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Gast

  • #1

Meine Tochter fühlt sich von ihrem Vater vernachlässigt. wie soll ich mich verhalten?

Ich bin seit 6 Jahren alleinerziehend und von meinem Mann seit 2 Jahren geschieden. Unsere gemeinsame Tochter ist mittlerweile 5 Jahre alt. bisher war mein Ex-Mann ein relativ guter Vater und hat sich Mühe gegeben trotz unserer Trennung ein gutes Verhältnis zu unserer Tochter zu haben. doch seit einigen Monaten hat er eine neue Freundin. Ich denke, sie ist der Grund, warum die Zeit für unserer Tochter immer knapper wird. Immer häufiger fallen die versprochenen Vater-Tochter-Wochenenden kurzfristig aus. Meine Tochter macht das sehr traurig und sie fühlt sich vernachlässigt. Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll und wie ich es ihr erklären kann...
 
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Gast

  • #2
Ich denke mal, du solltest IHM ganz ordentlich die Leviten lesen. Er hat nunmal ein Kind und kann nicht so frei agieren wie es ihm Spaß macht. Wenn sich das nich ändert würde ich ihm auh klar ein Ultimatum stellen: Entweder er hat an den vereinbarten Wochenenden Zeit oder er braucht garnicht mehr anzukommen. Ich denke kaum etwas ist für ein Kind verstörender als ein unzuverlässiger Elternteil.
Falls es Lippenbekenntnissen bleibt, kann man noch versuchen, die "Absage" garnicht selber entgegen zu nehmen. Soll er das seiner Tochter selber erklären, warum er sie versetzt. Das wird ihm wohl ziemlich schwer fallen und wenn er das trotzdem so durchzieht, wird eure Tochter irgendwann von selbst nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.

die Alternativen sind vllt. nicht schön, aber immernoch besser als wenn du jedesmal die Hiobsbotschaft überbringen mußt.
 
  • #3
ihr habt euch gegen ein familien leben entschieden also jammert jetzt nicht. klar ist seine neue freundin jetzt erst mal wichtiger, er muss jetzt wo er allein ist erst mal schauen, das er sein leben auf die reihe bekommt und glücklich ist. Erst dann kann er auch andere glücklich machen.

was hat deine tochter von einem vater mit singeldepressionen, der nicht zufrieden ist mit seinem leben.... genau nichts! also akzeptiere sein neues leben und erkläre deiner tochter warum ihr euch habt scheiden lassen. Den umstand habt ihr beide verursacht und die kleine muss es ausbaden.
 
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Gast

  • #4
@Thomas: Das kann ich (#1) beim besten Willen nicht nachvollziehen. Das die Beziehung nicht geklappt hat ist eine Sahe und sicher so schon schwer genug für das Kind. Von der Bezeihung zu seinem Kind kann man sich aber nicht lösen oder sie zeitweilig auf Eis legen, wie man es vllt. noch mit guten Freunden kann. Ich würde lieber im (Gefühls-)Chaos untergehen wollen als meinem Kind auch nur den geringsten Hauch Zuneigung zu entziehen.
 
  • #5
#3 und in dieses gefühlschaos würdest du dein kind dann mit reinziehen. es hätte dann vielleicht sogar noch schuldgefühle weil du ja wegen dem kind nicht glücklich sein kannst. Es ist ja auch nicht auf eisgelegt, es hat ja die mutter, mit der der vater wahrscheinlich ärger bekommen würde wenn er zu oft auf der matte steht und dem kind seine volle zuneigung geben wollte.
Man kann eben nicht alles haben entweder man lebt zusammen oder man ist getrennt, beides hat seine vor und nachteile. Aber erst über die beziehung jammer weil sie nicht "klappt" wie man es sich vorstellt und dann über die trennung jammern weil sie nich "klappt" wie man es sich vorstellt. darüber muss man früher nachdenken.

die beziehung nicht klappt, halte ich für eine bequemlichleit sobald mal ein kind im spiel ist. es gibt nicht um sonst paar therapeuten, familien therapeuten usw.
irgendwie scheint mir die sitution zum regelfall zu werden und ich kann u. will mich nicht damit abfinden, dass eine "normale" familie heutzutage geschichte ist.

ich denke ganz ehrlich, die heutige gesellschaft leidet an 3 dingen 1. unrealistische erwartungen 2. mangelndes rollenverständnis 3. den einfachen ausweg ( niemand ist mehr gezwungen sich anzupassen, wenns nicht hinhaut einfach die notaustaste drücken nur irgendwer bleibt dabei immer auf der strecke)
das gilt für männer und frauen gleichermasen.
 
