• #32
Ich versteh dein " aushalten " nicht. Wenn du mit ihm wirklich nicht glücklich bist. Es Gibt denn > Wege< . Eine Tür zu öffnen : Trennung! Fertig Thema
 
  • #33
Der Hirnforscher Gerhard Roth ..."Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten - Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern."
Der Titel klingt interessant - und zugleich beschleicht mich da so eine Ahnung, dass hier wieder mal nur einer klug erklärt, aber nix Brauchbares an Werkzeugen in die Hand geben wird. Es gibt so viele Bücher, wo für zig Problemstellungen allerlei Gründe gefunden und benannt werden - und dann sitzt der Leser da und fragt sich: und weiter? Und wenn mir das "warum?" nicht helfen kann, etwas real zu verändern, dann ist das letzltich doch fürn Hugo - ein bisschen wie "Masturbieren ohne Kommen", um es mal derb auszudrücken.
 
  • #34
Schöne Aussagen wie so häufig in diesem Forum:

"Trenn Dich, der ist nicht gut für Dich"
"Das wird nichts, ein Mensch kann sich nicht ändern" etc.

Wo auch immer diese absoluten Aussagen die Zukunft betreffend ihr Fundament stehen haben, ich halte sie alle für Quatsch. Ich vermute auch, das ein Pessimist nicht zu dem Optimist werden. Aber dazwischen gibt es viele Stufen. Bei mir wahren früher alle Gläser halbleer. Und heute gibt es immer noch viele halbe leere. Aber es gibt viel mehr halb volle. In meine Ehe ging das Spiel so Je optimistischer sie war, desto pessimistischer war ich. Gab Sie ein wenig von Ihrem Optimismus ab, ging ich auch auf sie zu. Gereicht hat es am Ende nicht. Aber ich denke durch Gespräch - auch oder gerade über Deine Empfindungen (nicht durch Forderungen und Druck) lässt sich da bestimmt was verändern - er muss es wollen.

Schmeiß nicht so schnell hin, wie viele fordern. Was kommt ist nicht unbedingt besser. Da gibt es dann andere Mängel.
 
  • #35
Es ist eine Willensentscheidung, die mit Disziplin, Training und einem guten Verhältnis mit dem eigenen Schweinehund, umsetzbar ist, egal in welchem Alter.....
Wenn es denn eine Frage des Willens wäre! Man kann die eigenen Überansprüche aber anscheinend nicht ablegen: wenn jemand im Restaurant nicht einen einzigen Platz findet, an dem er sich wohlfühlt (Zugluft, Küchengerüche, Türnähe, Geräusche, Beleuchtung, ...) und auf der Speisekarte nicht ein einziges ihm mundendes Gericht, hilft auch kein guter Wille. Und ein darob spürbar verärgerter Partner schon gleich zweimal nicht, das führt nur dazu, daß Speiselokale generell gemieden werden, was den Ärger für den anderen nur noch vermehrt: er hat Hunger, die Frau hat Hunger, man steht vor einem Lokal, und es gibt dennoch keine Lösung.
 
  • #36
Guten Abend,

erstmal herzlichen Dank für Eure zahlreichen und ausführlichen Antworten!

Vielleicht sollte ich noch ein paar Infos ergänzen:
Was meine Person betrifft war mein Partner nie negativ sondern hat mich immer unterstützt und bestärkt. Jeweils auf seine eigene Art (die ich zunächst lernen musste zu verstehen), aber immer mit Taten. Vielmehr geht es um die Einstellung im Leben: Ich habe einfach den Eindruck, er warte darauf, dass etwas Negatives passiert - sei es im Job, Freundeskreis oder in der Beziehung. Da ist zum Beispiel eine diffuse Angst, ich könne mich ohne Vorwarnung trennen (was ich nicht tun würde ohne vorher mehrfach klare Worte zu finden) oder "alle anderen haben es besser als ich". Oder "das geht schief weil ich immer Pech habe / mal wieder typisch". Meiner Ansicht nach hat jeder auch mal Pech - auch bei mir läuft absolut nicht alles glatt aber ich nehme es nicht so schwer wie er. Der Versuch, diese Ansichten zu diskutieren enden meistens mit einem "Du verstehst mich nicht". Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass diese Einstellung/Reaktionen von seiner Familie gelernt sind weil sie sich dort wiederholen.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie und wann ein guter Zeitpunkt ist, die Problematik anzusprechen - ich werde es aber in den nächsten Wochen tun. Habt Ihr gute Tipps? Danke auch für die Literatur- und Beratungshinweise! Dem werden ich auf jeden Fall nachgehen.

Vielen Dank für Eure Meinungen und Unterstützung - ich freue mich auf weitere Kommentare (egal in welche Richtung)!

Laax :)
 
  • #37
Guten Morgen,

wer als Kind in so einem Klima aufgewachsen ist, ist ein Gefangener seiner selbst und wird es schwer haben, von sich aus, seine Festplatte neue zu programmieren.
Richtig gute und auch sehr schnelle Ergebnisse, gibt es mit einer Hypnosetherapie. Viel Glück !
 
