• #31
#27
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Ich habe eigentlich gemeint, dass wir während eines Streits(!) nichts gemeinsam unternehmen, sondern jeder macht seine Sachen für sich. Dieses Nebeneinander während eines Streits, habe ich als WG Leben beschrieben, das trifft nähmich die Situation am besten.
Ein Forumteilnehmer, hat nämlich genau das gefragt.
Wenn wir nicht streiten, was meistens der Fall ist, leben wir, wie andere Paare, auch.

FS Lisa
 
  • #32
Die FS beschreibt da wiederkehrende, massive, psychische (massives Schweigen und Missachtung, sobald sie es wagt aufzumucken) und auch noch neu dazugekommen massive verbale (Beschimpfungen, wie sie sonst noch niemand in ihrem Leben genannt hat) Gewalt.
Die Körperliche wird in Bälde unter Garantie auch noch dazukommen.
Den Bestand der Beziehung da am guten Sexleben auszumachen und die FS auch noch indirekt dazu zu ermutigen, ist einfach nur widerlich!

Beratungsstelle, Trennung, Schlussstrich, das sind die einzig gehbaren Wege, wenn die FS nicht weiter ein Gewaltopfer bleiben möchte. Der Hass und die Geringschätzung des Partners werden und wurden im Laufe der Zeit ja nicht weniger, sondern stetig massiver und mehr.
Ich lüge gar nichts, denn er hatte das Verhalten nach wenigen Monaten abgelegt! Wir sind jetzt über 15 Jahre zusammen durch Dick und Dünn gegangen, ohne destruktive Streits! - gute Kommunikation kann helfen. - Schlechte Kommunikation allerdings nicht! (Dazu gehören aggressive Unterstellungen ohne Kenntnis der Sachlage...)
Liest sich sehr unglaubwürdig, Menschen mit solchen Beziehungsmustern ändern sich nicht.
Du schreibst, es geht "Männern" im Sreit darum zu gewinnen und um dieses Ziel zu erreichen muss er selbst angeblich geliebten Mneschen gegenüber provozieren und beleidigen.
Glückwunsch, du hast dir einen Soziopsychopathen geangelt, der die Ergänzung zu einem gottähnlichen, weiblichen Helfersyndrom ("Der Mann muss von mir gerettet werden") ist. "Normal" sind solche Verhaltensanwandlungen nämlich auch bei Männern nicht!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #33
Hallo Lisa,

meine Freundin hat auch so einen Lebensgefährten, der nach einem Streit tage- bis wochenlang schweigt.

Sie hat für sich vor ca. drei Jahren die Lösung gefunden:
meine Freundin bestand auf getrennte Wohnungen.

Ja, die beiden sind immer noch (mehr oder weniger) glücklich liiert. Es kommt aber zum Glück nicht mehr zu diesen belastenden Anschweige-Situationen innerhalb derselben Wohnung.

Und noch ein Vorteil hat sich ergeben: sie hält es nun besser aus, NICHT mehr auf ihn zuzugehen, wenn eindeutig ER im Unrecht war. Seit sie getrennt wohnen, kommt nun er nach solch einer Situation bei ihr wieder an, was er früher nie gemacht hatte.

Alles Gute!

yellow bee
Es geht ja nicht nur um einen "Streit", im Fall der FS dürfen Probleme überhaupt nicht angesprochen werden, ohne massives Strafschweigen, das nur beendet wird, wenn SIE zum Einlenken und ersten Schritt machen ankommt und die jetzt auch noch massive Beschimpfungen nach sich zu ziehen.
Ein Mensch mit Selbstwert beendet so eine unglückliche Kosntellation zeitnah, wer sich in so einer Beziehung verstrickt, leidet meistens unter eigenen Baustellen oder hat sich massiv in der Co-Abhängigkeit verstrickt. Liebe FS, ich empfehle dir den Gang zur Beratungsstelle, wie auch allen Frauen und Männern, die in einer dauerhaft missbräuchlichen, gewalttätigen Beziehung gelandet sind. Dieser Mensch ist deine Zeit, deine Geduld und deine Liebe in keinster Weise wert und kann weder sich, noch dich als Mensch und schon gar nicht eure Beziehung wertschätzen.
 
  • #34
Hi Lisa,
danke für die Klarstellung, da habe ich dich in der Tat missverstanden. Von wievielen derartigen Streitsituationen reden wir denn hier überhaupt (pro Jahr, z.B.) und um welche Art Themen geht es da zumeist?
 
  • #35
Die FS beschreibt da wiederkehrende, massive, psychische (massives Schweigen und Missachtung, sobald sie es wagt aufzumucken) und auch noch neu dazugekommen massive verbale (Beschimpfungen, wie sie sonst noch niemand in ihrem Leben genannt hat) Gewalt.
Immer dieses blöde Gerede von der "passiven Gewalt". Ich verstehe das so, dass eine Partner sich extrem verletzt fühlt, da ein Problem nicht sofort (und natürlich in seinem Sinne) geklärt und nun stattdessen scheinbar (oder tatsächlich) "totgeschwiegen" wird . Tatsächlich ist es aber doch meistens so, dass einer der Beziehungspartner etwas nicht sagt (bzw. sich auf die Zuge beisst), da es sonst extrem beleidigend für den Anderen wäre und man deshalb schweigt. Das ist tatsächlich manchmal besser.
Längst nicht alles, dass man aussprechen könnte und wollte ist auch sinnvoll anzubringen.

Ich finde es manchmal gar nicht so dumm, eine Denkpause zu machen bzw. ein- oder zweimal darüber zu schlafen. Bis dahin gibt es eben nur die Mindest-Kommunikation.

