• #1

Meine neue Partnerin hat Probleme mit meiner Tochter

Hallo zusammen,

ich bin seit etwa 3 Jahren getrennt und habe nach der Trennung recht schnell eine neue Partnerin gefunden. Meine beiden Kinder (Sohn 9 Jahre, Tochter 12 Jahre) kommen mit Ihr gut zurecht. Und mit Ihren Kindern auch. Ihre Kinder sind etwa im gleichen Alter.

Meine Tochter ist eher der ruhige Typ. Jedoch bedeutet das auch Schwierigkeiten. In letzter Zeit ist mir selbst aufgefallen das sie zu fast allem "Ja" sagt um anderen zu gefallen. Es gab auch mehrere Situationen wo sich die Aussagen von meiner Tochter widersprochen haben und ich habe auch schon versucht mit Ihr darüber zu reden. Leider habe ich das Gefühl das sich nichts dadurch verändert.

Meine "neue" Partnerin hat mit dem verhalt sehr große Schwierigkeiten. Dadurch Kriselt es in unserer Beziehung. Ich bekomme es nicht in den Griff und möchte Sie auf keinen Fall verlieren. Ich muß dazu sagen das meine Kinder alle 14 tage am WE bei mir sind und wir dann die Zeit zu sechst verbringen.

Kann mir jemand einen guten Tipp geben?
 
G

Ga_ui

  • #2
Was ist so schlimm an einem ruhigen Charakter und warum macht das Schwierigkeiten? Ich könnte mir vorstellen, sie möcht einfach nur ihre Ruhe und Diskussionen aus dem Weg gehen, wie viele Teenager. Ehrlich gesagt bevorzugen Erwachsene den selben Weg.

Die Frau nicht verlieren zu wollen und dafür die Schuld bei dem Charakter des eigenen Kindes zu suchen finde ich nicht richtig.

Deine Tochter ist 12 und keine 40! Also noch keine eigenständig entwickelte Persönlichkeit, selbstverständlich sagt sie zu allem ja. Was soll sie anderes tun?

Wenn Kinder sich schräg benehmen, ist der Erziehungsweg einfach falsch. Was ist die Frau für ein Charakter? Eventuell geht das der Tochter auf die Nerven. Und es ist ihr gutes Recht, eine eigene Meinung zu haben. Man muss nicht jeden mögen.
 
  • #3
Ich glaube, ich würde an deiner Stelle alleine etwas mit meinen Kindern machen, wenn du sie nur alle 14 Tage bei dir hast.

Deine Tochter kommt jetzt in die Pubertät. Da verändern sich die Kinder, fühlen sich selbst nicht so wohl, usw. (Meine Tochter ist 17 und es scheint langsam besser zu werden. Ja!).
Ich habe den Eindruck, dass Töchter sich in dieser Zeit besser mit den Vätern verstehen (und die Jungen mit der Mutter). Mein Mann hat sich also dann mehr mit meiner Tochter unterhalten, wenn es mit mir schwierig war. Nicht über Probleme, sondern über alles Mögliche.

Allgemein finde ich, dass Mädchen es untereinander ziemlich schwer haben (unter Jungs läuft das völlig anders ab), da sie oft nur zu Zweit unterwegs sind und zwischen diesen Freundschaften auch noch eine Konkurrenz besteht. Das ist schon ein ziemliches Gemoppe und Getrete. Vielleicht hat sich deine Tochter das "ja-Sagen" angewöhnt, weil es für sie eine Strategie ist, mit der sie glaubt, möglichst "ungeschoren" weiterzukommen. Versuch sie zu stärken, ihren eigenen Weg zu finden. Bei "alle 14 Tage" kannst du natürlich nicht sehr viel machen, aber einen Ausgleich schaffen.
 
  • #4
Ich verstehe nicht ganz,
Was ist so verkehrt daran der "ruhigere Typ" zu sein ?
Deine Partnerin ist erwachsen, hat selber Kinder und kommt mit dem Verhalten einer möglicherweise noch traurigen, in der Pupertät steckenden 14jährigen nicht klar, die vermutlich Eure Trennung noch garnicht verarbeitet hat ?
Deine Tochter verhält sich schliesslich nicht agressiv oder total gestört, ihr Verhalten deutet eher auf große Unsicherheit und fehlendes Selbstwertgefühl hin.
Vielleicht sieht sie auch Deine Partnerin als Konkurrenz zu ihrer Mutter, die sie liebt (wer wollte denn die Trennung) ?
Wie auch immer- ich denke, als erwachsene Partnerin sollte Deine Lebensgefährtin in der Lage sein, mit wohlwollender Geduld, Verständnis und Warmerzigkeit mit dem Mädel umzugehen und nicht ihre Ablehnung spüren zu lassen.
Zumal es eh nur alle 14 Tage ist.
Oder wo liegt sonst das eigentliche Problem ?
 
  • #5
Ich finde das Verhalten Deiner Tochter völlig der Situation angepasst. Ich habe den Eindruck, sie steht irgendwo zwischen den Stühlen und will niemand verletzen. Dass Deine Partnerin dafür kein Verständnis zeigt und es angeblich deshalb in eurer Beziehung kriselt, kann ich nicht nachvollziehen.
An Deiner Stelle würde ich 100%ig hinter Deiner Tochter stehen und Ihr den Rücken stärken, egal was jemand anderer dazu sagt.
 
  • #6
Zunächst würde ich dir raten sehr darauf zu achten, dass du mit jedem deiner Kinder auch mal alleine Zeit verbringst, so dass sie mit dir reden können und sich dir unter vier Augen auch öffnen können.

