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  • #1

Neue Bindung erst nach der Scheidung?

"Erst scheiden lassen, dann Partner suchen". So lautet der radikale Rat einer recht bekannten Persönlichkeit. Nun dauert es in der Regel zwischen 2 und 6 Jahren, bis eine Scheidung tatsächlich durch ist. Bis dahin sind die Beiden "Getrenntlebende", die sich noch nicht wieder binden dürfen sollen. - Kann man tatsächlich von jemandem erwarten, das er/sie solange mit einer neuen Beziehung wartet? - Kann man es tatsächlich jemandem verdenken, daß er/sie gerade in der Zeit der Trennung stabile emotionale Nähe braucht? - Welche Alternativen würdet Ihr den "Getrenntlebenden" statt dessen zugestehen?
 
  • #2
Schon die Grundaussagen stimmen ja nicht. Jeder, der sich ernsthaft scheiden lassen will, wird es ja wohl inenrhalb des Trennungsjahres schaffen, alles nötige zu besprechen und in die Wege zu leiten. Quasi keine Scheidung muss sich mehrere Jahre hinziehen.

Zweitens ist es völlig normal, dass die Verarbeitung einer gescheiterten Ehe auch tatsächlich 1-2 Jahre dauert und man in der Zeit nicht beziehungsfähig ist, sondern sich mit der Verarbeitung und sich selbst beschäftigt.

"Kann man das erwarten solange zu warten?" --
Ja, auf jeden Fall! Es ist im Gegenteil doch wohl selbstverständlich, dass man den neuen Partner nicht mit den Scheidungsformalitäten und dem damit verbundenen Ärger belastet. Ganz klar gilt: Wer verheiratet ist, ist verheiratet. Punkt.

Kein Mensch mit Anstand und Würde lässt sich auf einen verheirateten Partner ein. So umnachtet oder unmoralisch kann man gar nicht sein. Selbstverständlich kann jeder erwarten, dass der neue Partner frei ist.

"Kann man es verdenken, emotionale Nähe zu brauchen?" --
Ja, denn hier bringst ausgerechnet Du das Hauptargument der Gegner: Es ist doch wohl dreist und unmoralisch, einen neuen Partner als seelischen Mülleimer zu missbrauchen. Fast immer, nahezu ausnahmslos sind solche Partner nur Übergangspartner und ihre Lebenszeit wird verplempert, ihre Lebensqualität reduziert. Jeder möchte eine unbelastete Verliebtheitsphase erleben und nicht mit juristischen, formalen, organisatorischen und finanziellen Katastrophen und Rangeleien durch den Expartner belastet werden.

"Alternativen?" --
Anständig bleiben! Nicht an Steuervorteile, Rentenvorteile, Eigentumsvorteile, Trennungsgeldvorteile denken oder irgendwelche anderen Ausreden und Scheinargumente erfinden und die Scheidung verschleppen, sondern die gesamte Energie, Zeit und Mühe darauf fokussieren, die Scheidung zu erledigen. Man kann überhaupt nur dann offen für einen neuen Partner sein, wenn die Scheidung und alle juristischen, formalen, organisatorischen und finanziellen Aspekte endgültig und abschließend geklärt sind.

Wer das so betreibt, der ist auch im Trennungsjahr vollauf beschäftigt und kann sich zeitnah scheiden lassen. Er kann sich währenddessen um ein neues Leben von Wohnung, Wohnort, vielleicht auch Arbeit, Hobbys und so weiter kümmern und dann, wenn er denn frei ist, sich auf die Partnersuche stürzen.

Fast alle Trennungen von Ehen sind traumatisch, denn eine Ehe gibt man nicht so eben auf und eine Ehe geht man auch nur ein, wenn man sich schon verdammt sicher ist. Daher sitzt die Enttäuschung immer tief, zu recht. Genau deswegen ist eine Aufarbeitungszeit von 1,5 Jahren völlig angemessen.
 
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  • #3
Achtung, ein Hinweis: 1 Jahr Trennung reicht für eine Scheidung nur dann aus, wenn Beide mit der Scheidung einverstanden sind!

Ist einer nicht einverstanden, müssen die Beiden mindestens 3 Jahre getrennt gelebt haben.

Bis dann tatsächlich eine Scheidung rechtskräftig ist, vergehen meistens weitere Jahre.
 
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  • #4
@2 Nein, es reicht auch aus,wenn sich einer dagegen sträubt - habe das gerade hautnah im Freundeskreis mitbekommen.

