• #1

Sein Leben gerät aus der Bahn

Hallo
Ich brauch bitte einmal ein paar Ratschläge.

Ich war sehr lange mit dem Vater meiner Tochter zusammen ( 15 Jahre). Jeder hatte seine eigenen Freunde und Interessen, aber dennoch waren wir immer eine Einheit. Wie es so ist wollte ich ein Kind, er auch und unsere Tochter kam . Als Papa ist er unschlagbar. Aber jetzt zum eigentlichen Problem; er bekommt sein Leben nicht in den Griff. Seiner Aussagen nach wollte er sich um einen Job kümmern und sein Studium aufgeben, sobald ich schwanger bin. Das ist jetzt schon mehr als 3 Jahre her und es ist nix passiert. Ich stemme die kompletten Familienkosten.
Das Ultimatum, dass ich in eine Wohnung ohne ihn ziehen werde, hat er einfach verstreichen lassen- der Auszug steht jetzt in wenigen Wochen an.
Jetzt hab ich erfahren, dass auch seine Eltern ihm ein Ultimatum gestellt haben, dass er maximal bis Ende des Jahres Unterschlupf bei ihnen bekommt, dann muss er wieder ausziehen.

Ich mache mir ernsthaft Sorgen um ihn und was passiert, wenn er auch dieses Ultimatum verstreichen läßt. Er hat sich sehr verändert in der letzten Zeit und kaum Freunde bzw das Leben seiner Freunde hat sich weiterentwickelt und seins ist einfach stehen geblieben.

Habt ihr Tipps und/ oder Erfahrungen, was ich noch machen kann? Ich kann ihn doch nicht einfach so abstürzen lassen.

Danke für eure Antworten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Liebe FS,
der Mann ist erwachsen. Seine Eltern kennen ihn länger und besser als Du, wissen demzufolge besser, wie seiner Lethargie beizukommen ist.
Lass' ihn einfach ins Bodenlose fallen und kümmere Dich um Deine Angelegenheiten und um Dein Kind.
Wenn er sich nicht wie ein erwachsener Mann um sein Kind kümmern kann und nicht verhüten will, dann soll er sich kastrieren lassen. Mach' Dir Sorgen um Dich und um Dein Kind. Mit der Nullnummer als Vater gibst Du Deinem Kind einer schwer zu wuppende Hypothek mit in sein Leben. Befass' Dich damit, dass Dein Kind die Basis bekommt, das zu wuppen, statt Energie auf den Vater zu verschwenden.
 
  • #3
Ultimaten sind der letzte Schritt, der Name sagt es schon. Hilfreich sind sie für Dich selbst, damit Du Dich aus einer negativen Situation befreien kannst.
Du schreibst wenig über Gründe für sein Verhalten. Ein Studium abzubrechen wegen einem Kind ist nicht pauschal eine gute Lösung, wenn er schon 15 Jahre studiert, stimmt auch da grundsätzlich etwas nicht.
 
  • #4
Studiert er denn weiter? Grundsätzlich würde ich das ja für viel sinnvoller halten als das Studium abzubrechen und irgendeinen Job anzunehmen, vor allem weil scheinbar dein Einkommen ja ausreichend zu sein scheint. Und mit Druck wird das gar nicht. Ich finde schon diese Ultimatumgeschichte echt grenzwertig. Ist nicht eher ein Gespräch unter erwachsenen fällig? Die Frage warum er sich das anders überlegt hat, was seine Vorstellungen jetzt sind und was sich bei ihm verändert hat, dass er sich von seinen Freunden abkapselt? Aber was machst du, wilde Drohungen ausstoßen, ihn verlassen und mit seinem Kind aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Warum willst du nicht, dass er sein Studium beendet? Damit hätte er doch erheblich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder nicht?
 
  • #5
Hallo,

Ich kann ihn doch nicht einfach so abstürzen lassen.
klar kannst Du das. Weshalb denn bitte nicht? Hast Du ein Mutter Theresa-Syndrom (oder auch Helfersyndrom genannt)?

