• #1

Sexleben in Beziehung unbefriedigend. Wie damit umgehen?

Ich bin in einer langjährigen Beziehung und das Thema Sex lässt mich nicht in Ruhe.
Als ich meinen Freund kennengelernt habe, fand ich ihn einfach nur super - tolles Aussehen, toller Charakter usw.

Der erste Sex mit ihm war nichts Besonderes.
Ich dachte mir, dass Sex nicht das Wichtigste in einer Beziehung ist und vor ihm hatte ich ein paar kurze Bekanntschaften, aber den Sex mit ihnen fand ich auch nicht so toll. Ich dachte mir, dass wir mit der Zeit uns einspielen werden. Das war jedoch nicht der Fall.
Ich habe mir oft die Frage gestellt, ob ich nicht asexuell bin, weil mich seine Küsse nicht erregen, obwohl er mir als Mensch gefällt. Mir fehlt die Leidenschaft, die Gelassenheit, der Spass, das Versaute, Temperament.
Vor ein paar Monaten habe ich mit meinem neuen Arbeitskollegen, der nicht wirklich mein Typ ist, ein ONS gehabt und der Sex war genauso wie ich ihn immer in meiner Vorstellung haben wollte. Obwohl er am Anfang nicht mein Typ war, fand ich ihn nach dem Sex unglaublich anziehend.

Ich verzweifele wirklich an dem Sex in meiner Beziehung. Ich würde mir wünschen, dass es anders ist, aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass wir in dieser Hinsicht andere Vorlieben haben und ich es aufgrund meiner mangelnden Erfahrung früher nicht erkannt habe. Meinen Freund stört die Tatsache, dass ich am Sex keinen Spass habe (und er mit mir in gewisser Weise ja auch) nicht wirklich, was mich noch mehr verletzt...Einerseits empfinde ich mein Sexualleben als eine Katastrophe und ich bin einfach sehr deprimiert, dass es so ist und dass ich so viele Jahre brauchte um das zu erkennen. Auf der anderen Seite finde ich es schade, dass die Beziehung daran zerbricht...
 
  • #2
Wenn Ihr Euch sexuell nicht befriedigen könnt, ist eine Beziehung nicht richtig. Deshalb sollte der Sex früh stehen beim Kennenlernen, weil weitere Schritte im negativen Fall keinen Sinn machen. Ihr habt das Kennenlernen zur Beziehung intensiviert, obwohl das Sexuelle schon von Anfang flau war. Deine vorangegangenen sexuellen Erfahrungen war auch schon flau.

Du hattest Dich bis zu dem ONS sexuell noch nicht sexuell entdeckt gehabt. Das kommt davon, wenn man mit dem Sexuellen zurückhaltend ist. Ein junger Mensch sollte durch die Betten turnen, damit er sich und das andere Geschlecht auf dieser Ebene erst einmal kennenlernt. Es gibt nicht Verrückteres, Lebensferneres als die Einstellung, den einen Partner fürs Leben möglichst früh kennen zu lernen. In jungen Jahren würde man den ggf. gar nicht als solchen identifizieren können.

Was könnt Ihr nun machen? Holt nach, was Euch seit jeher fehlt. Öffnet die Beziehung und lebt Euch aus. Deinem Mann geht es höchstwahrscheinlich genauso. Oder trennt Euch. Aber wie es war, kann es nicht weitergehen.
 
  • #3
Ich war Jahre lang mit einem Mann verheiratet, den ich als Menschen über alles liebte, der mich aber als Mann auf einer erotischen Basis nicht erreicht hat. Lange dachte ich, es liegt an mir (asexuell), bis ich einem Mann begegnete, der längst Verborgenes wachrüttelte. Plötzlich erkannte ich, ich bin gar nicht asexuell. Ich habe nur den falschen Partner. Einen, der zwar mein allerbester Freund sein kann, aber eben nicht mein Liebhaber. Ich zog die Konsquenzen, trennte mich, bin nun seit einiger Zeit neu verheiratet und habe die Erkenntnis gewonnen: Eine Beziehung ohne sexuelle Anziehungskraft ist zum Scheitern verurteilt.
 
