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Griet

  • #1

Schein & Sein. Auch: Partner zum kompensieren des Charakters?

Beobachtungen:
- Wer ganz besonders grossen Wert darauf legt, dass der Partner (oder auch gute Freunde) mit einem besonders warmherzigen Charakter, einem lieben Wesen ausgestattet sind, ist auffallend häufig jemand, dem es doch genau an diesen (guten) Eigenschaften mangelt.
- Wer gerne Vorschriften macht, (seine für richtig empfundenen) Regeln & Gesetz, richtig & falsch, gut & böse "predigt", ist doch oft gerade jemand, der in, für alle anderen klar erkennbaren Situationen, vorherrschende Regeln und Gesetze, völlig schuldunbewusst, zu seinen Gunsten, bricht.
- Wer beharrlich fordert (Empathie, Selbstreflektion), hat in dem Bereich meist wenig zu geben..
- Charakterlich gemeint: Die schlimmsten Frauen haben die tollsten Männer, und umgekehrt..
- Einer liebt und gibt immer mehr als der andere..
- 2 Narzissten stossen sich bereits in der Kennenlernphase ab..

Also, ist es so, dass Menschen - je weiter sie vom Durchschnitt abweichen - ein Gegenstück, -teil suchen (müssen)?
Dass die Guten also von jemandem gesucht, gefunden und genommen werden, der es nicht ist -
Die "Geber" sozusagen von einem "Nehmer"?
Und warum? Bedeutet es Stillstand, wenn 2 liebe Wesen miteinander verbandelt sind, oder sterben die charakterlich Miesen (mit durchaus auch anderen herausragenden Kompetenzen) sonst aus, da sie sich gegenseitig nur die Köpfe einhauen würden..?
Wie sind eure Erfahrungen? Bin gespannt!
 
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Gast

  • #2
Beobachtungen:
- Wer ganz besonders grossen Wert darauf legt, dass der Partner (oder auch gute Freunde) mit einem besonders warmherzigen Charakter, einem lieben Wesen ausgestattet sind, ist auffallend häufig jemand, dem es doch genau an diesen (guten) Eigenschaften mangelt.
- Wer gerne Vorschriften macht, (seine für richtig empfundenen) Regeln & Gesetz, richtig & falsch, gut & böse "predigt", ist doch oft gerade jemand, der in, für alle anderen klar erkennbaren Situationen, vorherrschende Regeln und Gesetze, völlig schuldunbewusst, zu seinen Gunsten, bricht.
- Wer beharrlich fordert (Empathie, Selbstreflektion), hat in dem Bereich meist wenig zu geben..
Interessante These, wo was dran sein kann, aber dagegen spricht, das Gleich und gleich sich sehr gerne gesellt und sich auch nur mit solchen Menschen wohl fühlt.

Wer charakterlich nicht gut ist und der wenig Emphathie usw. hat, hat meistens auch Probleme im Job, im Freundeskreis usw.

Ich habe dagegen erlebt, dass gerade Menschen, die unfreundlich sind, falsch, hinter dem Rücken reden usw. oft einen großen Freundes- und Bekanntenkreis haben, was mich immer wieder gewundert hat. Inzwischen ist mir aber klar, dass viele Menschen nicht hinter die Fassade schauen wollen und ich nicht so einen großen Bekanntenkreis habe, weil ich mit Oberflächigkeit usw. nicht umgehen kann. Ich selber bin leider viel zu tiefgründig.

w
 
  • #3
Um Himmels willen, wo hast Du denn solche Beobachtungen gemacht?

Kann ich für mein gesamtes Umfeld so nicht bestätigen. Zumindest nicht für die die lange zusammen sind. Die besten Beziehungen beobachte ich bei Menschen die in zentralen Punkten wie eben Empathie etc. ähnlich drauf sind.

- Einer liebt und gibt immer mehr als der andere..
Das wäre eine Disbalance- leider viel zu oft aber eine Gute Beziehung ergibt das nicht im geringsten. Und worin bemisst man das?
 
G

Griet

  • #4
Die FS:

Diese meine Beobachtungen sind Extreme und somit einzelner Fälle, da sich die grosse Masse ja in Nähe des Durchschnittes befindet & trifft. Und, da gehe ich konform mit dir, Kalle, dass diese "Mitte" sehr glücklich durch deren Ausgeglichenheit sind - so auch meine Beobachtungen.
Doch gibt es die Menschen, die eben über keinen guten Charakter verfügen. Wir sind nicht alle gleich. Möglicherweise, und mit Glück, können diese diesen Mangel aber kompensieren, - durch viel Geld und einen hohen Status (Männer), oder ein besonders attraktives Äußeres. Und Blenden, da sie brauchen.. Und da sind wir dann meiner Frage, meiner Beobachtung.
 
