• #61
Verantwortung für sich zu übernehmen und sich z.B. Gedanken um eine spätere Altersvorsorge zu machen hat nichts mit dem Thema Minimalismus zu tun.
Zu sagen, ich mache mir darüber keine Gedanken ist fahrlässig, und am Ende muss man dann eben mit der Konsequenz leben, @frei hat es richtig geschrieben.

Ich für mich schaue darauf, und weil ich mich z.B. dafür entschieden habe, Kindererziehungszeiten zu realisieren, und dann freiberuflich tätig zu sein, ist mir immer klar gewesen, dass die gesetzliche Altersvorsorge bzw. die daraus resultierende Rente im vernachlässigbaren Bereich liegt.
Ich zahle seit Jahren einen gar nicht kleinen Betrag in meine eigene private AV, es gab Zeiten, da hätte ich diesen Betrag gerne zur Verfügung gehabt, und er würde auch heute den Spielraum erweitern.
Aber nachdem ich es weder witzig fände, von anderen - am Ende von meinen Kindern - finanziert zu werden, oder notgedrungen "minimalistisch" zu leben im Alter, geht dieser Betrag jeden Monat weg.

Bei dem Thema, ich mag generell keine -ismen.
Ich finde, man sollte sich schlicht sein Leben so gestalten, so wie man es für sich richtig hält, ohne irgendwelche Titel darüber.
Eigenverantwortlich, selbständig, unabhängig, frei.
Und das definiert sich nicht über die Anzahl von Kleidung, Quadratmetern Wohnraum oder die Art des Urlaubes, sondern über den ganz persönlichen Wohlfühlfaktor.

Ein Partner, der sich von meiner Art zu leben, abschrecken lässt, egal wie man diese Art dann nennen mag, der passt nicht zu mir.
Aber ich mag nicht anders leben.
 
  • #62
Ich möchte gerne weniger konsumieren, in einer kleinen Wohnung leben und meine Arbeitszeit reduzieren, um meinen Interessen in der Freizeit nachzugehen. Im Job lassen sich meine Interessen leider nicht alle unter einen Hut bringen.
Ich frage mich immernoch inwiefern diese Lebensweise nicht mit Kindern vereinbar ist.
Ich bin überhaupt nicht davon ausgegangen, dass Du Kinder möchtest. Ein Kind hat ein Recht auf Sorge und Unterhalt von seinen Eltern und zwar Vater und Mutter. Bei Reduzierung Deines Einkommens reicht es wohl nur noch für Dein Leben. Dafür kannst Du Deinen Hobbies nachgehen.

Für mich wäre keine gesunde, junge Frau als Mutter meiner Kinder in Frage gekommen, die aus Zeitmangel für ihre Freizeitinteressen Teilzeit arbeitet.

Lebe Dein Leben so wie Du es für richtig hälst, aber lass nicht andere darunter leiden.
 
  • #63
Liebe FS,
zugunsten der Lebensqualität (um eine Fernbeziehung führen zu können) habe ich meine Arbeitszeit um 15% reduziert (4-Tagewoche mit langen Arbeitstagen).
Insofern sage ich "machen", wenn man sich das leisten kann. Bei mir spielt es keine Rolle, weil ich bei der Entscheidung für TZ bereits 50+ war und über 25 Jahre Vollzeit bei sehr gutem Verdienst mit entsprechenden Rücklagen hatte.

Wenn man jung ist, kein deutlich überdurchschnittliches Einkommen hat und dieser Schritt aus Jobfrust resultiert, sollte man nochmal nachdenken und eher einen Jobwechsel hin zu einem erfüllenden Berufsleben machen.

Ich habe eine Freundin, die in einer Bauwagensiedlung wohnt.... Der größte Posten ist die Krankenversicherung und ich finde es toll, dass sie eine hat.
Naja, da bleibt ihr auch nichts anderes übrig, denn in Deutschland gibt es Krankenversicherungspflicht und wer sich mal etwas in der Sozialpolitik umschaut, sieht die Debatten über eine kommende Rentenversicherungspflicht für eine auskoemmliche Altersversorgung (> Grundsicherung). Das zielt zwar auf die ganzen Selbstständigen, die ihr Einkommen verprassen und sich dann von den Berufstätigen alimentieren lassen, aber es geraten auch die TZ-Verdiener in den Fokus, die weder durch Kinderbetreuung noch Pflege an einer Vollzeittaetigkeit gehindert werden. Sie müssen sich dann halt zusatzversichern (V> Mindestlohn) und den Anteil selber zahlen, den der Arbeitgeber nicht zahlt, weil TZ.
Wer genug verdient hat halt mehr Entscheidungshoheit über sein Leben.



Ich würde sogar sagen, wer so leben will wie die FS, ist erkrankt.Es ist wider der Natur.... nicht soviel wie möglich aus diesem Leben herausholen zu können. Das ist für mich Lebensfreude, das ist für mich Lebenslust.
Das ist doch wirklich schräg, Verzicht auf Konsumterror als Krankheit zu diagnostizieren und "wider die Natur" zu definieren.
Natürlich istunser überzogen konsumorientierter Lebensstil ganz sicher nicht - natürlich ist, soviel zu tun, wie man zum überleben braucht und in guten Phasen Rücklagenzu bilden um Krisenzeiten überstehen zu können.
Über die Rente mag ich aber nicht nachdenken....
Solltest Du unter den oben genannten Aspekten vielleicht doch mal tun. Es sollte Dir klar sein, dass anderen die Bereitschaft fehlt, Deine "Selbstverwirklichung" zu alimentieren.
Ich finde Deine Einstellung gegen den Konsumterror insgesamt gut, habe aber den Eindruck, dass Du nicht die hellste Glühbirne im Kronleuchter bist, zumindest was das minimalustische Leben mit Partner und Kind mit Kleiderstangen im 40 qm-Tinyhouse angeht.
Ahja und dann kommen noch Gäste zum essen - richtig, ins Zwischendeck.
Dafür einen Partner zu finden ist nicht leicht.
 