  • #4
Wenn 90 dein Geburtsjahr ist, dann bist du noch sehr jung. Was du erlebst, haben andere vor dir auch schon erlebt. Was denkst du denn, warum so viele Beziehungen scheitern? Ein toller Charakter reicht eben nicht aus.

Mache dein Erfahrungen im Leben! Ein schlechtes Sexleben hatten Frauen lange genug.
 
  • #5
Ich glaube, was Du gerade rausfindest, passiert nicht wenigen Menschen in einer Beziehung. Erst denken sie, Sex passt schon irgendwie, dann funktioniert er nicht, dann denken sie, Sex sei doch nicht wichtig und das könnte schon irgendwie werden, wird es aber nicht und der Frust steigt, und dann begegnet ihnen ein Mensch, der sexuell so richtig passt und es wird offensichtlich, dass man eine Beziehung nicht eingehen sollte, wenn es sexuell nicht gleich hinhaut. Und dazu kommt ein Partner, der sagt, Sex sei ihm nicht so wichtig.

Obwohl er am Anfang nicht mein Typ war, fand ich ihn nach dem Sex unglaublich anziehend.
Das merke Dir, wenn Du Deinen nächsten Partner suchst. Du erkennst ihn nicht am "Idealmann"-Aussehen.

Deinem ganzen letzten Abschnitt kann ich nur zustimmen. Aber Sex ist eben wichtig und kein gutes Sexleben in einer Beziehung haben, wenn man Sex nunmal will, geht einfach nicht. Mit wem solltest Du ihn denn haben, wenn nicht mit dem Partner. Du kannst mit anderen Leuten Lieblingsfilme und -serien gucken, Du kannst mit anderen Leuten Hobbys nachgehen, die Dein Partner nicht machen will, Du kannst mit anderen Leuten sogar tanzen, aber Sex? Dafür bleiben nur die Öffnung der Beziehung oder das Ende.

Ich nehme mal an, Dein Partner wäre nicht offen für eine offene Beziehung. Wenn er sagt, ihm sei das mit dem Sex nicht so wichtig, denke ich mal, dass er die Krise kriegt, wenn Du es doch wichtig findest, aber mit wem anderen dann orgiastisch erlebst.
Aber keine Ahnung, vielleicht ist das der Weg? Ihr beide könnt euch Sex woanders holen?
 
  • #6
Bisschen spät die Frage, die kommt dir erst nach dem Fremdgehen?

Kommunikation scheint es ja nicht wirklich in eurer "Beziehung" zu geben, anders kann ich mir nicht erklären daß man sowas lebt.

Du findest es schade daß es deinen Freund nicht interessiert?
Ich finde es schade- eher verstörend- das du das so hin nimmst.
DAS ist der Knackpunkt!
DU musst wissen wie DU leben willst.

Viel Erfolg!
 
  • #7
Hi,

Ich verstehe einfach nicht, warum Menschen eine Beziehung mit jemanden eingehen, der einen sexuell überhaupt nicht anzieht.
Das merke ich doch bei der ersten Knutscherei, ob da was prickelt oder nicht. Selbst wenn man noch keine Erfahrung hat.
Wenn sich da nichts tut, ist die Sache klar. Passt nicht.
Beim Küssen werden über den Speichel die Gene abgecheckt.
Wenn danach noch Flaute ist, passen genau die nicht so zusammen, wie es sinnvoll wäre.
Es muss doch dann eher unangenehm sein, jemanden zu küssen, wenn sich da gefühlsmäßig nichts tut.

Das ist das eigentlich schöne am Verlieben. Das Prickeln bei der kleinsten Berührung. Wenn man sich tagelang durch die Betten wühlen wollte.
Ist dies nicht der Fall, weshalb sollte es dann mit der Zeit passen?
Es ist doch klar, dass dann ein essentielles Bedürfnis nicht gedeckt wird.
Ich finde auch viele Menschen attraktiv rein objektiv gesehen, mit tollem Charakter. Aber nicht alle wirken auch sexuell attraktiv auf mich.

Obwohl er am Anfang nicht mein Typ war, fand ich ihn nach dem Sex unglaublich anziehend.
Da haben wir es ja.

