• #1

Meine Bedürfnisse bleiben auf der Strecke

Ich bin mit meinem Mann seit 4,5 Jahren verheiratet und seit 14 Jahren sind wir ein Paar. Wir hatten eine sehr schöne Zeit miteinander und jeder hatte viel Freiraum für seine eigenen Freunde und Interessen. Vor ca 5 Jahren hatten wir aufgrund nicht erfüllten Kinderwunsch eine "Ehekrise". Mein Mann hat über den 2. Bildungsweg ein Studium begonnen und war nur noch am Wochenende zu Hause. Ich habe mich allein gelassen gefühlt und mir ging es aufgrund des nicht erfüllten Kinderwunsches ziemlich schlecht. Mein Mann hat in der Studienzeit sehr seine Freiheit genossen, viel Party und viel Sport gemacht und ein Nebengewerbe gegründet . Wie sich jetzt im Nachhinein herausstellte und was ich eher zufällig erfahren habe, hat er auch mit anderen Frauen geflirtet. Zwischenzeitlich haben wir ein Baby. Wenn er am Wochenende heimkommt ist er viel mit dem Nebengewerbe beschäftigt oder geht seinem Hobby nach - für uns und für meine Interessen ohne Kind bleibt wenig Zeit. Ich kann ihm nicht mehr richtig vertrauen, ich weiss nicht ob er mir nicht doch fremdgegangen ist. Er ist mir so fremd geworden. Ich habe das Gefühl dass ich die ganze Verantwortung für unser Kind, das wir beide wollten, selbst tragen muss. Wir streiten uns viel. Ich habe keine Lust mehr diese Beziehung so weiterzuführen, ich liebe ihn aber immer noch.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun ?
 
  • #2
Er ist mir so fremd geworden. Ich habe das Gefühl dass ich die ganze Verantwortung für unser Kind, das wir beide wollten, selbst tragen muss. Wir streiten uns viel. Ich habe keine Lust mehr diese Beziehung so weiterzuführen, ich liebe ihn aber immer noch.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun ?

Wo soll die Zeit herkommen für Euch ? Studium ? Nebengewerbe ? örtliche Trennung ? Ein Hobby wird er noch haben dürfen und sicher arbeitet und studiert er auch deshalb, damit Frau und Kind ein gutes finanzielles Auskommen haben.

Er hat auch Belastungen - nicht nur Du, nur sind Deine Belastungen anders als seine. Akzeptiere das.
 
  • #3
Wir streiten uns viel. Ich habe keine Lust mehr diese Beziehung so weiterzuführen, ich liebe ihn aber immer noch.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun ?
Ganz typisch für viele Frauen/Männer trotz Streit bleiben sie zuammen! Für mch käme eine solche Option niemals in Frage, würde immer gehen ohne wenn und aber! Mein Selbstwert, mein Selbstvertrauen, mein Selbstbewusstsein würden das niemals dulden und mitmachen! Ein Mann, der sich so verhält, ist die Partnerin/Kind/Familie wurscht, hat mt Nebengewerbe, Hobby nihts zu tun, das sind nur Vorwände und billige Ausreden!
 
  • #4
Also ich hätte dabei trotzdem Zeit für Frau und Kind. Und sei es nur jeweils eine halbe Stunde pro Tag. Nur für sie - keine Ablenkung dabei.
(Bei kleinen Kindern ggf. 2x15 Minuten, um sie nicht zu überfordern)

Eine halbe Stunde kann viel und lang sein. Wenn man sich nur mit dem Gegenüber beschäftigt.

TV-Reportage: Ein Mann kommt abends von der Arbeit, nimmt zuerst seine kleine Tochter, und spaziert mit ihr durch ihr Wohnviertel. Jeden Abend nach der Arbeit.
Ich vermute: Wenn er sich Zeit nimmt, für sein Kind - dann auch Zeit für seine Frau.

z.B. wie oft beschäftigt sich der Ehepartner der FS mit dem gemeinsamen Kind ? Oder hat das nach den ersten 6 Monaten nachgelassen ? (Wie bei manchen anderen Vätern)
Oder ist das Kind "nur der Frau zuliebe" entstanden ?

Ok, Jemand braucht nach einer arbeitsreichen Woche auch Zeit für sich. Um sich zu entspannen, oder sich selber mit etwas zu beschäftigen. Aber wie gesagt: Eine halbe Stunde Zeit.... kann soo viel bewirken.,
 
  • #5
Hallo Mrs Sue

Ich würde das tun, was ich immer mache, wenn ich merke etwas ist nicht mehr stimmig, mich belastet etwas...