Ich mache das manchmal so, da sonst die kleinsten Streitereien unglaubliche Konsequenzen (sprich Beziehungsende) hätten. Will ich aber nicht. Böse Worte holt man nicht zurück, bei ungesagten ist es dagegen gar nicht notwendig.
 
  • #36
Also ich kenne Schweigen eigentlich nur dann, wenn der andere Partner genauso wenig partnerschaftlich Dinge mit Vorwürfen zu regeln bzw. erziehen versucht. Mit ständigen Vorwürfen erreicht man in der Regel nur, dass der Partner irgendwann auf Contra schaltet.

Gut dazu:

http://www.welt.de/gesundheit/psych...ndiges-Noergeln-jede-Beziehung-zerstoert.html

Wenn man z.B. gerne den Klodeckel heruntergeklappt haben möchte, dann sollte man sich zuerst klar werden, dass es kein richtig gibt. Der eine Partner hat das gleiche Recht, einen heruntergeklappten Klodeckel zu wünschen, wie der andere Partner das Recht hat, es anders handhaben zu wollen.

Es ist daher respektlos, vom Partner mittels Vorwürfen ein Verhalten als selbstverständlich einzufordern, welches nur einer für wichtig erachtet. Denn damit tut der eine Partner so, als habe er die alleinige Deutungshoheit, wie die Beziehung zu laufen hat. Das macht man vielleicht eine gewisse Zeit mit, weil einem die Dinge der Streit nicht wert sind. Wenn das aber ständig passiert, dann kontert man das respektlose partnerschaftliche Verhalten irgendwann halt genauso respektlos (z.B. mittels Schweigen). Denn, wenn ein Partner respektlos zu erziehen versucht, dann ist eine partnerschaftliche Diskussion, in welcher die Standpunkte beider Partner gleichberechtigt berücksichtigt werden, ohnehin nicht mehr möglich.

Würde man hingegen z.B. freundschaftlich mit einem positiven Ton um das Herunterklappen des Klodeckels bitten und auch zeigen, dass man es NICHT für eine Selbstverständlichkeit hält, dass der Partner seinen Standpunkt aufgibt und die Wünsche zu erfüllen hat, sondern man sich ehrlich darüber freuen würde, dann wird auch der Partner sich gewöhnlich gerne darum bemühen. Denn er hat dann das Gefühl, selber zu entscheiden und es selber zu wollen, dem Partner eine Freude zu bereiten.

Und, wenn ein Partner das Gefühl hat, dass in der Partnerschaft sich genauso umgekehrt um seine Wünsche bemüht wird und nach freundschaftlichen Kompromissen ohne Vorwürfen gesucht wird, dann bin ich mir sehr sicher, dass dann kaum ein Partner in eine respektlose schweigende Haltung verfallen würde. Denn respektloses Schweigen ist in einer Partnerschaft gewöhnlich nur die resignierende Folge auf ein ständiges respektloses Verhalten des anderen Partners.
 
  • #37
Tatsächlich ist es aber doch meistens so, dass einer der Beziehungspartner etwas nicht sagt (bzw. sich auf die Zuge beisst), da es sonst extrem beleidigend für den Anderen wäre und man deshalb schweigt. Das ist tatsächlich manchmal besser.
Ja klar ist es besser, 3 Sekunden den Mund zu halten, bevor man den anderen beleidigt.
Darum gehts hier aber nicht.
Hier geht es um tage- oder wochenlanges Ignorieren des Partners, den man vorgeblich liebt und der der wichtigste Mensch im Leben sein sollte. Es geht um Bestrafung durch Schweigen, gleichzusetzen mit Missachtung, und völliger Verleugnung des Menschseins des anderen. Vernichtender gehts nur noch mit körperlicher Gewalt.
 
  • #38
Exzellenter Punkt, xyz74!

Es ist gewiss weder passiv-aggressiv noch eine Schande, sich eine Auszeit zu nehmen in jedweder Streitsituation und zu sagen - hey, ich muss darüber erstmal nachdenken, lass uns übermorgen/nächstes Wochenende... weiter sprechen. Ist oft genug sogar hilfreich und gut für beide. Aber bis dahin rede ich ja über anderes trotzdem und es ist ein Zeitpunkt vereinbart, wo die Diskussion fortgeführt wird. Tagelanges totales Schweigen ist reines Machtspiel und ausnahmslos destruktiv. Entweder für die Beziehung oder für mindestens einen der beiden Partner.
Genau deswegen halte ich es aber durchaus für überwindbar. es ist keine natürliche, authentische Verhaltensweise, sondern eine anerzogene bzw. selbst antrainierte. beides lässt sich auflösen. So Mann/Frau will. Wenn nicht, steht es dem anderen frei, lieber die Zerstörung der Beziehung zu wählen oder die Zerstörung seiner Person.
 
