• #1

Schafft man es seinem Partner eine länger andauernde Affäre zu verzeihen?

Hallo

Ich bin 43 Jahre, meine Frau 42, unsere Jungs 12 & 17. Ich bin heuer 22 Jahre mit meiner Frau verheiratet und im April hätten wir unseren 25. Jahrestag. Im Februar 2015 bin ich durch Zufall dahinter gekommen, dass meine Frau mit einem gemeinsamen Freund etwas am Laufen hatte. Es dauerte nur ca. drei Wochen bis ich drauf gekommen bin. In dieser Zeit hat sie mich einmal mit ihm betrogen. Sie hat es damit gerechtfertigt, dass sie schon das letzte Jahr nicht mehr so glücklich zu Hause war. Der Grund warum ich versucht habe ihr zu verzeihen ist der, dass ich mich ein wenig mitschuldig an der Situation gefühlt habe. In einer anschließenden Paartherapie habe ich ihr aber auch zu verstehen gegeben, dass die letzten 10 Jahre für mich enorm belastend waren, da bei uns ich derjenige bin der sich meist um alles gekümmert hat, was mich sehr belastet hat. Dadurch konnte ich meiner Frau nicht mehr das Gefühl geben was sie sich von mir erwartet hat weil ich ständig mit dem Lösen von vielen Problemen beschäftigt war. In den letzten drei Monaten fühlte es sich das erste Mal wieder alles so richtig ehrlich und vertraut an. Und dann kam ich abermals durch einen Zufall dahinter, dass sie mit diesem Mann über WhatsApp geschrieben hat und eben auf die anschließende Affäre die letzten Sommer, also nur ein paar Monate nach dem Seitensprung, wieder begonnen hat und bis Ende 2015 angehalten hat.

Obwohl sie mich noch irgendwie geliebt hat war sie im Februar 2015 schon gefühlsmäßig weit weg von mir, deshalb kam auch der Seitensprung zustande. Damals hat sie damit gerechnet, dass ich sie aus dem Haus werfen werde. Da dem nicht so war und ich uns noch eine Chance geben wollte ist sie geblieben und hat sich gegen ihren Seitensprung entschieden. Im Sommer hat er sich dann wieder bei ihr gemeldet und so hat sich dann diese Affäre ergeben. Heute weiß ich, dass Sie diese Ende 2015 beendet hat weil sie für sich gemerkt hat, dass sich wieder was zwischen uns entwickelt. Umso mehr ist sie nun am Boden zerstört, dass ich jetzt alles weiß. Jetzt bettelt sie richtig darum, dass ich ihr vergeben soll. Und es fühlt sich dieses Mal wesentlich ehrlicher an als letzten Februar.

Bin ich stark oder schwach wenn ich ihr diese zweite, noch viel schlimmere, Entgleisung verzeihe. Kann ich mich als Mann da eigentlich noch in den Spiegel schauen.

Ich wäre wirklich dankbar für euer Meinungen und hoffe, dass diese mich weiterbringen können
 
  • #2
Nein!
Nicht verzeihen! Sie soll verlieren, was sie zu verlieren hat - da sie es nicht zu schätzen weiß.
Du verzeihst ihr und sie wird so weitermachen. Sie respektiert und liebt Dich nicht. Ist nicht schön, das so direkt zu hören - ist aber so. Wer liebt, macht so was nicht!
 
  • #3
Im Sommer hat er sich dann wieder bei ihr gemeldet und so hat sich dann diese Affäre ergeben
Wie ist das denn heraus gekommen ? Hat sie es Dir gesagt oder bist Du ein zweites mal drauf gekommen irgendwie ?

Wenn sie es Dir gesagt hat würd ich mir überlegen, ihr noch eine Chance zu geben.

Ich bin aber jemand, der die Dinge strikt trennt: Fremd gehen auf der einen Seite und nichts sagen auf der anderen Seite. Nichts zu sagen ist ein deutlich schwerer Vertrauensbruch und mit diesem Typen hat sie Dich schon einmal verletzt.
 
  • #4
Und es fühlt sich dieses Mal wesentlich ehrlicher an als letzten Februar.
Kann sein, aber ich finde, darum geht es nicht. Sie hat bewiesen, dass sie nichts gelernt hatte, dass es ihr nicht wichtig war mit euch und dass sie es nicht so gesehen hat, dass euch die Sache mit dem Seitensprung in eurer Beziehung irgendeinen Fortschritt gebracht hat bzgl. Wiederannäherung. Sie hat Dich außerdem belogen in so einer Sache, also zugesehen, dass sie ihr eigenes Leben schön macht und sich gefragt, ob sie Dich verlassen soll.

Menschen, die offen und ehrlich sind, sind manchmal überrascht davon, wie andere lügen können und im Nachhinein registrieren sie, dass es leise Töne gab, die schon andeuteten, dass der andere falschspielt. Wenn man der offen-ehrliche Typ ist, kann man meiner Ansicht nach nicht mit einem, der hinter dem Rücken sein Ding macht, zusammensein, weil es viel Konzentration braucht, auf diese leisen Töne zu achten, denn der andere sagt ja nix, wenn ihm was nicht passt, sondern handelt in seinem Interesse, egal was kommt. Das fänd ich für eine Beziehung zu anstrengend. Eure Beziehung dauert nun schon lange. Mir ist klar, dass man das nicht mal eben wegschmeißt, und dann auch noch für was, das Vergangenheit ist. Aber ich würde mich fragen, ob mich jemand lieben kann, der so fies lügt und nur seinen eigenen Vorteil im Kopf hat. Da ist ja kein "wir". Insbesondere, weil nach dem Seitensprung eine Affäre begann, statt an eurer Beziehung zu arbeiten. Warum ist sie nicht gegangen? Weil sie Angst hatte, dass das neue Leben nicht so klappt, wie das alte.
Dieses "nichtwegschmeiß"-Argument kommt auch von Leuten, die denken "was ich habe, ist nicht gerade toll, aber was ich kriege, weiß ich nicht". Und dann abwarten, ob was Besseres vorbeikommt, wie Deine Frau das ja anscheinend auch angetestet hat.
Was mich absolut stört ist, dass Du das alles nur zufällig rausgefunden hast. Wäre der andere mehr bereit gewesen für eine Beziehung oder Deine Frau nicht so gewohnheitsorientiert (für mich kann es nicht Liebe sein, weil sie Dich so belogen hat und auf mich wirkt wie in Angst um Lebensstandard), so wäre sie jetzt nicht mehr bei Dir. Das ist für mich das Ausschlaggebende, dass ich kein Vertrauen mehr hätte.
 
