• #1

Partner verdient viel mehr - Kosten trotzdem 50/50 teilen?

Hallo zusammen,

mein Mann und ich sind seit acht Jahren zusammen und seit drei Jahren verheiratet. Er verdient ein vielfaches von dem, was ich verdiene. Wir haben ein gemeinsames Haus, aber kein gemeinsames Konto. Er hat mir in der Vergangenheit immer wieder vorgehalten, dass er alles bezahlen würde und ich kaum etwas beisteuern würde. Ihm war aber bereits vor dem Hauskauf klar, dass ich monatlich nur einen bestimmten Betrag beisteuern kann. Gleichzeitig gibt er aber enorm hohe Beträge für immer neue Autos aus, von denen wir inzwischen gar nicht mehr wissen, wo wir sie unterstellen sollen. Btw - ich fahre einen 18 Jahre alten Golf und könnte mir nicht mal einen neuen leisten. Mein Mann steht auf dem Standpunkt, dass jeder den gleichen Betrag für die Gemeinschaft (Haus, Lebenshaltungskosten etc.) beisteuern sollte und den Rest darf jeder für sich verbraten. Dabei sollte demjenigen, der mehr verdient (in diesem Fall also ihm) selbstverständlich auch mehr für das Privatvergnügen zustehen. Für mich bleibt da am Monatsende aber kaum etwas übrig und es ist frustrierend zu sehen, was sich mein Mann im Gegensatz dazu alles leisten kann. Ich weiß auch bis heute nicht, was er eigentlich genau verdient.

Ich frage mich nun, ob das normal ist und wie andere das handhaben. Meine Eltern sind natürlich nicht begeistert von seiner Haltung und wenn ich es einer Freundin erzähle wird die natürlich auch eher mir beipflichten. Daher interessiert mich nun eine neutrale Meinung. Bin ich im Unrecht und steht dem Mehrverdiener auch mehr zu oder sollte das in einer Partnerschaft irgendwie ausgeglichen werden?

Über sachliche Einschätzungen würde ich mich freuen.

LG Louisa
 
  • #2
Dieses Vorstellung des Zusammenlebens war einer meiner Gründe mich von meinem letzten Partner zu trennen.
Sich in einem gesunden Masse zu beteiligen finde ich persönlich sehr gut...bis zu einem gesunden Punkt.
Und dieser hat bei mir ein Ende, wenn ich es emotional nicht mehr nachvollziehen kann!
Man liebt immer auch so, wie man geliebt werden möchte.
Wie wäre es, wenn Du mehr Geld hättest als Dein Partner?

Ich habe beides erlebt und ich bin ein Teiler!
Mein Exmann hatte, bis auf 2 Jahre, weniger als ich. Zu Anfang gab es nicht 50/50 von den Kosten sondern vom Einkommen.
Damit war für jeden der Aufwand gleich groß!
War der Vorschlag von mir, obwohl ich somit mehr bezahlt habe ...dennoch war es gefühlt kein Verlust.
Wir hatten ein gemeinsames Sparkonto auf dem nach gesundem Können eingezahlt wurde. Ging etwas kaputt. .ua auch Auto, wurde das gemeinsam besprochen.
Somit hatten wir gerade am Anfang gleich alte Autos.
Kurz. ..Ich finde es ziemlich gefühlskalt es anders zu handhaben!
Und so kommt ein Mensch, der eigentlich gut auskommt mit seinem Einkommen an enorme Kosten um sich dennoch immer zu fühlen wie 2ter klasse.
 
  • #3
Hallo Louisa,

Ich sehe eine echte Partnerschaft so, dass man miteinander das Leben teilt, jeder seinen Anteil leistet, wie sie / er es eben kann.
Ob Haushalt, Kindererziehung, Berufstätigkeit, Zukunftsplanung, ... In gemeinsamer Absprache.

Und damit war und ist für mich das gemeinsame Konto selbstverständlich, mit dem auch immer beide verantwortungsvoll umgegangen sind.

Sinnvoll als Kompromiss halte ich durchaus, dass jeder sein eigenes Konto hat und ein gemeinsames Konto, wo jeder den gleichen Anteil einzahlt, was dem jeweiligen Einkommen entspricht - z.B. Jeder 50% des Nettoeinkommens, oder mehr, je nach Höhe der normalen Lebenshaltungskosten.
Dann hat der Mehrverdiener ja immer noch mehr auf seinem eigenen Konto.
Ich definiere damit dann Anteil nicht als absoluten Betrag, sondern als relativen Anteil.