  • #39
Also ich kenne Schweigen eigentlich nur dann, wenn der andere Partner genauso wenig partnerschaftlich Dinge mit Vorwürfen zu regeln bzw. erziehen versucht. Mit ständigen Vorwürfen erreicht man in der Regel nur, dass der Partner irgendwann auf Contra schaltet.
Das ist ein sehr interessanter Blickwinkel, dem ich absolut zustimmen kann. Wann immer ich selbst nämlich mit längerem Schweigen, Kommunikationsverweigerung reagierte, tat ich das, weil mich zuvor mein Partner (oder auch jemand anderes) dermaßen verletzt, gekränkt oder in die Ecke gedrängt hat, dass es mir förmlich die Sprache verschlug und ich mich einfach aus der Beziehung, dem weiteren aggressiven Zugriff des anderen auf mich, herausnehmen, ja von ihm entfernen musste, um mich selbst zu schützen.
Das ist eigentlich nichts anderes, als wenn man körperlich attackiert wird und als verständliche, weil, sich selbst schützende Reaktion, nur noch davonläuft.
Daher könnte es durchaus sein, dass eine, zwar freundlich, oder zumindest sachlich und kommunikationsstark daherkommende Person, wie die FS, wegen ihrer ständigen "Überlegenheit" von ihrem Partner als dauernd verletzend, kränkend und kritisierend erlebt wird, und er sich nur durch "Davonlaufen" und "Zurück-Verletzen" wieder in sein inneres Gleichgewicht bringen kann.
Allerdings schreibt die FS, dass bei ihrem Partner und seiner Familie niemals irgend ein Problem angesprochen oder ein Konflikt (fair) ausgetragen wird. Das ist dann doch noch eine andere Situation, denke ich.


w50
 
  • #40
Anhaltendes Schweigen, nur noch zu toppen durch körperliche Gewalt, während einer Partnerschaft wäre für mich ein Trennungsgrund.
Hier geht es definitiv nicht um einen deeskalierenden, momentanen Rückzug sondern um Strafe, passiv agressives Verhalten und Machtausübung.
 
  • #41
All diese Beiträge haben mich zum nachdenken gebracht, so dass ich jetzt wirklich nicht weiss, ob das schweigen 1) eine Schutzreaktion ist, weil man sich selbst klein, niedrig und unterlegen fühlt und Angst hat in die Ecke gedrängt zu werden (Hilflosigkeit) oder 2) eine psychische Gewalt durch Missachtung und eine Machtdemonstration, wenn der Mann als Gewinner hervorgehen will.

Wenn z.B. einem Mann hauptsächlich seine Wünsche, Bedürfnisse, Interessen viel wichtiger sind aber ihre kaum, so möchte er an der Beziehung nichts ändern und auf sie zu gehen. Sie wird umso lauter versuchen nicht nur ihren Standpunkt zu vertreten, sondern auch ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllt bekommen. Das macht sie entweder mit Argumentation dass in jeder Partnerschaft beide Partner gleichberechtigt sind und die Wünsche und Bedürfnisse beide berücksichtigt werden müssen oder mit Vorwürfen: "Es dreht sich immer alles nur um dich" oder auch gute Argumente vorträgt aber mit einem vorwurfsvollen Unterton.

Wenn aber der Mann trotz respektvoller und konstr. Kommunikation ihrerseits in eine Diskussion sich schweigend abwendet und die Konflikte nicht partnerschaftlich zu lösen bereit ist, indem er auf sie zugeht und nach Lösungen und Kompromisse sucht, dann könnte man meinen, er ist ein egoistischer Mensch und möchte die Macht über die Beziehung und seine Freundin behalten und bestimmen, wie die Beziehung zu laufen hat. Das wäre dann Punkt 2).

Erstaunlich ist, dass sie ihn aber auch anders beschreibt und zwar, dass er ihr Auto reparierte trotz eines Streits.

Ich glaube er hat schon zu Hause von seinen Eltern vorgelebt bekommen, dass die Beziehungen nur ein Machtkampf sind. Zwei Sturköpfe: Mutter und vor allem Vater. Selbst wenn er wollte, wüsste er nicht, wie er Konflikte mit gewaltfreien und konstruktiven Gesprächen lösen könnte. Die Paartherapie könnte insofern Klärung bringen, als dass er in einer neutralen Atmosphäre erzählen kann, weshalb er schweigt.

Aber viell. fühlt er sich selbst sehr wohl in der Beziehung und sieht keine Notwendigkeit zu streiten und in Konflikt zu geraten oder überhaupt, etwas am Status Quo zu ändern. Denn für ihn ist verm. die Beziehung völlig i.O.

Angenommen sie will alle zwei Wochen Wellness machen, er aber spontan entscheiden, dann beginnen die Diskussionen und wenn er seine Wünsche durchdrücken will und sie ihre Wünsche stark argumentativ vorträgt, so gibt er nicht nach, sondern schweigt, um seine Machtposition zu behalten.
 
  • #42
Das ist eigentlich nichts anderes, als wenn man körperlich attackiert wird und als verständliche, weil, sich selbst schützende Reaktion, nur noch davonläuft.
Davonlaufen, um körperliche Gewalt zu vermeiden, ist eine richtige Reaktion. Aber nur einmal. Wer wieder zurückgeht und den Kreislauf weiter fortführt, wird schon ein Beteiligter am System.
In diesem Fall: wer immer das Spiel von Streiten und wochenlangem Schweigen mitspielt, hat sich selbst zum System des anderen, stärkeren gemacht, des Schweigers nämlich.
Ich stelle es mir zutiefst destruktiv vor, mit Schweigen bestraft zu werden. Es ist so eine Herunterstufung auf "böses schlimmes kleines Kind", den anderen nicht Ernst nehmen. Eine Vernichtung. So ein: ich sehe dich nicht. Ich will dich nicht sehen, wahrnehmen, anerkennen.
Wie soll ein solches Verhalten in einer liebevollen Beziehung stattfinden können? Das geht doch nicht!
 