  • #38
Oder "das geht schief weil ich immer Pech habe / mal wieder typisch".
Er hat seine Wahrnehmung eben langjährig dort hintrainiert, daß er immer Pech haben wird. Eine self-fulfilling prophecy, kannst du ihm dieses Konzept näher bringen?
Er blendet erfolgreich das positive aus und nimmt nur das negative wahr, wodurch er sich auch ständig bestätigt fühlt in seiner Wahrnehmung.
Es kann das ändern, wenn er will, bestenfalls mit Gesprächstherapie. Es steckt Angst dahinter. Angst, nicht gut genug zu sein, nicht liebenswert zu sein, etc.
Wenn er sich nicht ändert, ich würde einen solchen Menschen nicht aushalten. Ich hätte mich allerdings auch nicht in ihn verlieben können.
 
  • #39
@Laax, so wie du es schreibst, fehlt ihm Vertrauen. Vertrauen ins Leben, Vertrauen in und auf sich selbst. Natürlich kann das einfach übernommenes Verhalten sein. Es kann aber auch etwas tiefer liegendes die Ursache dafür sein und das scheint mir hier der Fall zu sein. Sein "du verstehst mich nicht" deutet für mich darauf hin, dass ihm dieses Gefühl von Angst und Misstrauen nicht nur sehr vertraut ist, sondern dass es geradezu unentbehrlich für ihn ist. Da werden die Tipps ins Leere laufen, die ich dir weiter obengegeben habe. Da könnte was in seiner Kindhet und/oder in seiner Familienkonstellation sein, das ihm nicht erlaubt, das Leben und das Glück zu nehmen. Jenseits vom reinen Nachahmen erlernter Muster. m/43
 
  • #40
Naja, ganz wertfrei gesprochen: er hat ja recht. Du verstehst ihn ja auch wirklich nicht. Wahrscheinlich will er in dem Falle gar keine Diskussion über seine negative Weltanschauung, sondern einfach Zuspruch, Trost, Aufmerksamkeit. Vielleicht kann er sein Bedürfnis danach einfach nicht besser kommunizieren, und wünscht sich, dass du es von alleine erkennst.
Ob du nun dazu bereit bist darauf einzugehen oder nicht, ist ja eine ganz andere Frage. Ich würde nicht so sehr den Inhalt dessen beachten, was er da grade kritisiert und mich fragen, was wohl jetzt dahinter steckt. Ja, das ist anstrengend, nicht jeder will sich das antun.
 
  • #41
Liebe Laax,

ich habe aufgehört die Welt zu retten/retten zu wollen und lebe sehr gut damit.

Die von Dir beschriebene Verhaltensweise habe ich erst Letztens wieder in einer größeren Runde erlebt ...
... und geschwiegen.

Es scheint Menschen zu geben, die diese Weltuntergangsstimmung für Ihren Seelenfrieden brauchen, stets zelebrieren und für sich verinnerlicht haben.

Ich gebe gerne zu, dass ich mit meiner Art öfters auf die Nase falle. Aber ebenso oft stehe ich auf, klopfe mir den Dreck (dieser Welt) von den Sachen und gehe genauso weiter.

Ich befürchte Du wirst Deinen Partner sehr schwer positiv beeinflussen können. Bei meiner jetzigen Freundin ist es so, dass sie schon meinen Blick auf ihre Horror- und Katastrophenszenarien kennt und von selbst merkt, dass mich diese/ihre Art nicht überzeugt, nicht schön ist und einlenkt - nach fast 2 Jahren. Andererseits ist es gut, dass sie mich hin und wieder in meinem grenzenlosen Optimismus bremst. So bewegen wir uns immer wieder aufeinander zu.

Ich wünsche Dir/Euch viel Geduld und Ausdauer.
 
  • #42
Was meine Person betrifft war mein Partner nie negativ sondern hat mich immer unterstützt und bestärkt.
Das ist für mich erstmal das wichtigste. Ich würde zwar befürchten, wenn Du ihm erfolgsmäßig "über den Kopf wächst" (falls das überhaupt aufgrund gemeinsamer Interessengebiete, in denen konkurriert wird, möglich ist ), zieht er innerlich vielleicht eine Mauer hoch, dass er nun ganz von der Welt verlassen ist, weil die Position, aus der er Sicherheit bezog, nun auch noch in der Partnerschaft weg ist.

Ich habe einfach den Eindruck, er warte darauf, dass etwas Negatives passiert
Ja, das kenne ich auch.

Das ist eine Art manisches Denken: Man schwebt ganz oben, weil man denkt, es MUSS einfach alles gut gehen, und dann kriegt man wieder eins reingewürgt, weil es auch nunmal auch sehr unrealistisch war (aber bei anderen klappt es doch auch?!?! Warum sind die bessere Menschen als ich?). Dazu noch ein so denkendes Elternteil, fertig ist die Prägung. Wenn das negative nicht eintrifft, MUSS was gefunden werden, um das Bild wieder zurechtzurücken, weil man sonst nicht mehr besonders ist.

