• #1

Partner oft negativ

Guten Abend,

seit 2 Jahren bin ich mit einem wirklich tollen Mann zusammen, der sich sehr um mich kümmert und mir unglaublich wichtig geworden ist. Was mich belastet ist seine Negativität. Viele Sätze beginnen mit "Ja, aber..." und auch bei wirklich schönen Dingen (Urlaub, neu entdeckte Dinge, Sport, ...) habe ich das Gefühl, er sucht das Haar in der Suppe und weist mich darauf hin. Das macht mich häufig fertig. Ich bemühe mich, ein positives "Vorbild" zu sein (was ihm gut gefällt - das sagt er auch); doch das fällt mir schwer, wenn er fortwährend negative Dinge findet.
Natürlich ist jeder Mensch anders und nimmt eine Situation unterschiedlich war. Dennoch mache ich mir gerade ernsthaft Gedanken, ob ich diese Situation langfristig aushalten kann/möchte. Wie steht Ihr dazu? Habt Ihr gute Tipps oder Ratschläge? Ich möchte ihn nicht ändern, vielmehr möchte ich lernen damit umzugehen und es zu thematisieren ohne täglich Streit auszulösen.

Vielen Dank und noch ein schönes Wochenende!

(w/32)
 
  • #2
Ok.
Also, so ein wirklich toller Mann kann es nicht sein, wenn er eine solche negative Einstellung hat, und du nicht nur das ertragen willst, sondern hier um Tipps bittest, wie du dich besser verbiegen kannst.
Wie kommst du auf die Idee, daß du das solltest? Magst du nicht lieber deine wertvolle Lebenszeit mit jemandem verbringen, bei dem du nicht seine Negativität umschiffen mußt, sondern wo das Leben einfach, heiter und voller Leichtigkeit ist?
Hm. Also ich wüßte, wie ich mich entscheide.
 
  • #3
Guten Moren liebe FS,

es ist der falsche Weg, zu lernen, damit umzugehen, es raubt dir deine Energien. Es geht um eine falsche Konditionierung deines Freundes, die man sich aber abgewöhnen kann. Dazu bedarf es einer Erkenntnis und das Wollen.
Dieser Mann hat das sagenhafte Glück, eine Frau zu kennen, die anders ist, da könnte er, da du sehr verständnisvoll bist, mitziehen.
Der bessere Weg wäre ein Gespräch mit deinem Freund und die Überlegung, wie man das ändern kann. Eine andere Sichtweise ist erlernbar und bedarf eines regelmäßigen Trainings. Ich habe das Gefühl, dass dein Freund an dir sehr gelegen ist und bereit dazu wäre. Viel Glück !
 
  • #4
Liebe FS,

sprich mit ihm, erkläre ihm genau, was dich belastet, was es auch für langfristige Folgen für eure Beziehung hat und schau, wie er reagiert.

Mir waren früher solche negativen Formulierungen völlig normal, ich hab es in meiner Familie nicht anders vorgelebt bekommen. Ich danke heute noch den Menschen, die mich darauf hingewiesen haben, damit ich es ändern kann.

Und... beurteile einen Mann mehr danach, was er für dich tut, also sein Handeln und weniger seine Worte. Da unterscheiden wir uns Frauen von den Männern. Frauen achten zu sehr darauf, was Mann sagt, anstelle zu schauen, wie er handelt.

Es gibt auch gute Bücher zum Thema positive wertschätzende Kommunikation, kauf dir doch eins, zieh dich zurück, nimm dir mehr Zeit für dich, sei weiterhin freundlich, handle!, denn diese Sprache versteht Mann mehr. Wenn er dann kommt und fragt, was los ist, dann ist der richtige Zeitpunkt, wo du ihm möglichst sachlich mitteilen kannst, was dich bedrückt, was dir Kummer bereitet und dann höre und schau, wie er reagiert, verbal und wie er danach handelt.

Vielleicht ist er einer der guten Männer, die über eine gute Portion Selbstreflexion verfügen und an sich arbeiten können und wollen.

Wenn nicht, dann kann ich dir als alte Frau ,-) nur sagen, lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

w
 
  • #5
Hallo Laax,

das... kann wirklich einfach eine schlechte Angewohnheit sein. Ich selbst tendiere auch dazu, schaffe es aber zunehmend, die positiven Seite einer Sache für mich selbst in den Vordergrund zu stellen und das auch so zu kommunizieren. Ich muss aber ziemlich aktiv drauf achten.

Andererseits war diese "schlechte Angewohnheit" natürlich besonders stark ausgeprägt, als ich mit der Beziehung auch unzufrieden war... logisch, die "rosarote Brille" fällt dann weg, alles zwickt und zwackt nur noch. Aber das scheint bei euch ja wohl nicht der Fall zu sein.

manchmal
 
  • #6
Oh je, du arme! Ich hatte auch einen solchen Exfreund mit dem ich eine Fernbeziehung führte ca. 2,4 Jahre.
Er war extrem negativ und hatte alles und jeden kritisiert, die ganze Welt und alle anderen Menschen waren entweder Idioten oder Gauner!

Auch hat er die Welt grau gesehen oder besser gesagt für ihn war das Glas immer halb leer dafür aber das Bierglas immer voll! :) Ich bin ziemlich sicher gewesen (fast 100 %), dass er Ängste und Depressionen hatte (im Hintergrund vermutlich eine narz. Persönlichkeitsstörung, denn als Kind und Jugendlicher wurde er körperlich in der Familie misshandelt).