  • #43
Angenommen sie will alle zwei Wochen Wellness machen, er aber spontan entscheiden, dann beginnen die Diskussionen und wenn er seine Wünsche durchdrücken will und sie ihre Wünsche stark argumentativ vorträgt, so gibt er nicht nach, sondern schweigt, um seine Machtposition zu behalten.
Ein wunderschönes Beispiel dafür, wie man(n) für die sogenannte Kommunikations- und Streitkultur aus weiblicher Sicht zu verstehen hat. Wie Wünsche und Bedürfnisse eines Partners als Auforderung zum Machtspiel (miss)verstanden werden kann, ist treffender kaum darzustellen - Streben nach einem Kompromiss scheint wohl Fehlanzeige zu sein.

"Sie" WILL, und "er" HAT sich natürlich gefälligst damit abzufinden. Wer(!) - bitte schön - drückt hier in diesem Fall seine Wünsche durch, ohne die des Partners auch nur anähernd zu berücksichtigen? Wahrscheinlich mit einer starken Argumentation, die wahrscheinlich absurder und unlogischer nicht sein kann, Männer kennen das gut.
....so gibt er nicht nach, sondern schweigt, um seine Machtposition zu behalten.
Welche Machtposition soll "er" denn noch haben, diese hat in diesem Konflikt doch schon längst "sie" eingenommen und wo "gibt er nach" wenn es letztendlich dann doch genauso zu laufen HAT, weil "sie" es so WILL?

So kommt es zu dem Schweigen - Verarbeiten der absoluten Resignationsgefühle, verursacht durch unterbutternde und verachtende Dominanz und Ignoranz gegenüber den Anliegen seines "Partners" - und mit ein wenig Empathie auch nicht verwunderlich.
 
  • #44
Welche Machtposition soll "er" denn noch haben, diese hat in diesem Konflikt doch schon längst "sie" eingenommen und wo "gibt er nach" wenn es letztendlich dann doch genauso zu laufen HAT, weil "sie" es so WILL?
Er will immer spontan planen und sie will jedes zweite Wochenende für Wellness reservieren und was nun? In meinem Beispiel sind die Wünsche beider ausgedrückt: einen festen Plan vs. nichts planen (ist auch ein Wunsch/Bedütfniss nicht zu planen).

Das ist doch ersichtlich aus meinem Beispiel oder nicht?
Kompromiss wäre: das zweite Wochenende zu planen und das andere nicht! So einfach nicht wahr?
 
  • #45
Natürlich kann man sein Verhalten auf seine Erziehung bzw. Kindheit schieben, aber ich bin der Meinung, dass das ganze doch sehr belastend für dich auf Dauer sein muss. Vor allem, weil er ja absolut nicht mit sich reden lässt, er sieht ja gar nicht ein, dass es eine Sache ist, die er an sich ändern muss.
Das war bei meinem Ex und mir genauso. Jedesmal wenn wir einen Streit hatten (und wir haben nicht zusammen gewohnt) hat er mir das Gefühl gegeben, dass ich, durch eine Anmerkung, die mich stört, die schöne Stimmung zwischen uns zerstört habe und er sich im Gegenzug tagelang nicht gemeldet hat. Er kommt aus einer Familie, in der immer viel gestritten wurde und reagiert darauf allergisch, aber deswegen den Partner zu ignorieren? Finde ich nicht gut.
Du solltest wirklich überdenken, ob du diese Beziehung noch willst. Seit fünf Jahren seit ihr ein Paar und er hat noch nichts an diesem Verhaltensmuster geändert? Das ist meiner Meinung nach keine Eigenschaft, die man einfach so hinnehmen kann. Es zieht dich runter und das obwohl das gar nicht sein muss. Streit gehört in jeder Art von Beziehung dazu, ist teilweise auch wichtig, man sollte nicht alles unausgesprochen lassen. Wenn dein Partner das nicht kann und dich danach noch mit ignorieren straft, denke ich nicht, dass du dir auf Dauer einen Gefallen damit tust.
 
M

Mooseba

  • #46
Das Gegenteil ist der Fall. Das Schweigen ist eine Machtdemonstration, der Schweiger fühlt sich stark und überlegen. Er zeigt: du bist mir nicht wertvoll genug, mich mit dir auseinanderzusetzen, du bist mir kein Wort wert, kein Gespräch, keine Kommunikation. Ich verachte dich. Es ist eine ganz tiefe Form der Zurückweisung eines anderen Menschen.
Ein Alarmzeichen der besonderen Art!
Volle Zustimmung. Es ist pure arrogante Machtdemonstration. Noch schlimmer zwischen Eltern und Kindern als bei Paaren.
 
  • #47
Liebe FS,
das beschriebene Kommunikationsschema belastet Eure Beziehung seit 5 Jahren und nimmt zu, weil Du ihm darin nicht rechtzeitig die Grenzen aufgezeigt hast. Du schreibst, dass er immer aggressiver wird, Dich zuletzt mit Begriffen beleidigt hat, die zuvor noch niemand zu Dir gesagt hat. Wenn Du mal eine Kurve seiner zunehmenden Unzumutbarkeiten zeichnest, was mutet er Dir dann in 2-3 Jahren zu?

Du hast einen gravierenden Fehler gemacht, indem Du Verständnis für die familiär bedingten Ursachen seines Verhaltens gezeigt hast, statt ihm unmissverständlich klar zu machen, dass es in Eurer Beziehung andere Regeln gibt oder es ist vorbei.
Du bist seine Partnerin, nicht seine Therapeutin. Für eine Therapie muss er die Notwendigkeit sehen und sich einen Therapieplatz suchen und Änderung ist nicht garantiert. Ohne eigenen Leidensdruck tut er in der Hinsicht nichts. Ich sehe keinen Leidensdruck bei ihm, der liegt bei Dir.