Man ist auserwählt, für immer Pech zu haben. Nicht die ganze Flüchtlinge, die alles verloren haben, oder die Kinder der dritten Welt, die schuften müssen für Steinplatten, die sich ein vom Leben gebeutelter Mensch dann in die Einfahrt legt und weint, weil er vom Pech verfolgt eine Platte kaputtgemacht hat und noch eine bezahlen muss.

Ich weiß, dass es gar nichts bringt, jemandem, der seine eigenen Probleme mit dem Leben hat, zu sagen, guck mal, wie schlecht es anderen geht (klingt auch ziemlich bescheuert, als wolle man sich am Unglück oder Elend anderer Leute aufbauen. So meine ich das nicht). Aber genau das ist der Punkt: Das Denken, man sei auserwählt, dass bei einem immer alles schiefgeht, wenn man schon nicht auserwählt ist wie andere, bei denen immer alles glatt läuft. (tut es auch nicht, man sieht nur ihr "Pech" nicht und man kann auch sein eigenes "Glück", dh. Dinge, die ohne eigenes Zutun super gelaufen sind, nicht erkennen und wertschätzen.)
 
  • #43
Das sind aber immer "die anderen". Und genau dieses Denken teilt die Menschheit in Gruppen: Die, mit denen ich mich NICHT vergleiche und die ihr Leben irgendwie verdient haben müssen (ohne dass das so mal gesagt wird, aber schlussendlich steht ja das dahinter, wenn man meint, es träfe einen so nicht, weil man viel besser mit dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest umgehen kann), und die, mit denen ich mich vergleiche und die aus irgendeinem Grund besser sein müssen, sonst hätten die nicht so viel "Glück".

Das sehe ich auch gesellschaftlich so. Das Ausgrenzen von Menschen, die "es" nicht geschafft haben und ihnen damit die Schuld zuweisen. Es fängt aber mit dem Elternhaus an und dafür kann keiner was. Elternhaus, Unfälle, Krankheiten etc., das ist alles was ganz anderes, als die Menschen, bei meinen, dass bei ihnen ja immer was schiefgeht und sie vom Pech verfolgt sind.

Das sind einfach unrealistische Erwartungen an das Leben, dass man so besonders ist, dass Glück das Selbstverständliche zu sein hat und man verschont werden sollte von Pech. (bei manchen Gläubigen sehe ich so eine Haltung, dass sie Gott nur anbeten, damit sie das Schicksal unter Kontrolle kriegen, dh. auserwählt werden, immer ein glückliches Leben zu haben)
Dass es anderen genauso passiert und noch viel Schlimmeres, die aber das ganze anders betrachten und nicht werten als Beweis dafür, dass sie auserwählt sind, vom Pech verfolgt zu sein, sehen Negativdenker nicht. Das war für mich ein großes Stück Arbeit, realistisch Dinge betrachten zu können, ohne "manischen" Optimismus, ohne den Pessimismus, der dann Lebensanschauung wird, weil sich die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Einfach machen und abwarten, was passiert, mit Freude an die Sache rangehen und wenn was schiefgeht, es mit Humor nehmen und wieder aufstehen und weitermachen. Und vor allem: nicht werten. Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Nicht in Relation setzen zu anderen. Das stiehlt nur Zeit, weil es einen nicht weiterbringt, darüber zu lamentieren, dass einen das Leben verfolgt oder wer auch immer.

Negativdenker sehen auch nicht die Mühe und die Qual, die andere in ihre Arbeit stecken. Oder auch die Rückschläge, die andere einstecken müssen, bevor sie ans Ziel gekommen sind. Alles ist immer nur Glück oder Pech. Und die Pech-Person muss sich gar nicht erst anstrengen, weil es sowieso nie was werden kann. Sie ist halt auserwählt...
 
  • #44
Naja, ganz wertfrei gesprochen: er hat ja recht. Du verstehst ihn ja auch wirklich nicht. Wahrscheinlich will er in dem Falle gar keine Diskussion über seine negative Weltanschauung, sondern einfach Zuspruch, Trost, Aufmerksamkeit. Vielleicht kann er sein Bedürfnis danach einfach nicht besser kommunizieren, und wünscht sich, dass du es von alleine erkennst.
Das Problem ist, dass er die Objektivität verloren hat und glaubt er ist der grösste Pechvogel auf der Welt und nur ihm geschehen Missgeschicke und Unglück.

Ich könnte vor Wut schreien. Er ist kerngesund und hat keine chron. Krankheit und benutzt einen Rollstuhl und hat keine Ahnung wie schmerzhaft es ist wenn Menschen einen deswegen ablehnen oder behandeln als hätte man Lepra! Ich erlebe noch und noch Ablehnung von Männern und ich habe extrem schlechte Chancen überhaupt einen bodenständigen, emphatischen Partner zu finden, der fähig wäre mich so zu akzeptieren, wie ich bin, denn meine Bezoehungs- und Liebesfähigkeit nicht darunter leidet - ausser dass ich in der Freizeit nicht alles mitmachen kann.

Und worüber jammert er? Das heute die Temperatur draussen 5° tiefer ist?