Spätestens aber 1,5 Jahre sind in aller Regel ausreichend, um auch wirklich geschieden zu werden - so erlebt vor 3 Jahren bei meiner Freundin (und da haben sogar noch Haus und Hof eine Rolle gespielt).

Die Meinung von #1 ist klar und direkt und mag für manch einen Leser hier drastisch klingen - ich halte sie dennoch für vernünftig. Wieviel Scherereien und erneuter Schmerz würden vermieden, wenn mehr Menschen danach handelten.

Ich selber (w) würde mich nie wieder auf eine Beziehung mit einem 'nur' getrennt lebenden Mann einlassen. Seinerzeit habe ich erleben müssen, was #1 geschildert hat.
 
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  • #5
Wir haben Scheidungsakten aus dem Jahre 2004, die noch längst nicht abgeschlossen sind.

Wenn einer der Partner wirklich energisch quer schießen will, sind viele Verzögerungen machbar.
 
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  • #6
an #1
.... dann müsste man bei jeder gescheiterten Partnerschaft 1-2 Jahre warten, denn es gibt doch keinen Unterschied ob man verheiratet war oder nicht bei der Verarbeitung. Ein Eheschein sagt nichts über den Wert einer Beziehung aus!
w
 
  • #7
Ich sehe das nicht ganz so radikal. Eine Scheidung ist ein rein formaler Akt.

Sehr viel wichtiger ist doch dass man sich selbst wieder sortiert hat, zu sich selbst findet und die Beziehung aufarbeitet. Emotional können da viele helfen, Freunde Geschwister, Eltern etc. EIn neuer PArtner wäre da in nder Tat zumeist einfach ein Mittel zum Zweck nicht nicht seinen Dämonen stellen zu müssen. Leider zumeist um dann immer wieder dieselben Fehler zu machen.

Daher: Ja, ich denke daß man nach einer längeren Beziehung (ob mit Trauschein oder ohne) eineinhalb bis zwei Jahre Minimum nötig sind um einem neuen PArtner gerecht zu werden.

Nur heisst das noch lange nicht dass dann auch die Scheidung durch ist. Sebst wenn beide sich einig sind und man alles zum schnellstmöglichen Zeitpunkt erledigen kann (was an sich nie der Fall ist) Dauert dieser formale Akt zwei Jahre. Liebe Fredericka, sei froh dass Du diese Erafahrung bisher nicht machen musstest, geht leider in der Praxis nicht so flott wie man sich das wünscht (ich hatte nach Klärung ALLER aspekte, Notariell beurkundet 9 Monate auf den Termin des Gerichtes warten müssen).

Auch, sorry, finde ich es unanständig wie sich unser aller Staat dabei verhält. Wenn man sich scheiden lässt und Unterhalt zu leisten hat wird man Steuerlich dennoch behandelt wie wenn man Kinderlos und ohne Verpflichtungen wäre. Deshalb kann ich jeden verstehen der dann das Papier nicht braucht. Das finde ich auch keineswegs unanständig.
 
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  • #8
Hallo #3,

das interessiert mich jetzt brennend: Deine Bekannte war nach 1,5 Jahren geschieden, obwohl der Ehemann der Scheidung nicht zugestimmt hat?

Wie hat sie das gemacht, weißt Du das?
 
  • #9
Frederika, was ich nicht verstehe: Warum diese Fixierung auf die formalen Kriterien? Eine Ehe kann schon Jahre, bevor auch nur einer an Trennung denkt, de facto gescheitert sein, und es hat sich nur noch keiner eingestanden. Aus Angst vor den Konsequenzen, aus Angst vor dem Verlust von Lebensstandard, aus Angst vor dem finanziellen Ruin wegen des gemeinsamen, nicht abbezahlten Hauses, was weiß ich. Es gibt gute Gründe, sich schnellstmöglich scheiden zu lassen, wenn man sich nicht mehr liebt. Es gibt genauso gute Gründe, genau das nicht zu tun. Deine Argumente wirken auf mich sehr akademisch. Wie alt bist du, wieviele langjährig verheiratete Paare kennst du, die sich dann doch getrennt haben, aber nicht unbedingt sofort geschieden wurden, aus welchen Gründen auch immer?
Ich finde, wenn man sich innerlich getrennt hat, dann ist man "frei" für eine neue Beziehung. Ob man zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet ist, ist eine rein formale Frage und spielt - genau deshalb! - überhaupt keine Rolle. Dass man sich in so einer Situation die Frage gefallen lassen muss, warum man getrennt, aber nicht geschieden ist, ist davon unberührt.
 
