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  • #1

"Partner" oder "Partnerin"

In nicht wenigen Profilen von Männern stelle ich fest, dass sie von ihrer zukünftigen Partnerin als von ihrem "Partner" sprechen. Kann mir jemand die Assoziationen dahinter erklären? In mir löst es schlichtweg ein vollkommenes Erstarren des Herzens aus.
 
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  • #2
Partner als Neutrum!
Ich, w, habe damit keine Probleme!!! Mich nervt sogar dieses "liebe Kollegen und Kolleginnen, Zuhörer und Zuhörerinnen" ich bezeichne mich als emanzipiert!
 
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  • #3
Erstarren wäre jetzt zuviel gesagt, aber ich finde auch, es klingt ziemlich schräg, wenn Männer von ihrem Partner sprechen, damit aber eine Frau meinen. Ich glaube, die denken sich nichts dabei und kennen Partner eben nur in der aus ihrer Sicht neutralen Form. Politisch korrekt wird ja nirgendwo formuliert, oder wird in den journalistischen EP-Beiträgen von Partner/ Partnerin geschrieben? Oder in den Tests? Ich habe zwar keinen gemacht, aber ich glaube nicht, dass dort beide Formen verwendet werden.
Sieh doch einfach drüber hinweg. Das kann man doch wirklich mit Humor betrachten. Es gibt Wichtigeres.
 
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  • #4
Die grammatische Verwendung der maskulinen Form im Plural als Genus der Gemeinschaft ist in meiner Alltagssprache ebenso selbstverständlich wie in meinem sprachwissenschaftlichen Empfinden. Ich benutze auch keine sprachlichen Entgleisungen, mit denen unemanzipierte Frauen Emanzipation erwirken zu können glauben. - Aber bei der Suche nach einer Partnerin geht es doch wohl nicht um eine Gemeinschaft, die aus Männern und Frauen besteht. Die Antwort geht an meiner Frage vorbei.
FS (w/48)
 
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  • #5
Ich kann mich da Nr.1 nur anschließen. Habe noch nie verstanden, warum da so viele Wert drauf legen.Ich fühle mich da sicherlich nicht respektlos behandelt, wenn mein Partner von mir als "Partner" spricht und nicht als "Partnerin" Kann demnach Dein erstarrtes Herz null nachvollziehen.

Was geht denn in Dir vor, warum bist Du erstarrt? Würde gerne Deinen Gedankengang kennen lernen!

w,30
 
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  • #6
Liebe FS,
danke, dass du das Thema aufgreifst, mir geht es genauso, wenn ich die Profile lese.
Gegenargumente kann ich damit zerstreuen, dass ich meinen Mann auch nicht "Partnerin" nenne. Also nicht egal.
 
  • #7
Die Betonung auf "Partnerin" = sie wollen eine Frau - keinen Mann - für sich.

Würde dagegen ein Mann von "Partner" sprechen, dann würde ich annehmen, daß er homosexuell ist.
 
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  • #8
Ich kann auch vieles nachsehen. Aber wenn ein Mann eine Frau sucht und in seinem Profil schreibt, was er mit seinem 'Partner' machen möchte, finde ich das auch befremdlich.
Einzige Erklärung: eine Partnerin gehört zur Vollständigkeit des Lebens wie ein Möbelstück und für das Ausfüllen des Profils muss ein Minimum an Buchstaben genügen.
 
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  • #9
Mir gefällt das auch nicht. "Partner" ist kein Neutrum, sondern die männliche Form. Neutrum gibts hier nicht.
 
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  • #10
FS, meine (ist sicher individuell verschieden) "Assoziation" vom Begriff "Partner" :

Der Übergang von "Beziehung" zur beiderseitigen und festen Willenserklärung, die Zukunft gemeinsam verbringen zu wollen - ab dann wird für mich eine "Partnerschaft" daraus.
 
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  • #11
Die Frau ist natürlich immer Partnerin, also mit _in_. Wobei ich den Ausdruck irgendwie komisch finde.
Die Frau ist die Frau und natürlich auch Partnerin, aber in erster Linie die Frau (an meiner Seite).

m
 
  • #12
Könnte es sein, dass dies ein regionales Phänomen aus einigen Teilen des deutschen Ostens ist?