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Gast

  • #5
Man weiß heute sehr gut, dass sowas mit der Erziehung zusammenhängt. Darüber gibt es viele Bücher.

Eine brav erzogene anhängliche Frau, wird vorzugsweise an einen Betrüger/Ehebetrüger geraten und auch bei ihm bleiben!!... weil sie A) nie gelernt hat, sich zu wehren bzw. aufmüpfiges Verhalten schon von den Eltern frühzeitig im Kindesalter erfolgreich unterbunden wurde B) wenig Selbstvertrauen hat C) sich nicht traut ihre eigene Meinung auf den Tisch zu hauen D) ängstlich vor Bindungsverlust ist/zuviel Abhängigkeit ausstrahlt und das auch schon so im Elternhaus eingebleut bekommen hat.

Ein sehr egoistischer Mann wird sich vorzugsweise eine Frau suchen, die sehr wenig egoistisch veranlagt ist. Eine genauso sture Person würde ihm nämlich genaus schnell wieder abhauen.
 
  • #6
Interessante Frage FS.
Also, ist es so, dass Menschen - je weiter sie vom Durchschnitt abweichen - ein Gegenstück, -teil suchen (müssen)?
Wenn man selbst ein Individualist ist, sollte man einen Partner suchen, der eine ähnlich großzügige Einstellung in Sachen Konventionen teilt und ebenfalls Freude an einer individuellen Ausgestalltung des Lebens hat.
Dass die Guten also von jemandem gesucht, gefunden und genommen werden, der es nicht ist
Die Guten haben leider das Problem, selber nicht so offen zu sein, selber nach einem Guten zu suchen und geraten dadurch oft an die falschen.(Motto: Ich will gefunden werden)

Die "Geber" sozusagen von einem "Nehmer"?
Und warum? Bedeutet es Stillstand, wenn 2 liebe Wesen miteinander verbandelt sind, oder sterben die charakterlich Miesen (mit durchaus auch anderen herausragenden Kompetenzen) sonst aus, da sie sich gegenseitig nur die Köpfe einhauen würden..?
Wie sind eure Erfahrungen? Bin gespannt!
Die „Geber“ einen „Nehmer“? ...Nein, mit geben und nehmen sollte jeder mal dran sein, da es sonst nicht funktioniert, zumindest nicht auf einer langfristig zufriedenstellenden Ebene. Die zwei lieben Wesen sollten natürlich auch nicht zu gleich sein, damit kein Stillstand oder Langeweile die Beziehung einschläfert.


@1
Ich habe dagegen erlebt, dass gerade Menschen, die unfreundlich sind, falsch, hinter dem Rücken reden usw. oft einen großen Freundes- und Bekanntenkreis haben, was mich immer wieder gewundert hat. Inzwischen ist mir aber klar, dass viele Menschen nicht hinter die Fassade schauen wollen und ich nicht so einen großen Bekanntenkreis habe, weil ich mit Oberflächigkeit usw. nicht umgehen kann. Ich selber bin leider viel zu tiefgründig.
w
Da ist etwas Wahres dran, aber das hängt mit der Oberflächlichkeit, der Gesellschaft zusammen und, wenn Du das in so einer negativen Form erlebst, wohl auch mit deinem Umfeld. Die Sorte, die Du ansprichst, sind ja normalerweise die "guten" Smalltalker, die mit jedem schnell ins Gespräch kommen und aufgrund ihrer Offenheit beliebt sind. Aber das heißt nicht in jedem Fall, dass diese Menschen immer so sind, es wird ihnen nur viel leichter gemacht, so zu sein. Wer schnell Kontakte knüpfen kann, wird leicht oberflächlich und nach einiger Zeit wird sich die Spreu vom Weizen trennen.
 
  • #7
Täter suchen sich ihre passenden Opfer.

Viele Beziehungen basieren auf ein Täter/Opfer-Prinzip. (Wobei auch Männer die Opfer sein können.)
z.B. die Männer nutzen das soziale Engagement ihrer Partnerin egoistisch aus.
Oder z.B. die Frau ihren Sex-Appeal beim Mann, der nicht von ihr los kommt.
Oder die Kinder - oder drohen mit der Scheidung - als Erpressung ?
Wirtschaftliche Abhängigkeit - Emotionale Abhängigkeit - usw.

Früher hielt ich sowas für bedauerliche Einzelfälle, relativ zur Gesamtmenge.
Inzwischen entdecke ich immer mehr, wie oft das vorkommt. Und gar nicht so selten, wie anfangs gedacht..
Mein subjektives Fazit: Diese Leute wollen das so, denn sonst würden sie sich ja trennen ?
Beziehungen aus Egoismus und Machtspielchen.