Mir fehlt die Leidenschaft, die Gelassenheit, der Spass, das Versaute, Temperament
Dann weißt du ja schon mal, wohin der Zug gehen soll.

Bezüglich deiner Beziehung, weiß ich nun auch nicht was ich dir raten soll. Natürlich ist der Absprung nach so langer Zeit und insbesondere von der "ersten großen Liebe" nicht einfach. Sowas tut immer weh.
Auf der anderen Seite merkst du, dass du richtig deprimiert wirst, weil dir eine ganz essentielle Sache im Leben fehlt. Ja du bist geradezu verzweifelt.
Deshalb wäre ich dafür, dass du deine Bedürfnisse nicht länger unterdrückst. Denn sowas kann auch krank machen.
 
  • #8
Wenn er sagt, ihm sei das mit dem Sex nicht so wichtig, denke ich mal, dass er die Krise kriegt, wenn Du es doch wichtig findest, aber mit wem anderen dann orgiastisch erlebst.
die TE schreibt
Meinen Freund stört die Tatsache, dass ich am Sex keinen Spass habe (und er mit mir in gewisser Weise ja auch) nicht wirklich, was mich noch mehr verletzt...

Das zusammen mit
Ich dachte mir, dass Sex nicht das Wichtigste in einer Beziehung ist und vor ihm hatte ich ein paar kurze Bekanntschaften, aber den Sex mit ihnen fand ich auch nicht so toll.

läßt mich annehmen, dass es sich nur um einen extremen Kopftuch-Kulturkreis handeln kann, wo es dem Mann völlig wurscht ist was mit der Frau ist. Die TE ist scheinbar völlig isoliert ohne TV, Internet und anderen Medien aufgewachsen, so dass sie völlig überraschend mit 30 Jahren feststellt, Sex kann mit dem richtigen Mann sogar Spaß machen. Und sie muss sich nicht wie eine Kloake behandeln lassen.

ich bin einfach sehr deprimiert, dass es so ist und dass ich so viele Jahre brauchte um das zu erkennen.
Jetzt mal nach vorne sehen, nachholen kannst Du die vergangen 15 Jahre eh nicht, aber selber dafür sorgen, dass die nächsten Jahrzehnte endlich mal spannend und aufregend werden.

Denn bedenke, Du hast Deinen Mann betrogen, auch wenn es für mich eine seltsame Ehe ist. Zuerst Trennung und dann hinein ins Getümmel, denn Du bist 30 und keine junge Frau mehr.

w/36
 
  • #9
Eine Alte Regel lautet:
Love it, Leave it or Change it. ...
Aber halt keinerlei Intimität mehr von mir. Ist so also ob es nie da war zwischen uns. Im Nachhinein wenn ich die Zeit zurück drehen könnte: Direkte Trennung ohne wenn und aber. (Jetzt mir fast 50 macht das auch keinen Sinn mehr, ich habe die Nummer jetzt jahrelang durchgezogen und halte das noch weitere Jahre aus)

Das hört sich wahnsinnig traurig an. Findest du es wirklich angemessen, jahrelang auf beleidigt zu machen? Ihr tut mir beide sehr leid. Inwiefern hältst du dich hier an den Grundsatz "love it, change it or leave it"? Weder verlässt du sie, noch findest du die Situation gut, aber ändern tust du auch nichts. Wollt ihr euch diesbezüglich nicht vertragen und du gibst ihr einen Kuss? Kuschelt ihr noch nicht mal abends auf dem Sofa? Das ist ja unglaublich!
 
  • #10
Ich verstehe einfach nicht, warum Menschen eine Beziehung mit jemanden eingehen, der einen sexuell überhaupt nicht anzieht.
Das merke ich doch bei der ersten Knutscherei, ob da was prickelt oder nicht. Selbst wenn man noch keine Erfahrung hat.
Hm ... Also für die FS kann ich nicht sprechen. Aber mal ein Erklärungsversuch, neutral geschrieben.
Einerseits: Doch, man hat Erfahrungen. Schlechte mit Männern, Gewalt im Elternhaus (mein Körper gehört nicht mir und wird von anderen zum Abreagieren benutzt), verklemmtes Elternhaus (dasselbe Problem, an die Kinder weitergegeben), als Heranwachsende noch vor der Pubertät irgendein einschneidendes Belästigungserlebnis. Die Frau blockiert, selbst sexuell zu empfinden, hat gar kein Körpergefühl, kennt keine schönen Berührungen.
Dh. sie muss erstmal entdecken, dass Zusammensein mit einem Mann schön sein kann, es Menschen gibt, die sorgsam und wohlwollend mit dem Körper umgehen.
Bei vorpubertären Erfahrungen kann die ganze eigene sexuelle Entwicklung völlig ausgeblendet sein.