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Gast

  • #6
@Thomas (#4), ich (#1 & #3) stimme dir da vollkommen zu. Die normale Familie sollte die Regel und nicht die Ausnahme sein. Die Menschen sind dafür gemacht, für ihre Freiheit zu kämpfen und nicht, um wirklich frei zu sein; das bekommt ihnen nicht.
Ich will die gescheiterte Beziehung (vor allem mit Kind) auch nicht gutheißen, aber ich finde das kann kein Argument sein, sein Kind zu versetzen. Ich glaube, Kinder können mit einem traurigen oder schlecht gelaunten Vater der da ist mehr anfangen als mit einem, der einfach (mal wieder) mit Abwesenheit glänzt.
 
  • #7
Hm, interessante Diskussion! :))

Ich finde, man kann seiner Tochter schon erklären, daß der Vater eine neue Freundin hat und auch wieder gerne mit einem Partner zusammenleben würde. Ihr beide habt Euch ja, und sicherlich möchtet ihr beide ja auch nicht alleine leben. Und so sucht eben auch der Vater wieder jemanden, mit dem es Spaß bringt, jeden Tag zusammen zu frühstücken, zu essen und die Abende zu verbringen. Ich finde, dafür kann man schon Verständnis wecken und sollte auf keinen Fall gegen den Vater arbeiten. Selbstverständlich wäre auch der Vater gut beraten, dies seiner Tochter genauso zu erklären, denn das kann sie schon verstehen, wenn sie sich mal vorstellte, wie es wäre, einen Tag ganz alleine verbringen zu müssen! Wie schrecklich!

Auf der anderen Seite hat die Tochter natürlich schon ein Recht darauf, ihren Vater regelmäßig zu sehen und es sollte nur eine Übergangszeit so knappe Betreuung geben. Dem Vater würde ich schon klarmachen, daß man das dem Kind gegenüber schon sanft und positiv verkauft, dass er andererseits aber eben auch seine Wochenendtermine in der Regel einhalten sollte und seine Tochter ihm ja auch bestimmt am Herzen liegt.
 
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Gast

  • #8
Was ist das beste für ein Kind, wenn der Vater sich entscheidet, sich von seinem Kind zurückzuziehen?

Ich glaube, das ehrlichste, was man als betroffene Mutter machen kann, ist es, das Kind seinen Weg dazu Stück für Stück finden zu lassen. Als Mutter die volle Verantwortung für die Mutter-Kind-Beziehung übernehmen, dem Kind Geborgenheit und Rückendeckung schenken, und dem Vater die volle (!) Verantwortung für die Vater-Kind-Beziehung lassen. Du kannst als Mutter nicht den Vater ersetzen. Du kannst ihm nur aufrichtig den Raum einräumen, die Vater-Kind-Beziehung zu gestalten. Und er kann sie ja gar nicht nicht gestalten - er gestaltet auch bei Abwesenheit.

Meine Tochter war 10 Jahre (und meine Sohn 13), als wir uns getrennt haben, und nun ist meine Tochter 18 und hat von sich aus den Kontakt zu ihrem Vater, der sie immer wieder versetzt hat und an ihrer Entwicklung durch die Pubertät kaum Anteil hatte, abgebrochen. Es tut mir als Mutter Leid (im linguistischen Sinne - es tut mir ein Leid), und ich akzeptiere es und stehe auch nicht für Vermittlungsversuche zur Verfügung - die der Vater jetzt von mir erwartet. Denn so kann meine Tochter jetzt unverzerrt und aufrichtig sehen, was Sache ist, und hat die Chance, sich selbst zu positionieren. Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, auch unserer Kinder, im Laufe der Entwicklung beide Eltern als die Menschen wahr zu nehmen, die sie einfach sind, mit ihren guten und teils auch richtig schlechten Eigenschaften. Und jeder erntet am Ende des Tages, was er gesät hat ... .

