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Gast

  • #1

Meine Tochter ist mir manchmal peinlich

Hallo,

mein Mann und ich machen uns manchmal Sorgen um unsere 9-jährige Tochter.
Wir fragen uns ob das Verhalten, das sie teilweise an den Tag legt, normal ist.

Sie ist ein zurückhaltendes Mädchen, ist aber zeitweise auch ziemlich aufgeweckt.
Es ist schon vorgekommen dass sie massiv den Unterricht gestört hat, weil ihr "einfach langweilig" war.
Sie ist eine durchschnittliche Schülerin. Ihre Lehrerin sagte bereits, dass sie dazu tendiert im nächsten Jahr zur Anmeldung in der Hauptschule zu raten.
Für uns wäre es eine Enttäuschung, aber wir versuchen so wenig Druck wie möglich auf unsere Tochter auszuüben.

Sie kann sich gut allein beschäftigen. Dabei fällt oft auf, dass sie Selbstgespräche führt. Gelegentlich wirft sie auch im Zorn ihre Puppen gegen die Wand.
Manchmal erscheint sie mir hochsensibel. Es passiert beim Essen oder beim Aufräumen, dass sie noch ausgelassen herumalbert. Wenn ich sie dann ermahne (auch mal lauter). dass sie sich doch mehr beeilen möge, bricht sie plötzlich in Tränen aus.
Ich weiß nicht, wie ich mit diesem plötzlichen Stimmungsumschwung umgehen soll!

In manchen Situationen verhält sie sich völlig unangemessen.
Sie hat kein Problem damit zu sagen wenn z.B. mein Bruder zu Besuch kommt "Da kommt ja der blöde Onkel...!"
Im letzten Sommer besuchte sie für ein paar Tage meine Tante die sie eigentlich sehr mag. Einmal saß sie auf ihrem Schoß und bohrte dann ihre Nase in deren Intimbereich mit dem Kommentar "Du stinkst!"
Neulich gab es Stress auf dem Geburtstag einer Klassenkameradin. Unsere Tochter bekam Streit mit einem Mädchen und schmierte ihr vor Wut einen Mohrenkopf in die Haare, was dann wohl in eine regelrechte "Mohrenkopfschlacht" ausartete bis die Mutter die beiden entnervt rauswarf.
Wie peinlich! :-(
Solche Verhaltensweisen passen doch eigentlich nicht zu einem eher etwas schüchternen Mädchen.

Manchmal wird sie aber auch von anderen ausgelacht, eben weil sie bestimmte Dinge nicht so weiß.
Zum Beispiel dauerte es lange bis sie den Euro endlich nicht mehr "Taler" nannte und das Baggerloch kein Meer war.

Interessen zeigt sie wenige.
Wenn sie rausgeht, spielt sie schon mal mit anderen Kindern, aber viel Spaß macht es ihr nicht, weil sie etwas ungeschickt ist. Wir mussten in letzter Zeit zweimal die Haftpflichtversicherung einschalten, weil sie beim Spielen im Garten mit einem Tennisball den Ball geradewegs ins Fenster zielte. Das andere Mal stolperte sie über ein Kabel, so dass das Bügeleisen vom Bügelbrett fiel.
Sie baut sich lieber allein Höhlen in unserem Stadtgarten.
Ansonsten ist sie eine Leseratte und sammelt alles was ihr unter die Finger kommt wie Muscheln aus dem Urlaub, Postkarten, Bierdeckel, Schlüsselanhänger...

Ich brauche bitte mal Euren Rat.
Ist das das normale Verhalten einer 9-jährigen?

Ich weiß, dass es nicht schön ist das zu schreiben, aber ich schäme mich manchmal für sie.
 
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Gast

  • #2
Nein, das ist kein normales Verhalten.

Schämen musst du dich nicht; was du statt dessen tun solltest:
Eine Familien- bzw. Erziehungsberatungsstelle aufsuchen - mit ihr, am besten zusammen mit deinem Mann/ihrem Vater.
Solche Beratungsstellen gibt es in allen größeren Städten kostenfrei.

Du musst dir nicht gleich unerhört Sorgen machen. Aber ich möchte dir wirklich zureden, Hilfs- bzw. Beratungsangebote wahrzunehmen, um herauszufinden, ob etwas dahintersteckt und wenn ja was.

Hast du mal mit ihrer Lehrerin/ihrem Lehrer in der Schule gesprochen?
Der 5-jährige einer guten Bekannten verhält sich auch öfter merkwürdig (einige der Sachen, die du beschrieben hast, kommen mir sehr bekannt vor), und die Erzieherin im Kindergarten hat sich an die Eltern gewandt, weil sie eine Wahrnehmungsstörung vermutet. Inzwischen haben die Eltern mit ihm eine Beratungsstelle aufgesucht und Hilfe bekommen.
 
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Gast

  • #3
Ich würde auch dazu raten, eine Familienberatungsstelle aufzusuchen. Außerdem würde ich dein Kind von einem Psychologen testen lassen. Es hat schon manche Fälle gegeben, wo Kinder den Unterricht gestört haben, weil ihnen langweilig war und am Ende kam raus, sie waren überdurchschnittlich begabt oder sogar hochbegabt statt unterdurchschnittlich. Lehrer können so was nicht immer wirklich einschätzen und neigen schnell dazu, die Hauptschule zu empfehlen, ohne genauer hinzusehen.
 
