• #1

Muss ich ihm sagen, dass mein Vater Araber ist?

Ich date gerade einen sehr netten Mann, wir verstehen uns wirklich gut. Manchmal unterhalten wir uns auch über andere Nationaläten oder das Thema Rassismus. Ich habe dabei noch nicht erwähnt dass mein Vater Araber ist(meine Mutter ist Deutsche) , da ich befürchte dann mit anderen "Augen" betrachtet oder auch anders behandelt zu werden. Ich bin in Deutschland geboren, lebe und fühle mich komplett als Deutsche und spreche z. B. auch kein arabisch und habe dadurch keinen Bezug zu dem Land meines Vaters. Sollte ich es dennoch mal erwähnen? Ist es komisch wenn ich es "verheimliche"? Oder ist es egal?
Was meint ihr dazu?
Vielen Dank im Voraus. LG
 
  • #2
Ich würde es ihm sagen, sollte er komisch reagieren, so ist er garantiert der falsche Mann, der als Partner in Frage kommt! Ich würde das eher positiv sehen! Ich denke, dass man das am Äußeren auch positiv sehen kann!
 
  • #3
Nun ja, im Idealfall möchte er ja Dich und nicht deinen Vater als Partnerin haben.
Sag es ihm. Wenn er falsch reagiert, hast du deine Antwort.
M49
 
  • #4
Liebe FS, Sie "müssen" gar nichts. Tun Sie einfach das, was Ihnen stimmig erscheint. Es ist ja keine "Enthüllung", sondern eine ganz normale Tatsache, die ich z.B. nicht erwähnenswert finde. Sollten Sie allerdings befürchten, dass Ihr Date das anders sieht, würde ich an dem Punkt sehr aufmerksam werden...
 
  • #5
Naja, Du musst es nicht bei den ersten Treffen auf den Tisch legen, wenn du nicht willst.

Verheimlichen kannst Du es nicht, wenn Du eine echte Beziehung aufbauen willst, weil Dein biologischer Vater, die Geschichte Deiner Zeugung, die (Nicht-)Anwesenheit Deines Vaters während der Kindheit etc. zu Deinem Leben gehören. Vielleicht hast Du im Aussehen Ähnlichkeit mit ihm. Auch wenn Du nicht arabisch sprichst, hast Du eine andere Verbindung zum Arabischen, als jemand der überhaupt nichts damit zu tun hat.
Wenn Du im 2. Satz das Thema Rassismus ansprichst und klar stellst, dass Du in Deutschland geboren und rein deutsch sozialisiert bist mit einer deutschen Mutter, ist das vielleicht ein Hinweis, dass Du Dich selbst nicht als ausschließlich Deutsch siehst und den anderen Anteil ein wenig herunterspielen möchtest.

Ich finde nicht, dass der arabische Anteil etwas ist, was Du als Makel verheimlichen müsstest. Das kann in Deinem ansonsten recht gewöhnlichen deutschen Leben doch auch eine faszinierende und aufregende besondere Note sein. Gibt es nicht sogar recht viele Promis, die aus ähnlichen Verbindung hervorgegangen sind? Mir fallen gleich Sarah Wagenknecht mit dem iranischen Vater, die Frau von Dieter Bohlen, Ilias Mbarek und Bülent Ceylan ein.

Ich finde es komisch, wenn Du es verheimlichst, weil es zeigt, dass Du zu einem wichtigen Aspekt Deines Lebens nicht stehst.


Wenn Du eine enge Freundschaft oder eine Beziehung willst, wirst Du irgendwann von Deinen Eltern und Deiner Kindheit erzählen. Dir wird vielleicht die Frage Du am kommenden Donnerstag die Frage gestellt, ob Du den Vater angerufen hast usw.
Wenn Du etwas verheimlichst oder lügst, baust Du zu Deinem Gegenüber eine Mauer auf.