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  • #10
Ich lebe seit 2 Jahren getrennt ( nach 22 Jahren Ehe ) und fühle mich durchaus befugt zu dieser Frage auch eine Meinung abzugeben. Sicher braucht man gewisse Zeit um Trauer, Schmerz, Verletzungen,......zu verarbeiten.

Ich habe ganz sicher meine Ehe abgeschlossen. Dass mein noch Mann unsere Scheidung blockiert, bedeutet nicht , dass ich nicht im Herzen frei bin für einen neuen Partner und jemanden für meine Scheidungsangelegenheit,.... als seelischen Mülleimer brauche .

Habe hier im Forum ( unter anderen Fragen ) auch schon gelesen , dass es nicht empfohlen wird " getrennt lebende " anzuschreiben. Ich empfinde es persönlich als eine Unverschämtheit hier solche Empfehlungen zu geben. w. 46
 
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  • #11
So einfach kann man es sich ja nun nicht machen. Vor allem nicht so Radikal wie 1. Sollen etwa Menschen ab Mitte 50 und aufwärts, die in Trennung leben erst nach einer Scheidung eine Beziehung anfangen?
Die Zeit rast doch. Und wie hier schon geschrieben wird geht es selbst bei beiderseitiger Einigung nicht so schnell.
Davon abgesehen ist es auch ein Rechenexempel. Z.B. 12.000 € weniger im Jahr zu haben, weil der Staat ja auch noch was davon haben will. Andere Steuerklasse, Unterhaltszahlungen usw. Das muss auch erstmal verdient werden.

Und ich kenne auch noch ein paar Bekannte, die sich aus finanziellen Gründen nicht scheiden lassen. Außer das sie evtl. noch mal Heiraten und Kinder möchten.

Ich war nie verheiratet aber mein jetziger Partner lebt getrennt.
 
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  • #12
Abgesehen von der steuerlichen Situation, möchte ich mich der 1. ,in folgendem Punkt anschliessen:

..Kann man es tatsächlich jemandem verdenken, daß er/sie gerade in der Zeit der Trennung stabile emotionale Nähe braucht?

Ein klares JA!!!!

6, bringt es für mich auf den Punkt!

Sehr viel wichtiger ist doch dass man sich selbst wieder sortiert hat, zu sich selbst findet und die Beziehung aufarbeitet. Emotional können da viele helfen, Freunde Geschwister, Eltern etc. Ein neuer PArtner wäre da in der Tat zumeist einfach ein Mittel zum Zweck nicht nicht seinen Dämonen stellen zu müssen. Leider zumeist um dann immer wieder dieselben Fehler zu machen.

Schau Dir unsere Gesellschaft an.Viele, dieser Scheidungskandidaten Mann/Frau, haben so ein sozial stabiles Umfeld oftmals nicht. Was tun die also?

Versuchen, Ihren inneren Schmerz zu kompensieren. WO ? Im Internet...
Das, was Sie für sich erwarten ( und das ist leider Realität), ist die schnelle, unkomplizierte Schmerzlinderung hier, ohne Rücksicht auf Verluste. Die toben sich bunt durch die Partnerbörsen und hinterlassen ne Menge seelischen Schmerz und gebrochene Herzen...
Verkaufen sich aufs allerbeste und verkümmeln sich, wenns nicht mehr rockt, der/die nächste, ist nur nen Klick entfernt,.

Ich (w), habe viele Beiträge hier gelesen und muss sagen, dass ich das Gefühl habe, es ist diesen Menschen egal, an wem sie ihren Trennungsstress ablassen, Hauptsache sie kommen auf ihre Kosten. Dafür sind denen alle Mittel recht, nur wehe, Ihnen wird der Spiegel vorgehalten. Dann wird das ganze Aussmass, ihrer seelischen Abgründe sichtbar...und weg sind sie, im nächsten Bett...Als Opfer, möchte ich mich nicht darstellen, aber ich habe einen Umgang im Net vorgefunden, der mich gruseln lässt. Naiv, bin ich nicht.

Diese gelebteDoppelmoral, finde ich entwürdigend! Also Leute, klärt eure Angelegenheiten, bevor Ihr hier die Menschen verschei....rt, die AUFRICHTIG, einen Partner suchen...
Formal getrennt, geschieden, heisst lange nicht, innerlich begriffen, reflektiert und verdaut und OFFEN, für eine neue Partnerschaft.