  • #4
Sie baut sich lieber allein Höhlen in unserem Stadtgarten.
Suche nach Geborgenheit. - Zu den anderen Punkten: Suche nach Anerkennung.
.... dass sie massiv den Unterricht gestört hat, weil ihr "einfach langweilig" war.
Sie will mehr Aufmerksamkeit für sich ?
Manchmal wird sie aber auch von anderen ausgelacht, eben weil sie bestimmte Dinge nicht so weiß.
Persönliche Verletzung anstatt Anerkennung.
Sie kann sich gut allein beschäftigen. Dabei fällt oft auf, dass sie Selbstgespräche führt.
Sie redet sich alleine "von der Seele", was sie mit Anderen nicht kann, oder sich nicht traut ? z.B. mit der Mutter ?
Oder Selbstgespräche als Art Kommunikation, weil fehlende Anerkennung von Anderen = keine Gesprächspartner dafür.

Manches, was genannt wurde, kenne ich von meinem Stiefsohn (11). z.B. grundlose Agressivität im Kindergarten. (selber gesehen)
Sich zurückziehen und viele Computerspiele = Flucht in Traumwelten, anstatt mehr Kontakte und Beschäftigung mit Gleichaltrigen. Er hat 2-3 Freunde, aber das scheint ihm zu genügen.

Mangelnde Liebe und Anerkennung: Dadurch mehr essen = naschen am Kühlschrank -> sein Übergewicht.
Jedoch wenn er mit mir zusammen ist = normales und bewußteres Essverhalten.
Weil ich ihm die Anerkennung und Zuwendung gebe, die ein Kind von einem Vater erwartet.
Aber weder sein Kindsvater, noch die versch. Partner seiner Mutter dazu fähig sind.

Mein Rat an die FS: Eine Kinderpsychologin einschalten.
 
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Gast

  • #5
Die Überschrift hat mich schockiert.
Es ist euer Kind, und sie ist euch "peinlich"?? Warum? Weil sie nicht so "funktioniert" wie sie sollte?

Anders würde es sich anhören, wenn du z.B. schreiben würdest ihr seid traurig darüber, dass eure Tochter offensichtlich unglücklich ist, und es euch das weh tut dieses zu sehen.
Aber hier scheint es überhaupt nicht um das Wohl eurer Tochter zu gehen, sondern ausschließlich darum, wie ihr als Eltern mit ihr dasteht. Also in erster Linie um euren Ruf. Ich lese nirgendwo etwas von "Liebe" zu dem Kind, oder dass ihr euch Sorgen macht, dass SIE nicht glücklich ist. Aber jede Menge Worte wie "schämen", "unangemessen", "peinlich".

Habt ihr schon mal über ADS nachgedacht?
Ich bin keine Psychologin, aber ich erkenne (leider) einige Parallelen aus meiner Kindheit.
Heute weiß ich, was es damals war - ich sehnte mich nach Liebe meiner Eltern, aber die "schämten" sich für mich und schimpften allenfalls, wenn ich nicht korrekt "funktionierte".

Ich malte mir manchmal aus wie es wohl wäre, wenn rauskäme ich wurde vertauscht bei der Geburt...ich bekäme dann Eltern die MICH lieben, und meine Eltern ihr Wunschkind, da ich ihren Vorstellungen vom perfekten Kind wohl nicht entsprach.

Kinder spüren es, wenn die Eltern mit ihnen unzufrieden sind. Und fühlen sich ungeliebt, nicht angenommen wie sie sind. Das führt dann zu weiterem "unangepaßtem" Verhalten (Suche nach Aufmerksamkeit?).
Andere Kinder hänseln/schlagen einen, weil man "anders" ist, den Eltern mag man sich nicht anvertrauen, weil man denen ja sowieso schon "peinlich" ist (ein Kind, dass sich ungeliebt fühlt, zieht sich lieber in sich selbst zurück als jemandem seine Probleme anzuvertrauen).
Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Besucht unbedingt mit eurer Tochter einen Kinderpsychologen.

w(43)
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,

ich würde einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aufsuchen. Wenn ihr in einer grösseren Stadt lebt: wendet euch an die Ambulanz der ansässigen Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort wird Diagnostik angeboten.
Eine Erziehungs- oder Familienberatungsstelle ist für andere Probleme sinnvoll bzw. könnte gegebenfalls nach einer Diagnostik angeraten werden.
Lg, w37
 
G

Gast

  • #7
Ich entdecke da einige Parallelen zu meiner Kindheit.

Als Kind habe ich auch viel mit mir selbst gesprochen, weil ich von meinen Eltern (insbesondere von meinem Vater) kein Verständnis bekam, stattdessen bekam ich Ärger, weil ich nicht so funktionierte, wie er sich das vorgestellt hat, wurde ständig ermahnt und zurecht gewiesen.