  • #5
Ich finde es nicht so wichtig, ob du stark oder schwach bist und selbstverständlich kannst du dir noch im Spiegel in die Augen schauen.
Das kannst du nicht, wenn du jemanden betrogen, verletzt, geschlagen, dich feige aus dem Staub gemacht hast, wenn jemand deine Hilfe brauchte und dergleichen.
Vergiß diesen ich-bin-ein-ganzer-Mann-Kram. Das ist doch lächerlich.

Wichtig ist, ob du mit der Verletzung umgehen kannst.
Ob du ihr wieder vertrauen könntest.
Ob eure Beziehung jemals wieder eine unbeschwerte Leichtigkeit bekommen könnte.

Meine ganz persönliche Meinung, die mag per se falsch sein und im Einzelfall ganz sicher, ist, dass jemand, der dich einmal betrügt, das immer wieder macht.
Vor allem, wie bei euch, wenn seinem Treiben keine Konsequenzen folgen.

Ihr seid wirklich sehr jung zusammen gekommen. Wahrscheinlich warst du der erste Mann im Leben deinen Frau und wahrscheinlich viele Jahre der einzige.
Möglicherweise hat sie sowas wie eine Midlifecrisis; 'war das wirklich schon alles ?'
Ich kenne das von mir und habe das sehr stark ausgekostet, allerdings war ich single und habe daher niemandem damit weh getan. Ich war 41, genau wie deine Frau im letzten Jahr.

Möglicherweise ist eure Zeit schlicht um.
Ohne, dass irgendjemand Schuld hat.

w 48
 
  • #6
Hallo Berti,

und meinst Du dann, dass es sich beim dritten Mal nochmal ehrlicher anfühlt, wenn sie Dich um Verzeihung bitten wird?! Wenn Du im Sommer 2016 mal wieder für drei Wochen lang ein bisschen eingespannt bist und Sie ihre Affäre dann doch wieder aufwärmt?

Und es sich dann beim vierten Mal - im Winter 2016 - nochmal um einiges ehrlicher anfühlen wird? Wenn Du mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt bist und sie sich den Nikolaus zur Bestätigung ins Bett holt?

Ich habe mal eine interessante wissenschaftliche Studie gelesen, in der betrogene Männer und Frauen befragt wurden, wie lande sie brauchten, um den Seitensprung Ihres Partners ganz offen und ehrlich komplett zu vergessen.
Das Ergebnis:
Frauen brauchen im Durchschnitt 17 Jahre lang, um einen Seitensprung ihres Mannes zu vergessen.
Und Männer?
Männer vergessen einen Seitensprung NIE!

Jetzt ist es Deine Entscheidung: ob Du weiterhin mit Deiner Frau zusammen bleiben möchtest. Ihr verzeihen wirst Du irgendwann vielleicht können, vergessen wirst Du das Ganze mit ihr leider nie.

PS: Sie ging tagsüber mit Dir, lieber Berti, zur Paar-Therapie, um ihre Affäre zu verarbeiten? Und abends hatte sie dann wieder heißen Sex mit diesem Mann? Einfach echt unglaublich!

Liebe Grüße

yellow bee
 
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W

wahlmünchner

  • #7
Puh, das it harter Tobak. Eigentlich wünsche ich jedem Paar nur, dass es gemeinsam glücklich wird/bleibt.
Sie hat dich belogen und betrogen, da hast du keine Schuld. Niemand hat sie dazu gezwungen. Sie hatte auch die Chance zu sagen, dass ihr eure Beziehung gerade so nicht gut tut, statt fremd zu gehen.
Es muss nicht das Ende einer Beziehung sein, wenn einer fremd geht. Ob sich allerdings das Vertrauen wieder einstellen kann, die Liebe, der Respekt voreinander? Das könnt nur ihr zwei entscheiden.
Selten gibt es Paare die danach weiter und wieder glücklich zusammen sind, leider gibt es mehr Paare, bei denen das Fremdgehen, der Todesstoß für die Beziehung war.
 
  • #8
Grundsätzlich hast du ja schon erkannt, dass das Fremdgehen deiner Frau nur das Symptom, aber nicht die Ursache für eure Krise ist. Die Frage, ob du dann noch "als Mann, in den Spiegel schauen kannst" bzw. ob du schwach ode stark bist, wenn ... , würde ich an deiner Stelle mal hintenanstellen, weil es geht doch nicht um deine Außenwirkung oder darum, wie es andere sehen. Es fühlt sich für DICH ehrlich an und ihr habt euch wieder angenähert. Vermutlich, weil ihr an den Ursachen eurer Krise arbeitet? Macht ihr noch Paartherapie? Nach 25 gemeinsamen Jahren würde ich das Symptom als hilfreiche "Keule" ansehen und weiter an der Ursache arbeiten anstatt hinzuschmeißen.
 
G

Ga_ui

  • #9
Die Problematik ist: Affären sind spannend und bleiben spannend. Vielleicht habt ihr eine Weile eine gute Zeit, dann kommt in ihr aber wieder Wunsch nach einer Affäre auf.
Euer Sexleben ist schlichtweg nicht gut, nicht befriedigend für sie und wird auch nicht besser, wenn sie ständig Alternativen suchst.

Die zweite Problematik ist: Wenn du ihr verzeihst, wertschätzt sie nicht das, was sie hat!

Ich sage gerne, was kostenlos ist, ist nichts wert. Auch Liebe muss man sich erst verdienen.

Es gibt etliche Menschen da draußen, die niemals betrügen würden und keinen Partner haben und sich sehnlichst wünschen, geliebt zu werden, warum muss man als immer wieder den Fremdgehern eine Chance geben? Ich verstehe die Unfairness dieser Welt nicht!