  • #64
Für mich käme der beschriebene Karrieremann mit Haus nicht in Frage. Ich kenne in meinem Umfeld einen Mann, der sich mit 44 ein eigenes Haus gekauft hat und der wohnt jetzt alleine da. Für mich eine grausame Vorstellung.

Es gibt Menschen die viel Geld verdienen, um dieses Geld auszugeben für unwichtige Dinge und um andere Menschen zu beindrucken, die sie nicht mögen. Den Satz finde ich passend für unsere Gesellschaft.
 
  • #65
Alles kostet Geld und letztendlich ist Konsum per se nichts schlimmes. Es sorgt für Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass es allen besser geht.
,

Nein ist es nicht. Konsum im großen Stil belastet immer irgendwo andere Menschen in der Welt. Wir können uns hier viel leisten - ausgetragen wird es auf dem Rücken der armen Bevölkerung in Dritte Welt Staaten - zu Ende denken bitte.

Also minimalistisch ja aber auf sehr hohem Niveau. Ich finde das macht extrem glücklich!
Das es Dich extrem glücklich macht ist schön für Dich, aber mit minimalistisch hat das nichts im Ansatz tun.

Und niemals diese grausigen funktionsklamotten, einfach grauenhaft! Man ist auch gut angezogen gegen den Regen geschützt wenn man sich was anständiges kauft!
Ne ziemlich eingeschränkte Sichtweise - oder? Ich habe fast nur so abartiges Outdoorzeugs... Und das ist nur mal nebenbei schweineteuer. Dein ganzer Post zeigt mir irgendwie, dass Du im Luxus lebst und die Eingangsfrage nicht wirklich verstanden hast.

Aber Minimalismus definiert jeder anders. Es kommt halt auf das Niveau an, auf dem man lebt. Und wenn dieses auch nur ein wenig nach unten geht, ist es für den ein oder anderen schon minimalistisch


M 48
 
  • #66
Hier die TS,

@Stacey:
nein für mich käme so ein Mann nicht in Frage, weil ich mir sonst in die Tasche lügen würde. Ich kann mit statusbetonten Menschen nicht zusammen sein. Zu mir passt ein Mann, der ähnliche Werte hat und da zählt Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Achtsamkeit dazu.

Dies mit Blick auf die Rente nicht zu tun, ist m.E. die falsche Einstellung. Bei einem Einkommen von 3000 Euro liegt die Rente bei 1360 Euro, allerdings nach 45 (!) Jahren Arbeit.
sehe ich genauso! Die Rente wird nicht viel höher, wenn ich Vollzeit arbeite. Die 45 Jahre schaffe ich nicht.
Zur Freiheit gehört natürlich auch, sein Geld selbst zu verdienen.
@carpe: so ist es!
Ich finde deine Einstellung super und wie du lebst. Ich mag es zwar minimalistisch, aber dennoch gemütlich. Bett und Sofa wäre mir wichtig, aber ich habe jetzt auch keinen Schrank. Die Kleiderstange ist super und hat sogar den Vorteil, dass ich meine Kleidung direkt sehe und schnell ein Outfit zusammenstellen kann.

@void: dein Beitrag ist klasse und trifft es auch gut. Minimalismus hat nichts mit Geiz zu tun. Ich überlege nur, ob ich Verbrauchsgegenstände wirklich brauche.
 
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  • #67
Was soll das sein, ein Urinstinkt? Und wer bekommt bei Saturn oder Media-Markt einen Kaufrausch?
Urinstinkt : Ja, glaube schon
Gibt es das auch bei Männern : Ja, aber nicht so stark.

Viel Konsumverhalten ist vorwiegend indirekt der Partnerwerbung geschudet.

Mir war bis vor EP niemals klar, was meine "persönliche Ausstattung" (z.B. hatte ich wirklich sehr zufällig damals mal einen Mercedes, dieses Auto hatte aber bei mind. zwei Frauen eine Wirkung, -was diese später zugaben-) bei der Partnerwahl zutun hat. So naiv war ich diesbezüglich tatsächlich.

Und da die Frauen ja hauptsächlich wählen, nehme ich ihnen einen minimalistischen Lebensentwurf nicht wirklich ab. Grade die echten Beispiele in meiner Umgebung wirken extrem wenig plausibel und kongruent.

Seid den EP-Dates und dem Forum habe ich wirklich innerlich begriffen, dass Konsum, materialistische Ausstattung und Besitz offensichtlich doch sehr stark damit zutun hat.

Und ja, offensichtlich auch ein Urinstinkt. Ich sage nur "Jäger und Sammler", und das nicht wirklich gerne.
 
  • #68
Ich frage mich immernoch inwiefern diese Lebensweise nicht mit Kindern vereinbar ist. Klar sind einige Anschaffungen notwendig, aber ich muss ja nicht 50 Spielsachen haben, sondern kaufe 5.
Aber da kommt ja noch einiges mehr an Kosten dazu.. Bastelbeiträge für Kindergarten, Schule, Materialen, Ausflüge etc.. Kinder haben ab einem gewissen Alter ja auch selbst mehr oder weniger teure Wünsche, die man zwar nicht erfüllen muss, aber angenommen das Kind wünscht sich von Herzen reiten, tanzen oder sonst was zu lernen, oder in einem Verein Fußball zu spielen etc. da wirklich passioniert dahinter ist, dann würde ich ihm das nicht verwehren wollen. Das kostet alles Geld & meiner Erfahrung nach nicht wenig. Da ist von iphone & co noch garkeine Rede.

Könntest du es dir leisten zusätzlich noch monatlich etwas für die Zukunft des Kindes wegzulegen? Oder angenommen, das Kind wird krank & braucht teure Behandlungen oder Medikamente, die eine Krankenkasse nicht bezahlt.. Angenommen das Kind studiert bis Mitte 20, dann bist du verpflichtet weiterhin Unterhalt zu leisten. Was wenn das Kind Nachhilfe in der Schule benötigt? Manche Kinder brauchen mehr Förderung, andere weniger. Weiß man vorher aber nicht. (Meine Mutter hat hunderte Euro für Nachhilfe ausgegeben, wofür ich im Nachhinein sehr dankbar bin, Bildung ist wichtig!)

