leid und Angst, denke ich.

Sei du selbst die Änderung, die du in deiner Beziehung haben möchtest ;-)
 
  • #23
Gute Empfehlung von mir, lass deinen Magen überprüfen!

FS hat mit seiner Frau andere Probleme, - Vertrauensprobleme -, hat mit Krebs nichts zu tun!

Dann darf ich froh sein, dass du große Ahnung hast! Das Hauptproblem beim Mensch ist, dass er sich selber viel vormacht und vieles einfach nur schön redet, darauf sind Menschen geübt, von klein auf!
Eigentlich wollte ich nie wieder direkt zitieren...

Aber da direkt
Das ist definitiv einfach nur zum K.

Unerträgliche Selbstherrlichkeit und dann andere noch beschimpfen.

Klar, das sind die vielzitierten S..
Selbstherrlich und egozentrisch.
Und wenn ein Hauch Problem kommt, wird ein Mensch im Namen der Selbstliebe aussortiert.

Das ist die "wahre" Liebe eines IM.
Hut ab.

Dann habe ich lieber ein paar S weniger.

W, 51
 
  • #24
Lieber FS,
was mir noch auffiel:
Du schreibst ihr hattet seit VIER Jahren keine Körperlichkeiten mehr. Die Erkrankung deiner Frau trat jedoch erst 2018 auf.
War denn davor irgendetwas in Schieflage bei euch? Wann genau fing sie denn an sich zurück zu ziehen?
 
  • #25
Ich bin seit knapp 20 Jahren mit meiner Frau verheiratet, es gibt ein Kind, welches gerade Teenager ist.
Gerade auch für euer Kind würde ich für die Ehe kämpfen. Er/Sie hat die letzten Jahre sehr viel durchgemacht, Angst um die Mutter gehabt und es nun verdient, dass es wieder ruhiger wird. Wenn du dich jetzt trennen bzw. fremdgehen würdest, wäre es fürs Kind ganz schlimm. Du solltest daher deiner Familie weiterhin den Rücken stärken und wie gesagt, wenn es in einigen Jahr nicht besser ist, kann man sich immer noch trennen.
 
  • #26
Wie man nicht mit dem Mainstream, nicht mit der üblichen Volksmeinung, nicht mit der klassischen, fremden Konditionierung mitschwimmt, wird man von allen Seiten gestupft, ist überall ganz normal zu finden! Die meisten Menschen erwarten gleiche Ansichten, gleiche Meinungen, bloß keine eigene, die davon weggeht! Das Problem ist doch, dass die allermeisten Menschen dem wahren Problem nicht ins Gesicht sehen wollen! Menschen sind hochgradig trainiert im schönreden, im schönreden und nochmals im schönreden und möglichst alles unter den Teppich zu kehren, um ja nicht mit der harten Wahrheit konfrontiert zu werden! Wer genügend Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Selbstschutz, also die bekannten positiven "S" Werten etc. pp. verfügt, auch die eigene Aufrichtigkeit und Authentizität wichtig nimmt, der weiß mit der Wahrheit umzugehen und sie entsprecbend einzusetzen!
 
  • #27
Momentan sind wir wieder in einem Modus -> sie sitzt bis tief in die Nacht auf der Couch, schläft dort ein oder schaut Fernsehen/liest Bücher und krabbelt gegen 3Uhr ins Ehebett, ich verabschiede mich in aller Regel um 22:30-23:30 ins Ehebett.
Ich frage ab und an ob sie denn mitkommen möchte, die antworten sind entweder "Heute nicht" oder komme gleich nach -> was dann doch nicht passiert.
Wenn ich das Gespräch suche, blockt sie schnell ab, mittlerweile habe ich das Gefühl sie versucht mir aus dem Weg zu gehen.
Das deutet in der Tat auf eine Depression hin.

Ist entsprechendes diagnostiziert? Ist sie in Psychotherapie? Nimmt sie Psychopharmaka oder/und Schmerzmittel? Beides wirkt sich meist auf die Libido aus. Gleiches gilt oft auch wenn sie hormonell behandelt wird.

Wenn diese Ursachen auszuschließen sind wären eine Paar- ggf. Sexualtherapie angesagt. Leider sind solche psycho- oder sozialtherapeuthischen Maßnahmen unter den Corona Bedingungen nicht einfacher zu bekommen und in der Umsetzung oft suboptimal. Aber letztlich kommt es auf jeden Versuch an.

Sofern deine Frau diesbezüglich nicht kooperiert würde ich mir an deiner Stelle überlegen wie sich deine Zukunft weiter entwickeln soll und im Zweifel auch abwägen ob eine Zukunft ohne deine Frau für dich besser sein könnte.

Auch wenn dies hier einige anders sehen dürften, bist du deiner Frau nicht unbegrenzt verpflichtet.

