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Gast

  • #1

Schweigsamkeit in der Beziehung als Zeichen mangelnder Bildung?

Ich hatte vorher einen Thread zu meiner Fernbeziehung erstellt und mir wurde dadurch klar, dass das Problem eher die Schweigsamkeit meines Freundes ist.

Wir (37+41) kennen uns seit 20 Jahren und sind seit kurzem ein Paar. Mein Freund ist ein sehr liebevoller und hilfsbereiter Mann, jedoch sehr schweigsam, passiv (bei Alltagsentscheidungen oder sexuellen Annäherungen) und in Sachen Romantik eher unbeholfen.

Vor allem die Schweigsamkeit könnte bei unserer Fernbeziehung, bei der wir uns nur alle zwei Monate sehen, ein Problem werden. Seine zwei Beziehungen davor sind auch in Schweigsamkeit geendet.

Ich selbst bin ziemlich kommunikativ. Mein Freund sagt, dass er lieber zuhört und einfach nicht so viel zu erzählen hat. Allenfalls sind es mal allgemeine Themen, über die man ihn befragen kann, von alleine erzählt er nichts.

Er erzählt auch nichts über andere Menschen. Selbst wichtige Sachen vergisst er zu erzählen (z.B. jemand hat geheiratet etc).

Persönliche Themen über Gefühle und Ansichten gehen gar nicht. Selbst wenn ich ihm dazu Fragen stelle, entsteht eine extrem lange Gesprächspause. Manchmal erhalte ich auch dann keine Antwort.

Am Anfang ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber nun, wo es ja auch mal um emotionale Themen geht und wir fast täglich telefonieren, fällt sein Schweigen extrem auf.

Er sagt mir oft „Ich liebe dich“. Aber immer so, ohne etwas dazu zu sagen. Es hört sich fast mechanisch an.

Könnte Schweigsamkeit auf mangelnde Bildung hinweisen? Er hat noch nie ein Buch gelesen. Oder auf seine berufliche Situation? Er arbeitet als Meister in einer Werkstatt. Da wird auch nicht viel gesprochen oder nur gewitzelt.
Oder ist es eher ein familiäres Problem? Mit seinen Eltern redet er auch nur über das Wetter und macht ein paar Witzchen.

w
 
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Gast

  • #2
Wir können hier leider keine Ferndiagnose stellen! Ich denke, Dir bleibt nicht viel anderes übrig, als seine Eigenarten hinzunehmen. Das warum und wieso - niemand hier weiß, es wären alles Spekulationen! Bemerkenswert finde ich, dass er Witze macht. Und was die Bildung betrifft - darüber weißt Du sicher Bescheid, wenn Du ihn schon 20 Jahre kennst! m43.
 
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Gast

  • #3
Er scheint einfach ein sehr introvertierter Mensch zu sein. Du wirst da immer die treibende Kraft sein müssen oder ihn einfach nehmen, wie er ist. Mangelnde Bildung? Würde ich nicht sagen. Mangelndes Interesse an Themen, die dir wichtig sind. Ich seh nur eine Chance: den Zugang finden, nicht drängen etc.

Wenn du sehr kommunikativ bist, wird das wohl nicht gut gehen, weil eure Bedürfnisse zu unterschiedlich sind. Irgendwann wirst du müde sein, immer und immer wieder mehr von ihm zu erfahren und er wird müde sein, immer und immer wieder ausgefragt zu werden. Ich würde es glaub lassen.

Alles Gute!
 
  • #4
Könnte Schweigsamkeit auf mangelnde Bildung hinweisen?
Beides. Auch Kommunikation muss man lernen.

Er kann ein sehr liebevoller und liebebedürftiger Mensch sein, ist Dir wahrscheinlich, solange er sich nicht damit überfordert fühlt, sogar für die Gespräche mit Dir dankbar, zeigt es Dir aber in erster Linie nonverbal. Die drei Worte fallen ihm sicher schon nicht leicht, auch ohne Ausmalung, werden aber sehr aufrichtig gemeint sein.