Ich finde es prinzipiell gut nicht jedes Zeug zu kaufen, das man sowieso nicht braucht, aber bei Kindern wird es da zumindest ab einem bestimmten Alter, vor allem im Kontakt mit anderen Kindern, wo dann fleißig untereinander verglichen wird, sich eigene Wünsche & Ziele herauskristallisieren komplizierter & für gewisse Fälle (Krankheit, Förderung des Kindes), hätte ich zumindest gerne eine gewisse finanzielle Sicherheit.
 
  • #69
denn in Deutschland gibt es Krankenversicherungspflicht
Das ist richtig. Seit dem 1. Januar 2009 besteht gemäß § 193 Abs. 3 VVG die Allgemeine Krankenversicherungspflicht, wonach sich alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland bei einem in Deutschland zugelassenen Krankenversicherer gegen Krankheitskosten versichern müssen. Wer sich dennoch nicht versichert, macht sich zwar nicht strafbar, muss jedoch sämtliche seit Bestehen der Versicherungspflicht ausstehenden Beiträge nach- und zusätzlich einen Säumniszuschlag von 60 Prozent obendrauf zahlen.

Die Rente wird nicht viel höher, wenn ich Vollzeit arbeite.
Wenn du dich von deiner Rente, die du durch TZ erlangst, finanzieren kannst, dann bitte. Aber soviel Selbstverantwortung muss man schon haben und das im Blick behalten. Oder wer soll dich dann finanzieren, wenn du alt bist? Die Gesellschaft?

TZ arbeiten, um mehr Zeit für seine Hobbys zu haben, hat für mich ein Geschmäkle. Du hast noch keine Kinder, du hast doch viel Zeit für dich? Riecht für mich nach arbeitsscheu und selbstbezogen. Aber jedem das Seine. Allerdings ist es doch klar, dass du auf Widerstand stößt, wenn du Menschen mit Mehrfachbelastung (Arbeit, Kinder, vielleicht noch zu pflegende Eltern) etwas davon erzählst, dass du noch mehr Zeit für dich und deine Freizeit haben möchtest und dabei jedoch noch nicht einmal darüber nachdenken willst, ob du später mal von deiner Rente leben könntest.
 
  • #70
Ich bin ja überhaupt nicht der Mensch für Minimalismus...Selbstbeschränkung liegt mir in keinem Bereich, dennoch fazinieren mich Menschen, die sich selbst so mäßigen wollen/können, indem sie auf viele Dinge verzichten, die für mich selbstverständlich sind.
Mich faziniert daran, dass dieser Verzicht den Leuten etwas - mir Unerklärliches -gibt, denn sonst würden sie ja nicht verzichten.

Und Steuern/Abgaben müssen wir "Besserverdiener" sowieso in einer Höhe bezahlen, da kommt es auf eine weitere altersarme Frau, die von einer (durch mich mitfinanzierten) Grundsicherung leben muss,auch nicht an.

Als Partner könnte ich mir einen Menschen, der minimalistisch leben will, nicht vorzustellen, weil das eben nicht zu meinem Plan vom Glück passen würde. Allerdings findet sich ja für fast jeden Topf ein Deckel und damit, liebe FS, wirst Du sicherlich jemanden finden, der arbeiten zu gehen und zu konsumieren genauso unangenehm findet wie Du.
 
  • #71
Die Basis für Glück liegt in ganz anderen Dingen.
Und die wären in unserer heutigen Gesellschaft?
Ich frage nur weil ich diese Gesprächen in den letzten Jahren so häufig erleben durfte und keiner der Menschen die mir Glaubhaft machen wollte das Geld nicht Glücklich macht und eher das Gegenteil verursachen würde, kam am Ende ins straucheln.
Es gibt lediglich vier Dinge die ich nicht kaufen kann. Liebe (Echte), Gesundheit, das Glück selbst (Tim Taler), echte Freunde. Für alles andere was mich glücklich macht, gibt es einen Markt.
Aber ich teile die Meinung, dass der Mensch, welcher Geld ausschließlich zu seinem Mittelpunkt macht ein einsamer Mensch sein wird.

m47
 
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  • #72
Und da die Frauen ja hauptsächlich wählen, nehme ich ihnen einen minimalistischen Lebensentwurf nicht wirklich ab. Grade die echten Beispiele in meiner Umgebung wirken extrem wenig plausibel und kongruent.
Ich würde das nicht so pauschalisieren. Aber im Kern ist das schon das Problem. Ich lerne grob vier Typen Frauen kennen:
  • Ernsthaft "nicht materialistisch". Die legt keinen Wert auf Deinen Daimler. Öfter mal haben diese Frauen aber dann einen entsprechenden Gesamtlebensstil in die Richtung öko-vegan. Da gibt es auch passende Männer (haben wir hier auch gelesen), aber eben nicht in großer Menge.
  • Vorgegeben "nicht materialistisch". Leben selbst bescheiden, um nicht zu viel arbeiten zu müssen, passen sich aber gerne an, wenn der Mann das finanziert. Hier als "Bauwagen"-Variante zu lesen.
  • Bekennend "materialistisch" (im Sinne von "das Leben geniessen", vorsorgen und auch Kindern einen guten Start ermöglichen wollen) und sorgt entsprechend selbst dafür, dass sie sich das leisten kann, was sie haben möchte.
  • Bekennend materialistisch und erwartet selbstverständlich, dass der Mann sich erkenntlich zeigt, weil sie eine Frau ist. Für mich Prostitution.
Bei der FS kann ich aus der Ferne nicht zwischen Typ 1 und Typ 2 unterscheiden. Es gibt sicher für jeden Typ Frau den richtigen Mann. Die FS muss ihn halt nur suchen. Ich denke, die meisten Männer bevorzugen heutzutage Typ 3.
 