Es war sehr schwer es mit ihm auszuhalten und mit ihm Gespräch zu führen, weil er auch noch rechthaberisch war und sich immer in Gesprächen beweisen wollte, dass er alles besser weiss als ich. Geniessen konnte er die Welt und das Leben überhaupt nicht und sich auch nicht entspannt zurück lehnen.

Gottseidank habe ich die Beziehung beendet und bin nicht mit ihm zusammen gezogen wie er sich das wünschte. Wann immer wir uns gesehen hatten auch für mehrere Tage nacheinander war ich danach so ausgelaugt, dass ich froh war, wenn er ging und ich mehrere Tage brauchte, mich psychisch zu erholen und meine Freiheit zu geniessen!

Es wäre schön, wenn du uns einige Beispiele erzählst von seiner Negativität aber wenn er meistens in dieser Spirale drin steckt so wird dich das auch runterziehen und du wirst selbst fast depressiv neben ihm.

Du spürst sicherlich selber und hast gute Intuition, was dich in Zukunft mit ihm erwartet und ob es das ist, was du wirklich vom Leben wünscht: einen ewigen Miesepeter! Ich glaube nicht, dass du dir das wünscht und vorstellen kannst für deine Zukunft! Aime, mange et bois qu'on vit une foi. Liebe, esse und trinke, denn man lebt nur einmal. Aber ich glaube du möchtest das Leben auch geniessen und dich auch daran freuen, dein Fokus mehr auf die positiven Dinge richten als er.
 
G

grünewelle

  • #7
Magst du nicht lieber deine wertvolle Lebenszeit mit jemandem verbringen, bei dem du nicht seine Negativität umschiffen mußt, sondern wo das Leben einfach, heiter und voller Leichtigkeit ist?
Manchmal machen mich die Antworten hier echt sprachlos. Wenn man nach den Ratschlägen hier geht, bleibt jeder lebenslang Single. Es gibt die vollkommene Beziehung nicht, höchstens in einer Traumwelt. Warum sollte der Mann ausser einem Negativ-Denken nicht auch andere gute Seiten haben?? Die FS beschreibt ihn als ansonsten tollen Mann. Das kann man doch einfach mal glauben ohne gleich das "berühmte Haar in der Suppe" zu suchen.
es ist der falsche Weg, zu lernen, damit umzugehen, es raubt dir deine Energien.
Das stimmt. Obwohl man ja erstmal damit umgehen MUSS , bis er es verinnerlicht hat, die Dinge positiver zu sehen. Das geht ja nicht von heute auf morgen.
Er findet Dich als positives Vorbild gut, das ist ein guter Ansatz. Bleib dabei, jedes Mal, wenn er einen negativen Gedanken hat, machst Du positive Gegenbeispiele. Das geht eigentlich immer, egal um welches Beispiel es sich handelt, zumal positiv denkende Menschen ja wirklich immer an jeder Facette des Lebens etwas Positives finden. Wenn er möchte und sich darauf einlassen kann, wird er immer weniger negative Gedanken haben im Laufe der Zeit.
Ob Dir dieser Weg nicht zu beschwerlich ist und ob Deine Zuneigung groß genug ist, um das für ihn zu tun, das bleibt allerdings Dir überlassen. Ich würde es versuchen.Weil es sich lohnen kann, wenn er sonst ein toller Mann ist.
W
 
  • #8
Etwas widersprüchlich finde ich an deinem Beitrag, dass du zum einen den Anschein erweckst, glücklich in deiner Beziehung zu sein, zum anderen aber nicht weißt, ob du langfristig die Art deines Partners ertragen kannst.
Für mich hört sich das anhand deiner Aussage so an, als ob es eigentlich eine Kleinigkeit ist, über die du dich beschwerst. Ich kann zwar nachvollziehen wie nervig es ist, wenn einem alles mies geredet wird, aber belastet dich das so sehr? Du musst dir ja nichts schlecht machen lassen von deinem Partner. Ihr habt jeweils das Recht, unterschiedliche Dinge gut oder schlecht zu finden. Viele Menschen sind (gerade in sehr harmonischen Beziehungen) der Meinung, sie müssten jede Eigenschaft mit dem Partner teilen und hinterfragen die Beziehung bei kleinen Differenzen.
 
  • #9
Ihr seid nicht kompatibel - lerne daraus und trenn Dich, sonst wird es später die Hölle.

Eine Kollegin von mir, extrovertiert, eine fröhliche Optimistin, ich mag sie gerne, verheiratet mit Mister Grisgram, ein Dauernörgler und Intro vor der Welt. Wie sie sich für dieses Gegenteil in jungen Jahren entscheiden konnte ist mir ein Rätsel.

Heute sagt sie, mir gefiel seine ruhige, zurückgezogene Art, er war das Gegenteil von mir. Aber sie erwähnt auch nach Jahren der Ehe wurde dieser "einstige" Reiz zum Dauernegagtivstand.
Er mochte keine Partys zu Hause, sie lud gerne Gäste ein, er geht nicht gerne aus, sie schon, er ist wenig kommunikativ, sie aber.

Ich weiß, dass sie nicht glücklich in dieser Ehe ist.

