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Gast

  • #1

Nach Trennung ein Neuanfang möglich?

Vor zwei Wochen hat mich meine Freundin nach 5 Jahren verlassen. Das traf mich natürlich hart, aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass sie noch mit sich kämpft und mich nur sehr ungern verlässt.

Wir haben in den letzten Tagen auch viel geredet. Und wir fühlten uns dabei immer sehr wohl. Wir haben uns nicht gestritten und sind offen auf einander zugegangen.
Wir haben unsere Probleme erkannt und ich habe auch für mich die Barrieren beseitigt, die überhaupt zu der Trennung geführt haben. Ich habe ihr gesagt, dass ich das alles ändern kann und darin auch keine unmögliche Aufgabe sehe. Denn ich will es nicht nur für sie tun, sondern auch für mich.
Jetzt sagt sie natürlich zurecht, dass Menschen sich nicht so einfach ändern können. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es geht, wenn man seine eigenen Ängste überwunden hat.

Zudem bin ich auch davon überzeugt, dass wir uns sehr gut ergänzen und zusammenpassen. Der Meinung war sie eigentlich auch immer.

Daher würde ich gerne dafür kämpfen sie zurückzugewinnen. Ich möchte ihr auch vorschlagen eine Paartherapie zu machen. Ich möchte ihr zeigen, dass ich sie sehr ernst nehme. Dass mir UNSER gemeinsames wohl sehr wichtig ist und dass ich nicht nur etwas ihr zu liebe mache. Denn damit wäre uns ja nicht geholfen.

Sie hat mir vorgeschlagen, dass wir uns einfach mal ein paar mal auf neutralem Boden (wir wohnen seit 2,5 Jahren zusammen) treffen und gemeinsam etwas unternehmen. Damit will sie rausfinden, ob sie wieder zu mir zurückfinden kann.

Glaubt Ihr, dass nach dieser Trennung noch eine Chance besteht? Ich will nicht in den Alltag zurück. Ich nehme die Sache ernst und möchte ihr zeigen, dass wir die Probleme lösen können wenn wir nur gemeinsam reden.

Ich bin verunsichert. Denn einerseits wünsche ich mir sehr sie zurückzubekommen und anderseits habe ich Angst nur den Schmerz zu verlängern.
 
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  • #2
Schmerz verlängern? So fühlt es sich eben an, wenn man ernst macht mit dem Durch-dick-und-dünn. Abstand ist in solchen Fällen oft hilfreich und natürlich auch Risiko. Aber was hilft es? So wird man reifer und eine Beziehung auch. Was trägt, das trägt. Darauf kann man hoffen. m39
 
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  • #3
Ich stecke aktuell in einer ähnlichen Situation nur umgekehrt. Mein Freund hat Heilig Abend unsere Beziehung beendet. Wir haben uns in der Vergangenheit öfter getrennt und haben uns wieder eine Chance gegeben. Am Anfang haben wir uns beide große Mühe gegeben, aber irgendwann haben wir wieder gestritten und fühlten uns gegenseitig unverstanden.

Zur Zeit bin ist stark, aber es wechselt stündlich, vermutlich geht es Dir ähnlich. Ich habe mir eine Liste zusammenstellt, hier habe ich Situationen beschrieben, die mir unglaublich auf die Nerven gegangen sind. Mein Freund neigt zu Spontanaktionen, es kann mir passieren, dass er in ein paar Wochen wieder feststellt, dass ich seine Traumfrau bin und er mich unglaublich liebt.

Tja keine Ahnung....meiner Ansicht nach sollte man seinem Herzen folgen. Aber mal ehrlich, es gibt doch klare Gründe weshalb man an Trennung denkt, etwas paßt einfach nicht. Vielleicht stehst Du Dir und Deiner Freundin im Weg für eine andere aber bessere Beziehung. Grüße an Dich und Kopf hoch
 
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  • #4
So eine Beziehung habe ich auch hinter mir.Es ging aber nicht mehr,wir haben es beide lange versucht.Jetzt nach einem Jahr habe ich inzwischen wieder die Kraft gesammelt und sehe jetzt ganz objektiv,dass diese Beziehung die FALSCHE war und dass sie mir nichts mehr bieten könnte(beide Seiten).Sie hat mich sogar gebremst,ich habe auch die Erwartungen meines Mannes nicht erfüllt.
Lieber FS - Jeden Tag beginnt was neues und man entwickelt sich mit der Zeit.Man kann natürlich alles dafür tun,dass es hält,die Frage ist - um welchen Preis?Ist es wirklich nicht besser,dass man loslässt???
 