Hör auf, deine Frau so hoch und heilig zu loben - für gar nichts!
 
  • #10
Der Grund warum ich versucht habe ihr zu verzeihen ist der, dass ich mich ein wenig mitschuldig an der Situation gefühlt habe. In einer anschließenden Paartherapie habe ich ihr aber auch zu verstehen gegeben, dass die letzten 10 Jahre für mich enorm belastend waren, da bei uns ich derjenige bin der sich meist um alles gekümmert hat, was mich sehr belastet hat. Dadurch konnte ich meiner Frau nicht mehr das Gefühl geben was sie sich von mir erwartet hat weil ich ständig mit dem Lösen von vielen Problemen beschäftigt war.
Du schreibst, dass du die letzten 10 Jahre sehr schwer belastet warst, du das meiste gemacht hättest. Auch schreibst du, du wärst der einzige ,der sich darum gekümmert hat, alle Probleme zu lösen. Warum nur du und nicht auch sie, als wärest du Single?

Ich dachte immer in einer Partnerschaft lösen die Paare die Probleme gemeinsam, sie suchen gemeinsam nach Lösungen und sie unterstützen einander. Oder handelte es sich dabei nur um berufliche Probleme, wobei sie dir gar nicht helfen konnte? Oder waren es Probleme, die die gesamte Familie betraf und sie einfach untätig zusah?

Es gibt Frauen die überfordert mit ihren Kindern und dem Familienleben sind und sozusagen fast nicht lebensfähig und nur der Partner regelt alle familiären Angelegenheiten: vom den Versicherungen über die Steuererklärung bis hin zum Kauf einer Waschmaschine, weil der andere sich gar nicht darüber kümmern will mit dem Argument, er könne das nicht, obwohl er es könnte bzw. lernen könnte.

Könntest du uns uns darüber schreiben, was dich so sehr belastet hat und deine Frau deine Bemühungen, um Lösungen zu finden nicht sehen wollte? Dass sie sich sogar wie ein kleines vernachlässigtes "Kind" fühlte, welches in die Küche ging und "heimlich Schokolade" naschte, um sich zu trösten, weil "Papi" keine Zeit für Aufmerksamkeit hatte?

Wenn das so zutrifft, dann musst du auch in Zukunft damit rechnen, dass sie wieder Affären beginnt auch mit anderen Männern (wenn nicht mit diesem), sobald du wieder eingebunden bist.
 
  • #11
In einer anschließenden Paartherapie habe ich ihr aber auch zu verstehen gegeben, dass die letzten 10 Jahre für mich enorm belastend waren, da bei uns ich derjenige bin der sich meist um alles gekümmert hat, was mich sehr belastet hat. Dadurch konnte ich meiner Frau nicht mehr das Gefühl geben was sie sich von mir erwartet hat weil ich ständig mit dem Lösen von vielen Problemen beschäftigt war.
Pfff..... Quark.

In meiner ersten Ehe habe ich auch ständig alles geregelt, meinem Ex durch erstes und zweites Staatsexamen geholfen (nein, nicht harmlos Lehrer) und was war das Resultat? Als er glaubte Oberwasser zu haben, fing er an zu treten und zu tyrannisieren.

Leider hatte ich mein Gehirn und meine Ellbogen nicht im Kreissaal gelassen, es begann ein 1a Krieg, bis ich mich endgültig heraus zog. Weißt Du, wen er sich danach als Partnerinnen suchte? Liebe kleine Hascherl, die zu ihm hoch sahen und noch den letzten Quatsch toll fanden. Er gab viel später sogar zu, dass er solch eine Frau braucht. (Inzwischen langweilt sie ihn fast zu Tode, er freut sich wie Bolle wenn wir uns sehen, auch wenn wir nur streiten)

Wenn Du zu viel tust, erntest Du nur einen Tritt. Lass das. Such nicht nach Harmonie, mach Dein Ding, sei auch mal unterwegs, wenn es eigentlich nicht so gut passt. Lass die Dame hinter Dir her laufen, lass sie sich bemühen, lass sie sich mal richtig Mühe geben. Vielleicht habt ihr noch eine Chance.
 
  • #12
Jeder, absolut jeder, der sich nicht traut, seine Ehe zu beenden, sagt seinem Ehepartner, dass er ihn noch liebt, obwohl er eine Beziehung zu einem anderen hat / hatte / haben wird. Es ist eine Notlüge, ich glaube, dass Du das weißt. Ihre Gefühle sind woanders. Du solltest das nicht mitmachen.
 
  • #13
In einer anschließenden Paartherapie habe ich ihr aber auch zu verstehen gegeben, dass die letzten 10 Jahre für mich enorm belastend waren, da bei uns ich derjenige bin der sich meist um alles gekümmert hat, was mich sehr belastet hat. Dadurch konnte ich meiner Frau nicht mehr das Gefühl geben was sie sich von mir erwartet hat weil ich ständig mit dem Lösen von vielen Problemen beschäftigt war.
Deswegen bin ich kein Freund der Paartherapie.

Münzwurf:
Kopf du verlierst, Zahl sie gewinnt. So ist Paartherapie auch.

Wenn du zu viel ackerst, bist du Schuld, daß sich deine Frau vernachlässigt fühlt, wenn du zu wenig ackerst, fühlt sich deine Frau auch vernachlässigt. Hauptsache der Mann ist Schuld. Was ist mit deinen Gefühlen? Deinen Wünschen? Die Vernachlässigung durch deine Frau? Ist wahrscheinlich nicht zur Sprache gekommen. So ein Zufall aber auch.

Die richtige Antwort wäre gewesen:

Die Frau investiert auch mal etwas in die Partnerschaft und fängt an
Probleme zu lösen.

Trenn dich von der Frau und lies "therationalmale".
 