Anderer Fall eine gute Bekannte von mir, sehr harmonischer Typ, er ein Grantler ohne Ende, sie hatte immer versucht das Beste aus der Ehe trotz seiner Launen zu machen, es ging nicht. Nach etlichen Jahren und zwei gemeinsamer Kinder - Scheidung.

FS überlege Dir genau, ob Du es mit einem solchen Mann auf Dauer zusammensein willst.
 
  • #10
@grünewelle sehr ausgewogener Kommentar. Sehe ich genauso. Manche Menschen in diesem Forum sehen in anderen Menschen/Partnern offensichtlich "Wegwerfartikel"... wenn es nicht mehr haargenau passt, dann weg damit... sehr bedenklich. Zu solch drastischen Schritten mag man gezwungen werden, wenn jemand wirklich notorisch an seinem falschen Handeln/Denken festhält, überhaupt nicht davon abweichen und sich nicht persönlich weiterentwickeln will. Aber glücklicherweise gibt es ja sozialkompetente Menschen, die Weiterentwicklung umsetzen können und wollen. Solchen Menschen sollte man wirklich die Chance und Zeit dafür geben.
 
  • #11
Das stimmt. Obwohl man ja erstmal damit umgehen MUSS , bis er es verinnerlicht hat, die Dinge positiver zu sehen. Das geht ja nicht von heute auf morgen.
Er findet Dich als positives Vorbild gut, das ist ein guter Ansatz. Bleib dabei, jedes Mal, wenn er einen negativen Gedanken hat, machst Du positive Gegenbeispiele.
Auch mein Exfreund hatte sehr positive Seiten und stand immer hinter mir und zu mir, was nicht sehr viele Männer machen, wenn ihre Freundin noch dazu einen Rollstuhl benutzen muss. Und die wenigsten Männer hätten überhaupt mit mir eine Beziehung begonnen und so betrachtet habe ich vielleicht einen Fehler gemacht, die Beziehung beendet zu haben, weil es sexuell zwischen uns sehr schön harmonierte.

Nur ich weiss, dass man einen Menschen nicht ändern kann und ich weiss auch, dass die Menschen äusserst selten jemanden als Vorbild nehmen und auch versuchen nach ihm zu leben. Seine Negativität und sein negatives Weltbild ist nicht einfach so vom Himmel auf ihn hereingefallen sondern das hat seine Ursachen und Gründe. Vermutlich in der Familie wenn alle negativ eingestellt waren oder wenn jemand in der Familie Depression hatte. Wenn er noch psychisch oder körperlich misshandelt wurde, so wächst das Kind mit einem Weltbild auf, welches heisst: "alles ist düster, dunkel, schwer beschwerlich, anstrengend und mühsam".

Nur mit einer Psychotherapie ist es möglich die Ursachen aufzudecken und möglicherweise ist die kognitive Verhaltenstherapie am effektivsten dabei. Der Kern dieser Therapie ist das ABC Modell. A ist das Ereignis, B die kognitive Bewertung die Gedanken über das Ereignis und schliesslich C das entstandene Gefühl nach der Bewertung des Ereignisses.

Die Eltern prägen die Psyche/das Selbst- und Weltbild ihres Kindes am stärksten, wie niemand sonst. Zu versuchen nach negativen Äusserungen positive entgegen zu setzen wird sie auf Dauer nur auslaugen und ihr die ganze Kraft rauben. Denn solange er nicht weiss, warum er so negativ denkst, wird er immer so denken, denn die Ursache ist ihm nicht bewusst. Alles kommt aus dem Unterbewusstsein, als sogenannte automatische Gedanken. (Automatismen)
 
  • #12
seit 2 Jahren bin ich mit einem wirklich tollen Mann zusammen
Was ist an einem negativen Mann so toll?
Das ist sein Charakter und der wird immer so bleiben!
Dennoch mache ich mir gerade ernsthaft Gedanken, ob ich diese Situation langfristig aushalten kann/möchte.
Wenn du das nicht aushalten möchtest, dann musst du dich eben trennen, so einfach ist das! Also es gibt eben nur das eine oder aber das andere: aushalten oder sich trennen!
Ich möchte ihn nicht ändern, vielmehr möchte ich lernen damit umzugehen und es zu thematisieren ohne täglich Streit auszulösen.
Das wirst du nicht schaffen, das haben schon viele Frauen vor dir versucht und sind dann doch nach verplemperter und vertaner Zeit gescheitert! Willst du das auch so?
 
  • #13
Meine Meinung ist, dass man erstmal auseinanderhalten muss, ob er jetzt ein Pessimist oder ein Realist ist. Das können wir hier ja nicht, weil wir ihn nicht kennen. Ich versuche es trotzdem mit einem Perspektivwechsel:

Ich für meinen Teil finde grundlose Optimisten schrecklich und mag skeptische Menschen, die die Dinge stark hinterfragen, weil es für mich mehr Tiefgang hat, und die Gespräche auch nicht so eindimensional verlaufen (meine aber nicht dauernde Zwangskontraste).
Es gibt Leute, mit denen kann man in jedes Restaurant gehen, die finden jedes Essen gut, im Kino finden die jeden Film gut, im Freundeskreis jeden Menschen, im Urlaub jedes Ausflugsziel. Mich persönlich ärgert sowas, weil es für mich eine Beliebigkeit ausdrückt, eine Schönrederei, ein Augen verschließen vor den negativen Dingen, ein Drücken vor dem Äußern eines Standpunktes, nur um nirgends anzuecken. Mir sind Menschen lieber, die, wenn ich sage "Du Mensch, das Lokal hier ist aber toll, oder?", antworten "Ja, aber...". Damit weiß ich, dass der Mensch eine Meinung hat, so lerne ich ihn besser einzuschätzen, lerne, wie er tickt.