Ein wenig Dankbarkeit, dass er in Deutschland lebt und alles was er zum Leben brauchen, hat und nicht ums Überleben kämpfen muss, könnte er zeigen, über seine Gesundheit und das beste aus seinem Leben zu machen. Jammern ändert gar nichts macht sein Leben nicht schöner. Damit zieht er alle Menschen um sich herum runter. Es gibt mehr als genug Leid auf dieser Welt und er jammert als wäre am schlimmsten betroffen. Trost und Zuspruch für was? Ist er schwer krank oder gar todkrank? Wenn man mit Verlaub Jammerlappen trösten muss, was bleibt dann für die anderen, die es wirklich nötig hätten?

Liebe @Laax gib ihm das Buch "Ohne Leib mit Seele" vom Psychologen G. Fraberger, geboren ohne Arme und Beine und was er aus seinem Leben gemacht hat! Ich glaube du bist mit ihm immer leiden und deine gute Laune und Fröhlichkeit verlieren.
@AufdrSuche hat recht!
 
  • #45
Ich könnte vor Wut schreien. Er ist kerngesund und hat keine chron. Krankheit und benutzt einen Rollstuhl und hat keine Ahnung wie schmerzhaft es ist wenn Menschen einen deswegen ablehnen oder behandeln als hätte man Lepra!
Und worüber jammert er? Das heute die Temperatur draussen 5° tiefer ist?
Ich verstehe, worauf du hinaus willst, bin auch selbst eher ein positiv denkender Mensch, obwohl auch ich durchaus die Schattenseiten des Lebens kennengelernt habe, an denen andere vielleicht zerbrochen wären. Keine Ahnung. Was ich aber schon sehr früh gelernt habe ist, dass jeder Mensch ein Recht auf seine eigene Bewertung hat. Das eigene Leben unterliegt nun mal immer der Subjektivität und nicht der Objektivität. Grundsätzlich gibt es ja immer irgendwen auf der Welt, dem es noch schlechter geht, als einem selbst. Auch dein Los als Rollifahrerin in einem westlichen Industrieland ist sicherlich ein besseres, als das eines Gelähmten in einem Krisengebiet ohne ärztliche Betreuung, Infrastruktur, etc. Du verstehst worauf ich hinaus will. Es kommt immer darauf an, zu wem man sich in Bezug setzt.

Insofern ist die Empfindung des Mannes, der eben alles immer negativ sieht, sein gutes Recht, er muss eben nur das Glück haben, auf Menschen zu treffen, die sich davon eben nicht runterziehen lassen. Sowas gibt es ja auch.

Das gleiche kann man ja hier jedem Selbstmörder vorwerfen ("hör mal, anderen geht es viel schlechter als dir, du hast gar keinen Grund alles schwarz zu sehen und dein Leben als sinnlos zu empfinden"), und trotzdem hat er das Recht, frei zu entscheiden, sein Leben subjektiv als nicht fortführenswert zu betrachten. Das ist jetzt sicher ein Extrembeispiel, aber ich denke, es illustriert meinen Punkt.

Ich bleibe dabei, dass es hier nicht um die einzelnen Punkte geht, an denen er rumnörgelt, sondern dass das ein Kommunikationsmuster ist, mit dem er nach Zuwendung sucht, weil er nicht gelernt hat, diese anders einzufordern. Daher würde ich mich persönlich nicht davon runterziehen lassen, sondern fragen, was er mir vdamit EIGENTLICH grade sagen will. Er will gar nichts an seinem Leben ändern, das jammern hat eine andere Funktion. Wenn mir das zu viel wäre, ich also dafür keine Energie hätte, würde ich mich mittelfristig wahrscheinlich trennen.
 
  • #46
Ich verstehe, worauf du hinaus willst, bin auch selbst eher ein positiv denkender Mensch, obwohl auch ich durchaus die Schattenseiten des Lebens kennengelernt habe, an denen andere vielleicht zerbrochen wären. Keine Ahnung. Was ich aber schon sehr früh gelernt habe ist, dass jeder Mensch ein Recht auf seine eigene Bewertung hat. Das eigene Leben unterliegt nun mal immer der Subjektivität und nicht der Objektivität.
Eigentlich müsste er sein Leben nur in Relation zu anderen Menschen stellen. Und sich selbst fragen: "Habe ich wirklich einen berechtigten Grund die Welt fast immer schwarz zu sehen?"

Klar kann er jammern bis zum geht nicht mehr! Aber was erreicht er damit?
1) Die Welt kann er nicht ändern und
2) er vertreibt alle damit, denn niemand aber wirklich niemand erträgt Dauerpessimisten.
 