  • #73
Ich kenn Menschen, welche einen minimalistischen Entwurf leben und sehr glücklich damit sind.
Speziell denke ich da an zwei Familien.
Familie A hat zwei Kinder. Sie ist freischaffende Künstlerin, er freiberuflicher ITler.
Sie verdienen gar nicht so schlecht, investieren das Geld aber hauptsächlich in eine privat finanzierte Schulbildung und in Hilfsprojekte für andere Menschen. Selbst kaufen sie ausschließlich Bio, Leben vegan, kaufen nur Second Hand usw. Häufen keinen Besitz an. Eine sehr glückliche Familie, die sich viel Zeit füreinander nimmt.
Familie B, 3 Kinder .. beides freischaffende Künstler, sie Designerin, er nebenher Unidozent. Sie leben ausgesprochen spartanisch, das Konsumverhalten ist auf das allernötigsten beschränkt. Die Kinder sind schlau, kreativ glücklich. Da sie in einer mittleren Großstadt leben, brauchen sie kein Auto. Ihre alten Räder bekamen sie für einen Appl und ein Ei. In den (Inlands) Urlaub geht es mit dem Zug.
Sie investieren so 'viel Geld' wie möglich in Kunst- u./o. Forschungsprojekte.

Es geht also.

Lieber @neverever,
Ich frage nur weil ich diese Gesprächen in den letzten Jahren so häufig erleben durfte und keiner der Menschen die mir Glaubhaft machen wollte das Geld nicht Glücklich macht und eher das Gegenteil verursachen würde, kam am Ende ins straucheln.
Wer sein Glück aus kaufbaren Dingen, Erlebnissen bezieht, wird totunglücklich, sollte das Geld irgendwann wegfallen, denn er hat nur gelernt, das Glück jenseits von materiellen Dingen zu finden.
Viele, die plötzlich, nach einem begünstigten Leben, vor dem 'Nichts' stehen, suizidieren sich gar.
Anders die Menschen, welche schon immer, obwohl die nicht viel haben, das Glück fanden.. in sich.
 
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  • #74
sehe ich genauso! Die Rente wird nicht viel höher, wenn ich Vollzeit arbeite. Die 45 Jahre schaffe ich nicht.
Zur Freiheit gehört, sein Geld in allen Lebenslagen selbst zu verdienen, also jetzt und auch später während der Rente.

Sorry, aber jeder von uns würde vermutlich die 40 Stunden oder mehr gegen 30 oder 20 Stunden pro Woche tauschen wollen, wenn man dadurch keine Nachteile hat.
Ich könnte locker auf 1000 Euro netto oder mehr verzichten jeden Monat ohne dass ich meinen Lebensstil merklich einschränken müsste. Ich tue es aber nicht, weil ich vorausschauend denke. Die Arbeit und meine privaten Rentenversicherungen werden mir nämlich später meine Rente und ggf. das Altersheim finanzieren ohne dass ich meinen Kindern oder der Allgemeinheit auf der Tasche liegen werde.

Dafür (und um mir derzeit um Geld keine Sorgen machen zu müssen und etwas kaufen zu können wenn ich es will) nehme ich auch in Kauf 40 Stunden pro Woche in einem Job zu arbeiten, den ich mir ausgesucht habe und der mir Spaß macht.

Wenn du minimalistisch leben möchtest, ist das deine Sache, aber bitte nicht auf Kosten der Allgemeinheit.
 
  • #75
Ernsthaft "nicht materialistisch". Die legt keinen Wert auf Deinen Daimler. Öfter mal haben diese Frauen aber dann einen entsprechenden Gesamtlebensstil in die Richtung öko-vegan. Da gibt es auch passende Männer (haben wir hier auch gelesen), aber eben nicht in großer Menge.
es trifft hier nichts so richtig auf mich zu. Ich bin weder Öko noch lebe ich vegan. Ich esse Fleisch, aber in Maßen und achte auf artgerechte Tierhaltung. Ich lege auch keinen Wert auf einen Daimler oder Mercedes, aber ich fahre ein Auto. Für mich ist die Hauptsache, dass es fährt und ich fahre es solange es geht.

Viele, die plötzlich, nach einem begünstigten Leben, vor dem 'Nichts' stehen, suizidieren sich gar.
Anders die Menschen, welche schon immer, obwohl die nicht viel haben, das Glück fanden.. in sich.
@Laleila: du hast das sehr schön geschrieben. Deine Beispiele zeigen mir auch, dass dieser Lebensstil mit Kindern auch wunderbar funktioniert. Meine Kindheit habe ich größtenteils draussen in der Natur, umgeben von Tieren, verbracht. Heutztage sind die Kinder vor dem PC oder TV.

Wie sagt man so schön? ich konsumiere nicht, sondern verbrauche. Das ist ein Unterschied!
 
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  • #76
Und die wären in unserer heutigen Gesellschaft?
Ich frage nur weil ich diese Gesprächen in den letzten Jahren so häufig erleben durfte und keiner der Menschen die mir Glaubhaft machen wollte das Geld nicht Glücklich macht und eher das Gegenteil verursachen würde, kam am Ende ins straucheln.
Vielleicht solltest du etwas genauer auf die Wahl deiner Gesprächspartner achten. Die wären vermutlich bei jedem x-beliebigen anderen Thema auch ins Straucheln gekommen.

"in unserer heutigen Gesellschaft" ... als ob Glück etwas mit der Gesellschaft zu tun hätte. Geld macht per se weder glücklich noch unglücklich. Mit mehr Geld kann man sorgenfreier Leben. Und wenn man ganz einfach gestrickt ist und außer Wünscheerfüllung nichts Erstrebenswertes kennt, wird man wohl auch eine Zeit lang eine glückliche Phase erleben. Aber irgendwann platzt die Chimäre. Sei es durch Krankheit, Schickssalsschläge oder sonst irgendetwas, durch das man auf sich selbst zurückgeworfen wird. Wenn man das Glück nicht bei sich oder in sich findet, dann wird man es nirgends finden.

In diesem Sinne kommt es auf die innere Einstellung an. Man kann mit Geld und auch mit wenig Geld glücklich sein.
 
  • #77
Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.