Wenn Du ihm jetzt keine unverschiebbaren Grenzen aufzeigst und diese konsequent durchsetzt, dauert es nicht mehr lange bis Du Dir die erste Ohrfeige einfängst. So ist das mit Aggressionen: die hat er nicht im Griff und Du auch nicht, deswegen wird es schlimmer.

Nach Deiner Darstellung ist der Mann Dir kommunikativ und argumentativ nicht gewachsen. Die Diskrepanz wird mit zunehmendem Alter und Ausbau Eurer jeweiligen Kernkompetenzen größer, siehst Du jetzt schon. Daher seine zunehmenden Unterlegenheitsgefuehle und zunehmenden Agressionen, um Dich in den Griff zu bekommen - Einschüchterung. Er beeinträchtigt ja auch Deine sozialen Kontakte. Partnerschaft geht anders.

Ich würde an dem aktuellen Streitpunkt einen Break in der Beziehung machen und das gemeinsame Wohnen aufgeben. Vielleicht merkt er so noch was. Er merkt nichts, wenn Du wie gehabt seine Unzumutbarbeiten weiterhin duldest.

Was ist Dein Lebenplan? Familie, Kinder? Wenn Du Ende 20 bist, hast Du für die richtige Partnerwahl nicht mehr viel Zeit, sofern Du Familie willst. In 2-3 Jahren musst Du sehen, ob er zu dauerhafter Änderung fähig ist, andernfalls einen Modellwechsel vornehmen.
Daher würde ich das Problem genau jetzt für ihn wahrnehmbar angehen.
 
  • #48
Es geht um Bestrafung durch Schweigen, gleichzusetzen mit Missachtung, und völliger Verleugnung des Menschseins des anderen. Vernichtender gehts nur noch mit körperlicher Gewalt.
Sorry, ich kann mir da aber gerade nicht vorstellen.

Zwar gibt es auch bei mir Zeiten und den ich nach Streitigkeiten nur das Notwendigste mit meiner Partnerin rede (und andersherum ebenso); ist manchmal sogar ganz erholsam.
Aber völliges Schweigen halten ich für unmöglich und realitätsfern, vor allem wenn Kinder da sind. An jedem neuen Tag müssen Absprachen getroffen werden, wer was einkauft, wer Kinder abholt, wer welches Geschenk für Geburtstage besorgt, wer zur Oma fährt ..usw, usw. .
Wochenlanges Schweigen geht einfach nicht.

Bei einer Beziehung von Leuten in der nicht zusammenwohnen, halte ich das von "Lily" beschreibene Verhalten vielleicht für möglich, aber trotzdem sinnlos. Es führt doch nur dazu , dass man mit seinem Partner nichts mehr machen kann. Da kann man auch genauso gut schlussmachen.
Aber eigentlich hat man den Partner ja genau dazu, um mit ihm der Erfordernisse des Lebens hinzubekommen, etwas zu unternehmen (einige wohl auch, weil sie nicht alleine sein können, trifft bei mir allerdings nicht zu) bzw. für Sex.
Wo soll der Sinn in dem Verhalten liegen ? Da hat doch keiner etwas davon.

Ich bestreite hiermit, dass es sowas, wie die FS (scheinbar) meint und "Lily" es schreibt, wirklich geben kann, oder sie etwas anderes meinen, als sie schreiben.
 
  • #49
@D-RAN

Das gibt es, ich bin mit so einem Vater aufgewachsen.

Bei den grundlegenden Dingen gab es dann kurze Sätze - Das ist zu machen, das fehlt...
Aber kein Wort der Begrüßung, gar nichts, jenseits einer rudimentären Versorgungs- und Erledigungskommunikation.

Generelles Schweigen, in Kombination mit dieser Art des Austausches, in einem Ton, der fast noch schlimmer ist als das Schweigen.

Ja, und es ging um die Machtdemonstration des Schweigers. Ausdruck von Verachtung, Strafe.
Wer dies kennt, weiß, dass das teilweise viel wirksamer als körperliche Gewalt sein kann - wunderbar subtil, und zudem doch ganz korrekt und nicht angreifbar.

Ich bekomme beim Schreiben immer noch leichte Beklemmungen, dieses Schweigen war nämlich nicht nur ein Teil des Umgangs meiner Eltern miteinander, sondern auch ein Teil der Erziehungsmethodik (das dann allerdings gekoppelt auch mit körperlichen Maßregelungen).

Nicht in jeder Partnerschaft gibt es ein gutes Miteinander, nicht jede Partnerschaft hat diese Bezeichnung verdient.
 
  • #50
Für den einen sind Worte Waffen, für den anderen Schweigen. Zu meinen einer der Wege wäre besser als der andere, das halte ich mit verlaub für extrem vermessen.
Wer eine Beziehung auf nicht kooperativer Basis führt und das erkennt und damit weiter macht ist selbst schuld.
Kommunikation ist nicht nur Reden, auch Schweigen ist Kommunikation.
An alle, die angeschwiegen werden: habt ihr euch einmal überlegt, ob es nicht einen guten Grund dafür gibt?
 