Ein guter Freund hat eine ähnliche Geschichte wie Du. Seine Mutter wurde in einer schwierigen Lebensphase im Urlaub vom Kellner im Hotel schwanger. Mein guter Freund sieht bisschen dunkler aus als der typische Mitteleuropäer. Er hatte nie Kontakt zu seinem Vater und hat kein Interesse am Vater. Er erzählt, dass es während seiner Jugend in der Kleinstadt seine Herkunft ein Tuschel-Thema war.
Ich habe ihn erst nach dem Studium kennengelernt. In dem Alter war es noch eine ungewöhnliche "Entstehungsgeschichte", aber für uns einfach genau so eine Information wie
 
  • #6
Aus dem wie du schreibst, interpretiere ich, dass dir das unangenehm ist - und ich weiß ehrlich gesagt nicht wieso. Zunächst einmal datet der Mann ja dich und nicht deinen Vater. Wieso also sollte diese Information so wichtig sein? Als einzigen Grund sähe ich vielleicht, wenn dein Vater streng gläubig wäre und aus diesem Grund eine Beziehung schwierig wäre.
 
  • #7
Ich denke du hast ein Problem damit und das finde ich komisch. Ich denke dass arabisch sein gerade bei Frauen überhaupt nicht negativ gesehen wird außer Männer haben Angst vor strengen Vätern oder Brüdern. Mein Vater kommt auch aus einem anderen Land und ich war immer sehr sehr stolz darauf und erzähle es immer auch wenn ich durch seinen frühen Tod die Sprache nicht erlernen könnte. Männer fanden das bisher immer interessant. Hast du denn keinen arabischen Nachnamen? Denn dann wäre es ja offensichtlich. Du kannst ja sagen dass du dich deutsch fühlst. Aber einen Teil seiner Identität verleugnen finde ich schräg . Meine Söhne sind noch gemischter nämlich Nordafrikaner. Sie kennen das Heimatland des Vaters sehr sehr gut und fühlen sich dort wohl. Mir war es auch mach der Trennung immer sehr sehr wichtig dass sie einen Bezug zu beiden Ländern haben und sie hängen sehr an der Verwandtschaft. Gerade wo arabische junge Männer in unserem Land nicht immer gut angesehen sind versuche ich meinen Söhnen ein positives Bild und Selbstvertrauen zu vermitteln sowie ein offenes Weltbild frei von Schubladendenken. Also verheimlichen würde ich es nicht, auf keinen Fall . Eher beiläufig erwähnen. Geh mal in dich und frag dich warum du diese Frage stellst. Natürlich könnte es einen AFD Wähler stören aber möchtest du mit so einem Mann zusammen sein. Wichtig wäre bestimmt zu erklären was für eine Einstellung dein Vater hat ob er liberal ist und wie er zu einer Beziehung mit einem deutschen steht falls er eine Rolle in deinem Leben steht . Denn Stress mit einem traditionellen Muslim möchte wohl kein europäischer Mann.
 
  • #8
Bevor du ihm deinen Eltern vorstellst würde ich es erwähnen, aber ich finde es tut nichts zur Sache welche Nationalität deine Eltern haben, er muss sich in dich verlieben und nicht in das was du hast/ dich umgibt.
Ich wusste auch lange nichts von den russischen Wurzeln meines Mannes (er spricht perfekt deutsch, meint selber er könne kein Russisch mehr sprechen (kann er, aber mit Akzent 😅) er hat es auch nicht angesprochen, erst hinterher als wir schon zusammen waren und er mir seine Eltern vorgestellt hat, hab ich es herausgefunden und er erzählte mir, dass er im Alter von 6 Jahren nach Deutschland gekommen ist mit seinen Eltern. Ich fand es mega interessant, dass seine nur ein Jahr ältere Schwester einen Akzent hat, mein Mann aber nicht. Mein Mann hatte überwiegend Freunde die deutsch gesprochen haben und seine Schwester viele russische Freundinnen, die untereinander viel russisch gesprochen haben.
Mich persönlich stört das gar nicht und hat es auch nicht gestört als mein Mann es angesprochen hat.
Äußerlich hätte ich ihn auch keiner Nationalität zuordnen können, wobei er häufig auf seine Ähnlichkeit mit Leonardo DiCaprio angesprochen wird (kein Scherz, er hat schon Ähnlichkeit). 😂 Er sagt immer: „Ich hätte es besser gefunden, wenn mein Konto Ähnlichkeit mit seinem hätte.“🤣