Der Mann ist erwachsen, vermutlich sogar älter als Du, nicht dumm (sonst würde er nicht studieren) und offenbar auch zurechnungs- und geschäftsfähig.Das heißt, er führt sein Leben so, wie er es führen MÖCHTE. Darf er ja. Konsequenzen hat er zu tragen, so wie jeder von uns. Wo ist jetzt Dein Problem, Du bist doch eh getrennt, wenn ich es richtig interpretiere? Liebes, Du bist nicht seine Mama! Selbst die stellt dem Bub ja schon ein Ultimatum, damit er mal erwachsen wird. Halt Dich einfach aus seinem Leben raus, wenn Ihr eh getrennte Wege geht, und laß' ihn sein Ding machen. Er WILL es so. Sonst würde er anders handeln. Gruß
 
  • #6
Solange ihr ihn alle immer wieder "auffangt" in seiner selbst verursachten Misere wird er nichts ändern. Grundsätzlich nicht. Warum auch? Er weiß doch, egal was er fabriziert, er geht nicht unter...

Derart gestrickten Menschen ist nur zu helfen, indem sie einmal ganz tief fallen um so aus ihrer Lethargie aufzuwachen. Heißt für dich und und seine Eltern, dass ihr alle nicht nur redet, sondern das Gesagte nach Ablauf der Frist auch knallhart in die Tat umsetzt. Means, du ziehst ihn deine eigene Wohnung, seine Eltern setzen ihn Ende des Jahres auf die Straße, wenn er vorher nicht in die Pötte gekommen ist. Das ist schwer durchziehen, weiß ich, aber anders geht es nicht. Irgendwann ist Schluss mit lustig und das muss er begreifen.

Nimm Kontakt zu seinen Eltern auf und besprecht gemeinsam, was wann und wie zu tun ist. Seid ihr euch einig, holt ihn im Gespräch dazu. Allein die Tatsache, seine Eltern und du gemeinschaftlich gegen ihn wird ihn unter Druck setzen. Womöglich wird er wütend deshalb und meint, ihr hättet euch alle gegen ihn verschworen. Aber auch das ist normal, mehr ein Akt der Verzweiflung, auch dadurch muss er allein.

Wie gesagt, es wird sich nichts ändern wenn ihr nicht endlich konsequent handelt.
 
  • #7
Hi regentänzerin,

doch, das kannst du. Es sei denn, du willst noch ein zweites Kind (ihn), um das du dich kümmern willst. Du darfst deinem (noch-)Partner sehr wohl zumuten, für sich selbst zu sorgen und für sein Handeln (oder Nicht-handeln) auch die Konsequenzen zu tragen. Könnte sein, dass du überrascht sein wirst, was er auf die Reihe bekommt, wenn er denn mal dazu gezwungen ist, es zu tun. Das mal ganz prinzipiell.

Was mich konkret stutzig macht bei euch: Ihr seid 15 Jahre zusammen und er studiert immer noch? Warum denn bloß - ist er einer der Dauerstudenten, die Angst vorm Leben haben und sich deshalb an der Uni davor verstecken? Deine Aussage, er hätte zugestimmt, sein Studium abzubrechen und sich nen Job zu suchen, klingt danach. Ist das ein lari-fari-Studium oder warum hat er dem zugestimmt, es abzubrechen? Wie wärs mit zuende studieren? Waren ja drei weitere Jahre Zeit dafür? Hat er noch nie im Leben einen echten Job gehabt? Wie alt seid ihr beide?

Noch eins, du sprichst in der Vergangenheitsform ("war mit ihm zusammen"). Habt ihr euch bereits getrennt, auch offiziell, für den jeweils anderen klar und verbindlich? Machst du dir Sorgen um deinen Partner oder um deinen Ex-Partner? m/44
 
  • #8
1) Getrennt ist getrennt und Ex ist Ex. Fang' erst mal damit an, den Zustand zwischen ihm und Dir zu beschreiben ? Ist das eine Beziehung oder ist es keine mehr ? Wenn es keine Beziehung mehr ist, denkst Du nur an Dich und die Kleine.

2) Hör auf so naiv zu sein, mit ihm reden zu wollen. Das hilft alles nicht - Du hast es oft genug versucht. Wenn Du mit einem "Ultimatum" kommst und danach alles wieder so ist wie vorher - auch wenn das Ulitimatum fruchtlos verstrichen ist - dann verlierst an Glaubwürdigkeit und er kommt mit seinem Dickschädel durch.

3) Ich würde aber mit den Eltern reden und mit ihnen zusammen sicherstellen, daß Du und die Eltern konsequent bleiben und sich nicht gegen einander ausspielen lassen.

4) Dann würd ich mir Rat bei einem Fachanwalt für Familienrecht suchen, sei es wegen künftigem Unterhalt, sei es wegen den Kosten, die Du aktuell aufwendest (ich glaube nicht, daß Du sie zurückfordern kannst) sei es wegen etwaigen Unterhaltsforderungen der Kleinen gegen seine Eltern. Erst Rechtsrat einholen schadet nicht.