  • #14
Grundsätzlich hast du ja schon erkannt, dass das Fremdgehen deiner Frau nur das Symptom, aber nicht die Ursache für eure Krise ist. Die Frage, ob du dann noch "als Mann, in den Spiegel schauen kannst" bzw. ob du schwach ode stark bist, wenn ... , würde ich an deiner Stelle mal hintenanstellen, weil es geht doch nicht um deine Außenwirkung oder darum, wie es andere sehen. Es fühlt sich für DICH ehrlich an und ihr habt euch wieder angenähert. Vermutlich, weil ihr an den Ursachen eurer Krise arbeitet? Macht ihr noch Paartherapie? Nach 25 gemeinsamen Jahren würde ich das Symptom als hilfreiche "Keule" ansehen und weiter an der Ursache arbeiten anstatt hinzuschmeißen.
Das ist ja auch so ein Klassiker. Die Frau geht fremd - und es ist ein Symptom einer Beziehungskrise, an der dann dem Mann ein eher größerer als kleinerer Anteil zugeschrieben werden kann. Fehlt nur noch das "Vernachlässigungsargument"...
 
N

nachdenkliche

  • #15
Wenn Du zu viel tust, erntest Du nur einen Tritt. Lass das. Such nicht nach Harmonie, mach Dein Ding, sei auch mal unterwegs, wenn es eigentlich nicht so gut passt
So ists..zu nett sein ist nicht sexy, das habe ich auch gelernt..Ich war in meiner letzten Beziehung (das ist allerdings nicht nur da der Fall gewesen) immer nur die nette, verständnisvolle Harmonie - Tante, die immer nachgefragt hat, ob alles in Ordnung ist, wie das Befinden ist..usw... Habe mich reingehängt und diese Beziehung am Laufen gehalten, ihm mit Geld ausgeholfen...Naja, jetzt ist es ein Ex!
Lieber FS, zeige Deine Zähne, gib ihr nun nicht mehr diese Sicherheit, dass Du immer da bist für sie. Das macht faul..und Dich reizlos für sie! Alles Gute!
 
  • #16
Hättest Du schon beim erstenmal gepostet, hätte ich Dir zur sofortigen Trennung / Scheidung geraten, obwohl ich bei "Problemchen" eher zum Gegenteil rate. Warum? - "sie tun es immer wieder", oder "die Katze lässt das Mausen nicht".

Dein zweite große Fehler war auf die frauentypische Taktik hereinzufallen, Dir eine "MItschuld" andichten zu lassen. Wenn ein Mensch - mit einem Funke Ehre im Leib - sich in einer Partnerschaft unglücklich oder in einer Krise befindlich fühlt, sollte das Problem kommuniziert und gemeinsam gelöst werden. Trennung wegen Inkompatibilität ist eine, Fremdvögeln absolut keine, sondern erbärmlich, billig und nicht zu rechtfertigen.

Mir persönlich würde schon ein einziger Betrug reichen, im Wissen daß ein solcher an mir bis zu meinem Lebensende "nagen" würde und sehe mich daher in der von @yellow bee erwähnten Studie vertreten.
Damals hat sie damit gerechnet, dass ich sie aus dem Haus werfen werde.
Das würde ich jetzt konsequent und ohne ein Wort der Diskussion sofort ohne Rücksicht auf Verluste nachholen.
 
  • #17
Berti,
Verzeihen ist immer gut.Denn nur wer verzeiht hegt keinen Groll.
Aber ich würde sofort und konsequent deiner Frau die rote Karte zeigen. Ich könnte meinen Schniedel nicht mehr hochbekommen bei der wenn ich du wäre.
Ich bin der Meinung das wenn Menschen sich nicht trennen obwohl nix mehr läuft oder man einfach nicht mehr glücklich zusammen ist,hängt es meistens nur an der Kohle,dem Haus oder der Rente oder sonstigem materiellem Scheiß. Bei dir könnte man meinen das du der Alten hörig seist. So ein Trottel der einer Hure hinterherläuft.
Vielleicht ist Melodie mal wieder hart ,aber wenn du genau nachdenkst möchte ich nur ein wenig an deinen Selbstwert appellieren der bestimmt noch irgendwo schlummert.
Sei endlich der Mann der du sein willst .Deine Frau verarscht dich nur.
 
  • #18
Hallo Berti, letztendlich kann darüber nur dein Gefühl entscheiden. Du musst dich ja nicht gleich trennen, sondern kannst gucken, wie es dir mit dem neuen Wissen geht. Kannst du das Vertrauen zu ihr wieder wachsen lassen? Wenn ja ist das großartig (sofern sie sich jetzt entsprechend verhält) und wenn nein, ist das auch völlig in Ordnung, denn die Verletzung ist massiv (und sie ist das Risiko der Trennung durch ihr Verhalten selbst eingegangen). Ob dein Wunsch, ihr zu vertrauen, wachsen kann, können wir auch nicht wissen - du musst dich da auf dein Gefühl stützen. Wenn du es jetzt noch nicht weißt, gib dir vielleicht innerlich ein halbes Jahr. Du kannst die Zeit vor allem auch nutzen, um dir darüber klar zu werden, was du in der Beziehung noch brauchst - denn es scheint mir, als habest du (aus Pflichtgefühl? Aus Gewohnheit?) auf vieles verzichtet. Schuldgefühle sind keine guten Ratgeber. Du musst dich gut um dich selbst kümmern und dich auch von dem Anspruch lösen, so etwas wie ein perfekter Ehemann sein zu wollen. Und du musst klar wissen, was deine Bedürfnisse sind und diese auch kommunizieren. Vor allem müsst ihr also reden, reden, reden.... Viel Glück!
 
  • #19
Hi berti,
da ist viel Stoff drin. ich beschränke mich auf das wesenltichste, das mir auffällt.
Du erscheinst mir wie ein klassischer "Kümmerer" (sonst meist eine Frauenrolle). Tust alles, hast Verständnis für alles. Du findest sogar auch selber noch Entschuldigungen und Rechtfertigungen für das Handeln deiner Frau - selbst das nimmst du ihr ab!

Gestehst du ihr denn überhaupt eine Eingenverantwortung für ihr Leben zu? Ehrlich? Verantwortlichkeit für ihre Entscheidungen und alle Konsequenzen ihres Handelns tragen zu müssen und auch zu können?
Verzeihst du denn tatsächlich? Oder geht es eher um ein "drüber hinwegsehen". Und geht es dir wirklich darum? (siehe unten)

Und was mir auch auffällt: du bist die ganze Zeit bei ihren Emfpindungen/gründen oder dden (mutmaßlichen) Empfiindungen Dritter. Ich lese deinen Eröffnungsbeitrag jetzt zum vierten Mal und habe keine Ahnung, was du eigentlich empfunden hast, als du diese Dinge rausgefunden hast oder wie du derzeit empfindest? Spielt das für dich überhaupt eine Rolle?

