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  • #1

...reden über Dinge die einen sehr bewegen... wo ist die Grenze?

Ich (w/51) bin seit gut einem Jahr mit meinem neuen Partner (m/55) zusammen, der ein wunderbarer Mann ist und den ich sehr schätze.
Der Punkt an dem ich leide ist der, dass ich innerlich nicht herausfinden kann, ob ich ihn wirklich liebe, so wie er es verdient hat und wie es sein sollte.
(Nicht missverstehen! Ich finde ihn anziehend, unser Intimleben und unser Miteinanderleben sind bestens, es war noch nie jemand so gut zu mir und er hat wirklich 1000 wunderbare Eigenschaften!)
Aber immer und immer und immer wieder habe ich Phasen, in denen mir unsere Beziehung wie ein Nichts erscheint gegen das was einmal war...
Vor 4 Jahren hat sich nach einer fast 10jährigen Beziehung mein damaliger Partner von mir getrennt, von dem ich sagen möchte, dass er "die Liebe meines Lebens" war. Und daran habe ich von der ersten bis zur letzten Sekunde nie irgendeinen Zweifel gehabt (...so wie jetzt). Ich habe ihn so zutiefst geliebt, mehr als alles auf der Welt. Wir haben keinen Kontakt mehr, aber wir stehen freundschaftlich zueinander, also keine Trennung im Streit. Er war jünger als ich und irgendwann passte sein Lebensentwurf einfach nicht mehr zu meinem.
Es ist auch nicht so, dass ich das nicht längst im Kopf verarbeitet hätte, aber mein Herz kann irgendwie keinen mehr so tief lieben seitdem. Und ich leide sehr an diesem Gefühl der Unfähigkeit, es tut mir leid meinem jetzigen Partner gegenüber. Er spürt oft, dass ich leide, aber ich meine, ich KANN mit ihm darüber nicht reden. Ich KANN ihm nicht so weh tun und habe Angst das es diese Wirkung hätte. Aber anders er leidet auch. Er sagt, ich sei manchmal wie eine Festung, bei der die Zugbrücke hochgezogen sei.
Oder kann und sollte ich doch darüber mal reden???
 
  • #2
Das würde ich nicht tun. Es ist dei Problem, nicht seines.
Wenn du ihm sagst, daß du es manchmal nicht ausdrücken kannst, wie gern du ihn hast, ist das was anderes.
Ich war mal mit einem Mann zusammen, der betonte, daß er wegen einer fürchterlichen Kränkung und Verletzung nie wieder eine Frau richtig lieben könne. - In seinen Studentenzeiten war ihm eine Verlobung während eines Auslandsaufenthaltes zerbrochen.
Was bitte soll ich mit dieser Information, außer, daß ich denke, "Ach, der Arme", "Nun ist aber mal auch gut!" und "Was hab ich bitte damit zu tun?"
 
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  • #3
Kommt darauf an, was Du willst. Ich hatte einige Beziehungsversuche gehabt, wo (fast) alles passte, nur die Liebe fehlte. Mit der Liebe meines Lebens passt es (aus vielen Gründen) nicht, tut mir leid, ich kann es nicht ändern. Du muss dich entscheiden, entweder mit ihm bleiben und nichts erzählen, oder aber alleine und auf die grosse Liebe warten. Es ist m.E. zwar unvernünftig, aber ich hätte die 2. Variante bevorzugt. w, 36
 
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  • #4
Ich (w/51) bin seit gut einem Jahr mit meinem neuen Partner (m/55) zusammen, der ein wunderbarer Mann ist und den ich sehr schätze.
Der Punkt an dem ich leide ist der, dass ich innerlich nicht herausfinden kann, ob ich ihn wirklich liebe, so wie er es verdient hat und wie es sein sollte.

Du bist erst seit einem Jahr mit diesen Mann zusammen und bezeichnest ihn als Partner?

Müssen sich Gefühle nicht erst entwickeln, um sie als Liebe bezeichnen zu können? Einen Menschen zu lieben, zu tiefst, braucht bei mir z.B. sehr viel Zeit.

Was glaubst du ist das Mass, dann zu sagen, dass du deinen Freund so tief liebst, wie er es verdient? Muss man sich Liebe verdienen?

Sind liebevolle Gefühle nicht ein Entwicklungsprozess, der seine Zeit braucht? Liebt einer in der Beziehung nicht immer mehr?

Was spielt dein Ex in der Geschichte für eine wirkliche Geschichte? Hinterfrage dich noch mal selber? Sind da Schuldgefühle, Versagensgefühle auf deiner Seite?

Warum leidest du, nur weil du denkst, diesen Mann nicht richtig lieben zu können? Leidet er darunter? Hast du deswegen Schuldgefühle, die du in DEIN Leid umwandelst?

Wenn du nicht weiter kommst, es gibt gute Stellen, wo du dich kurzfristig prof. beraten lassen kannst, was wirklich hinter deiner Problematik steht.

Wenn dein Freund wirklich so klasse ist, sei froh und geniesse es, dass du so einen Mann in deinem Alter gefunden hast. Halte ihn fest und schaue bei dir, warum du so "komisch" tickst.

W 47
 
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  • #5
Oder kann und sollte ich doch darüber mal reden???

Du sollstest m.E. auf jeden Fall mit ihm reden, aber dir genau überlegen, was du sagt. Meistens ist es so, dass Männer viel verständnisvoller reagieren, als wir uns denken.

Je mehr du schweigst, desto mehr baut sich bei ihm ein Berg auf, der gar nicht so groß ist.

