• #1

Nach Trennung Haus verkaufen?

Hallo zusammen,

mein Lebensgefährte und ich (W 45) sind seit fast 10 Jahren zusammen und leben im Moment getrennt. Wir haben vor ein paar Jahren ein älteres Haus gekauft und dieses in mühevoller Arbeit renoviert. Das Haus gehört mir, da mein Lebensgefährte Unterhalt für mehrere Kinder zahlte und daher finanziell nicht viel beitragen konnte.
Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich das Haus verkaufen soll oder nicht. Finanziell könnte ich es tragen, wenn ich einigermaßen sparsam lebe. Andererseits ist es viel Arbeit und wird auch zukünftig nicht unerhebliche laufende Kosten verursachen, da sehr viel daran laufend zu streichen ist und auch noch nicht alles erneuert wurde (Fenster, Dach usw.). Meine Familie meint, ich sollte das Haus behalten, da es wirklich ein besonderes Haus ist mit einem schönen Garten. Andererseits denke ich, dass ich nicht so viel Zeit habe es zu pflegen, da ich ganztätig arbeite und zudem die vielen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit immer wieder da sein werden. Und so ganz wohl fühle ich mich hier in diesem Dorf eigentlich auch nicht. Andererseits gibt es hier in der Gegend auch nicht viele vernünftige Wohnungen zum Kauf/Miete bzw. zu sehr hohen Preisen. Was soll ich tun?
 
  • #2
Hallo und guten Morgen,
so eine ganz spontane Idee: Du könntest Dich mal erkundigen, was Du im Falle einer Vermietung des Hauses einnehmen könntest und dann ausrechnen, ob die Mieteinnahme für den Erhalt des Hauses und Deine eigenen Mietkosten reicht.
Vergleiche doch mal in den einschlägigen Immobilienportalen, was vergleichbare Objekte an Miete bringen.
Vorher eine Liste machen, was so jährlich an Kosten für den Erhalt des Hauses zusammenkommen.
Nur so als Idee, dann hast Du etwas Raum für die Entscheidung und vielleicht passt es ja finanziell, so dass genug übrig bleibt, um Dir etwas dort zu mieten, wo Du lieber wohnen möchtest.
 
  • #3
Schon mal daran gedacht es zu vermieten? Wenn die Preise so hoch sind dann solltest du doch einen vernünftigen Mietpreis bekommen können.

Mit den Einnahmen kannst du im Laufe der Zeit das Haus weiter renovieren lassen und den anderen Teil könntest du nehmen um deine Einnahmen aufzubessern. Wenn dann 10 Jahre nach dem Kauf des Hauses um sind, kannst du das Haus steuerfrei verkaufen. ( Oder es behalten ggf. mit neuem Partner )
 
  • #4
Liebe GK,

Vor einer sehr ähnlichen Entscheidung stand ich auch.
Haus - mein langjähriger Traum, selbst geplant, außen, innen inkl. der Möbel, Garten. Mein Beruf lässt grüßen. Schöne Lage.
Aber - die sehr ähnlichen "Aber" wie bei Dir.

Ich habe mir Zeit gelassen, zu fühlen, ob ich mein Haus verkaufen möchte.
Alle Argumente, Gefühle, etc. wirken lassen.

Jetzt 2 Jahre später bin ich am Verkaufen - für einen Preis, mit dem ich mir den gewünschten Ersatz gut realisieren könnte. Denn ich möchte einen wirklich stimmigen Ersatz, etwas, was sich nicht als Verlust anfühlt.

Ich lasse den Markt entscheiden, entweder ich verkaufe zu diesem Preis, dann ist es gut. Dann gibt es was äquivalentes, neues.

Oder nicht, dann behalte ich es. Und werde auch das schaffen.
Wenn es wirklich gar nicht geht, kann ich immer noch später verkaufen, der Markt hier wird nicht schlechter.

Es fühlt sich aber gut an, zu sagen, ich kann verkaufen, muss nicht.
 
