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Gast

  • #1

Privat und im Unternehmen Partnerschaft?

Ich frage mich, ob die Unternehmer unter Euch sich vorstellen können, die neue Partnerin auch im eigenen Unternehmen mit einzubeziehen? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Wie weit dürfte dieses Einbeziehen gehen: gemeinsame Gespräche oder qualifizierte Mitarbeit? Dürfte sie mit Euch auf Augenhöhe arbeiten? Würdet Ihr sie der Stelle angemessen bezahlen oder von ihr diesbezüglich Bescheidenheit erwarten?
 
G

Gast

  • #2
Grundsätzlich muüssen Qualifikation und Erfahrungen für die Position vorhanden sein. Das ist eine Grundvoraussetzung, damit der Partner / die Partnerin überhaupt richtig anerkannt werden wird. "Mitarbeitende" Ehefrauen sind für viele Angestellte ein Greuel. Sie spielen sich oft, ob bewusst oder unterbewusst als Frau vom Chef auf und wissen garnicht, von was sie überhaupt reden.
Es ist schwierig, vor allem, wenn bekanntlicherweise noch Mitarbeiter vorhanden sind. Denn ein "Bevorzugen" der Partnerin / des Partners wird von deren Seite meistens angenommen und vorausgesetzt. Die Stimmung könnte leiden.

Als "heimliche" Berater/in (auch hier, wenn die Qualifikation dafür vorhanden) für gemeinsame Gespräche sicherlich sehr gut. Alles andere muss ganz genau durchdacht werden. Wenn beide ein Unternehmen haben und der andere als Freelancer arbeiten kann, ist eine Zusammenarbeit, vorausgesetzt die Mitarbeiter /Geschäftspartner wissen nicht um die Partnerschaft, sogar möglich, ohne die Partnerschaft grundsätzlich zu outen.

Man darf auch nicht außer Acht lassen, was ist, wenn die Partnerschaft scheitert?
 
G

Gast

  • #3
ist für mich -jetzt- eine Vorrausetzung das meine Partnerin mir in der Firma hilft,Sie kann z.B. den ganzen Schreibkram machen und ich den praktischen Teil ,jetzt bzw. die letzten 15 Jahre hab ich das allein gemacht .Meine 1.Frau hat sich um die Erziehung der Kinder und Haus und Garten gekümmert und das war ihre Erfüllung und es hat funktioniert .
Heut würde ich meine Partnerin komplett mit einbinden wollen um schon geistig auf einer Wellenlänge zu sein und Probleme besprechen zu können.Meine jetztigen Erlebnisse sind da aber
eher negativ.ein schönes Leben wollen alle nur etwas dafür tun die wenigsten,hab ja noch Kids die bei mir leben ...also alles nich so einfach .
Entlohnung wäre wie normal auch als Gehalt etc. Wenn man zusammen arbeitet wirtschaftet man ja auch in einen Haushalt und doch ist keiner abhängig. Ist ja auch wichtig.
 
B

Berliner30

  • #4
Ist mir viel zu gefährlich. Vielleicht als Sachbearbeiterin während der Babypause aber sonst eher nicht.
 
  • #5
Eine Partnerin, die als dauerhafte Lebenspartnerin aufgefaßt wird, sollte natürlich in das Unternehmen eingeweiht sein und gemeinsame Gespräche, Diskussionen und vielleicht sogar Entscheidungen sind in Familienbetrieben absolut üblich. Die Partnerin sollte die einzige sein, auf die man sich wirklich verlassen kann, spätestens wenn die Eltern nicht mehr sind. Insofern, ja, die Partnerin sollte in Privatunternehmen eingebunden werden.

Andererseits setzt so eine Symbiose das absolute Vertrauen voraus und man muss sich über die Tragweite einer solchen Entscheidung im klaren sein. Hier ist die nötige Vorsicht angebracht.

Als Angestellte im eigenen Betrieb halte ich eine Partnerin für deplaziert. Sie wird nie gleichwertig zu anderen Angestellten betrachtet werden können, immer eine Sonderstellung haben. Besser ist es, sie dann ehrlicherweise gleich als "Frau des Chefs" einzuführen und ihr bestimmte Aufgaben zu überlassen, die nicht in Konkurrenz zu einer Vollzeitstelle stehen.

