• #31
Fakt ist doch was @Seaechy schreibt:... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
Das verstehe ich nicht. Das ist weder Fakt noch Tabu, sondern @Seachys Wunsch an seine ideale Partnerin. Du hast doch genügend Leute gehört, die dir bestätigen, dass es völlig in Ordnung ist für sie, eine Frau ohne Kinderwunsch zu daten. Im RL gelten vielleicht auch noch mal andere Datinggepflogenheiten als online, vielleicht kannst du das noch mitbedenken. Ein Tabu ist eher das hier:
Allerdings ist meine Erfahrung, dass Frauen es gar nicht gerne sehen, wenn man das als Mann dann tatsächlich umstandslos erledigt. Da scheinen sich der Anspruch der Frau an den Mann und ihr tatsächliches Empfinden (auch im Bezug auf Kinderbetreuung), wenn dieser Anspruch erfüllt wird, teils stark zu unterscheiden.
... Schreibt uns ein Mann. Und ich (w45) habe davon weiter oben ja auch schon von solchen Haltungen der Frauen zumindest meiner Generation berichtet. Mich verwundert deine Frage - muss Frau wollen - so als ob es dir darum geht, ein möglichst perfektes Bild abzugeben. Was würdest du tun, wenn die Antwort hier ein eindeutiges "ja, müssen sie!“ gewesen wäre. Würdest du dann wirklich das Kind zur Verhandlungsmasse machen im Partnergeschäft, obwohl du keines möchtest, nur weil 'man' eben Kinder hat?
In meiner Branche (Geisteswissenschaften/Uni) kommt es unter Frauen (!) sowohl vor, mit seinem Kinderreichtum anzugeben, als auch als Kinderlose auf Wissenschaftlerinnen mit Kindern einzuhacken. Es ist auch üblich, sich selbst vorzuwerfen, den Zeitpunkt für Kinder verpasst zu haben, und es ist üblich, sich Sorgen zu machen, ob man aufgrund der familiären Verpflichtungen eine genügend lange Publikationsliste zusammen bekommt. Es ist alles vertreten.

Niemand sagt, dass die Verbindung Kind und Karriere ein Zuckerschlecken ist, aber es geht - und mit etwas Phantasie und vor allem in einer guten Partnerschaft geht es auch gut.
Ein zynischer, familienfeindlicher Chef ist nicht hilfreich, aber man muss sich auch nicht alles reinziehen. Wenn du ihm eher folgen willst, als deinen familiären Wünschen, dann mach halt. Aber mein Rat wäre, dich nicht (mehr) zu verbiegen. Weder im Job, noch während der Partnersuche.
 
  • #32
Wobei ich es inzwischen durchaus für möglich halte (wie hier jemand anmerkte), dass einige meiner Dates ihren (angeblichen) Kinderwunsch nur aus Gründen der political correctness geäußert haben...
Vermutlich nicht nur einige sondern die Meisten und das weniger aus political correctness, sondern um ihre Wettbewerbssituation zu verbessern. Die meisten Mäner wissen, dass Frauen in dieser Altersklasse Familien und Kinder wollen und lügen die Frauen über ihre Absichten gnadenlos an, simulieren die Kinderwünsche, weil sie befürchten: wenn sie die Wahrheit sagen, sind sie gleich raus aus dem Rennen, können noch nichtmal Sex abgreifen - böse (Frauen-)Welt

Es scheint, dass Du recht wenig Menschenkenntnis hast (nicht merkst dass ein Mann Dir was vormacht und warum) und dass daher Deine "Erfahrungen" so weit neben dem liegen, was andere Frauen erleben.

Beruflich gesehen ist es bei mir so, dass mein Chef eigentlich nur darauf wartet von mir zu hören ...
Ich habe keine heile Akademikerinnenwelt, ich gestalte mein Leben selber.
Dein Chef hat seine Geschäftsstrategie, die er Dir nicht offenlegt und setzt danach seine Prioritäten. Das kannst Du genauso machen. Warum sagst Du ihm dann nicht, was er hören will und machst trotzdem Dein Ding wenn es an der Zeit ist? Wenn Du jetzt keine Kinder willst, weil sowieso kein Mann in Sicht ist, dann sagst Du eben "Kinder sind für mich kein Thema mehr" und legst endlich beruflich los, statt Dich selber aus falsch verstandener Loyalität mit Mitte 30 selber in der Warteschleife zu parken.
Welche Pflichten glaubst Du gegenüber Deinem Chef zu haben? Du arbeitest und er bezahlt Deine Arbeit - mehr ist da nicht. Er kauft nicht Dein gesamtes Leben und Du hast keinerlei Pflichten, Deine Lebensplanung mit ihm abzustimmen. Er will belogen werden, ja dann belüg' ihn eben zu Deinen Gunsten.
Du machst Karriere und kassierst das Geld. Dann ändern sich Deine Lebenspläne und Du wirst schwanger - na und? Was geht das Deinen Chef an? Du setzt kurzzeitig beruflich aus und er muss entscheiden, ob er Dich in der Zwischenzeit ersetzen kann oder ob es sinnvoller ist, auf Deine Rückkehr zu warten. Sowas hängt davon ab, wie gut Du Deinen Job machst - es gibt Fachkräftemangel. Man verkauft heutzutage seine Arbeitskraft an denjenigen der das meiste bietet, keinesfalls sein Leben.
 
