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Gast

  • #1

Recht haben oder Erkenntnisgewinn? - Worum geht es euch in Diskussionen?

Ich habe den Eindruck, es geht häufig - hier wie im RL - um Ersteres. Psychologisch (emotional) betrachtet also um Duchsetzung. Soweit, so gut. Und durchaus nachvollziehbar und nicht ohne Berechtigung. Nur: Meinen eigenen Standpunkt kenne ich. Nach x Wiederholung langweile ich mich quasi selbst! Nicht das Durchsetzen, sondern das Zuhören bringt den Erkenntnisgewinn und neue Lösungsansätze! Warum scheint so wenigen (in Partnerwchaft, Famiie, Betrieb, Politik) daran gelegen?
 
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Gast

  • #2
Ich dachte in Foren geht es um Erkenntnisgewinn. Da habe ich schon manchmal den Eindruck, dass jemand RECHT haben will. Gerade aber die verschiedenen Sichtweisen, die das Leben bereichern und manchmal Einfachheit bringen, werden ganz schön niedergetrampelt.
Was ich viel schlimmer finde, ist die Kommunikation... "du musst", "du solltst"... Das wird hier auch von anscheinend intelligenten Vielschreibern so gehandhabt. Das suggeriert schon ein bisschen RECHTHABEN wollen und sind für mich nur einfach zu gut gemeinte Ratschläge.
LG
 
  • #3
Liebe(r) FragenstellerIn,

tja - das hängt wohl ganz entscheidend davon ab, wie tief in Dir erwurzelt die Überzeugung ist, dass das, was Du sagst, das Richtige ist. Wie wichtig es Dir ist und ob Du es sozusagen in die Welt hinaustragen möchtest um anderen die Augen für Deinen Standpunkt zu öffnen.
Andere überzeugen zu wollen oder sich unbedingt durchzusetzen ist sicherlich eher ein unedleres Ziel, aber hey - auch solche Menschen gibt es und die Mannigfaltigkeit der Facetten ist eine ungeheuer schillerne Bereicherung für eine Diskussion, mal ein Querulant hier, ein Rhetoriker da, und so weiter.

Worum geht es mir in Diskussionen - also um drei Sachen:
1. Wenn es mir wirklich extrem wichtig ist und ich von Grund auf überzeugt bin, dass es definitiv absolut korrekt ist, dann will ich mich durchsetzen, es kommt allerdings selten vor, dass solche Themen zur Sprache kommen (z.B. 2-3 mal 30-45 Minuten Ausdauersport pro Woche ist gesund - und ich werde alles und jeden in den Boden reden mit Vollblut von Kenntnis und Leidenschaft, der es wagt zu sagen, ein weniger an Bewegung sei gesünder ... nur so als Beispiel)
2. Mein Hauptwunsch ist das Training meiner rhetorischen Fähigkeiten und der Erkenntnisgewinn im Bezug auf das Kontern bzw. Mitreden (also weniger der Erwerb an Information, sondern der Erwerb an Routine und Übung rhetorischer Finessen) - ich hab' Spaß daran, in einer Diskussion aktiv mitzuwirken, den Leitfaden zu beeinflussen, Worte im Mund umzudrehen und so weiter - eben Spaß an der Diskussion an sich, an Wortduellen - um mir so zum einen meine rhetorischen Grenzen aufzeigen zu lassen, andere in deren rhetorischer Entwicklung zu fördern und aktiv bereichern am Gespräch teilzunehmen - mich und andere somit ein wenig weiterzuentwickeln. Oder kurz um - mit vollen Zügen Spaß an dem Gespräch haben.
3. Neue Leute kennen lernen und zwischen den Zeilen zu lesen, Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Menschen zu ziehen und deren Art der Artikulation, Gestik und Mimik als einen Anhaltspunkt zu nutzen um eine - in meinem Fall Frau - anzuflirten, kennen zu lernen ... nenn' es, wie Du willst.

