• #1

Partner bekommt von mir "alles ab"

Mein Mann (15 Jahre zusammen, 2 Jahre verheiratet) bekommt von mir aktuell "alles ab".

Ich war die letzten 14 Tage alleine mit unserem Kind zu Hause, da er auf Dienstreise am anderen Ende der Welt war. In der Zwischenzeit musste seine Mutter ins Krankenhaus und ich mich um den dementen Vater kümmern.

Die Situation war für mich äußerst schwierig und ich war zeitweise maßlos überfordert.

Am Donnerstag kam er zurück, am Freitag holte ich die Schwiegermutter aus dem Krankenhaus zurück.

Ich dachte, jetzt wirds wieder einfacher, aber ich drehe noch immer am Rad, bin absolut gereizt, fahre meinen Mann wegen Kleinigkeiten an, bin auch gereizt mit meinem Sohn...

Sie können mir nichts recht machen, ihre bloße Anwesenheit macht mich grad narrisch.

Wie kann ich da gezielt gegen an kämpfen? Ich will keine Kratzbürste sein. Das schlimmste für mich: mein Kind musste wirklich viel zurück stecken in den letzten Monaten, auch mein Mann hatte "nix" von mir und beide sind verständnisvoll und lieb und ich ecke permanent an.

Habt ihr Tipps für mich?

Danke!
 
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  • #2
Liebe FS,

Ich versuche, die Daten zusammen zu fassen?
Du hast ein kleines Kind, kümmerst Dich regelmäßig um die Schwiegereltern, Haushalt, Dein Partner ist häufig unterwegs - Du fühlst Dich oft alleine, mit den gesamten Alltagsangelegenheiten?
Wieviel Raum/ Zeit hast Du für Dich, habt Ihr als Paar, wieviel Ruhe/Entspannungszeiten hast Du? Wie sieht es bei Dir mit Schlaf aus?

Dir momentan selbst Vorwürfe zu machen, bringt Dir nichts, außer mehr Druck und Überlastung.

Was Du tun könntest?
Versuche, Dir dieses Gefühl der Überlastung zuzugestehen und zu erlauben. Es ist ein Warnzeichen, das etwas in Deinem Leben für Dich nicht stimmig ist.
Schau Dir Deine momentane Situation an, wie sieht Dein Alltag aus, wo sind besondere Belastungsmomente, wo bist Du und die Zeit für Deine Wünsche, Bedürfnisse. Bist Du so mit Deinem Leben zufrieden?
Was wäre veränderbar - kurzfristig, längerfristig.
Es ist sehr oft nicht das Arbeitspensum alleine, dass zur Überforderung führt, sondern auch das permanent Vernachlässigen der eigenen Bedürfnisse.

Darüber dann mit Deinem Partner reden, Wege finden für die Veränderungen, die Du brauchst.

Und kurzfristig?
Du bist überfordert, erschöpft. Das ist momentan die Tatsache.
Wie ist bei Dir Erholung möglich? Hast Du die Möglichkeit, ein paar Tage einen Break zu machen, und dann das aktuelle Pensum so zu reduzieren, dass Du täglich mehr Erholungszeiten hast?
Das benötigst Du auf jeden Fall.

Nur - Selbstvorwürfe und Schuldgefühle bringen Dir gar nichts, sind auch nicht angebracht.
Jede/r kennt solche Zeiten, es braucht dann eben Erholung und dann eine Neusortierung in der Lebensgestaltung, um künftige Überforderung zu vermeiden.

Nimm Dich jetzt wirklich selbst wichtig.
Wenn es Dir gut geht, geht es auch den anderen gut, kannst Du Deinen Part gut machen und in angemessenen Rahmen für sie da sein und geben.
Es braucht aber auf Dauer die Balance.
 
N

nachdenkliche

  • #3
Du bist über lastet! Da fährt man genau die Menschen an, die einem am nächsten stehen und nichts dafür können ( euer Kind). Du hast einen lieben und verständnisvollen Mann, deshalb setze Dich mit ihm zusammen und sage, was los ist.
Du brauchst dringend eine Pause, einfach nur Zeit für Dich allein. Könnt Ihr das einrichten?
Meist spürt man schon, während des Redens, dass es besser wird, lass Dich ruhig mal in den Arm nehmen von Deinem Mann. Er wird verstehen, dass Du es nicht persönlich meinst!
 