  • #47
Insofern ist die Empfindung des Mannes, der eben alles immer negativ sieht, sein gutes Recht, er muss eben nur das Glück haben, auf Menschen zu treffen, die sich davon eben nicht runterziehen lassen.
Das stimmt, aber das ist auch in ganz anderer Hinsicht eine Herausforderung, die ich erst nicht begriffen hatte. Mein Ex ist immer sauer geworden, wenn ich negativ geredet habe, weil er das Gefühl hatte, dass ich Erfolge anderer Menschen als ihnen zugefallenes Glück betrachte und nicht als harte Arbeit. Ich habe ihn auch nicht verstanden, weil ich das gar nicht gesagt hatte. Aber genau diese Haltung steckte dahinter - Erfolg = Glück. Da führte zu Gelähmtsein, überhaupt was anzupacken, statt vorurteilsfrei an die Sache ranzugehen und sein Bestes zu geben.
Wenn es nicht klappt, ist es so, und vielleicht gehört auch Glück zu vielem dazu, wenn man z.B. auf die richtigen Leute angewiesen ist. Aber so an eine Sache ranzugehen, bewirkt meist, dass man sich statt auf die Sache auf seine negativen Gedanken konzentriert. Ich denke auch, dass das Unbewusste dann nach dem "Erfolgserlebnis" sucht und einen genau zu den Menschen und dahin lenkt, wo man garantiert wieder scheitert. Klingt esoterisch, aber es wird was dran sein, dass wichtig ist, wofür man im Leben seine Augen offen hält - für den Beweis seiner Ansicht oder für einen noch offenen und wenn möglich positiven Ausgang.
Dass er nach Zuwendung sucht, glaube ich nicht, wenn ich mal von mir ausgehe. Das war damals einfach mein Denken und ich weiß auch, woher ich das habe.
Ich habe Optimismus immer für Unrealismus gehalten, aber der Denkfehler lag darin, die Weise zu denken und an eine Sache heranzugehen zu verwechseln mit der eigenen "Fähigkeit", die finstere Zukunft voraussehen zu können. Der echte Optimist denkt meiner Ansicht nach nicht, alles muss positiv ausgehen, sondern lässt es offen und sich dann nicht entmutigen und demotivieren, wenn was nicht klappt. Der echte Pessimist nimmt vielleicht auch nicht das Ergebnis vorweg, aber leidet mehr unter Misserfolgen und hat mehr Angst. Dann wären der Freund der FS und ich damals einfach Negativdenkerundhandler.

Wie hier jemand schrieb: Es hat mit Vertrauen ins Leben zu tun und mit mangelnder Lebenserfahrung zu sehen, was und wann man im Leben was selber lenken kann und wann man Glück haben muss, aber damit nicht rechnen kann. Insbesondere nicht, wenn man auf andere Meschen angewiesen ist.
 
  • #48
Eigentlich müsste er sein Leben nur in Relation zu anderen Menschen stellen. Und sich selbst fragen: "Habe ich wirklich einen berechtigten Grund die Welt fast immer schwarz zu sehen?"
Es ist immer Alles eine Frage der Perspektive...klar, findet man Menschen, denen es objektiv "schlechter geht" - aber eben auch das Gegenteil. Und heißt es nicht, dass Pessimisten Optimisten mit Lebenserfahrungen seien?
Ich denke, dass derartige Denkweisen nicht veränderbar sind - und schon gar nicht , wenn einem der Partner da gut zuredet.
Ich sehe es so, wie es hier schon erwähnt worden ist...vermutlich will dein Partner sich einfach mal ausheulen, ohne das gleich eine Lösung deinerseits präsentiert werden muss. Wie du damit umgehen sollst? So wie mit jeder anderen Charaktereigenschaft auch, die dich an ihm stört! Wenn das Gesamtpaket dennoch stimmt, nimm's als Macke und sieh darüber hinweg, falls das Gesamtpaket deswegen nicht mehr passt, beende es.
w,39
 
  • #49
Eigentlich müsste er sein Leben nur in Relation zu anderen Menschen stellen. Und sich selbst fragen: "Habe ich wirklich einen berechtigten Grund die Welt fast immer schwarz zu sehen?"

Klar kann er jammern bis zum geht nicht mehr! Aber was erreicht er damit?
1) Die Welt kann er nicht ändern und
2) er vertreibt alle damit, denn niemand aber wirklich niemand erträgt Dauerpessimisten.
Er hat das Recht. Natürlich hat er das. In einer freien Gesellschaft hat jeder das Recht zu denken und zu tun, was auch immer er möchte. Wer will sich denn dabei zum Richter aufschwingen? Ich persönlich würde mir nicht wagen, seine Empfindungen, die ja nun mal da sind, ihm in Abrede zu stellen. Und klar, er wird damit auch Leute vertreiben. Aber das sind dann eben auch die Leute, die einfach nicht verstehen, dass es hier nicht darum geht, die Welt zu verändern. Sondern um die Suche nach Zuwendung. Und auf diese Leute, die das eben nicht nachvollziehen können, wird er ja auch verzichten können. Wenn nicht, wird er leiden, dann wird der Leidensdruck so groß, das er was dagegen unternehmen muss.

Naja, die Diskussion würde für mich jetzt zu weit führen, sie ist auch sehr theoretisch, weil man sich das ja auch mal angucken müsste, was der Partner der FS denn jetzt tatsächlich macht. Und jeder hat da ja auch eine andere Toleranzgrenze. Die eine fühlt sich runtergezogen, die andere nicht, ich finde, da sollte dir FS ganz bei sich bleiben und gucken, ob sie das akzeptieren kann, ansonsten muss sie eben gehen. Ich glaube, wenn man den Menschen ändern will, wird er sich verschließen und damit ist auch Niemandem geholfen.
Kritik kann sie ihm ja mitteilen, ich denke nur, es wird nichts nützen, wenn es ein grundlegender Charakterzug ist von ihm. Dann passen die beiden einfach nicht zusammen.
 
