• #1

Mitleid, obwohl ich der Verlassene bin

Folgende Situation:

Wir hatten eine wunderschöne, wenn auch kurze Zeit (knapp ein Jahr) miteinander. Ich, der eher kalte, introvertierte Typ. Sie die warmherzige, tempramentvolle Frau.

Sie hat mir immer wieder zu verstehen gegeben, dass sie mich liebt, dass sie mich so gerne hat.

Meine Gefühlsbekundungen für sie, hielten sich in Grenzen. Ich mein(t)e das nicht böse, aber meine eher spezielle Persönlichkeit, lässt sowas irgendwie nicht zu. So komisch und unglaublich das auch klingen mag (das wäre dann ein Fall für die Couch, aber ist jetzt nicht das Thema). Das und meine mangelnde Kommunikationsfähigkeit waren die Gründe, dass sie schlussendlich einen Schlussstrich gezogen hat (in meiner Abwesenheit).

Wie so üblich bei mir, weinte ich wie ein Schlosshund und dachte, man bin ich blöd! Du hast es einfach verbockt. So eine tolle Frau nicht gewürdigt, obwohl sie soviel für mich und unsere Beziehung gemacht hat.

Zusätzlich zu dem Trennungsschmerz kommt jetzt noch was ganz anderes hinzu. Ich habe Mitleid mit ihr! Mit ihr, die mich verlassen hat! Eben, weil sie eine so liebenswerte, geduldige Frau war, die alles versucht hat, den gefühlskalten Idioten (Ich) irgendwie umzupolen und eine harmonische Beziehung zu ermöglichen.

Kennt das Jemand auch?
 
  • #2
Naja, nachvollziehen kann ich das schon. Ein typischer Fall von später Einsicht. Das kannst du nur abhaken, draus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

Wenn es dir hilft, kannst du ja jetzt ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen und dich nach einigen Monaten, wenn du den Kummer überwunden hast, mal ungezwungen bei ihr für deine vermeintliche Ignoranz entschuldigen.
Allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass ihr vielleicht vom Typ her einfach nicht zusammengepasst habe. Wenn du allerdings wirklich so ein komplizierter Mensch bist, dann lass doch vorerst die Frauenwelt einfach in Frieden, und arbeite erstmal an dir.

Aber:
Wer heult wie ein Schlosshund, der ist nicht gefühlskalt. Irgendwas passt da nicht zusammen.
 
  • #3
Äh ja, du hast Mitleid. Und? Da is doch nichts Besonderes dran. Du weißt, dass sie sich Mühe gegeben hat und dass du zu bequem warst.
Offenbar bist du das nebst mangelnder Selbstreflexion immer noch, ansonsten hättest du schon längst mal - wie von DIR beschrieben! - den Platzauf der Couch eingenommen um dich zu ÄNDERN! Aber offenbar willst du das gar nicht. Denn du bemitleidest nicht nur sie, sondern auch ganz furchtbar gern dich selbst.

Arbeite an dir, mit so einem Vethalten wirst du keine selbstbewusste Frau auf Dauer halten können.
 
N

nachdenkliche

  • #4
Nö, sowas kenne ich zwar nicht aber ich muss sagen, sie braucht Dir nicht leid zu tun, denn sie hat es geschafft und Du blockierst nicht weiter ihren Weg, einen Mann zu finden, der zu ihr passt und mit dem sie glücklich ist. Einen Mann erst umbauen zu müssen, mit viel Mühe, das funktioniert nicht.
Du hingegen kennst Dich und kannst darin arbeiten. Ich denke eher, dassvDu ihr leid tust. Es wäre schade für Dich. Ich würde zum Therapeuten gehen, alles Gute!
 
  • #5
Kurze Frage, kurze Antwort:

ja!

Wir haben uns einvernehmlich getrennt - es ging aber mehr von Ihr aus. Bei uns war es nicht genauso unterschiedlich von den Gefühlen wie bei euch. Dennoch tat (tut) sie mir zwischendurch immer mal wieder leid. Eben weil sie so eine Gute ist. Aber ich bin auch zu der Erkenntnis gekommen, dass sie mit Ihrer Art zu gut für mich ist. Wenn es ein zurück gäbe (noch ist es nur zu 99% nicht möglich) müsste sie auch ein weniger geben - es war für mich zu intensiv. Sie es vllt auch mal so. Sie ein bisserl weniger du ein bisserl mehr. Dann schauts vllt. nicht ganz so schlimm für Dich aus.
 
  • #6
Wie kann man nur, wenn man nicht einmal ein Jahr "zusammen" ist, schon von "echter" Liebe sprechen?

Seien wir doch einmal ehrlich:
Frauen versuchen in einer Beziehung "Männer" umzupolen und teilweise wird dies auch von Männern bei Frauen versucht.
Das Resultat: Es geht in die Hose!

Kurzum: Die Beziehung war von anfang an gescheitert, da "sie"gedacht hat, "sie" könne Dich umpolen. Als dies aber nicht ging, hat "sie" obendrein den Schlussstrich in Deiner Abwesenheit gezogen.

Man(n) kann verstehen, dass es "IN DIE HOSE" ging.
Man(n) kann auch verstehen, dass es "vermeintlich" eine tolle Frau war und Du eben "speziell" bist.

