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G

Gast

  • #61
Danke für die Antwort, Frederika, Ich weiss, dass viele Schwangerschaften schon sehr früh durch eine Fehlgeburt enden. Dann wäre es kein gesundes Baby geworden, die Natur schützt sich. Auch gibt es medizinisch notwendige Eingriffe. Das sind Schicksalschläge, die niemand verhindern kann. Die meisten Frauen sind im Anschluss an so ein Erlebnis sehr traurig, gerade, wenn sie sich das Kind gewünscht haben. Sie bekommen Mitleid und Trost und irgendwann ist die Trauer abgeschlossen.

Bei einem gewollten und geplanten Eingriff handelt es sich nicht um "Schicksal", sondern um eine Entscheidung. Das Kind ist nicht krank. Nur allzu oft ist es nicht wirklich die Entscheidung der Frau, das Kind nicht zu bekommen. Sehr oft will der Partner die Schwangerschft nicht und legt der jungen Frau zumindest nah, die Schwangerschaft abzubrechen.

Keine Frau trauert nach einem gewollten Abbruch, schliesslich hat sie es so gewollt. Niemand tröstet sie. Die Traurigkeit wird oft weggeschoben und verleugnet. Dass die Trauer trotzdem da ist, war an den Tränen meiner Freundin deutlich zu sehen. Sie hatte die Schwangerschaft damals abgebrochen, weil ihr Freund (der Vater ihrer drei späteren Kinder) den Zeitpunkt für unpassend hielt.

w49
 
  • #62
@#60: Ja, die Sache mit der nicht ausgelebten Trauer mag eine Komponente sein -- aber was bleint ist der Fakt, dass auch Deine Freundin in dieser Gesellschaft lebt, die Schwangerschaftsabbrüche nun einmal verteufelt und negativ überfrachtet. Das ist an ihr nicht spurlos vorbeigegangen und insofern ist sie leider kein Indiz dafür, wie sie mental drauf wäre, wenn unsere Gesellschaft freizügiger und moderner wäre.

Es ist erwiesen, dass in freizügigen Ländern erheblich weniger postabortive Traumata auftreten. Das kann man nicht wegdiskutieren. Es hat mit der Gesellschaft und ihrer Einstellung zum Abbruch zu tun.
 
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Gast

  • #63
Ne, Frederika, niemand verteufelt im protestantischen Norden dieser Republik legale Schwangerschaftsabbrüche.
Bei meiner Freundin war es damals so, dass die beiden Menschen, die ihr am nahesten standen, ihr sehr zum Abbruch geraten haben. Ihr Freund, weil ihm der Zeitpunkt unpassend schien, und ihre eigene Mutter, weil ihr der Freund unpassend schien.

Unter diesem Druck ist sie eingeknickt.
w49
 
  • #64
Antwort für die Fragestellerin:

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass es absolut nichts taugt des entstehenden Kindes wegen eine Beziehung zu "erzwingen". Mein Sohn entstand kurz nachdem ich mit meinem Expartner zusammengekommen bin - ebenfalls trotz Verhütung (Nuva-Ring) und wir habe nach ein paar weiteren Wochen festgestellt, dass wir uns ohne die bestehende Schwangerschaft wahrscheinlich wieder trennen würden. Wir sind trotz dieses Gefühls noch bis kurz nach dem 1. Geburtstags unseres Sohnes zusammengeblieben. Das war im nachhinein gesehen ein großer Fehler. Wir hätten uns in diesem Moment auch trennen sollen. Man tut sich selbst, seinem Gegenüber und auch dem Kind mit so einer "erzwungenen" Beziehung keinen Gefallen.