5) Was hat ER denn erreicht im Leben - außer Dich geschwängert zu haben ? So lange er sich nicht seinem Studium widmet und es durchzieht oder hart arbeitet und Kohle ranschafft, wird das Problem schlimmer. Aber dazu würd ich ihn antreiben dadurch, daß ich an Deiner Stelle zum Anwalt gehen würde, klären, was mir zusteht, und das Geld auf den cent einfordern, denn sonst löst er das Problem nicht.
 
E

EarlyWinter

  • #9
Seiner Aussagen nach wollte er sich um einen Job kümmern und sein Studium aufgeben, sobald ich schwanger bin.
Warum sollte er das bitte tun???? Warum sollte er sein STUDIUM aufgeben, das ihn zu dem Job bringt, das er in Zukunft sein ganzes Leben lang machen möchte? Oder ist er der "ewige Student", der keine Verantwortung für sein Leben übernehmen will, dann ist es natürlich etwas anderes. Aber wenn er normal sein Studium durchzieht - was ja eine AUSBILDUNG ist - dann verstehe ich euer aller Problem nicht. Dann solltet ihr ihn unterstützen, damit er baldmöglichst fertig werden kann.
Ich denke aber, im Falle, dass er einfach nur ein Chaot und stinkfaul ist, das war schon vorher abzusehen, warum bekommst du denn ein Kind mit ihm?
Jedenfalls zieht er sein Ding durch. Sollte er ernsthaft sein Studium vorantreiben dann sage ich, richtig so. Andernfalls sage ich, sei froh, dass du ihn los bist, so jemand bringt es nie zu irgendwas, hat keinen Bock zu arbeiten weil er faul ist, keine Verantwortung übernehmen will, ist nicht belastbar und keine Konflikte ertragen kann, die nun mal an einem Arbeitsplatz laufend statt finden. Seine Eltern hätten besser schon bei der Erziehung richtige Weichen gesetzt und ihn richtig auf das Leben vorbereitet statt ihn jetzt rauszuschmeißen.

Wenn für ihn zutrifft, dass er ein planloser Typ ist dann bist du nicht für ihn verantwortlich, sondern nur für dein Leben und das deines Kindes! Damit bist du ausgelastet. Ein erwachsener Mensch muss Verantwortung für sich selbst tragen. Punkt. Du wirst sonst nie froh. Es ist ja 3 Jahre nix passiert und ob du bleibst oder gehst ist ihm auch egal. Du kannst niemanden zu seinem Glück zwingen wenn derjenige nicht selbst will.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #10
Habt ihr Tipps und/ oder Erfahrungen, was ich noch machen kann? Ich kann ihn doch nicht einfach so abstürzen lassen.
Wenn schon, dann läßt er sich abstürzen, nicht du ihn. Es ist sein Leben, und frei nach Dr. Phil "enablest" du ihn auch noch ordentlich. Er muss ja auf die Schnauze fallen, um was zu ändern.
Fühle dich bitte nicht so für ihn verantwortlich. In den Griff kriegen kann er sich nur selbst.
 
  • #11
Du kannst und solltest GAR NICHTS machen! Offenbar muss er es auf die harte Tour lernen. Bislang hat sich ja immer offenbar jemand um ihn gekümmert und Mama gespielt - sei es seine eigene Mutter oder du als Freundin.
Zieh aus, halt dich in Zukunft aus seinem Kram raus und schau zu, wie er auf die Nase fällt - auch wenns schwer fällt. Nur so wird er lernen, auf eigenen Füssen zu stehen.
Ich verstehe nicht, warum Frauen immer Ersatzmutter spielen und sich für den Mann verantwortlich fühlen müssen. Es ist SEIN Leben - also lass ihn dafür die Verantwortung!
 
  • #12
Generell ist dir langfristig mit einem studierten Mann besser gedient als mit einem "Studienversager". Wie hoch wäre denn der Aufwand, um sein Studium zumindest mit einem Bachelor abzuschließen? Drei Jahre sind da wohl die Regelstudienzeit.

Wenn du die kompletten Kosten trägst, zahlt er keine Alimente? Könnte sein Dauerstudium auch der Verringerung der Alimente dienen, also eine reine Sparmaßnahme sein?