Aber, wie toll ist die Frau denn wirklich, wenn "sie" dies vorher gewusst hat, Dich umpolen wollte, gescheitert ist, dann die Flinte ins Korn wirft und "DIE Entscheidung" alleine in Deiner Abwesenheit trifft?

Mit Verlaub, aber Mitleid hätte ich bei "so" einer Person sicherlich nicht. Warum hat "sie" sich nicht auf Dich eingelassen bzw. "Dich" so "akzeptiert"? Ein gesunder Mittelweg eben!

Die Umpolung hat nicht funktioniert und dann hat "sie" Dich abgeschossen. Dies muss man einfach knallhart sagen.
Hätte Sie Anstand und wäre es echte Liebe "gewesen", dann hätte "sie" vorab mehrmals Versuche unternommen das Problem, das keines war, "gemeinsam" zu lösen. Sie hätte auch "akzeptieren" können. Wenn es letztendlich doch nichts für "sie" war, dann war es keine Liebe. Aber, dann hätte "sie" Anstand zeigen und den Schlussstrich mit Dir gemeinsam bzw. in Deinem Beisein "ziehen" können.

Insofern kann ich "DEIN MITLEID" nicht wirklich verstehen.
War diese Frau denn wirklich so toll? Ist diese Frau toll?
Ich "lese" da ganz andere Sachen und Verhaltensweisen heraus.
 
  • #7
Nein sie tut dir nicht leid. Du tust dir selbst Leid.Dieses Gefühl welches du beschreibst teilte mir meine Exfrau auch einmal mit nachdem ich mich von Ihr trennte. Ich hatte ihr sehr leid getan, wie sie sagte. Sie begriff aber im Nachhinein, dass sie in Selbstmitleid versunken war, wie sie mir sagte. Sie machte sich die schwersten Vorwürfe, dass sie, wärend unsere Ehe drohte zu zerbrechen, nicht daran mitgearbeitet hat und mich hat machen lassen. Doch alleine konnte ich die Ehe leider nicht retten.Egal was ich auch anstellte. Sie selbst sagte, dass sie nicht begreifen wollte, das das Ende nahte. HEute nach mehr als drei Jahren, hat sie nach wie vor damit zu kämpfen und macht sich Große Selbstvorwürfe. Sie trauert unser Zeit sehr nach. Sie musste erfahren, dass das was Sie hatte, das beste ist, was sie haben möchte. Ihre Worte. Mir tut sie heute auch leid. Weil ich ihr nun nicht mehr helfen kann.Liebende Menschen können sehr Dumm sein. Wir alle!
Du solltest dich etwas mehr mit dir befassen und dich selbst erst einmal kennen lernen. Hinterfrage dein tun und sein. Schritt für Schritt. Du brauchst keine Couch. Diesen Weg geht jeder einmal im Leben, irgendwann. Also. Mach die Augen einmal ganz auf!
Viel Glück
m45
 
  • #8
Hätte Sie Anstand und wäre es echte Liebe "gewesen", dann hätte "sie" vorab mehrmals Versuche unternommen das Problem, das keines war, "gemeinsam" zu lösen.
Auch wenn man(n) es gerne abtut, aber es IST ein Problem, wenn einer gefühlskalt ist und der andere warmherzig. Die Frau wünschte sich hier Liebesbekundungen, und ich finde das hat sie wie jede Frau auch verdient. Es sind eben nicht "nur" Worte, es ist für viele Frauen essentiell, und was kostet es ihn denn, ihr mal öfter zu sagen, dass er sie liebt und dass sie ihm viel bedeutet?

Lieber FS, du brauchst wirklich kein Mitleid mit ihr zu haben. Warum hast du Mitleid? Hältst du sie für schwach, weil sie ihre Gefühle zeigen kann, und dich für stark, weil du es nicht kannst?

Leider denken viele so: Wer Gefühle zeigt, ist schwach und muss bemitleidet werden. Arme Welt!

w (28)
 
  • #9
Frauen versuchen in einer Beziehung "Männer" umzupolen
Manche Männer wollen es einfach nicht verstehen. Es geht doch nicht darum, einen Mann zu ändern, sondern darum, dass "der Faden" bei der Beziehung nicht reisst. Wenn einer nicht mitwirkt, gibt es auch effektiv keine Beziehung.

In deinem Fall lieber FS, ich denke nicht, dass du mitleid hast, sondern, dass dein schlechtes Gewissen spricht. Wahrscheinlich hast du der Frau in schönster Männer-Façon die tollsten Dinge erzählt, auch, dass man an einer Beziehung "arbeiten" sollte und dass Kommunikation wichtig sei und hast sie doch alleine damit gelassen.

Somit ist sie nicht diejenige, die die Beziehung beendet hat, sondern du. Du hast nicht mitgemacht, du hast dich entzogen, sie ins Leere "binden" lassen.

Und jetzt bist du eigentlich froh, dass Ruhe herrscht, du willst auch nichts mehr tun, passt dir so. Du weisst nicht einmal, was wirklich Sache ist und das interessiert dich nicht. Lieber Kopfkino alleine laufen lassen bequem in deinem geschützten Raum.