Ich finde es traurig, dass Du Dich für Deine Tochter schämst. Geh bitte zu einer Beratungsstelle mit Deinem Kind.

w
 
  • #8
Was ich immer mehr in den letzten Jahren beobachte, ist das Eltern ein Kind bekommen und das muss perfekt sein. Es muss lieb, nett und anständig sein. Das Kind wirt von den Eltern getritzt, gedrillt, von einem Kurs zum anderem geschleppt, es muss das können und dies u.s.w. Vielen Kinder wird die Kindheit genommen, sie dürfen nicht Kind sein, werden zur Perfektion genötigt und als ein Sachgegenstand behandelt.

Ich sage jetzt nicht, dass es bei euch so der Fall ist aber dir ist dein Kind peinlich.

Ob bei deiner Tochter eine geistige- oder körperlichen Störungen vorliegt, ist fraglich oder ob da was in der Erziehung schiff gelaufen ist und zwar mächtig schiff. Such dir wirklich ganz dringen Hilfe für dein Kind, denn es geht um ihr Leben, es sollte nicht ganz verkorkst enden.
 
G

Gast

  • #9
Ich bin die TE.

Danke für eure Rückmeldungen.
Natürlich hat es mich getroffen zu lesen, dass wohl in der Erziehung vieles schief gelaufen ist.
Es ist mit Sicherheit so, dass wir zu hohe Erwartungen an unsere Tochter haben. Vor allem mein Mann, der ein Karrieremensch ist.
Ich hingegen habe ihr wohl von Anfang an nicht die Liebe gegeben die sie braucht, weil sie zum einen kein Wunschkind war und zum anderen auch ich bei meinen Eltern nie Anerkennung und Geborgenheit fand.

Ich möchte mich nicht verteidigen, aber ich hatte auch immer ein Problem damit, dass unsere Tochter schon von klein auf ein Sorgenkind war.
Sie war zwar pflegeleicht und schrie kaum, wollte aber einfach nicht laufen lernen. Die Kinderärztin beruhigte uns und wir waren erleichtert, als sie es mit über eineinhalb Jahren dann doch schaffte. Aber kaum konnte sie laufen, stolperte sie immer wieder und fiel dabei auf den Mund. Selbst wenn sie an meiner Hand ging.
Kurz vor der Einschulung lernte sie Radfahren und schlug sich eine Woche später die Frontzähne aus. Seitdem hatte sie zahlreiche weitere Sürze, nachdem sie sich eine Weile gar nicht mehr aufs Rad getraut hatte. Auch wieder ein Punkt, womit andere Kinder sie aufzogen.
Dazu ihre schulischen Probleme, obwohl mein Mann und ich oft mit ihr Hausaufgaben machen.
Sie ist gut in Rechtschreibung und Kopfrechnen, kann aber die einfachsten Textaufgaben nicht lösen, weil sie nicht versteht, was da gefordert wird.

Wegen ihres seltsamen Verhaltens - Schüchternheit und andererseits Stören im Unterricht und Taktlosigkeit - eckt sie immer wieder mit ihrer Klassenlehrerin und den Mitschülern an.

Vermutlich wäre ein Gang zum Kinderpsychologen sinnvoll, denn natürlich wollen wir das beste für unser Kind.
 
G

Gast

  • #10
Klingt alles eher nach körperlichen als nach seelischen Leiden. ADS, Gleichgewichtsstörungen (Ohren?), Gehirn.
 
G

Gast

  • #11
Ich möchte dir als erfahrene Mutter mal ein paar Ratschläge geben. Ich habe selber 3 Kinder groß gezogen, und aus allen ist etwas geworden!
Mein ältester Sohn ist heute 27 Jahre; vor 2 Jahren hat er sein Studium der Physik an der Universität mit großem Glanz abgeschlossen, und nun hat er eine Arbeit, bei der er mehr verdient als ich (und ich verdiene erheblich mehr als durchschnittlich). Zudem hat er viele Freunde und rundum ein gutes Leben.
Nun, mein Sohn redete mit fast 4 Jahren fast kein Wort. Fahrradfahren, Rollschuhfahren, Sport und Bewegung ließen auf motorische Störungen schließen. In der Schule war Rechtschreibung zunächst ein Problem. Sozial war er eher ein Außenseiter. Jedoch zeichnete er wunderbar und systematisch, lauter technische Dinge wie Stadtpläne, Autos, Schiffe und Flugzeuge.
Als er klein war, dachte ich, dass ich wohl froh sein müsste, wenn dieser Sohn den Hauptschulabschluss gebacken bekäme. Und natürlich habe ich professionelle Hilfe gesucht; ein Gebrechen oder eine Behinderung konnte nicht festgestellt werden.
Was kein Mensch ahnte, war, dass dieser Sohn sehr technisch-mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert war. Lange Zeit war diese Hochbegabung nicht deutlich, bis sie sozusagen explosiv herausbrach und alle Ängste zunichte machte.
Liebe FS - die Symptome, die du beschreibst: motorische Ungeschicklichkeit, die "schiefen" Situationen, die Liebenswürdigkeit und die Schüchternheit geben mir den Verdacht, dass deine Tochter zwar vielleicht nicht ein 0-8-15 Mensch ist, aber etwas in sich tragen könnte, das nur herausgekitzelt werden kann. Vielleicht ADHD/ADHS oder eine Variante davon? Menschen mit ADHS/ADHD können viel leisten; es ist nicht nur eine Behinderung! Es ist natürlich schwer, aus der Distanz etwas Genaueres zu diagnostizieren.
Auf jeden Fall gib ihr die emotionale Sicherheit, dass du an sie glaubst, ihre Stärken kennst, solidarisch mit ihr bist, sie liebst. Damit gibst du ihr die Sicherheit, dass sie dir zeigen kann, was alles in ihr steckt. Wer weiß - vielleicht steckt deine Tochter dich eines Tages (wie mein ältester Sohn) in die Tasche mit all ihren Begabungen und Fähigkeiten.
 