  • #50
Ich würde mit ihm reden!
Aber nicht mit der Einleitung: Wir müssen reden!
Nenne ein zwei Beispiele, wie er etwas ausdrückt und wie Du es tust.
Bleib bei Dir und sag ihm zum Beispiel....dass Du, wenn Du seine Sätze benutzen würdest, Dich selbst schlechter fühlst. Und wie gut es Dir selbst tut, wenn Du es positiv ausdrückt.
Damit kritisiert Du ihn nicht und greifst ihn auch nicht an.
Vielleicht probiert er es selbst mal und merkt für sich, dass es ihm damit selbst besser geht.
 
  • #51
Noch was als Ergänzung zu meinen anderen Beiträgen:
Es erzeugt tatsächlich einen hohen Leidensdruck, wenn man so wie Dein Freund denkt. Man traut sich nie, wirklich glücklich, befreit und im Jetzt zu leben, weil immer der Hammer kommen "wird". Kam er früher immer und man ist dann aus allen Wolken auf den Boden gefallen. Man hat, wie auch schon hier geschrieben wurde, kein Vertrauen ins Leben und in andere Menschen. Als ich mit meinem Ex, von dem ich im vorigen Beitrag sprach, zusammenkam, habe ich auch anfangs gedacht, er macht irgendwann einfach Schluss oder betrügt mich garantiert.
Es ist Dauerstress, weil man, sobald ein Glücksgefühl aufkommt, sich gleich wieder auf den Boden zwingen muss wegen der bösen Überraschung, die noch kommen wird. Deswegen habe ich es auch "manisches" Denken genannt - himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Um ein Gleichgewicht herzustellen, meint man, als Lösung zu finden, sich gar nicht mehr zu freuen, sondern sich lieber gleich damit zu beschäftigen, was man tun soll, wenn das Unheil eintritt.
Das ging bei mir erst weg, als ich wirklich realistischer wurde und den Blick von mir und "meinem Unglück" weg mal auf das gesamte Leben richtete, mich nicht nur immer mit den Menschen verglich bzw. mit einem winzigen Ausschnitt ihres Lebens, bei denen ich mehr Glück sah, sondern alles, was ich mitkriegte, einbezog. Ich hab gesehen, was bei mir alles gut war. Und ich hab auch gesehen, wie andere nur das Beste von ihrem Leben darstellten, weil sie daraus einen Gewinn für sich bezogen, wenn andere dachten, sie seien die tollsten und glücklichsten Menschen der Welt.
Man kann auch nicht "Vorarbeit" leisten im Trauern. Soll heißen, dass er sich jetzt schon damit befasst, was er z.B. tun wird, wenn Du ihn von einer Stunde auf die andere ohne Erklärung verlässt. Sich trauen, glücklich zu sein, Menschenkenntnis zu erwerben, damit man nicht immer böse überrascht wird (das ist auch so ein Punkt - je weniger man über Menschen weiß, umso schlimmer werden sie einen überraschen können. Das ist aber keine Zauberei, wenn man den Blick mal weglenkt vom ewigen negativen Denken auf die Erklärung gewisser Zusammenhänge und sich mit einbeziehen. Wo hatte man einfach unrealistische Erwartungen und hat deswegen Dinge übersehen wollen, um den Traum nicht kaputt zu machen.), das war die Lösung, zumindest für mich. Vielleicht läuft es bei Deinem Freund anders, aber es klingt vieles so, wie ich es auch für mich empfand.
 
  • #52
Er hat das Recht. Natürlich hat er das. In einer freien Gesellschaft hat jeder das Recht zu denken und zu tun, was auch immer er möchte. Wer will sich denn dabei zum Richter aufschwingen?
Natürlich kann er das machen, Tag und Nacht jammern, wenn er sich selbst glücklich fühlt, was ich bezweifle. Ohne Therapie kann er seine Mustern nicht ändern, weil sie tief eingeprägt ist, ausser er sieht auch mal die Blumen im Garten und nicht der Unkraut. Das Problem ist dass die Welt nicht nur grau und schwarz ist, aber er sieht nur das und nicht das positive. Es gibt auch noch den Spruch: "die Welt ist für dich genauso, wie du sie siehst". Er sieht sie negativ und darum empfindet er sie negativ.
Sie soll ihm 24 Stunden Zuwendung spenden und sein Händchen halten? Er ist doch immer negativ! Das hält kein Mensch lange aus und sie denkt schon um Trennung!
Damit verdirbt er seiner Freundin ständig die Laune. Dann sage ich: selber schuld, wenn das passiert oder sie kann ihn spiegeln und anfangen regelmässig zu jammern und ihn fragen, wie er sich dabei fühlt.