Wie dir schon empfohlen, vielleicht kann dir jemand gut helfen, das Thema mit ihm so behutsam zu besprechen, dass er deine Zugbrücke nicht mehr sieht und du dich auch entspannst. Du setzt dich m.E. viel zu sehr unter Druck, typisch Frau. Sag ihm doch einfach, dass du dich anscheinend zu sehr unter Druck setzt und daher die Zugbrücke für ihn gesehen, hoch ziehst. Und dann schaue, wie er reagiert.

Bleibe mehr bei dir und schaue nicht zu sehr bei ihm, ob er angeblich genug Liebe von dir bekommt, wie er angeblich verdient. Verdienen tut keiner was! Liebe muss frei sein und fliegen können, alles andere ist keine wirkliche Liebe, sondern nur emotionale Abhängigkeit, was ich bei dir vermute.

w 45
 
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  • #6
Liebe muss frei sein und fliegen können, alles andere ist keine wirkliche Liebe, sondern nur emotionale Abhängigkeit, was ich bei dir vermute.

w 45

Liebe ist weder frei, noch kann sie fliegen. Partnerschaftliche Liebe ist immer emotionale Abhängigkeit. Wer nicht abhängig sein will, liebt nicht. Wer zum Beispiel eine Trennung mal eben so wegsteckt, war nicht abhängig, und hat auch nicht geliebt.


An die FS: manchmal merkt man nicht, wie sehr man jemanden liebt. Gemäß deinen Worten bin ich überzeugt, dass du ihn liebst. Stell dir einfach öfter mal vor, was du empfinden würdest, wenn er plötzlich nicht mehr da wäre. So kannst du das Problem vielleicht selber lösen, ohne ihn mit metaphysischen Spekulationen über deine "große Liebe" zu verwirren.

m42
 
  • #7
Eine gute Liebesbeziehung steht meines Erachtens auf mehreren Säulen.

Die sexuelle Anziehung scheint bei Euch zu stimmen.

Bei der emotionalen Tiefe hast Du Zweifel, weil Du mit Deinem Ex vergleichst. Tu das nicht, Beziehungen lassen sich ohnehin schwer vergleichen. Erinnerungen verklären manches. Und Gefühle können sich mit der Zeit entwickeln. Auch Deine Gefühle in der aktuellen Beziehung können sich im Laufe der Jahre vertiefen. Konzentriere Dich also auf das Positive, das in Deiner aktuellen Beziehung ist, und lass es sich entwickeln.

Und dann ist da noch die Commitment-Säule, die Entscheidung für die Beziehung Verantwortung zu übernehmen und sie aktiv zu leben und zu gestalten. Und hier geht es wirklich um Entscheidung und nachfolgendes Handeln. Du hast schon eine Entscheidung gefällt und bist mit ihm eine Beziehung eingegangen. Er ist gut zu Dir. Nun stehe zu Deiner Entscheidung und zu ihm, sei ihm eine gute Partnerin und genieße Euer Glück.
 
  • #8
Durch Gespräche könntest Du Dir möglicherweise selbst klarer werden. Bevor Du aber mit ihm hierüber reden könntest, solltest Du Dir selbst möglichst klar sein. Sonst könntest Du in solch einer Sache viel Schaden anrichten. Also empfiehlt sich vielleicht erst mal jemand anderes und später er? Vielleicht auch erst ein Profi.

Wenn Du dann offen und ehrlich sein kannst ist es natürlich weiterhin eine Gefahr, andererseits aber auch eine Chance, wenn er die Offenheit wertschätzen kann, wie es sich gehört. Das must Du selbst einschätzen.

Vielleicht musst Du nicht nur rational "wissen", dass der Vorgänger weg ist, sondern auch wirklich innerlich Schluss machen, wenn er Schluss gemacht hat? Hast Du wirklich auch Deinerseits Schluss mit ihm gemacht? Du müsstest demnach für Dich selbst felsenfest überzeugt sein, dass es gut und richtig so ist. Suche Dir die Gründe und überzeuge Dich selbst. Vielleicht bist Du dann erst ganz frei.

Und/oder hat der Neue vielleicht irgendeinen wichtigen "Mangel" trotz 1000 brillianter Eigenschaften? Ist er zu klein, zu dick, zu arm, zu ...? Daran kann man sich mitunter gewöhnen.
 
  • #9
Durch Gespräche könntest Du Dir möglicherweise selbst klarer werden. Bevor Du aber mit ihm hierüber reden könntest, solltest Du Dir selbst möglichst klar sein. Sonst könntest Du in solch einer Sache viel Schaden anrichten. Also empfiehlt sich vielleicht erst mal jemand anderes und später er? Vielleicht auch erst ein Profi.

Wenn Du dann offen und ehrlich sein kannst ist es natürlich weiterhin eine Gefahr, andererseits aber auch eine Chance, wenn er die Offenheit wertschätzen kann, wie es sich gehört. Das must Du selbst einschätzen.

Vielleicht musst Du nicht nur rational "wissen", dass der Vorgänger weg ist, sondern auch wirklich innerlich Schluss machen, wenn er Schluss gemacht hat? Hast Du wirklich auch Deinerseits Schluss mit ihm gemacht? Du müsstest demnach für Dich selbst felsenfest überzeugt sein, dass es gut und richtig so ist. Suche Dir die Gründe und überzeuge Dich selbst. Vielleicht bist Du dann erst ganz frei.

Und/oder hat der Neue vielleicht irgendeinen wichtigen "Mangel" trotz 1000 brillianter Eigenschaften? Ist er zu klein, zu dick, zu arm, zu ...? Daran kann man sich mitunter gewöhnen.
 
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