Aber eine Partnerschaft mit solchen finanziellen Regelungen wie von Dir beschrieben, wäre für mich keine Partnerschaft (auch wenn ich diejenige wäre mit dem höheren Einkommen).
 
  • #4
Ich bin überrascht, dass Dir diese Frage nach so langer Zeit einfällt. Dein Mann ist doch immer schon so gewesen. Sein Ansinnen dürfte doch für Dich keine Überraschung sein. Dann wäre es doch besser, wenn Du allein geblieben wärst. Seine sexuellen Vergnügungen erlebt er doch auch in der Ehe. Beim Begleitservice wäre das doch für ihn recht teuer. Du solltest Dir diesen Mehrwert, den er von Dir erhält, auszahlen lassen. Nur das wäre gerecht.
 
  • #5
Liebe Louisa,

ich stimme dir absolut zu. Er wusste ja, worauf er sich einlässt. Natürlich sollte jeder seinen Beitrag in einer Ehe leisten und ja, rechtlich gesehen habt ihr grundsätzlich weiterhin getrenntes Eigentum/Vermögen.

Aber was hat er denn bitteschön für eine Einstellung dir gegenüber? Selbst Geld für Autos raushauen - was an sich ja sein gutes Recht ist- aber dir dann dabei zusehen, wie du jeden Cent umdrehst? Mir persönlich ist so etwas einfach fremd. Bei meinen Eltern und Großeltern habe ich so etwas nicht erlebt und mein Freund und ich sind leben nicht einmal zusammen und teilen uns die Kosten dennoch irgendwie partnerschaftlicher auf.
 
  • #6
Ist eine seltsame Einstellung, natürlich kann er sich mal etwas mehr gönnen, wenn er das höhere Einkommen hat, aber ich würde es, wenn überhaupt eher im Verhältnis zum Einkommen meines Partners sehen. Will damit sagen, daß wenn er 25% seines Einkommens fürs Vergnügen ausgibt, sollte er dir auch diesen Anteil von deinem Einkommen für solche Zwecke zugestehen. Es ist leider meist so, daß Frauen ein geringeres Einkommen haben, in einer Partnerschaft sollte der wirtschaftlich Stärkere auch den größeren Anteil der Lebenskosten bestreiten.
So wie du es beschreibst, scheint dein Mann aber etwas zu sehr auf seinen Status bedacht zu sein, ist für mich eher ein Armutszeugnis, wenn er von dir den gleichen Betrag für das Leben, das er führen will einfordert.
Versuche ihm klarzumachen, daß er dich finanziell überfordert. Wenn er das nicht verstehen kann, wird eure Ehe vermutlich nicht lange halten, da du irgendwann frustriert sein wirst und ihm die Hölle auf Erden bereiten wirst.
 
  • #7
Ich bin auch immer der Meinung 50/50. Ich möchte unabhängig bleiben, und wenn ich es mir nicht leisten kann, dann kaufe ich auch kein Haus. Ich möchte nicht von meinem Partner verlangen, dass er mich aushält. Wenn es sooo drastische Unterschiede gibt, wie bei euch, warum hast du vor dem Haus/Hochzeit nicht darüber gesprochen? Es einfach „erwarten“ dass der Mann mehr zahlt, bringt nichts. Wie schauts mit den Steuerklassen aus? Klar gibt es mal Phasen, wo jemand finanziell nicht gut darsteht, dass der andere dann auch gerne mal mehr zahlt, aber soll es die Regel sein? Ich finde, jeder ist seines eigen Glücks Schmied. Kann deinen Mann
Mann
einerseits verstehen, er arbeitet bestimmt hart dafür und möchte sich in der Freizeit was dafür gönnen, nur aber alles Allein unternehmen können, ohne Partner, weil er es sich nicht leisten kann, würde mir nicht gefallen. Da würde ich schon öfters mal eine Einladung aussprechen. Ich kenne viele Ehen, wo die Frau ein vielfaches verdient als der Mann, aber sie einigen sich meist schon so gegen 50/50.
Vielleicht liegt es auch an der Erwartungshaltung Ehe, dieses Wir, dieses teilen, aber diese Erwartungshaltung teilen nicht alle, und ich denke mal, warum dies erst nach 8 Jahren angesprochen werden muss und nicht schon früher?

Er hat mir in der Vergangenheit immer wieder vorgehalten, dass er alles bezahlen würde und ich kaum etwas beisteuern würde.
Wenn es tatsächlich so war, dann würde ich ihn jeden Tag daran erinnern. Sorry, so was würde ich mir dann auch nicht bieten lassen, aber ich käme garnicht in so eine Situation, auch wenn ich die Geringverdienerin wäre, würde ich es von meinem Mann nicht verlangen. Zum Glück bin ich gutverdienend, weil ich niemals abhängig sein wollte.
w/39
 
  • #8
Das Problem von solchen Postings, die keine Zahlen enthalten ist, dass sie keine Zahlen enthalten!