  • #12
TE ich bekomme einen kleinen Schock wenn ich das lese, was du schreibst.

Ein Kind was mit einem Jahr nicht laufen kann, ist doch kein Sorgenkind. Vielleicht wollte sie nicht laufen, weil sie Zuwendung haben wollte. Und ein Kind das nicht laufen kann, wird getragen. Was bei ihr wohl nicht oft vorkam. Ein Kind brauch Liebe von seinen Eltern und zwar bedingungslose Liebe. Zwischen der Geburt und dem drittem Lebensjahr entsteht bei einem Menschen das Urvertrauen, das ist wichtig für das eigene Selbstwertgefühl, für das eigene Ich -Empfinden, für die eigene Wahrnehmung. Dieses Urvertrauen wird durch die Liebe eines Erwachsenen zum Kind gebildet.

Das Problem ist, wie du schon selber schreibst, haben deine Eltern bei dir den selben Fehler gemacht. Es ist sehr schwer etwas weiter zugeben, was man selber nie erfahren hat.

Also ADS oder ADHS ist keine dauer Lösung und nicht für alles eine Erklärung UND vor allem nicht jedes dritte Kind hat es, was nicht genug Liebe in seinem Leben erfahren hat. Denn ich habe diese Diagnose. Und natürlich sollte die TE alle Möglichkeiten überprüfen aber so wie sie hier schreibt und vor allem die Beziehung zu ihrem Kind. Da braucht man kein ADHS um als Kind einen Knacks zuhaben.

Die TE sollte lieber eine Eltern Kind -Therapie in Erwägung ziehen und keine Medikamente die auf dem BTM stehen und ich bekomme das Medikament (wenn ein Mensch wirklich ADHS hat, ist er hilfreich aber auch nur dann).

TE such dir wirklich einen sehr guten Kinderpsychologie, der auf Eltern Kind -Bindungen spezialisiert ist und der mit euch allen dreien das aufarbeiten kann, was in eurer Beziehung schief gelaufen ist. Und wenn es am Ende doch ADHS ist oder was anderes in die Richtung, dann ist das okay aber es ist keine Diagnose wo man alles drauf schieben kann. Vor allem nicht wenn man als Eltern versagt hat.
 
G

Gast

  • #13
Wichtigster Punkt: Glaubst du, deine Tochter ist glücklich? Wenn ja, dann lass sie sich in ihrem Tempo nach ihrer Art entwickeln. Wenn nein, dann schau, dass du sie mal dem Kinderarzt vorstellst.
Ist es vielleicht eher so, dass sie so gar nicht deinen Erwartungen und Vorstellungen entspricht, die du hegst? Sie hat doch ein Recht darauf, anders zu sein, weniger pfiffig, langsamer, sonderbarer - oder etwa nicht? Was heißt normal? Der Norm entsprechend. Und wer nicht der Norm entspricht? Moment, da waren wir doch schon mal von einigen Jahrzehnten - grausiger gehts nicht.
Ich denke, du solltest erst mal an dir arbeiten. Schokoküsse in die Haare anderer Mädchen schmieren ist nicht nett, aber so what? Dann ist sie eben nicht nett. Aber es ist auch kein Verhalten, das gleich nach Therapie schreit. Eltern sollten aufhören, ihre Kinder nach ihren Vorstellungen zu verbiegen. Jedes Kind ist gut so, wie es ist, auch wenn es komplett aus dem Rahmen fällt. Du kannst deine Tochter unterstützen, wenn sie das möchte und signalisiert, dass sie Hilfe braucht. Ansonsten lass sie um Gottes willen eine glückliche Hauptschülerin werden!!! Es mag wehtung, sich von Hoffnungen zu verabschieden, aber liebst du dein Kind deshalb weniger?
 
G

Gast

  • #14
Ich habe mit ADS o.ä. keine Erfahrungen, vieles, was Du berichtest, Fragestellerin, kann auch nach einer Autismus-Spektrum-Störung klingen. (Damit habe ich sehr wohl Erfahrungen, vom Umgang mit solchen Kindern.) Dies ist eine seelische Beeinträchtung.

Diese äußern sich sehr vielfältig und werden selten von 'normalen' Kinderärzten erkannt. Ein guter Kinderpsychologe kann mehr erkennen und es gibt vielfältige Hilfestellungen. Eine davon auch eine Therapie, gezielt um die motorischen Fähigkeiten zu verbessern.
Die Diagnostik bei einem Psychologen und anschließende Therapie in Zusammenarbeit mit der Schule, kann sehr hilfreich sein, da Deine Tochter entsprechend ihrer Bedürfnisse gezielt gefördert werden kann.

Ansonsten, Fragestellerin, ist es Zeit, Dein Kind als den Menschen anzunehmen, der sie ist. Sie ist nicht peinlich, nur anders, ein junger Mensch, der gezielte Hilfe und nicht einfach ein 'hintrimmen' in Richtung irgend welcher Fähigkeiten braucht.
 