  • #51
Langsam habe ich das Gefühl, daß ich mich offenbar wirklich glücklich schätzen kann, weil mir das noch nie passiert ist.
Oder, nein, ich bin mir selbst dankbar. Ich hatte genug Selbstwert und gute Instinkte bei der Auswahl der Partner. Was ich hier lese, läßt mich erschaudern. Was sich manche Menschen gefallen lassen, was manche Menschen aktiv tun.
Ich bin mir heute wieder einmal besonders dankbar, was ich mir alles erspart habe. Aber in Wirklichkeit, sorry, ist es wohl eine Frage des intellektuellen Niveaus.
w, 54
@Lily321, nein, eine Frage des intellektuellen Niveaus ist es nicht. Solche Szenarien, wie die FS sie beschreibt, kommen (leider) überall vor. In der Regel hilft der Kopf sogar noch dabei, die Misere auszubauen. Es wird nach immer "besseren" Argumenten gesucht - diese werden auch gefunden - und dem Partner dann "ruhig" entgegen gebracht, auch wenn es innerlich brodelt (gepaart mit Überlegenheitsgefühlen dem Partner gegenüber - die man 'braucht', weil man sich dem Partner gegenüber mitunter klein fühlt). Eine besondere Art des Schweigens wurde hier zu Recht als aggressiv bezeichnet. Eine kopflastige Art, den Partner mit Argumenten zuzutexten, anstatt nur dann zu reden, wenn sich die Partner vergewissert haben, dass sie sich bereit FÜHLEN Streitpunkte zu klären, ist auch passiv aggressiv. Natürlich gibt es bei verbalen Aggressionen auch Abstufungen. 3 Beleidigungen werden schlimmer empfunden als eine usw., aber beständig mit seinem Erleben auf ach so rationale / intellektuell ausgeklügelte Argumente zu stoßen, anstatt mit seiner Gefühlswelt wahrgenommen zu werden, kommt auch einer Art Angriff gleich.
Am intellektuellen (Un)Vermögen liegt es also nicht, aber ganz bestimmt am Selbstwert, dass man unbefriedigende und v. a. verbalaggressive Situationen auf Dauer aushält, wie Lily321 ja auch schreibt. Liebe FS, wie ist der Selbstwert bei dir? Und bei deinem Partner? Würde da mal genau hinschauen - wirklich gute Beziehungen kann man nur führen, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. An einem gesunden Selbstwert kann man arbeiten, wenn man nur möchte. Wenn die Situation für deine gegenwärtige Beziehung zu verfahren sein sollte, so wäre das zumindest für die nächste ein wichtiger Schritt - und ja, dabei hilft sogar auch ein guter Kopf :) Alles Gute!
 
N

nachdenkliche

  • #52
Ich kenne es noch schlimmer. In meinem Umfeld gab es ein Paar, dass sich tatsächlich Zettel zuschob, wenn es was zu besprechen gab, wenn das auch nicht möglich war, wurde das Kind als Sprachrohr missbraucht nach dem Motto " Sag doch mal dem Papa.. der Mutti. " Ein unreifes und undiskutables Verhalten der Eltern und schlechtes Vorbild für die Kinder.
 
  • #53
@D-RAN Das ist doch eine Erziehungsmethode, welche auch die Eltern gegenüber ihren Kindern einsetzen. Welche den Willen und die Macht über ihre Kinder ausüben wollen schweigen wenn das Kind nicht gehorsam ist.

Das Kind fühlt sich weder gesehen noch existent! Die Mutter der Vater Schweigen so lange bis das Kind wieder lieb ist und zu den Eltern geht und sich ihrem Willen beugt. Zum Glück hatte ich keine solche Eltern, wobei meine Mutter generell ruhig zurückgezogen und schweigsam war. Sie war recht introvertiert und hat auch nie ihre Gefühle gezeigt ober oder überrede Gefühle geredet aber das ist kein bewusstes und demonstratives Schweigen gewesen, um jemanden damit zu bestrafen.

Von solchem Verhalten der Eltern gegenüber Kindern habe ich in einem Buch gelesen. Wenn Kinder mit solchen Eltern aufwachsen und beobachten, dass die Ehepartner auch untereinander so umgehen so merken Sie sich, dass das eine effektive Erziehungsmethoden ist und wenden sie sie bewusst oder unbewusst bei den zukünftigen Partnern an.

Wer am längsten schweigen kann, ist der machtvollere, denn und der andere geht immer auf ihn zu weil er das unerträglich findet. Und gibt dem Schweiger in allem recht, damit er ja aufhört zu schweigen und wieder mit ihm spricht und ihn beachtet.

Das grenzt nicht nur an seelische Gewalt, das ist seelische Gewalt! Ignorieren/Missachten ist noch viel schlimmer und schmerzhafter als Beschimpfen. Schlimmer ist nur noch körperliche Gewalt.

Wenn der Schweiger nur überfordert ist und ihm im Moment nur die passenden Argumente fehlen, kann er später auf seinen Partner zurückkommen - sofern er in wirklich liebt und respektiert - sich für das Schweigen entschuldigen und erklären, warum er geschwiegen hat.
 
  • #54
Aber kein Wort der Begrüßung, gar nichts, jenseits einer rudimentären Versorgungs- und Erledigungskommunikation.

Generelles Schweigen, in Kombination mit dieser Art des Austausches, in einem Ton, der fast noch schlimmer ist als das Schweigen.
Ja, und es ging um die Machtdemonstration des Schweigers. Ausdruck von Verachtung, Strafe.
Wer dies kennt, weiß, dass das teilweise viel wirksamer als körperliche Gewalt sein kann - wunderbar subtil, und zudem doch ganz korrekt und nicht angreifbar.
Aha also doch keine totales Schweigen. Vermutlich hat er sogar auf Fragen geantwortet.
Er hat sich nicht mit Euch unterhalten. Wenn ich es mir recht überlege, hat mein Vater das oftmals auch getan. (Er hat mir aber geantwortet, wenn ich ihn irgendwas gefragt habe, dass möchte ich auch klarstellen)

OK, als Frau sicherlich ganz schlimm.