Mein Exfreund hat mich mit seinem Pessimismus und Jammern über die Welt nur runtergezogen, obwohl er bis auf das Asthma und Lebensmittelallergien kerngesund war. Das färbt ab! Und er trank sich Bier und strahlte die Einstellung: "die ganze Welt ist schuld an meiner Misere, Trübselligkeit, Unzufriedenheit". Man hat das Gefühl diese Menschen wollen einen Retter er solle, sie aus ihrem Schicksal befreien. Es ist wie eine unbewusste Aufforderung an die Umwelt diesen Menschen seelisch zu helfen, obwohl ihnen niemand helfen kann - ausser Therapie, welche die falschen Denkmuster bewusst macht und umstrukturiert. Das können niemals Leien tun!

Kein Wunder fragt sich ja die FS schon, ob sie das jahrelang ertragen und mit ihm zusammenleben kann falls noch nicht zusammen leben.

Ich fand einen wunderbaren Zitat von Dalai Lama: "When you think everything is someone's else fault you will suffer a lot, when you realize that everything springs only from yourself you will learn both peace and joy".
Er soll den online Artikel "warum du die Welt siehst, wie du sie siehst" lesen. Er denkt und er darf denken, die Welt ist gefährlich, unberechenbar und schlecht - das kann sie sein oder das ist sie auch aber nicht nur. Das ist kein Gleichgewicht mehr, denn die Welt ist nicht nur negativ auch objektiv nicht!
 
  • #53
@Laax: Wie ist denn die Kindheit vom Freund verlaufen? Gabs vielleicht traumatisierende Erlebnisse für ihn (das kann z.B. u.U. auch eine Frühgeburt mit Aufenthalt im Brutkasten gewesen sein)? Wie ist die Beziehung seiner Eltern bzw. wie glücklich sind nach deiner Beobachtung seine Eltern? Ein wichtiger Satz aus der Systemik lautet: "Die wenigsten Kinder erlauben sich, glücklicher zu sein als ihre Eltern (Ulsamer)"

Daneben kanns zig versteckte tiefere Ursachen für dieses Nicht-nehmen-können des Lebens/Glücks geben. Mit oberflächlicher Symptombehandlung allein wirst du da nicht viel ausrichten können, fürchte ich, selbst wenn er rein willensmäßig kooperieren wollte. Aufzeigen mittels Perspektivwechsel oder selbst ein seinerseits "sich ständig drum bemühens" , wird in dem Fall z.B. nicht nachhaltig funktionieren.
 
  • #54
Sie soll ihm 24 Stunden Zuwendung spenden und sein Händchen halten? Er ist doch immer negativ! Das hält kein Mensch lange aus und sie denkt schon um Trennung!
Nein, @Mandoline , ich glaube, du hast den Punkt noch nicht, auf den ich hinauswill.
Verstehen, was dahintersteckt, heißt noch lange nicht, dass die FS darauf eingehen soll. Das hieße ja, sie ließe sich manipulieren. Natürlich soll sie seinem Wunsch nach Zuwendung NICHT 24/7 nachkommen. Warum immer gleich so ins Extrem fallen? Aber:

Das Verstehen hilft beim Abgrenzen, seine Weltsicht hat nichts mit der FS zu tun. Ebenso, wie es für ihn eine Entscheidungsfrage ist, die Welt nicht immer schwarz zu sehen, ist es für sie eine Entscheidungsfrage, sich davon nicht runterziehen zu lassen. Man kann durchaus mit solchen Menschen glücklich sein, man muss sich nur abzugrenzen wissen. Man darf sich seine Lebensfreude nicht rauben lassen, und eine gehörige Portion Humor gehört auch dazu. Das was ihr beschreibt, kenne ich auch von meinem Partner, hinzukommt, dass der ständig Angst hat. Das würde mich aber niemals emotional so angreifen, weil ich damit umgehen kann. Man muss auch selbst ausgeglichen sein und in sich ruhen, um das abfangen zu können und um sich nicht immer von Verhaltensweisen des Partners so aus der Ruhe bringen zu lassen. Es wird ja nicht alles schlecht sein in der Beziehung, und je mehr man dieser Macke Raum gibt, desto mehr rückt alles Gute in den Hintergrund. Wenn das passiert ist, macht man eigentlich dasselbe, wie der Partner der FS: nämlich alles schlecht. Der Partner auf der Makro-Ebene, die FS dann auf der Mikroebene.

Was auch immer die Ursache für seine Weltsicht ist, man kann immer nur bei sich selbst anfangen. Man wird ihn nicht ändern, da hilft der beste Kalenderspruch des Dalai Lama nichts. Sie (und offenbar auch du) kann nur ihre eigene Sicht auf die Dinge ändern, und wenn er keinen Leidensdruck verspürt, dann muss er auch nicht zum Therapeuten. Der kommt erst erfolgreich ins Spiel, wenn er selbst etwas ändern will und nicht, wenn seine Partnerin das sagt (was sie ja nicht tut, aber hier empfohlen bekommt).

Daher bleibe ich dabei: wenn einen etwas am anderen derartig nervt, dass davon das eigene Leben unveränderlich negativ beeinflusst wird - Trennung. Niemand MUSS aushalten.
 
