• #1

Müssen Frauen Kinder wollen?

Hallo zusammen,

kurz zu meiner Geschichte: Ich (w/36) bin seit einer Weile Single und auf der Suche nach einem Partner. In den letzten Monaten habe ich daher viele unterschiedliche Männer kennen gelernt. So verschieden diese Männer und ihre Vorstellungen von Zukunft und Partnerschaft auch waren, eins hatten sie (fast) alle gemeinsam. Sie wollen Kinder.
Ich finde es völlig in Ordnung dies bei Zeiten zu kommunizieren. Insbesondere wenn es einen derart hohen Stellenwert hat, dass das Familie gründen und Kinder bekommen eigentlich schon als Selbstzweck im Raum steht.
Dieses Zukunftsbild, wie es mir kommuniziert wurde, beinhaltet die wohl immer noch klassische Rollenverteilung, bei der für den Mann mehr oder weniger alles bleibt wie es ist und die Frau ihr bisheriges Leben mehr oder weniger aufgibt und die nahezu alleinige Verantwortung für Haushalt und Kindererziehung übernimmt.

Damit tue ich mir sehr schwer. Auch ich arbeite (wie die Männer) hart für bzw. an meiner Karriere. Ist die Karriere/der Beruf einer Frau denn tatsächlich immer noch weniger Wert als die/der eines Mannes? Sollten Familie und Kinder nicht Teamwork sein?
Wobei ich mich auch frage, Familie als Selbstzweck kann so was auf Dauer überhaupt gut gehen oder ist es nicht eher eine Verzweiflungstat einsamer Menschen? Jeder möchte doch eigentlich um seiner selbst willen geliebt und gemocht werden, gerade in einer Partnerschaft.
Mir ist klar, Partnersuche und Partnerschaft sind oft nicht einfach. Die Töpfe sind so verschieden wie die Deckel und häufig sind Kompromisse vielfacher Art erforderlich. Aber dürfen Kinder ein Kompromiss sein?

Vielen Dank für eure Meinungen!
 
  • #2
Mir ist klar, Partnersuche und Partnerschaft sind oft nicht einfach. Die Töpfe sind so verschieden wie die Deckel und häufig sind Kompromisse vielfacher Art erforderlich. Aber dürfen Kinder ein Kompromiss sein?

Du schreibst es ja selbst, die Sichtweisen dazu sind unterschiedlich. Wahrscheinlich datest Du in Deinem Alter viele Männer, die gezielt noch eine Familie gründen wollen oder bei einer Frau in Deinem Alter erwarten, dass sie es möchte.
Ich denke, die Grundsatzentscheidung für Kinder sollte kein Kompromiss sein. Die praktische Umsetzung wird immer ein Kompromiss sein. Und warum sollte nicht in der heutigen Zeit auch die Frau hart an ihrer Karriere arbeiten und der Mann sich hauptverantwortlich um die Kinder kümmern? Dazu musst Du vermutlich etwas "downdaten" und Dir einen passenden Mann suchen, aber das sollte ja kein Problem sein. Freunde von mir praktizieren das sehr erfolgreich, sie macht Karriere, er kümmert sich um die Familie. Diejenigen, die selbst auf dem Karrieretrip sind, werden weniger zurückstecken wollen.
 
E

endrana

Gast
  • #3
Ich habe das Gefühl, dass dieses Problem vermutlich eher bei gut situierten und gut verdienenden Männern auftreten wird: also, dass sie erwarten, mehr oder minder alleinige Familienernährer zu werden und die Frau sich bevorzugt um Haushalt und Kinder kümmert.

Umgekehrt kenne ich Männer (Familienmenschen, die gerne mit Kindern zu tun haben), die weniger gut verdienen bzw durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich wie z.B. in einem Handwerkerberuf und ihre Arbeit nicht unbedingt lieben, und sich vorstellen könnten, bei entsprechende besser verdienender Frau, Beruf aufzugeben und Haushalt/Erziehung zu übernehmen.

Ich sehe tatsächlich einen Interessenkonflikt, wenn beide ziemlich gut verdienen und gerne arbeiten. Wenn beide weniger verdienen, erübrigt sich die Frage, da beide arbeiten müssen früher oder später, um einen gewissen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Ich denke, es gibt sehr wohl potenzielle "Hausmänner" da draußen; nur werden die sich wahrscheinlich nicht in einer "Elite"partnerbörse tummeln, da sie weniger Geld und Titel vorzuweisen haben. Auch würde es manche dieser Männer bestimmt stören, eine deutlich besser verdienende Frau zu treffen, da das am Ego kratzt.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Niemand muss Kinder wollen, weder Mann noch Frau. Du bist eben in einem Alter, in dem dies für die meisten Singles oberste Priorität hat.
Du hast also mehrere Möglichkeiten:
• du findest jemanden in deinem Alter, der auch keinen Kinderwunsch hat, falls du keine Kinder möchtest
• falls du dir Kinder wünschst, finde jemanden, mit dem du ein gutes Familienmodell herausarbeiten könntest, wenn du weiterhin Vollzeit arbeiten möchtest (z.B. einen weniger gut verdienenden Mann, der zuhause bleiben würde, oder einen, der dich trotz Berufstätigkeit unterstützt, sodass Erziehung und Haushalt 50/50 aufgeteilt werden können... ein schwieriges Modell und hohes Konfliktpotential)
• du orientierst dich in eine andere Alterskategorie, also jüngere Männer, bei denen noch kein Kinderwunsch besteht, bringt das Problem mit sich, dass oft früher oder später der Kinderwunsch kommt; ältere: gleiches Problem wie bei Gleichaltrigen, einen zu finden ohne Kinderwunsch
• du suchst dir einen Partner, der bereits Kind(er) hat und keine mehr möchte
 