Ausdrücklich mag ich natürlich nicht absolute Pessimisten, welche, analog zum Optimisten, grundsätzlich alles blöd finden, nur um etwas gesagt zu haben. Trotzdem finde ich, dass bei beiden Extremen Ängste vorherrschen. Beim Optimisten sehe ich viel Konfliktscheue, beim Pessimisten häufig Angst vor Kontrollverlust und Verletzungen.
Zu welcher der drei genannten Kategorien jetzt dein Partner gehört, kannst du ja mal schauen. Dementsprechend würde ich auch dann handeln.
 
  • #14
Es gibt schon negativ und positiv denkende Menschen. Ich kann verstehen, dass Dich das nervt. Es ist für solche Menschen ein langer und schwerer Prozess, weil sie eine neue Lebenseinstellung kriegen müssen. Bislang war es ja wirklich so: Was gut ist, beachte nicht, sondern suche den Fehler.
(ist er vielleicht Automechaniker oder wartet er Computer oder sowas? Das ist nur halb witzig gemeint, ich kenne Leute, die dieses Haar-in-der-Suppe-Suchen und Nörgeln und Fordern nach Perfektheit von berufswegen machen und anscheinend überträgt sich das bei denen auf alles andere bzw. der Beruf und dieses Denken ist genau ihr Ding. War er super in der Schule und wurde mit ihm diskutiert, wenn er keine Eins hatte, aber wenn er eine hatte, wurde es nicht weiter beachtet, da man das erwartete?)

Ich möchte ihn nicht ändern, vielmehr möchte ich lernen damit umzugehen und es zu thematisieren ohne täglich Streit auszulösen.
Wie man damit umgehen kann, wenn einen ständig was runterzieht, wäre nur, es zu ignorieren. Aber wenn ich da von mir ausgehe: Wenn einer nie was Positives sagt oder mit Lob extrem geizig ist, dann stumpfe ich ab bzgl. seiner Meinung (wenn ich ihm nicht aus dem Weg gehen kann), weil ich mich nicht runterziehen lassen will. Das bedeutet, dass er, wenn er irgendwann mal was Positives sagt, auch keine Freude von mir bekommen kann, weil ich darauf dann auch nicht mehr reagiere. Nicht aus Böswilligkeit, sondern, weil ich mich einfach immun gegen seine Meinungsäußerungen gemacht habe. Nichts gegen seine Einwände, die kann ich immer noch prüfen, weil er sicher manchmal recht hat. Aber so lässt sich keine Beziehung leben.
Ich finde es auch extrem albern, wenn Menschen absichtlich nichts Positives sagen, weil sie künstlich herbeiführen wollen, dass ihr Lob was ganz besonderes ist, weil sie so hohe Ansprüche zu haben und den anderen damit zu Höchstleistungen anspornen wollen.

Ich würde es ihm sagen und dann versuchen, nachsichtig zu sein. Er kann es nicht so schnell ändern, weil er erstmal lernen muss, die positiven Seiten einer Sache zu sehen und die negativen lockerer zu nehmen. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, wenn Du ihm sagst, er soll immer erstmal zu allem sagen, was ihm positiv auffällt, ohne ein "aber" in dem Satz. Dann "willst" Du ihn zwar doch ändern, aber ich glaube, das willst Du auch wirklich am liebsten, statt Dir immer nur dieses Negativgerede anhören zu müssen. Ich könnte es verstehen.
 
  • #15
Wie wäre es mal mit einem Partnerseminar. Das kann man für ein Wochenende buchen und lernt dabei (in der Gruppe) den anderen besser zu verstehen und aufeinander zuzugehen. Das ist sozusagen Psychotherapie light.

Lieben Gruß
Mann 43
 
  • #16
Hi Laax,
unbedingt mit ihm drüber sprechen. Natürlich nicht in einer Vorwurfshaltung ("Du ziehst mich ständig runter...etc"), sondern ihm darlegen, dass es für dich ein Problem ist. (z.B. "Ich werde immer wieder aus dem Genießen des Augenblicks herausgerissen, indem du die Negativaspekte thematisierst. Das belastet mich und macht es mir zunehmend schwerer unser Zusammensein unbeschwert zu genießen." o.ä.) Dann im Gespräch gemeinsam rausfinden, warum er das macht. Ist er vielleicht extrem perfektionistisch? Dann wird er automatisiert überall sofort nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
Oder fühlt er sich generell unwohl, selbst wenn (fast) alles super schön ist und kann sich nicht fallen lassen? Beispielsweise aus Angst, dass der Moment ja eh nicht ewig anhalten wird und er dann nicht "so tief fallen" will? (Einige Menschen wollen sich aus Angst vor dem Schmerz beim Ende einer Liebesbeziehung ja z.B. auch gar nicht einlassen auf Liebe.)