Und warum liegt so wenigen was daran? Na, weil es anstrengend ist, Zeit braucht, ein gewisses Maß an Intelligenz und Fabulationskenntnis erfordert, den Mut, mit anderen zu diskutieren und aus sich selbst heraus kommen zu können und und und auch die Angst, dass etwas falsch verstanden werden könnte. ... würde ich mal so denken auf Anhieb.
Ich als sehr kommunikativer Mensch finde es schade, wenn das in einer Partnerschaft oder Familie verkommt, zu den anderen Punkten habe ich nur geringen Bezug und werde nichts sinnvolles beitragen.

Mit freundlichen Grüßen - Niko m(25) 7E22AC77
 
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Gast

  • #4
Zugegeben, wenn hier einige schreiben, als wären sie die einzige sinngebende Instanz, reizt mich das schon zur Rechthaberei, aber im Grunde ist mir meine Zeit dafür zu schade und so überspringe ich diese Kommentare dann immer.
Der Erkenntnisgewinn ist für mich hier schon recht hoch, mindestens so hoch wie bei der Ratgeberliteratur, nur dass hier auch noch die oft sehr freimütigen "Geständnisse" der anonymen Schreiber ungefiltert dazu kommen. Ich würde sagen, mich hat das Forum wachsamer gemacht - vielleicht kann man auch sagen misstrauischer. Wenn z. B. der Verdacht, dass EP-Mitglieder nicht immer ganz ehrlich sind, hier im Forum bestätigt wird, weiß ich, dass ich meiner Intuition doch trauen kann. Auch die Aussagen zum Alter des/der möglichen Partner/-in finde ich sehr aufschlussreich. Da weiß ich doch gleich wieder, was ich nicht will.
 
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  • #5
In Disskusionen versuche ich anderen meine Gedankengänge zu erklären. Damit haben sie die Möglichkeit diesen zu folgen und mir Fehler oder /und andere Sichtweisen schon im Entstehen meines Meinungsbildungsprozesses zu geben. Wenn ich nicht zuhören würde und nicht offen für andere Argumente währe so könnte ich mich "verrennen". Das währe keine Diskussion mehr sondern dann mein unlogisches Denken. M/53
 
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Gast

  • #6
Mir hat dieses Forum schon bei vielen Fragen rund um das Kennenlernen und Dates (und über Frauen allgemein) geholfen...es ist also, selbst dann wenn einige polemisieren und geradezu fundamentalistisch ihre Meinungen darstellen (und natürlich Recht bekommen wollen) eine sinnvolle Diskussionsrunde, wo auch Fakten korrekt wiedergegegeben werden .
Manchmal ist es auch Unterhaltung, und bei vielen auch ein Frustbewältigungsprogramm
(vor allem bei allen ü40) M
 
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Gast

  • #7
Viele Wege führen nach Rom und was für mich richtig ist, muss nicht für andere auch richtig sein. Recht haben ist ein weites Feld. Wenn sich zwei und mehr Menschen einigen müssen, was sie gemeinsam machen und wie sie vorgehen, da geht es schon darum seine eigenen Ziele und Vorstellungen zu verwirklichen, aber sonst geht es um Austausch von Möglichkeiten. Schade für einen selber, wenn man nicht offen ist für Möglichkeiten, die man noch gar nicht kennt. Da beschneidet man sich ja wirklich nur selber mit
Susanne
7E271A6F
 
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  • #8
siri
naja, es geht doch im ganzen leben um erkenntnisgewinn.

aber der fs hat schon ein wenig recht. es fällt (mir) manchmal schwer, eine andere meinung einfach "stehen zu lassen".
und manchmal gibt es meinungen, die ich "so" einfach nicht stehen lassen will.

Es gibt einen kleinen aber entscheidenden unterschied zwischen "eine meinung/überzeugung zu haben" und "seine eigene meinung als "allgemeingültig" zu betrachten.
und ich hoffe, daß "meine" meinung immer (oder wenigstens meistens!) als eine solche erkennbar ist.
 
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  • #9
Es gibt solche und solche....

[Allgemeiner Hinweis der Moderation:

Thema dieses Threads ist, ob es jedem einzelnen selbst (!) um das Rechthaben oder den Erkenntnisgewinn geht. Nicht gefragt ist Ihre Einschätzung, worum es anderen Forumsteilnehmern voraussichtlich geht. Entsprechende Beiträge werden nicht veröffentlicht oder gekürzt.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!]
 