  • #4
Nein, Frauen müssen keine Kinder wollen. Wieso auch.....gottseidank leben wir in einer Zeit, in der das die Frauen selbst bestimmen dürfen. Dann wäre aber ein Partner gut, der ähnlich gelagert ist bzw. dem der Kinderwunsch egal ist. Die gibt es, keine Sorge. Und zu dem Rollenmodell: ich kenne einige Paare, die das vor dem Kinderwunsch miteinander geklärt haben, mit Elternzeit und verschiedenen Betreuungsarten. Eines ist klar: Kinder brauchen Zeit. Und es funktioniert nicht, das Leben genauso vollgestopft mit Geschäftsdingen zu führen wie als Kinderloser. Du suchst einen Mann, der dann auch bereit ist, sich einzubringen. Eine gerechte Verteilung. Solche Männer gibt es, die absolute gerechte Verteilung nicht. Dir muss klar sein, dass die Mutter vor allem in der ersten Zeit, mehr "zurückstecken" muss. Ich bin davon überzeugt, dass der natürliche Verlauf dies so vorgesehen hat und die Praxis zeigt, dass Mütter einfach mehr gefordert sind, außer sie haben einen Hausmann.
Ich glaube nicht, wenn Männer Dir ihren Kinderwunsch signalisieren, dass dies "Selbstzweck" ist, sondern einfach ihr Traum für die Zukunft, dem natürlich eine gute Partnerschaft zugrunde liegt. Wahrscheinlich so in der Art: ich hätte gerne mal Kinder, natürlich mit der richtigen Partnerin. Es ist doch in Ordnung, den Traum von einer Familie zu haben! Die Frage ist dann halt, wie der Mann sich als Vater konkret sieht.
An Deiner Stelle würde ich mich mal genau hinterfragen, ob Du überhaupt Kinder möchtest. Ich glaube, dass man das schon weiß.
Alles Gute Dir! Und lieber vorher über die Rollenverteilung sprechen, als hinterher deprimiert am heimischen Herd mit einem Baby auf dem Arm stehen!
 
  • #5
Dieses Zukunftsbild, wie es mir kommuniziert wurde, beinhaltet die wohl immer noch klassische Rollenverteilung, bei der für den Mann mehr oder weniger alles bleibt wie es ist und die Frau ihr bisheriges Leben mehr oder weniger aufgibt und die nahezu alleinige Verantwortung für Haushalt und Kindererziehung übernimmt.

Ich denk, wenn Mann Kinder will kann es nur dann funktionieren, wenn Mann auch bereit ist, was dafür aufzugeben - also selber im Job kürzer tritt. Ob er das kann, hängt vom Job ab, ob er das will, vom ihm.

Auch ich arbeite (wie die Männer) hart für bzw. an meiner Karriere. Ist die Karriere/der Beruf einer Frau denn tatsächlich immer noch weniger Wert als die/der eines Mannes? Sollten Familie und Kinder nicht Teamwork sein?

Deswegen kann ich das was Du sagst, nur unterschreiben. Überhaupt gibt es ein generelles Problem mit der Opferbereitschaft in unserer Gesellschaft. Wer ist schon bereit, überhaupt Einschränkungen des eigenen Lebensspielraums hinzunehmen, wenn es z. B. darum geht, den Co2 Ausstoß durch weniger (eigene) Verbrennung hinzunehmen ? Oder natürlich ist vielleicht mancher zu fett aber bitteschön eine Diät nur insoweit als sie keine Einschränkungen bei der Energiezufuhr mit sich bringt.

Bei Beziehungen ist es das gleiche. Statt zu sagen "die nehme ich jetzt" ist es doch so, daß viele zwar in Beziehungen sind, aber gleichzeitig sich insgeheim (man denke an die Affairen, Paralleldater und die die sich plötzlich trennen) nach jemand anderm umschauen und so davon rennen, wenn mal Probleme da sind, doch zeigt sich die Wertschätzung für den Partner gerade in der Opferbereitschaft für den Partner.

Wenn man aber schon allgemein nicht opferbereit ist und nicht bereit ist, Einschränkungen zu akzeptieren für die Beziehung - geschweige denn für Kinder - dann lebt man seinen Ego - Trip und nicht wirklich die Beziehung auf Augenhöhe.

Doch ist das Problem genereller. Eine EP Bekannte ist in Deinem Alter und hat Kinderwunsch. Sie sagt: "Wenn ich den Männern sage daß ich gern ein Kind hätte, sind sie schnell weg." Dabei ist sie eine absolut tolle Frau. Also ist das Problem genereller: Die Leute wollen keine Einschränkungen akzeptieren.
 
  • #6
Ich (w 45) habe Kinder (inzwischen 18 und 20), mein Partner hat ebenfalls zwei (9 und 11) und in meiner langen Zeit als Mutter habe ich beobachtet, dass sich das Rollenbild der Väter in den letzten Dekaden sehr gewandelt hat. Mein Ex-Mann wurde damals von den Frauen im Kindergarten hofiert, weil er unsere Kinder brachte oder abholte. Mir sagten sie, ich habe es "gut" mit so einem tollen Mann, dann kann die Jammerei über die eigenen. Das war Mitte der 90er in einer Großstadt. Ich fand sowas absurd - warum ist meiner gleich toll, nur weil er selbstverständliche Dinge tut, die nun nicht gerade großes Können erfordern? Dass Frauen meinen, alles alleine schmeißen zu müssen ist inzwischen passé. Es ist auch passé, dass Männer nach einer Trennung nur Wochenendpapa machen. Das ist aber nur ein gesellschaftlicher Trend - und was nützt dir dieser? Wichtig ist ja, was dein eigener Wunsch ist und der deines Partners. Sich das beizeiten klar zu machen ist sehr wichtig - allerdings kommt es am Ende wie es kommt, man kann nicht alles planen. Es kommt noch häufig vor, dass Männer ankündigen, alles mitmachen zu wollen und sich dann doch zurückziehen und die Mutter dann mit allem hängen bleibt. Dies liegt dann aber oftmals nicht nur an ihm, sondern auch an ihrem antiquierten Rollenbild, das sie sich nicht eingesteht. Er wird kritisiert, weil sie sich insgeheim doch überlegen fühlt, sich dann aber wundert, dass er sich kaum noch kreativ einbringt. In meiner Sicht haben die Frauen trotz Frauenbewegung noch einen langen Weg vor sich - nicht nur die Gleichberechtigung zu fordern, sondern sie auch zu leben und zu geben - nicht nur im Job, sondern auch in der Familie. Ob Familie Teamwork sein soll, fragst du? Aber klar - wer was tut ist aber ganz individuell. Es ist wichtig zu wissen, was du möchtest, und es gibt genügend Männer, die Familie und Karriere vereinbaren - trotz großer Hindernisse, weil ihnen im Job oftmals noch immer vermittelt wird, dass das "Luxus" ist. Meine Frage an dich wäre : möchtest DU eigentlich Kinder, und wenn ja warum?
 