Nen Mülleimer hab ich selbst, sein mag ich keiner.
 
  • #13
Hallo liebe FS,

dein entscheidender Satz ist die "stabile emotionale Nähe", die jemand in der Trennungszeit benötigt. Dafür kann man die Eltern, Freunde, Freundinnen oder auch einen Therapeuten nehmen, aber NICHT einen Menschen, der eine Liebesbeziehung sucht, denn die lebt vom Geben und Nehmen. Was du beschreibst, ist aufs Nehmen beschränkt. Und das ist unfair.

Da es aber durchaus langjährige Partnerschaften gibt, in denen man sich auseinander gelebt hat und in Freundschaft scheidet und ergo die Trennungszeit eine Zeit der Organisation des neuen Lebens ist, würde ich keine Pauschalformel anwenden wollen: 10 Jahre Paarzeit = 1,5 Jahre Verarbeitungszeit.

Außerdem gibt es viele Menschen, für die die 1,5 Jahre nicht ausreichen, die sich also nach 3,4 oder 5 Jahren immer noch mit der Trennung beschäftigen.
 
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  • #14
Liebe Fragestellerin, lieber Fragesteller, "in der Regel" dauert eine Scheidung nicht so lange, da beide ihren Anwälten (sofern sie keinen gemeinsamen Anwalt nehmen) einfach nur einen "Zettel" geben müssen, auf dem sie bestätigen, dass sie seit einem Jahr getrennt leben; hierfür können sie sogar die gleiche Adresse angeben.

[Mod: Wegen Überlänge gekürzt.]
 
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  • #15
@#1: Herzlichen Dank für Deinen wie immer fundierten, intelligenten und wohldurchdachten Beitrag. Mein Text ist im Moment noch nicht erschienen (und, klar, auch "rührseliger" als Dein Beitrag, aber das wissen wir ja ;-) ), aber ich möchte, bevor Du hier von einigen Foristen angegriffen wirst, Dir meine Anerkennung, meine Hochachtung und meinen Respekt aussprechen.

w/48
 
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Gast

  • #16
Mein Mann und Vater meiner 4 Kinder hat mich nach 30 Jahren Ehe verlassen. Er ist 14 Jahre älter als ist und lebt jetzt mit einer 18 Jahre jüngeren Frau im Ausland. Ich habe immer voll gearbeitet, mein Mann hat als freiberuflicher Künstler und langjähriger Hausmann nur eine geringe Rente und ich bin voll unterhaltspflichtig. Wir haben zu Anfang unserer Ehe Gütertrennung vereinbart. Er hat Anspruch auf die Hälfte meiner Altersversorgung. So weit, so gut. Ich würde mich sofort scheiden lassen. Aber: wenn er stirbt, muss ich auf Dauer auf seine Hälfte der Altersversorgung verzichten. Und da ist für mich diie Grenze erreicht. Mein Mann ist jetzt 74 und hat viele gesundheitliche Probleme, so daß es sehr wahrscheinlich ist, dass er vor mir gehen muss. Wir sind uns einig, dass wir uns nicht mehr scheiden lassen und jeder lebt sein Leben. Liebe Frederika, ich schätze deinen Rat meistens sehr. Aber diesmal schießt du übers Ziel hinaus. Gesetzliche Regelungen können im Einzelfall auch sehr ungerecht sein. Und ich habe durchs Internet einen neuen Partner kennengelernt. Wir sind beide sehr glücklich.
 
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  • #17
Ich kann aus meinen Erfahrungen sagen, dass ich jeweils bereits während der Partnerschaft schon die Trennung innen und dann auch außen eingeleitet habe. Daher war die Verarbeitungszeit nach der Trennung kürzer. Wobei es natürlich darauf ankommt, wen man in dieser Zeit kennen lernt. Es steht ja nicht immer gleich der Traummann vor einem, in den man sich Hals über Kopf verliebt. Auch sehe ich persönlich keinen Unterschied zwischen verheiratet und zusammengelebt, wie es hier so gerne propagiert wird. Denn emotional sind beide lange Zeit gebunden gewesen, bei verheiratet gibt es eben noch ein amtliches Papier. Eine Scheidung ist dann ein formaler Akt. Krieg oder Frieden kann es bei beiden Trennungen geben, insbesondere, wenn Kinder im Spiel sind.
 