Je nachdem, was sich da zeigt könntet ihr weiter arbeiten daran. Wichtig ist, dass er aber einen solchen Impuls bekommt. Nur mit passiver Vorbildwirkung wird sich nichts tun. Klar genießt er die – auch er ist nicht gern von Negativität umgeben. Aber was tun sollte er schon dafür. Vielleicht wäre es in dem Zusammenhang mal eine Idee – aber erst NACHDEM du ihm die Problematik bewusst gemacht hast - ihm seine Botschaften bewusst zu spiegeln, vorzugsweise, bevor er selber damit anfängt. Du schlüpfst hin und wieder in seine Rolle oder spielst mit und setzt noch was drauf auf seine Negativbotschaft. Damit er seine Wirkung mal erfahren kann. (So wie beim Sex eine dank seiner Ignoranz dauerhaft nicht auf ihre Kosten kommende Frau, IHN unbedingt mal kurz vorm Orgasmus verhungern lassen sollte.)

Zieh solche Botschaften von ihm hin und wieder (nicht permanent, sonst fühlt er sich nicht ernst genommen!) ins Lächerliche, Leichte. Beispiel: super Wetter, Cafe draußen, toller Kaffee:
Er: "Aber etwas zu kalt serviert. Und es ist hier auch zu laut."
Du: "Ja und dann auch das tolle Wetter und dieses viel zu schöne Ambiente! Ganz furchtbar! Schatz, lass uns künftig nur noch Cafés mitten in der Sahara besuchen. Kein Lärm und der Kaffee wird auch nie kalt." Und mit hilfloser Unschuldsmine gleich hinterher: "Kümmerst du dich um den Flug, Schatz?!" Nur zum Illustrieren, was mir jetzt spontan so einfiel; es gibt sicher auch originelleres, das du dir ja mal vorab gezielt für die eine oder andere vorhersehbare Nörgelei zulegen kannst. m/43
 
  • #17
Sucht er an DIR bzw. Dingen, die DIR wichtig sind, das Haar in der Suppe? Macht sich z.B. über deine Hobbies lustig? Das wäre für mich ein klarer Grund, die Beziehung in Frage zu stellen. Niemand ist perfekt, aber ich würde schon einen Mann wollen, der mich im Großen und Ganzen toll findet und mich auf die kleinen Fehler, die er entdeckt, nicht ständig hinweist. Und der mich v.a. sein lässt, wie ich bin. Natürlich darf und muss man in einer Beziehung auch Kritik am Partner üben, aber nicht wegen jeder Kleinigkeit; v.a nicht wegen Dingen, die einen selbst gar nichts angehen. Und wenn man ständig was zu Meckern hat, sollte man sich tatsächlich überlegen, ob man wirklich mit der richtigen Person zusammen ist.

Geht es bei seiner Negativität aber gar nicht um dich, sondern ist er einfach so gestrickt, dass er nicht alles immer rundum superduper und megatoll findet, verstehe ich nicht, was daran so schlimm sein soll. Er ist vielleicht ein kritisch denkender Mensch, der Dinge gern von verschiedenen Seiten betrachtet; Vor- und Nachteile sorgfältig abwägt. Und: nicht leicht zu beeindrucken.

Weder das Eine, noch das Andere finde ich schlimm. Eher sind mir Menschen suspekt, die immer alles schön und toll finden, 24/7 nur am Grinsen sind und auf die Frage: "Wie geht's dir?" grundsätzlich mit "Super!" antworten. Da frage ich mich immer, wem die was vormachen wollen oder ob sie irgendwas eingeworfen haben.

Probleme zu erkennen, die andere übersehen, ist ein Zeichen von Intelligenz und Weitsicht. Solche Menschen sind unbequem (und oft selbst nicht besonders glücklich), aber wichtig. Ohne ein dämpfendes Gegengewicht zum naiven Optimismus der unkritischen Masse wäre die Menschheit nicht weit gekommen.

Und: nicht nur Lachen und Strahlen sind Zeichen von Lebendigkeit, sondern auch Motzen, Schimpfen und Fluchen. Wer den ganzen Tag ein Dauerlächeln vor sich her- und keine negative Gefühlsregung nach außen trägt, ist genauso "tot" wie jemand, der sich über nichts mehr freuen kann. Typischerweise sind es Frauen, die so agieren, weil sie von klein auf darauf geeicht wurden, ja immer den gutgelaunten, unkomplizierten Sonnenschein zu geben. Wenn ein Mann dann all die Genervtheit und den Groll, die man in sich selbst unterdrückt, einfach so rauslässt, kommt das einem Kulturschock gleich.
 
  • #18
Vielleicht wäre es in dem Zusammenhang mal eine Idee – aber erst NACHDEM du ihm die Problematik bewusst gemacht hast - ihm seine Botschaften bewusst zu spiegeln, vorzugsweise, bevor er selber damit anfängt. Du schlüpfst hin und wieder in seine Rolle oder spielst mit und setzt noch was drauf auf seine Negativbotschaft.
Ja, diese Methode ist ausgesprochen wirkungsvoll. Wenn dein Freund mitmacht, könntest du auch dieses Forum für deine Rollenspiele nutzen.

Wir hatte hier gerade erst in den letzten Wochen brilliante Rollenspiele, bei denen man auch als Unbeteiligter viel lernen konnte und die zu helfen scheinen.
 
