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Gast

  • #1

Meine Frau kommt mit ihrem Fehltritt nicht zurecht

Hallo zusammen. Ich brauche dringend Hilfe. Meine Frau und ich sind seit 11 Jahren zusammen davon 7 Jahre verheiratet. Wir hatten 9 Jahre eine perfekte Ehe. Im letzten Jahr ist es dann passiert. Meine Frau beging einen Seitensprung.Sie hatte einen alten Bekannten wiedergetroffen und sich einige male mit ihm getroffen. Er nimmt drogen und sie hat dann auch mal dort geraucht. Dabei kam es dann zum Seitensprung.Nach 4 Monaten hat sich mir alles gebeichtet. Sie hat sich für ihr Verhalten geschämt und hat sich ihr schlechtes Gewissen mit Alkohol und Tabletten betäubt. Das führte soweit, daß sie in eine Depression gefallen ist. Sie hat sich freiwillig in eine Klinik einweisen lassen weil sie sich helfen lassen wollte. Seitdem ist sie von den Tabletten weg. Nach 6 Wochen kam sie wieder nach Hause. Sie hatte immer wieder geweint vor, während und auch nach der Klinik und mir gesagt das sie mich über alles liebt und nicht verlieren möchte. Sie kann sich ihren Fehltritt nicht verzeihen und sagt sie hat keine Gefühle mehr für sich bzw. für mich weil sie so einen Mist gebaut hat. Ich habe ihr damals verziehen und liebe diese Frau über alles. Wir wollen beide an unsere Ehe festhalten aber wie bekommt sie diese schlechten Gedanken weg? Ist es wirklich nur die Zeit die man abwarten muss? Für Tips und Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
 
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Gast

  • #2
Meine ex-Frau war ähnlich: einerseits total sensibel/wenig selbstbewusst, viel nachdenkend, introvertiert etc. andererseits mit der Neigung, wirklich richtigen "Quatsch" anzustellen mit ebenfalls verheerenden Folgen für ihre Psyche und ihre Gesundheit (ähnlich wie bei Dir).

Normalerweise müsstest du während des Klinikaufenthalts zumindest einmal in ein Arztgespräch mit einbezogen worden sein und entweder die Frau oder du müssten Informationen zu ihrem Gesundheitszustand haben.

Ferner müsste normalerweile eine stationäre Nachbehandlung durchgeführt werden evtl. mit Psychotherapie.

Desweiteren glaube ich, dass dieser Fehltritt und insbesondere der Drogenkonsum nur der Auslöser gewesen ist. Dass aber vorher bereits eine Art Disposition für eine psychische Erkrankung vorgelegen hat. Evtl. liegt auch eine entsprechende Vorbelastung durch die Eltern vor.

Falls ich völlig daneben liege, und die Frau vorher völlig "normal", belastbar und mitten im Leben stehend war, frage ich mich, ob die Frau vielleicht zuviel Langeweile hat bzw. im Alltag zu wenig gefordert ist. Überspitzt ausgedrückt: jemand der arbeitet, einen Haushalt versorgt sowie evtl. noch Kinder, sich um die Familie und den Mann kümmert, der wird durch den Alltagsstress auf Trapp gehalten und der Alltagsstress drängt dieses einmalige Erlebnis in den Hintergrund.

Last but not least könnte es sein, dass dieses Erlebnis mit dem kiffenden Bekannten ihr bewusst gemacht hat, dass eure Beziehung kriselt.

aber wie bekommt sie diese schlechten Gedanken weg?
Entweder mit Medikamenten, die die Gedanken grundsätzlich unterdrücken, und zwar sehr viele Gedanken, oder mit Psychotherapie oder mit Disziplin.

Ich selbst habe vier Jahre mit "schlechten Gedanken", Depressivität und Herumchaotisieren gebraucht bis ich endlich die Reißleine gezogen haben.

Am wichtigsten aus heutiger Sicht: sich selbst nicht aufopfern, die Partnerin nicht mit Samthandschuhen anfassen und klar die eigenen Erwartungen und Bedürfnisse kommunizieren.

m
 
  • #3
Ich wundere mich, dass in der Psychiatrie keine Paargespräche stattgefunden haben... möchte jetzt hier aber auch nicht über alles Mögliche spekulieren.

In Eurer Situation ist ganz klar: Deine Frau hat eine sehr schwere Erkrankung (hinter sich?). Sie hat einen behandelnden Haus-Psychiater. Sucht diesen auf und erklärt ihm eure Problematik. Er kennt die Krankengeschichte Deiner Frau und wird Euch schon das Richtige empfehlen. Ist Deine Frau in psychotherapeutischer Behandlung? Warum spricht sie nicht dort?

Schonmal in Betracht gezogen, dass Deine Frau Dich eigentlich verlassen will?
 
G

Gast

  • #4
Auf so was hätte ich ja auch überhaupt keine Lust: Jemand, der drogenabhängig ist, Medikamente nimmt und alles darauf zurückführt, dass der Fehltritt nur unter Drogeneinfluss stattgefunden hat. Das ist doch eine Schutzbehauptung. Vor allem und als erstes würde ich mal bei ihr im Badschrank nachsehen, ob sie noch Medikamente dort liegen hat, die ihr so das Bewusstsein vernebeln, dass sie das als Ausrede für irgendwelche Seitensprünge benützt. Hat sie es irgendwie besonders leicht, an diese Sachen zu kommen? Oder ist sie mit Leuten unterwegs, die Drogen nehmen (da gibt es ja bestimmte Berufsgruppen, die vorwiegend damit in Verbindung gebracht werden)?
Jemand der Drogen (Medikamente, Koks, Gekiffe, uns alles sowas) nimmt oder Alkoholabhängig ist, käme für mich nie in Frage. Fehltritt hin oder her, mir egal. So jemand wird niemals zuverlässig sein, egal in welchem Lebensbereich.
 
G

Gast

  • #5
Auf so was hätte ich ja auch überhaupt keine Lust: Jemand, der drogenabhängig ist, Medikamente nimmt und alles darauf zurückführt, dass der Fehltritt nur unter Drogeneinfluss stattgefunden hat. [...]
Jemand der Drogen (Medikamente, Koks, Gekiffe, uns alles sowas) nimmt oder Alkoholabhängig ist, käme für mich nie in Frage. Fehltritt hin oder her, mir egal. So jemand wird niemals zuverlässig sein, egal in welchem Lebensbereich.
Die beiden sind seit 7 (sieben!) Jahren verheiratet. Schon mal was gehört von "in guten wie in schlechten Tagen"?
Ich will ihren Seitensprung nicht verharmlosen; sie leidet ganz offensichtlich mehr darunter als der FS. Sie ist krank und in Behandlung, und er will und soll ihr beistehen.

Lieber Fragesteller, sie ist in Behandlung, und du solltest mit einbezogen werden. Alternativ oder auch ergänzend gibt es Familien-/Eheberatungen, die ihr aufzusuchen solltet.
Ich sage das nicht übereilt, aber in eurem Fall, vor allem in ihrem, ist doch ganz deutlich:
professionelle Hilfe ist unabdingbar.