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  • #18
@10
"Davon abgesehen ist es auch ein Rechenexempel. Z.B. 12.000 weniger im Jahr zu haben, weil der Staat ja auch noch was davon haben will. Andere Steuerklasse, Unterhaltszahlungen usw."

Genau diese Haltung finde ich so abstoßend. Ich wollte keinen Partner haben, der eine Nicht-Scheidung so begründet.

Mein Mann und ich, wir waren beide geschieden, als wir uns kennengelernt haben, beide knapp über 50. Wir lebten in völlig geklärten und geregelten Verhältnissen, und wir haben inzwischen geheiratet.

Wenn du schon mit Geld argumentierst - dir ist schon klar, dass die Hinterbliebenenrente im Falle von Nicht-Geschiedenen der getrennt lebende Partner bekommt und nicht der unverheiratete Lebensgefährte?

Und dass im Falle einer ernsthaften Erkrankung der Ehepartner und nicht der Lebensgefährte berechtigt ist zu Krankenhausbesuchen und dazu, Unterschriften zu leisten und Entscheidungen zu treffen?

Gerade in etwas fortgeschrittenem Alter sollte man darüber auch mal nachdenken.
 
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  • #19
Kann #11 nur zustimmen, aber.... es mag wenige Einzelfälle geben, wie bei #15, wo letztendlich doch alles geklärt ist. Frau muss anscheinend doch erstmal schauen und sich beim Kennenlernen Zeit lassen, zu welcher Fraktion :) der Mann gehört.

Mir war es aber zu nervig ständig von Ihm zu hören, warum die Gerichte so langsam arbeiten usw. ständig ging es um seine Ex und die Scheidung, nein, ich wollte kein seelischer Mülleimer mehr sein. Als ich ihm das sagte, schaute er mit ganz großen Augen, kurze Zeit nach unserer Trennung hatte er eine Neue an der Angel.....

w 47
 
  • #20
@#6: Kalle, ich stimme Dir zu, dass das juristische System hier deutlich zu wünschen übrig lösst, sowohl bezüglich Gesetzgebung als auch Rechtssprechung. Warum lange Wartezeiten auftreten können bei geklärten Fällen, ist nicht einsehbar und sollte eigentlich vom Volk auch nicht hingenommen werden. Nichtsdestotrotz möchte ich keinen Partner haben, der während unserer Beziehungen seine Scheidung durchlebt und all diese Belastungen erfährt.

Wir beide sind uns aber einig, dass 1,5-2 Jahre durchaus eine angemessene Zeit zur Aufarbeitung ist und das meiste in dieser Zeit auch formal erledigt sein kann.

@#8: Ja, Tichy, selbstverständlich kann eine Ehe schon länger innerlich gescheitert sein. Du bringst aber eigentlich gleich die richtigen Argumente für meine Antwort: Ich will auf keinen Fall einen Mann als Partner, der ANGST vor Konsequenzen, Lebensstandard oder Kosten zum Leitmotiv seines Handelns macht. Es mag gute Gründe geben, eine unschöne Ehe aufrecht zu erhalten, aber keiner davon ist ein guter Grund, gleichzeitig eine Ehe und eine neue Partnerschaft zu haben. Wie absurd in der Sache und wie übel für den neuen Partner!

Verheiratet zu sein ist eben nicht nur formale Sache, sondern Verheiratete sind zuallererst vergeben. Niemand mit Würde, Stolz und Ansatnd sollte sich mit verheirateten Menschen einlassen. Das Hauptargument aus #1 hast Du aber geflissentlich übersehen: Auch wenn es für Dich eine Formalie ist, so zieht sie im allgemeinen Ärger, Mühen, Zeit und Kosten nach sich und ich möchte ganz gewiss nicht die emotionale Belastung eines Scheidungsverfahrens mitbekommen. So ein Partner ist einfach nicht frei für mich, sondern mit wahrlich notwendigen Gedanken noch an der Scheidung dran, ärgert sich über Anwaltsbriefe, weiß nicht, wie es finanziell ausgeht und so weiter. Das ist ein Zustand wiederholten Ärgers, Wut, Verzweiflung, Hoffnung kombiniert mit einer Senke an Zeit und Mühe. Absolut kein Zustand für ein frisch verliebtes Paar!

@#9: Wie blockiert denn Deine Ehemann die Scheidung?