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  • #10
Ich persönlich fühle mich verletzt, wenn meine Meinung als minderwertig hingestellt wird.
Anna
 
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  • #11
Liebe(r) Fragesteller(in),

ich gebe zu, manchmal einen ziemlich "sturen Steinbockweib-Kopf" zu haben.

Im Wesentlich handle, lebe und schreibe ich stets nach der folgenden "trockenen" Definition
von Sozialer Kompetenz:
" Soziale Kompetenz ist, auf eine konkrete (soziale) Situation bezogenes, angemessenes Verhältnis zwischen Selbstbehauptung und Erreichung der eigenen Ziele - UND - gleichzeitiger Beachtung der persönlichen Integrität und Autonomie der anderen an der Situation beteiligten Personen." d.h.,
angemessenes Verhalten, beruhend auf ausgeprägten Fähigkeiten zur (sozialen) Wahrnehmung,
Einfühlungsvermögen (Empathie): sich in die Lage Anderer zu versetzen, Konsens-, Kompromiss-, Konfliktfähigkeit (eigene Position sachlich verteidigen), Kritikfähigkeit, Unterstützung nicht-konformer Menschen gewähren, kollektive Qualifikation, sprich gemeinsames Lernen, gemeinsmer Erkenntnisgewinn.
Ich denke, dass ich einen hohen EQ, hohe Sozialkompetenz habe.
Auf dieser Basis möchte ich Empfehlungen an Fragesteller aussprechen, keine RatSCHLÄGE,
schon gar nicht rechthaberisch.

Ich habe (wie viele andere auch, doch ich spreche jetzt nur für mich - und KEIN Loblied für mich)
langjährige Lebens- und Partnerschaftserfahrung, - zwei erwachsene Kinder, per Sectios und nicht einfachen (medizinischen) Umständen geboren und mit Partner großgezogen.
- meine "Heimat" (bitte nicht als simple Ostalgie und politische Herausforderung verstehen)
"verloren", mich in neue politische und soziale Verhältnisseich einleben müssen.
- mich beruflich mehrfach neu orientieren, aus Arbeitslosigkeit "herausackern" müssen.
Ich muss trotz hoher Qualifikation mit eher einem bescheidenen "Bankkonto" auskommen,
erst recht nach der Trennung.
Kurz, ich habe viele Höhen und tiefen erlebt, mich aus Krisen herausgewunden.

Und selbst, wenn ich " ... meinen Standpunkt kenne..." langweilt es MICH nicht, wieder
in meine "Tiefe" zu schauen und ihn besser, überzeugender darzulegen, um anderen meine vielen guten wie traurigen Erfahrungen weitergeben, wenn nötig, auch Trost aus wirklicher Anteilnahme (und nicht Mitleid) spenden, Lösungswege erklären, wie sie vielleicht für Andere zu gehen möglich sind.

Ich bin lernfähig und nehme konstruktive und wohlwollende Kritik immer an, nach Hebbel:
"Es gehört mehr Mut dazu seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben."

[Mod: Themenfremde Inhalte mit dem Charakter eines persönlichen Anwurfs entfernt. Bitte nehmen Sie von dem Versuch Abstand, sich über die Aufforderung der Moderation in #8 hinwegzusetzen.]

Die_Felsenfeste
7E28B53A
 
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  • #12
Ich lese die Beiträge hier im Forum immer gerne.
Es tröstet mich, wenn andere auch ihre Mühe haben, den Richtigen zu finden. Sonst würde ich vermutlich denken, ich wäre die Einzige, die schräge Typen kennenlernt, und dass etwas mit mir nicht stimmt.

Wenn ich allerdings echten Kummer hätte und traurig wäre, würde ich mich nicht trauen, selber eine Frage hier ins Forum zu stellen.
Ich hätte viel zu viel Angst vor den teilweise sehr taktlosen Kommentaren und moralinsauren Bewertungen.

Anna, 48
 
  • #13
Ich unterscheide da!

Manches von dem, was hier gepostet wird, sind einfach Tatsachen, also Informationen zu bestimmten Gegebenheiten, die ich vorher nicht wusste. Das Gute ist ja, dass hier zum Teil qualifizierte Fachleute sind, deren (nachprüfbare) Informationen ich dann auch dankbar annehme. In einem solchen Fall bin ich richtig zufrieden, wenn nach vielen geposteten Halbwahrheiten der freundliche Einwand ein zweites Mal kommt, bitte Fachleute zu Rate zu ziehen.
Das betrachte ich auch nicht als Rechthaberei.