Nee, das ist, was du wolltest, du hast es aber die ganze Zeit nicht ausgesprochen. Herauseckeln nennt man das! Warst also nicht ehrlich zu ihr und das plagt dich jetzt.
 
  • #10
Ich hatte solch einen Freund (er auch kalt und introvertiert, ich auch warm und temperamentvoll).

Von Umpolen würde ich nicht sprechen, man will niemanden ändern, in dessen Art man sich einst verguckt hat. Man kann da unheimlich viel voneinander lernen, sich ergänzen. Wenn das aber funktionieren soll, müssen beide das wollen und sich ein bisschen darauf einlassen und nicht einer macht und der andere lässt machen.

Beziehung bedeutet auch, dass man sich dem anderen etwas öffnet, zeigt, dass man ihn schätzt (im Vergleich zu anderen Menschen). Das macht der eine mehr, der andere weniger. Das ist ok. Aber wenn nun gar nichts kommt? Immer nur zäh? Immer nur Energie reinstecken und der andere lässt einen am langen Arm verhungern. Das ist zum Verzweifeln! Wieso sollte man denn bei jemanden bleiben, der einem nicht zeigt, dass er ihn liebt hat? Wertschätzung?

Ich glaube nicht, dass sie dir leid tut. Du tust dir leid, und mit diesem ganzen Leiden bist du nun so beschäftigt, dass du nichts machen kannst. Glaube mir, ein bisschen geht! Jeder wächst an seinen Herausforderungen, auch kleine Schritte erlauben das Fortbewegen.
Wenn Kommunikation dein Schwachpunkt ist, dann arbeite daran. Das bringt dir auch was fürs Berufsleben.
 
  • #11
Ich glaube nicht, dass sie Dein Mitleid bräuchte und wollte.
Mir ist das Wort Mitgefühl übrigens lieber, da bleiben beide auf gleicher Ebene.
Aber auch da, warum?
Sie ist eine liebevolle Frau mit vielen Eigenschaften, die Du bewunderst, schätzt. Sie hat sich um Eure Beziehung bemüht, hat irgendwann realisiert, dass ihr so unterschiedlich in Eurem Nähe Distanz Bedürfnis seit, dass sie selbst dabei zu kurz kommt. Die Konsequenz gezogen und die Beziehung beendet. Gibt hier genügend Threads, wo Partnern diese Reflexion gewünscht wird.

Mitgefühl vielleicht eher mit Dir? Es klingt, als ob Du sie vermisst, als ob Du von ihr eine Nähe erlebt hast, die Dir gut getan hat.

Aber wenn es so wäre, könntest Du prüfen, was wäre für Dich das Maß Nähe, was Dir gut tut und das Maß Nähe, was Du geben möchtest - und irgendwann geben kannst, falls da Unterschiede bestehen. Evtl. gelingt Dir das alleine, evtl. mit Unterstützung.

Wenn Du Dich diesbezüglich sortiert hast - nächste Beziehung, neue Chance.
 
  • #12
Mir stoßen zwei Wort hier auf
"gefühlskalt" und "umpolen".

Ich glaube an beides nicht.
Ich glaube nicht, dass du, FS, "kalt" bist. Du weinst eben nur, wenn du allein bist. Vor anderen Menschen hast du alles im Griff, einschließlich dich selbst. Das Problem sind nicht fehlende Gefühle, sondern dass du Gefühle nicht ausdrücken kannst, du ihnen keinen Weg baust, die andere Person, der sie gelten, zu erreichen. Du bist dir doch dessen schon recht bewusst. Das ist doch schon mal ein erster Schritt. Wenn du weitergehen willst auf diesem Weg, wenn du offener werden willst, dann wäre in der Tat eine Therapie richtig (vielleicht sogar tiefenpsychologisch).

Und niemand kann jemanden "umpolen"...von Gehirnwäsche reden wir ja hier nicht.

Aber dass eine Frau sich verbal und körperlich Aufmerksamkeit wünscht, liebevolle Reaktionen von ihrem Partner erhofft, das ist doch wirklich nichts Ungewöhnliches oder Unnormales. Und ich weiß das aus eigenem Erleben, dass man, wenn man einen "kühlen" Typen kennenlernt zwar sehr mit sich ringt, aber "auf Hoffnung hin" das Beste versucht...bis....ja, bis zu einem bestimmten Punkt, an dem das Konto der Warmherzigkeit abgeräumt ist, an dem man sich selbst schützen muss, weil man niemals etwas zurückbekommen hat von dem, von dem man doch hoffte, dass es den harten Mann weicher macht.
 
  • #13
Zusätzlich zu dem Trennungsschmerz kommt jetzt noch was ganz anderes hinzu. Ich habe Mitleid mit ihr! Mit ihr, die mich verlassen hat! Eben, weil sie eine so liebenswerte, geduldige Frau war, die alles versucht hat, den gefühlskalten Idioten (Ich) irgendwie umzupolen und eine harmonische Beziehung zu ermöglichen.
Schreib Deine Gedanken in einem Brief nieder, schreib rein, daß Du Dich nicht mehr bei Ihr melden wirst, wirf ihr den Brief in den Briefkasten und haks ab. Sicher warst vielleicht ein Idiot, aber es ist nicht ihre Aufgabe, das zu ändern, sondern Deine, und wenn Du ihr Deine Fehler klar sagst, dann hilft ihr das beim Bewältigen ihres Trennungsschmerzes.