Die Frage ob ich das Kind eventuell abtreibe gab es für mich nie. Wer "alt und reif genug ist" seinen Spaß zu haben muss auch mit den Konsequenzen leben können. Da hilft es auch nichts wenn der Mann von Anfang an sagt, er möchte keine feste Beziehung haben. Wir sollten alle in Biologischer Sicht weit genug aufgeklärt sein um zu wissen was alles passieren kann. Ich bin keine Feministin oder irgendwie negativ Männern gegenüber eingestellt, aber in dieser Hinsicht hat es ein Mann nunmal einfach leichter. Er sagt so etwas und fühlt sich von sämtlicher Verantwortung befreit. Er ist es ja auch nicht der dieses ungeborene Leben in sich trägt und in einer Situation wie der deinigen diese unglaublich schwere Entscheidung treffen muss. Wenn er so oder so keine feste Beziehung wollte scheint Liebe ja ausgeschlossen zu sein - aber es ist nicht ausgeschlossen das nun der Punkt gekommen zu sein scheint wo SEIN Samen sich augenblicklich zu einem neuen Leben entwickelt. Er hat die gleiche Verantwortung zu tragen wie du. Und eine Abtreibung sollte für dich dann nicht in Frage kommen wenn er es ist der diese bevorzugt. Lass dich davon nicht einschüchtern falls du selbst das Kind zu Welt bringen willst. Es ist dein Körper, deine moralische Einstellung, dein restliches Leben-deine Psysche- in dem du mit der Entscheidung zu einer Abtreibung zurecht kommen müsstest. Sollte es zu einer unterschiedlichen Meinung darüber zwischen euch kommen versuche dich emotional so früh wie möglich von ihm als Mann zu distanzieren und sehe ihn lediglich als Vater deines Kindes - denn das ist er dann nunmal. Wenn die notwendige Distanz da ist versuche zukünftige Regelungen so früh und vernünftig wie möglich zu klären. Damit meine ich jetzt nicht vorrangig den Unterhalt sondern so Dinge wie ob und wann er sein Kind sehen möchte, wie du Kontakt zu seinen Eltern herstellen kannst damit diese auch ihr Enkelkind erleben können und solche Sachen. Solltest du dich dazu entscheiden das Kind zu bekommen muss er einfach damit leben Vater zu sein. Er war nun einmal an der Entsehung genauso beteiligt wie du. Und nochmals, seine Aussage - ob von Anfang an getroffen oder nicht - er wolle keine feste Beziehung befreit ihn nicht von der Verantwortung die er zu übernehmen hat. Und nochmals: es ist SEIN Samen der gerade zu einem neuen Leben heranwächst.



Kommentar an Frederika:

Ich finde deine restlichen Statements zu Forumsbeiträgen ja wirklich gut aber hier war ich erst einmal sprachlos. Wenn es für dich in Ordnung ist, das Paare/Frauen sich in gewissen Situationen für eine Abtreibung entscheiden (Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung, Schwangerschaftsabbruch bei Minderjährigen, Abtreibung weil die eigene Gesundheit gefährdet ist, es gibt noch einige Fälle wo auch ich eine Abtreibung für alle Beteiligten - vorallem für das ungeborene Kind - für verantwortungsbewusst halte) kann ich damit gut klar kommen. Aber dass du in einem Fall wie diesem als erstes eine Abtreibung regelrecht empfiehlst schockt mich.
 
  • #65
@#63.1: Richtig, natürlich muss man die Konsequenzen für sein Handeln tragen. Aber neben dem Austragen einer ungewollten Schwangerschaft ist eben auch ein Schwangerschaftsabbruch eine absolute akzeptable Konsequenz. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht unmoralisch und nichts ach-so-schlimmes, zumindest nicht in meinem Glaubenssystem. Wer aufgrund seines Glaubens nicht abbrechen möchte, der sollte die auf keinen Fall tun -- wer damit jedoch kein Problem hat, für den ist es eine gangbare Lösung.

@#63.2: Ich kann bei solchen höchst persönlichen Fragen, die das Fundament von Leben und Menschsein betreffen, doch auch nur das raten, was ich für mich selbst akzeptieren und richtig finden würde.

Wäre ich in der Situation, von einer Affäre ungewollt schwanger zu werden, wäre das für mich der "größte anzunehmende Unfall", den ich mir überhaupt vorstellen kann. Ich möchte niemals ein Kind in eine zerrüttete Familie hineingebären, ein Kind alleine erziehen und ohne intakte Vater-Mutter-Beziehung versuchen müssen, Urvertrauen und Familienleben zu vermitteln. Ich möchte keinen fremden Mann so nah für immer unwiderruflich in mein Leben lassen. So ein Leben könnte ich mir unter keinen Umständen vorstellen. Wohlgemerkt, ich für mich nicht.

Ich weiß auch sehr gut, dass ich viele Jahre meines Lebens, wie zum Beispiel während des Studiums oder der frühen Berufstätigkeit mit Sicherheit eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen hätte, weil sie mein Leben, wie ich es mir vorstelle, endgültig verpfuscht hätte. Man hat nur ein Leben und darf daraus durchaus das machen, was man kann. Ich muss hier aber natürlich wohl auch nicht dazusagen, dass ich natürlich auch niemals Affären mit Männern hatte, mit denen ich nicht partnerschaftlich zusammen war.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist aus meiner naturwissenschaftlichen Sicht kein Stück dramatischer als die Millionen Fehlgeburten oder unbemerkten Frühaborte, die die Natur nun mal vorgesehen hat. Es sterben keine Kinder, es werden keine Babys abgetrieben, es werden keine Personen vernichtet, sondern nur ein früher, wenige Millimeter großer Embryo entfernt. Alles andere ist für mich gläubig-gefärbtes Sozialgequatsche ohne jede faktische Basis.