Und: Du fragst dir unbekannte Menschen (uns), ob DU DIR noch in DEINE Augen wirst sehen können?

Übrigens: Dem Partner alles zu "entschuldigen", selbst solche schweren Dinge, ohne dass er etwas dafür tun muss, ist nicht so selbstlos, wie es vordegründig scheint. Ich kenne diese Tendenz übrigens auch von mir (auch wenn ich keine solchen schlimmen Dinge erlebt habe). Es war starker Tobak, den ich da von eingen sehr weisen Menschen bekommen habe, aber er war es wert, es anzuschauen. Kurzfassung: Du willst stets der "Heilige" sein. Sie bleibt tief in der Schuld. Da ist eine große Schieflage in eurer Beziehung und hier braucht es Ausgleich. Für beide! Sie fühlt diese Schuld, zumindest unbewusst, und Schuld ist eines der am schwersten zu ertragenden Gefühle! Solange du ihr keine Möglichkeit einer Wiedergutmachung, eines Ausgleiches gibst, wird die ungute Dynamik bleiben und wachsen. Solange du in der Position des "Heiligen" bleiben willst, zwingst du sie in die Rolle der ewig Schuldigen (dir gegenüber) und nimmst ihr jegliche Chance je wieder ebenbürtig zu werden in der Beziehung.

Lass das mal wirken auf dich; dein erster Impuls wird vermutlich Unverständnis oder Widerspruch sein. Aber es ist viel Wahrheit darin.

Ob eure Beziehung noch zu "retten" ist oder ob das überhaupt erstrebenswert für dich/euch ist, steht auf einem anderen Blatt. alles gute euch! m/43
 
  • #20
Du fragst zwar, ob man eine lange Affäre verzeihen kann.
Ich meine Deine eigentliche Frage ist aber, ob Du mit ihr zusammen bleiben sollst oder Dich besser trennst.

Und wenn es um Trennung oder Bleiben geht, lese ich aus Deinem Text, dass Du Dir grundsätzlich vorstellen kannst, in der Beziehung zu bleiben. Aber wie sieht es bei Deiner Frau aus? Zu Eurer Ehe gehören zwei.
Meinst Du, Deine Frau will künftig eine monogame Ehe mit Dir führen? Kannst Du ihr das glauben?
Angenommen sie will zwar in der Ehe bleiben, aber sich und auch Dir Nebenbeziehungen erlauben... wäre das ein Weg für dich?

Hier wird oft über die Paartherapie geschimpft. Ein Erfolg der Paartherapie kann aber sein, dass ein Paar feststellt, dass die Lebensweg jetzt in verschiedene Richtungen führen und man sich besser trennt.
 
  • #21
Ich bin echt überwältigt von so vielen Meinungen. Es ist sehr schwer eine so komplexe Situation in 2500 Zeichen zu erklären. Auf jeden Fall bin ich echt beeindruckt, dass sich so viele Menschen die Zeit nehmen und wirklich so ehrlich, ausführlich und niveauvoll ihre Meinung zu all den unterschiedlichen Problemen in diesem Forum mitteilen. Es war mir von vorn herein eigentlich ganz klar, dass sich die Mehrheit der Beiträge mit der Trennung beschäftigen werden. Trotzdem finde ich es für mich unbeschreiblich wichtig auch Beiträge zu lesen die sich auch mit einer möglichen gemeinsamen Zukunft beschäftigen. Ehrlicherweise hätte ich vor einem Jahr jedem in meiner Situation geraten das Ganze so schnell wie möglich zu beenden. Wenn man allerdings dann selbst in so einer Krise steckt sieht alles plötzlich ganz anders aus. Was habe ich damit gemeint, dass ich den Großteil der Aufgaben bei uns übernommen habe? Meine Frau hat die meiste Zeit als Vollzeitkraft im Einzelhandel gearbeitet. Meine Arbeitszeit war aufgrund von der Möglichkeit einer Gleitzeit flexibler. Es fing dann halt an, dass ich gekocht habe, weil ich eben immer sehr viel früher zu Hause war. Auch habe ich dann begonnen viele Aufgaben im Haushalt zu übernehmen, weil ich eben da war und meine Frau noch gearbeitet hat. Das selbe ergab sich dann mit der Freizeit (Fußball) der Kinder und auch den schulischen Belangen. Als dann meine Frau 2008 an einer speziellen Art von Rheuma erkrankt ist und sie fast sechs Monaten nicht wirklich für uns Ansprechbar war habe ich dann so ziemlich alles übernommen. Sicherlich hat sie mich dabei unterstützt. Aber mit der Zeit wurden mir die Belastung zu viel und dadurch wurde ich oft gereizt und launisch. Im Zuge unserer Therapie ist mir wieder eingefallen, dass sie mir öfters versucht hat zu sagen, dass sie so wie ich mich verändert habe nicht mehr wirklich glücklich ist. Ich habe es eben nicht wahr genommen. Ich habe viel gelesen über Treue, Liebe & Fremdgehen. Ich war ehrlich überrascht, dass es so häufig geschieht. Ich kann ihre Reue jetzt (nicht wirklich vor einem Jahr) wirklich fühlen. Ich klammere mich einfach daran mir einzureden, dass wenn wir beide das nochmals hinbekommen und vielleicht noch viele Jahre gemeinsam glücklich verbringen können. Was sind dann vielleicht in Summe drei schwierige Jahre in 30 Jahren. Das mag für viele vielleicht blauäugig rüberkommen, aber genauso wie ich für eure ehrlichen Meinungen dankbar bin, versuche ich auch nur ehrlich zu sein.
 