Mir Zeit nehmen, reflektieren.
Was fühle ich, was möchte ich, was brauche ich, für mich selbst. In Bezug auf mein eigenes Leben generell.
Oder in einem Job, innerhalb von Gruppen, Vereine, etc.. Oder in einer Freundschaft, im Verhältnis mit meinen Kindern.
Oder wie in Deinem Fall in einer Partnerschaft.

Wenn ich weiß, wo ich stehe, dann in die Kommunikation gehen - mir Zeit nehmen, denn anderen um Zeit bitten, die Wichtigkeit vermitteln.
Miteinander reden, sachlich, auch die eigenen Wahrnehmungen, Gefühle, Wünsche artikulieren. Dem anderen zuhören ohne Wertung, Kommentar. Versuchen, zu verstehen, zu akzeptieren.
Und dann gemeinsam nach Lösungen suchen. Wenn es keine befriedigende Lösung gibt, dann sieht man weiter.
Aber alles ohne Streit, Vorwürfe, Rechtfertigungen. Das hilft nach meiner Erfahrung nicht.
Wenn der andere nicht kommunizieren möchte, ist indirekt auch sehr viel gesagt - auch dann ziehe ich meine Konsequenz.

Bei Euch habe ich den Eindruck, es wird höchste Zeit für ein / mehrere Gespräche. Du bist nicht zufrieden und ob er es ist?
 
  • #6
Dafür müssten wir mehr Hintergründe wissen.
Bist du mit dem Kind daheim oder arbeitest du? Wie ist die Betreuung geregelt?
Es gibt hier von LatteMacchiatoMüttern mit fast ganztags betreuten Kindern ohne Job bis zur gestressten Karrieremama alle Facetten.
 
  • #7
Für mich sieht es so aus, als würde er durch seine zahlreichen Beschäftigungen aktiv vermeiden, mit Dir/dem Kind Zeit zu verbringen.
Hast du eine Arbeit? Hältst du ihm den Rücken frei?
Sofort damit aufhören irgendwelche Dienstleistungen zu erbringen, während er kommt und geht, wie es ihm passt. Zwei Abende in der Woche für dich reservieren, wo er aufs Kind aufpasst und du was für dich tust. Reden bringt im Moment nicht viel, da er am längeren Hebel sitzt. Du musst handeln!
 
A

Ares

  • #8
...jeder hatte viel Freiraum für seine eigenen Freunde und Interessen.... aufgrund nicht erfüllten Kinderwunsch eine "Ehekrise". ...mir ging es aufgrund des nicht erfüllten Kinderwunsches ziemlich schlecht. ... das wir beide wollten, ...
Für mich klingt das alles nicht nach "beide wollten zu diesem Zeitpunkt ein Kind". Für mich klingt das nach massivem Druck in einer Phase, in der der Mann mit Studium und Nebenjob (mit dem er Dich mitfinanziert?) sowieso schon genug am Hals hat und wohl auch seine Freiheit genossen hat. Du wolltest, so klingt es für mich, unbedingt ein Kind und hättest dafür auch die Ehe aufs Spiel gesetzt. Jetzt hast Du das Kind und möchtest ihn zwingen, sich mehr um das Kind zu kümmern, obwohl Du genau wusstest, dass es mehr Deine als seine Priorität war.
Helfen kann da nur: miteinander reden. Und gemeinsam eine Lösung suchen, bei der Beide sich besser fühlen. Mir ist auch nicht klar, wie man eine Ehekrise haben kann, bevor man verheiratet ist...
 
  • #9
Für mich klingt das alles nicht nach "beide wollten zu diesem Zeitpunkt ein Kind". Für mich klingt das nach massivem Druck in einer Phase, in der der Mann mit Studium und Nebenjob (mit dem er Dich mitfinanziert?) sowieso schon genug am Hals hat und wohl auch seine Freiheit genossen hat. Du wolltest, so klingt es für mich, unbedingt ein Kind und hättest dafür auch die Ehe aufs Spiel gesetzt. Jetzt hast Du das Kind und möchtest ihn zwingen, sich mehr um das Kind zu kümmern, obwohl Du genau wusstest, dass es mehr Deine als seine Priorität war.
Helfen kann da nur: miteinander reden. Und gemeinsam eine Lösung suchen, bei der Beide sich besser fühlen. Mir ist auch nicht klar, wie man eine Ehekrise haben kann, bevor man verheiratet ist...
Diesem Eindruck schließe ich mich voll und ganz an.
Vielleicht hast du auch damals schon gespürt, dass er sich von dir emotional entfernt und wolltest ihn über ein gemeinsames Kind und Heirat binden? Sein Studium am anderen Ort scheint Vergangenheit zu sein, trotzdem kommt er auch jetzt nur am Wochenende heim? Wieso das? Hört sich so an, als hat er schon vor 5 Jahren begonnen, sich von dir zu entfernen und tut es kontinuierlich.
Oder aber, er kann generell nicht mehr Nähe zu einer Frau leben und für ihn ist eure Beziehung deshalb ok, so wie sie ist.