  • #4
Es wächst Dir über den Kopf und Du bleibst , gefühlt, auf der Strecke. Das macht unzufrieden, gereizt und auf Dauer unglücklich.
Rede mit Deinem Partner, wo Entlastung möglich ist. Das Kümmern der Schwiegereltern mußt und solltest Du nicht alleine tragen , was evtl. auch gar nicht der Fall, doch vielleicht ist es möglich, dass Du hier noch mehr Unterstützung bekommst. Hat Dein Mann Geschwister die in der Nähe wohnen? Wieviel Zeit brauchst Du für die Versorgung der Schwiegereltern?
Ganz wichtig- Freiräume für Dich. Oft reicht es schon, mal zur Kosmetikerin zu gehen, sich mit einer Freundin zum Kaffee zu treffen, abends mal ins Kino gehen, einfach dass Du merkst, dass Du auch wichtig bist und es etwas gibt, was nur Du hast.
Kannst Du das organisieren? Ich glaube Dein Mann wird Dich verstehen, rede unbedingt mit ihm und sage, was Dich bedrückt und belastet. Alles Gute!
 
  • #5
Liebe FS,

sorry, warum fragst du in einem Singleforum ob du Tipps bezüglich Überforderung wegen häuslicher Krankenpflege bekommst? Das Krankenhaus hat einen Sozialdienst, da hättest du schon Infos zur häuslichen Krankenpflege bekommen können, dazu gibt es genug Beratung von Sozial-Pflegestation siehe Diakonie, Johanniter usw., die können dir gezielt helfen, welchen Anspruch diese Schwiegereltern seitens der Pflegekasse oder Krankenkasse , seid ihr wirklich verheiratet?, haben.

Ich finde es von deinem "Partner" unverantwortlich, dass er dir die ganze Organisation, immerhin hast du ein Kleinkind, überlässt. Wer solche dienstlichen Auslandsreisen macht, verdient nicht schlecht und sollte für den Ernstfall vorausschauend gerüstet sein, damit nicht alles an der Frau mit dem Kind hängen bleibt. Partnerschaftlich finde ich sein Verhalten nicht.

Kann es sein, dass du um einiges jünger als er bist?

Also, holt euch prof. Hilfe, was die Versorgung der Eltern betrifft, eine Bourn-Out-Mutter inkl. draumatisierten Kind nützt keinem was.

w
 
  • #6
Du bist überlastet, und du mußt dich entlasten.
Rede mit Mann, Schwiegermutter, anderen Verwandten, wie Pflege und andere organisatorische Dinge besser geregelt werden können. Dafür gibts immer Lösungen, und aus dem Spital nach Hause kann man auch mit dem Taxi fahren.
Du brauchst nicht perfekt sein - du bist es ja ohnehin nicht und scheiterst grade an deinen Perfektionsansprüchen oder "es allen Recht machen wollen."
Fordere Hilfe und Unterstützung ein.
 
E

Elissa

  • #7
Liebe FS,
du bist ganz einfach überfordert.
Was ich auch überhaupt nicht verstehe: Warum musst du den dementen Schwiegervater betreuen? Gibt es keine anderen Verwandten, die dich dabei unterstützen könnten. Ok, die Schwiegermutter ist im Krankenhaus, aber dann muss eben eine vorübergehende Kurzzeitpflege organisiert werden. Das geht nicht von einem Tag zum anderen, aber niemand kann von dir verlangen, dass du das alles alleine organisierst. An erster Stelle sollte dein Kind stehen. Ich finde es schrecklich, dass es unter der Situation leiden muss. Außerdem sind es die Eltern deines Mannes. Da ist er in der Pflicht, egal an welchem Ende der Welt er sich gerade aufhält. Du hast dich in der Notsituation gekümmert, so weit so gut. Jetzt ist er an der Reihe, das Leben seiner Eltern so zu organisieren, dass es langfristig funktioniert. Verständnisvolles, liebes Getue deines Mannes nützt dir da nichts. Jetzt sind Handlungen gefragt, und zwar von seiner Seite. Ich verstehe auch nicht, dass er für so einen Ernstfall nicht vorbereitet ist, wenn er monatelang am anderen Ende der Welt zu tun hat. Dass sein Vater dement ist und nicht alleine leben kann, das weiß er doch.
 