Absolutzahlen machen nämlich einen enormen Unterschied!

Auch bei meiner Frau und mir war es so, dass ich ein vielfaches ihres Einkommens hatte. Trotzdem hat sie darauf bestanden, dass wir die Kosten unseres damaligen neu gebauten Einfamilienhauses 50:50 geteilt haben.

Allerdings war sie damals schon Puerserette (Chefstewardess, allerdings bei unserm Hausbau noch keine "P2") und hatte ein Einkommen, wie es andere Familien, die ein Haus bauen, insgesamt haben.

In so einer Konstellation ist 50:50 ganz normal, denn es tut auch dem, der signifikant weniger verdient, nicht weh, da in Absolutzahlen immer noch jedem genug übrig bleibt.

Der einzig sinnvolle Hinweis in deinem Posting ist der 18 Jahre alte Golf und Deine Rücklagenlosigkeit, dieses locker ersetzen zu können, wenn er zum Abdecker müsste. In diesem Fall tippe ich mal eher auf eine Konstellation Friseurin/Verkäuferin (etc.) und einem Ehegatten mit relativ normalem/gehobenen Einkommen. Eigentlich wäre es hier tatsächlich geboten, dass man seine Resourcen mehr/besser zusammen schmeißt.

V.m45
 
  • #9
Dann hätte sich dein Mann eine Frau suchen müssen mit einem ähnlich hohen Einkommen als er hat. Das ist eine ungleiche Machtverteilung und - wie ich finde - keine Beziehung auf Augenhöhe. Würde ich so gut vedienen, dass ich nicht mehr weiß wo ich meine Autos hinstellen soll, wäre es für mich ein selbstverständliches auch in das gemeinsame Leben mehr zu investieren und nicht den Partner klein halten. Die Kosten für das Haus würden ihn dann bestimmt nicht arm machen wenn er aus einem Vergnügen heraus die Instandhaltungskosten und KFZ Steuern in mehrfacher Ausführung locker bezahlen kann. Das was er macht finde ich ein sehr abwertendes Verhalten. Das du nach 8 Jahren Beziehung so überhaupt keine Einblicke hast was sein Gehalt angeht finde ich ungewöhnlich.
 
  • #10
ich bin der Meinung, dass es fair aufgeteilt werden sollte, und nicht 50/50. Vor allem, wenn der eine Partner gleich ein "vielfaches" mehr verdient. Bei ähnlichem Lohnniveau könnte man sich noch streiten. Aber hier ist der Fall für mich glasklar.
 
  • #11
Also Lousia,

prüfe doch einfach einmal logisch.
Werden Steuern auch einfach 50/50 erhoben?
Wie schaut dies mit der Lohnsteuer & mit den Sozialversicherungen aus? Insofern man die gleichen "Sätze" hat, bezahlt zwar auf dem ersten Blick der "Vielverdiener" mehr Geld, aber die Prozente sind identisch. Somit ist es fair. Es gibt keine Benachteiligung.
Oder wäre es gut, wenn ein Ingenieur (5500,00 € Netto im Monat) fix 50,00 € Steuern bezahlen müsste, aber ein Student, der nur 250,00 € im Monat hat ebenfalls?

Ich habe stets in der WG und bei den Partnerschaften "korrekt" gerechnet. Unintelligente Menschen verstehen dies nicht ganz und sehen es obendrein selten ein, aber so ist dies doch überall.

Kurzum:
Das, was "beide" kaufen wollen und in der Liste gemeinsam aufgeführt wurde, wird eben als "Gesamtsumme" hergenommen.
Nun der Nettolohn abzüglich Zahlungen, Versicherungen, Fixkosten, die jede Person so "einzeln" hat, hergenommen.

Dann habe ich eben das Gesamteinkommen und den Gesamteinkauf in Relation gestellt. Ist ganz easy: Du kennst das ja mit der direkten und indirekten Proportionalität, Dreisatz usw.
Kann man sogar bequem im Kopf "abschätzen".
Und dann hat man eben die Einzelbelastung jeder Person.
Der Geringverdiener wird zwar weniger Geld bezahlen, aber hat fairerweise die gleiche Belastung. Der Gutverdiener muss zwar mehr bezahlen, aber hat auch hier die gleiche, faire, prozentuale Belastung.

