• #1

Rückschritt in Kennlernphase

Hallo,

Gab es bei euch in der (frühen) Kennlernphase schon mal Zweifel, die auch vom Gegenüber verbalisiert wurden (a la: mag dich wirklich sehr aber vielleicht eher als Freunde; und ein Bedauern, dass nicht mehr Verliebtheit im Spiel ist) und es ist trotzdem noch was draus geworden?

Kennen uns erst seit wenigen Wochen. Sympathie ist auf beiden Seiten da, auch körperlich sind wir uns näher gekommen. Aber diese große Verliebtheit hat sich auf beiden Seiten nicht eingestellt. Von der Denke, Einstellungen, Lebensvorstellungen etc. passen wir aber gut zusammen und ich glaube, dass es grundsätzlich die Basis da ist, dass sich Gefühle einstellen.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr in ähnlichen Sitationen gemacht habt.
Und vor allem, wie ihr mit den eigenen Zweifeln bzw. oder denen des anderen umgegangen seid? Wie und in welchen Tempo, mit welcher Strategie etc. seid ihr die Sache angegangen, um das Ruder noch mal rumzureißen?

Freue mich über ERFAHRUNGSBERICHTE ... bitte KEINE Spekulationen/Meinungen etc.

Danke euch.
 
  • #2
Meine Erfahrung ist, dass sowas eine solide, ernsthafte Beziehung wurde, die lange Jahre dauerte. Ich habe den Mann geliebt, aber ich habe irgendwann festgestellt, dass die sexuelle Übereinstimmung nicht gegeben war. Mir fehlten Leidenschaft und Feuer. Darauf hätte ich aber beim Kennenlernen reagiert, wenn er es gehabt hätte, ist mir später klargeworden.
Also ich kann sagen, dass es eine sehr schöne Beziehung geworden ist, absolut ehrlich, mit viel gleichem Humor, viel gemeinsamer Zeit usw., aber es fehlte was für mich (für ihn nicht, er war total verliebt), was ich aber anfangs nicht erkannte. Wenn Du was Unaufgeregtes suchst ohne Schmetterlinge, Schmerz, Sehnsucht, also eine sichere Zukunft, dann könnte das das richtige sein. Allerdings kommt es drauf an, was Du Dir wünschst, weil - wenn ihr eine Weile zusammen seid und Dir ein Mann begegnet, der Schmetterlinge auslöst bei Dir, dann fragst Du Dich vielleicht, ob Du in der richtigen Beziehung bist. Und wenn es schon Thema war bei ihm, dass ihm das auch fehlt, erwartet er ja auch, dass es mit Verliebtheit anfängt und es könnte auch hier eine andere Frau aufkreuzen.
Ich finde wichtig, wie man sich darauf einstellt, also ob man innerlich weitersucht, weil eben das Verliebtsein fehlte, oder ob man sich ganz auf diese Beziehung einlässt. Ich weiß auch von einer Beziehung, da wurde es zwar nicht thematisiert, aber die waren auch nicht verliebt. Jetzt sind sie sieben Jahre zusammen und verheiratet und passen laut Aussage der Frau perfekt zusammen.
Ich würde so eine Beziehung nicht mehr eingehen und lieber weitersuchen. Aber ich weiß ja nicht, wie Deine Beziehungen bislang waren. Vielleicht passt ihr auch sexuell super zusammen und hattet bislang nur ein oberflächliches Beuteschema, das sich nur an Optik orientiert und dementsprechend mit Projektion zu tun hat. Das legt man ja meist irgendwann ab, wenn man feststellt, dass es viel besser ist, einen kompatiblen Partner an seiner Seite zu haben, der viele Übereinstimmungen in den wichtigen Punkten hat, und dass man selber auch nicht mehr so taufrisch-modelmäßig unterwegs ist.
 
G

Ga_ui

  • #3
Ja, meiner Meinung nach kann jede Frau einen Mann rumbekommen, je länger sie dran "bohrt". Ich habe so bisher auch jeden Mann irgendwie rumbekommen.

Gerade passive/asexuelle/komplizierte Männer sind froh, so jemanden zu haben, der alles in die Hand nimmt, und lieber sowas wie eine beste Freundin zu haben ... aber eine leidenschaftliche Beziehung wird daraus nicht! Meist ist der Sex auch enorm schlecht, wenn überhaupt vorhanden ...