Millionen Frauen verpfuschen ihr Leben, weil ihnen eingeredet wird, dass Abbrüche ach-so-böse sind. Sie sind es meiner Meinung nach nicht. Diese Frauen lassen sich hinters Licht führen.

Ich empfehle der Fragestellerin ausdrücklich, BEIDE Optionen in Betracht zu ziehen. Sie hat die freie Wahl und beide Möglichkeiten sind völlig in Ordnung. Ich habe ihr nichts anderes empfohlen als ich auch einer guten Freundin empfehlen würde -- nur dass ich einer guten Freundin zusätzlich sagen würde, dass ich sie bei beiden Entscheidungen von ganzen Herzen unterstützen würde. Ganz egal ob als Patentante eines Babys oder als Stütze nach einem Abbruch.

Frauen haben im 21. Jahrhundert die Wahl. Diese Wahl sollten wir nutzen, ohne uns durch anachronistisch-gläubiges Gefasel betören zu lassen. Wichtig ist, dass Herz und Kopf mit unserer Entscheidung leben können -- ganz gleich ob für oder gegen die ungewollte Schwangerschaft.

Ich plädiere nicht für den Abbruch, sondern für die Freiheit der Entscheidung. Persönlich würde ich aber in so einer Situation sicherlich abbrechen.
 
  • #66
Liebe Frederika,

es gibt Menschen, die KEIN Glaubensystem fußend auf irgendeiner Religion, sondern schlicht und ergreifend eine tiefe persönliche Überzeugung aufgrund - nennen wir es einmal - anderer Erkenntnisse und daraus resultierender Wertigkeiten, haben.
Beispielsweise, dass ein gezeugtes Leben ein Recht auf Wachstum im Mutterleib, Geburt und Leben und ins Leben gebracht zu werden hat.
Und dass sich Menschen, die Leben gezeugt haben - ausgehend davon, dass es sich um Menschen handelt, die ihre 7 Sinne gemäß herkömmlicher Norm beisammen haben und wissen, was zu tun ist, wenn kein Kind erwünscht ist - auch ihrer Verantwortung zu stellen haben.
- Ich gehe hier vom schlichten Regelfall aus. Bei Vergewaltigung, Missbrauch beispielsweise stellt sich ein komplett anderer Sachverhalt dar, bei dem komplett andere Maßstäbe anzusetzen sind. (Erstaunlicherweise tragen jedoch solche weiblichen Personen meist die Kinder aus.) -

Es muss nicht zwingend geglaubt werden - im religiösen Sinn -, um einer Abtreibung unter herkömmlichen Aspekten kategorisch ablehnend gegenüberzustehen.
 
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Gast

  • #67
Liebe FS,
Du wünschst Dir dieses Kind und Du hattest eine monatelange Beziehung zum Vater / Erzeuger Deines Kindes.
Du wirst in Deinem Alter keinen akzeptablen Partner mehr finden, um ein zweites Mal schwanger zu werden. Dies ist Deine letzte Chance auf ein Kind. Wenn Du nun einen Abbruch machst, kannst Du nie ein eigenes Kind haben. Dein Partner kann dies aber sehr wohl.

Ich habe schon einige Frauen erlebt, die dem Partner zuliebe ein Kind abgetrieben haben. Nun sind sie 50 Jahre alt, single, keine Kinder. Der Ex von damals hat eine junge Frau und zwei Kinder.

Es ist zwar nicht so einfach, ohne Vater ein Kind grosszuziehen, aber es ist auch nicht einfach, mit einem Mann zusammen.
Du wirst alleine mit dem Baby wohnen, er kann Dich und / oder das Kind sehen, wenn er es will. In ein paar Jahren wird er sicher stolz mit seinem Kind auf den Spielplatz gehen.

Ihr wart für 9 Monate ein Paar. Ich denke nicht, dass er sich nie wieder blicken lässt. Du bekommst immerhin ein von Dir erwünschtes Kind, ein Partner kommt vielleicht auch in ein paar Jahren.