  • #5
Wie lange seid Ihr denn schon getrennt?
Momentan ist sicher ein günstiger Zeitpunkt um Eigentum zu verkaufen, weil der Markt sehr leergeräumt ist, andererseits ist ein Neukauf,trotz niedriger Zinsen, gerade sehr teuer.
Willst Du nicht noch warten? Wenn der größte Trennungsschmerz vorüber ist, wirst Du sicher auch das Haus anders sehen und ihm nach und nach Deine eigene Note geben.
Die Wohnung in der ich lebe, hat mein damaliger Lebensgefährte als Kapitalanlage gekauft. Es war ein Neubau und wir haben sie zusammen eingerichtet, jedoch nicht zusammen darin gewohnt, weil wir 300 km auseinander wohnten. Nach der Trennung war ich mir nicht sicher, ob ich in der Wohnung bleiben kann, weil mich viel an ihn erinnerte und er ja zudem mein Vermieter war. Wir sind jedoch nicht im Streit auseinander. Vor zwei Jahren habe ich sie ihm abgekauft und bin superglücklich darüber.
Und so ganz wohl fühle ich mich hier in diesem Dorf eigentlich auch nicht. Andererseits gibt es hier in der Gegend auch nicht viele vernünftige Wohnungen zum Kauf/Miete bzw. zu sehr hohen Preisen. Was soll ich tun?
Das ist sicher eingewichtiger Grund, den letztlich nur Du beantworten kannst. Auch hier könnte die Zeit in einem anderen Kontext helfen, denn Du hast ja genügend Zeit , Dir nach was neuem umzusehen, das Dir evtl. besser entspricht.
Momentan läuft Dir nichts davon, deshalb würde ich an Deiner Stelle über einen längeren Zeitraum prüfen, wie Du mit allem zurecht kommst und dann entscheiden.
 
  • #6
1) Was ist eigentlich mit Denkmalschutz ? Ist das schon mal geprüft worden ? Dafür gibts besondere Abschreibungsmöglichkeiten, wenn die zuständige Behörde das Haus unter Denkmalschutz stellt.

2) Wenn Du das Haus verkaufst, hast Bargeld. Was machst mit dem Bargeld ? Ein anderes Haus kaufen geht ja nicht. Wartest drauf, daß die von der EZB betriebene Inflation Dein Geld auffrißt ?
 
  • #7
Vermieten wird vermutlich keine gute Option sein, wenn noch so viel daran zu tun ist. Abgesehen davon, wirst du keinen Mieter finden, der in einer Baustelle leben will, während du weiter dran rumrenovierst.
Die Frage ist für mich allein: willst du dort leben oder nicht?
Sentimentale Gefühle an ein Haus - ich weiß nicht, im Endeffekt ist es ein Haufen Ziegel, und mit genügend Veränderung, Umgestaltung, neuer Einrichtung kriegst du den Mief des Ex schon raus.
Wenn du dich dort allerdings nicht wohl fühlst wegen der Umgebung - weg damit, so schnell wie möglich! Das Dorf kannst du nämlich nicht verändern.
 
  • #8
Ich würde mir nicht mehr Arbeit aufbrummen, als ich habe. Du kannst es nicht pflegen und es jetzt zu verkaufen fällt dir sicher leichter als später und wenn du jemand neues kennenlernst. Du weißt nicht, wen du nochmal in deinem Leben triffst und dann vielleicht wieder umziehen musst. Denk auch an deine Kinder: Die müssen weiter zahlen und sind daran gebunden bzw. streiten sich später ums Erbe. Vor allem machen Häuser sesshaft, man kann nie weg von diesem Platz. Häuser sind nicht selten Schuldenfallen.

Was bringt dir ein schöner Garten? Nutz du den auch? Kannst du die Pflege bezahlen? Oder ist es besser, diese Zeit in was anderes in deinem Leben zu investieren? Ich würde hier wirklich mehr als einmal eine Pro- und Contraliste machen.

Vermieten... Naja, macht auch nicht immer Sinn und kann dich auch in Schwierigkeiten bringen, wenn du Mietnomaden hast oder selber kein Geld. Du musst das Haus erstmal vermiettauglich umändern und als Hausmeister sozusagen auch immer anwesend sein, wenn was ist.
Du bist kein Hotel und hast das auch in Zukunft sicher nicht vor, dich an das Haus zu binden.
 