Wenn du ihn auf deinen Papa ansprichst und er dich dann nicht weiter kennen lernen möchte, zeigt es direkt was für ein Mensch er ist. Warum hast du so Sorge davor? Redet er in euren Gesprächen über Nationalitäten schlecht über andere? Wirkt er auf dich rassistisch? Ich finde er sollte sich in dich verlieben und ich bin kein Fan davon einer Nation/ Personengruppe direkt einen Stempel auf die Stirn zu hauen, welcher aus Vorurteilen herrührt.

Etwas blöd fand ich es von meiner Freundin als sie geheiratet hat und mich nicht „vorgewarnt“ hat, dass ich in der Kirche eine Kopfbedeckung tragen muss (da gab es welche zum leihen, aber ich hätte mir dann doch gerne was von zuhause mitgenommen, wo ich sicher sein kann, dass dies noch keiner vorher getragen hat) also das fand ich nicht so toll, hätte sie doch einfach sagen können, ich bin da sehr offen und habe mich ihr zur Liebe, an ihrem besonderen Tag, angepasst.

Ich finde die Nationalität der Eltern irrelevant, wenn es nicht besondere Verhaltensweisen/ Regeln gibt, die für deinen Freund relevant sein könnten und für ihn ungewohnt sein könnten. Lernt euch wie ihr beiden seid kennen! Mensch ist Mensch!

W 26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Du solltest es irgendwann schon erwähnen - nicht beim 1. Date, aber Du testest Dich ja schon vor, indem Du Dich über Rassismhs unterhältst.

Wenn Du merkst, Dein Gegenüber ist offen, tolerant, dann ist die Herkunft Deines Vaters egal.

Einen anderen Mann brauchst Du auch nicht weiter Daten, Dich auch nicht erklären, wie Du es hier tust.

Und bitte, es wirkt, als ob Du Dich schämst. Dein Vater hat arabische Wurzeln. Punkt. Keine Sache es zu verheimlichen, sich zu schämen.
Steh zu Dir und Deinen Wurzeln.

W,50
 
  • #10
Wenn dein Date voreingenommen ist oder dich dann anders betrachtet, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob du es ihm gleich sagst oder er es später herausfindet. Wenn er dich dann aufgrund dessen ablehnt, ist das dann eben so, das kannst du dann nicht verhindern. Dann verschwendest du ja eher deine Zeit mit ihm, wenn du nichts sagst, wenn du meinst dass es für ihn von Relevanz sein könnte.

Es wirft vielleicht auch eher ein schlechtes Licht auf dich, wenn er es zufällig herausfindet und es wie ein Verheimlichen wirkt.
 
  • #11
Aber was genau sollte denn das Problem sein? Wenn er keine rassistischen Vorurteile hat, sollte ihm das egal sein. Vielleicht findet er das einfach interessant, weil es noch ein Aspekt deiner Familie ist o.ä., und das wars. Und wenn er Vorurteile hat, dann umso besser, wenn du ihn los bist.

Bist du muslimisch? Das wäre vielleicht für manche ein Ausschlusskriterium oder zumindest etwas, worüber viele nachdenken würden, aufgrund der damit verbundenen Regeln und Kultur. Meine Schwiegermutter in spe ist auch sehr gläubig und das macht durchaus Probleme; sie erwartet, dass ich konvertiere und so weiter (mein Freund ist aber Atheist, von daher ist das nur ihr Wunsch). Ich könnte aber nie mit jemand sehr gläubigen, egal welcher Religion, zusammensein, der dann die Kinder so erziehen will oder sehr starre Regeln im Alltag lebt.