Inzwischen immer unverblümter. Wenn ich (hier) lese, was Frauen bereits bei manchen ersten Dates erleben.
Oder meine letzten Dates sowie Mails. Was eher wie eine Bewerbung war.
Da erkennt man schon erste Beispiele oder Versuche der Machtdemonstration.

Ich habe geglaubt, Beziehungen/Partnerschaften hätten was mit gegenseitiger Liebe, Zuneigung, Achtung, Respekt, Gleichberechtigung und Toleranz zu tun. Scheint ein Irrtum von mir zu sein ?

Lieber bleibe ich (m,51) Single, als ein Täter/Opfer-Prinzip.
Wenn Andere auf sowas stehen - bitte sehr - ich nicht !
 
G

Gast

  • #8
Ein sehr egoistischer Mann wird sich vorzugsweise eine Frau suchen, die sehr wenig egoistisch veranlagt ist. Eine genauso sture Person würde ihm nämlich genaus schnell wieder abhauen.
Was hat Egoismus mit Stursein zu tun? Ich bin z.B. in arbeitsrechtlichen Dingen sehr stur, was mir geholfen hat, meinen Arbeitsplatz zu behalten. Bin ich somit auch egoistitisch? Ja, doch sehr, aber auf gesunde Weise.

Eine Frau, die auf einen egoistischen Mann trifft, ist nicht stur, wenn sie gleich wieder abhaut, sondern sehr klug.

w
 
G

Gast

  • #9
Das Problem ist aus der Wahrscheinlichkeitslehre bekannt: zwei Geschwister, von denen ich im Moment nur eines sehe, und das ist ein Mädchen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß das andere ein Junge ist? Nun, es gibt vier Kombinationen: MM, JM, MJ und JJ, eine davon kann es augenscheinlich nicht sein, also bleibt 2x "es ist ein Junge" und nur 1x "es ist ein Mädchen".

Auf unsere Fragestellung übertragen kommt der Fall, daß bei bekanntem eigenem Charakter der Partner von gegensätzlicher Natur ist, doppelt so oft vor wie die charakterliche Übereinstimmung.

Und doch ist die obige Rechnung ein Scheinbeweis und komplett falsch. Eine korrekte Herleitung wäre zugleich auch für die Griet’sche Frage hilfreich, zumindest im Hinblick auf die Erfolgsaussichten der Suche nach dem gewünschten Gegenstück.
 
G

Gast

  • #10
Liebe Griet,
was du beschreibst mag sicherlich einen wahren Kern haben.
Wie immer laufen diese Dinge unbewusst ab. Man zieht sich an oder stößt sich ab, sucht und findet immer einen Menschen der einen in gewissen Punkten "ergänzt".

Ich glaube aber nicht, dass sich je jemand so klar darüber Gedanken gemacht hat oder seine Partnersuche danach ausrichtet. Etwa mit den Worten: "Ich bin ein Egoist, also suche ich jemanden, der sich das bieten lässt und der nach meiner Pfeife tanzt".
Das wäre doch skurril, oder? Denn dann würde dieser Mensch reflektiert über sich nachgedacht haben und das bewirkt meist Änderung.
Mir fällt aber auf, dass man dieses Muster bei Menschen sehr wohl erkennen kann, sofern man selbst genug Lebenserfahrung hat. Der Betroffene erkennt sein Muster oft nicht. Sofern man damit nicht kann bleibt einem dann nur mehr nachsichtig zu lächeln und sich höflich zurückzuziehen. Den Erklärungen sind sinnlos, er/sie versteht sie nicht.
 
G

Gast

  • #11
Gleich beim Lesen der allerersten Stichpunkte, dachte ich an Narzissmus und Co-Abhängigkeit.

Denn gerade Narzissten (egal ob männlich oder weiblich) werden sich immer den passenden Gegenpart suchen, um sich zu spiegeln. Und ja, 2 Narzissten stoßen sich von Anfang an oder etwas später ab. Sehe ich aus Erfahrung heraus ganz genauso.

In einer gesunden Beziehung kommt so etwas nicht vor, d. h. wenn sich beide auf der gleichen Augenhöhe begegnen; liebevoll und respektvoll miteinander umgehen. Aber leider wird es immer schwieriger jemanden zu finden, der genau diese Eigenschaften - tatsächlich - besitzt.

Sehr interessantes Thema!!

w., 35
 
G

Gast

  • #12
Das stimmt so überhaupt gar nicht. Das gilt nur für solche, die eben kompensation anstreben.

Ich habe pflege werte und da ich relativ gesund im kopf bin, weiss ich, dass es sinn macht gleichgesinnte maenner zu suchen. Und das tue ich auch. Leute mit annaehernd gleichen werten, so wie ich.

28w