Deine neue Lebensgefährtin muss auch nicht an jedem Kinder-Wochenende dabei sein. Falls sie genervt von den Kids ist, dann unternimm alleine etwas mit den Kindern und sie soll sich einen schönen Tag machen (ggf. mit ihren Freundinnen)

Kannst du das genaue Problem zwischen deiner Tochter und deiner Freundin näher beschreiben? Das kommt für mich nicht so klar rüber.
 
  • #7
Wirklich verstehen tue ich das Problem auch nicht...jedenfalls nicht so, wie ich Deinen Beitrag lese.
Kinder machen ihre Phasen durch und Eltern müssen dadurch!!!
Von wütend auf dem Boden liegen über die Tausend Fragen, Probleme mit sich und anderen bis hin zur Pubertät in der die Babyklappe zu klein ist.
Und in einer "gemeinsamen" Familie rumst es auch ausserhalb aller 14 Tage mal.
Deine Tochter ist also erstmal mit 12 nicht ungewöhnlich!
Und auch leibliche Eltern können mal Probleme mit dem ein oder anderen Verhalten haben.
Ich bin zwar geschieden aber mit den Kindern läuft die Erziehung gemeinsam. Trotz Zwillingen sind beide sehr unterschiedlich und mal komm ich mit etwas besser klar und manchmal der Papa...
Dann geht aber auch von den Jungs einer hin und schnappt sich den einen zum streiten und den anderen zum zuhören. Nur die sind 16 und schaffen das von sich aus. Einer 12 jährigen kann man vielleicht helfen....und wenn sie ihren Papa nur alle 14 Tage sieht, will sie ihn vielleicht auch mal alleine. Lebtet ihr zusammen, könnte sie sich täglich ein paar Minuten klauen. Und der eigenen Mama muss man ggf nicht so gut gefallen, wie der Frau, die der Papa liebt. ich würde sie beobachten ob ihr irgendwas kummer macht!!
 
  • #8
Vielleicht nerven sie die Wochenenden einfach nur und sie würde viel lieber etwas mit Freunden unternehmen anstatt Familienveranstaltungen mit sechs Leuten und deiner hochmotivierten Partnerin durchzuziehen.
Ich würde auch zu allem "ja" sagen und auf Sonntag Abend hoffen.

Die Kinder haben heutzutage unter der Woche nicht allzuviel Zeit für ein Abhängen mit der Freundin/Freunden. Lange Unterrichtszeiten, viele Hausaufgaben.
Da bleibt ihnen meist nur das Wochenende.
 
  • #9
Ich finde es gut, dass Du auf die Bedürfnisse Deiner Lebensgefährtin Rücksicht nimmst. Es gibt reichlich Leute, die aus lauter Bequemlichkeit nicht wagen, die Fehler der eigenen Kinder anzusprechen. Mein Sohn (mittlerweile erwachsen) hat viele gute Eigenschaften, er war aber auch als Jugendlicher eher ein "Ja-Sager". Du solltest das Selbstbewusstsein Deiner Tochter stärken und ihr gleichzeitig zeigen, dass Du klare Äußerungen schätzt. Da Deine Lebensgefährtin Deine Kinder offenkundig gut behandelt, solltest Du sie keineswegs von Unternehmungen mit den Kindern ausschließen. Sonst wirst Du sie garantiert verlieren. Mit Platz 2 findet sich nur ab, wer auf Platz 2 gehört.
 
  • #10
Ich plädiere auch dafür, ab und zu etwas mit der Tochter alleine zu machen - natürlich zum Ausgleich auch mit dem Sohn, klar.

Wie ist das Verhältnis zur Mutter? Leben die Kinder in der Nähe? Wäre dann vielleicht auch einfach mal spontan Eisessen oder Kino mit einem Kind alleine möglich? Zusätzlich zu den Papa-Wochenenden? Nicht mit großartiger Ankündigung, sondern eher locker und unauffällig, so dass es nicht als pädagogische Maßnahme 'rüber kommt.

Was ich auch nicht verstanden habe, ist, welches Problem Deine Partnerin mit einem ruhigen Kind hat.

Zeit mit dem Vater ist wichtig für Kinder, ich hoffe, dass sie das versteht und mitträgt.
 
  • #11
Was heißt ruhiges Verhalten? Ist deine Tochter deiner Partnerin gegenüber reserviert und zurückhaltend und fühlt diese sich dadurch nicht akzeptiert?
 
  • #12
Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine Beziehung tragfähig ist wenn es solchen Streß wegen der Kinder gibt, viel zu großes Konfliktpotential. Wenn Erwachsene nicht wie Erwachsene agieren können, wirds eben kritisch.
 
  • #13
Ich bin als Mann alleinerziehend mit einer 12-jährigen Tochter, die auch eher ruhig ist und auch mal gar nichts antwortet. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, wenn ich sie nur alle 14 Tage sehen würde und dann auch noch mit einer Partnerin und weiteren Kindern. Mädchen wollen gerade in dem Alter ihren Papa auch mal ganz für sich haben. Sie entdecken in diesem Alter gerade ihre Individualität, ziehen sich gerne mal zurück und ziehen auch gerne mal eine Mauer um sich rum. Im Sechserpack fühlt sich so ein Mädchen recht schnell untergehen. Vielleicht würde ich sie mal fragen, was sie denn gerne am Wochenende machen würde, ob sie lieber mal mit Dir alleine wäre, obwohl es sicher schwierig ist, ein echtes Gespräch hinzubekommen, mit den ganzen anderen drum rum. Vielleicht abwechselnd mit Partnerin und mal ohne, vielleicht auch einfach mal zwei Stunden alleine mit ihr sein, im Kino oder was ihr sonst Spass macht. Sie braucht auf jeden Fall das Gefühl, dass sie einen sicheren und geschützten Platz bei Dir hat.
 
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