  • #33
Fakt ist doch was was @Seaechy schreibt:

... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
Nein, es ist kein Tabu und erst recht kein gesellschaftliches.
Es hat keinerlei gesellschaftliche Relevanz, was ein einzelner Mann sich in seiner besteimmten Lebenskonstellation wünscht. Es hat noch nichtmal eine persönliche Relevanz, außer, dass ich oder Du entscheiden, dass ein mann mit der Einstellung nicht zum Partner für mich oder Dich taugt.
Er darf sich das wünschen, er soll sich das wünschen - er muss nur eine Frau finden, die den gleichen lebenswunsch hat oder sich dafür passend macht, weil sie durch die Beziehung dann andere Vorteile hat.

Du weißt nicht, was ein Tabu bedeutet. Ein Tabu zu ignorieren/zu brechen hat unangenehme Konsequenzen.
Als einzige Konsequenz meiner Kinderlosigkeit habe ich minimal höhere Beträge zur Pflegeversicherung zu tragen und bekomme keine Kindererziehungszeiten auf mein Rentenkonto geschrieben - wenn man bedenkt, was ich in der Zeit verdiene und an Rentenbeiträge zahle, dann ist das nicht zu meinem Nachteil. Eine unangenehme Konsequenz wäre definitiv was anderes.

Dann wären da noch die Leute, die unangenehm über Kinderlose reden könnten. Was interessiert mich denn das Geschwätz von kleinkarierten, ungebildeten Menschen, die andere in ihrer Lebensführung einschränken wollen?
Richtig - garnicht.
Wenn sie wollen, dass ich Kinder habe, hätten sie mir vor 40 Jahren den richtigen Mann frei Haus liefern müssen. Haben sie nicht getan, jetzt müssen sie damit leben, dass ich lebe wie ich will.
Es gibt viel zu viele gewollt oder ungewollt kinderlose Menschen, als dass sich diese Lebensentscheidung noch tabuiisieren lässt.

Was ist los mit Dir, dass Du meinst, Dich in einer freien Gesellschaft für jeden (Chef, x-beliebiger Mann) glaubst passend machen zu müssen? Lass' sie fordern was sie wollen, leb' Dein eigenes Leben. Nie konnte man das besser.
 
  • #34
Als ich mit 37 Jahren wieder auf dem Singlemarkt war, stieß ich auf Männer, die entweder schon Kinder hatten oder eben offen bekundeten keine zu wollen (meist wollten sie dafür um so mehr das "üben" an sich).
Je älter ich werde um so mehr findet sich kaum noch ein Mann der wirkliches Interesse an einer Partnerschaft hat. Dafür aber umso mehr sexuelle Interessen das ist online noch stärker vorhanden als im Real - Life. Da gibt man(n) sich scheinbar nicht so die Blöße.
Teilweise wurde ich massiv beschimpft wenn ich Herren mit Nachwuchs ablehnte (ich möchte nichts haben - das ich selbst nicht habe).
Mit 36 J. steht man doch eher schon am Zenit der Kinderplanung und da viele Männer in dem Alter schon Kinder haben wird der Wunsch nach solchen auch weniger.
Tendenziell würde ich offen dazu stehen keine Kinder haben zu wollen. Viele Männer sagen zwar das sie sich welche wünschen sind aber heilfroh wenn keine kommen.
Beruflich ist es für viele Frauen (gerade wenn sie eher im unteren Management tätig sind) ein beruflicher Genickbruch.
Daher stehe auch dazu "nein Danke" zu sagen auch wenn einige Herren die Nase rümpfen wenn du ihre Spreu nicht austragen möchtest.
 
  • #35
Müssen!?

Liebe FS,

wenn Du Dich mit diesem Wort in aller Ruhe und Stille ersthaft und innig beschäfttigst, würdest Du erstaunt, vielleicht erschrocken, feststellen wie klein und unbedeutet es ist. Für mich ein langer, weiter und zutiefst erkenntnisreicher Weg. Wir machen uns leider oft oder gar nie, weil seit Geburt eingebläut, die Mühe das Wort in Frage zu stellen.