So hat dies wunderbar in der WG und in den Partnerschaften bei mir funktioniert. Es geht eben um Fairness und um korrekte Abrechnung! Ist ja (fast) überall so. Warum sollte man dieses System nicht auch auf den Privathaushalt anwenden?

Freilich spricht nichts dagegen, wenn man sich abspricht und der Partner einfach so etwas kauft, hier und da einmal weniger/mehr gibt oder man sich beim Mietzins, den Nebenkosten usw. einigt.
Irgendwie ist ja alles ein Geben und ein Nehmen.
Dennoch finde ich, dass man vorab eine klare Regelung treffen sollte. Mit dem "Prozentverfahren" bin ich stets gut gefahren.
Das Problem bei der Sache ist, dass die meisten "unklugen" Menschen nur den eigenen ( "höheren") oder fremden ("geringen") Betrag sehen und dann "meckern".

5% sind eben 5%, 19% sind eben 19%.
Wenn man halt 250,00 € hat, dann ist die 5% Belastung genauso hoch wie bei einer Person, die 5000,00 € hat. Klar, die Beträge sind unterschiedlich, aber "fair".
 
  • #12
Das ist nicht normal! Jeder sollte Kosten nach seinem persönlichen Vermögen tragen. Dass er mehr verdient und sich mehr leisten kann, darf nicht zu Deinem persönlichen Ruin führen.
 
  • #13
Da bin ich echt sprachlos... Das ist aus meiner Sicht nicht besonders partnerschaftlich.... Aber eine Frage hätte ich: wie ist es denn bei euch mit den Steuerklassen? Wenn er so deutlich mehr verdient als du, gehe ich davon aus, dass er steuerlich profitiert? Wie habt ihr DAS denn fair geregelt?
 
  • #14
Ohne dir etwas unterstellen zu wollen liegt der Grund dafür, dass du einen Mann, dessen Einstellung du bereits 5 Jahre kanntest, letztlich geheiratet hast doch recht nahe. Nämlich, dass du im Falle einer Scheidung, Tod, Kindern, Rente von ihm profitieren würdest. Denn wenn mich jemandes Einstellung derart stört, dann verpflichtet man sich nicht. Es sei denn, der letztliche Vorteil ist größer als der ungeliebte Kompromiss. Du wusstest, wie er tickt. Unabhängig davon, wie das jetzt irgendwer findet.
Grundsätzlich existiert Wissens keinerlei Recht am Vermögen des Ehepartners. Ausgenommen Zahlungsverpflichtungen und Scheidung, wo zumeist zu Gunsten der Frau gerechnet wird, da man nach wie vor von einem Verdienst- und Karriereausfall der Frau zum Vorteil des Mannes ausgegangen wird, den dieser dann quasi nachträglich abzahlen muss
 
  • #15
Beispiel:
Der Mann hat im Monat noch 500,00 € und die Frau 250,00 € übrig.
Nun soll eine einfache Kaffemaschine für 100,00 € angeschaft werden. Beide haben 750 € Restguthaben und der Wert der Anschaffung bezieht sich auf 100,00 €. 100,00 € entsprechen ca. 13,33 % vom Restguthaben. Somit wäre es fair, wenn die Frau 13,33 % von den 250,00 € und der Mann 13,33 % von den 500,00 € bezahlt. Die Frau bezahlt dann 33,33 € und der Mann 66,66 €.

Ja, der Mann wird sich jetzt aufregen, da der Betrag ja viel höher ist, aber unterm Strich verdient bzw. hat der Mann ja den doppelten Betrag im Monat x übrig. Also ist es "fair". Prozente, anteilig, fair!

Betriebswirtschaftlich und Finanztechnisch könnte ich noch viel komplexer um mich hauen und Fachtermini verwenden, aber für Elitepartner habe ich das "recht" einfach gestaltet. Das Prinzip ist ja klar!

So kann man dies auf Nebenkosten, Einkauf, Versicherungen usw. ganz einfach übertragen. Es ist fair!

Bei der Lohnabrechnung ist es auch so.
 
  • #16
Nach einer echten Partnerschaft klingt das für mich nicht. Aber das ist etwas das jedes Paar individuell lösen muss.
Mein Partner verdient auch einiges mehr als ich. Wir haben ein gemeinsames Konto und gönnen uns meistens zusammen was. Es wurde mich nie vorgerechnet wer was verdient und wem was gehört. Auch vor der Ehe nicht. Ich habe damals 3 Jahre lang sein Studium finanziert (spätes nach Ausbildung und Berufserfahrung). Auch da habe ich nicht rumgerechnet. Mein Mann hätte aber auch kein Interesse dran seine Freizeit allein zu verbringen. Wir sind eine Familie und haben ein Familieneinkommen. Natürlich gönnt sich mein Mann auch Sachen nur für sich und seine Hobbies. Gar keine Frage. So läuft das bei uns seit 8 Jahren problemlos.