  • #7
Liebe Fragestellerin. Nun bist Du ja in einem Alter, in dem man bzw. Frau noch Kinder bekommen kann. Sobald Du die 40 um einiges überschritten hast, hat sich das Problem von selbst gelöst.

Dein Problem besteht vor allem dann, wenn man Männer dated, die noch nie eine Familie gegründet haben. Es gibt aber auch einige, die bereits Kinder haben und froh sind, wenn ihre Partnerin keine mehr möchte, oder wie auch immer.

Was ich damit sagen will: irgendwann hast Du dieses Problem nicht mehr.
 
  • #8
... eins hatten sie (fast) alle gemeinsam. Sie wollen Kinder.
Das ist der Tatsache geschuldet, daß die meisten Frauen auch unbedingt Kinder wollen, wer bei einem Date als Mann gegenteiliges zu behaupten wagt, schießt sich bei den meisten Damen sofort in´s Aus - von daher sind das nicht ernstgemeine Lippenbekenntnisse und sollten nicht überbewertet werden.

Wenn Frau als erste zu diesem Thema kommuniziert, lieber Karriere statt Kinder zu wollen wirst Du sehen, wieviele Männer dann noch behaupten einen Kinderwunsch zu haben.

Männer stehen KInder zwar nicht generell ablehnend gegenüber, sind aber erst zu diesem Schritt bereit, wenn sie ein gewisses Maß an Vertrauen in die Festigkeit der Beziehung gewonnen haben.
 
  • #9
Du machst da einen ziemlichen Sprung von "müssen Frauen Kinder haben?2 (nein) zu "dürfen Kinder ein Kompromiss sein (nein) und ich versteh die Logik nicht ganz.
Familie als Selbstzweck kann so was auf Dauer überhaupt gut gehen oder ist es nicht eher eine Verzweiflungstat einsamer Menschen
Autsch! Das geht aber ein wenig zu weit, für meinen Geschmack. Ich kenne niemand, der einsam war, und sich dann zum Kind entschlossen hat, deshalb. Was einen zweiten erfordert, also schon mal die Einsamkeit ausschliesst.
 
  • #10
Hallo, ich denke, jeder muß seinen Weg finden und die Dinge erkennen, die für ihn wichtig sind. Nicht jede Frau möchte unbedingt Kinder bekommen und wenn ihr andere Sachen im Leben wichtiger sind, sehe ich nichts verwerfliches. Es gibt Menschen, die ohne Familie nicht leben wollen und für manche ist es ein Drama, niemanden geeignetes dafür zu finden. Die Gründe sind sicher sehr vielfältig, aber auch hier kommt es darauf an, was man für eine Sache tut, die einem wichtig ist. Letztendlich ist für einen doch die wichtigste Frage, ob man für seine Träume alles getan hat,was in seiner Macht steht. Wenn bei dir das Familienthema nicht Nummer 1 ist, dann macht es keinen großartigen Sinn, mit einem Familienmenschen zusammen zu sein. Das heißt, such dir jemanden, der ähnliche Ziele hat wie Du. Da draussen gibts viele Männer, die nicht unbedingt den Weg der Familie mit zwei Kindern, Hund, Reihenhaus und zwei Autos leben wollen. Gleichgeartete Menschen gibts für fast jeden Lebenslauf. Du mußt nur für dich erkennen, was Du willst und dann entsprechend schauen, ob es Gleichgesinnte gibt.
 

Laleila

Cilia
  • #11
Liebe Blue,

nein, Frauen müssen keine Kinder wollen und es gibt durchaus genügend Männer, die auf Nachwuchs auch nicht scharf sind.
Zumal ich persönlich der Meinung bin, dass man ab einem bestimmten Alter auch einfach dem Kind keinen Gefallen mehr tut, wenn es mit alten Eltern aufwachsen muss.
Ich bin jetzt 46 und vor 11 Jahren beschlossen wir gemeinsam, dass wir dieses Alter nun erreicht haben.
Heute sind wir ein sehr glückliches kinderloses Paar. Wir haben 3 Nichten und zwei Neffen, die wir lieben und über deren Abreise wir uns genauso freuen wie über ihre Ankunft.
Auch kenne ich persönlich viele Männer, welche sich nicht als Vater sehen und keine Kinder wollen.
Küss einfach ein paar Frösche mehr.... dann klappts auch mit dem passenden Prinzen.
 