  • #9
Guten Morgen liebe FS,
ich stehe vor einer ähnlichen Entscheidung.
Nur dass es bei uns 26 Jahre waren, das Haus uns beiden gehört hat und Kinder beteiligt sind.
Sie ist ausgezogen und die Kinder und ich sind geblieben. Ich habe sie ausbezahlt, (wieder) vieles im, am und ums Haus verändert und auch viel Eigenleistung in das Haus gesteckt. Gestern erst habe ich begonnen eine Solaranlage zu installieren, deren Teile schon 18(!) Jahre auf unserem Speicher ruhten. Es gibt noch einiges zu tun.
Wir fühlen uns sehr wohl in unserem Zuhause, aber mit dem "Dorf" haben wir so gut wie nichts zu tun. Wir leben eher wie auf einer Insel.
Die Entscheidung von @Lionne69 finde ich sehr gut und wäre auch eine, die ich für mich vorstellen könnte zumal in 2 Jahren ich das Haus sehr wahrscheinlich alleine bewohnen werde.
Wenn Du in Deiner Entscheidung relativ frei bist, dann lasse Dir Zeit und treffe sie in aller Ruhe. Manchmal muss man den Dingen einfach ihre Zeit lassen und oft kommt es erstens anders und zweitens als man denkt oder besser fühlt.
 
  • #10
Und so ganz wohl fühle ich mich hier in diesem Dorf eigentlich auch nicht.
Das ist für mich die alles entscheidende Aussage. Wenn du dich bereits jetzt nicht heimisch fühlst wird das nie werden, sondern entwickelt sich eher noch extremer in die andere Richtung.

Trotzdem ist ein Haus sehr schnell verkauft, später bereut man vielleicht diese Entscheidung, zumal es in Zeiten des Rentenbezuges oftmals mietfreies Wohnen ermöglicht.

Ein Haus instandzusetzen kostet selbstverständlich Geld aber nicht soviel, dass man sich immens verschulden muss wenn man das notwendige Kleingeld nicht gerade aus dem Ärmel schütteln kann. Ich weiß das, denn ich baue gerade mein Elternhaus um, um dort im Spätsommer mit meinem Sohn einzuziehen (komplett neu gefliest Bad und Gäste-WC, neue bzw. ergänzende Elektrik, neue Fenster, Haustür, Dachgeschossausbau etc.). Kosten unterm Strich weniger als ich ursprünglich dachte, aber wiederum ist ein Job zwingend notwendig um das alles zu finanzieren.

Im Gegensatz zu dir fühle ich mich aber in meinem Heimatort "sauwohl", das Haus steht lediglich ein paar Straßen weiter, somit war der Umbau für mich kein Thema bzw. mir fiel die Entscheidung hierzu leicht. Zumal mein Sohn und ich von einer zwar großen Wohnung dann in ein Haus einziehen.

Somit: Wenn dir die Finanzierung des Hauses auf lange Sicht schwer fällt und du dich auch ortsmäßig woanders wohler fühlst ist es besser loszulassen. Alles hat seine Zeit und vielleicht ist gleichzeitig mit dem Ende der Partnerschaft auch das Ende des Hauses besiegelt. Vielleicht soll alles so sein damit du woanders neu durchstarten kannst. Der Erlös aus dem Hausverkauf lässt sich ja ebenfalls sinnvoll nutzen.
 
  • #11
Hallo,
Ich möchte ein paar Anregungen beisteuern. Wir stehen vor einer ähnlichen Situation (Haus zu gross).

Vermieten: was machst du, falls du an Mietnomaden gerätst?
Kannst Du dann trotzdem das Haus abzahlen ?
Hört sich nicht so an.
Vermieten ist nur dann sinnvoll wenn man es sich leisten kann. Andere haben diese bittere Erfahrung gemacht auch wenn es über Makler ging usw.

Untermiete: hast Du Platz evtl. an jemanden mit grünem Daumen unterzuvermieten ?
Allerdings ist es dann keine selbstgenutzte Immobilie mehr was beim Verkauf steuerliche Nachteile hat.
Hast Du an die Vorfälligkeitsentschädigung gedacht ?