Dort hört man öfters von Frauen die männliche Bezeichnung bei ihrer eigenen Berufsangabe. "Ich bin LKW- Fahrer" sagen da manche Damen selbstbewusst, oder Ehemänner klären auf: "Meine Frau arbeitet als Arzt".

Vielleicht wirkt sich diese Vermännlichung auch auf den "Partner" aus?
 
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  • #13
Ich verstehe das Problem nicht wirklich.

Ich bezeichne mich als Frau auch meistens als AngestelltER der Firma, Handwerker, Techniker, Designer, Bürokraft, etc. Ich muss nicht exziplin immer alles übermäßig "verweiblichen". Ich finde das sogar eher störend und lästig, es löst in Menschen meist sofort eine oberflächliche Wertung aus, wenn man sagt, man ist HandwerkerIN, TechnikerIN. ( O-Ton: Eine Frau, die sowas macht, kann nix...). Ich bin in erster Linie Mensch, nicht Frau oder Mann, dementsprechend will ich auch als solches behandelt werden. Und ja, ich bin auch Partner, wie ich auch Partnerin bin. Beides gehört zusammen. Das ist doch ganz normal?

Man sollte sich vielleicht weniger an solchen Kleinigkeiten stören und aufhören in Dinge etwas hineininterpretieren, was vielleicht gar nicht so ist. Wer sich schon an solchen grammatikalischen Dingen aufregt, der muß persönlich extrem labil und sensibel sein. Versuch einfach mal, über sowas drüber zu stehen und gut ist.
 
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  • #14
Es handelt sich schlichtweg um Gedankenlosigkeit, wenn Männer von ihrem zukünftigen Partner sprechen und dabei eine Frau meinen. Nicht gerade reflektiert, wenn man bedenkt, wie wichtig und persönlich die Partnersuche ist. Bei mir kommt so etwas auch nicht besonders gut an, aber viele Männer sind anscheinend schlichtweg zu alt, um solche sprachlichen Neuerungen zu übernehmen oder leben in einer technisierten Welt, die sich nicht mit sprachlichen Finessen auseinandersetzt.
w
 
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  • #15
Also ich habe keinen "Partner" gesucht sondern eineb Mann. Und ich spreche bei anderen auch nicht von meinem Partner sondern von meinem Freund oder Mann. Wenn mir gegenüber jemand von seinem Partner spricht, dann frage ich mich, welche Zweckgemeinschaft da gelebt wird... eine emozionale Gemeinschaft offensichtlich nicht.
w/46
 
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  • #16
Also ganz ehrlich, Eure Luxusprobleme möchte ich mal haben.
Fokussiert Eure Energie in die Suche nach einer harmonischen Partnerschaft!

m
 
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  • #17
Hallo,
das Befremden der Fragestellerin (weiblich (?)) ist wahrscheinlich ein Generationenproblem. Und ein Bildungsproblem.
Also, jetzt mein Vorschlag: sofort umbennen, damit sich niemand benachteiligt fühlen kann; "Elitepartnerin" . Wenn dann alles grammatikalisch feminisiert ist ("Liebe Deuschinnen und Deutsche, "auf eine gute Partnerinschaft !"). Dann wird die Welt sicher eine bessere sein !
m, 48
 
  • #19
Wenn Man/Frau keine Probleme hat dann macht Man/Frau sich eben welche aus den erstaunlichsten Nichtigkeiten.. Ich durfte mir Letztens erst wieder einen "ge-genderten" Text antun.. Dort kamen dann Stolper-Stilblüten wie

"und eine_n clubinterne_n und eine_n unabhängige_n Ansprechpartern_in für Be- schwerden zu benennen.und eine_n clubinterne_n und eine_n unabhängige_n Ansprechpartern_in für Beschwerden zu benennen."

raus.. sowas ist weit weg von Lesbar und im Endeffekt verliert der Text mehr Leser als er anzieht.

Mein Partner ist weiblich .. genau wie einer meiner Administratoren weiblich ist...


Kann mir nun jemand mal die SalzstreuerIn reichen ?
 
  • #20
Hallo FS-IN,

Also, eine falsche Grammatik lässt also Dein Herz erstarren...