Ein kommunikativer Mensch wird er höchstwahrscheinlich nicht mehr. Ob Du das langfristig zu sehr vermissen wirst, wirst Du selbst beurteilen müssen. Schlimm wäre es für ihn, wenn Du Deine Achtung vor ihm irgendwann an seiner mangelnden Kommunikationsfähigkeit ausrichtetest.
Ein bisschen ans Lesen heranführen würde ich ihn trotzdem... hättest Du Lust, ihm was vorzulesen?
 
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Gast

  • #5
Liebe Fs,

du hast schon in deiner anderen Frage genug Antworten bekommen. Schweigsamkeit hat nichts mit mangelnder intellektueller Bildung zu tun, sondern ist oft eine Charakterfrage und wird in der Kindheit geprägt und ist sicherlich auch beruflich geprägt.

Ich verstehe nicht, dass du eine Beziehung zu einem Mann eingehst, ohne ihn vorher zu "prüfen" und dann hinterher Fragen stellst, wo jede halbwegs kluge Frau sich an den Kopf fässt.

Du musst doch wissen, was ein für dich passender Mann mitbringen muss, sollte und was nicht. Oder nimmst du Jeden, nur weil du im ländlichen Raum wenig Auswahl hast?

Wenn er das nicht hat, was für mich wichtig ist, dann gehe ich doch nicht mit einem Mann eine Beziehung ein.

Kopfschüttelnd...

w 49
 
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Gast

  • #6
Das Problem hierbei ist doch weniger die "mangelnde Bildung", als deine Unzufriedenheit mit euch als Paar. Er scheint nicht der Mann zu sein den du dir für eine Beziehung vorstellst, auch wenn ihr euch die Jahre davor gut verstanden habt.
Vielleicht kannst du aus diesem Grund auch seine Liebesbekundung nicht als vollwertig wahrnehmen.
Meiner Meinung nach ist mit ihm alles in Ordung, er hat eben nur andere Präferenzen als du sie hast, evtl. auch durch die Arbeit bedingt, ein anderes Umfeld, da fällt die räumliche Trennung kaum noch ins Gewicht...
Manche Paare können gut mit diesen Differenzen leben, andere nicht.

Lass dir Zeit und überlege wie ihr gemeinsam mit dieser Situation umgeht, oder ob du für dich vielleicht schon eine Entscheidung getroffen hast.
Ich wünsche euch viel Glück, dabei.

w
 
G

Gast

  • #7
So ist er wohl groß geworden, in der Familie und später in der Schule, im Beruf, wo er sich hauptsächlich auf Dinge konzentrieren sollte, die konkret zu erledigen waren, ohne lange Gedankengänge.

Hier ist für dich wahrscheinlich Frust vorprogrammiert, denn irgendwann ist man es leid, Fragen zu stellen, die monosilbig beantwortet werden, irgendwann wird es langweilig, bei Spaziergängen höchsten über das Wetter zu sprechen oder Urlaube, die romantisch und schön hätten sein können, als einsame enttäuschende Angelenheit zu betrachten, weil man doch im Grunde nichts richtig teilen konnte, da der "Partner" nur mit seiner eingenen Gedankenwelt beschäftigt war.

Und nicht verstehen kann, daß du den tollen Urlaub, den er dir vielleicht sogar geschenkt hast, nicht so richtig geniessen konntest.

Ich denke schon, daß eine Entwicklung möglich ist, dafür muss allerdings der "Schweigsame" die Notwendigkeit erkennen. Da liegt das Problem, denn viele Männer finden sich gut, wie sie sind, aktive Persönlichkeitsentwicklung ist nichts für sie, Frau nimmt sie so wie sie sind oder lässt es sein. Sie sehen nicht "Entwicklung", sondern verstehen "Reparatur".
 
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  • #9
Ich selbst, W/43, bin in Beziehungen (anders als in Freundschaften) auch stellenweise recht schweigsam, weil: überfordert.

Die Gründe dafür sind nicht mangelnde Bildung, sondern meines Erachtens die familiäre Prägung.