Alles Gute
 
  • #68
@#65: Selbstverständlich hat JEDER einzelne das Recht, auf seinem persönlichen Vorstellungssystem basierend eine Entscheidung zu treffen. Das habe ich doch mehrfach ausdrücklich betont. Wer gegen Schwangerschaftsabbruch ist, der sollte auf keinen Fall abbrechen. Ist doch logisch. Ich kenne bisher aber nahezu ausschließlich religiöse oder esoterische Motive für eine Ablehnung von Abbrüchen.

Kein mir bekannter Mensch würde auch nur eine Sekunde zögern, in einem brennenden Krankenhaus ein schreiendes Baby bevorzugt vor einer Petrischale mit hunderten befruchteten, vielfach geteilten Eizellen zu retten. Frühstadien von Schwangerschaften sind eben keine Babys, keine Personen, meine Kinder, sondern Zellklumpen. Aus naturwissenschaft-medizinischer Sicht besteht daran kein Zweifel und auch Laien sagt das der gesunde Menschenverstand. Erst mit esoterisch-religiösen Argumenten kann man da mehr hineininterpretieren, als drin ist.

Im übrigen habe ich noch nie nachvollziehen können, wieso dieses ach-so-schützenswerte Leben dann im Falle von Vergewaltigungen plötzlich weniger wertvoll sein sollte. So sehr ich für Abbrüche bei Vergewaltigungen plädiere, so wenig verstehe ich den Unterschied im Wert des werdenden Lebens. Entweder hat es Rechte oder nicht.

@#66: Es ist subtile Brutalität, der Fragestellerin einzureden, sie hätte keine weitere Chance. Das ist faktisch falsch und bösartige Gefühlsduselei. Selbstverständlich kann sie auch nach einem Abbruch einen neuen Partner finden, wieder schwanger werden und eine intakte Familie haben.

Es ist schon ziemlich weit unter der Gürtellinie, so brutal wider besseres Wissen von "letzter Chance" zu sprechen. Finde ich zutiefst unmoralisch und inakzeptabel. Das ist Irreführung der übelsten Sorte.
 
  • #69
@Frederika: ich melde mich hier auch noch mal zu Wort, zum einen weil ich a) früher wie Du argumentiert habe und b) mich später anders entschieden habe.

Ich muß Dir widersprechen, ein Kind, welches bei seiner Mutter aufwächst, hat keine zerrüttete Familie, sondern eine intakte Beziehung zu seiner Mutter, seinen Großeltern, Nichten, Neffen, Cousins usw. Möglicherweise hat es auch noch ein gutes, wenngleich zeitlich befristetes, Verhältnis zu seinem Vater. Das ist häufig mehr, als in manchen sogenannten "intakten" Familien, wo die Väter auswärts arbeiten (und dort fremdpoppen) oder der Vater mit dem Büro verheiratet ist.

Die Vermittlung von Werten, auch Familienwerten und Urvertrauen hat in erster Linie mit der Beziehung des Kindes zur Mutter (welches Du in den ersten drei Jahren ja auch als etwas Besonderes bejahst) zu tun. Urvertrauen wird hergestellt, wenn ein Kind spürt, daß auf seine Bedürfnisse zeitnah eingegangen wird, es Liebe und Aufmerksamkeit verspürt. Dies ist auch ohne Vater möglich.

Ich gebe zu, daß auch ich vor meinem 30. Geburtstag bei einer unerwarteten Schwangerschaft sicher abgebrochen hätte ohne zu zögern. Später wich mein einst idealistisches Denken einer mehr pragmatischen Sichtweise: Wie hoch ist die Chance, daß man bis zum 40. Lebensjahr noch einen Partner findet, wie hoch ist die Chance auf eine Schwangerschaft und wie viele
Schwangerschafts-Chancen gibt es noch? Wenn zur Lebensplanung ein Kind gehört, man schwanger ist, nicht mehr die Jüngste... dann sollte man das Kind dann auch bekommen. Ich denke, die Trauer über ein nicht-geborenes Kind nach Abort ist später (>45) größer, als manche unglücklichen Umstände ohne Mann. Wie viele Frauen schieben eine geplante Schwangerschaft endlos nach hinten hinaus und werden dann nicht mehr oder nicht mehr oft genug (bei Mehrfach-Kinderwunsch) schwanger.
Ich bin ein anderer Mensch geworden, seit mein Kind da ist - reifer, erfüllter, verantwortungsbewußter und manchmal platze ich vor Liebe und Stolz, wenn ich auf mein schlafendes Burzel runtergucke.
 
