• #1

Mein Mann weigert sich mit mir zur Paartherapie zu gehen

Hallo!
Hatte vor einiger Zeit schon gepostet und von diversen Problemen in der Ehe berichtet die bei uns beiden zu Unzufriedenheit führen.
Wir haben versucht daran zu arbeiten und ich finde wir haben auch viel geschafft. Aber am grundsätzlichen Problem Kommunikation scheitern wir regelmäßig. Deshalb hab ich nun vorgeschlagen zu einer Therapie zu gehen oder Beratung weil ich denk das schaffen wir alleine nicht. Und es wäre gut wenn jemand neutrales mal sagt was schief läuft.
Aber er weigert sich.
Diese Weigerung macht mich nachdenklich.
Er sagt er will die Ehe retten aber warum lässt er sich dann nicht auf diesen Versuch ein?
Sein Argument es ist teuer und führt meist doch zur Trennung kann ich nicht nachvollziehen den so steuern wir auch auf das Ende zu und eine Scheidung ist teurer!
Das habe ich ihm so auch schon gesagt, dann war plötzlich wichtig das er sich doch von niemand fremden was sagen lässt.
Ganz egal mit welchem Argument ich komm er findet immer einen Grund.
Ich nein zwingen kann und will ich ihn nicht. Ich versteh es nur nicht!
Ist das zu viel verlangt. Ich hab berufsbedingt kein Problem mit Supervision oder Reflektion/Therapie.
Ist die Hürde so groß?
Oder ist es nur Bequemlichkeit? Den dafür müsste er ja raus aus seiner Mecker Komfortzone!
 
  • #2
Deshalb hab ich nun vorgeschlagen zu einer Therapie zu gehen oder Beratung weil ich denk das schaffen wir alleine nicht. Und es wäre gut wenn jemand neutrales mal sagt was schief läuft.
Wenn du das erwartest, dann solltest du keine Therapie oder Beratung machen, das wird nämlich ein guter Therapeut niemals tun.
Dein Mann will nicht, und das ist gut so. Du solltest eigentlich auch schon sehr sehr lange nicht mehr wollen, deine Geschichte zu lesen ist beklemmend und deprimierend.
Es ist Frühling. Beginne das neue Leben, vor allen Dingen für dein Kind.
 
W

wahlmünchner

  • #3
Dein Mann hat eine Menge unangenehmer Verhaltensweisen, aber er ist offensichtlich nicht blöde.
Spätesten wenn sein Alkoholproblem und sein schlechter Kommunikationsstil thematisiert werden, ist er bei einer Paartherapie der Buhmann, der was ändern soll. Das hat er vermutlich richtig eingeschätzt
Sollte dein Fremdgehen nochmals thematisiert werden, wird er sich nicht besser, sondern noch beschissener fühlen und du kannst ja sagen, "na das hab ich überwunden..."
- Fazit : er verspricht sich nichts von einer Paartherapie
Du redest seit bald ( wenn nicht schon länger ) einem Jahr von Trennung, was auch für ihn eine Dauerbelastung werden kann.
Ich denke er weiß nicht was er braucht, was ihm fehlt. Wäre er mit sich im Reinen, hätte er dir das schon mal sagen können.
Ich denke immer noch, dass euch beiden Therapie gut tun würde, oder zumindest jedem auch eine Einzeltherapie. Wenn er das nicht von selbst einsieht, mach wenigstens mal für dich Therapie.
Was ich mich frage:
War eure Beziehung jemals gut? Wie lange wR sie gut? Was war da anders?
Woher nimmst du die Hoffnung das sie das wieder werden kann? Warum will er bei dir bleiben? Was verbindet euch?
 
  • #4
Er will nicht, wenn du der Meinung bist, dass ihr eure Probleme nicht alleine in den Griff bekommt, scheint ja auch so da ihr diese ja schon jahrelang habt, solltest du nun endlich mal deine Konsequenzen daraus ziehen
 
  • #5
Aber er weigert sich.
Diese Weigerung macht mich nachdenklich.
In der Endphase meiner Ehe, wobei ich damals noch nicht wusste, dass es die Endphase ist, habe ich Beratungstermine bei der Familienberatung gemacht und meine ex-Frau wollte nicht. Bin ich allein zur Beratung, kommt man sich bescheuert vor. Muss man zur Kenntnis nehmen: Partner hat keinen Bock auf Veränderung, findet es o.k. wie es ist. Alles prima so, keinen Änderungsbedarf und bitte erst recht nicht die Sichtweise von fremden Menschen auf das eigene Privatleben zulassen.
War für mich der letzte Versuch. Danach habe ich mich scheiden lassen.
 