Siehst du nicht vielleicht auch ein bisschen arabisch aus? Dann kann er sich das doch schon denken und es scheint ihn nicht zu stören.
Ich finde es sehr schade, dass man sich heutzutage über sowas Gedanken machen muss :(
w, 36
 
  • #12
Bei mir ist ein Elternteil Südamerikaner. Ich thematisiere die Abstammung nur in dem Rahmen, in dem man beim fortgeschrittenen Kennenlernen generell seine Hintergründe mitteilt. Explizit und vorab ansprechen würde ich so etwas nicht.

Was würde es auch für einen Sinn machen, dediziert darauf herumzureiten? Es ist für Dich wahrscheinlich bedeutsamer als für das Gegenüber. Also lass den Austausch an dem Punkt kommen, um es mitzuteilen.

Ich habe mal eine Frau angesprochen. Beim Kaffee kamen wir auf unsere Hobbies zu sprechen. Ich lerne Französisch. Da erzählt sie, in Frankreich studiert zu haben. Darauf ich, sie müsse zu dem Zeitpunkt aber schon gut Französisch gekonnt haben. Darauf sie: Sie ist in Algerien aufgewachsen, da ihr Vater Algerier ist. So, in der Art.

Die Amerikaner hinterfragen beim Dating am einem gewissen Punkt üblicherweise die Herkunft ihrer Nachnamen. Und da geben sich dann die "Snider" und dgl. als deutsch zu erkennen.
 
  • #13
Hallo Natalie,

du kannst das auch persönlich sagen. In jedem Falle - schäme dich nicht für deine Eltern. Die beiden haben dich zustande gebracht. Und wer dich mag wird auch deinen Vater akzeptieren müssen.
Manche Dinge sind nicht veränderbar. Es gibt Menschen, die dich ablehnen werden, andere wollen dich vielleicht nicht zur Frau. Wieder andere fragen dich, was auch immer sie interessiert. Und du entscheidest dann, mit wem du weiterhin Kontakt haben möchtest - wen du weiter daten magst.
 
  • #14
Manchmal unterhalten wir uns auch über andere Nationaläten oder das Thema Rassismus. Ich habe dabei noch nicht erwähnt dass mein Vater Araber ist(meine Mutter ist Deutsche) , da ich befürchte dann mit anderen "Augen" betrachtet oder auch anders behandelt zu werden.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Du sagst es wäre ein netter Mann und Du befürchtest das? Ich bin fassungslos.

Du bist ein Teil von Deinem Vater 50% ob Dir das passt oder nicht. Meinst Du die anderen 50% deutscher Anteil wären was besseres? Was ist denn mit Dir los?
 
  • #15
Wenn du schon Hemmungen hast, deine Herkunft zu zeigen, dann überlege, ob es der passende Mann ist. Es ist nicht gut ein Kennenlernen mit Heimlichkeiten und Verschweigen zu beginnen, weil du nie du selbst sein und wahrgenommen werden kannst. Ausserdem glaube ich nicht, dass du wie ein blondes Mädchen aussiehst und man sieht dir deine arabische Wurzeln buchstäblich an. Steh dazu und suche dir einen Mann, dem du nicht peinlich ist.
 
  • #16
Inwiefern habt ihr euch denn über das Thema unterhalten? Wenn du nichts mit der arabischen Kultur zu tun hast, ist es doch völlig nebensächlich. Aus deiner Frage spricht ja schon die Sorge, dass das nicht in sein Bild passen könnte. Aber irgendwann kommt man ja ohnehin auf solche Themen wie Familie, wenn man sich länger trifft.
 
  • #17
Das hört sich jetzt so an, als handelte es sich um einen Makel, den man beizeiten gestehen muß, damit der andere weiß, woran er ist, bevor er sich richtig verliebt, weil man anständigerweise mit offenen Karten spielen möchte.