Preisentwicklung und Angebot:

die Preise sind bei uns in derart gestiegen dass wir sofort mit sattem Gewinn verkaufen können. Leider gibt es aber im Gegenxug keine kleineren Häuser oder Wohnungen zu kaufen.

Wir haben erst vor drei Jahren neugebaut und Renovierungen gibt es erstmal keine. Bezahlbare Immobilien werden nicht angeboten daher behalten wir das Haus weil wir es bezahlen können. Aber wir müssen noch sehr sparsam leben.
Das heisst dass wir die nächsten Jahre keine grosse Sprünge machen können.
Dafür haben wir eine Immobilie, eine Altersvorsorge.
Aber verzichten muss man auch können.

Wir sind auch nur Zugezogene und gehen jeder in einen Verein, dadurch konnte man sofort Anschluss finden was sehr angenehm ist.
Dafür ist es nie zu spät.
Auf jeden Falll sehr hilfreich. Obwohl wir eigentlich Einzelgänger sind und Dorffeste gar nicht mögen.

In Deinem Fall hört es sich alles sehr unglücklich an, ich würde an Deiner Stelle verkaufen.

Vielleicht helfen Dir Erfahrungsberichte von Anderen etwas weiter, viel Glück.
 
  • #12
Eine eigengenutzte Immobilie ist etwas sehr Schönes und Nützliches.
Etwas zu vermieten, bringt sehr viel Verdruß.

Mieter habe eine unglaubliche Anspruchshaltung und sie haben unfaßbare Rechte. Als Eigentümer wirst du fast enteignet.
Das ist der Fall, wenn alles gut geht.
Wenn es schlecht läuft, hast du sehr viel Arbeit am Hals, sehr viele schlaflose Nächte und verlierst viel Geld.

Ich habe über die Jahre mehrfach mit Mietern zu tun gehabt, die wirklich schlimm waren und mein Bruder und mein Onkel jeweils auch.
Ich würde mal über den Daumen sagen, mit jedem 10. fällst du auf die Schnauze ( und bei den anderen neun hältst du immer die Luft an ).
Einmal kam eine ältere Frau ins Krankenhaus und nach einigen Wochen haben sich meine anderen Mieter beschwert, dass es so aus der Wohnung rausstinkt.
Da war bei ihr das Essen, auch rohes Fleisch vergammelt und ich mußte die ganze Wohnung renovieren lassen, weil der Verwesungsgestank nicht wegging.
Ein anderer hat die Wohnung in Brand gesetzt, es war eindeutig sein Verschulden und meine Versicherung bezahlte deswegen nicht. Seine aber auch nicht, denn er hatte keine ! Und Geld natürlich auch nicht. Ich mußte renovieren und er durfte sogar danach wieder einziehen. Und bitte glaubt jetzt nicht, dass ich diejenige war, die das gestattete.

Warum ich trotzdem alles behalte ?
Weil ich das Geld nicht anders anlegen könnte.
Ich verstehe nur von Häusern etwas.

Ich rate dringend vom Vermieten ab, denn ich konnte die 20.000 € für die Renovierung nach dem Brand plus 6 Monate Mietausfall bezahlen und habe mich nur geärgert. Du würdest in den Ruin gehen.

Bleib selbst drin wohnen oder verkaufe.

w 49
 
  • #13
Verkaufen klingt attraktiv in der gegenwärtigen Marktlage.
Dummerweise gilt dasselbe für den Neuerwerb einer anderen Immobilie, das neutralisiert sich weitgehend.
Nicht die Immobilien sind wertvoller geworden (die sind noch dieselben und haben allenfalls leicht an Wert verloren durch Abnutzung und Verschleiß - und könnten im Falle von nachlässigen Mietern noch mehr verlieren) - das liebe Geld hat massiv an realem Wert verloren. Was ja auch niemanden wundern kann angesichts der EZB-Politik und ihrer dramatischen (Um-)Verteilungswirkungen.
Ich würde auf keinen Fall überstürzt handeln. In der Ruhe liegt die Kraft, wie fast immer.
 