Aber bilde Dir nicht ein, daß Du ab dem Moment der Trennung irgendwie für ihr Leben verantwortlich bist. Getrennt ist getrennt und Ex ist Ex.

Was die Zeit Euerer Beziehung angeht: Sie wußte wie Du bist als sie Dich kennen lernte und sie blieb bei Dir als sie Dich kannte. Selber schuld. Dichte Du, lieber FS, bloß keinen Anlaß oder Grund herbei dafür, daß Du Hoffnung hast, das aus Euch noch was wird Such Dir viel lieber ne andere nachdem Dir nun klar ist, welche Fehler Du gemacht hast.
 
  • #14
So wie du es beschreibst, hat die Frau versucht, mit dir auf einen Nenner zu kommen.
Sie hat sich oft bemüht.
Gehe also davon aus, dass sie unglücklich war.
Sie hat den Trennungsschmerz schon während der Beziehung verarbeitet, für dich beginnt das erst jetzt.
Wahrscheinlich hat sie während der Beziehung geweint, ist enttäuscht gewesen und war vielleicht auch wütend.
Für dich beginnt das alles jetzt.

Sie muß dir nicht leid tun, denn für sie ist es vorbei.

Auch ich habe mich immer erst getrennt, wenn der 'Point of no return' erreicht war. Dann gab es kein Zurück, ich hatte es bereits überwunden und verarbeitet und blickte nach vorn.

Also mach dir um sie keine Sorgen. Das wäre früher sinnvoll gewesen, jetzt nicht mehr.

Ich denke nicht, dass es für diese Frau noch relevant ist, was du jetzt erkannt hast, aber sicher für die nächste. Nämlich, dass man sich aufeinander zubewegen muß, dass in Beziehungen immer Kompromisse notwendig sind und dass man dem Partner zuliebe auch Dinge tun muss ( sollte ), die man selbst für abwegig hält.
Einfach, weil man den Partner liebt und ihn glücklich machen will.
Wenn das nicht der Fall ist, hat es ohnehin keinen Sinn, so wie bei deiner Ex-Beziehung.

w 48
 
  • #15
Ich habe Mitleid mit ihr! Mit ihr, die mich verlassen hat! Eben, weil sie eine so liebenswerte, geduldige Frau war, die alles versucht hat, den gefühlskalten Idioten (Ich) irgendwie umzupolen und eine harmonische Beziehung zu ermöglichen.
Du musst kein Mitleid mit ihr haben. Sie hat sich das als "Aufgabe" gesucht und dann kam die Aufgabe im Sinne von Aufgeben und sie hat doch in ihrem Interesse gehandelt und ist gegangen - also eine Frau, die wusste, was gut für sie ist.
Manchmal trifft man auch auf Menschen, bei denen man emotional zugeschnürt wird, auch wenn man sich öffnen will. Und wenn sie weggehen und dann mit einem anderen gefühlsmäßig offen sein können, weil der nicht so zugeschnürt ist, kommt Rieseneifersucht auf, weil das auch wieder an den eigenen Eispanzer rührt. Man steht davor wie vor einer Glaswand und sieht in die warme Welt nach draußen, wo andere erleben, was man selber innerlich für tot empfindet und aber gern haben möchte.

Ich glaube, je mehr sich ein Mensch emotional um Dich bemüht, umso "kälter" wirst Du. Erst wenn Du auf eine Frau triffst, die noch "kälter" ist als Du, wirst Du Dich vielleicht bemühen, dass sie sich öffnet.
Ich glaube auch, dass dieses Mitleid ein Schutzmechanismus ist. Sie war sicher nicht "die Richtige" für Dich, aber indem Du Mitleid empfindest für jemanden, der versucht hat, einem gefühlskalten Menschen zu zeigen, wie schön eine Beziehung emotional sein kann, weichst Du eigentlich Deinem Kummer aus, dass Dir sowas nichts bedeutet, was eigentlich das Schönste ist, was zwei Menschen haben können: Vertrauen und emotionale Offenheit, keine Angst haben müssen, dass man zurückgewiesen wird, wenn man Liebe zeigt.

Ich vermute, Du bist in einem emotional kalten Elternhaus aufgewachsen und diese Frau auch. Sie versucht immer noch, die Liebe von gefühlskalten Personen zu erarbeiten, weil diese emotional dann "ihr gehören" (das gibt ihr Sicherheit), während Du immer noch versuchst, Deine Eltern zu imitieren, weil es als Kind wehgetan hat, dass sie Deine Liebe nicht annehmen konnten. (das gibt Dir Sicherheit, nicht wieder abhängig und verletzt zu sein)
Weiß ich natürlich nicht, warum Du so bist. Nur eine Vermutung. Vielleicht war es Dir auch zu viel Gefühl und Manipulation in Deinem Elternhaus, dass Du erkannt hast, dass Gefühle nur benutzt werden, um Dich dazu zu kriegen, etwas zu tun, was Deine Eltern wollen.
 
  • #16
man bin ich blöd! Du hast es einfach verbockt. So eine tolle Frau nicht gewürdigt, obwohl sie soviel für mich und unsere Beziehung gemacht hat.
= Schuldgefühle.