Man kann sich solche komplizierten Situationen auch schön reden. Frauen tun das ja sehr gerne. Man sieht sie - meiner Beobachtung nach - dann häufig mit Ersatzbefriedigungen daheim "spielen": sie sammeln unmengen Kosmetika, womit sie sich den ganzen Tag beschäftigen, kaufen zich Kleider, Schuhe, Schnickschnack. Lenken sich gekonnt ab wie ein kleines Mädchen.

Ich habe das viele Jahre lang auch gemacht mit diversen Männern. Es war ungenügend bis hin zu selbstverletztend.
In solchen Beziehungen läuft man Gefahr, chronisch unzufrieden zu sein, man bekommt Komplexe, sucht ständig den Fehler an sich, und du bist immer der Bettler nach Liebe!

Meine Regeln: Wenn ein Mann sich am Anfang schon so wenig bemüht wie eine schlappe Nudel, dann wird die Beziehung nur Frust und Ausharren für dich! Meistens sind es die Frauen, die aus solchen Beziehungen flüchten, wenn sie endlich mal ihren Selbstwert entdeckt haben!

Ich meine, Liebe wie eine Sturm gibt es fast immer nur im Roman, aber die wahren Tatsachen sprechen für sich: Solche Konstellationen wie deine, sind heute nicht unüblich.

Ich würde mir an deiner Stelle in jedem Fall ein Plan B offen halten. weiter interessante Männer daten. Zumindest Connections und Freundschaften sammeln. Setze dir eine Frist, wie lange du auf diesen Herrn warten willst! 2, 3, 4 Monate, ok! Sitzt du nächstes Jahr aber immer noch an selbem Punkt wie heute, dann vergiss ihn ganz ganz schnell!
 
  • #4
Warum Verliebtheit?
Ich verstehe dies nicht!

Wir leben doch nicht mehr in der Steinzeit!
Damals war dies "logisch" und nützlich.
Männlein und Weiblein sind nicht gerade alt geworden und
Fortpflanzung hatte damals noch ganz andere Prioritäten wie heute. Verlieben & Vermehren. Das war es dann auch schon!

Leider ist es mit der Biologie und den Genen nicht so einfach.
Selbst wenn ein "Partner" toll ausschaut und man sich "nur" in diese Attribute verliebt, bedeutet dies genetisch noch lange nicht, dass dies ein perfekter Partner ist oder dieser gesunde Gene hat!

Klar, dass dies "damals" so war und man auch damals weder Gesetze, Vaterschaftsklagen, Beziehungen noch Sesshaftigkeit und Co. kannte. Zudem starben Steinzeitmenschen einfach schnell weg. Verletzung,Infektion, Alter, Gefressen werden, Kämpfe usw.
Somit war es "damals" klar, dass man sich auf optische Attribute verlassen und sich schnell fortgepflanzt hat. Das musste man!
Somit ergab damals das "Verliebtsein" (Show!) schon Sinn.

Schauen wir uns die heutige Zeit an:
Viele Naivlinge wollen dies 1:1 auf die Neuzeit übertragen und bedienen sich somit auch diversen Ausreden.
Nur, wir leben einfach nicht mehr in der Steinzeit.
Freilich schauen wir hier und da und wir sind auch von bestimmten Menschen (Ausstrahlung, Sympathie, Schönheit, Gestik/Mimik) usw. sofort begeistert. Das mag ja alles so sein und tief in den "Genen" liegen, aber ist dies noch zeitgemäß? Logisch?

Der nächste Aspekt ist ja die "Weiterentwicklung".
Männchen/Weibchen werden älter, das Gesundheitssystem ist zumeist in der westlichen Welt "sehr gut" (Behandlungsmöglichkeiten/Versorgung; nicht das kapitalistische Abzocksystem!) und man wird einfach SESSHAFT.
Soll heißen: Man rauft sich zusammen, gründet eine Familie, verhält sich gebildet und lebt in einer festen, andauernden Partnerschaft 1:1. Das ist die NEUZEIT!

Man ist hin und weg vom "schönen" Partner, denkt nicht nach, hat die rosarote Brille auf und agiert dummblödnaiv.
Ja und dann kommt nach x Tagen, Wochen, Monaten der "ALLTAG" und schon schaut es eben nicht mehr so rosig aus.

Somit wäre es doch viel besser, wenn man die ganze "Show" überspringt, den Menschen "richtig" und "rational" kennenlernt. Dann entsteht mit der Zeit eben echte "LIEBE".
Ohne die rosarote Brille kann man doch viel besser beurteilen,
ob es nach Monaten/Jahren passt oder nicht!
 