G

Gast

  • #70
Liebe FS,
es mag ja sein, dass Frauen über 40 noch einen Partner finden und schwanger werden.
Wie viele kennst Du persönlich?
Du weisst aus eigener Erfahrung, wie lange Du gesucht hast, bis Du Deinen jetzigen Partner gefunden hast.
Wie gross ist also die Chance, in den nächsten 5 jahren wieder einen Partner zu finden, mit dem Ehe und Kinder möglich sind?

Die Regel ist, dass Frauen ab 40 zum nicht mehr so leicht schwanger werden. Nach einer Abtreibung kann es noch schwerer werden, noch einmal schwanger zu werden. Das befruchtete Ei muss sich in der Gebärmutter einnisten können.Wenn die Gebärmutter bei der Ausschabung zu stark vernarbt, kann sich kein Ei mehr einnisten.

<MOD: Gehässigkeiten entfernt.>
 
  • #71
@67: Im Alter von über 35 Jahren dauert es bei einer Frau im Schnitt 2-3 Jahre, bis sie schwanger wird, Tendenz steigend. Im Gegensatz dazu dauert es bei einer Zwanzigjährigen 1-2 Monate. Das ist statistisch erwiesen.
Ab 40 wird es ja auch vom Altersunterschied Mutter-Kind her ein bisschen eng. Ich sehe das bei meiner Freundin (40), die ihre über achtzigjährige Mutter (Pflegestufe 2 oder 3) pflegt. So wahnsinnig erstrebenswert ist das nicht.
 
  • #72
@#68: Ja, ich stimme Dir vollkommen zu, dass die Fragestellerin, oder jede Betroffene in diesem Alter, sehr gut einbeziehen sollte, ob sie generell ein Kind wünscht und wie groß die Chancen sind, später noch ein Kind zu kriegen, sowohl in bezug auf eine noch anzubahnende Partnerschaft als auch auf Fruchtbarkeit.

Ich stimme Dir auch zu, dass sich auch meine radikale Ablehnung früherer Jahre zunehmend relativiert. Die Lebenssituation ändert sich eben und die Lebensziele verändern sich passend dazu. Eines ist für mich aber nach wie vor sicher: Alleinerziehend möchte ich persönlich wirklich nicht sein.

Du hast recht, dass Urvertrauen sicherlich auch durch eine Mutter vermittelt werden kann -- dennoch bleibt die Frage, ob man ohne Vater eine "Familie" gründen möchte. Ich finde, eine intakte Familie gehört einfach dazu. Ich hatte sie selbst und kann und will es mir nicht anders vorstellen.

Wie bereits weiter oben klargestellt: Ich plädiere für FREIHEIT der Entscheidung, nicht für Schwangerschaftsabbruch im engeren Sinne. Aber wir sind im 21. Jahrhundert und wir haben die Wahlfreiheit. Wir sollten sie unbedingt nutzen -- egal ob wir uns für das Kind oder den Abbruch entscheiden. Es sollte eine unbedrängte, wissende, freie Entscheidung nach eigenem Gewissen und eigenen Lebenszielen sein. Nicht aber nach esoterisch-religiösen Gefasel, sondern nach Wissen, Gewissen und Lebenszielen.
 
  • #73
@#69: Ein Schwangerschaftsabbruch in der siebten Woche ist sehr ungefährlich und erfordert regelhaft keine Ausschabung. Vakuumaspiration oder medikamentöser Abbruch sind übliche Methoden, die die zukünftige Fruchtbarkeit höchtswahrscheinlich nicht einschränken.

Richtig ist aber, dass die Fragestellerin berücksichtigen sollte, wie hoch die Chance ist, in den nächsten Jahren einen Partner zu finden und schwanger zu werden. Sie sollte sich genau überlegen, ob sie ein Kind möchte und ob sie in ihrer aktuellen Situation dieses Kind von diesem Mann möchte, der damit auch unwiderruflich Teil ihres Lebens werden würde.
 
  • #74
@#72: Ja, das stimmt so ungefähr. 85% aller 20-jährigen Frauen werden in einem Jahr schwanger, nur noch 50% der 30-jährigen Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger und nur noch 30% der 40-jährigen Frauen. Danach nimmt die Rate individuell abhängig vom Eintritt des Klimakteriums etwa ab 45-50 auf quasi Null ab. Wer also mit 40 probiert, ein Kind zu empfangen, wartet durchschnittlich 3 Jahre.

Die Altersdifferent sehe ich dagegen nicht als so schlimm an. Das ist eher eine persönliche Präferenz.
 