  • #14
Liebe FS,
Du führst jede Menge vernünftige Gründe an, Dich von dem Haus zu trennen.
Wie Du schreibst, ist es ein altes Haus, an dem immer was zu tun ist, es würde Dich zu einem sparsamen Lebensstil zwingen, Du fühlst Dich an dem Ort noch nichtmal wohl ohne Partner und allein überfordert durch die ganze Arbeit die mit der Pflege von Haus und Garten neben einer Vollzeit-Berufstätigkeit anfällt.
Unter der Maßgabe würde ich das Haus verkaufen, mir aber Zeit lassen, um einen marktgerechten Preis zu erzielen.

Vermieten würde ich es nicht, wenn Du Mietausfall und Mietminderungen über Monate finanziell nicht verkraften kannst. Davon ist auszugehen, wenn die Eigennutzung Dir schon finanziell zu schaffen macht. Du kannst bei Vermietung ja auch nichts in Eigeninitiative machen, müsstest jedes mal Handwerker beauftragen. Das wird von der Miete selten abgedeckt, denn ein altes Haus kann teuer werden, wenn Die Handwerker kommen.

Als ich mich scheiden ließ hatten wir auch ein Haus, allerdings komfortabler Neubau, stadtnah gelegen, d.h. keine Reparaturen auf lange Jahre. Mir war klar, dass ich dort nicht bleiben wollte, mich als Singlefrau unter lauter Familien nicht wohlfühlen würde. Ich wollte allein nicht soviel Wohnraum und die Gartenpflege, sondern meine Freizeit anders nutzen, als das Haus in Ordnung halten. Finanziell wäre es für mich kein Problem gewesen, vermieten war keine Option.
Mein Exmann wollte das Haus behalten, konnte mich nicht auszahlen und verzichtete im Gegenzug auf Unterhalt und Rentenausgleich.

Ich zog mitten in die Stadt in eine Toplage, habe eine pflegeleichte Wohnung, die mir genug Freizeit lässt, überall hin kurze Wege und kann nun das Leben führen, das ich führen will, verreise viel. Ich bin flexibel, meinen Wohnort nochmal zu verändern wenn der Renteneintritt ansteht.
Selten vermisse ich meinen Garten, habe aber große Grünzonen in fußläufiger Nähe. In den 10 Jahren seit der Scheidung habe ich es nicht ein einzige Mal bereut.
 
  • #15
Ich habe gestern gesagt
Jetzt habe ich Vikkys Post #13 gelesen und stimme ihr vollumfänglich zu.

Bei mir:
Altes, wunderschönes, großes Haus in großem Garten in bester Lage, allerdings eher grün als hip.
Heizen bis der Arzt kommt.
Putzen dito. Eine Putzfrau kommt für mich aus ethischen Gründen nicht in Frage.
Ganz schlimm war das Fensterputzen. 25 Stück, im EG ohne Brüstung ( bis zum Boden ). Raumhöhe 3 Meter, Fenster entsprechend groß. Ich brauchte dafür immer einen kompletten Urlaubstag und war danach fix und fertig.
Garten ganz mies. Alter Baumbestand, d.h. im Herbst sehr viel Laub. Rasenfläche groß, im Frühsommer alle zwei Wochen stundenlang mähen...ok, die letzten Jahre hatte ich einen Gärtner, für mich blieb im Sommer aber trotzdem täglich eine halbe Stunde gießen.
Im Winter 30 lfm Bürgersteig vom Schnee befreien. Der Winterdienst bringt nichts, denn der kommt, wenn es heftig schneit vielleicht erst um 11 Uhr.

Als meine Tochter auszog, gab es für mich kein Halten mehr. Einen Monat nach ihr bin ich ausgezogen.
Das Haus habe ich vermietet und mir am Ort meines Büros ein winziges Häuschen von 100 qm gekauft, das reicht locker für mich und ein Gäste-/ Kinderzimmer gibt es auch.
Dazu eine massive Doppelgarage von 30 qm Größe, auf der man sitzen kann. Mehr Garten brauche ich nicht.
Ich habe fast kein Putzen mehr und so gut wie keine Gartenarbeit ( Kübelgießen ).
Alles, was man so braucht an Geschäften, Cafés, Reinigung... ist fußläufig erreichbar.
Und ich brauche bis zum Büro keine 10 Minuten ( früher 45 ).

Ich habe dadurch soviel Ballast verloren, auch das ist Freiheit und ihr wißt, wie wichtig mir Freiheit ist.