Die Partnerin zu bezahlen mag aus steuerlichen Gründen in Einzelfällen sinnvoll sein. Im allgemeinen gehe ich davon aus, dass Ehepartner einander zuarbeiten und helfen, ohne dafür Geld zu erhalten, insbesondere dann, wenn eine gemeinsame Familie mit Kindern und Haus versorgt wird. Selbst der Gesetzgeber sieht vor, dass die Ehegatten im Geschäft des anderen kostenlos helfen.
 
  • #6
@ 3
Diese Einstellung käme bei mir nicht gut an.


Weshalb sollte eine studierte Frau in Deinem Unternehmen nicht qualitativ und professionell gute Arbeit leisten und dem Unternehmen nützen? Weshalb sollte sie als Sekretärin versauern? Kann es sein, daß manche einfach dominante Egoisten sind?

Eine Partnerschaft, die auf Familie abzielt, ist i.d.R. für die Frau mit vielen Einschränkungen verbunden, die sie ganz selbstverständlich zu tragen hat, so scheint es.
Wenn Unternehmer große Angst davor haben, daß die Angetraute im Fall einer Trennung ihr Lebenswerk zerstören könnte, weshalb findet man dann nicht gemeinsam in guten Zeiten eine für beide tragbare Lösung und setzt sie fest? Es könnte schließlich auch gut gehen.
Eine Frau wie ich, der mehrfach gesagt wird, sie wäre genau die Richtige für einen Karrieremenschen oder Unternehmer, ist jedenfalls blitzschnell weg, wenn der Mann zwar an sein Unternehmen und sein Geld denkt, nicht aber an eine eigentlich gemeinsame Lebensplanung, für die die Frau evtl. ja auch zurücksteckt. Auch unternehmerische Dinge kann man einvernehmlich und fair regeln. Weshalb erwägt man das so gar nicht?

War hierzu nicht schon einmal irgendwo ein Posting wo es um Mitarbeit bei einem Selbständigen ging statt weitergeführte Berufstätigkeit und auch um die Eventualität und Regelung einer Trennung?

Mary - the real
 
  • #7
@#5: Ja, eine "gute Lösung für die gemeinsame Zeit" wäre wünschenswert und nötig, insbesondere wenn keine Kinder da sind. Hast Du Vorschläge dafür? Wie würdest Du Dir das vorstellen?

Ich finde auch, dass in einer auf Lebenspartnerschaft angelegten Beziehung beide Partner die Firma als gemeinschaftlich empfinden sollten. Nicht umsonst florieren Familienbetriebe, wenn beide Partner voll arbeiten und nur das herausziehen, was wirklich benötigt wird.

Andererseits kann man es keinem Unternehmer verdenken, wenn er die Firma als oberste Priorität sichern und erhalten will und keinerlei Risiken eingeht. Eine Frau, die sich mit einem Unternehmer einläßt, muss für die gemeinsame Zeit nicht mehr Geld kriegen als die gleiche Frau bei einem Angestellten. Die Idee, von der Firma des Partners und den Erfolgen des Partners persönlich profitieren zu wollen, ist abwegig.
 
  • #8
Ich habe schon öfters Kollegen getroffen, die ihre Frauen in ihrem Unternehmen beschäftigen. Der Hintergrund ist auch der, dass die Frauen so in die Rentenversicherung einzahlen und damit selbst besser abgesichert sind. Aber es gibt da sicherlich vielfältige Gründe.

Ich persönlich hätte prinzipiell kein Problem, eine Partnerin zu haben, die im gleichen Beruf arbeitet und sozusagen nicht nur Lebenspartnerin ist. Da ich allerdings mit Kolleginnen bisher nicht so viel Erfolg hatte, suche ich auch nicht gezielt danach, da man dann geneigt ist, sich auch privat über den Job zu unterhalten. Also, ich würde es nicht ausschließen, muss es aber auch nicht zwingend haben.
 