Andererseits: Emotional nicht intaktes Elternhaus. Kein Halt durch die Eltern usw.. Dann verliebt sich die Person aufgrund "wichtigerer" Dinge als sexueller Passung. Der Partner muss emotional Halt geben, der Sex ist nicht wichtig, und da Mann und Frau an der entscheidenden Stelle schon zusammenpassen werden, wird das einfach funktionieren. Tritt dann aber nicht ein.

Oder noch eine Variante: Sehr religiöses Elternhaus, dahingehend die Erziehung. Sex ist ein Tabuthema und damit ist nicht gemeint, dass die Eltern nicht mit den Kindern drüber reden oder die Kinder als 15jährige keine Partner haben dürfen (das ist natürlich dann so), sondern dass die natürliche Entwicklung der Sexualität der Kinder gemaßregelt und blockiert wird. Dasselbe wie bei den Verklemmten oben.

Und jedesmal denkt die betroffene Person, es läge an ihr, dass sie sexuell nicht erregt wird und der Sex so merkwürdig ist. Es gibt ja auch niemanden, der sagt "das und das lief bei dir falsch, das und das müsstest du tun - therapieren". (Funktioniert sowieso nicht, Therapie braucht, dass der Patient bereit dazu ist)

Knutscherei haben manche gar nicht. Ich glaube, es gibt viel mehr Menschen, als man glaubt, die nicht gern küssen. Dh. das fällt weg als Anzeichen.

dass es sich nur um einen extremen Kopftuch-Kulturkreis handeln kann, wo es dem Mann völlig wurscht ist was mit der Frau ist.
Nee, das gibt es auch in unserem Kulturkreis.
 
  • #11
Hier muss ich "neverever" recht geben, die immer gleichen Beiträge von "Hundefreund", egal ob sie zum Thema passen odeer nicht, sind ermüdend.
Außerdem hat "Hundefreund" doch gewaltige Scheuklappen auf und ist völlig realitätsfern. Er glaubt seine Frau damit zu bestrafen, dass er sie nicht mehr anrührt. Dem ist aber wohl nicht so. Schließlich hat sie ihm (vermutlich nach langer "Leidenszeit") verbal um die Ohren gehauen, dass ihr der Sex mit ihm keinen Spaß macht. Die ist doch jetzt froh, dass er sie nicht mehr anrührt und sie ihren Lebensstandard und ihr gewohntes Umfeld hat. Wer weiß, wie lange sie schon Ersatz in Form eines heimlichen Liebhabers hat.
Zur FS: Man sollte einfach keine Beziehung eingehen, wenn der Sex schon zu Anfang "nichts besonderes" ist. Besser wird es nicht, wenn die anfängliche Verliebtheit erst mal vorbei ist. An ihrer Stelle würde ich mich trennen, eine zeitlang alleine leben und dann oder während dessen nach einem sexuell kompatiblen Partner suchen.
 
  • #12
Wie kommst Du darauf?
Es gibt immer noch genügend Frauen, die sich so sehen.
Sie würden Sex nicht können, reden es sich schön, suchen die Verantwortung bei sich.
Ja ich habe etwas übertrieben, aber für mich wachsen Frauen die so denken genauso gefesselt auf,


wie die von mir erwähnte Kopftuch-Kultur. Für mich zeigt es auch immer wieder, wir können hier nicht mit dem Finger auf andere Bevölkerungsgruppen zeigen, wenn noch nicht mal unsere Frauen hier, in dem Fall schon 30, natürlich aufgeklärt sind.