G

Gast

  • #75
Liebe FS, die Entscheidung ist nicht leicht. Du musst erkennen, dass der Mann, den Du liebst, keine ernsthafte Beziehung mit Dir will. Den Liebeskummer können wir Dir nicht nehmen. Du kannst nun abwägen, was Dir wichtiger und lieber ist. Single mit Kind oder Single alleine.

Durch das Kind wirst Du noch oft Kontakt zu dem Kindesvater haben, wenn er den Kontakt zum Kind möchte. Man kann aber auch alles nur über das Jugendamt regeln, dann müsst Ihr Euch bei der Kindesübergabe nicht treffen.

Die Suche nach einem passenden Partner ist ab 40 besonders schwierig. Egal ob mit oder ohne Kind. Mit Kind hast Du die nächsten 20 Jahre einen Menschen an Deiner Seite, der Dich braucht, liebt und für den Du Verantwortung hast. Ich empfinde das als sehr schön. Mein Kind gibt mir so viel wie ich in einer Partnerschaft noch nie bekommen habe.

Frauen mit Kind antworten Dir hier und raten dazu, das Kind zu bekommen. Da Du vom Lebensentwurf gerne ein Kind hättest, rate ich Dir auch dazu. Natürlich hätte jede Frau gerne den tollen Familienvater an ihrer Seite, wenn sie schwanger wird. Die Realtität ist eben nun mal nicht so.

Lass Dich nicht unter Druck setzen. Entscheide nach dem, was DU willst.
 
  • #76
@#74: Alleine schon der Teil mit der "Kindesübergabe" lässt mich schaudern. Wer will denn diesem Mann sein Kleines übergeben? Also das könnte ich mir schon mal nicht vorstellen.
 
  • #77
@75: Das klingt schlimm, ist es aber, wenn man es genau überdenkt, nicht. Warum?
Ganz einfach: Bevor das Kind nicht etwa 3 Jahre alt ist, wird die Mutter IMMER dabei sein, wenn der Mann sein Kind sehen will. Ganz einfach deswegen, weil sonst das Kind sofort quäkt, wenn die Mama den Raum verläßt. Und drei Jahre sind eine ganz gute Zeit, um einen Menschen in seinen grundsätzlichen Eigenschaften (Verantwortungsbewußtsein, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Mitdenken) etwas näher kennenzulernen.

Die Mutter wird es zu schätzen wissen, wenn sie zwischendurch mal einen halben Tag frei hat, um in Ruhe etwas zu erledigen oder einen freien Abend pro Woche genießt. Das muß man ebenfalls pragmatisch sehen.
Habe gerade letzte Woche eine Studienkameradin (schlank, attraktiv, lange Haare, humorvoller Typ) getroffen (verheiratet, ein Kind), deren Mann fremd gegangen ist. Da ihr Mann unter der Woche 100 km entfernt arbeitet, ist sie viel mit Kind allein und dementsprechend unflexibel. Kaum Aufträge, zerstörtes eheliches Vertrauen, keine netten Worte vom Partner mehr... ich sage Dir, ich kam mir regelrecht privilegiert vor!
 
G

Gast

  • #78
Mal 'ne Frage so nebenbei...
Warum hat sich denn die Fragestellerin eigentlich nicht einen Mann gesucht, der Partnerschaft und Kinder wollte?
Die waren wahrscheinlich alle nicht interessant genug...
 
G

Gast

  • #79
FS Würdest du das Kind auch austragen wollen,wenn es (mal angenommen) nach der Geburt zum Vater kommt und von ihm aufgezogen wird und du als Frau die sogenannte nichtverpflichtende Rolle(Mann) übernimmst?

In dieser Beziehung sind einfach Frauen in der dankbaren und gleichzeit undankbaren Ausgangslage,sie müssen und sie können Entscheidungen für sich treffen.

Ich gebe Frederika in soweit Recht,daß AE und gerade eben in dieser Altersregion wie FS,mehr Schwierigkeiten bei der Partnersuche auf sie zukommt. Aber jetzt geht es ja gerade erst einmal um Kind aus oder nicht austragen,es bleibt die Entscheidung bei Frau.

Ich bin trotzdem noch der Meinung,wenn beide keinesfalls eine Schwangerschaft wollten, hätten beide verhütet und zwar jeder für sich,was am Ende doppelt und sicherer gewesen wäre. Es ist ein riesen Unterschied,ein Kind mit 25J.oder mit fast 40J zu bekommen und event.allein groß zu ziehen-aber es ist auch eine denke ich lohnenswerte Herausforderung.