Übrigens: Wir hatten eine wunderbare Zeit als beide Kids Teenies waren. Es war für mich alleine zwar sehr anstrengend, doch ich sehe heute zwei selbstbewusste Persönlichkeiten, die sich abgrenzen und sich einlassen können. Alles Liebe Dir (#1) und Deiner Tochter, viel Spass Euch beiden, ich wünsch Dir, dass Du ihr ein Vorbild an Tatkraft und Lebensfreude sein kannst - es kommt soviel zurück!
 
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Gast

  • #9
Îch finde es gibt hier keine Übergangsphase. Das ist nicht nur dem Kind gegenüber unverantwortlich sondern im Endeffekt auch der neuen Freundin gegenüber unfair, da ihr ein falsches Bild der Situation suggeriert wird. Sollte sich der Mann nach dieser sogenannten "Übergangszeit" wieder an die alten Regeln halten, wird die zuvor mit Aufmerksamkeit und Zeit verwöhnte Freundin das verständlicherweise wohl kaum nachvollziehen können. Ich finde da sollte der Mann im eigenen Interesse mit offenen Karten spielen, wenn ihn an seiner Tochter etwas liegt, sonst wird später ein normales Verhältnis zu seiner Tochter vielleicht durch die Eifersucht der Freundin verhindert. Aber die Tatsache, dass die Phase schon einige Monate andauert, kann schon darauf hindeuten, dass die Bindung zu seiner Tochter nachlässt und er eine Wandlung vom Vater zum bloßen Erzeuger durchläuft. Wenn das der Fall ist, ist zwar furchtbar traurig aber man kann da wohl kaum was machen.
Und ich finde es ist auch nicht deine Aufgabe für die Enttäuschungen, die deine Tochter durch ihren Vater erfährt, gerade zu stehen. Deshalb schließe ich mich dem Rat von # 1 an. Natürlich ist es wichtig die Situation dem Kind zu erklären. Aber 1. ist dahingehend auch der Vater gefordert und 2. dürfen wir nicht vergessen, dass ich sich um ein Kind handelt, dass erst 5 Jahre alt ist. Da kommt man mit Erklären nur bis zu einen bestimmten Punkt.

Bis zu einem gewissen Punkt sind Zugeständisse deinem Exmann gegenüber sicherlich möglich. Aber ich würde nicht im Traum darauf kommen deine Belange hier als Jammern abzutun. Denn es liegt auf der Hand, dass dein Exmann, indem er bereits vereinbarte Treffen kurzfristig absagt, ein für einen erwachsenen Mann absolut inakzeptables Verhalten hinlegt. Er hätte ja mit dir sprechen können, uman die Situation angepasste neue Vereinbarungen zu treffen. Stattdessen versetzt er seine Tochter mutwillig. Daher hast du auch das Recht ihm das mit geeigneten Mitteln klarzumachen. Versuche aber zuerst sachlich zu bleiben. Vielleicht ist er ja einfach zu plump und merkt garnicht, was er eigentlich treibt. Ein Ultimatum sollte immer erst das allerallerletzte Mittel sein. Denn daraus kann auch großer Schaden entstehen.

Ich glaube kaum, dass hier von denen, die ihn in Schutz nehmen, einer auf die Idee kommen würde, dass dein Exmann vielleicht, wenn du mal jemanden kennen lernen solltest, sich dann im Umkehrschluss für eine "Übergangszeit" mehr engangieren sollte, damit du dir den gleichen Luxus herausnehmen kannst, den er jetzt genießt.

Bei all dem ist natürlich nicht zu vergessen, dass du als Lebensmittelpunkt immer den Großteil der Verantwortung schultern müssen wirst. Aber gerade das hat ja auch schöne Seiten. Ich hoffe für dich, dass das auch dementsprechend durch Liebe und schöne Zeiten mit deiner kleinen Familie belohnt werden wird. Daran solltest du vielleicht in solchen schwierigen Phasen denken.
Ich wünsch dir viel Glück und sei eine starke Frau!

Charlotte
 
A

Apollo

  • #10
Geh den Dingen auf den Grund. Leg dir zunächst nur diese zwei Fragen vor und wenn du Antworten auf sie bekommen hast, prüfe sie.

Fühlt sie sich vernaclässigt?
ODER
Ist sie vernachlässigt?

Alle weiteren Fragen sind erst dann zu stellen, wenn die Grundsatzfrage geklärt ist. Denn Fühlen ist etwas Subjektives und ist kein Garant für das tatsächliche Verhandensein von etwas.
 