Nee, das gibt es auch in unserem Kulturkreis.
Der Mann würde aber auflaufen, wenn die Frau sich nicht unterordnen würde.

Wirklich, ich finde es so grausam als Frau den Körper hinzuhalten um den Benefit Beziehung zu bekommen. Und weiter bequem durchs Leben zu schreiten und das regt mich immer wieder auf. Als Frau bin ich nicht für das soziale Leben verantwortlich und auch nicht, dass es dem Mann gut geht.


TE, meiner Meinung nach geht es nur durch eine ziemlich kalte Dusche.
 
  • #13
Nur jemand, der in sexueller Hinsicht sehr verwöhnt ist, würde bei der FS gleich einen "Kopftuch-Hintergrund" vermuten. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige "urdeutsche" Frauen mit einem ähnlichen Lebensweg: sehr jung und unerfahren in einer festen Beziehung gelandet; der Sex ist mies, z.T. nicht mal richtige Anziehung da, aber weil man nie erlebt hat, wie Sex AUCH sein kann und sonst vieles stimmt, bleibt man und gibt sich selbst als sexuelles Wesen auf. Moralische Wertung mal außen vorgelassen, hatte die FS noch Glück, dass ihr das Leben ein sexuelles "Erweckungserlebnis" beschert hat. Meine Bekannten werden vermutlich noch mit 50 in ihren sexuell toten Beziehungen verharren.

Und mich persönlich wundert es nicht, dass es sowas immer noch so häufig gibt. Unsere ach so "offene" und "aufgeklärte" Gesellschaft hat zum Sex eine verdammt schräge und schizophrene Einstellung. Er wird überhöht und abgewertet zugleich. "Schönste Nebensache der Welt", und doch auch immer noch irgendwo peinlich, eklig, schmutzig. Und auf kaum einer Ebene kann man einen Menschen so effektiv abwerten wie auf der sexuellen. Haste keinen Sex, biste ne Versagerin - haste zuviel, biste ne Schlampe. Ohne Sex wäre keiner von uns heute hier - doch wer offen zugibt, sexuelle Anziehung/Kompatibilität bei der Partnersuche zu priorisieren, gilt als oberflächlich und unreif. "Die inneren Werte zählen", das wird einem von Kindesbeinen an eingehämmert.

Auf der anderen Seite die allgegenwärtige Verheißung - in der Werbung, in Filmen, vonseiten angeblich erfahrener Altersgenossen - von Sex als höchster Sinnenfreude, die ein Mensch erleben kann. Dass für so ein ekstatisches Erlebnis viele Parameter stimmen müssen, wird selten erwähnt. Ich denke, gerade letzteres führt bei vielen Mädchen/Frauen zu Verunsicherung. Wenn die ersten eigenen Erlebnisse nicht das Gelbe vom Ei sind, ist schnell der Gedanke da, mit mir stimmt was nicht. Sex ist wohl nicht mein Ding. Und dann bleibt man eben irgendwann bei einem Mann hängen, der sonst passend scheint, und verbaut sich so die Chance, gegenteilige Erfahrungen zu machen.

Nimmt man noch die Tatsache hinzu, dass schon pubertierende Mädchen Hormone schlucken, die sowohl die Libido blockieren als auch das Beuteschema verzerren können, ist es ganz und gar nicht verwunderlich, dass es hier im ach so aufgeklärten Deutschland Frauen wie die FS gibt.