Sag mal, gehts noch?

Du kannst es mal beiläufig einfließen lassen, wenn Du unbedingt willst. Aber ich halte es nicht für erwähnenspflichtig.

Ich habe eine Kollegin, die hat einen ägyptischen Vater, sieht dafür auch sehr rassig und ganz besonders gut aus. Sie hat das nicht problematisiert. Und das war auch gar nicht nötig.

Oder hast Du selbst mit Deinem Vater ein Problem? Nun, da werden Dir Geständnisse auch nicht weiterhelfen.

Achja, bevor ich es vergesse: Sarah Wagenknecht hat einen iranischen Vater. Und den verschweigt sie nicht.
 
  • #18
Manchmal unterhalten wir uns auch über andere Nationaläten oder das Thema Rassismus.
Hmmm also es scheint, dass du Angst hast ihm das zu sagen, d.h dass er ja anscheinend eine recht negative Einstellung Gegenüber Fremden hat? Sonst wäre das Thema doch bereits auf den Tisch gekommen und du hättest (stolz) von deinen Wurzeln erzählen können.
Ich habe selbst mehrere Jahre in einem arabischen Land gelebt und weiss daher, was es in Deutschland leider für unglaubliche Vorurteile gibt, wenn man diese Länder erwähnt, und gerade seit 2015 musste ich mir selbst auf 1. Dates bereits politische Ansichten anhören lassen, die mich richtig wütend machen.Aber ganz ehrlich, du solltest es nicht verheimlichen, damit wirst du dir selbst untreu, und die Beziehung ist nicht authentisch. Wenn dieser Mann etwas gegen Ausländer oder Araber hat, gibt es nach deiner Offenbarung zwei Möglichkeiten:
1. Er stellt fest, dass “die” ja doch nicht alle so schlimm sind
2. Oder er will dich nicht mehr aber dann hast du auch Glück denn so einen willst du auch nicht!
 
  • #19
Wo ist dein Problem, liebe FS? Sei froh darüber und dankbar dafür, dass du zwei Kulturen in dir trägst. Das ist eine Bereicherung und nichts, das du verbergen solltest.
Meine Söhne hatten einen arabischen Vater und sie sind in einem weltoffenen Haushalt großgeworden.

Die Freundeskreise meiner Kinder sind heute auch buntgemischt.

Wenn du deine Herkunft vor jemandem schamhaft verschweigen musst, ist er halt kein Mann für dich.

Alles Gute euch beiden und nur Mut!

w, 53
 
  • #20
Ich finde, ein neuer Partner hat das Recht auf Informationen, die für ihn oder die Partnerschaft relevant sein könnten.
In deinem Fall: bist du Muslima und möchtest nur in diesem Namen heiraten und eventuelle Kinder erziehen ? UND wäre das deinem Mann nicht recht, weil er Religion grundsätzlich ablehnt oder selbst einer anderen Richtung, z.B. dem Katholizismus folgt ?
Oder würde dein Vater es nicht dulden, dass ihr beide zusammen in den Urlaub fahrt oder zusammen zieht oder Sex habt ?

Ich habe einen guten Freund, der Jordanier ist. Und Dom. Ich werde komplett totgeschwiegen, wir könnten nur schreiben und telefonieren und nur wenn seine Frau mit den Kindern im Sommer für etliche Wochen in die Heimat fliegt, können wir uns treffen. Aber nicht da, wo er wohnt.
Er muss unter allen Umständen vermeiden, dass irgendwie rauskommt, dass er zur BDSM-Szene gehört.
Er sagt, sein Schwiegervater würde ihm ein Messer zwischen die Rippen stoßen, wenn er das heraus fände. Und ich bin nicht sicher, dass er einen Witz macht.

Also so weit will ich bei dir und deinem Vater nicht gehen, aber gibt es irgendetwas, was für deinen Freund relevant sein könnte ?
Dann sollte er es wissen.