G

Gast

  • #11
[Mod: Unzulässige Signatur entfernt. Bitte legen Sie sich einen Nick zu!]

Absprachen nicht einhalten geht ja mal garnicht...


Es ist immer problematisch für die Kinder wenn man sich trennt.
Dem sollte man sich bewusst sein bevor man Kinder zeugt.
Das Kind ist einfach am glücklichsten wenn beide Eltern zusammen sind, es gemeinsam aufziehen und ihm all ihre Liebe schenken.
Irgendwann trennt man sich heut zu Tage sehr leichtfertig und schadet in erster Linie den Kindern. Was dann versucht wird, ist immer das Beste draus zu machen.

Ich find es unfähr wenn man jetzt nur dem Man den schwarzen Peter zuschieben will.
Er ist auch ein Mensch und hat es genauso verdient wieder glücklich zu sein.
Ist es denn nicht toll das er erstmal schaut ob es was ernstes werden könnte mit der neuen Freundin OHNE gleich das Kind damit zu belasten?
Es gibt viele Fälle wo solch eine neue Partnerin ein echter Zugewinn für das Kind sein kann im zweiten Moment.

Wär denn nicht auch so manche Mutter froh, ab und zu die Kinder zum Partner geben zu können, um nicht doch noch den Traumprinzen da draussen zu finden?

Aber hat man dann jemanden gefunden, wann stellt man ihn/sie dem Kind vor?

Ich denke mal sowas in der Art wird ihm im Kopf rumschwirren ;-)
 
G

Gast

  • #12
Das kann man einem 5-jährigen Mädchen nicht erklären.
Was willst Du sagen ? "Der Papa hat eine neue Freundin. Mit der ist er lieber zusammen als mit Dir."
Das ist doch eine schlimme Verletzung für das Mädchen, das sich auf die Papa-Wochenenden freut.

Ich würde dem Vater ernsthaft in´s Gewissen reden und ihm klar machen, wie traurig seine Tochter ist, wenn er nicht kommt. Vielleicht rührt das sein Herz.
 
  • #13
Meine Meinung dazu: Es sind zwei Paar Schuhe: das eine ist die neue Partnerschaft des Mannes (die ihm gegönnt sei) und das andere sind die vereinbarten (!) Termine mit seiner Tochter.

Ich denke mal, das Wichtigste ist, daß man Termine und Treffen auch einhält, egal, wie oft sie stattfinden. Das Kind freut sich auf einen Tag mit Papi und dann fällt es kurz vorher flach. Das Kind ist zu recht enttäuscht. Also: wenn der Vater keine Zeit hat, dann lieber gar keinen Termin anberaumen als ihn kurzfristig platzen zu lassen. Daß die Treffen mit dem Vater seltener werden, merkt das Kind ohnehin, nur daß es sich bei den geplatzten Terminen gleich dazu noch unwichtig und abgeschoben vorkommt.
 
G

Gast

  • #14
Vielleicht sollte die FS (sich) mal genau hinterfragen ob es denn tatsächlich (nur) die neue Partnerin ihres Ex ist, die diese "Vernachlässigung" verursacht.
Ich könnte mir vorstellen, dass dort ganz viel verletzter Stolz und nachträgliche Eifersuchtsgefühle (jetzt nicht im Sinne von "Zurückhabenwollen" sondern eher "ihm soll es schlechter gehen als mir") eine Rolle spielen.

Meine Ex hat immer versucht mich so tief wie möglich zu verletzen.
Erst warmer Wechsel,
dann "bekam" ich die Kinder häufig damit sie Freizeit hat. ("Du musst [!] die Kinder einen Tag später bringen, ich bin mal spontan in Barcelona"),
im weiteren Verlauf nannte mich meine Tochter (3) plötzlich beim Vornamen (!?),
seit mein Großer (15) dann die "heile-Welt-Familie" nicht mehr ausgehalten hat und zu mir gezogen ist, wird mir der Umgang mit meiner Tochter verwehrt. Ich weiß nicht, was meine Ex ihr erzählt, könnte mir aber vorstellen, dass da auch so Sprüche wie "Dein Vater WILL Dich nicht sehen, er hat eine neue Freundin" kommen.

Also, immer schön Vorsichtig mit der Verurteilung der achsobösen Väter.

m44