  • #12
Liebe FS, dein Eingangsbeitrag ist vollgepackt mit Themen für viele Beiträge. Deshalb nur eins: NEIN, Kinder sollten (schon im Interesse der Kinder) kein Kompromiss sein. Dein Problem wird sich mit zunehmendem Alter von alleine erledigen, dann wird auch den Männern klar, dass irgendwann eine natürliche Grenze da ist. Auch du wirst irgendwann ein Deckelchen finden, sicherlich auch Kompromisse machen, aber bitte nicht beim Thema Kinder.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #13
Liebe Blue,

ich denke, Deine Beobachtungen sind richtig. Ich stelle auch fest, dass per se die meisten Menschen Kinder wollen (m/w), was aber nachvollziehbar ist, liegt es zum einen in der Biologie des Menschen, sich rezuproduzieren. Das ist eigentlich bei jedem Lebewesen so.

Zum anderen finde ich es nicht unbedeutend zu sehen, dass die Generation ab etwa Jahrgang 80+ eine total gestörte, zerrissene Generation von Scheidungskindern und Kindern von AE-Müttern ist. Scheidung ist um diesen Dreh rum gesellschaftsfähig geworden, eine Frau mußte sich für den Geschiedenen-Status nicht mehr schämen. Noch 10 Jahre vorher hat man in einer großen Schulklasse mit ach und krach ein einziges Scheidungskind unter 20-30 Kindern vorgefunden. Zehn Jahre später konnte man bereits ein Drittel Scheidungskinder ausmachen und heute ist es ja beinahe schon der "normale" Status, Scheidungskind zu sein, entweder zwischen Elternteilen hin- und hergerissen bzw. geschoben zu werden, wie ein "Urlaubshund", den man sich teilt, oder aber mit einer AE-Mutter aufzuwachsen.

Natürlich sind diese AE-Kinder ein Leben lang zerrissen, auch wenn so gut wie keine AE das zugeben will und alle immer behaupten, es gehe ihren Kindern super blabla... Es ist kein Wunder, dass die Jungs von AE entweder später gar keine Familie wollen und nur "Fun" mit Frauen, und Unverbindliches, oder dass sie wiederum das andere Extrem wollen, das Du schilderst. Nämlich genau das leben, was sie selbst nie hatten! Eine Familie mit der Mama, die eben vor allem für die Familie da ist... Das ist die Generation der heutigen potentiellen Väter, die jetzt 30-40 Jahre alt sind... und besser wird das zukünftig nicht. Wobei der Trend ja bei jüngeren Männern klar dazu übergeht, keine Verantwortung tragen zu müssen... Lieben Gruß
 
P

Papillon

Gast
  • #14
Hallo Blue,

ich bin in deinen Alter (35), kinderlos, besitze eine Firma mit mehreren Angestellten. Finanziell (auch ohne männliche Zuwendung) wäre ein Kind kein Problem und ich denke zeitlich würde es auch noch gehen. Ich bin flexibler und kann besser deligieren als mancher Angstellter. Allerdings wurde ich in meiner letzten Beziehung dermaßen enttäucht, dass ich das Thema Kinder ganz weit weg sehe. Es ist nicht ausgeschlossen ,aber ich will kein Zwang. Ich habe das Gefühl für die Männer in unserem Alter fängt die Thematik erst an und sie wollen das jetzt mit aller Macht und sofort. Einen Kompromis gehe ich nicht ein, mit der Pille muss ich auch nicht. Mein jetziger Freund weiß das, obwohl er sich ein Kind wünscht. Aber ich habe in umgekehrten Fall gesehen, wo Kompromisse enden. Entweder hat der Mann Geduld mit mir und zeigt das er mich liebt, oder er zieht zur nächsten Frau und versucht da sein Glück.
Alles Gute, P.
 
  • #15
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank schon Mal für eure Meinungen.
@Lily321: Vielleicht hätte ich das besser ausführen sollen. In meiner Lebensplanung sind grundsätzlich keine Kinder mehr vorgesehen. Wobei ich mich oft gar nicht traue das laut zu sagen - ist ja irgendwie doch noch ein ziemlicher Tabubruch.
Inzwischen mit Mitte/Ende 30 stellt sich ja auch ganz praktisch gesehen die entweder-oder-Frage: Entweder jetzt richtig das Karrieretreppchen hoch fallen oder eben weniger machen und die Zeit in Kindererziehung investieren. Mein Vorgesetzter hat das vor einer Weile mal recht charmant formuliert "Werde dir klar ob du tun musst was Frauen so tun müssen, oder ob du deine Karriere fortsetzen willst".
Vor Jahren war ich flexibler und dachte mir kommt der richtige Partner der partout Kinder möchte und bereit ist einen gleichwertigen Beitrag zu leisten, lässt sich darüber reden. Kinder wären aber auch dann für mich (ehrlich gesagt) letztendlich nur ein Zugeständnis an meinen Partner.
Die Aussagen meiner familienfreundlichen Dates haben mich jetzt aber doch nochmal ins Grübeln gebracht. Denn noch wäre es möglich... auch wenn es für mich ein Kompromiss wäre.

@Dr. House: Ich danke dir für diesen Einblick. Werde auf alle Fälle versuchen das Thema künftig etwas progressiver anzugehen.
 
  • #16
Du musst gar nichts, aber Du kannst Dir das Leben leichter machen, wenn Du so eine grundsätzliche Sache direkt in Deinem Profil erwähnst. Es gibt ja Männer die so denken wie Du, insofern sollte es für Dich kein Problem sein.
 
  • #17
Ich finde es eigentlich ganz normal, dass wenn man auf Partnersuche geht, dem Menschen auch nichts vorenthalten möchte. Der richtige Partner = auch potentielle Heirat und Kinder möglich. Das sollte eigentlich die Grundeinstellung sein. Nur wenn man definitiv KEINE Kinder will (was die Ausnahme sein sollte), sehe ich es als Pflicht an, dass man das SOFORT kommuniziert! Denn der Lifestyle unterscheidet sich doch massiv als kinderloser ü 30, ü 40 und ü 50 jähriger, von einem Familienmenschen, der in den Jahren mit Erziehung beschäftigt ist. Auch hat das weitreichende Konzequenzen im Alter, in Rente und Erbschaft. Also ich finde das nicht unwichtig, dass man diese Frage, so weit nach hinten schiebt.