Allerdings wirst du deinen Mann nicht ändern können. Unter diesen Umständen hätte ich auch keinesfalls ein Haus mit ihm gekauft bzw ihn überhaupt geheiratet.
 
  • #17
Ihr seid verheiratet und dein Mann verhält sich so?
Unglaublich. Ich dachte immer, eine Ehe wäre auch eine Wirtschaftsgemeinschaft. Mein Mann verdient auch mehr als ich - aber nicht soviel mehr wie deiner -, und wir hatten schon gemeinsame Kasse, als wir unverheiratet zusammengelebt haben.
Wenn sich einer von beiden Partnern einen ganz anderen Lebensstandard leisten kann als der andere, dann frage ich mich, warum man überhaupt verheiratet ist.
Aber was stimmt nun? Du schreibst:
Er hat mir in der Vergangenheit immer wieder vorgehalten, dass er alles bezahlen würde und ich kaum etwas beisteuern würde.
Dann aber:
Gleichzeitig gibt er aber enorm hohe Beträge für immer neue Autos aus, von denen wir inzwischen gar nicht mehr wissen, wo wir sie unterstellen sollen. Mein Mann steht auf dem Standpunkt, dass jeder den gleichen Betrag für die Gemeinschaft (Haus, Lebenshaltungskosten etc.) beisteuern sollte und den Rest darf jeder für sich verbraten. Dabei sollte demjenigen, der mehr verdient (in diesem Fall also ihm) selbstverständlich auch mehr für das Privatvergnügen zustehen.
 
  • #18
Ist das ein Fake. Wenn es in etwas gleich ist, sollte man da nicht drüber diskutieren....
Wenn du bis heute nicht weiß, was er verdient. Was ist das für eine Basis? Wenn er das 10 fache verdient, da könnte er es ja wohl ganz locker angehen, ohne dass er verarmt. Und zwar so locker. Das er auch das 10 fache zahlt. So würde ich es handhaben. Klar ißt er nicht 10 x mehr als du und verbraucht auch nicht 10 x mehr Waschpulver etc. Aber mit so einem Geizkrage (mit viel Kohle) würde ich nicht leben wollen.
Wenn er nicht den entsprechenden Faktor zahlen wollen würde, dann aber doch zumindest 5 x mehr. So geht es aus meiner Sicht gar nicht. Und nur zur Klarheit - ich war jahrelang der Besserverdienende. Das Auto lief auf mich, die Kosten auch - und zwar komplett.
 
  • #19
Solche Dinge klärt man vor der Hochzeit. Dann führt man ein Haushaltsbuch, damit kann auch ganz leicht festgestellt werden, wer was beiträgt.
Du weißt nicht, was dein Mann verdient?
Offensichtlich fühlst du dich sehr ungerecht behandelt und suchst Unterstützung bei Freunden, Verwandten und wildfremden Menschen im Forum.
Für mich klingt das alles wie eine Verbindung ohne jegliche Vertrauensgrundlage, nach einer Geschäftsbeziehung, die sich nicht nach deinen Wünschen entwickelt hat.
Warum trennst du dich also nicht? Hoffst du noch weiter auf finanziellen Zugewinn?
Und ja, ich bin der Meinung, man sollte die Lebensführung 50/50 teilen, das ist eine Frage von Stolz.
 
  • #20
Schwierig.
Nee, eigentlich nicht.
Ihr seid verheiratet. Was ist, wenn ihr Kinder habt und du gar nichts verdienst ? Läßt er dich dann verhungern ? Und die Kinder auch ? Die verdienen ja auch nichts.
Nein, ganz klar, miese Nummer.

Ich nehme an, er beteiligt sich genau zur Hälfte an der Hausarbeit ? Ehrlichgesagt nehme ich es nicht an, war nur so ein Spruch.

Ich habe eben im Nachbarthread von meinem Ex erzählt.
Ich habe komplett ( bitte wörtlich nehmen ) alles bezahlt, weil er nichts verdiente und wenn er dann dafür die ganze Hausarbeit ( wir hatte nur eine kleine 100qm-Wohnung, keinen Garten und nur ein Kind ) gemacht hätte, wäre meine Welt in Ordnung gewesen.