Tja, was rät man ihr nun? Wie gesagt, in meinen Augen sollte sie sich glücklich schätzen, dass ihr das Leben diesen Kollegen vor die Nase gesetzt hat. Dass sie in noch halbwegs jungen Jahren die Erfahrung machen durfte, Sex kann ja wirklich geil sein. Und dass ihr das passiert, bevor sie sich durch Heirat, Kinder, Haus so richtig fest gebunden hat. Es fühlt sich sicher gerade anders an, liebe FS, aber objektiv betrachtet hast du vergleichweise wenig zu verlieren. Zudem spricht es nicht für deinen tollen, charakterstarken Freund, dass ihm deine sexuelle Unzufriedenheit so egal ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #14
@cloe90 ich habe 15Jahre mit einem lieben Mann gelebt, habe mit ihm 2 Kinder, aber der Sex war nichtssagend. Ich habe auch von Anfang gedacht, dass es sich bessern würde der Akt der Liebe, dass wir vieles neues ausprobieren und und und. Nichts kam. Mein Ex-Mann hatte irgendwann kein große Lust und ich sowieso nicht. Habe an mir gezweifelt, dann kam die Trennung auch wegen anderen Problemen. Ich habe mein jetzige Partner kennen gelernt und BÄM der Sex ist absolut gigantisch. Wichtigste ist darüber zu reden und seine Vorlieben und Wünsche auch äußern. Nie etwas vorspielen wenn es nicht da ist! Wir Frauen denken, dass man dem Man was gutes damit tut, aber man schadet sich damit enorm, da der Man genau das macht wo wir letztesmal so begeisterrt waren und wir denken oh nicht schon wieder. Aber selber Schuld wenn man jemandem was vorspielt. Mit meinem Ex habe ich über Wünsche und Fantasien gesprochen, aber ihm war alles irgendwie zu viel und zu anstrengend.
Meine Meinung ist, dass wenn der Sex von Anfang nicht gut ist, bleibt es dabei! Wenn man nicht nach par mal Sex seine Wünsche und Vorlieben äusert stimmt die Basis nicht.
Hast du deinem Partner klar gesagt, was du dir wünschst im Bett? Ist der aufmerksamm und kümmert sich in erste Linie um dich? Wenn nicht und dir Sex in der Partnerschaft wichtig ist, sehe ich nicht rosa für eure Zukunft. Betrogen hast du ihm auch schon, dass ist für mich große Indiz, dass bei euch etwas gewaltig nicht stimmt.
 
  • #15
Der Mann würde aber auflaufen, wenn die Frau sich nicht unterordnen würde.
Ja klar, der springende Punkt hierbei ist die Frau, die gelernt hat, dass ihr Körper nicht ihr gehört. Da reicht ein schlagendes Elternteil, auch die Mutter - das Lernen, etwas körperlich Schlechtes aushalten zu müssen, weil "der andere" stärker ist, zu dem man eine emotionale Bindung aufbauen möchte oder denkt, man müsste das.

Wirklich, ich finde es so grausam als Frau den Körper hinzuhalten um den Benefit Beziehung zu bekommen.
Kann ich Dir nur zustimmen. Wenn keine ökonomische Abhängigkeit der Frau gesell. zementiert ist, ist das auch keine Notwendigkeit.

Nee, das glaube ich nicht, dass solche Menschen bequem durchs Leben schreiten, die sich vom Mann benutzen lassen. Irgendwas bleibt zurück in der Seele oder ist eben schon vorher kaputt.

Bei den Frauen, die ihn einfach mal machen lassen und der Mann sich aber sehr viel Mühe gibt (ohne Erfolg und wo die Frau denkt "mach schnell fertig") würde ich sagen, dass sie den falschen Mann hat. So von der ... ich nenne es mal "sexuell-energetischen Passung" her.

Bei den Frauen, die auch ohne jedesmal einen Orgasmus zu bekommen trotzdem Sex schön finden, weil sie die körperliche Nähe mit dem Mann einfach lieben, würde ich sagen, dass in der Beziehungn noch alles intakt ist, wenn die körperliche Beglückung des jeweils anderen beiden gleich wichtig ist.

wir können hier nicht mit dem Finger auf andere Bevölkerungsgruppen zeigen, wenn noch nicht mal unsere Frauen hier, in dem Fall schon 30, natürlich aufgeklärt sind.
Es geht mE um viel mehr als natürliche Aufklärung. Erstmal muss in die Gesellschaft, dass der Körper eines Kindes nicht zum Abreagieren von Erwachsenen da ist, weder Frust noch "Erziehungsmaßnahme" und natürlich nicht bei sexualisierter Gewalt.
Was sich da in den letzten Jahren so offenbart an dem, was Kindern angetan wurde, und auch an dem, was in der Vergangenheit Kindern angetan wurde (ich sah vor kurzem einen Bericht über "Kurkinder", die heute ältere Leute sind), ist einfach unglaublich. Auch die Kinderheimgeschichten und das ganze, was unter dem religiösen Deckmantel lange verschwiegen wurde. Ich würde sagen, solange die Kirche körperfeindlich ist, wird es da immer verklemmte Aggressionen geben.