Sagt ein klein wenig über Dich aus. Weniger über die "Schriftsteller.
 
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  • #21
Werte Mitgliederinnen- und Mitgliedervertreterinnen und -vertreter!

Die deutsche Sprache kennt neben der geschlechtsneutralen Form, die meistens mit der männlichen zusammenfällt, auch eine speziell weibliche. Das sollte Euch Frauen eine Ehre sein!

Wo Menschen beiderlei Geschlechts gemeint sein können, oder wo das Geschlecht des oder der Angesprochenen keine Rolle spielt, kann und sollte die neutrale Form gebraucht werden.

Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, eine Gruppe von Männern und Frauen nach ihrem Geschlecht auseinander zu dividieren und beide getrennt anzusprechen. Wozu soll das gut sein? Alle meine Leser tun dasselbe, nämlich lesen, wozu also die Leserinnen absondern und getrennt ansprechen? Und deshalb: Liebe Leser. Fertig.

Häufig wird durch die geschlechtsspezifische Form sogar eine Information hinzugefügt, die eher stört als nützt: für meinen Arbeitgeber (meine Arbeitgeberin? - "die" Firma!) gehe ich "zum Arzt" (auch wenn mein Hausarzt eine Ärztin ist) und werde "vom Arzt" krank geschrieben. Die Aussage "ich wurde von der Ärztin krank geschrieben" würde irritierende Fragen nach sich ziehen. Meinem Partner gegenüber hingegen kann ich durchaus von "der Ärztin" sprechen. Es ist also auch eine Frage der jeweils angemessenen Sachlichkeit.

Was das mit der Frage zu tun hat? Nun, hier kommen von vorneherein nur entweder Herren oder nur Damen in Betracht, also ist "Partnerin" der angemessene Präzisionsgrad. Bei einem Mann, der von "seinem künftigen Partner" spricht, würde man sich fragen, wieso er explizit auch Männlein in seine Suche mit einschließt. (m)
 
  • #22
Ich finde "Partner/in" sowieso einen unpassenden Ausdruck. Ich würde von meiner Freundin sprechen. Bei "Partner/in" habe ich die Assoziation einer gleichmacherischen "Augenhöhenbeziehung", bei der nach Punkt und Komma aufgerechnet wird, dass alles ganz genau 1:1 gleich ist und gemacht wird. Davor gruuselt mir mehr als vor einem etwas merkwürdig verwendeten generischen Maskulinum.
 
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  • #23
Wer sowas schon als No-go betrachtet, sollte sich fragen ob er überhaupt einen Partner braucht, denn ein perfektes Lebewesen findet halt nur schwer ein Gegenstück.
 
  • #24
Habt ihr hier sonst nichts Wichtigeres zu bekakeln? Etwas, was direkt mit dem Thema Liebe zusammenhängt?
Das Zerpflücken der deutschen Grammatik wäre hervorragend für eine kleine Glosse geeignet, wie von 20 schon angesetzt ;)
 
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  • #25
Das Zerpflücken der deutschen Grammatik wäre hervorragend für eine kleine Glosse geeignet, wie von 20 schon angesetzt ;)
Da ich ja ein Mann bin, kann ich meinen Vorschlag nur an die holde Weiblichkeit weiterreichen: bei Interesse an der Person einfach die Frage einflechten, ob denn überhaupt eine Frau gesucht würde, weil da nämlich was von "Partner" stünde. Aus der Antwort sollte sich dann ergeben, ob es eine sprachliche Unsicherheit, eine Feminismus-Anbiederung, die generelle Einstellung zum Wesen einer Partnerschaft oder was auch immer ist.
 
  • #26
Vielleicht fühlt sich Mancher hier ertappt - anders kann ich mir das Herunterspielen dieser unpassenden Ausdrucksweise nicht erklären.

Wie würden denn die Herren der Schöpfung reagieren, würden sie von ihrer Liebsten mit den Worten vorgestellt werden: "Das ist meine Partnerin Herr Mustermann!"
Eine Lachnummer, absolute Peinlichkeit, oder im Ernstfall eine Unverschämtheit wäre das.

Falls es nicht tatsächlich eine regionale Eigenheit bestimmter Bundesländer ist, dann ist es einfach nur ungebildet und unhöflich, die Frau an seiner Seite "mein Partner" zu nennen. Weiß da jemand Bescheid?

