• #31
Natürlich, das ist faktisch ja auch richtig. Das heißt aber nicht, daß die Eltern das Recht habe, ihre Kinder immer als Kleinkinder zu behandeln, die ihr Leben nicht nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten dürfen.
Es geht aber darum, daß sich die Eltern-Kinder Rolle zu einer Erwachsenen-Erwachsenen Beziehung ändern muß. Nicht Freundschaft oder ähnliches. Einfach erwachsenes miteinander umgehen. Ohne daß Eltern auf ihrer Eltern Rolle bestehen müssen.
Sag das den Eltern der FS ;-). Wenn Eltern ihre erwachsene Kinder als Kleinkinder behandeln, so kann die erwachsene Tochter souverän darauf antworten bzw. fragen: "Mama wie alt bin ich? 15 oder 35?". Das sollte schon genügen die Mutter oder den Vater zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen, dass die Tochter eine erwachsene Frau ist.

Was sehr effektiv ist und es auch bei mir genutzt hatte, war meine Frage an meinen Vater: "war es denn weniger gefährlich als du über 2000 km mit dem Motorrad gefahren bist als junger Mann?" weil mein Vater Angst hatte ich müsste in einer fremden Stadt mit dem Rollstuhl auf der Strasse statt auf den Bürgersteig fahren. Er hatte daraufhin nichts mehr gesagt. Klar seine Angst und Sorge um mich konnte ich verstehen aber er sollte mir auch vertrauen!

Effektiv ist es die Eltern mit ihrer Jugend, mit der Zeit als sie selbst erwachsen wurden zu konfrontieren und dass sie sich genau gleich verhielten. Ihnen quasi den Spiegel vorzuhalten und auch fragen: "wie hast du es in meinem Alter gemacht / wie hast du dich verhalten damals, als du selbst jung warst und hast du dir von den eigenen Eltern rein reden lassen?"

Es bringt viel und das könnte die FS ihre Eltern fragen: "habt ihr euch bei der Partnerwahl selbst ausschliesslich von den Wünschen euren Eltern leiten lassen?" Denke damit wird sie sie zumindest zum Schweigen bringen, damit sie nicht mehr meckern.

Auch wenn ich mich wiederhole: Immer schön die eigenen Eltern mit ihrer Jugendzeit und ihrem erwachsen werden konfrontieren! Sich immer bewusst werden, dass auch unsere Eltern jung waren und sich selbst die Abhängigkeit erkämpft haben.
 
  • #32
Sie war verbunden mit ihrem Kind durch die Nabelschnur, und die Mutter ist es die diese Nabelschnur auch im übertragenen (emotionalem) Sinne durchtrennen müsste. Es gibt keine grössere symbiotische Bindung als zwischen Mutter und Kind.
Das ist eine reichlich verklärte Sichtweise von Mutterschaft und nicht alle Mütter fühlen sicherlich so. Und diese symbiotische Verbindung löst sich in der Regel ja zum Glück nach und nach auf. Wie die Verhältnisse auch sind; ja, eine Mutter muss irgendwann die Nabelschnur durchtrennen. Wie du schon sagst, eher im übertragenen Sinne. Allerdings wenn die Mutter das nicht tut, gehört es zum erwachsen werden, dass man sich (auch im übertragenen Sinne) losreißen sollte...
 