Also liebe FS, ich korrigiere mich: verkaufe :)

w 49
 
  • #16
Liebe FS,
auf Deine Frage "Was soll ich tun?" kann Dir keiner eine abschließende Antwort geben außer Du selbst.
Ich kenne derzeit keine Region in Deutschland, in der wir wirklich Wertverlust bei Immobilien verzeichnen (evtl. ein paar kleine strukturschwache Landstriche mit großer Abwanderung). Deshalb würde ich im Augenblick nur dann zu einem Immobilienverkauf raten, wenn es aus finanziellen Gründen notwendig ist oder ein finanziell akzeptabler Umzug in eine neue / andere Immobilie sich als wirklich stimmig erweist und sich daraus eine Verbesserung Deiner Lebenssituation ergibt.
Der Schatten einer vergangenen Beziehung wird verblassen, und was dann bleibt, ist das, was Du Dir geschaffen hast und was - in vielen tausend Kleinigkeiten - Dein Zuhause ist.
Aus jungen Jahren kenne ich dieses "Fliehen-Wollen", heute bleibe ich und reinige, was nicht mir gemäß ist.
Wenn Du Dich gedanklich und emotional in die Situation stellst, weg gegangen zu sein: Wieviel Erleichterung empfindest Du wirklich? Und was fehlt Dir von all den Dingen, die Dir vielleicht sehr ans Herz gewachsen sind, weil Du sie für Dich selbst geschaffen hast? - Und wenn Du dann in der Summe merkst, das Herz wird wirklich leichter bei der Vorstellung, gegangen zu sein, dann geh.
Deine Psyche wird ohnehin das aus den Antworten heraus picken, was ihrer Entwicklung gemäß ist.

Wenn Du vermieten möchtest, nimm Dir einen Profi an die Seite. Wer einen Mieter ohne Haftpflicht- und Hausratversicherung akzeptiert, ist sicher nicht der richtige Ratgeber.

Wenn dann 10 Jahre nach dem Kauf des Hauses um sind, kannst du das Haus steuerfrei verkaufen.
Steuer fällt nur auf den VeräußerungsGEWINN an, wenn Du innerhalb von 10 Jahren ab Kaufvertragsunterzeichnung verkaufst und im aktuellen und den zwei davor liegenden Jahren das Haus nicht selbst bewohnt hast. Auch Deine Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Amtsgericht, Makler) und die Modernisierungen kannst Du steuermindernd geltend machen.

Ich wünsche Dir die richtige Entscheidung.
w/51
 
  • #17
Wenn Du vermieten möchtest, nimm Dir einen Profi an die Seite. Wer einen Mieter ohne Haftpflicht- und Hausratversicherung akzeptiert, ist sicher nicht der richtige Ratgeber.
Du meinst mich, aber ich bin Profi. Ich habe hier schon oft angedeutet, welche Berufe ich ausübe.
Ob ein Mieter eine Hausratversicherung hat, ist irrelevant.
Mein Pyromane hatte bei der Unterzeichnung des Mietvertrags eine Haftpflichtversicherung. Als der Schadensfall Jahre später eintrat, stellte sich heraus, dass er länger nicht bezahlt hatte und somit kein Versicherungsschutz bestand.
Man checkt die Solvenz üblicherweise vor Abschluß eines Mietvertrags, nicht fortlaufend.

Eine andere Mieterin wohnte jahrzehntelang bei mir bzw. beim Vorbesitzer, war angenehm und zuverlässig und alles war gut. Dann wurde sie erwerbsunfähig, konnte die Wohnung nicht mehr bezahlen, sagte mir das aber nicht.
Zwischen der letzten Zahlung und dem Punkt, an dem sie dann nach gerichtlicher Auseinandersetzung auszog, vergingen gute zwei Jahre.
Und dann mußte ich noch ihren Umzug und eine Weile das Einlagern ihrer Möbel bezahlen.
Auch hier ein Verlust in fünfstelliger Höhe.