Es ist keineswegs unverschämt, hier ganz deutlich davon abzuraten, getrenntlebende Kandidaten auch nur in betracht zu ziehen. Unverschämt ist eher, dass ElitePartner aus rein kommerziellen Interessen solche Kandidaten überhaupt aufnimmt. Getrenntlebende haben auf eienr seriösen, niveauvollen Partnerbörse rein gar nichts verloren. Sie verursachen nur Schmerz, Kummer und Leid und frustrieren hier massenhaft Teilnehmer.

@#10: Die Steuerklasse ändert sich bereits im Jahr nach dem Scheidungsantrag. Alles andere wäre Steuerhinterziehung, mit der du ja wohl nicht argumentierst. Das Erschleichen von steuerlichen Vorteilen von eheleuten, obwohl man in Wahrheit getrennt lebt, ist einfach Betrug am Volk -- nicht etwa am anonymen Staat. Kein Deut besser als diejenigen, die in der Schweiz ihr Schwarzgeld parken.

@#11: So ist es. Neue Partner in der Trennungsphase sind Ersatzlösung, Notlösung, Selbstbestätigung oder seelischer Mülleimer. So gut wie nie sind sie vollwertige Partner mit Aussciht auf eine dauerhafte, erfüllende Partnerschaft. Es ist frech und unmoralisch, in unverarbeitetem Zustand neue Partner "auszuprobieren" und regelrecht zu missbrauchen.

@#12: Endlich sind wir mal der gleichen Meinung, Berit.

@#14: Vielen Dank für das Kompliment!

@#15: Letztlich betrügt Ihr die Rentenkasse und damit uns alle. Eheliche Rentenansprüche sind eben nicht für Geschiedene gedacht und das formale Aufrechterhalten einer getrennten Ehe ist einfach nur unmoralisch. Ich kann nur den Kopf schütteln -- Leute wie Du ziehen wahrscheinlich über Schwarzarbeiter oder Schweizer Anlagen zur Steuerhinterziehung her, aber sind selbst keinen Deut besser. Du betrügst das Volk und redest es Dir auch noch schön.

@#17: Geht mir genauso. Jemand lässt sich nicht scheiden, weil er mittelbar Steuern hinterziehen kann und setzt einen monetären Vorteil vor echte Aufarbeitung? Sorry, das ist menschlich untauglich, partnerschaftlich widerwärtig und auch persönlich nicht förderlich für die Beziehungsfähigkeit.
 
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  • #21
Auch meine Scheidung zog sich über mehr als drei Jahre hin, da meine Ex sehr wohl wusste, dass der Trennungsunterhalt eine nicht zu verachtene Einnahmequelle ist um ihr das Leben mit dem Trennungsgrund angenehmer zu gestalten.
Ja, ich habe auch bereits gesucht, als offiziell noch verheiratet war. Allerdings habe ich mir gut zwei Jahre nach meiner Abwicklung Zeit damit gelassen.

Wann man tatsächlich ALLES aufgearbeitet hat weiß ich nicht. Vermutlich nie. Gerade durch die Kinder besteht immer wieder (nicht gewünschter) Kontakt zur Ex.

Meiner Partnerin war mein Status egal, aber ICH fühlte mich einfach freier mit der amtlichen Bestätigung.
Ich kann nicht im Mindesten nachvollziehen, dass man/ frau aus steuerlichen oder sonstigen finanziellen Gründen freiwillig in einer Ehe bleibt. Im Gegenteil, schließlich möchte ich um Nichts in der Welt, dass meine Ex noch irgendeinen Einfluß auf mein Leben haben könnte. Vgl. auch #17, die das recht gut beschrieben hat.
Schlimm genug, dass meine LG im Falle eines Falles weder Rentenzahlungen noch irgenwelche Vergünstigungen aus (staatlich geförderten) Versicherungen bezieht. Das ist auch der Grund, warum ich alles gekündigt habe. Mir ist der Wertverlußt Sch...egal. Wichtig ist, dass meine Ex nicht auch noch finanziellen Vorteil aus meinem Ableben zieht.
 
  • #22
Beachtet werden sollte bei allen möglicherweise attraktiven steuerlichen Vorteilen (im Rahmen von Hinterziehung), dass auch die weiteren erworbenen Rentenanteile geteilt werden müssen -- und die kommen immer teurer zu stehen als die gesparten Steuern. Seid nicht so dumm! Wer weniger hat, profitiert vom höheren Trennungsgeld und von den Rentenanteilen, wer mehr hat, der leidet in jeder Hinsicht.
 