G

Gast

  • #15
Ich habe Drillinge. Ein Kind konnte mit 1,5 Jahren noch nicht laufen. Ein Kind schaute mich nie an, schrie, wenn ich ihn hielt und schlief voller Glück als Baby, wenn ich ihn in Ruhe liess. Ein Kind konnte mit 2 Jahren nicht hören. Meine Tochter war als Kleinkind gemein zu Babies. Ein Sohn liess sich dauernd von anderen verhauen, der Andere verhaute immer die anderen Kinder. Ein Kind war sehr ungeschickt, wollte nicht radfahren, klettern, schaukeln. Ein Kind kletterte immer hoch und gefährlich, hatte nie Angst. Einer war der Rowdy in der Klasse, der andere der Clown, die Dritte sagte nie ein Wort in der Schule.
Alle machen jetzt Abitur. Gesund. Sozial. Nette junge Menschen.
Dein Kind ist nicht merkwürdig. Wahrscheinlich weder ADS noch Hochbegabt. Einfach ein Kind. Punkt.
Und Du sei einfach eine Mutter. Wenn Du Dein Kind nicht akzeptierst, wer dann?
w47
 
G

Gast

  • #16
Also ich halte 99% des Verhaltens Deiner Tochter für völlig normal. Das ist ein Kind mit stärken und schwächen und das auch mal Probleme macht, Streiche, Dummheiten, Provokationen etc.
Und wenn Dir eine Mohrenkopfschlacht schon wirklich peinlich ist, dann ........versteh ich nix mehr.
m auch Vater
 
G

Gast

  • #17
Die Beiträge #14 und #15 finde ich problematisch, da allzu verharmlosend und beschwichtigend
Was die FS über ihre Tochter schreibt ist, in der Häufung, ungewöhnlich.

Auf jeden Fall würde ich eine Beratungsstelle aufsuchen.
Wenn dann wirklich der Besuch bei einem Kinderpsychologen angeraten sein sollte, wird man das dort schon sagen.

Aber die Sache einfach abtun mit Sprüchen wie "Sie ist eben ein Kind" und "Das ist alles ganz normal und harmlos", das finde ich ein bisschen blauäugig. Und verantwortungslos.
 
G

Gast

  • #18
Liebe FS
Ich muss gerade etwas schmunzeln, da ich mich in Deiner Tochter absolut wieder erkenne! Ich wurde zuerst als typische ADSlerin diagnostiziert, was ich aber nicht bin. Wahrscheinlich kennst Du den Ausdruck "HSP" nicht? Das heisst eigentlich nur, dass "unsere" Nervenbahnen im Hirn stärker verknüpft sind, wir also nicht gut filtern können, was schneller zu einer Überflutung und z.B. einem Wutausbruch führen kann. Google doch mal unter "Zart besaitet". Was Eure Tochter vor allem braucht ist gaaaaaanz viel Liebe, Vertrauen in sie, Lob und Schutz. Bitte, bitte nicht schämen für sie! Mir hat Homöopathie, Shiatsu und eine kohlenhydratarme Ernährung sehr geholfen. Natürlich braucht es zuerst eine gründliche ärztliche Untersuchung, ob nicht körperliche Ursachen vorliegen, aber mit dem Loben und Druck weg nehmen könntet ihr ja schon mal anfangen ;-)
Zur Beruhigung: Ich bin promovierte Akademikerin und mein grosses Einfühlungsvermögen und meine Empathie werden sehr geschätzt!
 
G

Gast

  • #19
Liebe Fragestellerin!

Ich bin 29 Jahre habe selbst 2 Kinder, und (wenn ich Ihre Zeilen lese, lese ich mein Verhalten in diesem Alter)! Ich bin auch von einer Real- auf die Hauptschule gerutscht und möchte Ihnen lieber nicht alles erläutern, wie es mit mir massiv bergab ging! Mit 14 Jahren bekam ich eine Angststörung mit 22 Jahren schwere Depppressionen und die richtige Diagnose hat Jahre gedauert! Ich bin eine erwachsene Frau, die im Kind- und - Jugendalter an ADHS gelitten hat. Jedem ist aufgefallen das ich andres bin aber keiner hat sich darum gekümmert, wieso, warum, weshalb. Leider habe ich die eine oder andere Macke immer noch ...
Selbstgespräche, sind vorm Spiegel normal in der Pubertät, das steigert das Selbstvertrauen tut man dies einfach so ist das eine reine Selbstschutzfunktion vom Gehirn, was sich versucht in Takt zu halten auf Deutsch, dass man nicht verblödet!

Was bei Ihrer Tochter ganz wichtig ist, ist ein Behütetes zu Hause ...
Einen Arzt aufsuchen kann nicht schaden lieber einmal mehr als einmal zu wenig ...

Alles Gute
 
G

Gast

  • #20
Vllt fehlt deiner tochter etwas, schon länger und das führt zu einer wut die sie in sicht hegt und die durch so manche verhaltensweisen oder verbal nach aussen tritt. Ich würde zum psychiater gehen (wg medi) und sie da testen lassen. Kann auch sein, dass es mehr ist als paar missachtete erziehungsregeln, vllt auch erblich bedingtes.