Das finde ich am Rande noch interessant:
... russischen Wurzeln meines Mannes ... keiner Nationalität zuordnen können, wobei er häufig auf seine Ähnlichkeit mit Leonardo DiCaprio angesprochen wird
Ich habe mir den gerade mal angeguckt.
( Boah, als Jugendlicher war er ja eine veritable Sahneschnitte ! )
Ich finde, dass er ein ziemlich slawisches Gesicht hat, vor allem auf den aktuellen. Als junger Mann nicht so.
Ich hätte mir das durchaus vorstellen können, dass dein Mann eine slawische Abstammung hat, wenn er so aussieht wie LdiC heute.
Obwohl der ja nun offenbar selbst keine hat, sondern eine deutsche, hahaha. Da kann man mal sehen.
Und auch eine italienische ? Also wie ein I sieht er nun gar nicht aus....
Letztlich ist es aber doch vollkommen schuppe, ob dein Mann wie ein Russe aussieht oder wie LdiC oder wie Karl Dall. Hauptsache, du findest ihn schön.
Oder nicht mal das.
Also, ich hätte Karl Dall genommen, denn der war ein echter Intellektueller und außerordentlich witzig ( jenseits der Blödelei, mit der er bekannt geworden ist ).
Sowas ist mir wichtiger als Schönheit.

w 53
 
  • #22
Ich kann sie gar nicht zählen, die unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen, die durch meine nähere Familie marschiert sind. Einige davon sind geblieben, andere sind weitergezogen.

Wurde jemand aus diesem Kreis abgelehnt, so hatte das nie mit seiner/ihrer Herkunft zu tun - meist aber mit dem Verhalten und den nicht passenden Vorstellungen. Doch das passierte selten. Fast alle wurden mit offenen Armen aufgenommen, wir haben ein fröhliches Sprachengewirr auf unseren Familienfesten und wer damit nichts anfangen kann (oder konnte) disqualifiziert sich von selbst.

Wir alle empfinden das als Bereicherung! Wenn es deinem neuen Bekannten, liebe @Natalie92 , nicht gefallen sollte, passt er einfach nicht in dein Umfeld. Besonders erwähnen würde ich das nicht. Er wird es schon rechtzeitig merken - sollte sich mehr zwischen euch entwickeln.
 
  • #23
Steh dazu und suche dir einen Mann, dem du nicht peinlich ist
Du wirst kaum einen Mann finden, dem Du peinlich bist, selbst bei der AFD nicht. Dafür sind Frauen mit arabischem Einfluss viel zu attraktiv. ( Ist das jetzt positiver Rassismus?)
Wenn ich das richtig interpretiere, hast Du kaum Kontakt zu Deinem Vater bzw. zu seinem Herkunftsland? Eifersüchtige Brüder sind wohl nicht zu erwarten. Ich denke, dass ist ein Punkt, den einige abschrecken würden, aber sonst...
Mich wundert allerdings auch, dass Du es bich nicht erwähnt hast, wenn Ihr bereits über Nationalitäten gesprochen habt. Auch die Frage an sich, wundert mich. Klingt ein wenig so als hättest Du Deine Wurzeln noch nicht richtig gefunden.
W,55
 
  • #24
Ich könnte mir überhaupt nicht vorstellen warum du deine Herkunft verschweigen solltest außer dein Date wäre Jude und das hättest du doch bestimmt erwähnt. Also immer wenn mich ein Israeli nach meiner Herkunft fragt dann schlucke ich etwas betreten und sage dass ich iranisch und deutsch bin. Und selbst da habe ich noch niemals eine Antipathie wegen meiner Herkunft erlebt. Waren alle weltoffen und aufgeschlossen. Also sag es ihm einfach. Aber auf keinen Fall als Geständnis . Außerdem würde ich das Land benennen anstatt zu sagen mein Vater ist Araber. Wäre schön, wenn du dich nochmal hier melden würdest. Oder wohnst du in einem kleinen Dorf im Osten wo viele ausländerfeindlich drauf sind?
 