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  • #23
Warum sollte man ewig warten,die große Liebe kann einem jeden Tag über den Weg laufen und dann wäre es eine verpasste Chance.Auch auf die Gefahr hin,daß der neue Partner(oder man selbst) zum vermeintlichen seelischen "Mülleimer" wird,man hat es selbst in der Hand und wer nach Jahren EHE abserviert wird,ist wohl der Mülleimer schlechthin.Da ist ja so eine Kurzzeitbeziehung ohne Happyend verschmerzbar...so ist halt das Leben!
"Eine/r ist immer der Loser..."

m48
 
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  • #24
Es ist diskriminierend zu raten, getrennt Lebende aus der Partnersuche auszuschließen, weil sie angeblich noch nicht alles verarbeitet haben. Ist doch völliger Quatsch - jeder, der sich trennt, ob verheiratet oder nicht, macht die selben Trennungsphasen durch. Nicht jeder sucht in einer solchen Situation einen Mülleimer, sondern eben einen neuen Partner!
 
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  • #25
So viel ich weiß, ist es doch überhaupt nicht möglich, als Getrenntlebende noch steuerlich wie Verheiratete veranlagt zu werden! Von verschiedenen Freundinnen weiß ich, dass sie sofort wieder in die Steuerklasse 1 gestuft wurden, nachdem sie sich beim Einwohnermeldeamt in einer, vom Ehemann getrennten Wohnung angemeldet hatten!
Und das finde ich durchaus ungerecht und inkonsequent vom Staat! Von unverheirateten Paaren, die aber zusammenleben, werden mehr Steuern genommen, als von verheirateten - da ist also der Status "verheiratet" entscheidend für den "Steuervorteil" und nicht der "zusammenlebend".
Ziehen Ehepartner aber in getrennte Wohnungen, ist auf einmal für die Steuer nicht mehr der Status "verheiratet" entscheidend, sondern umgekehrt, der Status "getrenntlebend" - und sie müssen auch wieder Steuern wie Ledige/Geschiedene bezahlen, obwohl sie noch verheiratet sind.
Das ist wirklich "Messen mit zweierlei Maß"!

w42 - nie verheiratet und auch nicht scharf drauf
 
  • #26
@#24: So ist es. Wer nach der Trennung von Steuervorteilen spricht, spricht in Wahrheit von Steuerhinterziehung. So einfach ist das.

Ich finde die Regel allerdings absolut korrekt. Dein Argument zielt ins Leere, weil die Regelung eben lautet "verheiratet und tatsächlich eine Ehegemeinschaft bildend". Wenn eins von beiden nicht zutrifft, also nicht verheiratet oder keine Ehegemeinschaft, dann entfallen eben die Vorteile. Das ist doch nur korrekt -- warum sollten wir alle getrenntlebenden Ehepaaren Steuervorteile einräumen? Das ist doch absurd! -- Im Gegenteil könnte man hinterfragen, ob durch Eheschließung überhaupt Steuervorteile eintreten sollten. Ich bin der Meinung, nein. Man könnte die Steuervorteile z.B. von der Versorgung von Kindern abhängig machen und über einen Freibetrag regeln. Der könnte dann unabhängig vom Familienstand gewährt werden. Steuerliche Vorteile für Ehepaare sind anachronistisch, weil sie vom traditionellen Rollenbild ausgehen.
 
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  • #27
ich finde die Ansichten teilweise ziemlich kleinlich.

Ich kenne einige Fälle, in denen ein Partner (und da sind Männer und Frauen gleich verteilt) es immer wieder schafft, den Scheidungstermin platzen zu lassen. Da geht es meistens um die Aufteilung des Vermögens, teilweise aber auch einfach nur darum, dem anderen Partner zu schaden. In einem Fall lebt die Frau schon seit 4 Jahren mit ihrem neuen Partner und ist schwanger, aber der Ex (selbst Richter) schafft es immer wieder, die Scheidung zu verhindern und das nur, damit sie nicht wieder heiraten kann.

Für mich zählt, ob ein Mann kopfmäßig von seiner Frau getrennt ist und natürlich auch der Grund für die nicht eingereichte Scheidung.
Bei mir selbst war die Scheidung in ca. 14 Monaten erledigt, aber ich hatte eben auch Glück.