Also, wenn dein Mann beim hälftigen Teilen der Arbeit genauso gründlich ist wie beim finanziellen, könnte ich das noch irgendwie verstehen. Trotzdem würde ich meinen Partner nicht darben lassen, während ich in Saus und Braus lebe.
Ist einfach schäbig.

Jetzt kommt das ABER:
Meine Eltern haben viel gearbeitet, gute Berufe gehabt und waren immer sehr sparsam. Vom Vermögen meiner Familie war nach dem Krieg nichts übrig ( Ostpreußen ), das ist also wirklich alles selbst erarbeitet.
Ich selbst habe sehr viel gelernt, brauche ich nicht aufzuzählen, sonst gähnen die Stamm-User wieder.
Ich habe sehr viel an Zeit, Mühe, Geld und entgangener Entspannung investiert und nun ernte ich die Früchte.
Ich habe nie in Saus und Braus gelebt, normales Auto, keine teuren Reisen, keinen Schmuck.
Ich habe inzwischen viel ( ok, einiges von den Eltern geschenkt bekommen, aber zwei Häuser ganz allein abbezahlt und jetzt schon wieder genug Eigenkapital zusammen um für meine Studententochter eine Wohnung zu kaufen ).
Mein Ex hat NIE was gelernt ( keinen Abschluss, nur 7 Semester studiert, ohne einen einzigen Schein zu machen ), nahezu nie gearbeitet und alles, was er mal bekommen hat, immer unverzüglich ausgegeben.

Wenn ich so einen Partner hätte, würde ich nicht teilen wollen.
Aber ich würde ihn auch nicht heiraten.
( Blödsinn, ich habe alles mit ihm geteilt...also sagen wir, heute bin ich schlauer und würde es jetzt nicht mehr machen )

Übrigens: ich will dich nicht mit meinem Ex vergleichen, zwischen euch liegen sicher Welten, aber ich denke, wenn ihr so unterschiedlich viel verdient, erntet er auch die Früchte eines langen und erfolgreichen Studiums, während du schon mit 16 ein Lehrlingsgehalt bekommen und wahrscheinlich ausgegeben hast.

Nochmal: ihr seid verheiratet und da geht das trotzdem nicht.


w 48
 
  • #21
Hallo FS,

Mal ganz nüchtern betrachtet:

Wenn dein Mann, sagen wir mal, fünfmal mehr verdient als du, DU aber die HÄLFTE aller Kosten trägst, dann frage ich mich, wer sich auf WESSEN Kosten bereichert!

Hier werden bestimmt viele Männer meckern von wegen Emanzipation, Gleichberechtigung und so weiter, aber ich weiß, dass es auch viele Männer gibt die ihr Geld gerne für ihre Frau ausgeben und die sich insgeheim darüber kaputt lachen, wie kleinlich manche Kerle doch sind.

Es wundert mich, dass du seinen genauen Verdienst nicht kennst. Kennt er denn DEINEN? Habt ihr denn wirklich mal darüber geredet und die Karten auf den Tisch gelegt?

Verstehe das nicht....

w(28)
 
  • #22
Warst du wegen Kindern daheim? Wenn ja, so ist 50/50 nicht angebracht. Wenn du deshalb nicht daheim warst, dann ist halbe halbe ein fairer Weg, auch wenn es andere funktionierende Modelle geben mag.
Denn viele Männer quälen sich durch anstrengende Studien oder Jobs und verdienen dann mehr. Viele Frauen studieren lieber in Bereichen die schlecht bezahlt sind.
Das hohe Gehalt bekommen die Wenigsten geschenkt. Warum sollten sie jetzt teilen?
Wer kennt die Parabel von der Ameise und vom Grashüpfer?
 
  • #23
Hört sich für mich sehr stark nach einer Zweckgemeinschaft an.

Ich meine ihr seid verheiratet, warum sollte da immernoch halbe/halbe gemacht werden? Schließlich steht ja der Gedanke hinter der Heirat, ein Leben lang zusammen zu bleiben. Klar mag er mehr verdienen, aber das Geld verdient er doch für die Familie und nicht für sich.

Ich finde seine Haltung sehr eigenartig.
 
  • #24
Das kommt darauf an, wie groß der Gehaltsunterschied ist.

Wenn der Gehaltsunterschied (z.B. 50.000 zu 120.000) zu groß ist, finde ich es nicht angemessen, die Kosten 50:50 zu teilen. Der Besserverdiener kann sich einen höheren Lebensstandard leisten. Der Geringerverdiener kann diesen teureren Lebensstandard selbst langfristig nicht finanzieren.