  • #25
Wenn ich eine Beziehung mit einer Frau eingehe würde ich schon gerne wissen woher sie kommt. Ich bin ja selbst mit einer Türkin verheiratet. Man muss sich für seine Herkunft doch nicht schämen. Ich könnte mir nur keine Beziehung vorstellen wenn sie eine völlig andere Religion hätte. Ich meinen nicht evangelisch, katholisch, sondern wenn sie Moslem wäre. Das wäre zu unterschiedlich. Ansonsten habe ich kein Problem.
 
  • #26
Ich finde, ein neuer Partner hat das Recht auf Informationen, die für ihn oder die Partnerschaft relevant sein könnten.
In deinem Fall: bist du Muslima und möchtest nur in diesem Namen heiraten und eventuelle Kinder erziehen ? UND wäre das deinem Mann nicht recht, weil er Religion grundsätzlich ablehnt oder selbst einer anderen Richtung, z.B. dem Katholizismus folgt ?
Oder würde dein Vater es nicht dulden, dass ihr beide zusammen in den Urlaub fahrt oder zusammen zieht oder Sex habt ?

Ich habe einen guten Freund, der Jordanier ist. Und Dom. Ich werde komplett totgeschwiegen, wir könnten nur schreiben und telefonieren und nur wenn seine Frau mit den Kindern im Sommer für etliche Wochen in die Heimat fliegt, können wir uns treffen. Aber nicht da, wo er wohnt.
Er muss unter allen Umständen vermeiden, dass irgendwie rauskommt, dass er zur BDSM-Szene gehört.
Er sagt, sein Schwiegervater würde ihm ein Messer zwischen die Rippen stoßen, wenn er das heraus fände. Und ich bin nicht sicher, dass er einen Witz macht.

Also so weit will ich bei dir und deinem Vater nicht gehen, ...
Das ist so eine typische Projektion eigener Erfahrungen auf einen hier neu beschriebenen Fall.

Die FS hat nichts davon geschrieben, dass sie Muslima ist oder nach kulturell von unseren Werten z.B. hinsichtlich ihrer Sexualität ganz anderen Werten lebt.

Das eigentliche Problem hat wahrscheinlich @Tom26 erkannt. Sie schämt sich für ihren Vater. An dieser Scham sollte sie arbeiten. Potentielle oder tatsächlich Partner haben damit allenfalls indirekt etwas zu tun (z.B. wenn sie an ihren Vater erinnern würden).

Was natürlich stimmt, kommt eine Frau aus einer Familie mit aus meiner Sicht archaisch patriarchalischen Ehr- und Wertvorstellungen (das müssen nicht unbedingt Muslime sein und dies gilt nicht für jeden Muslim) dann sollte sie Männer die sie zwecks Beziehung kennen lernt über entsprechende Risiken informieren.

Aber das scheint hier überhaupt kein Thema zu sein.
 
  • #27
Sie schämt sich für ihren Vater. An dieser Scham sollte sie arbeiten.
Warum ausgerechnet bei dem netten Mann? Sie schreibt ja klipp und klar, sie befürchtet dieser einer Mann betrachtet sie mit anderen Augen. Sie hat nicht geschrieben, dass sie seit jeher Probleme hat. Immerhin ist sie 28 und das wird wohl kaum der erste Mann sein. Und was ich noch ganz interessant find, sie spricht nur von der Nationalität, nicht von Abwesenheits-Vater, von gewaltätigen Vater usw.

Wenn sie nicht schreibt, dass von klein auf ihre anderen 50% totgeschwiegen wurden, da gibt es ja so einige mögliche Gründe für, ist es für mich wahrscheinlich, dass ihre inneren Alarmglocken geschrillt haben. Wenn ich befürchte, dass man mich aufgrund meiner Abstammung oder Vergangenheit oder was auch immer anders behandelt, dann ist diese Vorsichtsmaßnahme des Verschweigens bei einigen Menschen durchaus berechtigt.