Ich bin als Einzelkind in einer Familie aufgewachsen, in der Sprachlosigkeit zwischen Vater und Mutter normal war. Meine Eltern haben sich nicht ausgetauscht, mein Vater hat sehr viel gearbeitet und sich in seiner Freizeit abgesondert, gelesen, ferngesehen, war ein sehr ruhiger Mensch, mit sich selbst beschäftigt. Es war keine Liebe zwischen Mutter und Vater zu spüren, die Mutter hat nur alles gemanaged, es gab keine vernünftigen Gespräche zwischen den Eltern. Ich selbst war viel alleine, habe mich aufgrund dieser Atmosphäre auch viel mit mir selbst beschäftigt, oder war mit Freunden unterwegs (da gab es dieses Problem nie). Heute ist es für mich wichtig, dass ein Partner Dinge anspricht, Dinge nicht ignoriert, sondern eben sprachlich in der Lage ist, Gespräche anzustossen.

Interessant fänd ich in Deinem Fall: ist er generell so ruhig, oder taut er unter Freunden eher auf? So ist es bei mir jedenfalls. Freundschaften sind bei mir sehr lebhaft, hier leide ich nicht unter dieser Kommunikationshemmung.
 
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Gast

  • #10
In Gesellschaft kommt er nicht so schweigsam rüber. Aber es sind nur Themen wie Hobby, Wetter, Arbeit..Nie etwas Persönliches.

Mit mir kann er schon mal eine Stunde schweigend am Frühstückstisch oder in einem Café sitzen. Er schaut mich an, lächelt mich an, nimmt meine Hand, seufzt verliebt, aber redet halt nicht.

FS
 
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Gast

  • #12
Es ist schon so, dass man Kommunikation lernen muss. Und insbesondere wenn es um Gefühle oder um die eigene Befindlichkeit geht, fehlt bei Menschen aus eher bildungsfernen Schichten zumeist nicht nur das entsprechende Vokabular, sondern auch die dazu gehörenden Denkmodelle und Konzepte wurden nie gelernt. Das kann z.B. auch in therapeutischen Sitzungen oder bereits bei einem normalen ärztlichen Konsiliargespräch die Kommunikation außerordentlich erschweren. Natürlich haben diese Menschen Empfindungen und Gefühle, aber sie sind nur sehr eingeschränkt in der Lage, diese auch über Sprache auszudrücken.
 
G

Gast

  • #13
Ich denke auch nicht, daß Schweigsamkeit etwas mit unzureichender Bildung zu tun hat. Es gibt sehr gebildete Leute, die sehr viel reden, und es gibt weniger gebildete Leute, die noch viel mehr reden. Einen Zusammenhang sehe ich da überhaupt nicht.

Ich selbst bin sehr introvertiert und rede auch sehr wenig, halte mich aber weder für dumm noch für ungebildet. Ich habe einfach nicht das Bedürfnis, mich ständig mitzuteilen und mir gehen Leute, die sich ständig mitteilen müssen, eher auf den Keks. Auch Small-Talk ist mir z.B. ein Graus. Viel wichtiger ist für mich, daß man zusammen schweigen kann.

Da Du schreibst, daß er in Gesellschaft eher nicht so schweigsam ist, scheint Introvertiertheit hier aber nicht das "Problem" zu sein, denn wir Introvertierten schweigen eigentlich vor allem in Gesellschaft und tauen zu zweit eher auf.

Zu den wenig ausgeschmückten Liebesbekundungen: Es gibt Männer, die haben keine wirklich tiefen Gefühlen, wissen diese nicht vorhandenen Gefühle aber sehr gut verbal zu verpacken, und es gibt Männer, die haben sehr tiefe Gefühle, tun sich aber unheimlich schwer, diese zu artikulieren. Da stellt sich dann (eigentlich nicht wirklich) die Frage, was besser ist. (natürlich gibt es auch Männer, die beides bieten)

Letztlich mußt Du Dir wohl überlegen, ob Du mit seiner Art zurecht kommst oder nicht. Großartig verändern können wirst Du ihn sicher nicht. Daß er zumindest mit Dir auch mal offen über seine Gefühle redet, sollte man(n) aber hinbekommen bzw. sollte er daran wirklich arbeiten.

m, 32
 
M

Mooseba

  • #14
Sehr guter Satz!

Diesen sollten sich viele Männer hier im Forum zu Herzen nehmen.