  • #22
Hi berti,

Schau dir mal bitte genau an wie es zu dieser Schieflage bei euch eigentlich kommt, im Alltag! (Das kannst nur du, ich interpretiere sonst womöglich etwas hinein, was nicht da ist)
Will/Kann sie tatsächlich nicht mehr geben? Oder willst du (inzwischen) gar nicht mehr nehmen von ihr ?! Wäre wichtig, das genau anzusehen. Es wäre ein bedutsamer Ansatzpunkt - falls du ihr möglicherweise gar nicht erlaubst, mehr zu geben. (Natürlich nicht per "verbieten". Aber indem du z.B. Dinge einfach übernimmst, die sie durchaus auch machen könnte.)
Wenn einer ständig mehr gibt als er zu nehmen bereit ist, tut er der Beziehung nämlich ganz und gar keinen Gefallen, so selbstlos er sich dabei auch subjektiv-ehrlich fühlen mag!

Ich frage dich das, weil ihr Seitensprungdas möglicherweise sogar eine indirekte Folge dieser starken Schieflage im Geben und Nehmen zwischen euch sein könnte - das kann ich aus der Ferne aber selbstverständlich nicht beurteilen; außerdem bin ich nun wahrlich kein Therapeut.

Welche Veränderungen an dir haben ihr denn nicht gefallen?
 
  • #23
Das ist ja auch so ein Klassiker. Die Frau geht fremd - und es ist ein Symptom einer Beziehungskrise, an der dann dem Mann ein eher größerer als kleinerer Anteil zugeschrieben werden kann. Fehlt nur noch das "Vernachlässigungsargument"...
Ich habe nicht geschrieben und auch nicht gemeint, dass dem Mann ein eher größerer als kleinerer Anteil zugeschrieben werden kann und das "Vernachlässiggungsargument" ist Humbug. Fremdgehen und Betrügen/Belügen -egal ob Männlein oder Weiblein- ist meiner Meinung nach in der Regel das Symptom, nicht die Ursache. Aber es ist ein guter Zeitpunkt (wenn auch ein später), um an den Ursachen zu arbeiten, ohne Schuldzuweisungen. Ich finde die Einstellung vom FS gut, dass er dass nochmal versuchen möchte hinzukriegen - wenn seine Frau das auch wirklich will, stehen die Chancen nicht schlecht. Vielleicht sitzen sie tatsächlich am 30. Jahrestag zusammen und sind froh, dass sie eine heftige Krise gemeinsam gemeistert haben.
 
  • #24
Hi Berti, ich kann AufdrSuche (beiden Posts) nur beipflichten. Mit fällt noch dazu ein: Du möchtest eigentlich in der Beziehung bleiben und deiner Frau eine Chance geben, so viel wird deutlich. Und du willst offenbar wissen, ob das für dich möglich bzw realistisch ist. Warum möchtest du denn in der Beziehung bleiben? So eine Krise ist immer auch eine Chance, mal genau hinzusehen. Was verbindet euch eigentlich, außer einer langen gemeinsamen Geschichte und den Kindern? Lacht ihr noch zusammen, teilt ihr eure Gefühle, macht ihr was zusammen etc. - was genau ist da noch zwischen euch außer der Macht der Gewohnheit? Das sollen keine rhetorischen Fragen sein. Ich weiß nicht genau, warum ich den Eindruck habe, aber du kommst so rüber, als bräuchtest du ihre Bedürftigkeit (einerseits) und anderseits nimmst du sie ihr auch übel. In meinen Augen ist das keine Liebe, sondern Brauchen. Sie wiederum hat offenbar gemerkt, dass sie dich (vermutlich im materiellen Sinne) mehr benötigt als den anderen. Für mich klingt das alles nicht so super. Ich glaube schon, dass es möglich wäre, dass ihr noch einmal zueinander findet (und nicht nur notdürftig kittet), aber es wird vermutlich ein steiniger Weg und setzt voraus, dass sie sich genauso sehr um Änderung bemüht wie du - und ist sie dazu bereit? V. a. muss sie Verantwortung übernehmen für sich und die Beziehung. Du hast absolut keine Schuld an ihrem Fremdgehen. Dich zu hintergehen anstatt offen zu kommunizieren und am Ball zu bleiben war nicht ok - auch wenn es "normal" ist oder häufig vorkommt, dass Partner einander betrügen. Denn das stimmt eben nur für dysfunktionale Beziehungen. Liebende in einer funktionierenden Beziehung betrügen einander einfach nicht. Wenn ihr denn aber noch Verbindendes über die Kinder hinaus findet : Wie genau wollt ihr aber wieder richtig zueinander finden? Mit einem "ich geb dir noch mal ne Chance" ist es ja nicht getan. In eurer Ehe steckt gewaltig der Wurm —und der muss raus. Eure innere Haltung zu einander muss sich ändern, sonst kann sich auch eure Ehe nicht ändern. Aber wie machen. Ich persönlich bin auch nicht für Paartherapie - meiner Ansicht nach sollte sich jeder für sich um seinen Kram kümmern (durchaus auch therapeutisch), dazu gehört nämlich auch herauszufinden, wie man eigentlich genau zur Beziehung steht. Und wichtiger noch : wie man zu sich selbst steht, denn die wichtigste Beziehung führt man mit sich selbst, und alle weiteren leiten sich von dieser ab. I hope this helps!
 