Eine knackig junge AE hat natürlich mehr Chancen und mehr Zeit,für einen neuen Partner der AE so akzeptiert. Als männlicher Partnersuchende könnte ich mir in dem Alter gerade noch ein leibliches Kind vorstellen, oder aber die Kinder sollten aus dem gröbsten raus sein .Bei unterschiedlicher Ausgangslage,würde ich kaum eine AE als Partnerin wählen,um bis zum Rentenalter für ein nicht eigenes Kind sorgen zu müssen. FS du wirst dich entscheiden müssen und so wie du entscheidest solltest du akzeptieren,daß diese Entscheidung richtig für Dich war,ohne wenn und aber!

Alles Gute!

m48
 
  • #80
In Deutschland wird etwa jede siebte Schwangerschaft abgebrochen. Es ist also kein seltener oder ach-so-furchtbarer Eingriff, sondern Routine. Wir sollten froh sein, dass wir um 21. Jahrhundert die freie Wahl haben, und für oder gegen eine ungewollte Schwangerschaft zu entscheiden.

Wenn der Schwangerschaftsabbruch so früh wie hier möglich erfolgt, ist die Komplikationsrate extrem niedrig. Je früher abgebrochen wird, desto gesünder und sicherer. Man sollte die Entscheidung daher zwar einerseits sehr gut abwägen und sich sicher sein, auf der anderen Seite aber eben auch nicht ewig grübeln, sondern sich rechtzeitig und zeitnah entscheiden.

Dazu gehört, dass man zumindest das vorgeschriebene Beratungsgespräch zum Beispeil bei Pro Familia schon erledigt und dort nach allem fragt und sich detailliert aufklären lässt. Wenn man dann den Schein hat, hat man immer noch alle Freiheiten. Aber man kann sich dann entscheiden -- zu spät ist irgendwann zu spät und die Entscheidung ist einem genommen.
 
G

Gast

  • #81
Natürlich ist ein Abbruch Routine. Für die Gynäkologen . Aber doch nicht für die Frau, Mensch !
Und m48 möchte keine "AE" als Partnerin. Dann läßt er es eben bleiben.

Übrigens hat eine Bekannte mit drei Kindern einen ausgesprochen netten und gutaussehenden , neuen Partner gefunden.
Sie ist eine hübsche und liebenswerte Frau und die Kinder sind entzückend. Jeder normale Mann sieht das auch so.
w49
 
  • #82
@#80: Na toll, Du kennst EINE Ausnahme -- hier klagen dagegen Hunderte ihr Leid und die Statistik ist eindeutig. Die überwältigende Mehrheit von kinderlosen, ledigen Männern lehnt Aalleinerziehende als neue Partnerin ab. Dafür gibt es ja auch mehr als genug gute Argumente. Hinzu kommt, dass gerade die ersten zwei Jahre mit Säugling ganz gewiss keine Gelegenheit bieten, einen neuen Partner kennenzulernen und eine angemessene Verliebtheitsphase zu erleben.

Für die Frau könnte ein Schwangerschaftsabbruch einfach ein harmloser Eingriff sein, wenn die Gesellschaft ihr nicht einreden würde, wie ach-so-furchtbar das alles sei.
 
G

Gast

  • #83
Ja, in der merkwürdigen Elite-Welt kann man das oft lesen, dass Kinder zu den Altlasten gerechnet werden und dass eine Frau mit Kind keine zumutbare Partnerin abgibt.
Aber hier suchen die Männer ja auch ausschliesslich wesentlich jüngere Frauen mit Modelfigur.
und die Frauen suchen promovierte Top-Männer. Und am Ende bleiben die meisten alleine, ob mit oder ohne Kind.

Ich habe beruflich viel mit jungen Müttern zu tun. Es ist absolut nichts Ungewöhnliches, dass eine Frau mit einem oder zwei kleinen Kindern einen neuen Partner hat. Eine junge Frau hat sich vom Vater ihrer Kinder getrennt, weil sie sich neu verliebt hat.
Aber das ist ja auch das richtige Leben.
w49
 
G

Gast

  • #84
Ab 40 ist es sehr schwierig, einen passenden Mann zu finden, wie Du selber gemerkt hast.
Das hat nichts mit Kind oder nicht Kind zu tun. In diesem Alter wollen die Männer meistens nur Sex ohne sonstige Verpflichtung.