  • #8
Das ist keine ungewöhnliche Reaktion. Das geht vielen so, die in die Helferfalle bei alten Menschen die immer hilfsbedürftiger werden reingerutscht sind. Meistens war es am Anfang noch überschaubar, oder man dachte das und dann wird es immer schwieriger und auch noch selbstverständlich. Wenn du dann auch noch "Zeit hast", da du "nur" oder oft zuhause bist bekommst du den Arm ausgerissen, oder vielleicht reißt du ihn dir auch selber aus. Das können ältere Menschen meistens überhaupt nicht mehr einschätzen. Du musst jetzt die Bremse ziehen, was passiert denn wenn DEINE Eltern mal dran sind. Da brauchst du auch Kapazitäten. Sich um solche Eltern kümmern braucht mehr als eine Person. Bei Demenz wäre es gut, wenn der Pflegedienst mindestens drei mal am Tag kommt. Im Grunde ist das aber auch zu wenig. Die Frage ist auch was hat die Schwiegermutter, wird sie wieder fit. Hat der Vater die Pflegestufe? Das muss deine Schwiegermutter jetzt alles einleiten. Demenz ist wirklich nicht einfach. Rede mit der Schwiegermutter, dass du das so nicht mehr leisten kannst und dann schaut ihr nach Hilfsangeboten, Z. B. Beim sozialen Dienst im Ort. Wenn sie ihn wirklich nicht ins Heim geben will muss sie sich eben kümmern, da muss man dann auch an Zuschüsse für den Badumbau, etc. denken, Barierrefreiheit, usw. Das versuchen viele erst mal selber und schaffen es auch eine ganze Zeit. Dein Vater kann auch in die Kurzzeitpflege wenn die Frau im Krankenhaus ist. Die Pflegestufe ist also erst mal das wichtigste.
 
  • #9
Wenn Du Deine Umgebung anzickst, dann ist das ein Hilfeschrei.
Ersteinmal musst Du den aber hören und Dir eingestehen, dass Du es nicht alles locker schaffst!
Wer perfekt sein will, hat damit das größte Problem!
Lass es zu!
Geh zu Deinem Mann und sag klar...Ich muss auf den Schoss...Keine Lösung...Einmal jammern im Arm.
Das befreit und macht den Kopf frei!
Lösungen findet ihr dann bestimmt gemeinsam!
 
  • #10
Die TE @Gemüsesuppe fühlt sich ausgenutzt und enttäuscht.

Grob gesagt: Ein Ehemann der "nicht da ist" Obwohl man ihn geheiratet hat, und ein gemeinsames Kind mit ihm hat.
Dazu SEINE Eltern, die anstrengend sind, und ER dabei auch nicht mithilft. Also fühlt sich die TE enttäuscht, ausgenutzt und im-Stich-gelassen.

Vorschlag: Sich weniger aufhalsen, und wenn möglich an Andere delegieren.
In der Zwischenzeit musste seine Mutter ins Krankenhaus und ich mich um den dementen Vater kümmern.
... muß man gar nicht !
In solchen Fällen kann der demente Schwiegervater tageweise in ein Pflegeheim untergebracht werden. Alle Fahrten + Pflege zahlt die Krankenkasse etc.

Was auf den ersten Blick herzlos erscheint, ist in Wirklichkeit Selbstschutz. Die TE hat genug zu tun, mit ihrem eigenen Haushalt + Kind. Und muß sich auch Zeit nehmen können, für sich selber und für ihr Kind.

Für Kinder sollte man immer Zeit haben. Und wenn es täglich nur eine Viertel- oder bei kleinen Kindern besser halbe Stunde ist. Wo man voll und ganz für das Kind da ist, und nichts Anderes. Auch später, wenn das Kind ein Teenager ist. Oder "ausgeflogen" aber deswegen immer wieder zur Mutter kommt. Weil sie Zeit für ihn/sie hat, und ihm zuhört.