Ein selbstbewusster Mann sieht immer Entwicklung, ein unreifer Mann, der oft wie ein Teenie denkt, der siehst oft nur Reparatur. Wie traurig für diese Männer.

w 49
Nehme ich mir zu Herzen. Und bleibe bei Reparatur. Hurra, ich optimiere mich: Mit 20 muss ich auf diesem, mit 30 dann auf jenem Level sein usw. Ganz, wie es Madame erwünscht. Und es gibt - leider - zu viele Frauen, die - wahrscheinlich dank literarisch hoch wertvoller Ratgeberliteratur - meinen, ein Mann müsste dann und dann genau auf dem speziellen Entwicklungsstand sein. Das ist dann nicht Entwicklung, sondern Automatismus. Wie unreif (!). Da geht es um einen sozialistischen Einheitscharakter, wie ihn Personaler an potenzielle Bewerber anlegen - grauenhaftes Denken. Uns soll also nur noch das Aussehen unterscheiden? Ein Mann sollte sich vor allem wohl in seiner Haut fühlen und auf die Meinungen anderer über sich nicht zu viel geben ohne den Respekt zu verlieren - dann ist er sehr reif.

An die FS:
Also ich bin so ein Mann wie dein Freund und sehr gebildet. Welche Probleme das mit sich bringen könnte, steht auf einem anderen Blatt.
Voll echt jetzt, du. Meine Hüpod... äh ... Hypothese (danke, Google): Deine Hypothese trifft nicht zu, ey. Echt total krass unzutreffend.

(m,30)
 
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Gast

  • #15
Ein Mann sollte sich vor allem wohl in seiner Haut fühlen und auf die Meinungen anderer über sich nicht zu viel geben ohne den Respekt zu verlieren - dann ist er sehr reif.
(m,30)
Wenn du meinst...., du wirst deine Rechnung für deine für mich kindische Reaktion im Berufsleben, wie auch in der Liebe erhalten bzw. hast sie schon erhalten.

Nicht umsonst gibt es den Spruch, dass viele Männer erst mit 50zig wirklich erwachsen sind.

w 49
 
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Gast

  • #16
Liebe FS
Ich stelle jetzt einfach mal die These auf, dass er sich kommunikativen Frauen gegenüber überfordert fühlt und unsicher ist, egal ob Freundin oder nicht. Eine grosse Rolle spielt sicher das Elternhaus, die Prägung. Ich befürchte, dass er sich nicht ändert und sein Kommunikationsverhalten bestehen bleibt. Ich habe das Gleiche mit meinem letzten Partner erlebt. Er konnte seine Gefühle wunderbar in schriftlicher Form ausdrücken, aber so "Auge in Auge"....keine Chance. Wenn wir eingeladen waren, musste ich mich manchmal vergewissern, ob er überhaupt noch da war :) Stundenlange Autofahrten ohne ein Wort, Essen ohne einen Satz zu sprechen...kenne ich. Kaum kamen Fussball oder Börse oder grundsätzlich finanzielle Angelegenheiten zur Sprache, purzelten die Worte nur so aus seinem Mund! Das waren die Gebiete, in denen er sich sicher fühlte und auch "gebildet" war. Seine beiden Brüder sind in dieser Hinsicht ganz anders, obwohl im gleichen wort- und gefühlskargen Elternhaus aufgewachsen. Ich habe immer gedacht, wenn ich ihm lange genug zeige, wie schön das Zeigen von Gefühlen und mein Interesse an seiner Person ist, er dann etwas von mir übernehmen würde. (Nein, ich sehe mich nicht als Non plus Ultra!) In den zehn Jahren hat er sich ein wenig verändert, aber wir haben zusammen gelebt und führten keine Fernbeziehung! Schlussendlich wurde es mir schlicht zu langweilig und anstrengend...
Vielleicht wäre Schreiben ja eine Variante?
 
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Gast

  • #17
Nochmal die FS:

Mir fällt noch ein anderes Beispiel, aus der Zeit als wir noch kein Paar waren, ein.