  • #5
Als ich meinen jetzigen Freund traf, war es eins von sehr vielen ersten dates, die ich in den vergangenen drei Jahren gehabt hatte.
Wirklich nichts besonderes, aber ich mochte ihn, er gefiel mir und er bemühte sich sehr um mich.
Nach wenigen Treffen ( 3 oder so ) war er sicher, dass wir zusammen sind, hat das so zu seinen Freunden gesagt, mich seinen Eltern vorgestellt usw. Ich war mir da noch gar nicht sicher. Völlig aus dem Häuschen war ich nie, damals nicht und auch nicht zehn Treffen weiter.
Bis heute nicht.
Kein Bauchflattern, Schweißhände, nächtliches Wachliegen o.ä.
Wenn er mir damals die Pistole auf die Brust gesetzt und ein Liebesbekenntnis verlangt hätte, wären wir heute nicht mehr zusammen.

Bei mir stellte sich langsam ein sehr warmes, rundes Gefühl ein. Mir wird warm ums Herz, wenn ich an ihn denke und ich kann mir vorstellen, für immer bei ihm zu bleiben.
Es ist die beste Beziehung, die ich je hatte und ich bin zum ersten mal rundum glücklich.

Das ist also mein ERFAHRUNGSBERICHT, ja, es kann sich etwas sehr langsam aus Gefühlen, die ich eher als Sympathie bezeichnen würde, entwickeln.

Übrigens:
Freue mich über ERFAHRUNGSBERICHTE ... bitte KEINE Spekulationen/Meinungen etc.
Warum willst du das festlegen ? Die User antworten so, wie es ihnen gefällt, das mußt du ihnen schon zugestehen.
Und was hast du davon, wenn jemand das Stilmittel des Erfahrungsberichts nutzt, um seiner persönlichen Meinung damit Gehör zu verschaffen, so wie es die ältere Frau, die auf große, 40-Jährige in Anzügen steht, immer tut.
Ist dir noch nicht aufgefallen, dass sie zu sehr vielen Themen immer jemanden kennt, der etwas genau passendes erlebt hat ?
Ist dir so eine Aussage mehr wert, als wenn sie einfach direkt schreiben würde, dass sie sich das ausdenkt ?
Wir wissen hier doch nie, was wirklich passiert und was erfunden ist.

w 48
 
L

Lisachen

  • #6
Ihr habt euch ja erst vor einigen Wochen kennengelernt. Ich denke schon, dass es zu einer Verliebtheit mit der Zeit kommen kann. Ich habe persönlich es aber bei mir nicht erlebt. Entweder war bei mir ein knall und rauch und liebe auf dem ersten Blick oder es wurde nichts daraus. Ich kann persönlich nur jemanden näher kommen, den ich liebe und sonst geht es gar nicht. Wenn jemand mich anfasst und ich dabei absolut nichts fühle, kann ich auch nicht weitermachen aber meine Großmutter hat meinen Großvater geheiratet ohne ihn zu lieben und daraus wurde auch eine 40 Jahre Ehe, Kinder und Enkelkinder und sie hatten auch laut meiner Großmutter bis zum Schluss Sex gehabt. Also es gibt so etwas aber eher bei den älteren Semestern und bei Menschen die aus Vernunft sich jemanden suchen. Aber mein Großvater hat immer erzählt, dass er mit 20 sich in eine verliebt hatte und diese Frau hat ihn aber nicht geheiratet sondern hat einen anderen Mann geheiratet und er trug bis zu seinem Tod das Bild diese Frau mit sich herum und liebte eigentlich nicht meine Oma sondern diese alte verflossene schon längst vergessene Kindheitsliebe.
 
  • #7
Liebe FS,

jeder definiert *verliebt sein* für sich anders. Viele Menschenskinder lassen sich schnell dadurch verunsichern, wenn das große FLattergeschwader ausbleibt. Ich habe den Dingen ihren Lauf gelassen und erfahren dürfen, dass Liebe sich oft auch auf leisen Sohlen einschleichen kann. Solange ich mich in der Gegenwart des anderen wohlfühlte, gab es keine Bedenken und wurde auch nicht von mir zum Thema gemacht. Anders, wenn mein Gegenüber dieses Gefühl vermissen würde, dann habe ich einfach losgelassen.
Strategisch vorgehen und das Ruder rumreißen wirkt anstrengend und wird leider nichts bewirken, man kann nichts erzwingen.

Ich habe Pärchen erleben dürfen, die ein prima Paar waren, aber nie diese Verliebtheitsgefühle hatten und sich nach einige Monaten trennten, um dann festzustellen, dass sie sich lieben.
Oder fast schmerzhafte Verliebtheitsgefühle hatten, die sich als Strohfeuer entpuppten.
 