  • #6
Ich habe letztens in irgendeinem Wochenmagazin ein Interview mit einem Paartherapeuten gelesen, der meinte auch, dass eine Paarberatung meistens in einer Trennungsberatung endet. Soviel dazu. Inwieweit man dem Glauben schenken darf, weiß ich nicht.

Desweiteren kenne ich aus eigener Erfahrung in der Vergangenheit und aus Gesprächen mit anderen Personen, dass der Partner, der den Gang zum Paartherapeuten anregt, das meist deswegen tut, weil er zu Hause verbal gegen die Wand redet und sich von dem Paartherapeuten Unterstützung erhofft, dass dieser das, was man vom Partner erwartet, diesem nochmals mit anderen Worten eintrichtert. Sich sozusagen auf die Seite des Unzufriedenen schlägt und somit eine (Schieds)Richterperspektive einnimmt. Dies wird der Paartherapeut aber nicht tun, was widerum eine Enttäuschung beim initiativen Partner hervorruft, und am Ende die Beziehung trotzdem als gescheitert betrachtet wird.

Aufgrund deiner Vorgeschichte -ohne sie im Detail zu kennen- denke ich auch wie meine Vorredner: das erhoffte Ziel wird vermutlich nicht mehr erreicht werden, und du solltest vielleicht tatsächlich darüber nachdenken, ob du deinen Weg nicht alleine weitergehen willst. Vielleicht geht des dir dann wirklich viel besser. Viel Glück.
 
  • #7
Ohne Deine Probleme zu kennen, würde ich sagen, der Mann hat wirklich keine Lust, irgendeinem Dritten intime Dinge über eure Beziehung und sich selbst zu erzählen. Man muss davon überzeugt sein, dass ein Dritter eingeweiht was bringt. Es sieht allerdings für Dich nicht so aus, als wäre er an einer Lösung interessiert, wenn man wie Du meint, dass so eine Therapie was bringt.

Allerdings sagt man damit auch aus, dass es kein Problem gibt, wenn nichts anderes passiert außer "ich geh nicht mit".

Nun habe ich Deine anderen Threads angesehen und da gibt es schon größere Probleme. Du hast geschrieben, dass ihr schon viel dran gearbeitet habt. Dann ist ein Fortschritt zu sehen? Also es ist nicht so, dass nichts passiert, und deswegen würde mich die Weigerung wegen der Paartherapie nicht so nachdenklich machen. Das ist sicher kein Allheilmittel und man weiß vorher nicht, wie "gut" dieser Dritte ist, dem man sein Leben ausbreitet.

Er sagt er will die Ehe retten aber warum lässt er sich dann nicht auf diesen Versuch ein?
Weil er keinen Sinn darin sieht, das ist seine Meinung, und Du, die das anders sieht, hast eben eine andere.

Zur Kommunikation finde ich das wichtigste zu sehen, dass der andere es manchmal anders gemeint hat, als es aufgefasst wird und man seine eigenen Interpretationsneigungen kennen muss. Beide, denn dann kann man es beim anderen lassen, wenn er wieder Reizworte sagt bzw. hinter der eigenen "Denkgrenze" bleiben, dass man nicht gleich wieder den Pawlowschen Hund macht, sondern erst mal überlegt, warum was wie gerade bei einem ankommt und interpretiert wird. Es gibt auch so Tricks in Richtung nicht vorwurfsvoll und absolut formulieren ("du machst immer"), sondern von sich zu sprechen ("es kränkt mich, wenn du xy"). Das ist auch nicht immer die Lösung, weil es in emotionaler Erpressung ausarten kann ("es kränkt mich, dass du nicht zur Paartherapie willst, keinen Knoblauch isst, rote Krawatten blöd findest..."). Man muss fair sein und sich durchschauen, wo man dem anderen reinquatscht und was er wirklich ändern sollte.
 
  • #8
Kannst dich nicht alleine ohne Therapie entscheiden? Wenn Du unglücklich und unzufrieden bist dann trenn Dich und lass Dich scheiden. Das geht sehr gut , Ohne Therapie . Fertig Thema
 
  • #9
Viele Männer betrachten bei Beziehungsproblemen einzig die Frau als Ursache. Und somit alleine die Frau als "behandlungsbedürftig"
Also sehen sie keinen Bedarf oder gar Notwendigkeit, dabei sein zu müssen. Und erst recht nicht, bei sowas auch noch mitzumachen.
Er sagt er will die Ehe retten aber warum lässt er sich dann nicht auf diesen Versuch ein?
Weil er seine eigenen Bemühungen für ausreichend hält - von seiner Seite.
dann war plötzlich wichtig das er sich doch von niemand fremden was sagen lässt.
Antwort vom Mann:"... denn ich bin ja kein Kind mehr !"
Ich habe .... kein Problem mit Supervision oder Reflektion/Therapie.
Das sagen gefühlt fast alle Frauen - aber das interessiert keinen Mann !
Denn Männer haben auch keine Probleme damit. Wenn sie sowas nicht interessiert, und nicht tun.
Ja, eben ! (... würde auch der Paartherapeut sagen)