Und das sind alles verletzte Menschen, die ein Problem mit einem körperlichen Übergriff in verschiedenem Ausmaß mitbekamen, was auch neue Täter erzeugt.
Das Problem, einen guten Kontakt zu seinem Körper haben zu dürfen, ist noch lange nicht aus der Welt.
 
  • #16
Bei den Frauen, die auch ohne jedesmal einen Orgasmus zu bekommen trotzdem Sex schön finden, weil sie die körperliche Nähe mit dem Mann einfach lieben, würde ich sagen, dass in der Beziehungn noch alles intakt ist, wenn die körperliche Beglückung des jeweils anderen beiden gleich wichtig ist.
Das kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn mir persönlich der Gedanke nach Sex kommt, denk ich doch nicht zuallererst an die Beglückung meines Partners, sondern ich will die Befriedigung meiner Bedürfnisse. Habe ich aus irgendwelchen Gründen keinen Orgasmus, dann ist das halt so, aber ich ziehe nicht aus dem Orgasmus meines Partners meine Befriedigung.
Erstmal muss in die Gesellschaft, dass der Körper eines Kindes nicht zum Abreagieren von Erwachsenen da ist, weder Frust noch "Erziehungsmaßnahme" und natürlich nicht bei sexualisierter Gewalt.
Mit natürlicher Aufklärung meinte ich einfach Eltern.
 
  • #17
ich ziehe nicht aus dem Orgasmus meines Partners meine Befriedigung.
Aber es ist doch toll, wenn man den anderen richtig anmachen und zum Explodieren bringen kann. Befriedigung ... keine Ahnung, ob man das so nennen kann, was man draus zieht. Was empfindest Du ansonsten, wenn Du irgendwas tust, was für Deinen Partner ist und er das super findet?

Es gibt doch Sex und SEX, wenn die Chemie richtig stimmt. Es erzeugt m.E. auch Verbundenheit zwischen den Partnern, wenn sie wissen, dass der andere sie individuell und richtig gut befriedigen kann. Das kann ja nicht jeder, es sei denn, es ist wirklich nichts Besonderes am Sex zwischen den beiden. Manche Frauen halten ja nun auch nur still, und der Mann? Merkt der das nicht, dass die Frau gar nicht erregt ist? Ich würde sagen, dann stimmte die Chemie nie.

Mit natürlicher Aufklärung meinte ich einfach Eltern.
Ja, ich meine auch die neben anderem. Wenn die Eltern schon keine gesunde Einstellung zu Sex und Körpern haben, ist das Problem vorprogrammiert. Wenn die die ganze Zeit, in der das Kind aufwächst, verklemmt sind, dem Kind vermitteln, dass ein Körper was Schlechtes ist durch Gewalttätigkeit oder Ekel davor usw., brauchen sie dann auch keinen Biologieunterricht mehr zu geben, das ganze ist schon vermurkst.
Und wenn einem Mädchen sexuelle Übergriffe passieren, nützt auch die ganze Aufklärung nichts, das Trauma muss erstmal überwunden werden.

Aber ich denke mal, Du gingst davon aus, dass das Problem nur an Unwissenheit liegt. Ich würde sagen, dass man das nicht trennen kann, weil ein heranwachsender Mensch ja irgendwann mit Fragen kommt und, wenn eine ungestörte Entwicklung stattfand, als Teenager erste sexuelle Erfahrungen machen wird. Soll heißen, eine Frau, die mit 30 noch Aufklärung bräuchte, hat in der Vergangenheit keine freie sexuelle Entwicklung gehabt.
 
  • #18
Da gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder man trennt sich oder man sucht nebenbei eine Affäre, wo man befriedigt wird.

Es gibt noch die dritte Möglichkeit:
Wünsche äußern , Vorgaben machen, Rücksicht nehmen.

In einer Beziehung sind immer beide gleichmaßen für guten Sex verantwortlich.

Tja an dieser Stelle wäre es dann ja wichtig, den Partner so auszusuhen, dass es sexuell gut passt.