Hast Du Deine Vater jemals gefragt, ob er das wirklich so gemeint hat (Stichwort "Machdemonstation") oder fühlte er sich einfach hilflos und überfordert mit seiner Familie, beruflichen Problemen und war einfach nur noch sprachlos.

Worin liegt denn seine Macht, wenn ein Mensch gar nichts sagt ?
Ist er dann nicht vielmehr ein Spielball seiner Umgebung, die einfach macht was sie will (der Mensch kann es ja nicht unterbinden, er sagt ja angeblich nichts)?
 
  • #55
Langes Schweigen während man zusammen wohnt, ist entweder sich selbst tot zu stellen oder den anderen wie tot zu behandeln. Das passt nicht in eine lebendige Beziehung.

Zu schweigen und den anderen nicht zu beachten, ist schneiden. Das war schon immer eine Form, dem anderen seine Missachtung zu zeigen.

Hier den Schweigenden zum Opfer zu erklären, ist wie den Schläger zum Opfer zu erklären, beide können sich nicht verbal ausdrücken. Trotzdem sind diese aber die Täter und Aggressoren.
 
  • #56
@D-RAN,

Kind verhält sich falsch - kommt zu spät zum Essen, macht etwas nicht, gibt evtl. eine falsche Antwort... Vater (Lehrer) reagiert mit Schlägen (Stock, Gürtel,...Fäuste).
Danach tagelanges Schweigen, absolutes Ignorieren, evtl. noch Hausarrest. Bis irgendwann genauso kommentarlos, wieder Übergang zur Normalität.

Welches Kind fragt da nach Motiven?

Die knappen Anweisungen waren nur für das Allernötigste, wenn absolut unumgänglich.

Nein, es ging definitiv nicht um Überforderung, beruflich, privat.
Sondern um seine Vorstellungen, wie sich alle zu verhalten haben, welches Idealfamilienbild zu erfüllen ist.
Um Strafe, wenn seine Anweisungen missachtet wurden.

Ich für mich habe gelernt, auf Ignorieren, Schweigen genauso zu reagieren.
Der Versuch eines Wohlverhaltens war irgendwann auch nicht mehr wichtig, denn sowieso aussichtslos und irgendwann richtig egal. Entweder absolute Anpassung oder Rebellion - heimlich, aber auch konfrontativ.

Du fragst nach Motiv? Hier im Detail mir auch nicht klar, aber Macht sicher ein starkes Element. Hatte auch etwas mit seinem Bild von Frauen und starken Frauen im Speziellen zu tun.

In der Paarbeziehung war das wahrnehmbare Verhalten anders, aber Schweigen auch Methode.
Machtdemonstration - man zeigt, wer das Sagen hat - der, der schweigt.
In der Schweigezeit werden ja die Dinge erledigt, wie gewünscht, nur die Debatte fällt weg. Nachher redet keiner mehr darüber.

Generell, der Schweigende verweigert Kontakt, Kommunikation, damit Konfliktklärung und Lösung, evtl. Diskussionen, Kompromisse.
Entzieht sich.
Wie soll man dagegen ankommen? Kommunikation braucht beide Seiten.
Wenn einer schweigt, bei einem wichtigen Thema, löst das zumindest beim anderen das Gefühl der Hilflosigkeit aus.

Da sind Kommunikations- und Beziehungsstrukturen, die man kaum begreifen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Die Frage ist berechtigt, warum der Gegenpart den Schweiger nicht einfach ignoriert und sein Ding macht.
Das habe ich mit zunehmenden Alter gelernt, damit ist aber i.d.R. der Beziehungsabbruch die Konsequenz.
Möchte das der Partner, kann es der Partner?
Oder noch schwerwiegender, weil wirklich abhängig, das Kind?

Seit einigen Jahren habe ich die Kommunikation beendet, es ist absolut sinnlos.
 
  • #57
Kind verhält sich falsch - kommt zu spät zum Essen, macht etwas nicht, gibt evtl. eine falsche Antwort... Vater (Lehrer) reagiert mit Schlägen (Stock, Gürtel,...Fäuste).
Jetzt muss ich mich entschuldigen.
Körperliche Gewalt, damit kann man natürlich Macht demonstrieren. Dann ist auch klar, dass das Schweigen stets die Drohung in Richtung körperlicher Gewalt enthält.

Aber dass ist aber in in diesem Thread - Diskussion hier aber nicht das Thema.

Es geht bei diesem Thread um Schweigen; nur um schweigen; nicht verbunden mit körperlicher Gewalt. Insofern muss auch niemand davor Angast haben.

Machtdemonstration - man zeigt, wer das Sagen hat - der, der schweigt.
Wenn man über "Lionnes" speziellen Fall mal hinwegsieht.Wieso sehe nur ich hier einen völlig elementaren Widerspruch?

In der Schweigezeit werden ja die Dinge erledigt, wie gewünscht, nur die Debatte fällt weg.
Ach ja, warum denn ? Auch dies funktioniert nur, wenn derjenige mit der "Macht" (in lionnes Fall umgesetzt mit körperlicher Gewalt) vorher durchaus gesprochen hat (i.s. von seinen Willen verkündet).


Ohne diese Komponente der körperlichen Gewalt ist das Schweigen eben nur ein Schweigen , sonst nichts. Warum sollte schon irgendwas getan werden, wenn derjenige, der es wünscht, darüber nicht spricht.

Es wird langsam klar. Eine solche Konstellation funktioniert nur mit bestimmten Menschen, .... mit mir nicht. Und ich galube auch es betrifft hauptsächlich Frauen. Weder privat, noch hier, habe ich je von einem Mann gehört, dass seine Frau nicht mit ihm spricht.....