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  • #5
Sie hat dich verlassen. Punkt. Falls ihr keine Kinder habt, dann würde ich dir raten, es zu vergessen. Das ist keine Liebe. Wenn du es nochmal versuchen willst, dann wünsche ich dir viel Glück bei der Quälerei. Ich habe es selber einmal erlebt. Diese Versuche sind Schade um die Zeit.
 
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  • #6
Manchmal klappt ein Neuanfang, wenn man etwas Abstand hat und sich die grundlegenden Probleme wirklich lösen lassen. Wenn beide Seiten das ernsthaft wollen, dann denke ich, kann so eine entstehnde "Pause" heilsam sein.

Allerdings hat sie sich getrennt und es liegt hauptsächlich an ihrem Willen und ihrer Ernsthaftigkeit, ob sie so einen Heilungsprozess zulassen möchte. Du musst berücksichtigen, dass es normalerweise sehr schwer fällt und eine ganze Weile dauert, bis man eine Trennung wirklich ausspricht. Und oft ist auch der Trennende unsicher und wankelmütig, so dass zunächst eine Zustimmung zur Wiederannäherung erfolgt, die dann nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht wird.

Da du keine Gründe für diese Trennung beschrieben hast, ist eine Abschätzung der Chancen überhaupt nicht möglich.

M51
 
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  • #7
Also ich habe so etwas auch hinter mir. Gerade aktuell und auch in einer früheren Beziehung. Nach meiner Erfahrung bringt es nichts, sich noch eine zweite Chance zu geben. Man nimmt sich alles mögliche vor und will vieles anders machen. Das gelingt eine zeit lang. Aber irgendwann ist es dann so weit, dass man in alte Verhaltensweisen zurückfällt. Das ist nur menschlich. Denn Menschen ändern sich nicht so schnell. Das ist oft ein Prozess, der Jahre dauert. Vielleicht kann man es mit einem Paartherapeuten schaffen. Das wäre noch eine Möglichkeit. Aber grundsätzlich würde ich nach meinen Erfahrungen davon abraten!
 
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  • #8
Also ich bringe mal ein Beispiel aus einem ganz anderen Zusammenhang:
durch die Demenz meiner Mutter hat sich das Leben aller Familienangehöriger verändert. Ich bin nach 30 Jahren ohne Netz und doppelten Boden in meine Heimatstadt zurückgekehrt, um zu helfen - Ausgang ungewiss. Durch unsere bisherige räumliche Distanz hatten wir eine einigermaßen gute Beziehung zueinander. In der momentanen Situation steht jedoch alles auf dem Prüfstand, jeder ist überfordert und reagiert aufgrund der Krankheit über. Wäre ich in einer Liebesbeziehung, würde ich jetzt hinschmeissen und gehen - das genau ist aber nicht möglich.
Nun zu Dir, lieber FS.
Mach' so, wie sie es derzeit wünscht. Es ist noch nicht verloren. Wir sind alle nur Menschen, wir kommen an Punkte der Frustration und Überforderung. 5 gemeinsame Jahre sind viel, gib' noch nicht auf. Eine Garantie gibt es natürlich nicht, aber an Deiner Stelle würde ich noch eine Weile dranbleiben. Selbst wenn man letzlich scheitert, muss man sich nicht vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben. Und das ist wichtig für den Seelenfrieden.
 
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  • #9
der Grund warum sie mich verlassen hat:
ich habe sie in den letzten Monaten zu sehr vernachlässigt und zu wenig meine Gefühle gezeigt. Ich habe mich zu sehr darauf ausgeruht, dass sie da ist und wir in einer Harmonie leben. Ich kam von der Arbeit heim, hatte aber noch 1000 Ideen im Kopf und setzte mich gleich wieder an diese anstatt mit ihr etwas zu unternehmen. Dieser Zustand hat sich so fest eingespielt, dass er mir irgendwann gar nicht mehr klar war.
Sie hat es zwar ein paar mal erwähnt und durchaus Signale gegeben, aber sie ist keine Person, die sowas mit Nachdruck klar machen kann.

Als der Schluss kam, haben wir sehr viel miteinander geredet und uns ausgesprochen. Mir sind die ganzen Fehler der letzten Monate erst jetzt richtig bewußt geworden. Ich habe es vorher einfach nicht ernst genug genommen und total übersehen.

Sie hängt noch an mir. Sie würde gerne zurück, was sie selbst sagt, aber sie hat Angst davor, dass es wieder so endet.
Ich habe ihr aber gesagt, dass ich jetzt diese Fehler erkannt habe. Ich habe sie darum gebeten mir in Zukunft auch ganz deutlich zu sagen, wenn etwas nicht passt. Ausserdem habe ich sehr viele Konkrete Vorschläge gemacht wie wir diese Gewohnheiten brechen und den Alltag wieder für uns beide gestallten können. Die Pläne sind alle leicht umzusetzen und nicht unrealistisch.