Aber das wollen die meisten Foristinnen ja auch wieder nicht, sondern Sex immer erst, wenn die Beziehung quasi schon läuft.

Dann kommt eben sowas wie hier dabei heraus.
 
  • #20
und ich fasse sie aber konsequent nicht mehr an.
Man hat nicht das Gefühl, dass du das jemals wolltest. Es scheint dir nichts zu fehlen deshalb. Womöglich war das überhaupt erst der Auslöser für diese Worte. Irgendwas hatte vorher schon nicht gepasst. Durch das Aussprechen wurde dein Stolz verletzt. Sie hat eine Problematik angesprochen, die du lieber ignoriert wissen willst.
Ich glaube das kam dir sogar als Rechtfertigung recht, um genau dieses platonische Modell jetzt zu leben. Wie auch immer....
Jeder nach seiner Fasson.
 
  • #21
C) Wir lassen es alles so wie es ist und ich fasse sie aber konsequent nicht mehr an.
Bist dabei aber stets greizt (siehe Forum) und Dein Sexleben ist eine öde Wüste. Oder soll der Hund Dir dabei helfen?

Ich sehe es wie @Lionne69 :
Deine Frau lacht doch über Dich. Deine selbstauferlegte Lebens- und beziehungsform nützt ihr wahrscheinlich dreimal mehr als Dir und für ihre tatsächlichen (nicht materiellen) Bedürfnisse wird sie auch besser als Du gesorgt haben.
Sowas können Frauen einfach besser.

Ich schrieb es schonmal:
Du bist im Leben erfolglos und arm, auch wenn der äußere Anschein und die materielle Versorgung etwas Anderes vermuten lässt.
 
  • #22
Hauptsache ich muss sie nie wieder anfassen. (War damals auch die Bedingung bei unserer Heirat)
Und sie hat diese Bedingung akzeptiert, d. h. sie wusste genau, worauf sie sich einließ, als sie dich heiratete. Du betonst immer: Sie hat das bekommen, was sie wollte.
Und das stimmt. Sie wollte den Sex mit dir nicht. Tut mir leid, aber so ist es nun mal. Es ist keine Strafe für sie, wenn du sie nicht mehr anrührst. Sie hat deine Bedingungen akzeptiert und zieht ihre Vorteile aus eurem Arrangement.

Du hast das nicht verkraftet, sonst würdest du es nicht immer wieder hier schreiben. Du solltest unbedingt deinen Frieden mit dir selbst und mit ihr schließen.
 
  • #23
Liebe Cloe,

Auf der anderen Seite finde ich es schade, dass die Beziehung daran zerbricht...

Es ist schade, wenn ein Partnerschaft auseinander geht.

Aber meistens sind es solche Gründe. Man entdeckt, dass es in einer Form nicht mehr passt, dass eine Weiterführung einer Partnerschaft nicht mehr geht. Weil es sich zu einer Art Partnerschaft entwickelt hat, die einem nicht gut tut, die für einen keine Partnerschaft mehr ist.

Man entwickelt sich weiter, lernt sich und seine Bedürfnisse kennen.
Der Andere entwickelt sich auch, man sich aber nicht zueinander sondern man entfernt sich.

Auch den Anderen lernt man besser kennen. Entdeckt, dass es Punkte gibt bei ihm, die waren ok - oder man hielt es für ok, und mit der Zeit entdeckt man, mit diesem Punkt kommt man nicht mehr klar - und es ist einem selbst zu wichtig als diese Nichtpassung zu tolerieren.

Sexuelle Passung ist wichtig, zumindest wenn Du keine offene Beziehung führen willst.

Für mich verschwand mit dem Sex auch die Anziehung, die Nähe - Zärtlichkeit, den Wunsch den Anderen zu spüren.
Und dann wurde es zunehmend distanzierter, mehr eine, wenn auch gut gehende, WG.

An dem Punk habe ich dann irgendwann auch beendet.

Und auch Du, weil Du nicht die Einzige bist - Du hast es gemerkt -
Zu gutem Sex gehören Zwei, und auch Du KANNST guten Sex, mit dem richtigen Mann.

W, 50
 
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