Vermutlich bist du eine Frau, die Moderheit und Häuslichkeit ausstrahlt, das ist vermutlich, was Männer in einer Mutter ihrer Kinder suchen.
Nur mag man die heutigen Beißzangen und Hallodris einfach nicht mehr heiraten und mit ihnen Kinder zeugen. Ich verstehe das völlig auf beiden Seiten. Wenn ich sehe, wie die liebsten Männern mit den aufmüpfigsten Furien zusammen sind oder die besten Frauen mit den schlimmsten Kerlen, gehe ich davon aus, dass die meisten davon heute eine Zweckgemeinschaft bilden, um nicht ganz alleine zu sein.

Ansonsten nein, Frauen müssen keine Kinder wollen. Wie sieht dein Lebensplan im Alter aus? Ist halt so, dass man meistens vereinsamt ohne Kinder und Partner.
 
  • #18
Wobei ich mich oft gar nicht traue das laut zu sagen - ist ja irgendwie doch noch ein ziemlicher Tabubruch. (....) kommt der richtige Partner der partout Kinder möchte und bereit ist einen gleichwertigen Beitrag zu leisten, lässt sich darüber reden. Kinder wären aber auch dann für mich (ehrlich gesagt) letztendlich nur ein Zugeständnis an meinen Partner.
Uff. Mach nicht solche Zugeständnisse, nur um einen Partner zu bekommen. Du bist dann die Mutter von Kindern, die du nicht wirklich wolltest, und das werden sie spüren und ein Leben lang dran knabbern. Natürlich kann es sein, dass du, wenn du erst einmal schwanger bist, anders fühlst, aber so etwas würde ich nicht riskieren. Entweder du stehst voll hinter deinem Kinderwunsch und hast einen Partner, mit dem du es dir zu 100 % vorstellen kannst, diese Riesenaufgabe zu übernehmen und zu teilen, oder du lässt es im Interesse der noch ungeborenen Kinder lieber bleiben. Und auch in deinem eigenen.
Deinen Chef finde ich zynisch. Man kann Kinder und Karriere vereinbaren - auch gut. Aber man sollte genau wissen, was man möchte.
@Lily321 : es gibt sie zuhauf, die einsamen Frauen, die ein Kind dafür benutzen, um einen Mann an sich zu binden... Nicht das Thema hier, ich weiß, aber hier ist es insofern ähnlich, als dass ein (ungeborenes) Kind zur "Verhandlungsmasse" in der Kennenlernphase wird.
FS, Bitte mache beim Thema Kind keine Kompromisse. Du findest wen, der zu dir passt. Auch jemanden, der sich die Sache noch offen halten möchte, wie du vielleicht.
 
  • #19
Ich weiß nicht wie es hier ist. Aber auf den meisten Seiten, kann man im Profil angeben, ob ein Kinderwunsch vorhanden ist, oder auch nicht. Somit kann man sehr genau filtern, wen man triff bzw. treffen möchte.
Ich weiß aus Erfahrung, das es mehr als genug Singles ohne Kinderwunsch gibt, auch in deiner Altersklasse. Vielleicht hast du bisher nur falsch bzw. an der falschen Stelle gesucht.
 
  • #20
Sollten Familie und Kinder nicht Teamwork sein?
Wenn die FS @Blue79 die Familie UND Beider Jobs als gemeinsames Teamwork machen will, dann braucht sie den dafür passenden Mann.

Zwei Frauen haben in Dtl.gemeinsam eine Werbeagentur gegründet,
Obwohl Eine von ihnen in der Gründungsphase ein Kind bekam. Ohne Mann an ihrer Seite. Kind und Firma wohlauf.

Eine französ. Ministerin bekam ihr Kind, und setzte ein paar Wochen nach der Geburt ihr Amt als Ministerin fort.

Kinder sind Gründe. Aber nicht immer und unbedingt Hindernisse.

Ich hatte meinen Job, und pflegte zuhause Frau (Unfall erlitten) und Kind(3). Mittags und nachmittags kümmerte sich eine Tagesmutter um das Kind.

Wenn die Männer Kinder haben wollen, dann müssen sie auch ein gemeinsames Konzept entwerfen. Beide Eltern zusammen = Teamwork. Es muß nicht unbedingt die Frau zurück stecken.
Aber es kommt auch auf die Jobs der beiden Elternteile an.
 
  • #21
Ich bin erstaunt gewesen, liebe FS, als ich deinen Post las. Ich bin ebenfalls in deinem Alter, und bitte -das ist wirklich ernst gemeint- verrate mir, wo du die Männer in unserem Alter kennenlernst, die ein Kind wollen? Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Mann kennengelernt, egal welchen Alters, die eines wollten. Entweder fühlten sie sich zu jung, oder plötzlich zu alt, oder hatten schon eines und das Thema war durch. Blöd für eine fortpflanzungswillige Frau im besten Alter. ;-)

Um zur Frage zurückzukommen: natürlich muss "man" gar nichts wollen. Zieh doch einfach dein Ding durch, wenn du nicht willst, dann ist das doch okay. Meiner Erfahrung nach findest du einen Haufen Männer, die sich alle 10 Finger nach dir lecken würden.

Einfach weitersuchen, bzw. es auf dich zukommen lassen.

Viel Erfolg!
 
  • #22
Ich kann Dich sehr gut verstehen und kenne das so gut!
Mittlerweile bin ich 40, so dass das Thema nun hoffentlich entspannter sein wird, sollte ich mich nochmals auf Partnersuche begeben.
Ich habe eine gute Karriere gemacht und bin nun gut aufgestellt - ich liebe meinen Beruf und mir fehlt nichts. Ich genieße meine (kinderlose) Unabhängigkeit sehr. Du bist also nicht alleine!