Würde mein Schatz mich vor anderen so nennen, würde ich einen Lachanfall bekommen - und mich ein bisschen fremdschämen.
 
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  • #27
In mir löst es schlichtweg ein vollkommenes Erstarren des Herzens aus.
Wenn das so ist, dann vertraue auf dein Gefühl, und lösche augenblicklich die Profile. Deine eigene Überzeugung ist doch das wichtigste für deine eigene Entscheidung, oder nicht?

Wenn es dir leid täte das Profil zu löschen, weil es ansonsten höchst attraktiv wirkt, dann hast du den perfekten Aufhänger für einen Kontakt. Nutze deine Chance.

Wenn es dir nur darum geht festzustellen, manche Männer machen solche Fehler, und manche Männer machen andere, und die meisten Männer bemerken iher eigenen Fehler nicht, dann kann ich dir nur zustimmen. Ja, das ist so, und bei Frauen wohl nicht anders.

m (mit Fehlern, aber denoch nicht 2. Wahl)
 
  • #28
Vielleicht fühlt sich Mancher hier ertappt - anders kann ich mir das Herunterspielen dieser unpassenden Ausdrucksweise nicht erklären.

Wie würden denn die Herren der Schöpfung reagieren, würden sie von ihrer Liebsten mit den Worten vorgestellt werden: "Das ist meine Partnerin Herr Mustermann!"
Eine Lachnummer, absolute Peinlichkeit, oder im Ernstfall eine Unverschämtheit wäre das.

Falls es nicht tatsächlich eine regionale Eigenheit bestimmter Bundesländer ist, dann ist es einfach nur ungebildet und unhöflich, die Frau an seiner Seite "mein Partner" zu nennen. Weiß da jemand Bescheid?

Würde mein Schatz mich vor anderen so nennen, würde ich einen Lachanfall bekommen - und mich ein bisschen fremdschämen.
Mein Partner würde sofort fragen ob ich was Schlechtes gegessen habe oder krank bin, wenn ich ihr mit solchen Nichtigkeiten kommen würde. Das hat mit "runterspielen nichts zu tun".. da müsste ich ja die Schaufel auspacken wenn ich die "W(N)ichtigkeit" noch weiter runterspielen wollte..

Die Deutschen sind bisweilen die Einzigen die sich so derart wichtig nehmen beim Geschlecht eines Wortes... Die "Normalfassung" ist nunmal "der Taxifahrer" und keine englischsprechende Person würde auf die doofe Idee kommen "The Cabdriveress" zu sagen..

ebenso ist es "DIE Person" und ich krieg natürlich keinen Anfall wenn man mich nicht "DER PersonEr" nennt..
 
  • #29
@Hellekeen, das Englische hier anzuführen, klärt die Sache nicht. Andere Länder, andere Sprache.

Nun ist ja das Wort "Partnerin" nicht der Auswuchs überkandidelter, falsch verstandener Emanzipation!
Es ist ein ganz normales, deutsches Wort - schon seit Ewigkeiten, und steht auch so, ganz normal, im Duden.

Die Bezeichnungen "die Person", oder "der Mensch" sind ja auch, wie sie sind, stehen so im Duden, und werden nirgends vermännlicht, oder verweiblicht. Hier werden ja Äpfel mit Birnen verglichen!

Ich bin ja immer noch unsicher, ob hier ein regionales Phänomen besteht, oder ob es einfach Unhöflichkeit und Schludrigkeit im Umgang mit der Sprache ist.
Hier, in Süddeutschland habe ich noch niemanden gehört, der seine Frau "mein Partner" nennt. Die Angesprochenen würden angepeinelt zu Boden blicken.
 
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  • #30
@Hellekeen, das Englische hier anzuführen, klärt die Sache nicht. Andere Länder, andere Sprache.
Auch die deutsche Sprache hat hier ganz klare und auch durchaus sinnvolle Regeln. Nur scheinen die Deutschen neuerdings mit der Sprache der Dichter und Denker nicht mehr so recht glücklich zu sein und verkomplizieren sie dermaßen, daß man irgendwann erleichtert aufs "einfachere" Englisch wechseln wird, wetten?