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Gast

  • #1

Seelenverwandt ?

Diesen Begriff las ich vorhin im Beitrag mit dem Kurschatten. So eine Aussage kommt immer bei denen, egal ob Frau oder Mann, wenn sie sich frisch verliebt haben.

Kann das hier Jemand erklären ?

Mitte 50,w
 
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Gast

  • #2
Wenn es immer im Zusammenhang mit einer frischen Verliebtheit kommen würde, müßtest auch Du schon so etwas gespürt haben ....
Tatsächlich passiert das gar nicht so oft und mitunter wird der Begriff verwendet, weil etwas verwechselt wird:

Sich seelenverwandt fühlen heißt wohl für viele Menschen, sehr ähnlich zu empfinden, zu denken, es verursacht ein Gefühl des Angekommenseins, von dem Kribbeln der Verliebtheit deutlich zu unterscheiden, da es eher ruhig, warm und beständig ist.
 
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Gast

  • #3
Jaja, genau, jetzt mit Mitte 30 ist mir auch ein Licht aufgegangen, dass die so viel besungene Seelenverwandtschaft in Aufruhr geratene Synapsen sind, sobald nach langem Mangelzustand die Aussicht auf Oxytocinekstase greifbar nahe ist.
Wie viele magische Momente habe ich schon erlebt und wie viel Brüder im Geiste gab es nicht schon in meinem vergleichsweise jungen Leben...
Die äußeren Umstände entscheiden jeweils, ob man eben mal im Bett landet, es miteinander wenigstens versucht oder ob man den Gang vor den Traualtar wagen will.
Sagen wir, eine Person, die nicht diese Gefühlsstürme von ungefährer Seelenverwandtschaft in mir auslöst, wird gar nicht erst den Weg in mein Bett finden. Es ist nur die notwendige Bedingung. Ob er aber mein Partner werden kann, ist von einigen anderen Aspekten bestimmt.
Sich der gefühlten Seelenverwandtschaft hinzugeben, ihr Raum zu schenken, verleiht dem Leben Glanz und Süße. Daraus entsteht der Stoff für ganz große Romane und Filme.
Nicht alle sehen das in dieser durchaus positiven Dramatik. Sie bringen sich selbst um die schönsten, aufregendsten Momente ihres Lebens, weil sie sich in ein moralisch fragwürdiges Korsett pressen um dem schönen Schein einer braven Existenz genüge zu tun.
Ich jedenfalls lebe lieber wild, verrucht und aufregend indem ich all den Seelenverwandten eine besondere Rolle zuweise, um schließlich auf ein emotional reiches, ausgefülltes Leben zurückblicken zu können.
 
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Gast

  • #4
Ich sehe es wie #1.
Wenn es Seelenverwandtschaft ist, dann bleibt es bestehen und man spürt es immer und immer wieder, auch nach vielen Jahren noch.
 
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Gast

  • #5
es verursacht ein Gefühl des Angekommenseins, von dem Kribbeln der Verliebtheit deutlich zu unterscheiden, da es eher ruhig, warm und beständig ist.
Sehr treffend formuliert. Weil die Phase des Einander-fremd-Seins fehlt, fühlt es sich so an, als hätte man sie bereits hinter sich gelassen, sei bereits vertraut miteinander.

Das ist insofern gefährlich, als diese Vertrautheit Lücken haben kann. Beim ersten Sex zum Beispiel. Man glaubt die Schlüsselsignale zu kennen, in Wirklichkeit denkt man vollkommen aneinander vorbei, und daraus entsteht das ungute Gefühl, der andere will den Sex gar nicht. Ist mir mal so ergangen mit einer "Seelenverwandten".
 
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  • #6
Ich kann dieses Unwort nicht mehr hören. In meinen Augen reine Illusion und Träumerei.
Im gemeinsamen Alltag löst sich die vielgepriesene "Seelenverwandtschaft" sehr schnell in Luft auf.
 
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  • #7
"Seelenverwandtschaft" empfinde ich auch mit anderen Menschen (nicht nur mit Männern). Das kann auch eine Frau oder ein Kind sein. Ich empfinde es als tiefes Verständnis füreinander. Sich verstehen, ohne zu reden. Das Gefühl zu haben, den anderen schon ewig zu kennen, auch wenn man sich gerade erst begegnet ist. Natürlich beruht das dann alles auf Gegenseitigkeit, sonst wäre es keine "Seelenverwandtschaft".
 
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Gast

  • #8
liebe fs,

zwei menschen fühlen sich seelenverwandt, wenn sie ohne lange erklärungen, ähnlich empfinden, dinge beurteilen, ähnliche erfahrungen haben usw. wenn dir so ein mensch über den weg läuft, dann fühlst du dich so vertraut, als ob du ihn schon sehr lange kennst.

nicht so ganz ungefährlich, weils doch jemand anderes ist und die differenzen gerne übersehen werden, das kann zum bumerang werden, kann aber auch anhalten und durch gemeinsame zeit sich noch verstärken, dann wirds eine symbiose, die perfekt sein kann für beide...

w
 
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Gast

  • #9
genau, bei frisch verliebten und dann folgt gerne: Das ist die LIEBE meines Lebens - und dann der Absturz, weil rosarot und gefühlsduselig mit feuchtem Schritt eben doch nicht für den Alltag taugt. Es mag es geben - doch ehrlich glauben kann ich das erst nach mehreren Jahren intensiver Beziehung und authentisch gelebter Partnerschaft. Alles andere sind Wunschträume und Kleinmädchenträume.
 
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Gast

  • #10
Es ist sehr angenehm, die Beiträge zu diesem Thema zu lesen, Ich denke schon, dass es so etwas wie Seelenverwandte gibt, oder in anderen Worten, Menschen, die sehr ähnlich ticken. Ich würde das gar nicht auf das Verliebtsein beziehen sondern auf einen Gleichklang, ähnliche Werte und Anschauungen in manchen Ebenen. Das muss auch nicht vollumfänglich sein, manchmal spüre ich das auch nur in bestimmten Bereichen, in anderen gibt es durchaus Widersprüche, aber in Summe erscheint es als etwas sehr Verbindendes, nahezu unzerstörbar. Das würde ich aber als Mann z.B. auch von einigen meiner engsten männlichen Freunden sagen. Und da dürfte es haltbarer sein als verliebt zwischen Mann und Frau.

In Zusammenhang mit Verlieben ist es teilweise dem Hormonrausch geschuldet. Wenn ich mich an meine liebste weibliche Seelenverwandte erinnere ... wie verletzend sie wurde, nachdem sie sich trennte ... nein, da muss bei mir ein Teil hormonelle Sinnestäuschung gewesen sein. Es ist aber trotzdem immer wieder schön, diesen Ausnahmezustand zu erleben. Ich wehre mich jedenfalls nicht dagegen.
 
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Gast

  • #11
Mein Ex hatte mir damals erklärt, er hätte in der Reha seine Seelenverwandte getroffen. Sie hätte seine Seele berührt.

Mich hatte er Jahre nicht an sich rangelassen, weder physisch noch psychisch.
Und sich hinter seiner schlimmen Kindheit versteckt.
Depressiv war er. Dann Reha, Gerhirnwäsche. alles zuhause ist schlecht usw.........

Dann kam die Seelenverwandte. Nach dem Hormonrausch war ca. 6 Monate später Schluß.
Sie hatte ihn abserviert. Und ich wollte nicht mehr .

W/50
 
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