Wenn meine Partnerin nicht mit mir kommuniziert, hat sie nicht zu erwarten; nichts Böses aber auch nichts Gutes.
Das gilt (wie ich schon schrieb andersherum auch). Wenn ich irgendwann dauerhaft schweige, dann trenne ich mich.

Unter diesem Gesichtspunkt schweigt keiner lange.
 
  • #58
Worin liegt denn seine Macht, wenn ein Mensch gar nichts sagt ?
Ist er dann nicht vielmehr ein Spielball seiner Umgebung, die einfach macht was sie will (der Mensch kann es ja nicht unterbinden, er sagt ja angeblich nichts)?
Ich glaube, du verstehst die beschriebene Situation einfach nicht. Stelle dir eine harmonische Familie vor, die viel miteinander redet, miteinander ißt, in ständigem Austausch miteinander ist.
Plötzlich entzieht sich einer, baut eine unsichtbare Wand auf, aber nicht aus Rückzug oder Depression, sondern aus Wut, Bestrafung. Die oder ein anderer hat einen Fehler begangen, und wird mit Nichtbeachtung bestraft. Das tut dem Bestraften furchtbar weh, und er hat keine Möglichkeit, sich zu wehren. Dann verstummt die ganze Familie. Die haben noch die Möglichkeit, sich zu solidarisieren, was zur Spaltung der Familie führt.
Siehst du langsam das Drama, das der Schweigende auslöst, aus narzistischer Gekränktheit, um die anderen zu manipulieren und unterdrücken?
 
  • #59
Siehst du langsam das Drama, das der Schweigende auslöst, aus narzistischer Gekränktheit, um die anderen zu manipulieren und unterdrücken?
Na vielleicht kenne ich eine solche Sitation als Kind oder als Elternteil einfach nicht, oder es war mir egal.

Im Thread hier geht es um Beziehungen zwischen Erwachsenen nach Streit.
Wenn meine Partnerin mal nicht mit mir redet, dann nehme ich das so hin und warte, bis es vorbei ist. Und ja es stört mich vielleicht (mal mehr oder auch nicht).

Früher oder später müssen alle Menschen, mit den wir Beziehungen haben, wieder mit uns reden. Ob es ihnen passt oder nicht.Narszissmus hin oder her (meine Partnerin hat genau solche Züge). Aber anders können auch diese ihr eigenes Leben (rein praktisch gesehen) auch nicht leben.

Oder man führt ein gänzlich getrenntes Leben, aber dann wird man denjenigen ja auch wohl eher nicht zu Gesicht bekommen und kann sich überlegen, ob und wie es weitergeht.
 
  • #60
Es muss nicht die Komponente körperliche Gewalt enthalten sein. (Die kam immer zuerst, Schweigen dann als Verstärker)

Generell
Irgendwann gibt es immer eine verbale Willensäußerung, gefolgt evtl. von einer Debatte um die Realisierung.
Diese Debatte beendet dann einer durch Schweigen - und setzt damit seinen Willen durch.
Dazu gehört eine besondere Beziehungsart, der andere möchte dann, dass der Schweigende ihm wieder gut wird, und tut alles, was er meint, damit das Schweigen aufhört. Hinterfragt sich, wird unsicher, sucht den Fehler bei sich.
Schweigen in dieser Form ist psychische Gewalt, die Analogien zu den Verunsicherung bei einem geschlagenen Partner, der immer kleiner wird, immer unsicherer - es gab hier schon einige Threads dazu.
Eine Gewaltspirale.

Vielleicht ist es häufiger bei Männern, dass diese mit Schweigen ihren Willen durchsetzen.
Bei Frauen ist der Klassiker, gerne kolportiert, das Vorschieben gesundheitlicher Defizite, um seinen Willen durchzudrücken. Dieses Muster kenne ich ergänzend - Vater, der Schweiger, Mutter, die Leidende...

Natürlich ist das vollkommen gestört, jeder vernünftige Mensch entzieht sich solchen destruktiven Systemen - nur muss man das rechtzeitig erkennen und sich rechtzeitig entziehen.
Das ist nicht so einfach. In dem Augenblick, wo das Muster erkennbarer ist, hat es sehr oft schon beim Partner nachhaltig zu Selbstwertzweifeln geführt, so dass die Lösung aus dieser Beziehung schwer bis unmöglich ist.

An diesem Punkt steht evtl. die Beziehung von @lisa29, wobei Beschimpfungen hinzu kommen.
Das Bauchgefühl warnt - die Gefahr, dass die Spirale in eine zunehmend destruktive Beziehung führt, ist wenn man die Ausgangsgeschichte liest, nicht abwegig.
Es sind bei ihrem Partner diese Grundmuster wahrnehmbar.

Noch schlimmer, wenn zu einer solcher Beziehung Kinder kommen, ihr Partner kommt wohl aus einem solchen Elternhaus, er hat die Muster übernommen. Zudem die evtl. Spuren und Verletzungen aus dieser Kindheit.

Liebe Lisa, falls Du noch mitliest, entschuldige die Exkurse, es sind die Extremwendungen, die entstehen können.
Man kann erlernte Muster durchbrechen, wenn man sie als destruktiv erkennt, und an der Verhaltensänderung arbeitet.
Nur selten ohne gute professionelle Unterstützung.

Du als Partnerin solltest unbedingt auf Dich aufpassen.
Und wenn sich nicht Grundlegendes ändert, dann beende es.
So eine Behandlung hat niemand verdient und Du verschwendest Energie und Lebenszeit.