Und der Ehemann kann in seiner Arbeitsstelle anfragen, ob auch Andere tlw. solche Geschäftsreisen durchführen können ?
So das er selber nicht so oft verreisen muß.
Denn einem Arbeitgeber ist nicht gedient, wenn der Mitarbeiter sich abstrampelt, während seine Ehe deswegen zerrüttet.

Delegieren, statt immer selber sich abstrampeln.

z.B. mit einer Freundin/Nachbarin sich abwechseln, beim einkaufen. So braucht man nicht immer selber einkaufen. Und hat Zeit gewonnen, z.B. für einen anschließenden gemeinsamen Plausch bei Tee oder Kaffee. Während ihrer beiden Kinder miteinander spielen können.
Das Wichtigste dabei: Soziale Kontakte, und die Seele "auftanken"
Dann belastet es Einen nicht so stark, dass der Partner nicht da ist.

Nein, man muß sich nicht immer für unentbehrlich halten. Es gibt auch andere Lösungen.
Denn wenn man z.B. krank wäre, dann müßte es ja auch anders gehen.
 
  • #11
Ich finde es von deinem "Partner" unverantwortlich, dass er dir die ganze Organisation, immerhin hast du ein Kleinkind, überlässt. Wer solche dienstlichen Auslandsreisen macht, verdient nicht schlecht und sollte für den Ernstfall vorausschauend gerüstet sein, damit nicht alles an der Frau mit dem Kind hängen bleibt. Partnerschaftlich finde ich sein Verhalten nicht.
Das geht ja wohl meistens völlig an der Realität vorbei. In Familien wird das verfügbare Einkommen meistens komplett gebraucht.
Wer Auslandsreisen machen muss (anstrengend genug) muss deshalb noch lange keine Reichtümer verdienen.
Also bitte, die Familie braucht Hilfe. Der Mann mag punktuell und verbal Unterstützung geben, aber insgesamt muss eine Lösung her.

Ich gebe zu, er muss sich um Seine Mutter kümmern . Hierfür muss ER eine Lösung finden, schließlich ist es seine Mutter.
 
  • #12
Mein Mann ... bekommt von mir aktuell "alles ab".....
Das schlimmste für mich: mein Kind musste wirklich viel zurück stecken in den letzten Monaten
Liebe FS,
das liest sich nach Überforderungsreaktion. Ungefähr die Hälfte der Burnoutfälle in psychosomatischen Kliniken kommen aus dem Umfeld Pflege in der Familie.
Leider schreibst Du nichts zu den Rahmenbedingungen: wie alt ist Euer Kind, hat es hohen Betreuungsbedarf? Bist Du Hausfrau oder berufstätig? Wie ist die Vereinbarung mit Deinem Mann über Eure Aufgabenteilung - er der Verdiener und Du für den Rest zuständig? Was ist der Rest? Was soll man Dir raten ohne alle diese Informationen?

Privatpersonen, die emotional in die Beziehungen zu den hilfebedürftigen Menschen und den weiteren Angehörigen verstrickt sind, sind in der Regel nicht fähig ohne Hilfe von außen über einen längeren Pflegezeitraum die benötigte Unterstützung zu leisten - auch als Hausfrau nicht.
Auch mit Profi-Unterstützung bleibt für Dich immer noch genug zum kümmern, wie ich grad in meiner Familie feststelle.

Am Donnerstag kam er zurück, am Freitag holte ich die Schwiegermutter aus dem Krankenhaus zurück.
Warum holt er seine Mutter nicht ab? Warum nimmt sie kein Taxi? Reißt Du das alles an Dich oder wird das von Dir verlangt?

auch mein Mann hatte "nix" von mir und beide sind verständnisvoll und lieb und ich ecke permanent an.
Um das Kind würde ich mir Gedanken, darum dass der "Ehemann nichts von mir hat" würde ich mir keinen dicken Kopf machen - es sind seine Eltern, die versorgt werden müssen. Dann muss er halt die Dienstreise absagen und Urlaub nehmen, um Dich zu unterstützen. Das ist nicht Deine alleinige Angelegenheit - Du hast einen falschen Selbstanspruch.