  • #19
Letztendlich liegt es in Dir, wie Du damit zurecht kommst.
Ich persönlich nehme von solchen Menschen mittlerweile sofort Abstand.
Es gehört aber zu meiner persönlichen Erfahrung, dass mich das in einer langjährigen Beziehung runter gezogen hat.
Dieser Men
 
  • #20
seit 2 Jahren bin ich mit einem wirklich tollen Mann zusammen
Wenn ich solche Sätze lese kann ich mir mittlerweile ein Lächeln nicht verkneifen. Da kann man fast gucken wo man möchte, beginnen sicher 90% der Fragestellungen damit wie toll der Partner ist und endet mit "Dennoch mache ich mir gerade ernsthaft Gedanken, ob ich diese Situation langfristig aushalten kann/möchte". Wie du schon richtig angemerkt hast, du kannst ihn nicht ändern. Würde er sich selbst ändern wollen hätte er es getan oder würde zumindest positive Schritte machen. Wenn du damit zurecht kommen würdest/möchtest hättest du auch bereits einen Weg gefunden innerhalb von 2 Jahren Beziehung. Da hilft, meines Erachtens nach, nur Akzeptanz oder sich trennen. Wenn ich mir meinen Partner zurecht basteln muss damit er passt stimmt etwas ganz Grundsätzliches nicht.

w33
 
  • #21
... habe ich das Gefühl, er sucht das Haar in der Suppe ...
Woher habe ich jetzt das Gefühl, Du machst auch nichts anderes?

Ich lese aus Deinem Post zumindest heraus, daß Du in einer recht glücklichen und harmonischen Beziehung lebst - das ist schon mehr, als vielen gegönnt ist. Lese Dich mal durch die Beiträge, mit welchen "wirklichen" Problemen sich manche Frauen / Männer / Paare konfrontiert sehen.

Vielleicht ist Dein Partner nur ein lebenserfahrener Realist(!), der seine blauäugige und leichtgläubige - nur an das "Gute" glaubende - Partnerin vor den Fallen und Stoperfallen (in die sie sonst unbedarft hineintappt) schützen möchte?

Wenn Du Dich nicht damit arrangieren möchstest, nimm` die hier üblich und monoton verteilten Trennungsempfehlungen an. Schließlich darf ein Partner nicht nur zu 90% kompatibel sein, es müssen weit über 100% sein - sonst wird das nichts.

Unter Umständen findest Du jemanden, mit dem Du Dich genauso gut wie mit Deinem Jetztigen verstehst und der dazu noch Blütenblätter werfend mit Dir durchs Leben läuft. Und darauf hoffen daß da keine Eigenschaft ist, die wieder Deinen Unmut verursacht. Wetten würde ich nicht darauf, wünsche Dir aber für diesem Fall Viel Glück!
 
G

grünewelle

  • #22
Seine Negativität und sein negatives Weltbild ist nicht einfach so vom Himmel auf ihn hereingefallen sondern das hat seine Ursachen und Gründe.
Ich würde nicht hinter jeder Macke gleich eine psychische (Kindheits-) Ursache suchen. Es gibt eben verschiedene Charaktere, einer ist ein positiv denkender Mensch, der andere ist eben negativ angehaucht. Das mag Ursachen haben oder auch nicht, verändern kann sich JEDER, das geht oft auch ohne Therapie. Muß ja nicht jeder gleich zum Therapeuten, zumal es den Mann der FS vielleicht gar nicht selber belastet. Das wissen wir ja nicht. Das Ausmaß kennen wir auch nicht. Da hat ja auch jeder Mensch seine eigene Schmerzgrenze.
Zu versuchen nach negativen Äusserungen positive entgegen zu setzen wird sie auf Dauer nur auslaugen und ihr die ganze Kraft rauben.
Wenn sie sowieso ein positiv denkender Mensch ist, dann kann es ihr doch nicht die Kraft rauben. Sie braucht doch nur auf Äußerungen reagieren, z.B. wenn er sagt....es regnet aber heftig....wie schön, dann können wir es uns gemütlich machen. Nur mal so als blödes Beispiel.
Ich bin mit einer Negativ-Mutter aufgewachsen, weiß also, wovon ich spreche. Beruflich habe ich ständig damit zu tun. Ich denke absolut nicht, dass jeder Pessimist eine Therapie machen muss. Nur wenn es einen Leidensdruck gibt, gehen Menschen das "Problem" an, wenn es eher das Problem anderer ist, dann nicht. Warum auch.
Dem Mann tut es gut, mit der FS zusammen zu sein. Er sieht ihre positive Haltung und schätzt diese. Das ist eine gute Voraussetzung. Nur die FS selber kann entscheiden, ob sie diesen Mann trotz der Macke ansonsten schätzt. Selbstverständlich haben solche Menschen auch positive Seiten an sich. Ob die Zuneigung ihrerseits ausreicht, muß sie für sich entscheiden.
W
 
  • #24
Niemand ist perfekt, aber es gibt so gravierende Charakterunterschiede, welche erst beim längeren Zusammenleben ans Tageslicht kommen und da reicht auch nicht mehr die größte Geduld aus, jeder hat ein Limit.

Dieses - ich geb dann mal nach - ist leider nicht die Lösung, es wird dem andern schön recht gemacht, selbst bleibt man auf der Strecke. In einer Beziehung sollte aber ein positiver Ausgleich für beide stattfinden.