Dann aber geht es oft um persönliche Meinungen, Interessen, Vorlieben, um religiöse oder politische Einstellungen. Diese lese ich mit großem Interesse, verwundert, was es so alles gibt.
Manchmal gebe ich dann meinen eigenen Senf dazu, schließlich ist die Vielseitigkeit der Beiträge hier bereichernd. Sei es Mann oder Frau, jung oder alt. Jedoch hier die eigene Meinung jemandem durch ständige Wiederholungen aufzwingen zu wollen, geht natürlich gar nicht!
 
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Gast

  • #14
Liebe Anna @#11.2,
@all
das ist der Grund, warum ich hier im Forum schreibe, nämlich Leuten mit "... echten Kummer und traurig ..."
zu helfen, zu empfehlen, aus meinen langjährigen Erfahrungen heraus, und ich weiß, dass ich auch
Fehler gemacht und daraus gelernt habe. Deshalb bemühe ich mich, den z.T. verletzenden und taktlosen
Ratschlägen etwas Trost und Zuspruch für die Fragesteller entgegen zu setzen. Es gibt einige
Teilnehmer, die das ebenso gut können. Mit anderen Kommentaren versuche ich, souverän und darüber
erhaben umzugehen, sie zu überlesen, das fällt in schwierigen Situationen sehr schwer, ist
jedoch die einzige Chance, das Wohlwollende und Gute aus dem Forum mitzunehmen.
VirginiaWoolf
 
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  • #15
Für mich ist grundsätzlich nur der Erkenntnisgewinn interessant - nur er bringt mich weiter/tiefer in eine Materie, regt an, dass ich mich mit unterschiedlichen Themen auseinandersetze, reflektiere - was sollte ich davon haben, hier Recht zu behalten, mit Rat um mich zu schlagen, mich durchzusetzen (gegenüber wem denn bitte??). Jede/r darf und soll hier seine/ihre Meinung äußern können, dabei aber beachten, dass eine Meinung ein persönlicher Eindruck und eben keine Tatsache ist, also auch nicht als solche dargestellt werden sollte. Schön und dem Austausch unter Erwachsenen angemessen finde ich das Unterlassen von Rechthaberei, erhobenen Zeigenfingern und Entwertungen. [Mod: Themenfremder Anteil entfernt.]
Cif
 
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  • #16
Genau diese Rechthaberei kann es frau schon manchmal verleiden - aber nicht nur hier, auch in anderen Foren ist das streckenweise sehr, sehr anstrengend...
Gegen Rechthaber und Missionare anzuschreiben ist mir zu blöd, dafür sind mir diese Menschen nicht wichtig genug.

Ich poste hier: Trost und eigene Erfahrungen, in der Hoffnung, zu trösten (ach!) und mit meinen(!) Erfahrungen anderen zu helfen (oder auch sie zu warnen... )
Tja, was soll ich sagen, ich bin nunmal kein "Gutmensch", sondern nur ein Mensch...
 
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  • #17
Einige der Themen verhelfen tatsächlich zu Erkenntnisgewinn ("Wie kann man Analverkehr schöner machen") :)

Die meisten Themen empfinde ich lediglich als nette Unterhaltung und staune darüber, über welch banale Themen erwachsene Menschen sich ereifern (lange Haare besser als kurze?)

Bei manchen Themen macht es mir einfach nur Spaß, meinen "Senf dazuzugeben", bei manchen Themen glaube ich, aus ärztlicher Sicht die Laienmeinungen korrigieren zu müssen.

Wirklich ernsthafte Diskussionen zu ernsthaften Themen kann man hier in diesem Forum nicht führen, weil dazu das Niveau allgemein zu niedrig ist

[Mod: Gegen die Moderation gerichtete Bestandteile gelöscht, bitte Regel 15 beachten!]

Hier in diesem Forum geht es meines Erachtens den meisten Teilnehmern nicht um Erkenntnisgewinn, sondern um Recht haben.

Karola,53