@ 10, 24 und 25:
Legal kann man maximal 2 Jahre einen steuerlichen Vorteil haben.
Wer sich am 2. Januar 2010 trennt, hat für dieses und das nächste Jahr noch die Möglichkeit einer gemeinsamen Veranlagung. Der Grund: Das Trennungsjahr muss eingehalten werden, also kann die Ehe frühestens am 2. Januar 2011 geschieden werden und somit ist auch 2011 noch eine gemeinsame Veranlagung möglich.
So hat es mir mein Anwalt erklärt und so ähnlich war es bei mir auch.
 
  • #28
@#26: Ja, so ähnlich habe ich das auch verstanden. Ich meiner aber, das es nichts mit dem potentiellen Scheidungstermin zu tun hat, sondern mit dem formalen Eintritt der Trennung und die findet eben erst nach einem Trennungsjahr statt. Wer sich also testweise am 2.01.2010 trennt, gilt erst ab dem 2.01.2011 als formal getrennt und kann für das laufende Jahr 2011 die Steuerklasse behalten. Erst im Folgejahr der Trennung gilt dann separate Veranlagung. Es läuft also terminlich auf genau das hinaus, was Du geschrieben hast. Ob die Scheidung dann aber stattfindet oder nicht, spielt keinerlei Rolle mehr für die Veranlagung.

Im übrigen kann man sich einvernehmlich natürlich früher scheiden lassen, weil ja nur beide ein fiktiv früheres Trennungsdatum angeben müssen. Letzlich müssen nur beide Partner bestätigen, dass ein Jahr Trennung herum ist und das wird auch bei Einvernehmlichkeit nicht gerichtlich geprüft. Wer also eine Scheidenfolgenvereinbarung notariell erklärt, die Trennung entsprechend datiert, der kann zügig geschieden werden.

Mir ist persönlich leider überhaupt nicht klar, durch welche Winkelzüge eine Scheidung verzögert werden kann. ich war bisher der Meinung, dass auch ein einseitiger Antrag genügt, solange das Trennungsjahr durch Auszug glaubhaft gemacht werden kann. Vielleicht klärt uns hierzu mal ein Jurist auf?!
 
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  • #29
#26 Stimmt das Trennungsjahr muß eingehalten werden,aber man kann im beiderseitigen Einvernehmen bei Angabe des regulären Trennungsdatums einfach zurückdatieren und schon ist das Jahr um einiges kürzer....die gemeinsame steuerliche Veranlagung gilt dann(in diesem Fall) nur noch für 2010 und wird u.U.beim Zugewinnausgleich verrechnet.Also 2011 die große Freiheit...!

m48
 
  • #30
[mod]

Um hier ein paar Missverständnisse zu klären, es ist nicht so einfach wenn etwas Vermögen zusammen erarbeitet wurde, teilweise eingebracht etc. Alleine diese Klärung kann dauern, was war bei wem da, was wurde erworben, was evtl. ererbt. Dafür müssen Unterlagen beschaft werden und gerechnet werden. Dann das Ganze zum Anwalt für die Formulierungen, dann einen Notartermin. Und wenn das alles in trockenen Tüchern ist kommt die BfA und teilt die Rentenpunkte auf und wie bei jedem Monopolisten kann das dauern. Erst dann setzt das Gericht einen Scheidungstermin fest und je besser alles vorbereitet ist desto länger dauerts weil dringliche Fälle bei denen gestritten wird vorgezogen werden.

Nur, liebe Frederika: Wenn der Notarielle Vertrag gemacht ist ist nix mehr mit Belastung durch eine Scheidung, also auch keine Belastung für eine neue PArtnerschaft. da wird gar nix mehr durchlebt sonsder nur darauf gewartet dass der Richter Zeit hat. Dagegen protestieren? Wieso, war mir egal da gabs einfach wichtigeres.

Zum Beispiel das Steuerrecht so angleichen dass wer Unterhaltspflichtig ist gleich behandelt wird , egal ob mit oder ohne Trauschein. Dann würde auch ein wesentlicher Punkt entfallen warum sich Menschen eben doch nicht scheiden lassen.

@26 Doch man kann auch legal einen Vorteil haben, ganz einfach indem man eben sich erst scheiden lässt wenn die Kinder erwachsen sind.(Und natürlich kein offizielles Trennungsjahr angibt). Es steht in keinem Gesetz dass die Ehe intakt sein muss oder eine gemeinsame Wohnung bezogen werden muss.
 
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