  • #25
Ich möchte noch auf ein paar Fragen von euch eingehen. Als ich es voriges Jahr herausgefunden habe bin ich zufällig darauf gestoßen. Wie ging es mir dabei? Ich dachte mein Herzschlag zerreißt mich. Ich habe gezittert am ganzen Körper und mir war hundeelend schlecht. Es war eine Situation auf die ich nicht vorbereitet war, mit der ich niemals gerechnet habe. Aber Tage später war mir klar, dass ich um diese Liebe kämpfen werde. Dieses Mal war es so, dass ich eher eine sehr große Enttäuschung gespürt habe, als ich gemerkt habe das meine Frau sich nicht gleich zu Beginn des Neustartes richtig in unserer Beziehung hineingehängt hat und an uns geglaubt hat, sondern erst die letzten drei vier Monate. Was fühle ich jetzt. Wenn ich auf mein Herz höre, dann ist trotz allem noch Liebe für sie da, keine Unterwürfigkeit oder Hörigkeit. Sie ist trotz allem noch immer jene Frau mit der ich, trotz Problemen, so viele wunderbare Dinge in den letzten 25 Jahren erlebt habe. Auch im letzten Jahr haben wir viel gemeinsam unternommen, (Konzerte, Schiffsfahrten, Kino, Therme) Nächste Woche wollten wir uns zum Tanzkurs anmelden.Auch Konzertkarten usw. hatten wir schon für die nächsten Monate. Obwohl sie mir sagt, dass sie mich immer geliebt hat, dass Sex nie das Problem war (ich denke das kann ich beurteilen) sie sich in meiner Nähe wohl fühlt, weiß sie nicht warum sie sich nochmals auf den anderen eingelassen hat. Genau das kann ich nicht verstehen. Sie würde gerne alles rückgängig machen wenn es irgendwie ginge. Im übrigen sind wir (ich schon länger) in einer Einzelpsychotherapie. Meine Frau hat mir sofort angeboten sich eine Wohnung zu suchen um mir die Zeit zu geben die ich brauche. Wollte ich aber nicht. Sie wohnt immer noch bei mir und den Kinder nund schläft auch im selben Bett. (nur spielt sich nichts ab, nicht weil wir vielleicht nicht wollten sondern weil es im Moment nicht das wichtigste ist für uns) So denke ich, ist es möglich immer wenn Bedarf da ist darüber zu reden und heraus zu finden wie viel Liebe jetzt noch da ist. Was liebe ich an ihr? Es ist ihre positive Art mit Dingen umzugehen. Ich liebe sie als Mensch, ihre Ausstrahlung, ihre manchmal naive Art, ich liebe ihre Berührungen. Es klingt kitschig aber wenn man nach über 20 Jahren noch Bauchkribbeln hat sagt das doch wohl Einiges. (Und das gilt für Beide) Deshalb kann ich das Ganze ja nicht verstehen. Ich hab auch die Angst dass ich diese Bilder mit ihr und ihm nicht mehr aus dem Kopf bekomme.
 
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  • #26
Eins vorweg: Ich bin nicht Du und hätte mich von der Frau längst getrennt.

Ich habe mir beide Kommentare von dir durchgelesen und was nicht herauskommt: Wie fühlst Du dich dabei? Was sind deine Bedürfnisse, außer dass Du einen kaputten Status Quo aufrechterhalten möchtest und hoffst, dass es so wie früher wird. Glaubst Du, bei einem zweifachen Treuebruch, dass deine Ehe wieder so wie früher wird?

Hoffnungslos ist etwas nie, wenn beide es wollen. Bei deiner Frau habe ich so meine Zweifel, dass sie es wirklich will. Gut, einmal fremd gehen in einer schwachen Stunde kann passieren. Aber nachdem es rausgekommen ist und sie das ein zweites Mal gemacht hat und das über einen längeren Zeitraum: Da fehlt zum einen der Respekt und zum anderen scheint ihr eure Ehe nicht mehr so wichtig zu sein.

Was ist mit den Aufgaben? Hast Du die so weiter behalten, nachdem sie ihre Krankheit überwunden hat? Hat sich seid 10 Jahren nichts geändert? Das klingt so durch.

Dein Selbstbewusstsein erscheint mir sehr klein. Du erzählst nur, was Du falsch gemacht hast. Wir sind alle Menschen und jeder ist weit davon entfern, perfekt durchs Leben zu gehen. Aber hier sind Ansätze, wo deine Frau anscheinend aus der Verantwortung ist und Du mit dir alles machen lässt, weil Du so viel verkehrt machst??

An deiner Stelle würde ich sie erstmal rausschmeissen und dann schauen, ob und wie sich etwas neu entwickelt, wenn Du das nach reiflicher Überlegung wirklich möchtest. Das Ende absolut offen halten und ich würde sogar so weit gehen, mich zwischenzeitlich mit anderen Frauen zu treffen. Einfach mal schauen, ob das Leben etwas mehr zu bieten hat, als eine wiederholt fremdgehende Frau. Aber wie am Anfang geschrieben: Du bist nicht ich. Nur: Nimm dein Leben in die Hand und ändere das, was für dich unerträglich ist. Es wird nicht wieder so sein wie früher. Keine Chance.
 
  • #27
Obwohl sie mir sagt, dass sie mich immer geliebt hat, dass Sex nie das Problem war (ich denke das kann ich beurteilen) sie sich in meiner Nähe wohl fühlt, weiß sie nicht warum sie sich nochmals auf den anderen eingelassen hat.
Das ist der Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit. Natürlich weiß sie, warum sie sich wieder mit ihm getroffen hat, ABER sie will es dir nicht sagen. Weil sie Angst vor deiner Reaktion hat, weil sie feig ist, weil weil weil.
An deiner Stelle würde ich DIESE Antwort einfordern, egal wie verletzend sie für dich vielleicht ist. Verletzt bist du ja sowieso schon.
Wenn sie aber zu dieser Ehrlichkeit nicht fähig ist, dann lügt sie weiter.
 
  • #28
Natürlich weiß sie, warum sie sich wieder mit ihm getroffen hat, ABER sie will es dir nicht sagen. Weil sie Angst vor deiner Reaktion hat, weil sie feig ist, weil weil weil. (....)
Wenn sie aber zu dieser Ehrlichkeit nicht fähig ist, dann lügt sie weiter.
Das muss nicht unbedingt stimmen. Vieles passiert unbewusst - man will eigentlich nicht auf eine bestimmte Weise handeln und macht es doch. Das ist mitunter wie rechts blinken und links abbiegen. Man kann innerlich entzweit sein und nicht klar darüber, was man will, dann macht man mitunter Dinge, die man eigentlich nicht will. Oder man schafft es nicht, Dinge zu tun, die man tun möchte. (Warum sonst sind Zeitschriften voll mit Diät- oder Fitnessplänen, die kaum wem nützen, weil sie beständig abgebrochen werden). Vielleicht weiß sie aber, warum sie dich wieder betrogen hat und wollte dich nicht mit den Details verletzen. Das würde ich eher positiv sehen.