Wer Bock hat, dem andern ein schönes Leben zu bieten, sich insgeheim aber zu grämen wird niemals zufrieden sein, nie.
 
  • #25
Ja, diese Methode ist ausgesprochen wirkungsvoll. Wenn dein Freund mitmacht, könntest du auch dieses Forum für deine Rollenspiele nutzen.

Wir hatte hier gerade erst in den letzten Wochen brilliante Rollenspiele, bei denen man auch als Unbeteiligter viel lernen konnte und die zu helfen scheinen.
Rollenspiel sind Blödsinn. Das einzige wirkungsvolle ist klare Kommunikation. Alles andere ist verlagern des Konflikts auf eine Ebene, wo er nicht lösbar ist, aber weitere dumme Spielchen folgen.
 
  • #26
Rollenspiel sind Blödsinn. Das einzige wirkungsvolle ist klare Kommunikation. Alles andere ist verlagern des Konflikts auf eine Ebene, wo er nicht lösbar ist, aber weitere dumme Spielchen folgen.
Deswegen schlug ich es ja auch als Mittel zum Bewusst- und Sichtbarmachen vor in Verbindung mit zuvor erfolgter klarer Kommunikation. (wobei ich nicht an ein regelrechtes Rollenspiel gedacht hatte)
Ich denke, in derlei Konstellationen bringt ein Schuss Leichtigkeit zumeist viel mehr als ein bedrücktes Dramatisieren. Das muss natürlich zumindest einer von beiden hinbekommen - es erfordert einen bewussten Schritt heraus aus der jeweiligen Situationsdynamik und eine gewisse Fähigkeit dazu, diese Leichtigkeit einkehren zu lassen. Davon hätten aber beide was. Dass das erst mal "nur" ein mögliches Mittel zur Verbesserung und Entkrampfung der Situation ist, steht ausser Frage. Aber vielleicht reicht das im vorliegenden Fall ja sogar schon aus?
 
  • #27
Vielleicht wäre es in dem Zusammenhang mal eine Idee – aber erst NACHDEM du ihm die Problematik bewusst gemacht hast - ihm seine Botschaften bewusst zu spiegeln, vorzugsweise, bevor er selber damit anfängt. Du schlüpfst hin und wieder in seine Rolle oder spielst mit und setzt noch was drauf auf seine Negativbotschaft. Damit er seine Wirkung mal erfahren kann. (So wie beim Sex eine dank seiner Ignoranz dauerhaft nicht auf ihre Kosten kommende Frau, IHN unbedingt mal kurz vorm Orgasmus verhungern lassen sollte.)

Zieh solche Botschaften von ihm hin und wieder (nicht permanent, sonst fühlt er sich nicht ernst genommen!) ins Lächerliche, Leichte. Beispiel: super Wetter, Cafe draußen, toller Kaffee:
Er: "Aber etwas zu kalt serviert. Und es ist hier auch zu laut."
Du: "Ja und dann auch das tolle Wetter und dieses viel zu schöne Ambiente! Ganz furchtbar! Schatz, lass uns künftig nur noch Cafés mitten in der Sahara besuchen. Kein Lärm und der Kaffee wird auch nie kalt." Und mit hilfloser Unschuldsmine gleich hinterher: "Kümmerst du dich um den Flug, Schatz?!" Nur zum Illustrieren, was mir jetzt spontan so einfiel; es gibt sicher auch originelleres, das du dir ja mal vorab gezielt für die eine oder andere vorhersehbare Nörgelei zulegen kannst
Das wollte ich ihr auch vorschlagen, ihn auch so zu spiegeln. Musste ich lachen! Sehr lustig wäre es sozusagen im Duett zu jammern und lästern über die ach, so schlechte Welt da draussen.

Er wird sie zunächst verdutzt anschauen, sich fragen: "Was ist plötzlich mit ihr los, so kenne ich sie nicht!" und danach vielleicht verärgert reagieren: "Lachst du mich jetzt aus?"

Wenn sie das bewusst und konsequent macht, so kann sie ihn nach ca. 2 Monaten fragen: "wie hast du dich dabei gefühlt? Fröhlich, leicht, beglückt, locker, entspannt?" Seine Antwort kenne ich schon und ihre danach wäre: "Jetzt weiss du, wie ich mich 2 Jahre neben dir hauptsächlich fühle".

Vielleicht bringt ihn das doch zum Nachdenen. Und die letzte Bemerkung von mir wäre: "Warum überhaupt jammern über alles, was du ohnehin nicht ändern kannst, die Welt und die andere Menschen? Was bringt dir das Positives?" Als Anspielung darauf, dass man Menschen damit runter zieht und sie selbst dabei nicht glücklich sind oder werden. Er soll in einen Chor singen gehen! Das hebt die Stimmung und macht glücklich!
 
  • #28
Das mag Ursachen haben oder auch nicht, verändern kann sich JEDER, das geht oft auch ohne Therapie. Muß ja nicht jeder gleich zum Therapeuten, zumal es den Mann der FS vielleicht gar nicht selber belastet. Das wissen wir ja nicht. Das Ausmaß kennen wir auch nicht. Da hat ja auch jeder Mensch seine eigene Schmerzgrenze.