In Kürze:
Nein!

In Länge:
Dafür reicht der Platz nicht!
 
  • #36
Wo gibt es Männer, die unbedingt Familie haben wollen?
Gibt es diesen Planeten???

In meinem Umfeld, auch beruflich komme ich viel mit Männern um die 30 zusammen, wir unterhalten uns und ich erfahre fast immer, dass diese jungen Männer an alles mögliche im Leben denken, allerdings nicht an Babywindeln, Babygeschrei, gestresste Partnerin, die zu Hause hockt, ihrer abgebrochenen Karriere nachtrauert und obendrein keinen Bock mehr auf Sex hat - dies mal überspitzt formuliert.

Dieses Kinder, Küche, Herd-Klischee gehört in den Müll.
Auch das Klischee Männer wollen Frauen, die zu Hause hocken, Kinder kriegen und in der Suppe rühren während er im Büro den Hengst macht - ab damit.

Heute suchen durchweg die Mehrzahl der Männer, unabhängig von Alter eine berufstätige Frau, welche finanziell in eine Partnerschaft wie er eine soziale Unabhängigkeit mitbringen kann und nicht ein evtl. Anhängsel zu Lasten seinen Finanzen.

Wenn ich hier lese, Frauen suchen Versorger und Männer wollen Versorger sein, komme ich mir wirklich wie ins vorherige Jahrhundert katapuliert, die Generation meiner Großeltern, wo alle doch hier rufen, pfui die armen Frauen damals, waren von ihren Gatten abhängig, sorry, aber wenn ich den o.g. Beitrag lese, glaube ich die Zeit von damals wäre stehen geblieben. Nonsens total.
 
  • #37
Also - es gibt sie sicher schon, die diesbezüglich passenden Männer. Nur vielleicht nicht in rauen Mengen in Deiner Altersgruppe! Unbedingt solltest Du das Thema vorab klar kommunizieren. Ich habe zwei Freunde, die gerade 50 bzw. 51 geworden sind (!) und ihren bis heute unerfüllten Familiengründungswunsch immer noch nicht aufgegeben haben. Die möchten lieber heute als morgen noch ein Kind zeugen. Es ist Zeitverschwendung, sich mit solchen Männern zu treffen, die vielleicht ihrerseits ihren Drang nicht klar kommunizieren - also tu Du es.
Übrigens hast Du absolut recht: Beide dieser Männer sind absolut bereit, den "Kompromiss" zu wählen, um das Familiending noch durchzuziehen. Es geht nur bedingt um die Frau, sofern sie dazu bereit wäre... Dito alleinstehende Männer um die knapp 50 in meinem Bekanntenkreis: Lieber eine "naja, ok"-Frau als "gar nichts"!... Ich finde solche Kompromisse ganz, ganz schlimm.
Welches Alter sollte die Frau haben, die einen 50+ Mann nochmal zum Vater macht - ich nehme an, sie sollte im Alter der FS sein (um Mitte 30) wenn man die Kennenlernphase hinzunimmt - später wirds ja problematischer, noch Kinder zu bekommen.

Aber welche Frau um Mitte 30 will einen Mann in den 50ern zum Partner, dann noch Kinder mit ihm zeugen?

Welche Frau will ein Kind mit einem Vater aufwachsen sehen, der zum Großvater taugt wenn das Kind in die Pubertät kommt...

Das ist irgendwie schräg. Was haben diese beiden Männer zu bieten, das sie am Partnermarkt der Single Frauen Mitte 30 mit KinderWunsch zu begehrten Objekten macht. Ist es Wohlstand, Häuser und Autos? Sportliches Aussehen? Hoher Status?

Ich bin Mitte 30 und kinderlos und wenn das meine präferierte Alternative werden soll, überzeugt mich das irgendwie nicht.
 
  • #38
Nur darum geht es mir ja nicht primär. Fakt ist doch was was @Seaechy schreibt:

... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
Nein Blue79, das ist kein Fakt und kein Tabu, sondern bloss eine Einstellung.
Viele Frauen wollen keine Kinder und es wäre gut, wenn sie alle offen und natürlich dazu stehen würden (statt andere Gründe vorzuschieben), denn dann würde auch keine mehr, so wie du gerade, das Gefühl haben müssen, in den Augen anderer nicht normal oder zu wenig weiblich zu sein. Das ist nämlich Quatsch.
Stehe zu dir und zu deinem Lebensplan, dann wirst du auch ein Mann finden, der zu dir passt.
Es sollten wirklich keine Kompromiss- oder pro forma Kinder gezeugt werden.