  • #9
@ Frederika

Mit dieser Thematik habe ich leider weder beruflich noch privat zu tun und tiefer habe ich mich auch noch nicht damit beschäftigt und will es auch ehrlicherweise gar nicht ohne entsprechenden Anlaß. Jedoch wäre ich (als Frau ohne Unternehmen) daran interessiert, auch diese Sache von vornherein für beide tragbar zu regeln. Ähnlich wie bei der Sache mit einseitig geplanten Schwangerschaften halte ich es für wichtig, daß auch in diesem Bereich niemals beim Partner, der der Unternehmer ist, der Eindruck aufkommen kann, man wolle ihn übervorteilen. Ich bin sicher, daß man auch für diesen Bereich eine Einigung schriftlich mit fachmännischer anwaltlicher Hilfe festsetzen kann. Und welcher Zeitpunkt ist dafür besser geeignet, als wenn man sich gut versteht und eine gemeinsame Zukunft plant? Außerdem erkennen beide daran auch genau, wie der Partner tickt - vielleicht sogar besser, als ohne eine solche Abmachung. Im Fall des Falles wäre es zu diesem Zeitpunkt aber noch früh genug um ggf. doch eine andere Entscheidung zu treffen.
Eine Partnerschaft mit einem Unternehmer mag vielleicht, wenn man Glück hat, ein finanziell sorgenfreies Leben bedeuten - es ist jedoch auch mit Nachteilen verbunden, denn die Firma hat immer Vorrang, der Mann ist nicht immer wie gewünscht verfügbar und auch nicht immer so ansprechbar, wie man es sich wünscht, etc. Damit will ich nicht sagen, Unternehmer sollen sich über den Tisch ziehen und alles gefallen lassen - es wäre doch nicht nur für Euch persönlich sondern vielleicht auch fürs Unternehmen schon gut, wenn eine patente Frau nicht vor den Kopf gestoßen würde.

Mary - the real
 
  • #10
@#8: Hallo Mary! Würdest Du es denn als Übervorteilung empfinden, wenn die Frau nicht vom Unternehmen profitiert?

Inwiefern würdest Du Dir vor den Kopf gestoßen vorkommen?

Wenn ich zufällig einen Unternehmer als Partner finden sollte, würde ich mir doch auf keinen Fall davon versprechen, an dem steigenden Wert des Unternehmens zu partizipieren. Sollte ich denn umgekehrt auch Geld reinschießen, wenn das Unternehmen im Wert sinkt? Wohl kaum. Ohne Risiken kein Gewinn. Wer das eine ausschließt, muss auch fairerweise das andere ausschließen.
 
  • #11
Es kommt wahrscheinlich darauf an, wie man die Sache generell angeht. Ich für meinen Teil würde das Unternehmen in einer Ehe als gemeinsames Projekt betrachten wie einen Hausbau z.B. auch. Sofern ich mich einbringen müßte, sollte, könnte, würde ich es tun - weshalb auch nicht finanziell (gut überlegt, durchgerechnet, festgehalten, etc.)?
Weshalb sollte der Mann alle Risiken alleine tragen und zudem die Belastung der Familie finanzieren? Ich könnte niemals jemanden, den ich liebe, mit soviel Druck alleine lassen und mich drauf "ausruhen". Entweder man zieht an einem Strang, oder halt nicht.
Genauso würde ich sehr darauf achten, daß es ihm gut geht im Sinne von daß er sich keine Sorgen machen muß, was die Beziehung oder den Nachwuchs betrifft, daß er sich nicht gesundheitlich schadet, daß er nicht auf einen Burn-out zusteuert, daß er berufliche Sorgen (Auftragsmangel, wirtschaftliche Entwicklung, gesetzliche Änderungen, Fehlinvestitionen, etc.) nicht alleine trägt, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich denke ich habe eine gute Vorstellung davon, wie anstrengend und belastend Selbständigkeit sein kann und glaub mir, wenn ich in die Situation käme, eine Partnerschaft mit einem Unternehmer zu führen, ich würde Weg finden, ihn möglichst produktiv zu unterstützen und zwar egal ob ich bei ihm angestellt bin oder nicht.
Ich will doch nicht in erster Linie Partnerin eines Unternehmers sein, sondern mit dem Menschen möglichst lange zusammen sein, den ich liebe. Wenn er nun mal seine Passion gefunden hat, wenn er eine Begeisterung für sein Unternehmen hat, wenn er etwas einfach kann oder gut macht, dann unterstütze ich ihn und versetze dafür gerne Berge - nicht nur Pfunde :)

Mary - the real
 
B

Berliner30

  • #12
@5
je nach Firmengröße müsste man anders Antworten. Ich bezog meinen Text auf eine kleinst Firma mit bis zu 10 Leuten wo der Chef alles Wichtige alleine macht + schafft. Ich persönlich glaube nicht, das es gut ist die kleine Firma mit jemanden (also z.B. Ehefrau) gleichzeitig zu führen, ich kenne zu viele Negativbeispiele wo sich die Geschäftspartner / Leitende Angestellte irgendwann kräftig verkracht haben und bei der Ehefrau wäre damit auch privater Krach angesagt, das möchte bestimmt niemand. Deshalb bin ich für strikte Trennung von privat / Beruf.