Ich würde ihm die Pistole auf die Brust setzen: er reißt sich entweder zusammen oder du suchst dir einen neuen Partner. Dein zukünftiges Leben wird sonst von einem Verlierer bestimmt, der weder dir etwas bieten noch dem Kind ein Vorbild sein kann. Denke mal an all die vor dir liegenden Jahre, in denen du ihm wieder und immer wieder die gleichen Vorhaltungen machst - und nichts bessert sich, während du alt und grau wirst und mit jeden Cent knappsen musst.
 
  • #13
Ich frage mich auch, warum er sein Studium aufgeben wollte, wenn Du schwanger bist. Dass er das nicht gemacht hat, sieht entweder nach einem Menschen, der nur von der Tapete bis zur Wand denken kann aus oder danach, dass er es so versprochen hat, weil er dachte, er muss das Deinetwegen. Ich finde es ehrlich gesagt sehr dämlich, ein Studium aufzugeben, wenn die Freundin schwanger ist. Mit einem Abschluss kriegt man doch angeblich bessere Jobs, außer man ist Selfmademan, aber so klingt Dein Freund absolut nicht, sondern wie einer, der es allen recht machen will und nicht weiß, welche Richtung er seinem Leben geben soll.

Mein Gefühl ist, dass er depressiv oder anderweitig in einer Lebenskrise ist und diese ganzen Ultimaten, die ihn zwingen sollen, doch mal so zu handeln, wie es von ihm erwartet wird und dass er "funktionieren" soll, bewirken nur noch mehr, dass er den Anschluss nicht findet und einfach weiter "auf den Abgrund" zurast, weil er gar nicht weiß, wie er diese Probleme in den Griff kriegen soll. Anscheinend hat niemand Einblick in das, was in ihm vorgeht, sondern kommt nur mit eigenen Erwartungen und Druck.
Du musst selber sehen, wie Du und Dein Kind vernünftig durchkommen, denn Du kannst Dich auf den Mann nicht verlassen. Aber ich denke, er braucht professionelle Hilfe und es ist kein Verpeiltsein oder Dummheit, sondern Überfordertsein, Lebensangst und Unfähigkeit, mit dem eingeschlagenen Weg klarzukommen.

Also mein Rat wäre, ihn mal zu einer psychologischen Beratung zu schicken oder sogar zu begleiten, wenn Du ihm diesen Freundschaftsdienst erweisen willst und er das auch will. Sowas gibt es, glaube ich, auch an der Universität. Und ich könnte mir vorstellen, diese Leute kennen genau das Problem, das er hat.
 
  • #14
Hört alle auf, ihn zu umüteln wie eine Mama! Ihr wollt einen erwachsenen Mann und Vater, dann behandelt ihn gefälligst wie einen erwachsenen Mann und nicht wie einen unselbstständigen Jungen. Keine Gespräche, kein Ultimatum, Vertrag vor die Nase legen, damit er sich wie die Sachlage ist. Um Geld und Wohnung muss er sich selber kümmern.

Bemutterung von dir und seinen Eltern = Sorge/Ängste, und Ängste halten den Gegenüber passiv, lähmen ihn sozusagen. Ganz einfach.

Der einzige Selbstschutz ist da: Augen und Ohren zu und sich passiv stellen und nichts mehr tun. Dieses Verhalten ist nicht neu, sondern eine natürliche Schutzreaktion, die man bei Kindern und Erwachsenen im Kreis von Über-Sozialisierung, Helikoptereltern, Überbemutterung und ständige Rückhalt und Hilfe geben, sehr gut beobachten kann und zwar durchgängig bei allen Personen!

Zu viel Sozialität in der Familie zerstört, weil man nie selbstständig wird. Glaub es mir oder lies dich ein!
 
  • #16
Sein Leben verändert sich und gerät aus den bisherigen Bahnen, weil er in eine neue Lebensphase kommt.
Das wirkt vielleicht gefährlich, ist aber okay und normal.

Er kommt jetzt in das Leben eines Erwachsenen. Dazu gehört, dass er sein Leben so umstellt, dass er sich selbst ausreichend versorgen kann ( Haushalt und Finanzen).
Das muss jeder irgendwann lernen und den Sprung ins Erwachsensein wagen.

Nimm ihm die Chance nicht, erwachsen zu werden und ein guter Mann zu werden, der als Vater seiner Aufgabe nachkommt, sich um seine Familie zu versorgen.
 
  • #17
Liebe Regentänzerin,

@Leopardin beschreibt es sehr treffend.