Da sehe ich nur 2 Möglichkeiten. Entweder das Paar lebt auf dem niedrigeren Lebensstandard, den der geringer Verdienende finanzieren kann und das Paar teilt die Kosten 50:50, oder das Paar lebt auf dem höheren Lebensstandard des besser Verdienenden und der besser Verdienende übernimmt einen höheren Teil der Kosten.

Ich finde nicht, dass er Dir Dein Auto, Dein Hobby o.ä. finanzieren muss. Aber natürlich ist es merkwürdig, dass er seine Ehefrau mit einem alten Karren durch die Gegend fahren lässt.
 
  • #25
Du hast zu sehr nach oben gedatet. Trenn Dich und such auf Augenhöhe!

Allerdings denke ich auch, dass sich Dein Partner nicht wirklich partnerschaftlich verhält. Ein bisschen Solidarität in einer Partnerschaft darf es schon sein. Aber warum sollte er Dir einen angenehmen Lebensstandard bieten? 50:50 ist natürlich grundsätzlich fair, solange sich der Lebensstandard am geringeren Einkommen orientiert. Hat er auf einen höheren Standard bestanden, sollte er die Mehrausgaben auch tragen. Habt ihr es gemeinsam beschlossen oder Du diesen Standard allein forciert, so ist 50:50 eine gute Lösung.
 
  • #26
Die Frage nach Recht oder Unrecht ist hier an dem Platz einfach die Falsche. Bei solchen familiären Geschichten gibt es keine Gesetze, sondern höchstens Traditionen oder faire Regelungen.
Von einer fairen Regelung kann ich bei Deiner Konstellation nichts erkennen. Du bist mit Deinem Mann seit acht Jahren zusammen und weißt nicht, was er verdient? Das finde ich mehr als seltsam. Er wird doch sicher auch wissen, was Du verdienst, oder? Ihm muß klar sein, daß Du Dir seinen Lebensstandard von Deinem Gehalt nicht leisten kannst. Solange Du nur kurz mit ihm zusammen bist ist das egal - ihr aber seid langjährig verpartnert und sogar verheiratet.
Er ist ein rücksichtsloser Egomane. In einem Falle wie Deinem bleibt nur die Möglichkeit, daß man GEMEINSAM sich auf ein finanzielles Niveau bezüglich Lebenshaltungskosten begibt, das BEIDE finanzieren können oder derjenige, welcher mehr verdient, übernimmt den größeren Anteil.
Würde ich Deine Fragestellung meiner Mutter vorlesen (immer berufstätig, gemeinsames Konto mit meinem Vater) wäre sie fassungslos und würde sich an die Stirn greifen.
Dein Mann hat nicht nur keinen Respekt vor Dir, er ist auch rücksichtslos und egoman.
Ich würde es so handhaben, daß die Kosten im Verhältnis der Einkommen zueinander verteilt werden.
 
  • #27
Es gibt einen Punkt, an dem die "Emanzipation" endet.
Wo der liegt, können nur die zwei untereinander ausmachen, die sich zusammentun wollen. Die Grundidee der Ehe ist aber die einer Wirtschaftsgemeinschaft. Und die beginnt mit gegenseitiger Transparenz als erstem Schritt, sonst fehlt ja schon die elementare Vertrauensbasis. Da würde ich keine gute Prognose vermuten...
 
  • #28
Erstmal hatte ich die naive Ansicht, dass man, wenn man heiratet, alles in einen Topf schmeißt, und wenn man sich gemeinsam ein Haus anschafft, nicht aufgerechnet wird, wer mehr zahlt, weil er kann.
Klar, wenn man sich sagt "bei Geld hört die Freundschaft auf", besteht man darauf, dass ein Haus, das zur Hälfte dem anderen gehört, auch zur Hälfte von ihm bezahlt werden muss. Aber wenn ich so rechne, denke ich, dass ich mich ja vielleicht irgendwann trennen werde und dann nicht zu viel bezahlt haben will. Und mit diesem Gedanken schon allein erschaffe ich eine Distanz zum Partner. Kann vernünftig sein, wenn man abgeklärt ist und nicht mehr an Liebe glaubt.

Du hast zu wenig geschrieben über euer Leben und Berufsleben. Wenn er den ganzen Tag malocht und Du drei Stunden arbeitest, ohne dass ein Kind betreut wird, könnte ich mir vorstellen, dass er sich denkt, Du könntest mehr arbeiten, dann hättest Du auch mehr. Es klingt stellenweise ein bisschen so, als würdest Du berechnend sein.
Solltest Du ihm den Rücken frei gehalten haben, während er Studium und Karriere gemacht hat, ist das blöd gelaufen für Dich, weil mit so einem Mann die Rechnung nicht aufgeht, dafür irgendwann belohnt zu werden.