Wer denkt, dass man sich vor so etwas schützen kann ist einfach weltfremd.
Man braucht eine ausreichende Anzahl von Vermietungen, ob solche Ausfälle zu verkraften.
Wenn man nur ein einziges Haus vermietet und davon das andere eigengenutzte Haus finanzieren muß, kann der Plan schnell platzen.
Es kann gut gehen, aber die Ausfallquote ist nach meiner persönlichen, nicht repräsentativen Erfahrung ca. 1:10 und damit hoch risikoreich.

Auch Deine Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Amtsgericht, Makler) und die Modernisierungen kannst Du steuermindernd geltend machen.
Dies alles aber nicht für das neue, selbstgenutzte Haus.
Und darum geht es doch, nicht ?

Wenn die FS ihr altes Haus vermietet, muß sie die Miete übrigens versteuern ( in meinem Fall gebe ich der Allgemeinheit also die Hälfte ab ), während den Fiskus die mögliche Miete, die sie für eine andere Wohnung selbst bezahlen würde, nicht im mindesten interessiert.
Das wird gerne vergessen, wenn man darüber nachdenkt, in was kleineres zu ziehen.

w 49
 
  • #18
Ich kenne derzeit keine Region in Deutschland, in der wir wirklich Wertverlust bei Immobilien verzeichnen (evtl. ein paar kleine strukturschwache Landstriche mit großer Abwanderung).
Es gibt deutlich mehr strukturschwache Regionen mit nahezu unverkäuflichen Altimmobilien als Gegenden in denen Immobilien einen rasanten Wertzuwachs haben (Metropolregionen). Das ist das Problem all der älteren Menschen, die ihre selbstbewohnte Immobilie als Altersversorgung verstanden haben und nun festsellen, dass diese nahezu unverkäuflich ist, aber für einen älteren Menschen auch unbewohnbar, weil keine Pflegedienst rauskommt (Pflegekasse bezhalt lange Anfahrten nicht), es kein öffentliches Verkehrnetz gibt und keine regionale Versorgung mit Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, keine Kinderbetreuung.
In Zeiten, in denn Frauen ebenfalls berufstätig sind und wegen des Scheidungsrechts sowie Rentenentwicklung sein müssen, verliert das Haus im Grünen wegen langer Anfahrt zum Arbeitsplatz an Attraktivität.

Wie frei richtig schreibt: vermieten muss man sich leisten können, in Form von Mietausfall und Vandalismusfolgen. Das ist bei der FS eher nicht der Fall, weil sie aufgrund hoher Fremdfinanzierungskosten, das Haus in Selbstnutzung nur unter Einschränkungen halten könnte - und das an einem Ort, an dem sie sich nicht wohlfühlt.
Eine Immobilie um jeden Preis halten ist Unfug. Sie aufzugeben kann eine große Entlastung sien - man muss alle Faktoren bewerten, auch ob man seine Lebensenergie mit nervigen Mietern vergeuden will.
 
  • #19
@ FS und @frei
Meine "Weltfremdheit" besteht darin, dass ich ein Immobilienbüro führe und darüber hinaus als Beraterin tätig bin. Ich kenne die gesamte Palette von Luxus-Vorstandsvillen bis zu unverschuldeten Zwangsversteigerungen von Kapitalanlage-Immobilien. Und genauso kenne ich den Verkauf von vermieteten Immobilien, bei denen es von Vermieter heißt: "Einen solchen Mieter kann sich jeder Vermieter nur wünschen." und vom Mieter: "Einen solchen Vermieter kann sich jeder Mieter nur wünschen." Und diese sind offen gestanden in der Mehrzahl. - Ein Profi ist für mich jemand, der auf die Risiken ebenso hinweist wie auf die Möglichkeiten der Eliminierung und Minimierung. - Gegen Mietausfall kann man sich heute versichern. (Bei einem Pyromanen, der seine Haftpflichtversicherung lange nicht bezahlt hat und deshalb keinen Versicherungsschutz mehr genießt, fällt mir allerdings auch keine rückwirkende Lösung ein.)
Nur: kann dieser ungünstige Einzelfall entscheidungsrelevant sein für Dich, liebe FS. - Ein worst-case-scenario zu kennen, das ist sicher gut, aber nicht der Hauptentscheidungsgrund.
Objektivität ist sicher der bessere Ratgeber als subjektive Betroffenheit.
Fortuna w/51