In diesem Satz steckt für mich viel Wahrheit. Klar kann einer, der 26 Tsd im Monat macht auch mit 25 Tsd überleben ..... Aber auf ein solches Niveau muss man erst einmal kommen.
Bis 60 Tsd Euro netto im Jahr steigt das Glücksgefühl deutlich durch Mehreinkommen. Haben Glücksforscher herausgefunden. Dann ist ein Niveau erreicht, ab dem Geld per se keinen Glückszuwachs mehr bringt. Allerdings wird durch die Nutzung der Möglichkeiten des Geldes dann doch wieder Glück geriert.
Lasst es mich mit einem Autovergleich ausdrücken - wer mit einem VW Polo ohne Ausstattung glücklich ist, hatte entweder vorher gar kein Auto oder hat noch 3 richtige Fahrzeuge in der Garage und nutzt den Kleinen nur für kurze Strecken.
"Neu" ist für mich auch kein Wert, ich werfe auch keine funktionierende Maschine weg, nur weil das Nachfolgergerät auf dem Markt ist. Aber die Möglichkeit zu haben, etwas zu ersetzen, etwas zu kaufen, woran ich Freude habe, schöne und gute Dinge geniessen zu können - diese Möglichkeiten machen glücklich. Ich kaufe mir keine Jeans für 300 Euro - weil ich in einem Designerlabel keinen Mehrwert sehe. Ich würde sie aber dann kaufen, wenn ich dafür 20 Jahre keine neue mehr kaufen muss, wenn sie so bequem wäre, dass ich gleich 5 Stück haben will und / oder die Qualität den Mehrpreis aufwiegen würde. Ich muss nicht mit dem Gedanken "das werde ich mir nie leisten können" am Gourmetrestaurant vorbeifahren - weil ich schon dort gespeist habe. Alleine solche Gedanken ziehen einen doch runter. Und darum bin ich froh, diese nicht haben zu müssen.
Möglichkeiten zu haben ist Freiheit. Ist die Tafel alternativlos, sollte das ein Zeichen sein, sich anzustrengen. Denn unfreier gehts nicht mehr.
Insofern - sich nicht alles kaufen zu wollen - dieser Minimalismus stört mich nicht. Sich nichts leisten zu können - dieser Minimalismus wäre für mich kein Weg.
 
  • #78
am Gourmetrestaurant vorbeifahren - weil ich schon dort gespeist habe. Alleine solche Gedanken ziehen einen doch runter. Und darum bin ich froh, diese nicht haben zu müssen.
@Tom: ja wenn du gerne im Gourmetrestaurant isst und es dir gönnst, bitteschön! Für mich wäre es zu ungemütlich und versnobt! Ich esse lieber in einer Berghütte mein Kaiserschmarrn oder ein einem urigen Restaurant mit viel Holz....das ist gemütlich.
Jeder definiert für sich was ihn glücklich macht und manche sind eben bescheiden und brauchen den Luxus nicht. Ich z.B kaufe wenig, aber qualitativ gute Kleidung-ich achte auf gute Verarbeitung und bequeme Stoffe. Ich würde auch nie bei Primark einkaufen, da ich das nicht untersützen würde.
 
  • #79
Ich kenne zwei Männer, die superminimalistisch leben, mit beiden bin ich zur Schule gegangen, beide nennen sich nicht Minimalisten, sie leben einfach so, seit sehr langer Zeit, längst, bevor das Mode wurde. Einer ist Künstler, der für den Broterwerb in Teilzeit einen richtig miesen Job macht - wir haben zusammen studiert, er hat nach dem Abschluss einfach seinen Studienjob weitergemacht -, einer eine Art Förster und mittlerweile fast Selbstversorger. Ich bewundere sie, ich mag sie, ich finde sie richtig cool, ich verbringe sehr gern ab und zu einen Abend mit ihnen. Mit ihnen zusammen leben möchte ich nicht.

Bei einer Einladung bei einem von ihnen (ich liebe diese Einladungen, weil sich da immer superspannende Menschen tummeln) bin ich vor kurzem auf die Steigerung von Minimalismus gestossen, den effektiven Altruismus, hergeleitet aus dem Konsequentialismus: Ethisches Handeln ist, so viel Gutes wie möglich zu tun (das ist jetzt grob vereinfacht). Da war ein Chemiker, der super bescheiden lebt, einen sehr gut bezahlten Vollzeitjob hat und jeden Franken, den er nicht zum Überleben braucht, spendet, um die Welt zu einer besseren zu machen. Ui, Hut ab.

Auch ich bin nicht so der Typ für -ismen. Beeindruckt hat mich an diesem Mann aber durchaus die totale Stringenz und Konsequenz. Wenn schon, dann richtig. Mal das Velo statt das Auto zu nehmen oder auf einen Dior-Lippenstift zu verzichten oder etwas zu flicken statt neu zu kaufen ist nicht radikal.

Frau 51
 
  • #80
in unserer heutigen Gesellschaft" ... als ob Glück etwas mit der Gesellschaft zu tun hätte. Geld macht per se weder glücklich noch unglücklich.
Wirklich doof das hier vermehrt einige Fortsetzung Post nicht freigegeben werden. Dort hatte ich genau das nochmals erklärt damit kein falscher Eindruck entsteht und man denkt, wenig Geld würde per se unglücklich machen. @Tom26 hat es treffen beschrieben.
Und er hat da auch nicht behauptet er würde gerne nur im Gourmet Tempel speisen . Es geht um die Option. Diese macht mich glücklicher als wenn ich sie nicht hätte. Freiheit macht glücklich. Doch wer stets in Gefangenschaft lebte kann natürlich den Geschmack dieser kostbaren Frucht nicht schätzen. Wenn Geld Menschen unglücklich machte und du die Freiheit hast ihnen dieses Unglück zu nehmen diesen unglaublichen Druck. Auch das ist Glück herstellen. Ich weiß es denn ich habe es oft erlebt.
M47
 
  • #81
Ethisches Handeln ist, so viel Gutes wie möglich zu tun (das ist jetzt grob vereinfacht). Da war ein Chemiker, der super bescheiden lebt, einen sehr gut bezahlten Vollzeitjob hat und jeden Franken, den er nicht zum Überleben braucht, spendet, um die Welt zu einer besseren zu machen.
Ja, so ähnlich lebt das Paar A, welches ich weiter oben beschrieb.
Auch ich arbeite nicht mehr Vollzeit, da ich zum einen die wertvolle Lebenszeit gern privat nutzen möchte und um mir Freiraum für mein Ehrenamt schaffen wollte.