Schuldgefühle an sich selber, und Schuldgefühle für die ex-Partnerin. Durch sein Verhalten + Verschulden scheiterte die Beziehung, und die Frau wurde deswegen nun Single.

Man kann auf verschiedene Art und Weise dazu lernen.
Durch eigene Erfahrungen - ist am härtesten.

Der FS könnte versuchen, auf diese Frau zuzugehen.
Ihr zeigen, dass er seine Fehler erkannt hat, und sich ändern will.
Und das er erkannte, was sie Alles für die Beziehung getan hat.
Für eine gemeinsame zweite Chance.
 
  • #17
Ich kann das gut nachvollziehen, du befindest dich im Zwiespalt. Einerseits möchtest du Sie zurück, andererseits hast du dich damit abgefunden.
Gegensätze ziehen sich an, und Beziehungen müssen wachsen, genauso wie die Personen, die Diese führen.
Für Sie (vermut ich) war es irgendwann anstrengend immer mehr zu geben, als von Dir zurück kam.
Ich würde an deiner Stelle ( falls du Sie zurück möchtest) ihr einfach einen Brief schreiben, ihr erklären wieso und weshalb. Falls Hoffnung besteht, bekommst du eine Antwort, wenn nicht weißt du woran du bist. Falls es ein Happy End geben sollte, muss ihr an euch mehr arbeiten und öfters die Probleme auf den Tisch bringen, nur so könnt ihr euch auf einander abstimmen.
Menschen ändern sich nur, wenn Sie es wollen, nicht weil Andere Sie so gern hätten ;)
Alles Gute
 
  • #18
Schade, Max, dass es so gekommen ist.
Mein Impuls ist, dir zu raten, dich doch noch einmal bei ihr zu melden, dich zu entschuldigen, gemeinsam mit ihr oder schon allein für dich einen Plan zu machen, wie du an dir arbeiten und besser an deine Gefühle ran kommen kannst, und ihr zu sagen, wie viel sie dir bedeutet. Nimm ruhig auch Hilfe von außen an. Das ist keine Schande.
Wenn sie dich nicht erhört, kannst du ja trotzdem daraus lernen und selbst einen Weg finden, wie du mehr mit deinen Gefühlen in Kontakt kommst. Alte Prägungen sitzen zwar tief, aber man kann sie ändern. Beim nächsten Mal wird´s dann bestimmt besser.
Alles Gute dir.
 
  • #19
Klingt schwer nach Selbstmitleid und nach dem letzten Strohalm das Ego zu retten, der da heißt: "Mitleid mit dem Gegenüber".

Mitleid ist völlig unangebracht. "Bewunderung" wäre das passendere Gefühl. Diese Frau war einsatzfreudig und aufopfernd in der Beziehung und zog selbstbewusst die Konsequenzen, nein hat sogar dafür gesorgt, dass du mit einer einvernehmlichen Trennung das Gesicht wahren kannst. Alle Achtung, eine Klassefrau.

Diese Frau lacht über dein Mitleidsgetue, lebt ihr Leben weiter und weint dir sehr bald keine Träne mehr nach.
Nur du kommst nicht drüber weg....
 
  • #20
Auch wenn man(n) es gerne abtut, aber es IST ein Problem, wenn einer gefühlskalt ist und der andere warmherzig. Die Frau wünschte sich hier Liebesbekundungen, und ich finde das hat sie wie jede Frau auch verdient. Es sind eben nicht "nur" Worte, es ist für viele Frauen essentiell, und was kostet es ihn denn, ihr mal öfter zu sagen, dass er sie liebt und dass sie ihm viel bedeutet?

Lieber FS, du brauchst wirklich kein Mitleid mit ihr zu haben. Warum hast du Mitleid? Hältst du sie für schwach, weil sie ihre Gefühle zeigen kann, und dich für stark, weil du es nicht kannst?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass introvertierte Menschen, welche ihr Herz nicht auf der Zunge tragen, ihre Gefühle nicht zum Ausdruck bringen nur aus Angst, um sich dem Partner nicht schutzlos auszuliefern.

Wer seine Gefühle nicht offenbart und warmherzig zum Ausdruck bringt, hat eine Mauer um sich herum errichtet, die ihn vor Verletzlichkeit schützt. Wer kaltherzig ist oder sich so gibt und nicht kommuniziert hat doch auch Macht über den anderen. Auch wenn er schweigt, zieht er die Fäden und dominiert dadurch die gesamte Beziehung zuerst zu seinen Gunsten (weil der liebevolle warmherzige Partner seine Liebe zeigt und sich bemüht) und am Schluss zu seinen Ungunsten (weil er verlassen wird).

Der authentische Partner, welcher auch die Gefühle, die er empfindet dem anderen zeigt, verhungert emotional neben dem Kalten und deshalb beendet er am Schluss die Beziehung.
Neben einem emotionsarmen Menschen zu leben, erfriert einem das Blut in den Adern.