Damals informierte ich mich im Internet auf verschiedenen Nachrichtenportalen zur Guttenberg-Affaire. Ich erzählte ihm davon wie empört ich darüber bin, zumal ich in meiner Diplom-Arbeit auch nicht so vorgegangen bin.
Er antwortete nur: "Du glaubst aber auch alles, was du liest."
Punkt. Keine weitere Diskussion.
Und dies wäre mal kein persönliches Thema.

Ich versuchte noch nachzuhaken. Aber er schmollte und schwieg.

Allgemeine Themen sind also auch schwierig.
 
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Gast

  • #18
Ich kenne solche Männer auch. Schweigsamkeit gilt ja allgemein als "typisch männliche" Eigenschaft. Coaches raten häufig, diese einfach als gegeben hinzunehmen und damit zu leben. Meiner Ansicht nach gibt es aber durchaus auch Männer, mit denen man sich intensiv unterhalten kann und die auch Spaß an Sprache und Kommunikation haben.

Die Redefreudigen habe ich meist unter Studenten / Akademikern geisteswissenschaftlicher Disziplinen angetroffen, während Ingenieure und andere eher wissenschaftlich- technisch ausgerichtete Berufsgruppen mehr schweigsame, introvertierte Männer "beherbergen". Allerdings kommt es immer auch auf das Gesprächsthema an. Wenn diese Männer anfangen, über ihr Fachgebiet zu reden, können sie richtig in Redefluss kommen! Bei Fragestellungen, die mehr mit Emotionen, Psychologie, Kunst, Literatur oder dem aktuellen Weltgeschehen zu tun haben, antworten sie (meiner Erfahrung nach) oft nur einsilbig und wirken gelangweilt und desinteressiert. Vor allem scheinen sie keinerlei Spaß an dem Spiel mit der Sprache, Sarkasmus, Doppeldeutigkeiten oder gar Smalltalk zu haben. Alles muss zwingend effektiv, logisch und vernünftig sein. Ansonsten wird lieber geschwiegen.

Es gibt ja durchaus auch Frauen, die so ticken. Ich finde solche Menschen auf Grund ihres hohen Fachwissens und logischen Denkvermögens eigentlich sehr beeindruckend, allerdings fehlen mir auf Dauer der unbeschwerte Umgang mit Sprache, der Wortwitz und der emotionale Austausch. Ich denke, dass es sich bei den Wortkargen durchaus um hochintelligente und begabte Menschen handeln kann, aber eben womöglich mit einer Tendenz zur Inselbegabung und mit Defiziten auf dem Gebiet der Sozialkompetenz. Mit solchen Männern unterhalte ich mich gern über fachliche Themen. Verlieben könnte ich mich in so einen Mann allerdings nicht. Auch sexuell fühle ich mich von ihnen null angezogen. Leidenschaft und Liebe lassen sich bei mir nicht mit Sachlichkeit, Vernunft und mangelndem emotionalen Ausdruck unter einen Hut bringen. Das schließt sich irgendwie gegenseitig aus. Eigentlich schade, denn sie verfügen meist noch über eine Reihe durchaus positiver Eigenschaften. Zum Beispiel neigen sie überhaupt nicht zu Klatsch und Tratsch, übertriebener Neugier oder Einmischung in die Belange anderer oder Hinterhältigkeit. Jedenfalls ist mir das immer wieder aufgefallen. Auch strahlen sie eine angenehme Ruhe aus, werden nicht hysterisch oder unsachlich.

Ideal wäre eine ausgeglichene Mischung: Jemand, der gern auch mal plaudert und witzige Bemerkungen macht, nicht aber pausenlos redet ohne Punkt und Komma. Aber wir sehnen uns ja alle nach dem "perfekten" Partner. Daher sind wir ja hier! <---- WITZ!
 
M

Mooseba

  • #19
#17
Wieder mal ein typischer Singlefrauenbeitrag: oberflächlich, arrogant und männerfeindlich.