Diese unbezahlte Tätigkeit ist enorm wichtig, die darauf angewiesen sind können sie nicht bezahlen und die es könnten (Gesellschaft, Wirtschaft) wollen es nicht bezahlen, weil es keinen Profit bringt. Also stecke ich etwa 15 - 20 Stunden wöchentlich in diese Aufgabe und nehme den entsprechenden Einkommensverlust in Kauf.
Und zwar nicht, weil ich nicht weiss wohin mit dem Geld. Sondern weil ich Prioritäten setze, die mich ganz nebenher auch noch glücklich machen.
Lasst es mich mit einem Autovergleich ausdrücken - wer mit einem VW Polo ohne Ausstattung glücklich ist, hatte entweder vorher gar kein Auto oder hat noch 3 richtige Fahrzeuge in der Garage und nutzt den Kleinen nur für kurze Strecken.
Du gehst zu sehr vom, Dir so eigenen, egomanischen Standpunkt aus.
Ich hatte früher einen CLS als Dienstwagen und bin mit meinem jetzigen, ungleich preiswerteren, sehr minimalstisch ausgestatteten Kleinvan einfach nur happy.
 
  • #82
Hier die TS,

@Hanna_17: in meinem Kollgenkreis und deren Bekanntekreis haben es einige gar nicht bis zur Rente geschafft. Sie erhofften sich in der Rentenzeit endlich das Leben zu führen, wofür sie gearbeitet haben. Warum sollte ich jetzt also bis dahin denken? Ich möchte jetzt leben.
Mir ist Freiheit wohl wichtiger als die Sicherheit, aber jedem das seine.

@Laleila: ich möchte mich auch mehr ehrenamtlich engagieren, zurzeit fehlt mir da einfach die freie Zeit. Das ist auch noch zusätzlich ein Grund der mich dazu bewegt meine Arbeitszeit zu reduzieren.
 
  • #83
Er. .. jobbt bin bis zum Ausbildungsstart, damit ist er regulär versichert.
Ansonsten hätte er sich freiwillig versichern müssen..... Man muss nicht.
Lies' Dir das noch mal durch und finde den Widerspruch. Er hätte sich freiwillig versichern "müssen" ist ja nun das Gegenteil von freiwillig, nämlich gesetzliche Versicherungspflicht, die ausser @Natalie5 und mir keiner zu kennen scheint. Nichtsdestotrotz gibt es sie seit 2009 und sie gilt auch für die Freundin von @frei.
Der Gesetzgeber lässt schlichtweg nicht mehr zu, dass Ahnungslose oder besonders Sparsame ihr gesundheitliches Risiko zulasten der Steuerzahler sozialisieren und sich die Beiträge für eine Krankenversicherung sparen.

Weil nach das neue Thema Altersarmut ist, ist die nächste Versicherungspflicht (Rente) in der Mache, die eine Altersversorgung über der Grundsicherung sicherstellt, denn viele Teilzeitarbeiter und Selbstständige manövrieren sich da rein, weil sie nicht nachdenken und sich nicht informieren. Dann werden sie halt über eine Versicherungspflicht gezwungen, für sich zu sorgen.

Die Rente wird nicht viel höher, wenn ich Vollzeit arbeite. Die 45 Jahre schaffe ich nicht.
Liebe FS,
ich befürworte einen minimalistischen Lebensstil im Sinne von Vermeidung überflüssigen Konsums. Minimalistisch in "überblicken was man tut" finde ich problematischer und das ist wohl auch, was Deine Familie Dir sagen will, wenn sie Deine Pläne hinterfragt.
Ich glaube, dass Du von Sozialversicherung und privater Absicherung erschreckend wenig Ahnung hast, zu wenig, um zu wissen, was Du tust und welche Auswirkungen es haben kann.
Zwischen reduzierten Beiträgen wegen Teilzeit und 45 Jahren Versicherungszeit gibt es keinen Bezug. Die Beitragsminderung durch Teilzeit wirkt natürlich auf die Rentenhöhe, wenn Du nicht über der Beitragsbemessungsgrenze liegst.
Wenn Du keine Ahnung hast, solltest Du Dich beraten lassen, wie Du die Versorgungslücke schließen kannst.

Eine Kollegin arbeitet TZ (für die Grundabsicherung) und macht für die "Sinnhaftigkeit ihres Lebens" einen Nebenjob als Yogalehrerin, aus dessen Einkommen sie Reserven bildet und ihre Altersversorgung aufstockt. So geht guter Plan und gutes Leben.
 
  • #84
Mich faziniert daran, dass dieser Verzicht den Leuten etwas - mir Unerklärliches -gibt, denn sonst würden sie ja nicht verzichten.
Es ist das Bewusstsein, was jetzt der spezielle Konsum bedeutet. Wenn man mehr drunter leidet, wenn Tiere leiden, verzichtet man eben auf Fleisch oder weitergehend auch auf Eier, Käse usw.. Es macht keinen Spaß mehr, das zu konsumieren. Wenn man sich nicht informiert oder gut ignorieren kann, lebt man ruhiger und hat auch noch Freude an Dingen, für die wer anderes litt oder die den Klimawandel fördern. Es ist die Frage, was man gut findet und ob man das wirklich braucht, was man gedankenlos konsumiert. (Wenn man informiert ist, konsumiert man ja nicht mehr gedankenlos, sondern weiß Bescheid und sagt "mir egal". Das kritisiere ich nicht, muss jeder mit sich ausmachen.)
Und Verzicht ist doch relativ, es hängt davon ab, was "legal angeboten" wird. Wenn abgetriebene Föten in der Hautcreme sind, verzichtet so manche Frau vielleicht auch freiwillig auf diese Sorte, weil ihr das keine Freude macht, auch wenn die Creme damit super wirken sollte.