Wäre es vielleicht eine Idee für Dich, etwas ältere Männer zu daten? In meiner aktiven online-Dating-Zeit (35- und 38jährig) habe ich mich für den Altersbereich 8-10 Jahre "plus" interessiert. Die hatten eigentlich alle schon (größere) Kinder. Kinderlose Männer in Deinem Alter, oder bis Anfang Vierzig, wünschen sich tatsächlich meistens Kinder, wenn sie nicht schon welche haben. Schon wegen dieses "Familiengründungswahns" (der bei Männern durchaus so ausgeprägt sein kann wie bei "Torschluß-Frauen"!...) war die gleichaltrige Altersgruppe für mich eher nicht interessant.

Ich glaube, unabhängig vom eigenen Kinderwunsch der Männer besteht das Problem einfach darin, dass eine Frau ohne Kinderwunsch "komisch" und "unweiblich" gefunden wird - selbst dann, wenn es dem Mann eigentlich ganz gut passen sollte. Dies ist wohl die Biologie!... Völlig richtig ist es ja rein evolutionsbiologisch, eine Frau ohne Fortpflanzungswunsch auszusortieren. Vielleicht kann man das nicht einmal zum Vorwurf machen! Ich habe das teilweise auch so erlebt - man muss immer erklären und argumentieren, warum denn nicht...

Also - es gibt sie sicher schon, die diesbezüglich passenden Männer. Nur vielleicht nicht in rauen Mengen in Deiner Altersgruppe! Unbedingt solltest Du das Thema vorab klar kommunizieren. Ich habe zwei Freunde, die gerade 50 bzw. 51 geworden sind (!) und ihren bis heute unerfüllten Familiengründungswunsch immer noch nicht aufgegeben haben. Die möchten lieber heute als morgen noch ein Kind zeugen. Es ist Zeitverschwendung, sich mit solchen Männern zu treffen, die vielleicht ihrerseits ihren Drang nicht klar kommunizieren - also tu Du es.
Übrigens hast Du absolut recht: Beide dieser Männer sind absolut bereit, den "Kompromiss" zu wählen, um das Familiending noch durchzuziehen. Es geht nur bedingt um die Frau, sofern sie dazu bereit wäre... Dito alleinstehende Männer um die knapp 50 in meinem Bekanntenkreis: Lieber eine "naja, ok"-Frau als "gar nichts"!... Ich finde solche Kompromisse ganz, ganz schlimm.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
In meiner Lebensplanung sind grundsätzlich keine Kinder mehr vorgesehen. Wobei ich mich oft gar nicht traue das laut zu sagen - ist ja irgendwie doch noch ein ziemlicher Tabubruch.
Liebe Blue -
Weisst du eigentlich, für wieviele Männer du die absolute Traumfrau bist mit dieser Einstellung? Anscheinend will in Deutschland jeder vierte Mann kinderlos bleiben.

Trau' dich, das "Tabu" zu brechen, es braucht mehr Frauen, die mutig zu ihren Wünschen stehen. Du wirst sicherlich einige Männer abschrecken, aber eine beachtliche Gruppe männlicher Singles wird dir herzlich dankbar sein und dich umso anziehender finden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
Niemand MUSS Kinder wollen, das ist doch Quatsch. Entweder möchte man sie oder nicht.

Wobei ich mich oft gar nicht traue das laut zu sagen - ist ja irgendwie doch noch ein ziemlicher Tabubruch.

Lass dir bitte nicht einreden, das sei ein Tabu (besonders als Frau - gerade wir müssen ja auch den körperlichen Part übernehmen, der nicht ohne ist). Stell dir mal die Frage, ob Leute, die dich für deinen mangelnden Kinderwunsch nicht respektieren, wirklich Menschen sind, die du um dich haben willst. Lass dir bitte nicht einreden, du seist egoistisch, denn das sind Leute, die sich ihren Kinder(!)wunsch(!) erfüllen ja auch!

Zu deinem Chef kann ich nur sagen, dass er entweder in alten Denkmustern verharrt und da nicht raus kommt oder ein Chauvi ist. Leider verhindern gerade solche Menschen in gewissen Machtpositionen (zB als Arbeitgeber), dass sich am klassischen Modell etwas ändert. Wir brauchen dringend eine familienfreundlichere Wirtschaft, die die Vereinbarkeit gleichermaßen für beide Elternteile garantiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Umso wichtiger ist es, dass dein Partner mit dir an einem Strang zieht, falls es wirklich doch noch zur Schwangerschaft kommen sollte (du schließt das, wie ich herauslese, ja nicht komplett endgültig aus). Es ist doch schließlich niemandem geholfen, wenn du dich einseitig für die Familie aufopferst (und dies v.a. auch als aufopfern betrachtest - es gibt ja auch Frauen, die genau das wollen, aber das scheinst du nicht zu sein). Kinder sollten niemals ein Kompromiss sein, auch gerade als Frau nicht, da du als Mutter immer mehr Häme abbekommen wirst.

Steh beim Dating dazu, es ist sicherlich in deiner Position einfacher als umgekehrt, wenn ein Mann eine gewollt kinderlose Frau sucht. Deine Karriere ist sicherlich nicht weniger wert als die des Mannes, das musst du dir bewusst machen! Kinder gehören in eine intakte, liebevolle Familie - das setzt Teamarbeit voraus- und nicht zwangsläufig allein zur Mutter, wie es immer so schön pauschal heißt. Ich bin als Kind im traditionellen Modell groß geworden und damit quasi ohne Papa, da der auch das WE durchgearbeitet hat. Möchte ich meinen Kindern/meinem Mann mal nicht zumuten.
 