Wenn sie sowieso ein positiv denkender Mensch ist, dann kann es ihr doch nicht die Kraft rauben.
Es ist einfach eine Prägung in welche Richtung man denkt oder wie man die Welt sieht, denn es ist eine Realität, dass nicht alles im Leben Friede, Freude, Eierkuchen ist. Mir sagte der Psychiater auch: "Das Leben ist wie ein Garten und wenn man die Blumen nicht bewusst pflegt (schöne Gedanken, schöne Erinnerungen und schöne Erlebnisse) so wuchert nur Unkraut". Und offensichtlich wuchert in seinem Leben nur oder vorwiegend nur Unkraut. Er sieht nur das negative und das schlechte im Leben!

Oh nein, solche Menschen rauben einem die letzte Kraft und bei mir war das genauso, wie bei @void. Schaltete geistig ab, tauchte in meine eigene Fantasiewelt bei meinem Ex ab und hörte ihm nicht mehr zu! Schon der Gedanke, dass er wieder zu mir kommt hat mir bereits Angst gemacht und mich psychisch gestresst, denn ich wusste, was mich erwartete.

Der Hirnforscher Gerhard Roth schrieb das Buch (welches auf mich wartet, dass ich es lese)
"Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten -
Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern."

Und im online Artikel "Sie müssen sich selbst sehr gut kennen lernen" sagt er:

"ZEIT Wissen: Man sagt ja, es werde mit zunehmendem Alter immer schwieriger, sich zu ändern. Stimmt das?

Roth: Im Prinzip schon. Die Persönlichkeit verfestigt sich schon sehr früh, zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. Danach kommen noch soziale Erfahrungen hinzu, die allerdings nicht mehr viel an den eigentlichen Persönlichkeitsstrukturen ändern: Man lernt, dass man in der Öffentlichkeit nicht in der Nase bohrt, macht es aber trotzdem, wenn man alleine ist."


Glaube nicht, dass er sich jemals ändert, sondern er wird immer negativ denkender Mensch sein. Wahrscheinlich geht es nicht mal mit Therapie.
Natürlich ist er gerne mit ihr zusammen, weil sie ihm einfach sehr gut tut, sie ist sozusagen wie ein Balsam für seine Seele und nicht umgekehrt. Auch mein Ex ist genau der gleiche wie früher!
 
  • #29
Ich empfinde es als sehr schwierig und belastend, mit jemand oft negativ denkenden zusammen zu sein. Ich hatte auch so eine Beziehung; im Nachhinein war das Negative auch keine Kleinigkeit und durchzog das ganze Zusammenleben: ich Menschenfreund, er Menschenfeind. Ich: grundsätzlich erstmal Vertrauen schenken und vom guten ausgehen. Er: immer misstrauisch. Ja, wie Herakles schon betonte: selbst Treffen im Umfeld wurde nicht gewollt. Immer, wenn man neue Leute kennenlernte, wurde schon direkt vorher auf Abstand gegangen. Ich war dann extrem angespannt bei anschließenden Treffen mit denen.

Auch während gemeinsamer Unternehmungen wurde immer nur gemault, bis ich irgendwann selbst schlechte Laune hatte. Und: gerade wenn man selbst von etwas Neuem begeistert ist, kann einem das jede Freude versauen.
 
  • #30
Liebe FS, ich finde, du hast von gruenewelle #6 einen sehr guten und hilfreichen Beitrag bekommen. Deinen Ansatz, ihn nicht verändern zu wollen, finde ich grundsätzlich eine super Grundlage für eine Beziehung. Allerdings schreibst du ja, dass er deinen Optimismus gut findet; wenn er sich davon "eine Scheibe abschneiden möchte", dann hilf ihn dabei. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe auch ein Exemplar von Mann zuhause, der immer gerne das Haar in der Suppe findet. Sprich: ich finde in jeder schlechten Situation noch etwas Positives und verschwende keine großen Energien an Dinge, die nicht gut gelaufen sind. Er findet in jeder noch so guten Situation noch etwas Schlechtes und denkt auch gerne über den "worst case" nach. Eigentlich müsste ich ja in der Vergangenheitsform schreiben, denn er hat kräftig an sich gearbeitet. Nicht, weil ich ihn verändern wollte, sondern weil ihn durch mein "Vorbild" und gute Kommunikation deutlich wurde, dass ihn diese Marotte selbst irgendwie nervt. AufdrSuche hat dir den Tipp gegeben, ihm sein Verhalten zu spiegeln... hat bei meinem Mann wunderbar funktioniert. Und jetzt kommt mein Haar in der Suppe und eine kleine Einschränkung: es hat bis zu einem gewissen Grad funktioniert. Bei ihm wurde dieses Verhalten zuhause so vorgelebt (und er war fasziniert von der Leichtigkeit und dem Optimismus, den er bei mir und meiner Familie beobachtete) und außerdem ist er es gewohnt, als Notfallmediziner auch den "worst case" vorauszudenken... Kann ich mit leben, aber wir haben auch für uns einen guten Weg gefunden, streitfrei zu kommunizieren, wenn er mir zu negativ eingestellt ist. Da gibt es kein Patentrezept, aber gute Kommunikation und der Wunsch seinerseits, dem Leben mehr positive Aspekte abzugewinnen sind da eine gute Grundlage. Sprich mit ihm immer wieder darüber und sei geduldig, wenn du ansonsten glücklich mit ihm bist. Jeder hat halt ein paar Macken... ;)