Man will den anderen nicht so sehr ändern sondern man möchte dem anderen zeigen dass es besser ist die Gefühle zu spüren und sie auszudrücken als sie zu kontrollieren und unter Verschluss zu halten. Denn wenn er seine Freundin liebte, dann hätte er ihr das zeigen können, wie hätte sie sonst gewusst? Sie fühlte sich unbeachtet und geliebt und nicht wie Gerd eigentlich sie hatte das Gefühl, dass sie ihm völlig gleichgültig ist und wer einem gleichgültig ist der tut sich so einen Partner nicht an. Denn sie wünschte sich genau das gleiche: ihre Zuneigung, Wärme, welche sie ihm gab, wünschte sie auch von ihm zu bekommen. Es wäre ein ausgeglichenes Geben und Nehmen. Denn was nutzt die Liebe in Gedanken? - wenn er sie liebte.

Der FS sollte tatsächlich eine Psychotherapie machen insbesondere wenn sich das gleiche Verhalten, wie ein roter Faden durch dein Leben zieht.
 
  • #21
Persönlich halte ich einen Versuch, diese Beziehung wieder zu bekommen, für sinnlos - und für sehr problematisch.

Eine Frau, die sich trennt, macht das i.d.R. nicht aus einer Laune heraus, sondern hat sich das für sich überlegt. Da ist die innerliche Trennung schon in der Beziehungszeit nach und nach passiert, das ist ein Prozess.
Die äußerliche Trennung ist nur der Schlusspunkt.
Die Frau hier klingt nicht nach Kurzschlussreaktion.

Für den Mann aber schwierig, weil er so nicht loslässt, sich an Hoffnungen klammert, statt für sich abzuschließen, zu reflektieren und in die Zukunft zu schauen. Mit einer besseren Basis für eine spätere Beziehung.
Trennungs-, Abschiedsbrief ist gut, aber nur schreiben für sich selbst, nicht abschicken.
 
  • #22
Menschen mit einem Selbstbild wie deinem - ich bin stark und wenig gefühlsbetont - tun sich mit einer Trennung besonders schwer. Deshalb mußt du dir auch diese merkwürdig verquere "ich habe Mitleid" Aktion zurechtlegen. Vielleicht eine Möglichkeit für dich, etwas zu spüren, obwohl es ziemlich unlogisch und nicht nachvollziehbar für andere ist?
Jedenfalls ein Zeichen für deine verworrene Gefühlswelt, eine Mischung aus "wie ich sein soll" und "was ich mir zurechtlege, weil ich nicht weiß, wer ich bin".
Wie auch schon andere geschrieben haben, in Wirklichkeit spürst du deine Unterlegenheit gegenüber Menschen, die ihre Gefühle klar ausdrücken und leben können. Das macht dich klein und hilflos und traurig.
Du hast keinerlei Vorstellung davon, wie dein Leben sein könnte, wenn du diese Knoten mit professioneller Hilfe auflöst. Du würdest dein altes Ich nicht mehr wiedererkennen. Lass dich auf das Abenteuer ein, du würdest es nicht bereuen.
 
  • #23
Ich sehe das auch so: du steckst in der Selbstmitleidsphase. Aber das ist nicht weiter schlimm und nach Trennungen ziemlich normal.

Du musst in der Hinsicht an dir arbeiten; du hast ein extrem schlechtes Bild von dir selbst. Ich habe die Erfahrung gemacht im Leben, sobald man schon denkt man sei irgendwie introvertiert oder gefühlskalt sind das zwei Schlagworte für ein miserables Selbstwertgefühl. Die Wahrheit ist, niemand ist zu introvertiert oder zu gefühlskalt, um mit Menschen zu interagieren. Es gibt da keine Messlatte, die man erreichen müsste, um als vollwertiger Mensch wahrgenommen zu werden. Du bist ein Mensch mit eigener Persönlichkeit und die ist so, wie sie dir gefällt. Wenn einer Partnerin das nicht paßt, ist sie nicht die richtige für dich.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. In einer Lebensphase, wo ich mir selbst nicht ganz sicher war, habe ich mich auch von solchen DIngen beeinflussen lassen. Nachher wirklich geglaubt, ich sei gefühlskalt. Heutzutage mit objektiverem Blick darauf mag ich zu behaupten, dass meine Partnerin seinerzeits emotional extrem unausgeglichen war und dazu auch noch ständig alles rauslassen musste, was ihr so durch den Kopf ging. Ich habe mir dann von ihr ein Problem aufschwatzen lassen, das eigentlich nur sie selbst hatte.

Also arbeite an dir und bekomme dieses schlechte Bild von dir weg. Mit so einer Selbstansicht machst du dich nur immer weiter unglücklich und bemitleidest dich dann selbst.

Gruß m32
 
  • #24
Vielen herzlichen Dank für eure Ansichten!

Es sind so viele, sehr treffende Aspekte, da ist es mir fast unmöglich auf alle einzugehen.

Ich schreibe jetzt einfach noch weitere Gefühle und Ansichten meinerseits auf.