  • #25
Eine Frau muss natürlich keine Kinder haben wollen, und in diesem Fall (schon im Interesse des Kindes) dann doch bitte auch auf das Kind verzichten, keinen "Kompromiss" daraus machen.

Für meine nächste Beziehung wäre für mich persönlich allerdings eine Frau nicht attraktiv, die die nie Kinder wollte. Der Kinderwunsch gehört zu meiner persönlichen Vorstellung einer attraktiven, femininen Frau irgendwie dazu. Da ich selbst jedoch nach junger Vaterschaft (als absoluter Familienmensch) nicht auch noch im späten Alter Kinder haben will die so alt wären wie meine Enkel, kommt für mich daher dann nur eine Frau in Frage die selbst schon (ältere) Kinder hat, aber keine weiteren mehr haben will oder keine Kinder bekommen kann.
Wichtig ist, dass man in den wesentlichen Lebensentwürfen zusammenpasst - die Kinderfrage ist darunter wohl ganz entscheidend. Dann kann man auch gezielter suchen... so wie für mich keine kinderlose Frau mit Kinderwunsch in Frage kommt, so ist auch für dich ein Mann mit Kinderwunsch keine Option, und es ist gut wenn dieser wesentiche Dissens gleich zu Anfang zum Vorschein kommt.
Kompromisse werden sich später bitter rächen, wenn die Beziehung einmal schwierigere Phasen hat und diese damit für immer vergiften: der eine um seinen Kinderwunsch gebracht, der andere in eine nie wirklich gewollte Verantwortung hineingezwungen. Am Ende verlieren alle, vor allem das an der Situation unschuldige Kind...
 
  • #26
Liebe FS,
sorry, aber ich halte Deine Darstellung nicht für die Wahrheit, sondern für eine diskussionsfördernde These. Da steckt kein echter Erlebnishintergrund dahinter - zu weit weg von der Realität.
Männer, die in Deinem Alter keine Kinder haben und auch keine wollen, gibt es ohne Ende - deutlich mehr als Männer, die Kinder wollen. Viele die Kinder haben, sind gegen ihren Willen Vater geworden, weil unwillig und unfähig zu verhüten. Sie hätten liber keine.

Wenn Männer mit Mitte/Ende 30 keine Kinder haben, dann wollen sie auch keine und sind nicht solo. Ein Mann der Kinder will hat sie in dem Alter.

Selbst in meiner Altersklasse ist es kein Tabubruch, wenn eine Frau gewollt kinderlos ist, wie soll es dann einer sein in Deiner Generation? Das ist doch absurd. 30% der Akademikerinnen meiner Generation sind kinderlos - aus dem einfachen Grund, weil es keine Kinderbetreuung gab und wir uns somit für den Beruf entschieden haben. Ich habe doch nicht so eine aufwendige Ausbildung gemacht und begeistere mich für meinen Beruf, um dann zuhause zu bleiben, Windeln zu wechseln und mich zu Tode zu langweilen.
Ungefähr die Hälfte meiner akademisch gebildeten Kolleginnen ist kinderlos - meistens mangelte es am passenden Mann. Keine Frau, die einen gutbezahlten und interessanten Job hat, gibt den auf, um mit einem noch nichtmal halbwegs geeigneten Mann Kinder zu haben - nö, da arbeiten wir lieber, genießen das Leben und sind kinderlos.
Das wird auch recht offensiv vertreten und ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemand in den letzten 25 Jahren meinte, das großartig kommentieren zu müssen. Und wenn schon, wird im Keim erstickt, jobbedingt sind wir alle kommunikationstrainiert.

Ich war in der glücklichen Situation, dass mein Ex-Mann keine Kinder wollte. Im Zweifelsfall könnte ich mich sogar dahinter verschanzen, habe es aber nur selten getan.
 
  • #27
Nein. Frauen müssen keine Kinder wollen. Niemand muss etwas. Wie du selbst schon festgesellt hat, passt es von den Zukunftsvorstellungen her oder eben nicht.
Wenn fast alle, die du getroffen hast, Kinder wollten, dann gibt es erstens einen Teil, auf den das nicht zutrifft und zweitens hast du womöglich eine Vorliebe für Männer die in Kombination mit den von dir bevorzugten Eigenschaften eben meist auch Kinder wollen. Denn wenn man den Berichten vieler Frauen in deinem Alter glaubt, dann gibt es sehr wohl eine sehr große Zahl an Männern, die keine Kinder möchten.

Was meinst du mit Familie als Selbstzweck bzw. Kompromiss?
Dass du dich in die Verpflichtung genommen siehst, mit einem Mann Kinder zu bekommen, damit dieser mit dir eine Bezeihung eingeht?
Die Antwort hast du schon selbst gegeben. Wenn du keine Kinder willst, nimm dir einen Mann ohne Kinderwunsch.
Nur weil man sich für sich selbst vielleicht nicht vorstellen kann Kinder zu wollen, muss der Kinderwunsch anderer nicht gleich nur Selbstzweck sein. Philosophisch gesehen ist das ganze Leben mit all seinem überbewerteten Kleinzeugs, wie Freundschaft, Liebe, Beziehung, Karriere, Kinder etc. reiner Selbstzweck.
Also. Worauf willst du hinaus?

Dieses Zukunftsbild, wie ... und Kindererziehung übernimmt.