Also ich habe eine technische akademische Ausbildung und denke selbstverständlich sehr gern logisch. Aber ich unterhalte mich sehr gern über andere Themen, allerdings fordere ich dafür auch etwas ein, es ist aber nicht mehr als z.B. mein Geschichts-LK. Ansonsten taugt die Diskussion nicht viel und ich lasse es sein. Über Literatur unterhalte ich mich auch gern, allerdings Literatur, nicht Bücher. Ein paar richtig anstrengende Klassiker sollte man schon gelesen haben. Oberflächliche Unterhaltungen zu anspruchsvollen Themen? Nee danke. Frauen konnten da selten mithalten, zumindest nicht die, die ich getroffen hatte. Die waren alle grundsätzlich hedonistischer eingestellt. Das kann ich aber auch sehr gut. Klatsch und Tratsch? Liebend gern, da blühe ich auf, was heißt, dass ich da gern sarkastisch, böse und gnadenlos werde.
 
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Gast

  • #20
Schenk mir deinen Mann. Ich schweige auch lieber. Scheinbar gibt es zwei Sorten Menschen. Seit wann ist es wichtig, dass ein Mann ein Buch gelesen hat? Als wäre das ein Kriterium für die Partnerwahl. Tz.
 
G

Gast

  • #21
Seit wann ist es wichtig, dass ein Mann ein Buch gelesen hat? Als wäre das ein Kriterium für die Partnerwahl. Tz.
Natürlich ist das wichtig. Sehr zentral sogar. Denn im Grunde genommen macht einen doch erst das Lesen von Büchern zum Menschen. In Büchern steckt die Welt, nicht "da draussen". Das da draussen sind nur schale Abbilder der platonischen Ideen, höchstens… Also eine Frau, die mir sagt, sie habe noch nie ein Buch gelesen, würde ich sofort stehen lassen. Sofort. SOFORT!
 
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Gast

  • #22
Schweigsamkeit oder Passivität in philosophischen, emotionalen, psychologischen und literarischen Fragestellungen in der Beziehung kenne ich auch von meinem Partner (und er will mal Deutsch unterrichten). Wenn die Fragestellung jedoch in einen eher praktischen Rahmen rückt oder eine konkrete Aufgabe beinhaltet, dann kann er viel und beeindruckend darüber reden.
Mein Partner ist in einer Arbeiterfamilie, ich in einer überintellektualisierten Familie aufgewachsen, da kann ich einem Vorposter nur zustimmen, dass Erfahrung auch das "Ziel" der Rede prägt. Ich glaube nicht, dass sich das (einfach) ändert.
 
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Gast

  • #23
#17
Ein paar richtig anstrengende Klassiker sollte man schon gelesen haben. Oberflächliche Unterhaltungen zu anspruchsvollen Themen? Nee danke. Frauen konnten da selten mithalten, zumindest nicht die, die ich getroffen hatte. Die waren alle grundsätzlich hedonistischer eingestellt. Das kann ich aber auch sehr gut. Klatsch und Tratsch? Liebend gern, da blühe ich auf, was heißt, dass ich da gern sarkastisch, böse und gnadenlos werde.
Also Literatur sollte vor allem anstrengend und Frauen weniger hedonistisch sein. Das klingt ja nach Lebensfreude pur! Alles, was nicht krampfig und verbissen angegangen wird, ist dumm, oberflächlich.und wertlos. Nimm es mir nicht übel, aber du hörst dich für mich auch wie ein typischer Single-Mann an. Ich weiß ja nicht, ob es Damen gibt, die sich gern von dir korrigieren und bevormunden lassen und dann noch eingeschüchtert zu dir aufblicken? Eine interessante Konversation besteht nicht darin, dass einer dem anderen die Welt erklärt oder sein abgespeichertes Wissen herunterspult. Das ist ein Monolog. Und was du hier schreibst, klingt äußerst arrogant und frustriert. Attraktiv geht anders.
 
  • #24
Ich habe viel gelesen, Akademikereltern, war immer Jahrgangsbester, einen Dr mit summa cum laude (zugegeben im technischen Bereich) und einiges zu erzählen, auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen, menschlichen Beziehungen, Soziobiologie...