Gestern waren wir zusammen im Theater und dann etwas essen. Es war ein toller Abend, den wir beide sehr genossen haben. Der Grund dafür: wir verstehen uns wirklich sehr sehr gut und passen eigentlich sehr gut zusammen.
Sie hat oft von "uns" in der Zukunft geredet. Was wir alles gemeinsam machen könnten um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Ist also gleich auf meine Vorschläge eingegangen und fand sie gut. Gleichzeitig hat sie immer mal zwischendrin betont "wenn ich mich entschließe zurückzukommen".

Wir haben aber beide den Fehler gemacht von der "ersten" Verliebtheit nahtlos in die Gewohnheit über zu gehen ohne für die Beziehung zu arbeiten.
 
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  • #10
ausserdem hat sie auch selbst gleich vorgeschlagen uns wieder zu treffen und mir später auch noch viel geschrieben, unter anderem, dass sie sich auf unser nächstes Treffen sehr freut. Sie hat mir für den schönen Abend gedankt, etc.

Wir haben eben das gemacht, was ihr in den letzten Monaten gefehlt hat. Ich habe nicht bemerkt, dass es auch mir gefehlt hat. Ich war so von meiner Arbeit abgelenkt.
Ich behaupte deswegen nicht, dass ich mich jetzt ändern muss um ihr gerecht zu werden. Ich muss mich nur auf das besinnen was eigentlich wichtig ist. Ich denke, dass jeder Mensch eine Phase hat, in der er leicht irgendwo hindriftet und es erst nicht bemerkt. Aber das möchte ich ja auch wieder korrigieren. Ich will ja selbst nicht so sein.
 
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  • #11
Schade, dass eine Frau sich erst trennen muss, damit ein Mann seine Fehler erkennt. Sie hatte bereits versucht dir die Augen zu öffnen, du hast sie aber nicht ernst genommen.

Ein Klassiker: Ach diese Weiber, die ewig nörgeln, nie zufrieden sind und sich dann von heute auf morgen trennen, schlimm! Manche Männer werden immer so denken: sie selbst sind perfekt, nur die Frauen ticken nicht richtig. Sie sind lernresistent und werden nie den Genuss einer richtigen Beziehung kennenlernen.

Du dagegen hast aber gute Chancen, denn du siehst deine Fehler ein und bist bereit daran zu arbeiten. Vielleicht solltest du diese Beziehungsthemen vertiefen, sei es mit entsprechender Literatur oder bei einer Fachberatung, bis du die Mechanismen einer gut funktionierenden Beziehung richtig verinnerlicht hast. Wenn es bei deinem aktuellen Anliegen nicht mehr helfen sollte, wird es auf jeden Fall deiner nächsten Beziehung gut tun.

Deine Freundin hat sich getrennt, hängt immer noch an dich, glaubt aber nicht mehr so richtig an der Sache. Also, wenn du dich beziehungstechnisch weiterentwickelst und auch nicht rückfällig wirst, wenn du ihr Zeit lässt, festzustellen, dass du sie tatsächlich nicht mehr (so stark) vernachlässigst, sehe ich eine Chance für euch.

Du hast sie links liegen lassen. Das kränkt. Streng dich richtig an.

W49
 
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  • #12
Natürlich

und um eben diesen Fehler nicht noch einmal zu machen (schließlich bin ich realistisch und auch nur ein Mensch), habe ich ihr vorgeschlagen, was wir machen können um wieder diese gesunde Routine in der Beziehung zu haben. Das sind eigentlich Kleinigkeiten, die realistisch sind und gleichzeitig groß genug um eine Lawine auszulösen.

Manche denken nämlich "wenn Du jemanden liebst, wirst Du ihn nie vernachlässigen". Das ist aber nicht wahr. Weil jeder Mensch auch mal die Realität ein wenig aus den Augen verlieren kann. Die anfängliche Verliebtheit lässt bei jedem nach. Aber um dem vorzubeugen, kann man sich wieder Gewohnheiten anschaffen, die einen auf dem Kurs halten. Wenn man das strategisch plant, dann wird das auch funktionieren. Natürlich solange der Rest passt, aber der passt ja.

Beziehung ist eben auch Arbeit und kein Zufall.
Dass die Gefühle stimmen, setze ich natürlich voraus.
 