Keine Ahnung mit wem du dich so getroffen hast. Aber sowas richtet sich doch immer auch nach den Möglichkeiten aller Beteiligten. Jedoch bin ich der Auffassung, dass es im Interesse des Kindes ist, wenn es die ersten 12-18 Monate seine Mutter auf "Rufweite" hat. Und nicht, weil ich Frauen in einer bestimmten Rolle sehe. Sondern weil es Dinge in dieser Zeit gibt, die kein Mann und keine Kindereinrichtung ersetzen können. Danach kann man Kindereinrichtungen in Anspruch nehmen und es gibt die Möglichkeit, als Mann Erziehungszeit zu nehmen oder halbtags zu arbeiten, um die restliche Betreuungszeit abzudecken, sodass die Frau wieder voll arbeiten kann. Ich selbst habe auch keine Problem, den Haushalt zu erledigen. Ob ich das dann für zwei Personen mehr erledige, spielt doch keine Rolle.
Allerdings ist meine Erfahrung, dass Frauen es gar nicht gerne sehen, wenn man das als Mann dann tatsächlich umstandslos erledigt.
Da scheinen sich der Anspruch der Frau an den Mann und ihr tatsächliches Empfinden (auch im Bezug auf Kinderbetreuung), wenn dieser Anspruch erfüllt wird, teils stark zu unterscheiden.

m37
 
  • #28
Liebe Vikky,

finde deine Einschätzung sehr interessant. Was ich geschrieben habe ist allerdings die reine Wahrheit und keine These.
Wobei ich es inzwischen durchaus für möglich halte (wie hier jemand anmerkte), dass einige meiner Dates ihren (angeblichen) Kinderwunsch nur aus Gründen der political correctness geäußert haben...
Ich beneide dich ein wenig um deine heile "Akademikerinnen meiner Generation"-Welt. Beruflich gesehen ist es bei mir so, dass mein Chef eigentlich nur darauf wartet von mir zu hören "keine Mamipläne" um mich den Männern tatsächlich gleichberechtigt zu behandeln und nicht mehr diesen "Sie könnte ja Mami werden"-Eiertanz aufzuführen. Und ja, er darf eine solche Haltung offiziell eigentlich nicht einnehmen. Fakt ist aber das ist heute die gelebte Realität - wenigstens in meiner von älteren Männern dominierten Branche. Von daher gebe ich dir Recht, kein Tabu sondern eher hilfreiches Bekenntnis.
Nur darum geht es mir ja nicht primär. Fakt ist doch was was @Seaechy schreibt:
Für meine nächste Beziehung wäre für mich persönlich allerdings eine Frau nicht attraktiv, die die nie Kinder wollte. Der Kinderwunsch gehört zu meiner persönlichen Vorstellung einer attraktiven, femininen Frau irgendwie dazu.
... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
 
  • #29
... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
Nein, ist es nicht. Es ist aber ein kontroverses Thema. Als Frau wirst du für jede (!) Entscheidung bezüglich Beruf und Familie potentiell kritisiert werden.
Bevor du dich also fragst, wer was von dir will, frage dich immer wieder: Was will ICH wirklich?
Beruflich gesehen ist es bei mir so, dass mein Chef eigentlich nur darauf wartet von mir zu hören "keine Mamipläne" um mich den Männern tatsächlich gleichberechtigt zu behandeln und nicht mehr diesen "Sie könnte ja Mami werden"-Eiertanz aufzuführen.
Die Lösung für dieses Problem ist denkbar einfach: Sag', was dein altbackener Chef hören will und mach trotzdem genau das, was du willst. Wenn dir eines Tages doch noch nach einem Baby ist und du schwanger wirst- was will er schon machen?
 
  • #30
Fakt ist doch was @Seaechy schreibt:... und damit ist es dann halt doch ein Tabu.
Das verstehe ich nicht. Das ist weder Fakt noch Tabu, sondern @Seachys Wunsch an seine ideale Partnerin. Du hast doch genügend Leute gehört, die dir bestätigen, dass es völlig in Ordnung ist für sie, eine Frau ohne Kinderwunsch zu daten. Im RL gelten vielleicht auch noch mal andere Datinggepflogenheiten als online, vielleicht kannst du das noch mitbedenken. Ein Tabu ist eher das hier:
Allerdings ist meine Erfahrung, dass Frauen es gar nicht gerne sehen, wenn man das als Mann dann tatsächlich umstandslos erledigt. Da scheinen sich der Anspruch der Frau an den Mann und ihr tatsächliches Empfinden (auch im Bezug auf Kinderbetreuung), wenn dieser Anspruch erfüllt wird, teils stark zu unterscheiden.
... Schreibt uns ein Mann. Und ich (w45) habe davon weiter oben ja auch schon von solchen Haltungen der Frauen zumindest meiner Generation berichtet. Mich verwundert deine Frage - muss Frau wollen - so als ob es dir darum geht, ein möglichst perfektes Bild abzugeben. Was würdest du tun, wenn die Antwort hier ein eindeutiges "ja, müssen sie!“ gewesen wäre. Würdest du dann wirklich das Kind zur Verhandlungsmasse machen im Partnergeschäft, obwohl du keines möchtest, nur weil 'man' eben Kinder hat?
In meiner Branche (Geisteswissenschaften/Uni) kommt es unter Frauen (!) sowohl vor, mit seinem Kinderreichtum anzugeben, als auch als Kinderlose auf Wissenschaftlerinnen mit Kindern einzuhacken. Es ist auch üblich, sich selbst vorzuwerfen, den Zeitpunkt für Kinder verpasst zu haben, und es ist üblich, sich Sorgen zu machen, ob man aufgrund der familiären Verpflichtungen eine genügend lange Publikationsliste zusammen bekommt. Es ist alles vertreten.

Niemand sagt, dass die Verbindung Kind und Karriere ein Zuckerschlecken ist, aber es geht - und mit etwas Phantasie und vor allem in einer guten Partnerschaft geht es auch gut.
Ein zynischer, familienfeindlicher Chef ist nicht hilfreich, aber man muss sich auch nicht alles reinziehen. Wenn du ihm eher folgen willst, als deinen familiären Wünschen, dann mach halt. Aber mein Rat wäre, dich nicht (mehr) zu verbiegen. Weder im Job, noch während der Partnersuche.
 
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