Es ist völlig egal, aus welchen Gründen er so handelt, es können gesundheitliche Gründe sein, eine Depression, etc.
Trotzdem, helfen kann man da nur, wenn man den anderen aufschlagen lässt - und hofft, dass er aufwacht.
Wenn er nicht aufwacht, ist es ganz knallhart Pech für ihn, aber wenn Du ihn weiter trägst dann zahlst Du als Kümmerer, es kostet Deine (Lebens-)Energie.

Die Idee, mit den Eltern zusammen ein Konzept zu entwickeln, Klartext zu reden, ist gut.
Man kann, wenn er spürbar aktiv an den notwendigen Veränderungen arbeitet, ihn begleitend unterstützen.
Dieses Angebot, konkretisiert, was ihr anbieten könnt und wollt, könnt ihr bei diesem Gespräch ergänzend machen.
Schließlich ist da ein Mensch, den man zumindest wertschätzt.

Aber - Letztendlich, er ist erwachsen, er ist für sein Leben selbst verantwortlich. Niemand kann es für ihn.
 
  • #18
Hier haben einige gesagt, dass es besser wäre, wenn er sein Studium abschließt.
Verstehe ich dich richtig, dass er genau das eben seit vielen Jahren nicht schafft ? Ewiger Student ?
Ist ja auch egal, ich denke, du solltest dich von dem Wunsch nach Familie Mustermann freimachen.

Ich finde deine Situation eher gut, denn gezwungenermaßen hast du dich fest in den Sattel gesetzt. Du kannst drei Leute unterhalten, obwohl du sicher auch noch zumindest teilweise für Haushalt und Kind sorgst. Chapeau !
Das ist eine Chance, die nicht viele Mütter haben, wenn da ein Partner ist, der für sie sorgt. Später kommt dann das böse Erwachen. Bei dir nicht.

Er ist also jetzt endlich ausgezogen, hier nochmal meinen Respekt, dass du das durchgezogen hast.
Jetzt wird alles einfacher für dich.

Bitte laß ihn NICHT wieder einziehen, wenn er bei seinen Eltern rausfliegt.

...Ich sehe mich vor 20 Jahren. Auch meiner ein Gammler, der mit 36, als ich ihn kennenlernte noch an der Uni eingeschrieben war, aber niemals auch nur einen Schein machte.
Auch ich habe alle Last für drei allein getragen.
Auch ich zog mit unserer Tochter aus und er legte sich für zwölf Wochen bei seinen Eltern ins Bett, bis sie ihn rauswarfen. Davor machten sie mir bittere Vorwürfe, dass ich ihn hängen lasse.

Er ist bis heute nicht auf die Füße gekommen, hat nie gearbeitet und niemals Unterhalt bezahlt.
Richte dich lieber gleich darauf ein. Ich habe mehrere Jahre gehofft, gekämpft und Wut gehabt, bis ich mich abfand und es mir dann besser ging.

Noch was sehr wichtiges: lasse ihm die Beziehung zum Kind und dem Kind sein gutes Bild vom Papa. Niemals schlecht über ihn reden, nie sagen, dass er nichts kann, tut, bezahlt...
Nicht, um ihn zu schonen, sondern um dein Kind zu schonen.
Denn wenn du schlecht über ihn redest, fühlt es sich schlecht, schließlich ist es ja sein Kind.

Das ist extrem schwer, gerade wenn man wütend ist.
Versuche es halt, soweit es dir gelingt.
Mir ist es nicht immer vollumfänglich gelungen und meine Tochter hat mir später gesagt, dass sie sich immer angegriffen gefühlt hat.
Und dass sie das Gefühl hatte, selbst schlecht zu sein, da ja ihr Vater schlecht war.


w 49
 
  • #19
Hallo
Leider hat das mit dem erneuten Einloggen nicht geklappt, daher einfach ne 1 hinter meinem Namen ;)

Es sehe auch, dass es für ihn besser wäre sein Studium zu beenden, leider 'versucht' er das seid mehreren Jahren mit mäßigem Elan. Und entweder ich warte weiter, dass er es irgendwann macht und das wahrscheinlich bis zum Sankt Nimmerleinstag oder ich ziehe jetzt die Reißleine. Er bezahlt mal den Einkauf, aber er hat halt einfach nicht viel Geld.