Würdest du mir fehlende Bildung unterstellen, nur weil ich es anstrengend finde, mich an dümmlichem Smalltalk zu beteiligen? Weil ich keiner bin, der andere stundenlang mit Belanglosigkeiten zulabern kann? Weil ich keinen Sinn darin sehe, Nachrichten hin und her zu wälzen, wo es uns eh keine neuen Erkenntnisse bringt? Weil Klatsch und Tratsch mich nicht interessiert? Weil ich nicht die neueste Glamour gelesen habe?
Daneben bin ich halt ein typischer Mann, weil ich nicht ständig mein Seelenleben diskutiert haben will. Ich bin mit mir im Reinen und sehe keine Notwendigkeit, ständig meinen Gemütszustand kundzutun. Aber vielleicht brauche ich einfach eine Reparatur.

Trotzdem bin ich in der Lage, mehrjährige glückliche Beziehungen zu führen.

Aber hey, vielleicht hast du ja Lust, dich mit mir über lineare Algebra oder eins der oben genannten Themen zu unterhalten, oder dich mit deinem Freund über seinen Beruf. Kannst du nicht? Ist dir zu hoch? Hm, vielleicht ein Zeichen mangelnder Bildung.

Ansonsten: Danke, Mooseba, trifft zu 100%.
 
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Gast

  • #25
An FS:

Ich würde Deinen Partner keinen Mangel an Bildung unterstellen, sondern euch beiden ein noch inkompatibles Kommunikationsverhalten.

Das, was Dein Partner macht, kommt bei Dir stoffelig und trampelhaft herüber. Weil er es irgendwie nicht hinkriegt, zu checken, was Dir wichtig ist, oder WANN es Dir wichtig ist zuzuhören.

Dass Männer nicht so viel Tratsch mögen, und da mal auch vorbeihören ja, das kann man als Frau auch akzeptieren und dass es zu viel wird. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn "Mann" dann mal sagt, hey nun ist es gut, so viel kann ich da gar nicht aufnehmen.

Es ist aber wichtig, dass Mann dann zuhören kann, wenn Frau es wichtig ist, und auch keinen Kommentar dazu abgeben. Manchmal hilft dann aber nur, zu sagen "Du, hier ist mir Deine Meinung ganz wichtig". Wenn dann allerdings eine pampige Antwort kommt - dann ist der Mann einfach nicht für eine Beziehung geeignet.

Irgenwie müssen Mann und Frau schon aufeinander eingehen, jeder bisschen Abstriche machen, jeder bisschen auf den anderen zugehen und wenn Mann dann schweigen will, aus Trotz und Frau komplett zutextet, dann geht es gar nicht.

w, 41
 
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  • #26
Mit mir kann er schon mal eine Stunde schweigend am Frühstückstisch oder in einem Café sitzen. Er schaut mich an, lächelt mich an, nimmt meine Hand, seufzt verliebt, aber redet halt nicht.

FS
Das kenne ich von mir auch. Aber es ist nicht so, dass ich die ganze Zeit darüber nach denke, was ich sagen soll. Eher genieße ich die Ruhe, das miteinander, sich verschmitzt anschauen, lächeln, über den Zeitungsrand hinweg...es ist doch auch schön, wenn man miteinander schweigen kann. Leider siehst Du darin ein Problem. Mir geht es aber zum Beispiel oft so, dass ich schweige, wenn mein gegenüber extrem viel redet (und das nicht, weil ich nicht zu Wort komme), sondern, weil ich mich unwohl fühle, wenn jemand so viel redet.

Wahrscheinlich passt ihr einfach nicht zusammen. Du redest immer mehr, weil Du Angst vor Pausen hast. Er schweigt immer öfter, weil er sich von Dir überrannt fühlt und Ruhe braucht.

Interessierst Du Dich denn für ihn?

Mein Freund und ich lesen zum Beispiel viel gemeinsam. Das ist sehr schön, weil man zusammen ist, aber nicht immer im direkten Kontakt. Dann reden wir wieder, albern rum oder machen anderes.
Klar gibt es dazwischen auch mal Zeit, wo niemand spricht. man muss ja nicht immer reden.

Ein problem sehe ich, wenn Du sagst, dass er auch über persönliches nicht spricht. Auch nicht auf Nachfrage. Ich denke, dass Eure Beziehung so nicht all zu viel Tiefe erlangen wird.
Du musst sehen, ob Du damit klar kommst, ansonsten bleibt nur die Trennung. Ändern wirst Du ihn nicht. Es ist sein Charakter.