Jedenfalls würde ich auch das verhalten gegenüber mitmenschen genauer betrachten. Mir scheint sie hat kein gutes bild von menschen mitbekommen.

Noch etwas: selbst wenn wir unseren kindern jeden tag einmal sagen wie toll sie sind, besteht die möglichkeit, dass sie noch immer an sich zweifeln- stichwort selbstvertrauen. Bitte unterstreicht ihr andersartigkeit nicht, das macht es nur noch viel schlimmer.

Sie braucht eher liebe und akzeptanz als zurechtweisung.. Gerade wg banalitäten wie das essen. Mit einem so belasteten kleinen menschen würd ich doch keine solchen worte austauschen. Lass sie essen wie sie moechte. Was sollen diese gesetze das essen betreffend. Sie müssen so essen, wie sie sich fühlen. selbst wenn sie spielt, beachte es nicht groß. Es geht hier nur um die seele. Sie ist unglücklich, zuspruch, zuneigung unterstreichen und parallel versch. Ärzte ! Analysieren lassen. Das ist nicht natürlich. Aber das ist okay (!!). Beratungsstelle ist fehl am platz. Mind psychologe.
Alles liebe
 
G

Gast

  • #21
Dein Text gibt nicht genug her, um viel sagen zu können, es kann vieles sein. Normals ist es nicht und ein Psychiater ist ratsam. Im Falle einer Störung den Kopf betreffend, kann er auch zum Neurologen überweisen. Es ist so, das muss nicht charakterliche Ursachen haben, es kann auch vom Kopf aus gesteuert sein. Das passiert schon sehr früh, zB wie waren die Gewohnheiten deines Babys, wenn es Milch bekam? Ein Kind, das nicht ordentlich mit der Nahrungsaufnahme konfrontiert wird (zB permanentes Spucken etc), trägt zu 100% einen Schaden davon.

Schüchternheit ist keine Tugend, sondern ein Problem. Einem schüchternen Menschen hat man beigebracht, wie er nach aussen hin wirken soll, was er zu sagen und zu tun hat: Das Selbstvertrauen ist gering und er hält sich lieber zurück; sieht sich als minderwertiger an, als seine Umgebung. Er soll sozusagen alles mögliche sein, aber bitte nicht er selbst.

Der zweite Grund für zurückhaltendes Verhalten kann sein, dass dieser Mensch einfach nicht an seinen Mitmenschen interessiert ist, so einfach ist das. Weder an euren Gesprächen, noch an eurem Aussehen.

Dir scheint es ja auch sehr wichtig zu sein, was andere von dir und deiner Familie halten, anstatt dir zu 100% nur Sorgen um deine Tochter zu machen. Dabei ist es völlig egal. Menschen sind fehlerhaft, das ist der Kern.

Seid authentisch und setzt euren Kindern keine Masken auf. Das macht sie nur kaputt.
 
  • #22
Mütter freuen sich, wenn ihre Kinder "pflegeleicht" sind. Also brav, folgsam, zuverlässig, Disziplin, nicht schwierig, nicht übermäßig anstrengend, usw.
Aber wie ist das aus der Sicht des Kindes ?

Ich meine bezügl. Kinder:"Lieber laut und frech, als leise und still" - auch wenn es anstrengender ist.
Denn dieses Selbstbewußtsein für "laut und frech", und die darauf bauende weitere Entwicklung des Kindes,
kann auch später für das Kind von großem Vorteil sein. Anstatt sein Leben lang m.o.w. "leise und still".

Kinder dürfen schon "pflegeleicht" sein - aber bitte nicht "zuviel".
 
G

Gast

  • #23
Hallo FS,

auf welche Schule dein Kind kommt, kannst du selber entscheiden. Viele Lehrer sind damit überfordert und überweisen sehr schnell auf die Hauptschule oder die Sonderschule. Das sind die gängigen Praktiken, nach denen sie sich richten.

Die Problematik in deinem Fall besteht darin, dass du deine eigenen Probleme auf deine Tochter überträgst. In deinem Fall halte ich es für angemessen, dass nicht nur deine Tochter eine kindgerechte Therapie macht, sondern, dass auch du dich in eine Gesprächstherapie begibst, um über das zu reden, was dich so an deiner Tochter irritiert.

Deine Tochter könnte zu einer Therapeutin gehen, die eine analytische Ausbildung genossen hat (Freud/Jung, vor allen Dingen Anna Freud), damit sie (die Therapeutin) die Zusammenhänge in der Triangulierung zwischen dir deiner Tochter und deinem Mann erkennt.
Zusätzlich kann sie eine Maltherapie machen oder ein Musikinstrument lernen, damit sie ihre Energie fokussiert.

Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Es wird nicht leicht sein so eine hochqualifizierte Kindertherapeutin zu finden. Aber du musst auch was für dich selber tun, damit du lernst dein Verhalten gegenüber deiner Tochter zu reflektieren. Du sagst du schämst dich, aber sicher nicht wegen deiner Tochter.

In einer Gesprächstherapie kannst du herausfinden wieso du dich wirklich schämst, was dir wirklich peinlich ist. Das hat was mit dir zu tun, mit dir persönlich. Übertrag das besser nicht auf deine Tochter.
Das spüren Kinder und verhalten sich dann entsprechend, weil sie es der Mutter recht machen wollen. Deine Tochter spürt, dass sie deine Erwartungen nicht erfüllt, was sie verzweifeln lässt.