Dieser nette Mann ist vielleicht gar nicht so nett.
 
  • #28
Dieser nette Mann ist vielleicht gar nicht so nett.
Klar. Hier wird ja auch oft ein Kommentar mit Traumfrau/-mann begonnen und folgend dann eher ein Albtraummensch beschrieben. Oder Seelenverwandtschaft. Fast immer kein Weg ewigen Glücks sondern ein Quell vieler Schwierigkeiten.

Sie hat jedenfalls ein Problem der Nationalität ihres Vaters ohne ansonsten etwas über ihren Vater (der übrigens auch Christ sein könnte) zu verraten.

Sie verrät auch nichts über ihren netten Bekannten z.B. ob dieser so stramm rechts ist, dass arabische Verwandte für ihn ein absolutes Nogo sind.

Was aber sehr oft ein wichtiges Problem bei vielen Menschen ist, ist Fremdscham und dies für unsinnige Dinge. So eine Fremdscham fällt nicht vom Himmel sondern ist in der Regel das Ergebnis einer Fehlkonditionierung meistens in der Kindheit.

Z.B. das Kind kopiert die Scham der Mutter für ihren fremdländischen Mann, Liebhaber oder gar ONS Kindvater.

Ich spekuliere hier natürlich. Keine Spekulation ist aber, dass die Problemlösung in der FS selbst und nicht in dem netten Mann liegt, wobei eine Lösung auch das Abservieren des selbigen sein könnte. Aber das dürfte das Problem der FS mit ihrem Vater kaum nachhaltig lösen.
 
  • #29
Die FS hat nichts davon geschrieben, dass sie Muslima ist oder nach kulturell von unseren Werten z.B. hinsichtlich ihrer Sexualität ganz anderen Werten lebt.
Naja, @frei fragt ja - und ich halte es für selbstverständlich, dass eigene Erfahrungen in diese Fragen einfliessen.
Mit Rückfragen muss man leben, egal, was man enthüllt.
Mir wäre es wichtig zu wissen, warum mit dem Vater kein Kontakt da ist - eben weil ich meinen Vater verehrt habe. Auch eine eigene Erfahrung.
Mir als Nichtreligiösem würden auch Fragen bzgl. Islam einfallen - eben weil ich keine Religion mag und nur sehr moderate Religiosität in meinem Umfeld toleriere.
Aber das sind meine persönlichen Prioritäten. Andere Menschen - andere Prioritäten - andere Fragen.
Wobei Fragen nach Persönlichem meiner Ansicht nach dazu gehören und nicht Alles, was herauskommt einem gefällt. Und so manches Geheimnis wird erst dann geteilt, wenn man Vertrauen aufgebaut hat.
 
  • #30
Manchmal unterhalten wir uns auch über andere Nationaläten oder das Thema Rassismus.
Bei solchen Unterhaltungen wäre es doch möglich gewesen, deine Herkunft anzusprechen und du hättest gleich gewusst, wie er darauf reagiert, statt hier darüber zu spekulieren.

Wenn du schon "befürchtest", dass er dich dann mit anderen Augen betrachten könnte oder anders behandeln würde, scheinst du bezüglich deines Vaters sehr unsicher zu sein. Deine Wurzeln sollten dir nicht egal sein. und verheimlichen ist sicher nicht das Wahre. Warum auch?

Mir kommt es so vor, als schämst du dich deswegen und das ist kein guter Ausgangspunkt für eine Beziehungsanbahnung. Ihr hattet offenbar schon Gespräche über andere Nationalitäten, bei denen es gut gepasst hätte, das Thema zu erwähnen. Je eher du weißt, wie er darauf reagiert, um so besser ist es.

Du kannst es natürlich erstmal für dich behalten, nur wirst du dann im Nachhinein vielleicht feststellen müssen, dass du Zeit mit einem Mann verschwendet hast, der mit deiner Herkunft ein Problem hat und deshalb nicht der Richtige für dich ist.