<MOD: Gekürzt. Bitte haben Sie Verständnis, dass dieser Thread der konkreten Frage vorbehalten bleibt und nicht erneut das Thema Alleinerziehende diskutiert. Reaktivieren Sie die einschlägigen Threads, um darüber zu diskutieren.>
 
G

Gast

  • #85
Liebe FS,
der Erzeuger Deiner Schwangerschaft hatte nie vor, Dein Partner für die nächsten 20 Jahre zu werden.
Er war mit Dir 9 Monate als Affäre im Bett und mochte Dich sicher auch. Aber vielleicht hat er neben Dir weitergesucht und wartet noch auf Ms Perfect.
Deine Entscheidung für oder gegen Kind wird sein, alleinerziehend oder Abtreibung.

Ob nun die Schwangerschaft und die Geburt seines Kindes etwas bei ihm bewirkt, kann keiner von uns sagen. Du kennst ihn besser, was denkst Du? Ein Baby berührt oft auch harte Zeitgenossen in der tiefsten Seele. Ob er dazu gehört, wer weiss?

Die meisten Männer wollen Kontakt zu ihrem Kind, egal ob es absichtlich oder versehentlich gezeugt wurde. Daraus kann sich eine familienähnliche Beziehung ergeben, muss aber nicht.
Wenn Ihr gut miteinander auf sachlicher Ebene klarkommt, ist das schon ein Glücksfall.
Viele Geschiedene kriegen das nicht hin und machen sich gegenseitig fertig, obwohl sie mal die grosse Liebe hatten.

Dir alles Gute
 
  • #86
@81: Es gibt aber auch eine Menge Frauen (ich kenne allein drei davon), die bereuen bitter ihre Abtreibung, die sie mit Ende Zwanzig gehabt haben. Inzwischen sind sie alle an die Vierzig und weder fester Partner noch Kind in Sicht.
 
  • #87
<MOD: Wir hatten bereits in #83 darum gebeten, zu der Titelfrage zurückzukehren. Zu den Chancen Alleinerziehender gibt es mehr als genug andere Threads, die sie gerne reaktivieren dürfen. Danke für Ihr Verständnis.>
 
G

Gast

  • #88
@85
Aber die sehen hoffentlich auch ganz kritisch ihrem eigenen Anteil an dem Dilemma?
Oder waren etwa alle Männer, welchen sie (Ende 20-Ende 30) begegnet sind, nur Volldeppen??
Fällt mir nämlich immer schwer, sowas zu glauben...
 
  • #89
@#85: Ja, aber das ist eher die Projektion von torschlusspanischer Frustration auf ein greifbares Ereignis, das in der gesellschaftlichen Rezeption präsent ist. Ebensogut könnten sie alle möglichen Trennungen oder persönliche Fehlentscheidungen bereuen. So funktioniert nun mal der Mensch: Er macht es sich leicht, einen greifbaren Grund zu finden und sich dann auszujammern.

In Wahrheit liegt Kinderlosigkeit oder Partnerlosigkeit nicht an einem Schwangerschaftsabbruch Ende 20, sondern vielmehr darin, über zehn Jahre lang die falschen Prioritäten bezüglich Partnerschaft, Familie und Karriere gesetzt zu haben, zum Beispiel indem man jahrelang gar nicht auf Partnersuche war oder sogar nette Partner aus Karrieredenken verlassen oder attraktive Bewerber aus irgendwelchen Gründen verschmäht hat. Aber was bleibt von zehn Jahren Fehlentscheidungen? Der eine Abbruch, der in Wahrheit keine Rolle spielen würde, wenn man denn danach einen lieben Partner gefunden hätte. Kaum eine dieser verbitterten 40igerinnen würde jetzt besser dastehen als Alleinerziehende mit 12-jährigem Teenager -- weder beruflich noch privat noch emotional. Sie wären nur auf andere Art frustriert.
 
  • #90
@88: Nun, die Details des Liebeslebens der geschilderten Frauen kenne ich natürlich nicht. Weder kenne ich die damals beteiligten Männer noch weiß ich, warum es nicht geklappt hat. Diese Frauen sind keineswegs frustriert oder verbittert, nur ein kleines bisschen traurig.
Viele Entscheidungen im Leben kann ich durch mein eigenes Handeln beeinflussen. Manche nicht. Eine Partnerschaft läßt sich nicht erzwingen. Es hat nichts mit "zehn Jahre Fehlentscheidung" zu tun, wenn einem niemand über den Weg läuft. Oder wenn einem einer gefällt, dann verliebt er sich in eine andere.
Ich finde es mit 40 Jahren mit Kind deutlich besser als ohne! Wieso unterstellst Du permanent AE-Frauen, daß sie frustriert sind? Wirke ich frustriert? Okay - vielleicht habe ich manchmal so eine Anwandlung in Bezug auf bestimmte Männer, aber die hätte ich auch ohne Kind!
 
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