Mach also was für dich und dann für deine Tochter.

Was ist eigentlich mit deinem Mann? Der hält sich ja anscheinend sehr vornehm aus dem ganzen raus. Bezieh ihn auf jeden Fall mit ein. Als Vater muss er seine Pflichten erfüllen! Das kann er nicht nur auf dich abwälzen.
Viel Glück
w 39
 
G

Gast

  • #24
Hier noch mal die TE:

Danke für die weiteren Rückmeldungen.

Glaubt mir, ich habe oft ein schlechtes Gewissen, weil ich meine, dass Fehler in der Erziehung zur "Verhaltensstörung" unserer Tochter geführt haben könnten.
Manchmal denke ich sogar, dass sie schon als Kleinkind absichtlich so pflegeleicht und so stark auf sich bezogen war. Vielleicht hat sie gespürt, dass mein Mann und ich mit uns selbst und unserer Ehe genug zu kämpfen hatten.
Es tat mir leid mitanzusehen, dass sie im Kindergarten um die Gunst anderer Kinder rang, indem sie dort Süßigkeiten verteilte, die sie aus ihrem Kaufladen zu Hause mitnahm. Doch schon da wollte man sie nicht dabei haben. Auch meine Versuche, Kontakte zu Nachbarskindern zu knüpfen scheiterten.

Erschreckend war für mich, dass sie zu uns beiden nie einen richtigen Bezug aufbaute.
Sie schien nie das Bedürfnis zu haben zu kuscheln. Kam nur zu uns ins Bett, wenn ihr schlecht war.
Als ich mal nach einer Auseinandersetzung mit meinem Mann weinte und meine Tochter das sah, kam sie nicht um mich zu trösten. Sie wirkte eher befremdet und hilflos.
Wenn ich sie mal auf den Arm nahm, vor allem um sie aus der Badewanne zu holen, machte sie sich ganz steif.
Ich habe oft das Gefühl, dass sie uns und vor allem mich nicht liebt.

Trotzdem habe ich schon daran gedacht, dass bei ihr so etwas wie ADS vorliegen könnte.
Denn sie ist ja auch extrem verträumt. Manchmal ist sie so in ihrer eigenen Welt versunken, dass sie um sich herum nichts mehr wahrnimmt.
Einmal vergaß ich das Essen auf dem Herd. Meine Tochter saß mit einem Buch in der Küche. Sie nahm weder den verbrannten Geruch noch den Qualm wahr! War völlig überrascht, als ich aufgeregt in die Küche stürzte.
Auch ist sie furchtbar langsam. Sie braucht für alles extrem lange.

Somit wäre es wohl auch eine Möglichkeit, mit ihr mal einen Psychotherapeuten aufzusuchen, der sich mit ADS auskennt.
Wobei ich nicht von unseren Fehlern als Eltern ablenken möchte.
 
G

Gast

  • #25
Also: meine Freundin arbeitet in einer Frühförderstelle, in der sie auch solche Kinder hat, wie du deines schilderst. Als ich das gelesen habe, musste ich unwillkürlich an einen Fall von ihr denken (und zur Beruhigung aller Leser: sie nennt weder Namen noch andere persönliche Einzelheiten ihrer Fälle), der fast genau so gelagert gewesen ist. Sie hat mir dann erzählt, was sie mit dem Kind und seinen Eltern gemacht hat. Vor allem hat sie den Eltern nachdrücklich klar gemacht, dass sie ihr Kind so annehmen sollen wie es ist. Sachen zulassen und akzeptieren, dass es sich in Einzelheiten - zum Glück - von anderen unterscheidet. Das war ganz offensichtlich die schwierigste Übung an der ganzen Geschichte.
Gleichzeitig ist sie hergegangen und hat nach den Stärken des Kindes geschaut und ihm das Gefühl gegeben, dass es gut ist so wie es ist. Mit dieser von ihr vermittelten Sicherheit hat sich das Kind mit der Zeit ganz anders benommen. Natürlich ist das nichst, was von heute auf morgen funktioniert. Es ist ein längerer Prozess, der sich aber durchaus lohnt - für alle Beteiligten.
Was mir jedoch etwas Kopfschmerzen bereitet ist deine Schilderung des permanenten Hinfallens. Hier kann es durchaus hilfreich sein, wenn du einen Neurologen noch einmal genauer hinschauen lässt.
Ansonsten wünsche ich dir gute Nerven und vor allem, dass du es schaffst, dass auch dein Mann euer Kind als das nimmt was es ist: ein wertvoller Mensch.
w/46
 
G

Gast

  • #26
Also...