  • #33
(...) und ich glaube die Eltern werden sich immer Sorgen um ihre erwachsenen Kinder machen auch wenn das nicht mehr nötig ist.
Ich gebe dir recht, dass sich (viele) Eltern wahrscheinlich immer um ihre Kinder Sorgen machen werden... Entscheidend ist ja, wie damit umgegangen wird. Ich weiß, dass sich meine Eltern (vor allem meine Mutter) auch häufig Sorgen um mich gemacht haben und jetzt auch manchmal noch machen. Trotzdem würden sie es sich niemals anmaßen, meine Lebensentscheidungen zu kritisieren oder etwa noch Rechtfertigungen oder rechtfertigende Erklärungen erwarten. Sie akzeptieren meine Entscheidungen, aber ich weiß (und bekomme es signalisiert), dass sie mich unterstützen, wenn es nötig ist und immer ein offenes Ohr haben. Wir reden miteinander, aber Grenzen werden akzeptiert. Das handhaben sie auch bei meinen Geschwistern so und wir wissen es alle sehr zu schätzen, dass wir, selbst wenn sich eine Entscheidung als falsch herausstellen sollte, nicht mit Vorwürfen à la "wir haben es dir ja gesagt" rechnen müssen. Und wir haben alle ein sehr gutes und offenes Verhältnis zu meiner Mutter und meinem Vater. Ich versuche es mit meinen Kindern genauso zu machen und merke gerade wie schwer es ist, manchmal die eigenen Wünsche sowie Vorstellungen die man für das eigene Kind hat hintenanzustellen. Wir diskutieren über viele Themen, gerade die beiden Großen (fast 16 und 17) schneiden viele Sachen an, die sie beschäftigen. Es ist nicht einfach, sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen, obwohl man weiß (oder auch nur denkt???), dass sie nicht gut sind. Unser Ältester hat sich in den Kopf gesetzt zur Bundeswehr zu gehen und dort zu studieren. Wir sind sonst eher eine Familie von Pazifisten ;), neben dem "ethisch-moralischen" Aspekt (mal überspitzt gesagt) sehen wir auch Gefahren und kritische Aspekte dieses Berufes. Mein Lieblingssatz ist allgemein sowieso: "Du musst dich nicht rechtfertigen. Deine Gründe höre ich mir gerne an." Es ist eine ganz schön harte Nuss respektvoll und trotzdem kritisch mit ihm über dieses Thema zu reden sowie ihm bei aller Skepsis das Gefühl zu geben, dass wir hinter ihm und zu seinen Entscheidungen stehen. Man kann es nicht allen recht machen und sollte lernen das auszuhalten. Das gehört für alle Beteiligten zum Loslassen, Abnabeln und Erwachsenwerden dazu.
 
  • #34
Ich habe eine sehr herzliche und freundschaftliche Verbindung zu meinen Eltern. Ich besuche sie mindestens einmal wöchentlich, gehe oft mit meiner Mama essen, shoppen und mache auch mal einen Kurzurlaub mit ihnen (Städtereisen, Wellnesswochenende).
Meine Familie ist mir sehr wichtig und meine Geschwister, meine Kinder und meine Neffen und Nichten haben ein ähnliches Verhalten.
Mindestens einmal im Monat treffen wir uns alle gemeinsam. Meine Mutter bekocht uns dann und wir kümmern uns um den Rest. Das sind immer sehr entspannte und lustige Sonntage.
Meine Eltern sind weltoffene, fortschrittliche und tolerante Menschen mit denen ich gerne meine Zeit verbringe, abgesehen davon, dass sie meine Eltern sind.
 
  • #35
Beim Lesen eurer Kommentare kam mir oft der Gedanken, ob meine Eltern mich wirklich noch kennen und wissen, wofür ich stehe, was ich möchte, was mich glücklich macht bzw. ob sie das erkannt haben und wirklich akzeptieren...?
Hi,
Ich finde es schade, dass deine Eltern sich so unverständlich verhalten, aber du weißt ja selbst, du bist keine 13 mehr und jetzt müssen deine Eltern deine Entscheidung akzeptieren. Einem 13jährigen Mädchen versucht man vielleicht noch, in Bezug auf die Partnerwahl andere Werte mitzugeben, weil man durch die elterliche Lebenserfahrung deutlich mehr Menschenkenntnis hat und einen schlechten Charakter hormonfrei erkennt, aber das ist in deinem Alter nicht mehr der Fall.

Es zwingt dich keiner, einen auf Happy Family zu machen, es ist einfach so.
Bei uns klappt es aus diversen Gründen selten, dass mein Partner mich zur Familie begleitet, er langweilt sich im übrigen dort sehr, aber ich finde, dass Familientreffen je nach räumlicher Distanz eh nur einen kleinen Teil der Zeit ausmachen, also finde ich es nicht schlimm.

Natürlich möchte man immer, dass die Eltern stolz auf einen sind in Partner- und Berufswahl, aber das zu überwinden und selbst zu seinen Entscheidungen zu stehen ist eine interessante Persönlichkeitsentwicklung.

Vielleicht ändert sich die Haltung deiner Eltern mit der Zeit, wenn ihr länger zusammenseid. Nur spekulativ: Vielleicht waren sie "stolz" auf deine vorherige längere Beziehung und fürchten, dass du jetzt zu unstet wirst. Ich will dir nur mal Mut machen, dass sich das Verhältnis noch bessern kann.
W35