Ich finde es auch sehr positiv, dass ihr euch beide, jeder für sich, therapeutisch kümmert. Berti, dann bist du auf einem guten Weg. Du schreibst vermutlich hier jetzt auch, weil dir die Zeit zwischen den Sitzungen zu lang wird. Das kann ich persönlich sehr gut nachvollziehen. Aber es hilft nichts, du musst die Sache sich entwickeln lassen. Du brauchst Geduld mit dir selbst und Zeit, Zeit, Zeit für deine Antworten, die nur du selbst finden kannst, und wirst hier nicht die Antwort lesen, die du eigentlich momentan hören willst, die, so verstehe ich dich, da lautet : " ja, häng dich rein, es klappt! Trotz Kopfkino! "

Es kann klappen. Hilfe habt ihr. Es kann auch sein, dass ihr euch trennt. Wenn ihr es jetzt miteinander versucht, werdet ihr euch vermutlich nach reiflicher Prüfung dafür oder dagegen entscheiden. Direkt und nicht hintenrum. In beiden Fällen wäre für euch beide viel gewonnen.
 
  • #29
Danke berti,
dein Beitrag hat mich sehr berührt. Ich stecke nicht drin im Seelenleben deiner Frau - so wie ja niemand, und du ja auch nicht - aber ich sehe ihren 2.Fehltritt ausnahmsweise bei weitem nicht so kritisch wie andere hier. Und betrachte ich mir deine Schilderungen, dann bin ich sogar ausgesprochen optimistisch für euch beide, so seltsam das für manchen hier klingen mag! Alle deine Beiträge bestärken mich bisher darin.

Ich hatte dir ja schon was geschrieben zum Thema Ausgleich von schwerer Schuld. Wenn der nicht möglich ist und dann dazu noch die weitere "Schuld" aus einer Schieflage im Geben und Nehmen draufkommt, kann das den ohnehin schon "hoffnungslos Verschuldeten" sehr wohl dazu treiben, wieder und sogar noch mehr "schuldig" zu werden. Da sind tiefe, unbewusste Dynamiken im Spiel. Das darf man sich nicht vorstellen wie: "Dem Alten zeige ichs jetzt aber gleich nochmal!" Ganz im Gegenteil!! Seltsamerweise warten nämlich beide Seiten auf diesen Ausgleich, auch wenn sie sich dessen oft gar nicht bewusst sind. Die Seele tut es trotzdem. Nicht nur beim "Opfer", sondern auch beim "Täter". Der Täter möchte seine Schuld loswerden, indem er dafür Sühne leistet. Er spürt: Das ging zu weit. Aber da ihm kein Ausgleich erlaubt wird, sucht er von seiner Seite nach einer Möglichkeit - nur diesmal als das Opfer. Um auszugleichen tut er dem anderen noch einmal etwas Schlimmes an. Auf diese Weise steigert sich der Ausgleich im Schlimmen.
Es geht hier wohlgemerkt immer um Wirkungen und Dynamiken - NICHT um (bewusste) Absichten und Intentionen!
Du siehst das bei euch beiden übrigens gerade wirken: Deine Frau leidet unter dem zweiten Mal mehr als du. Und immer noch. Du warst beim 2. Mal "nur" enttäuscht.

Eine große Hilfe könnte es sein, wenn du etwas von ihr forderst, das sie wirklich etwas "kostet". Zum Beispiel etwas, worauf du verzichten musstest und das sie dir nicht "gewährt" hat (oder du hast es dir nicht erlaubt wegen ihr). Und sie das als Ausgleich tun lässt. Dann bekommt dein Verzeihen Kraft! Für euch beide. Denk mal was du in dieser Richtung von ihr verlangen könntest.
Wirkliches Verzeihen gelingt auch nur gegenseitig. Zum Beispiel, indem beide nach einem solchen erfolgten Ausgleich auch nicht mehr auf das Vergangene zurückkommen, nicht einmal in Gedanken. Es darf für immer vorbei sein. Denn der Ausgleich ist erfolgt. In Liebe.
Alles gute euch beiden!
 
  • #30
Es ist unglaublich, was ihr alle aus meinen Texten schließen könnt. Wirklich vieles entspricht eigentlich der Tatsache wenn ich genau darüber nachdenke. Ich bin echt schwer beeintruckt. Umso mehr machen mir euer Worte Mut um das Richtige zu tun.

=AufdrSuche=: Es stimmt ich habe viele Dinge übernommen, die sie durchaus auch machen hätte können. Also käme das mit der Schieflage schon sehr nahe. Deinen Beitrag 28 musste ich mir mehrmals durchlesen um ihn wirklich zu verstehen. Es stimmt jetzt leidet sie das erste Mal. Mir ist es voriges Jahr so gegangen, heute überwiegt bei mir die Enttäuschung.

=Rabentochter=:Ja wir haben speziell dei letzten vier Monate wieder sehr viel unternommen und ja wir hatten dabei Spaß und haben auch gelacht. Wir haben fast täglich gekuschelt und euch mehr, deshalb verstehe ich es auch nicht was passiert ist.
Das mit dem rechts blinken und links abbiegen stimmt schon irgendwie. Denn Sie kann es sich selbst nicht erklären, sie wollte es eigentlich nicht, hat es aber trotzdem zugelassen sich einzulullen.
Nach vielen Gesprächen und Spaziergängen mit meiner Frau weiß ich heute, dass er sich fünf Monate nach dem Seitensprung (August) bei Ihr gemeldet hat und ihr gesagt hat wie schlechts ihm wieder mit seiner Frau geht. In den darauffolgenden ca. 3 Monaten (bis Oktober) hatten sie sich mehrmals getroffen. Anfang Oktober hat sie ihm dann erklärt dass sich wieder gefühlsmäßig was zwischen uns entwickelt hat und mit ihm keinen Kontakt mehr möchte. Bis heute gabs dann eben noch einige schriftliche Kontakte. Meine Frau hat mir ehrlich zu verstehen gegeben, dass ihre Gefühle die letzten vier Monate echt waren und sie am liebsten alles Rückgängig machen würde. Sie hat mir sogar angeboten eine Ortungsapp auf ihrem Handy zu installieren damit ich jeder Zeit weiß wo sie ist.
 
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