Sie kann Stimmungen schwer wahrnehmen (wenn sie herumalbert)
Sie reagiert abwehrend auf Berührungen (steif werden)
Emotionalen Äußerungen wie weinen steht sie gleichgültig/hilflos gegenüber
Sie führt Selbstgespräche
Soziale Kontakte zu knüpfen oder aufrecht zu erhalten fällt ihr schwer (Mohrenkopf)
Der Kontaktaufbau ist nicht angemessen (Süßigkeiten, aber auch Situation mit deiner Tante)
Eigene Emotionsäußerungen sind evtl. unangemessen (Bezeichnung des Onkels)
Sie beschäftigt sich viel allein
Ihre Sprachentwicklung war verzögert
Kognitiv eher (unterer) Durchschnitt
Begrifflichkeiten fallen ihr schwer (Meer-Baggerloch)

... hast du dich mal über frühkindlichen Autismus informiert? Nein, keine Ferndiagnose. Aber einige Dinge weisen auf autistische Züge durchaus hin.

Mein Rat: wende dich an einen Kinderpsychologen.
Und vor allem: nehmt eure Tochter an, wie sie ist. Sie ist nicht schrecklich und peinlich. Sie ist anders. Akzeptiert das.
 
  • #27
Deine Tochter ist eher introvertiert und verträumt aber trotzdem völlig normal. Ich bin mir sicher, es schlummert ein Talent in ihr. Versuche es doch mal mit einer Theatergruppe, dem Lernen eines Instrumentes oder fördere ihr womöglich zeichnerisches Talent. Sie scheint auf jeden Fall eine eigenwillige Persönlichkeit zu sein. Für mich klingt das alles so, als ob sie sich durchaus eine Menge Gedanken zu den Dingen der Welt macht - die aber nicht unbedingt konform gehen mit dem, was Du darüber denkst.
Ermuntere Sie doch, sich Geschichten auszudenken und dazu Bilder zu malen und Texte zu schreiben.

Ich glaube, das ist eine kleine Kreative.
 
G

Gast

  • #28
Manche Beiträge hier erschrecken mich zutiefst.
Deine Tochter, liebe Fragestellerin, ist nicht völlig normal, eine kleine Kreative und einfach nur ein Kind, sie braucht DRINGEND Hilfe.

Und ihr, die Eltern auch.

Nein, ich will euch überhaupt keine Angst machen. Man kann ihr helfen, man kann euch allen helfen. Aber dazu müsst ihr was unternehmen und euch nicht einreden lassen, alles wäre völlig in Ordnung. Ist es nicht. Gar nicht. Ich bin verwundert, beunruhigt und erschrocken über soviel Ignoranz.
 
G

Gast

  • #29
Schon beim ersten Lesen deiner Frage war mein Gedanke : es ist nicht "normal" das Verhalten.
Ich stelle keine Diagnose, aber diese vielen Puzzleteile geben ein beunruhigendes Bild ab.
Ich würde mit ihr schon längst zu einem Kinderpsychologen , sogar zu einem Psychiater gehen, der eine fachliche Diagnose UND Therapievorschläge erstellen muss.
Mit meinem beruflichen Wissen würde ich auch auf eine Art des Autismus tippen. Aber wie gesagt, bin Heilpädagogin, keine Psychiaterin und es ist nur meine Vermutung.
Um Zweifel auszuräumen und deiner Tochter und auch euch als Eltern helfen zu können, ist ein Gang zu einem Fachmann unumgänglich.
Lass keine Zeit verstreichen. Sie braucht Hilfe.

Alles Verharmlosen und von "Kreativität" sprechen empfinde ich als verantwortungslos .Es geht nicht um ein Problem zu finden, wo es keins ist, sondern um ein Problem zu lösen, oder zu mildern, wo das offensichtlich grob vernachlässigt wurde.

Jetzt schau nach vorne und mach dir keine Vorwürfe .Das bringt jetzt nichts. Mach heute noch einen Termin ab, dränge , warte nicht 3 Monate. Es ist sehr gut, dass es dir auffällt du beunruhigt bist. Jede Mutter hat das richtige Gefühl, wenn es um ihr Kind geht. Und du selbst weißt es, es ist nicht "normal" , das Verhalten deiner Tochter, ohne es als schlecht und peinlich zu sehen. Deine Gefühle verstehe ich vollkommen, weil man sich ein gesundes Kind wünscht und man erst die Wirklichkeit realisieren, annehmen und bejahen muss. Ohne davor wegzulaufen, sondern zu handeln. Für deine Tochter und eure Familie.
Alles Gute dir und ihr. Liebe sie und hilf ihr. Wenn du weißt, was die Störung ist ( vielleicht ist es ja keine...), wirst du sie lieben und annehmen können, ohne sich zu schämen. Wenn sie einfach andere Erziehungsmethoden braucht, wird sie auch davon profitieren. Nimm es ernst.
 
G

Gast

  • #30
Wenn Deine Tochter anormal ist sind 20 % der Kinder anormal.
Deine Tochter ist etwas anders, aber durchaus im Rahmen des "normalen"
Mach Dir keine Sorgen, aber behüte sie. Schimpf nicht sondern drück sie fest an Dich.
Versuche sie zu verstehen. Mein Sohn ist Autist, ich habe 20 jahre gebraucht, ihn zu verstehen bis dass ich durch eine drittperson aufmerksam gemacht wurde dass mein Sohn Asperger hat. Ich wollte, ich könnte die Zeit zurückdrehen, denn die ganze Kindheit über habe ich nur geschimpft weil er sich nicht "benehmen" konnte.
Deine Tochter braucht Zeit, Liebe und Verst¨ndnis, und kein Psychologe der welt kann ihr das geben.