Dennoch fällt es mir schwer! Auch wenn einige hier sehr hart schreiben. Wie kann man einen Menschen, mit dem man eine so lange Zeit seines Lebens verbracht und ihn geliebt hat, einfach sich selbst überlassen?!
Er ist der Vater meiner Tochter und ich habe mich bewußt für ein Kind mit ihm entschieden. Ob es schlau war mit jemandem ein Kind zu bekommen, der noch nicht mal für sich selbst sorgen kann, sei mal dahingestellt. Aber wie schon geschrieben. Für sie ist er ein super Vater. Für sie zählt finanzielle Sicherheit (noch) nicht.

Der Umzug steht jetzt an. Ihm geht es richtig schlecht.Und das tut mir wiederum weh.
Für ihn ist es eher, weil er dann sein Kind nicht mehr einfach so sehen kann. Wir sind halt in einer anderen Wohnung. Ein paar Minuten mit den Rad, also wirklich nicht weit weg.
Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Danke für eure aufmunternden und auch für mich teilweise sehr drastischen Kommentare!
 
  • #20
Für ihn ist es eher, weil er dann sein Kind nicht mehr einfach so sehen kann.
Grundsätzlich finde ich es gut, dass du ihn anscheinend trotz aller Widrigkeiten immer noch magst.
Das ist das beste, was deiner Tochter passieren kann.
Fördere den Umgang der beiden.
Er kann sie doch jederzeit sehen, er hat ja auch genug Freizeit.

Nimm mit, was er dir bietet. Im vorliegenden Fall die Kinderbetreuung.
Er kann eigenverantwortlich für allen Sport zuständig sein, ihr schwimmen und radfahren und schlittschuhlaufen beibringen, das entlastet doch enorm.
Er kann zu allen Elternabenden im Kindergarten und der Schule gehen, was meinst du, wie das entlastet ?
Er kann ihr später bei den Latein-Hausaufgeben helfen.
Und noch viel mehr.

Dein Exfreund trägt nichts zum Haushalt bei ? Ok, dann nicht, es gibt Schlimmeres, denn du schaffst das ja allein.
Und wenn du Schmerzen hast bei der Vorstellung, dass er unter der Brücke liegt, dann laß ihn doch weiter bei dir wohnen.
Aber das willst du nicht, richtig ?
Warum auch ? Warum solltest du ein erwachsenes Kind durchfüttern ? Ich finde dein schlechtes Gewissen nicht angebracht, aber das ist Geschmackssache.

Bei mir lag der Fall anders. Meiner hat gar nichts gemacht, auch keine Aufgaben rund ums Kind übernommen. Nur mal kurz was, was ihm Spaß machte. Ein einziger Skiurlaub ( ich hatte für die Tochter bezahlt ), ein einziger Elternabend...nie was Verläßliches. Nicht mal seine Besuche.
Wir haben sehr oft vergeblich auf ihn gewartet. DAS hat mir wehgetan.

w 49
 
  • #21
Liebe Regentänzerin,

Deine Zeilen bewegen mich irgendwie sehr.

Vielleicht hilft tatsächlich die Zeit, und ihm die Konfrontation mit der Realität - mal ohne Fallschirm? Vielleicht gelingt es ihm, durch diesen Schock die notwendigen Veränderungen anzugehen?
Er alleine die ersten Schritte - evtl auch mit therapeutischer Hilfe , manchmal braucht es auch dieses.
Und dann wärst sowohl Du, wenn Du möchtest, und seine Eltern trotzdem da, nur nicht uneingeschränkt und bedingungslos.
Es spricht nichts dagegen, ihm bis zu (D)einer gewissen Grenze weiterhin beizustehen.

Was sich dann bei Dir tut, gefühlsmäßig, usw. bleibe einfach offen - und achtsam Dir selbst gegenüber.

Ein schlechtes Gewissen brauchst Du nicht haben, er ist erwachsen und verantwortlich für sein Handeln.
Aber die deutliche Wertschätzung, die Du ihm trotz allem entgegen bringen kannst, die kannst Du ihm auch mitteilen und ebenso bei Eurer Tochter artikulieren, das hilft allen.
Finde es sehr sympathisch, wie Du das vermittelst.
Sehr schön, wenn ihr beide liebevolle Eltern bleibt.

Euch und Dir im Besonderen alles Gute.
 
  • #22
Ich habe meinen Ex auch zum Jahrestag unserer Trennung angerufen und er hat sich irre gefreut und wollte gar nicht mehr auflegen. Versuche die Realität zu sehen. Steigere dich nicht in Träume rein, das bringt nichts. Geh immer von den echten Chancen aus.

Ach so, wir machen jetzt zusammen ein Wochenende auf dem Reiterhof.