Das geht ja wohl meistens völlig an der Realität vorbei. In Familien wird das verfügbare Einkommen meistens komplett gebraucht.
Wer Auslandsreisen machen muss (anstrengend genug) muss deshalb noch lange keine Reichtümer verdienen.
Wenn es sich finanziell ohnehin nicht lohnt, dann muss der Mann den "Willi Wichtig"-Faktor aufgeben, auf die Reisen verzichten und einen familienfreundlicheren Job annehmen, der es ihm ermöglicht, seine Eltern zu unterstützen, wenn Fremdhilfe unerwünscht ist.
 
  • #13
Hi Gemüsesuppe,
ich will nicht alles wiederholen, was hier schon an gutem gesagt wurde, daher nur ganz kurz:
Kann es sein, dass du perfektionistisch veranlagt bist? Und ein übersteigertes Verantwortungsgefühl hast - manchmal jedenfalls? Dass sich z.B. darin äußert, dass du erst mal ohne groß nachzudenken und zu fragen anpackst, obwohl andere es vieleicht auch tun könnten und bisweilen auch eigentlich die erste Adresse dafür wären, und nicht du?
Ich habe bei deiner Schilderung nämlich den Eindruck, du könntest auch 24 Stunden am Tag für andere rotieren und würdest dich immer noch schlecht fühlen, dass du irgendwen nicht ausreichend bedacht oder mal ein bisschen zu schief angeguckt hast.

Deine Perspektive auf die Situation erscheint mir stark verzerrt. Du bist achtsam gegenüber all den Menschen um dich rum. Und dir selbst gegenüber? Die Befindlichkeiten der anderen um dich herum sind fast immer wichtiger als deine, stimmt's? m/43
 
G

Gast456

  • #14
Ich frage mich, wie viele Männer die Schwiegereltern pflegen, füttern und vom Krankenhaus abholen würden. Wahrscheinlich keiner, weil sich schlichtweg kein Mann in der Lage fühlt, das Know-How und Feingefühl für sowas zu haben. Was ich damit sagen will, wenn du dich für alles anbietest, vermittelst du damit, selber nicht ausgelastet genug zu sein. Selbstverständlich die Rolle der Pflegerin zu übernehmen, halte ich für falsch, zumal du nicht mehr kannst. Du hast auch deine eigenen Aufgaben, deinen Job, deine Kinder und dein Haushalt. Deine Aufgabe ist es nicht, seine Schwiegereltern zu pflegen.

Du scheinst sehr viel auszuteilen, sowohl Nettigkeiten/Hilfe, als auch am Ende Frust. Das ist das logische Resultat, wenn man am Ende keinen Schlussstrich für sich ziehen kann, was zu weit geht. Ich würde daheim keinen Finger krumm machen, es gibt andere Lösungen!

Es sind seine Eltern, viele Menschen haben kranke Eltern, da muss man sich entweder selber hinsetzen oder staatliche Hilfe holen. Man kann sogar Berufspause einlegen und sich vom Staat bezahlen lassen, wenn man seine Eltern daheim pflegt. Aber das ganze auf den Partner abwälzen (kostenlos und das als Selbstverständlichkeit anzusehen) und gleichzeitig auf Berufsreise zu gehen, schlägt mir echt den Hutdeckel weg. Stop, sofort aufhören damit und lasst euch eine Hilfe nach Hause kommen und jemand, der die Situation beurteilt, damit ihr geldliche und fachliche Hilfe bekommt.

Kranke Menschen zu pflegen gehört zu den psychisch belastensten Dingen die es gibt. Das wird sich vor allem noch mehr steigern. Du weißt, was bei Demenz auf dich zukommt? Füttern, wickeln, usw. 24 Stunden lang, auch nachts aufstehen. Wärst du nicht da, müsste dein Mann das auch hinbekommen. Es kann nicht sein, dass du seine Arbeit machst, während er an seiner Karriere bastelt und dich dann vielleicht am Ende sogar noch verlässt für eine andere, weil du zu geschafft und genervt bist!