• #31
Was ist Selbstwertgefühl ... Wenn man anderen eine Grenze setzt und sich nicht herabwürdigend behandeln lässt. Insofern ist Dein Schlussmachen für mich ein Zeichen dafür, dass Du Selbstwertgefühl hast.

Ich denke, Du könntest es noch festigen, indem Du Dir nicht mehr Bestätigung von Deinen Leuten holen musst, dass Schlussmachen richtig war (aber sich über ihn zu erheben, er sei Deiner nicht würdig, ist arrogant, Arroganz wird sehr gern verwechselt mit Selbstwertgefühl, ist aber eine Schwäche) und dass seine emotionalen Wunden auszukurieren, eben seine Zeit braucht usw..

Wenn einem so ein Mensch begegnet, der einem eine Lernerfahrung beschert, dann ist Deine Reaktion, sich zu fragen, WARUM einem das passiert ist, genau richtig. Dann erfährt man über sich selbst genau das, was einen in Falle gehen ließ, was dann auch verhindert, es nochmal zu tun. Das WARUM könnte verschiedene Gründe haben.

- Es fehlte was, das dieser Mensch gab, z.B. emotionale Zuwendung, Anerkennung für irgendwas, das wichtig ist für "das Opfer", Frauen wollen idR schön gefunden werden, Frauen, die Wert darauf legen, dass sie was im Kopf haben, SCHÖN und KLUG.

- Charakterliches Defizit beim "Opfer". Wer sich für weiser, schöner, bessermenschlicher hält, fällt gern auf Schmeichelei rein und kann nicht erkennen, ob der andere nicht maßlos übertreibt oder sogar manipuliert. Einfach weil dem Geschmeichelten so das Herz aufgeht bei den Worten, dass er alles tun würde, um das viele Gute, das er bei sich sieht, zurückzugeben auf seinen Fan. Man setzt ihm keine Grenze.

Mal noch ein paar Gedanken.
Wenn Du Besserwisser unter der Elterngeneration in Deiner Familie hast, haben die Dich so geprägt, dass Du das an Menschen, die Du meinst zu lieben, weitergeben willst. Damit degradierst Du die aber zu "nicht-auf-Augenhöhe"-Kindern, die Anleitung brauchen, weil Du ihnen wie ein Therapeut oder Lehrer kommst. Es soll ja eine Partnerschaft werden und keine Lehrer-Schüler-Sache. (Aber da Du zu Deinen Eltern usw. aufschaust und sie bewunderst, willst Du das vielleicht auch einfahren bei Partnern.)
Gute Beziehungen halten das aus, wenn einer dem anderen was zeigt und ihm was beibringt. Weil sich einfach keiner egomäßig befriedigt daran, dass er was besser weiß. Sobald Du aber DARAUS Selbstwertgefühl (falsches) ziehst, geht das schief.
Ich sehe auch Rechthaberei. Er soll einsehen, dass ER den Fehler gemacht hat. Bringt Dich nicht weiter mit Dir selbst und den vielleicht schlechten Einfluss Deiner Familie auf Dich und Dein Handeln zu Partnern.

Und die Bez. werden auch nicht geschlossen, weil einer dem anderen so schmeichelt und sich dabei abwertet, aber so klingt mir das aber bei euch. Er hat Dir einfach sehr geschmeichelt und Dich umgarnt, Du hast Dich auf einem Sockel gefühlt und dann erstmal alles gegeben.
Das ist auch ein Geschäftsmodell - finde eine einsame Frau, die keine Anerkennung, kein "du bist schön" usw. bekommt, schmeichle ihr und brauche dann Geld.
 
  • #32
Ich finde nicht, dass du froh sein musst, ihn los zu sein. Das erscheint mir zu hart.
Ich sehe das Problem darin, dass man den Absprung nicht mehr schafft, wenn man sich einmal aus emotionaler Betroffenheit drauf eingelassen hat, sich um einen anderen Erwachsenen kümmern zu wollen, der eigentlich ein PARTNER werden sollte. Weder hat die FS die Kompetenz, sich zu kümmern, noch ist sie neutral gewesen, also ich finde, das kann nur in einer Katastrophe enden, wenn jemand an ihrer Stelle nicht so weit blickt, dass er sich so schnell wie möglich wieder trennt.
Je öfter sie gehört hätte, dass er sich was antäte, wenn sie ginge, umso schlimmer hätte sie in dieser Falle gesessen und ein Leben begonnen, das sie sich so nicht vorgestellt hat. Keine Ahnung, wieviele Leute von seiner Art dann auch noch anfangen zu stalken oder anderweitig rachsüchtig werden. Respektlos in seinen Beleidigungen war er ja schon.
Deswegen schrieb ich, dass sie froh sein kann, dass das so glimpflich abging und sie ihn los ist. Da hätte noch was ganz anderes folgen können.

Es ist keine langjährige Partnerschaft, es war eine kurze Verliebtheit und dann zeigte sich das Problem. In einer langen Partnerschaft, in der einer z.B. depressiv wird, seh ich das anders. Aber ich kenne auch eine Frau, die das zwei Jahre mitmachte und nicht mehr konnte. Die sagte auch, dass sie froh war, dass die Scheidung durchging. Aber da erpresste der Mann sie nicht auch noch emotional wie der Ex der FS.

Ich weiss, es ist schwer jemanden los zu lassen, der eigentlich Hilfe braucht.
...
Aber es ist kein Versagen, wenn du deine eigene Seele beschützt und gesund hältst.
So sehe ich das auch. Aber ich weiß auch, wie lange es dauern kann, bis man an diesen Punkt kommt, wie anstrengend es ist, es loszulassen, und dass sowas das ganze Leben verändert. Man lernt, gar nicht mehr an sich zu denken und ist irgendwann wirklich leer, weil sich alles nur noch um diesen Kranken dreht.
Sowas in einer Beziehung, die ein paar Wochen ganz zauberhaft war und dann SO wurde, ist einfach eine Bürde, die ich keinem Menschen wünsche. Deswegen finde ich gut, dass die FS sich losreißen konnte aus diesem Verantwortungsgefühl.

Ich halte es z.B. auch für eine Energieverschwendung, die junge Frauen in Beziehungen leisten, in denen sie die Bewerbungen für ihre Partner schreiben, weil die zu faul sind, sich was rauszusuchen, oder Arzttermine machen für die Männer, sie dann hinschleifen, die Familienverhältnisse des Mannes ordnen wollen, damit sich alle wieder liebhaben usw.. Bringt niemanden weiter, außer zu erkennen, dass das falsch war, und sich zu fragen, warum man das machte. Hätte man bessere Voraussetzungen gehabt, wäre man in diese emotionale Falle nicht gestolpert.

Und ja, das gibt es alles auch geschlechtlich umgekehrt. Hatten wir hier auch schon als Thread.
 
  • #33
Schau dir mal das Buch an, " Wenn Frauen zu sehr lieben". Da geht es auch im Frauen die in Beziehungen zu Süchtigen leben die Mechanismen werden erklärt.
Viel wichtiger noch du bist gegangen.
Manche bleiben Jahrelang in solchen Dingern und gehen dran kaputt. Du bist ausgestiegen. Dafür kannst du dir auf die Schulter klopfen.