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  • #13
nochmal #5

Nach deiner Beschreibung sehe ich durchaus Chancen, dass aus dieser Krise auf längere Sicht nochmal was richtig stabiles wird. Allerdings wäre ich zum jetztigen Zeitpunkt keinesfalls euphorisch, denn wie geschrieben, der Trennende ist innerlich u.U. wankelmütig und kommt ggf. nach einer Weile wieder auf seinen festen Entschluss zurück.

Zum zweiten denke ich, dass Gründe immer auf beide Seiten liegen, d.h. es hilft nichts, wenn nur du dich in allem zurücknimmst und ihr erstmal zu Füssen liegst. Auch bei ihr dürfte es Gründe geben, die dich zu diesem Verhalten geführt haben. Da müssen sich zwei bewegen.

Zum dritten denke ich, dass, wenn man sich wieder annähert, dies doch behutsam passieren sollte. Eine Weile Distanz ist hilfreicher als das sofortige wieder alles zusammen unternehmen. Ich nehme an, sie wohnt jetzt woanders ... und dies ist erstmal gut so. Das allein mit sich selbst sein führt zu tieferem Nachdenken und zu guten Erkenntnissen über sich selbst.

Als letztes gebe ich zu bedenken, dass jegliche Annäherung an einen anderen potenziellen Partner, egal ob bei ihr oder bei dir, alles zunichte machen dürfte.

M51
 
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  • #14
Ja, sie wohnt gerade bei einer Freundin

meine Zurückhaltung kam nicht, weil ich es wollte. Bei mir gab es Änderungen im Berufsleben und ich war zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Auf gut deutsch: ich war egoistisch. Gleichzeitig hat uns eine feste tägliche und gemeinsame Routine gefehlt. Der Übergang von der ersten Verliebtsein-Phase in die ernste Beziehung ist einfach blöd gelaufen. Man hat sich zu sehr auf diesem Gefühl ausgeruht ohne am Alltag zu arbeiten.

Wir gehen es auch langsam an. Wir haben uns bereits zweimal getroffen, gemeinsame Dinge unternommen und festgestellt wie sehr uns das gefehlt hat. Wir haben jedes dieser Treffen sehr genossen und sie hat auch immer Pläne für das nächste Treffen gemacht.

Und an diesem Punkt, der uns gefehlt hat, möchte ich ja jetzt ansetzen.
 
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  • #15
Der Übergang von der ersten Verliebtsein-Phase in die ernste Beziehung ist dumm gelaufen??Hast du nicht geschrieben,sie hat dich nach 5 J. verlassen? Wie habt ihr die ganze Jahre funktioniert?

Es hört sich seltsam an.
Fehlt vielleicht noch was in der Story?Das Puzzle passt nicht.
 
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  • #16
Es kommt darauf an, wie lange sie unter dem Zustand bereits mit dir gelebt hat. Wieviel dabei kaputt gegangen ist und deswegen die Trennung kam. 5 Jahre Beziehung beenden kann ein schales Gefühl ohne--Netz--und--Boden auslösen. Den anderen nicht verlieren wollen, trotz Trennung, noch gern haben, es bedauern. Aber ändert das etwas am Moment?
Sie hatte die Courage der Trennung, leider ohne evtl. Konsequenzen tragen zu wollen. Du könntest ja tatsächlich "weg" sein. Diese Art softer Trennung kenne ich, wie ein Entwöhnungsprozess.

Weißt Du, möglich ist alles. Aber ein Bruch ist da. Der bleibt. Ein Ende hat es also immer schon einmal gegeben. Kämpfen wollen und ändern wollen kann in Verkrampfung oder Angst ausarten. Und hast du wirklich erkannt, was falsch gelaufen ist, oder zeigst du Einsicht, weil du sie nicht verlieren willst? Kann man sich später wieder genauso sicher fühlen wie vorher? Oder wird man dann erpressbar a la "wenn, dann...".
Es tut weh, ohne Frage, aber nutzt beide die Zeit, genau darüber nachzudenken. Festhalten wollen ist nicht immer die beste Lösung.
 
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  • #17
Sie hat mir gesagt, dass sie zurück möchte. Sie hat jedoch Angst, dass sich nichts ändert.

Ich merke durchaus, dass die Gefühle noch da sind.
 
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  • #18
Hallo, meine Freundin hat Weihnachten nach 5 Jahren die Beziehung beendet. Es lag wohl an ihrer Tochter, die die Beziehung nicht akzeptiert. Meine Freundin hätte wohl sonst nicht Schluß gemacht.
 
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  • #19
Eigene Erfahrung: so fängt das Ende immer an.
Wenn eine Frau Ihr Mann verlässt (und egal wie lange sie weg ist),dann ist es meistens schon zu spät und auch wenn sich beide Mühe geben,es wird nie wieder so sein wie früher und eines Tages kommt die dauerhafte Trennung.