Mir ist vollkommen bewusst, dass das Problem in meiner Psyche bzw. in meiner Persönlichkeit liegt. Ich weiss, ich bin weit weg von der Norm, welche die heutige Gesellschaft als normal bezeichnet. Geburtstage und andere Feste haben für mich keine Bedeutung. Auch ein Grund warum es in unserer Beziehung Spannungen gab. Ich war an ihrem Geburtstag nicht zu Hause, stattdessen war ich meiner Passion zu liebe auf Achse und wollte mir etwas Einmaliges nicht entgehen lassen. Eine Passion, die mir soviel bedeutet, dass ich Angst hatte, dass wenn ich sie mit meiner Freundin teile, ich diese Passion irgendwie verliere. Diese distanzierte Haltung machte ihr, verständlicherweise, sehr grosse Angst. Sie versuchte stets mehr über mich und mein Hobby (und Leben) zu erfahren. Ich blockte immer ab. Im Nachhinein unfassbar dumm! Sie wollte mich nur besser verstehen und kennenlernen.

Sie gab mir Tips, empfahl mir Bücher über soziale Kompetenzen, nichts davon habe ich richtig entgegengenommen. Ich denke aus Angst. Angst meinen Schwächen in die Augen zu sehen. In die Schwächen, dir mir schon lange ein Dorn im Auge sind, aber sie nicht wahrhaben will. Je mehr sie darin herumstocherte, umso mehr habe ich mich wohl davor und von ihr versteckt.
 
  • #25
Ablauf der Trennung:

Wir stritten wochenlang. Immer mit ein paar Tagen Unterbruch und immer wieder mit Licht am Horizont.

Es war Sonntag, eine Woche nach Neujahr, an dem wir uns auch gestritten haben. Mir schien es, dass es wieder bergauf geht.

Am Montag verabschiedeten wir uns harmonisch, küssten und umarmten uns. Ich musste für eine Woche kurz ins Militär. Wir schrieben per WhatsApp (ja, bin erst 28) normal weiter, wie wir es immer machten.

Am Dienstag merkte ich dann schon eine Veränderung. Eine Veränderung in der Häufigkeit und der Art der Nachrichten meiner Freundin. Ich sprach sie darauf an, weil für mich war ja eigentlich alles wieder auf dem Weg der Besserung. Sie sagte aber, dass sie immernoch traurig sei. Ich reagierte wohl etwas zu forsch und schrieb ihr wohl aus Trotz auch nicht mehr so oft wie vorher. Herzchen-Smilies verwendete ich noch, sie aber nicht mehr.

Am Donnerstag dann, schrieb sie mir und wünschte mir gute Nacht. Klingt schön. War es aber nicht. Sie sprach mich mit meinem Vornamen an und ab da wusste ich, es ist aus.

Ich konnte es nicht fassen. In Abwesenheit des Partners solch eine Entscheidung zu treffen, ist für mich nachwievor, sehr fragwürdig. Was wäre wenn wir z.B in die Ferien geflogen wären und ich nicht abwesend gewesen wäre? Mit Garantie hätte sie sich nicht von mir getrennt!

Am Freitag durfte ich nach Hause. Sie wartete auf mich. Ich weinte elends. Ich konnte es nicht verstehen. Sie weinte dann auch. Wir diskutierten. WIR HATTEN EINEN QUICKIE!

Danach wollten wir es nochmals versuchen. Schauen was passiert. Sie gab mir wieder eine Chance. Ich konnte sie wieder nicht nutzen. Seit vier Tagen herrscht jetzt endgültige Funkstille zwischen uns.

Der bereits gebuchte Städetrip im Februar wollten wir noch gemeinsam machen. Aber auch das ist jetzt auf Eis gelegt. Sie fliegt zwar hin, es ist ihre Heimatstadt, aber ich gehe nicht. Oder doch? Ich weiss es noch nicht.

Tja...eigentlich wüsste ich ja was ich machen müsste um eine Beziehung führen zu können. Nur kommt dann im gleichen Atemzug wieder mein Stolz, Selbsmitleid oder was es auch immer es sein mag. Warum soll ich mich ändern? Nur damit ich in das Idealbild und in sozialer Hinsicht in die heutige Gesellschaft passe? Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?
 
  • #26
Sorry für meine Offenheit, du triefst vor Mitleid. Aber nicht für diese Frau, sondern nur für dich selbst.

So wie du bist darfst du schon sein, aber dann musst du dir als Partnerin eine Frau suchen, die deine Art gut findet. Du musst dir Menschen suchen, die das aushalten wollen. Wenn dies schwer möglich ist oder es ständig Probleme gibt, liegt es entweder immer noch an deiner Auswahl oder an dir.

Du kannst trotzig bleiben wie du bist (wie immer das auch dann weitergeht) oder reflektieren (was du ja schon tust, sehr gut!) und deine Handlungen in Frage stellen und dich dann - Überraschung! - weiterentwickeln.
Dieser Prozess ist, das gebe ich zu, aufregend und beunruhigend, aber menschlich völlig normal und wird auch an dir nicht vorrübergehen. Du kämpfst gerade darum, dich nicht weiterzuentwickeln, nichts dazuzulernen und nichts Neues ausprobieren zu müssen.

Warum ist das so schlimm für dich? Warum möchtest du keine verbesserte Version von Max Power werden? Was fürchtest du?
 
  • #27
Nur damit ich in das Idealbild und in sozialer Hinsicht in die heutige Gesellschaft passe? Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?
Natürlich darfst du so bleiben, wie du bist. Am besten allein.
Es hat nichts mit heutiger Gesellschaft zu tun: es hat etwas mit zwischenmenschlichem Austausch zu tun. Das ist überall auf der Welt so, in allen Kulturen (falls du jetzt denkst, in Japan wäre alles besser).
"Nicht mehr so häufig schreiben" d.h. sie ausbremsen, leiden lassen. Wie stellst du dir vor, dass Freundschaft funktioniert? In dem ich den anderen warten lasse, bis der nicht mehr kann. Mach dieses Spiel ein paar Mal zuviel, und jeder, wirklich jeder geht dann.