  • #55
Ich möchte ihn nicht ändern, vielmehr möchte ich lernen damit umzugehen und es zu thematisieren ohne täglich Streit auszulösen.
Liebe FS,
mit einem tollen Mann hat man nicht täglich Streit, sondern Streit ist ein Seltenheitsfall - außer Du brichst ständig Streit vom Zaum, aber dann ist ein toller Mann fix weg. Ihr habt aber täglich Streit, weil Du seine Negativrederei nicht ertragen kannst und sie deswegen thematisierst.
Ein toller Mann ist auch nicht dauernegativ. Du solltest Dich also mal damit befassen, was dein Problem ist, dass Du einen Misantrophen, der Dir jeden Tag vermiest toll findest.

Du sollst ihn nicht ändern - er muss sich selber ändern wollen. Merkwürdig finde ich, dass er es wunderbar findet, dass Du Dich daran abmühst, ihm ein positives Vorbild an guter Stimmung zu sein und dass das auch nach 2 Beziehungsjahren so garnicht auf ihn abgefärbt hat.
Entweder will er nicht oder er kann sich nicht ändern. Unter der Vorraussetzung hätte ich keinerlei Anspruch an mich selber, mich seinen eingeschränkten Fähigkeiten/seinem mangelnden Willen anzupassen, um den Beziehungsfrieden durch schweigendes Ertragen seiner Negaivität herzustellen.
Das kannst Du aber nicht, denn sonst hättet ihr deswegen nicht täglich Streit und Du würdest die Frage hier nicht stellen.

Aus der Verhaltenstherapie gibt es übrigens eine erfolgversprechende Kommunikationstechnik im Umgang mit Misantrophen: in ihr Geheule, wie schlecht das Leben ihnen mitspielt einzustimmen und immer noch einen draufzusetzen, bis ihnen die Absurdität ihres Verhaltens bewusst wird und sie selber darüber lachen können.
Es gibt nur ein Risiko, den humorbefreiten Misanthrophen, der dann richtig aggressiv werden kann, weil er sich veralbert fühlt und nicht verstehen kann, was Du ihm sagen willst "versuch es mal mit Realitätsbezug".

Ich würde ihm Druck machen oder mich trennen, denn eine Beziehung mit täglichem Streit ist es nicht wert, weitergeführt zu werden.
Eine Beziehung mit einem Misantrophen führt Dich auf Dauer in die soziale Isolation, weil die wenigsten Menschen bereit sind, das auf Dauer auszuhalten.
auf seine eigene Art (die ich zunächst lernen musste zu verstehen)
und die wenigsten machen sich zurecht die Mühe, diese stimmungsvermiesende Art verstehen zu wollen.
 
  • #56
Verstehen, was dahintersteckt, heißt noch lange nicht, dass die FS darauf eingehen soll. Das hieße ja, sie ließe sich manipulieren. Natürlich soll sie seinem Wunsch nach Zuwendung NICHT 24/7 nachkommen. Warum immer gleich so ins Extrem fallen? Aber:

Das Verstehen hilft beim Abgrenzen, seine Weltsicht hat nichts mit der FS zu tun. Ebenso, wie es für ihn eine Entscheidungsfrage ist, die Welt nicht immer schwarz zu sehen, ist es für sie eine Entscheidungsfrage, sich davon nicht runterziehen zu lassen.
Verstehen? Ich habe mich in sehr vielen Reaktionen selbst nicht verstanden und ich machte eine Therapie, weil ich selber die Ursachen aufdecken wollte nach einer sehr schweren Krise, als mir bewusst dass es hauptsächlich an der früher Kindheit lag (unter anderem, weil ich 3 Wochen im Brutkasten war, weil mit zu wenig Gewicht auf die Welt kam und ohne Körperkontakt zu meiner Mutter). Ich wollte wissen, was genau und ob überhaupt die frühe Kindheit Auswirkungen auf mein Leben als Erwachsene hat! Und wie sie hat, dessen wir uns gar nicht bewusst sind, weil in der präverbalen sensiblen Phase der Gehirnentwicklung so vieles schief laufen, was eine negative Prägung hat.
Deshalb steht im Buch, dass es sehr schwierig ist sich selbst zu verstehen. Wie soll man dann andere verstehen? Unmöglich!

@AufdrSuche deutet schon auf frühe Traumatisierungen. Ich bin 100% sicher oder ich ahnte es, dass meine chron. Krankheit ihre Ursachen bereits im Mutterleib hat, weil dann die Anlagen für ein gut funktionierendes Immunsystem gelegt werden.

Sogar für spätere Depressionen, Diabetes usw.
Also entweder Trennung oder sie legt ihm eine Therspie nahe!

Denn @Vikky hat recht, das ist alles so tief eingegraben ins Untebewusstsein, dass er immer negativ sein wird und alle runterzieht.

Und nein es ist keine Frage von: "ich lasse mich nicht runterziehen"! Alle Gefühle werden von einem Ereignis, einer Handlung oder einer Bemerkung ausgelöst. Gefühle sind ansteckend - sowohl die positiven und angenehmen als auch die unangenehmen. Darum ist er gerne mit ihr (sie tut ihn gut), und sie denkt an Schlussmachen (weil er sie - ohne es bewusst zu wollen - runterzieht. Er ist ein Energieräuber. Er ist aufgeladen und sie am Ende leer.

"Gefühle sind ansteckend" ein Artikel in Focus.