Wenn Du weißt, dass Mikroplastik oder andere Schadstoffe in Deinem Essen sind, verzichtest Du vielleicht auch freiwillig? Da musst Du gar keine toten Meerestiere und den Müll in den Weltmeeren sehen. Genau wie das kann es auch das Leid anderer sein, weswegen man freiwillig verzichtet. Eigentlich einfach zu verstehen. Hat auch nichts mit Gutmenschentum zu tun, auch wenn manche aus GMT verzichten. Bei denen seh ich aber eher den Effekt, sich das wie einen Orden an die Brust zu heften und damit was zu gelten. So sind aber nicht die Verzichter, die es aus Überzeugung tun.

Genau das ist es. Und wenn "noch mehr Geld" Unfreiheit bedeutet (also im Hamsterrad der Arbeit sich kaputtmachen und fürs Leben keine Zeit mehr haben), dann schlägt die Waage eben in die Richtung "lieber weniger Geld, aber dafür xy" aus. Und dann kommt man drauf, was man eigentlich alles gar nicht braucht.
Da Geld Freiheit bedeutet, denke ich auch, dass man davon genug haben sollte, wieviel das auch immer ist. Wer damit aber was anderes als die Freiheit kaufen will (Selbstwertgefühl, Begehrenswertsein-Gefühl, ...), geht zwangsläufig baden.
 
  • #85
Du gehst zu sehr vom, Dir so eigenen, egomanischen Standpunkt aus.
Ich hatte früher einen CLS als Dienstwagen und bin mit meinem jetzigen, ungleich preiswerteren
Auch wenn der alte Mann @Tom26 schon groß ist und ich nicht für ihn sprechen will, aber das ist doch nicht der Punkt. Ich teile seine Ansicht und bin da vor allem sehr eingenommen. Ich erwähnte bereits hier das ich 1-4 Projekte habe denen ich mich mit Leib und Seele widme. Eins davon ist . Menschen welche durch Verschuldung sich und Ihre Familie ins Unglück stürzten oder dort vor allem unverschuldet hinein gelangten, da wieder heraus zu helfen. Mit meinen Anwälten welche zum Teil ehrenamtlich für die Sache mit kämpfen. Ich nutze meine Kontakte um mehr Menschen welchen es finanziell gut geht um diese zu begeistern und fordere Geld ein für diese Sache. Ich selbst habe bisher knapp 120.000 Euro in dieses Projekt investiert um es überhaupt auf die Beine zubekommen. Allein im letzten Jahr könnte ich mit meinen Helfern 435.000€ zusätzlich erbetteln und vielen Familien mit Hilfe der Anwälte, welche die Verhandlungen mit Gläubigern führen aus dem Unglück raus ziehen. Diese Menschen haben zum Teil null Lebensmut mehr. Eltern die sprungedanken haben, weil sie einfach nicht mehr raus kommen. Ich habe erlebt wie glücklich Geld Menschen macht. Es Freiheit und mut wiederherstellt. Kinder die wieder lachen können weil ihre Eltern wieder Licht sehen und nicht mehr dauerdeprimiert sind. Die Frage der Schuld ist dabei nicht ausschlaggebend.
Hier jammern viele auf hohem Niveau.
M47
 
  • #86
Ich glaube, dass Du von Sozialversicherung und privater Absicherung erschreckend wenig Ahnung hast, zu wenig, um zu wissen, was Du tust und welche Auswirkungen es haben kann.
@Vikky: ganz ganz falsch! Ich bin BWLerin und habe viel über unser Gesundheitssystem gelernt. Die KV Beiträge in der GKV sind für Arbeitslose (insofern nicht vom Arbeitsamt Geld fließt) nicht ganz gering. Als Student hatte man noch geringere Beiträge. Und in der GKV versichert zu sein ist Pflicht, das weiß ich auch.

Nehmen wir an ich arbeite 75%, weil ich es will, dann zahlt die Hälfte der AG und die Hälfte ich. Das ist ja dann wie jetzt bei Vollzeit.
Ist nur die Frage, ob das Geld mir reicht. Da ich nicht viel ausgebe, bleibt ein Betrag übrig-den spare ich an. Am Ende kann ich von diesem Ersparten leben.

Ja genau! Ein Teilzeit-Job und ein Nebenerwerb. So etwas wäre für mich auch eine Idee. Ein sinnvoller Nebenerwerb.
 
  • #87
Da Geld Freiheit bedeutet, denke ich auch, dass man davon genug haben sollte, wieviel das auch immer ist. Wer damit aber was anderes als die Freiheit kaufen will
@void: für mich ist Freiheit "Zeit" also meine "Lebenszeit", die ich nicht im Arbeitsleben vergeuden möchte. Arbeiten gehen ist für mich auch ein Sinn, aber nur in gewissem Maße. Zur Zeit gehe ich um 6:15 Uhr aus dem Haus und komme um 17 Uhr heim. Freizeit bleibt nicht viel (ca. 4-5 h) pro Tag. Und 1 h davon ist man müde, 1 h wird gegessen und aufgeräumt. Es fehlt die Kraft für Interessen und Hobbys. Nun frage ich mich. Soll das mein Leben sein?
 
  • #88
Lieber @neverever, speziell Dich meinte ich so gar nicht. Deine lebens-, und menschennahe Einstellung ist hier jedem bekannt der länger mitliest und ich denke, ich spreche für die meiste Frauen hier, wenn ich sage, dafür hast Du auch einen fetten Stein bei uns im Herzen.