Was du wirklich brauchst ist eine professionelle Anleitung. Jetzt mit 28 kannst du noch etwas lernen, es ist noch nicht zu spät. Gib dir einen Ruck!
 
  • #28
Tja...eigentlich wüsste ich ja was ich machen müsste um eine Beziehung führen zu können. Nur kommt dann im gleichen Atemzug wieder mein Stolz, Selbsmitleid oder was es auch immer es sein mag. Warum soll ich mich ändern? Nur damit ich in das Idealbild und in sozialer Hinsicht in die heutige Gesellschaft passe? Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?
Das darfst Du natürlich! Keine Frage!

Ein kleines Problem könnte natürlich darin bestehen, dass Du mit extrem abweisendem Verhalten kaum einen Menschen finden wirst, der sich eine Partnerschaft mit Dir antun mag.

Aber das ist dennoch immer noch Deine Wahl. Ich habe gerade beruflich mit einem äußerst wohlhabenden Mann zu tun, der ein ganz eigenständiges Leben als Single gewählt hatte, seiner Aussage nach ganz bewusst.

Nun ist er fast 80, krank, extrem alleine und klagt sich selbst dafür an. Er sei selbst Schuld und nun sei es zu spät um noch etwas zu ändern. Ich habe versucht ihm noch Perspektiven aufzuzeigen, wir wussten aber beide, dass dies im Grunde Augenwischerei ist. Tja.
 
  • #29
Tja...eigentlich wüsste ich ja was ich machen müsste um eine Beziehung führen zu können. Nur kommt dann im gleichen Atemzug wieder mein Stolz, Selbsmitleid oder was es auch immer es sein mag. Warum soll ich mich ändern? Nur damit ich in das Idealbild und in sozialer Hinsicht in die heutige Gesellschaft passe? Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?
Du darfst doch so sein, wie du bist. Dafür braucht es aber die passende Partnerin.
Deine Ex war es vielleicht nicht.
Und warum du dich ändern sollst?!
Niemand muss sich für den anderen verbiegen, aber eine Beziehung lebt sich nicht von allein.
Sie ist keine Komfortzone nur für einen.
Sich beteiligen, auch mal versuchen, den anderen zu verstehen.
Wenn du dazu nicht bereit bist, nützt auch die verständnisvollste Partnerin nichts.
 
  • #30
Nur damit ich in das Idealbild und in sozialer Hinsicht in die heutige Gesellschaft passe? Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?
Na klar darfst du so sein, wie du bist.
Aber so wie du dich verhältst dürfte das den wenigsten Frauen gefallen.
Du kannst also bewußt allein bleiben, möglicherweise auch auf Freunde verzichten und auf berufliches Fortkommen, aber eben komplett authentisch dabei sein. Ich meine das ernst. Das ist durchaus denkbar und du kannst dich für diesen Weg entscheiden.

Oder du hast das Glück, eine Frau, Freunde, einen Chef und eine Kollegen- und Kundschaft zu finden, die dich ok finden oder dein Verhalten wenigstens tolerieren. ( oder benimmst du dich nur bei deiner jeweiligen Liebsten so ? DAS wäre allerdings eine miese Nummer, denn es würde zeigen, dass du sehr wohl anders kannst, wenn es dir wichtig ist )
Das ist unwahrscheinlich, aber durchaus denkbar.

Beispiel aus meinem persönlichen Erleben gefällig ?
Ich dürfte in meinem schwachen Nähebedürfnis am äußersten Rand des Vorstellbaren liegen und so hatte ich immer Probleme mit klammernden Männern.
Bis ich meinen jetzigen Freund traf.
Nun brauche ich ihn nie anzurufen, keine Säusel-Appen am Morgen und zur geruhsamen Nacht schicken und ich treffe ihn nur von Samstag bis Sonntag Abend.
Ich kann immer noch nicht fassen, dass das auch für ihn die genau richtige Frequenz ist.
Niemand versteht das, einige sprechen dem, was wir haben, sogar den Status 'Beziehung' ab. Aber das macht nichts. Es paßt und wir sind glücklich.
Du findest das strange ?

Nun, ich tippe, viele Leute finden dein Verhalten auch strange.
Ich war an ihrem Geburtstag nicht zu Hause, stattdessen war ich meiner Passion zu liebe auf Achse und wollte mir etwas Einmaliges nicht entgehen lassen .
Das zum Beispiel. Hahahaha, nicht zu fassen.
Kleiner Tip im Umgang mit ca. 99,9% aller denkbaren Partner: wenn man eine Beziehung haben möchte, sollte man auch gelegentlich Dinge tun, die dem Partner Freude machen, auch wenn man selbst auf etwas anders Lust hat.
Aber vielleicht findest du ja die Nadel im Heuhaufen, so wie ich, in deinem Fall eine Frau, der es egal ist, ob dir ihre Bedürfnisse egal sind. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

w 48