Unabhängig davon könnte ihr Verhalten ihrerseits andeuten, dass sie eher in eine Zukunft ohne dich tendiert. Ob dies der Fall ist würdest du ggf. über den Vorschlag oder die Durchführung einer Paartherapie erfahren.
Gerade auch für euer Kind würde ich für die Ehe kämpfen. Er/Sie hat die letzten Jahre sehr viel durchgemacht, Angst um die Mutter gehabt und es nun verdient, dass es wieder ruhiger wird. Wenn du dich jetzt trennen bzw. fremdgehen würdest, wäre es fürs Kind ganz schlimm. Du solltest daher deiner Familie weiterhin den Rücken stärken und wie gesagt, wenn es in einigen Jahr nicht besser ist, kann man sich immer noch trennen.
Selbstverständlich ist das ein wichtiger Aspekt. Aber auch dieser verpflichtet nicht für Ewigkeiten.

Was das "kämpfen" (schlechte Wortwahl) betrifft muss sie schon an deiner Seite und nicht etwa gegen dich kämpfen ansonsten wird daraus ein Krieg.
 
  • #28
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen!

Wow, so oft wie ich über deine Beiträge verärgert und fassungslos bin.. aber dieses mal kommt tatsächlich der Wunsch einer Ignorefunktion hoch, damit ich solche empathiebefreiten und rücksichtslosen Zeilen nie mehr lesen muss.

Lieber FS, eine gute Freundin von mir ist ebenfalls an Brustkrebs erkrankt und hat davon nicht nur starke körperliche Blessuren, sondern auch eine Depression davongetragen. Zusammen mit dem Gefühl "abartig und hässlich" zu sein. Bitte halte dich nicht an IMs Rat, sondern hilf ihr aus diesem Kreislauf raus. Sie braucht deine Hilfe!

w32
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #29
Ich finde, dass man nun mal differenziert auf verschiedene Aspekte zugehen sollte. Lernen sich 2 Menschen kennen und es gibt von Anfang an ein miss-match (unterschiedliche Hobbies, unterschiedliches Sexbedürfnis, unterschiedliche Lebensziele)- sollte man sich erlauben, das Leben leichter haben zu dürfen und sich jemand mit besserer Passung suchen.

Hat man einen prinzipiell geliebten Partner wie in dieser Situation beschrieben, kann/darf man sämtliche Möglichkeiten ausloten, um dem Partner, sich selbst, der gemeinsamen Familie zu helfen.

Sollte der FS seiner Partnerin alle möglichen Offerten unterbreiten, und sie will nichts annehmen- dann kann er sich überlegen, wie er sein Leben weitergestalten möchte.

Aber gleich losstarten mit, passt grad nicht und weg. uhhh.. Das halte ich übrigens für das übliche Mainstream Verhalten in Teilen der Gesellschaft. Also lieber Inspirationsmaster, du steht eh in guter Gesellschaft da.

off topic: Wie bewusstseinserweiternd wäre es eigentlich für dich, nachzufühlen, dass du selbst nicht perfekt ist, deine Mitmenschen auch nicht und dass Krisen einen manchmal mehr weiterbringen als die Erfolge. Ich mein, so richtig reinspüren in den Gedanken, wie gut es einem nach der erfolgreichen Synthese gehen kann- wenn man mal net sofort rennt, sobald es troubles gibt.
 
  • #30
Sofern deine Frau diesbezüglich nicht kooperiert würde ich mir an deiner Stelle überlegen wie sich deine Zukunft weiter entwickeln soll und im Zweifel auch abwägen ob eine Zukunft ohne deine Frau für dich besser sein könnte.

Auch wenn dies hier einige anders sehen dürften, bist du deiner Frau nicht unbegrenzt verpflichtet.
Ich denke, darum ging es hier vielen nicht. Natürlich kann es auch sein, dass es dann auseinandergeht, wenn sich nichts ändert. Es kann auch sein, dass im Zuge der Erkrankung jemand sein Leben und auch seine Beziehung überdenkt und sie vielleicht beenden will, weiß man alles nicht. Aber: Es ärgert nur alle, dass der IM sagt, es hätte NICHTS mit der Krebserkrankung zu tun:
Krebs hin Krebs her, der Krebs ist anscheinend besiegt, ich denke dass die Beziehung ausgelutscht ist, sie will nicht mehr, da ist nichts mehr zu machen, für mich ist das kein Beziehungsleben, ich würde in einer solchen Linie garantiert nicht bleiben, mehr kann ich dazu nicht sagen!
Wenn man selbst im Umkreis noch nie eine Krebserkrankung erlebt hat, mag man ja so blauäugig sein, von wegen "der Krebs ist besiegt" (wenn noch nicht einmal die Haare wieder richtig wachsen...) und dann soll der andere eben wieder normal funktionieren. Als ob es eine Erkältung wäre, die keine Langzeitfolgen hat, Angst vor einem Rückfall, Selbstbild der Frau beeinflusst was Attraktivität eingeht, Medikamente die Libido beeinflussen können usw. Wie kann man nur so kaltherzig sein. Das ist dann also die große, wahre Liebe. Furchtbar.
 
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