An sich finde ich Menschen, die nicht gern geben, schlimm. Allerdings finde ich Menschen, die einfach davon ausgehen, dass ich mehr bezahle, weil ich mehr verdiene, auch schlimm. Vielleicht ist bei euch so eine Dynamik eingeschlichen, wo es sich nur noch ums Geld dreht. Damit wäre aber die Beziehung für mich am Ende, weil ich mir eine Beziehung wünsche, die offen, großherzig und wohltuend ist, und nicht eine, in der ich kleinliche Kämpfe ausfechten muss oder das Gefühl habe, ich werde ausgenutzt.
Warum er Dir nicht mal ein Auto schenkt als seine Frau, wundert mich aber bei allem. Er hat es doch als Hobby, Du fährst ein altes Auto. Wie macht ihr euch Freuden im Alltag? Schenkt man sich überhaupt mal was? Wie läuft das sexuell, ist da auch das Aufrechnen dabei, wer mehr davon hat?
 
  • #29
ich stimme dir absolut zu. Er wusste ja, worauf er sich einlässt. Natürlich sollte jeder seinen Beitrag in einer Ehe leisten und ja, rechtlich gesehen habt ihr grundsätzlich weiterhin getrenntes Eigentum/Vermögen.
Dem stimme ich überhaupt nicht zu. Du wusstest doch, worauf Du Dich einlässt, schließlich warst Du vor der Ehe 5 Jahre mit ihm zusammen.
Getrenntes Eigentum/Vermögen ist mit großer Wahrscheinlichkeit falsch. Sofern ihr keine Zugewinngemeinschaft ausgeschlossen habt und auch keine getrennten Steuererklärungen macht gehört alles, was ihr während der Ehe erwerbt bzw. an Eigentum aufbaut euch beiden zu gleichen Teilen. Setz' Dich in eines seiner Autos und fahr' damit statt mit dem alten Golf.
Bleib einfach lange genug mit ihm verheiratet und wenn genug Geld da ist und Du seinen Geiz endgültig über hast, das Haus bezahlt ist, lass' Dich scheiden und kassier' von allem die Hälfte ab, inkl. von seiner Altersversorgung. Dann kommst Du mit gewisser Verspätung in den Genuss seines Einkommens.

Warum hast Du ihn geheiratet, wenn Du mit 50:50 bei euren Einkommensverhältnissen nicht einverstanden bist? Hast Du wirklich gehofft, dass das während der Ehe anders wird? Nun, dann hast Du Dich eben geirrt.
Willst Du mehr Geld, wirst Du an der Seite dieses Mannes mehr arbeiten und Dich weiterbilden müssen - anders geht das wohl nicht, bzw. s.o. lange genug ausharren.
Es gibt noch eine Alternative: schwanger werden, aufhören zu arbeiten und ihn über einen Anwalt auffordern lassen, Dir ausreichend Hauswirtschaftsgeld und Taschengeld zu zahlen. Risiko: er reicht die Scheidung ein, um sich von Dir als Kostenblock zu befreien.
 
  • #30
Ich weiß auch bis heute nicht, was er eigentlich genau verdient.
Warum weißt Du nicht, was er verdient und wie kommst Du zu der Annahme, dass es ein Vielfaches Deines Einkommens ist. Du kommst mir reichlich Milchmädchenhaft vor.
Sofern ihr keine Gütertrennung vereinbart habt, seid ihr zu einer gemeinsamen Steuererklärung verpflichtet. Das steht drauf, was er verdient, d.h. Du musst nur nachsehen.

Wetten, dass er Steuerklasse 3 hat und Du die ungünstige 5, d.h. dass Du ihm seine Ausgaben noch mitfinanziert. Lass ' die Steuerklasse auf 4/4 ändern und schon hast du etwas mehr Geld und er ganz erheblich weniger. Auch so zeigt frau solchen Männern, dass sie sich nicht veralbern lässt.

Als ich verheiratet war, habe ich deutlich mehr verdient als mein Exmann. Wie haben die Kosten prozentual nach Einkommen geteilt und hatten ein gemeinsames Konto, von dem er sich geholt hat, was er zu brauchen meinte.
Das war für mich als Ehepaar damals ok, aber da war ich jung und unerfahren. Heute würde ich nicht mehr heiraten und mit einem Mann so zu seinen Gunsten teilen.
Ich habe spät dazugelernt, was Dein Mann offensichtlich in jungen Jahren schon weiß (kein Vertrauen in die Dauerhaftigkeit eurer Ehe).