  • #8
In meine letzte, lange Beziehung war ich nicht verliebt als ich sie kennen lernte. Ich war Student mit übergroßer Potenz aber aufgrund von mehreren Nebenjobs mit wenig Zeit. Meine damalige Freundin habe ich online kennen gelernt und sie war hübsch, jung und gut im Bett. Daher sind wir zusammen gekommen. Es hat 8 Jahre lang gehalten und ich habe sie mit der Zeit gelernt zu lieben.
Ich habe für mich daher den Schluss gezogen bei einer neuen Beziehung (die ich nicht suche) auf jeden Fall NICHT auf Verliebtheit zu achten, sondern auf die Attribute die MIR wichtig sind.
Verliebtheit vergeht aber die Attribute bleiben ein Leben lang - quasi eine von mir arrangierte Beziehung.
 
  • #9
Gab es bei euch in der (frühen) Kennlernphase schon mal Zweifel, die auch vom Gegenüber verbalisiert wurden (a la: mag dich wirklich sehr aber vielleicht eher als Freunde; und ein Bedauern, dass nicht mehr Verliebtheit im Spiel ist) und es ist trotzdem noch was draus geworden?
Ja, das ist mir auch schon passiert und nein daraus wurde auch hinterher nichts mehr. Wenn jemand feststellt, dass es nicht passt dann ändert sich das nicht mit ner Mütze Schlaf. Wenn er sich schon so klar dazu äußert dann steht auch fest, dass sich seinerseits keine Gefühle einstellen werden unabhängig von deinem Gefühlsempfinden. Sympathie und Gemeinsamkeiten machen noch lange kein Verliebtheitsgefühl.
 
  • #10
Ich war in manche Männer sehr schnell verliebt; bei anderen hat es Wochen, Monate oder sogar Jahre gedauert, festzustellen: hoppla, dieser Typ hat was...

Allerdings: diese "Liebe auf den zweiten (oder dritten, oder 85sten) Blick"-Typen habe ich nie gut gekannt, bevor ich mich verguckt habe. Oft stellte sich die Verliebtheit zu einem Zeitpunkt ein, zu dem die Beziehung aufgrund äußerer Umstände auf eine andere Ebene gehoben wurde, man z.B. in Job/Studium mehr Zeit als zuvor miteinander verbrachte. Bis dahin hatte man oft nur wenige Sätze gewechselt. Zu wenig, um zu entdecken, dass der Mann z.B. einen herrlichen Humor hat oder eine mitreißende Lache oder beim Nachdenken so süß die Nase kraust...

Wenn man aber nach, sagen wir, 2-3 Dates noch keine solchen liebenswerten Kleinigkeiten an einem Mann entdeckt hat, dann frage ich mich, ob das noch was werden kann. In ein paar Dates kann man schon recht intensive Gespräche geführt und einiges miteinander erlebt und voneinander erfahren haben. Was soll dann noch passieren, was die Beziehung auf eine "neue Ebene" hebt? Ich meine, eine verliebtheitstechnisch relevante Ebene.

Klar erkennt man wesentliche menschliche Qualitäten - Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Loyalität - erst wirklich mit der Zeit. Nur sind das m.E. keine Eigenschaften, in die man sich verliebt. Verliebtheit ist nach meiner Definition (die man natürlich nicht teilen muss) ein oberflächliches Gefühl und eher auf Äußerlichkeiten wie Optik, Mimik, Gestik, Stimme, Geruch etc. bezogen - nicht auf den "wahren Charakter". Dennoch hat sie m.E. ihre Berechtigung. Nein, wir leben nicht mehr in der Steinzeit, aber auch wir wollen uns fortpflanzen - und Verliebtheit zeigt uns u.U. an, wer genetisch gut zu uns passt.

Für mich gäbe es auch ohne Verliebtheit keine Motivation, eine Liebesbeziehung einzugehen. Ich verbringe dann gerne Zeit mit dem Menschen, könnte mir sogar ein Zusammenleben vorstellen und ausführliches Kuscheln - aber sexuell empfinde ich ohne Verliebtheit keinen Reiz. Und mir würde diese absolute Begeisterug für den Menschen fehlen; jede kleine Geste dümmlich grinsend in mich aufzusaugen. Vor allem würde es sich falsch anfühlen, solche Gefühle für einen Menschen zu haben, aber einen anderen als meinen Partner zu bezeichnen - was ja im allgemeinen Sprachgebrauch romantische Liebesgefühle impliziert.
 
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