Aber wie viele von den Menschen mit hohem Einkommen sind denn tatsächlich derart engagiert. Das sind die wenigsten.
Es ist nicht das Geld was die Menschen, die Du mit Deinem Projekt unterstützt, glücklich macht. Es ist die Zukunft die sie dadurch zurückgewinnen, die Last, welche ihr ihnen von den Schultern nehmt. Und das es Menschen gibt, die sich für andere einsetzen, das macht sie glücklich. :)
Aber es gibt noch vielmehr Menschen, welche das nur das eigene Glück sehen was sie mit Geld ausdehnen können.
Es ist locker genug Geld vorhanden, um Alltagsarmut zu verhindern, die Frage sollte sich gar nicht stellen müssen. Ein Armutszeugnis für ein so reiches Land.
Götz Werner ist als Unternehmer sicher fast jedem ein Begriff. Er fordert, völlig berechtigt, ein bedingungsloses Grundeinkommen vin 1000 Euro pro Kopf.
Und er erklärt wie es finanzierbar ist.
Es müsste also keine Menschen mehr in Deutschland geben, die aufgrund von Armut unglücklich sind.

Bis zu einem gewissen Grad bedeutet Geld Freiheit, darüber hinaus schränkt Geld die Freiheit ein. Aber das ist ier nicht Thema.

Thema ist der minimalistische Lebensstil und die Fokussierung auf Lebenszeit statt Konsum als Lebensglück.
Niemand ist unglücklich weil er sich kein Kobe-Wagyu-Steak leisten kann. Wir sprechen hier über eine freie Entscheidung zu einem Lebensstil, konträr zum bestehenden Gesellschaftssystem, und ich glaube sehr wohl, dass die bewusste Entscheidung dafür nur bestimmte Menschen treffen.
Diese Menschen aber, werden so sicher glücklicher als der auf Konsum abgerichtete Durchschnittsbürger.
 
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  • #89
Ich verstehe die FS und sehe es auch so wie sie.
Übrigens liebe @Laleila bin ich auch für das bedingungslose Grundeinkommen. Es würde ermöglichen, dass die Menschen ihrem sinnstiftenden Beruf nachkommen könnten und selbst entscheiden wie viel sie arbeiten möchten. Meines Wissens wird es bald irgendwo im Norden getestet (Norwegen oder so?).

@neverever : tolles Projekt, finde ich klasse von dir. Den Menschen geht es aber nicht um das Geld. Sie freuen sich, dass ihre Bedürfnisse erüllt werden. Dazu gehört eben auch Strom und Wasser sowie Nahrung. Ich bin immernoch der Meinung, dass Geld alleine nur in Maßen glücklich macht. Geld in dem Sinne "Ich kann mir etwas gönnen"! Ich überlege mir aber genau was ich mir gönnen möchte und erfreue mich daran. Ich konsumiere nicht wahlos und kaufe ein, weil ich gfefrustet bin und meinen Selbstwert erhöhen will-ich gehe nicht nach dem Trend sondern kaufe was mir gefällt.
 
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  • #90
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Das es Dich extrem glücklich macht ist schön für Dich, aber mit minimalistisch hat das nichts im Ansatz tun.
Ne ziemlich eingeschränkte Sichtweise - oder? Ich habe fast nur so abartiges Outdoorzeugs... Und das ist nur mal nebenbei schweineteuer. Dein ganzer Post zeigt mir irgendwie, dass Du im Luxus lebst und die Eingangsfrage nicht wirklich verstanden hast.

Aber Minimalismus definiert jeder anders. Es kommt halt auf das Niveau an, auf dem man lebt. Und wenn dieses auch nur ein wenig nach unten geht, ist es für den ein oder anderen schon minimalistisch
M 48
Hallo Cho Oyu

Nun, dann habe ich mich nicht gut ausgedrückt!
Mit sehr hohem Niveau meinte ich dass ich " nicht alles haben aber das was ich habe, muss gut sein"
Z.B. kein TV, kein Computer, kein Radiogerät, keine Kamera oder ähnliches, ich habe wirklich nur 2 Geräte und arbeite und lebe damit, meine einzige Verbindung zur Aussenwelt daher muss es gut sein. Das finde ich sehr wenig im Vergleich zu dem was bei anderen rumsteht und dazu noch oft ungenutzt.
Genauso mit Kleidern: ich habe mehrere sehr schöne Business Outfits aber nichts, was rumliegt. Gute Qualität in 3 Outfits statt 5 Schränke voll mit H&M-Mist was nach 3x tragen auseinanderfällt.
Und ja, ich finde diese Funktionsklamotten grauenhaft, schon immer, campen auch. Als ich in Österreich lebte, war das für die Berge ja noch ok aber warum jemand in der Stadt damit rum rennen muss wird mir immer schleierhaft bleiben. Das sie teuer sind, weiss ich..

Und ja, ich lebe sehr minimalistisch - 30qm, kein Auto, keine Restaurants ausser mal ein Anlass, kaum neue Klamotten, sehr gesunde Lebensweise und dadurch wenig bis praktisch keine Arztkosten, eigener Garten, sehr naturverbunden, d.h. ich versuche immer die Umwelt zu schonen, nichts Importiertes, nichts Unnötiges und schon gar keine Lebensmittel die dann vergammeln und weg geschmissen werden müssen usw...Ich bin wohl die Einzige die (geschäftlich) 3 Tage in New York ist und nichts einkauft weil ich nichts gefunden habe was Sinn macht bzw. nicht schon vorhanden ist. Ich reise mit 3 Koffern und wähle daher sehr gezielt aus.

Was mir aber einfach wichtig ist: private Altersvorsorge! Hier darf es dann auch gerne mehr sein.
Aber eben: für mich ist wichtig dass ich mein Leben mit meinen 3 Koffern super finde aber eben auch die Sicherheit habe dass ich mir was kaufen kann wenn ich es unbedingt möchte/brauche und das ich im Alter versorgt bin.

Ich finde den ganzen treatd übrigens sehr interessant, hatte mich sogar mit Freunden drüber unterhalten. Eine meinte dann, sie wäre auch minimalistisch weil sie seit Neuestem selber putzt und nur noch wenig zum Friseur geht (früher hat sie sich jeden Tag diese blow-out Frisuren machen lassen, kein Witz!)
Es sieht eben jeder anders aber ich geniesse definitv das ich wenig habe und in meiner fast leeren Wohnung das putzen ganz schnell geht....
 
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