Versuche mit ihm zu klären, ob es Ersteres ist, also er sich trennen will, oder ob es Zweiteres ist, also dass er eine so distanzierte Beziehung zu dir beibehalten will. Beides ist nicht toll für dich und du musst für dich überlegen, wie du leben willst. Er jedoch, fürchte ich, wird nicht mehr stärker an dich heranrücken.

w50
 
  • #10
Ich würde es ansprechen, was das soll. Wie er sich das vorstellt mit "Familie" usw. Wo eure gemeinsame Zeit bleibt und wohin das führen soll mit so einer Art, eine Beziehung zu führen. Vermutlich kommt sowas wie "ich mach das nur für uns". Dann würde ich sagen "für UNS hätte ich lieber mehr gemeinsame Zeit".

Ich finde, eure Beziehung klingt nach dem, was man häufiger sieht. Wenn das Kind da ist, oder auch, wenn sich das Paar gerade zusammengefunden hat, zieht der Mann weiter sein Leben so durch wie bislang als Single. Ich kenne ein Paar, da hat der Vater wegen seiner eigenen Interessen nicht mal die Zeit haben wollen, sein Wunschkind (!) einmal die Woche eine Stunde zum Sport zu begleiten. Wenn die Mutter das nicht machen würde, hätte das Kind eben kein Sport gehabt. Und so geht das mit allem. Der Mann stöhnte immer nur, dass er keine Ruhe mehr für sich hat. Und machte Bemerkungen, dass es mal wieder geputzt werden könnte. Anscheinend zeigt sich erst nach der Geburt, ob ein Mann wirklich fähig ist zu Familie und Beziehung.
Ihr seid nun schon lange zusammen. 14 Jahre ist ewig. Es kommen ja bei jedem im Leben Zeiten, in denen man seinem Leben eine bestimmte Richtung geben will und keine Rücksicht nehmen kann auf andere. Das war anscheinend, als Du Dich für das Kind entschieden hattest und er sich fürs Studium. Er wollte weiterkommen, Du Familie. Du hast geschrieben, dass er auch Familie wollte, aber anscheinend hat er als Familienbild, dass das Frauensache ist.

Je nachdem, was die Antwort auf die Frage nach mehr Zeit ist, würde ich meine Konsequenzen ziehen. Ich meine, anscheinend hast Du ihm das mit den anderen Frauen ja halbwegs verziehen. Meiner Ansicht nach ist die Beziehung schon seit 5 Jahren kaputt. Dein Mann geht seiner eigenen Wege und Du und das Kind sind ihm egal. Ich habe es selber betrieben, das Ausharren in einer Beziehung, die innerlich tot war. Die Zeit gibt Dir niemand zurück. Du bist doch jetzt schon alleinerziehend, also große Angst, nicht allein klarzukommen, müsstest Du auch nicht haben. Diesen Schritt würde ich wenigstens mal durchdenken, weil ich mir vorstellen könnte, dass seine Antwort auf die Zeit-Frage Dir nicht entgegenkommt. Ich finde auch, dass er das von sich aus wollen sollte, mit euch mehr Zeit zu haben. Wenn hier nichts kommt, wüsste ich nicht, warum ich noch Staffage im Leben eines anderen sein soll.
 
  • #11
Ich habe , da ich regelmäßig mehr als 12 Stunden außer Haus bin, auch nur wenig Zeit für die Familie.
Engagiert sich Dein Mann denn bei dem Baby?
Steht er nachts auf und die Flasche zu geben ?
Bringt er es morgens zur Tagesmutter (oder schon Kindergarten) oder abends ins Bett ?
Diese Zeiten muss Du ihm als Familienzeit voll anrechnen. Aber natürlich muss es wenigstens alle paar Tage auch Partnerabende geben. Ebenso muss anden Wochenenden. Das must Du rechtzeitig einfordern, denn Dir ist diese Nähe ja auch wichtig.