Männer sind eigentlich viel einfacher zu verstehen - als Frauen.
(m,54, Single = ich muß nur noch mich selber verstehen)
 
  • #10
Ich erwarte nicht das der Therapeut sagt ich habe recht und er ist der Blöde.
Ich hatte viel eher die Hoffnung das er dabei drauf kommt was ihn so unzufrieden macht.
Und sich damit auch das Alkoholproblem angehen lässt
Und auch was ich tun kann. Zu einer Beziehung gehören doch immer zwei!
Warum ich noch da bin ?
Weil ich schon noch Gefühle für ihn habe weil es auch gute Zeiten gegeben hat und auch jetzt immer mal wieder gibt.
Ich hatte lang gedacht der Alkohol sei der Auslöser der Krise gewesen. Heut denk ich es war "nur" das sichtbare Zeichen seiner Unzufriedenheit. So wie bei mir die Affäre.
Eines der Probleme damit ist die Tatsache das ich mich selber ausgehebelt hab. Ich war immer bei der Frage würde mich das jetzt auch stören wenn der Andere nicht gewesen wäre.
Mit dem zeitlichen Abstand hat sich das gebessert und ich kann jetzt sicher sagen was mich stört. z.B. der Umgang mit der Tochter (das wusste ich aber schon vorher) oder das irgendwann aus der starken Schulter zum anlehnen eine Bevormundung wurde.
Und es hat sich was getan, deshalb glaub ich ja auch das er Interesse daran hat und die Beziehung ihm wichtig ist.
Das gibt mir die Hoffnung das es wieder wird. Er sagt er liebt mich und will mich nicht verlieren.
Ich hab eine Therapie begonnen aber ich komm an meine Grenzen bei den Fragen "Was sagt ihr Mann dazu. Was denkt er darüber? "
Da kann ich nur spekulieren weil ich es oft nicht weiß
 
  • #11
Ich habe letztens in irgendeinem Wochenmagazin ein Interview mit einem Paartherapeuten gelesen, der meinte auch, dass eine Paarberatung meistens in einer Trennungsberatung endet.
Stimmt. (Arbeite selber im Bereich psychosoziale Beratung.) Das sollte man aber nicht als Ursache-Wirkung sehen, i. S. v. "weil sie zur Beratung/Therapie gegangen sind, sind sie jetzt getrennt". Das hängt wohl eher damit zusammen, dass die meisten Paare viel zu spät in Beratung/Therapie gehen, um die Beziehung noch positiv verändern zu können. Mitunter hat sich einer der beiden auch schon längst innerlich aus der Beziehung verabschiedet und geht - unausgesprochen - nur noch mit in Therapie, um sich in diesem Rahmen trennen zu können und den (Ex-)Partner gut aufgehoben zu wissen. Nach dem Motto, er/sie kann dann ja weiterhin alleine zur Therapeutin gehen, um die Trennung besser zu verarbeiten.

War eure Beziehung jemals gut? Wie lange wR sie gut? Was war da anders?
Typische Paarberatungsfragen. Insbesondere die Antwort auf die erste Frage ist oft entscheidend. Ich kenne deine Paar-Vorgeschichte nicht, alexis. Nur, damit eine Paartherapie erfolgreich verläuft, ist es i.d.R. notwendig, dass es eine Zeit gab, in der es wirklich gefühlt gut lief (aus beider Sicht). War die Beziehung von Anfang an irgendwie vermurkst, fehlt meist das Fundament, auf dass sich später aufbauen lässt. Da können die Partner dann auch meist durch eine Paartherapie nichts mehr retten. Will sagen, man kann durch eine Paartherapie keine Beziehung besser machen, die noch nie gut lief - oder in der zwischenzeitlich so viele Verletzungen aufgelaufen sind, dass einfach "zu viel" passiert ist.
 
  • #12
Habe jetzt doch noch deine älteren Beiträge gelesen, alexis. Puh.
Dazu noch folgender Gedanke: Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass es dir wichtig sei, deinen Mann von deiner Sicht der Dinge zu überzeugen. Nach dem Motto, so, wie DU dieses und jenes wahrnimmst, ist es richtig und so soll ER es gefälligst doch auch endlich mal sehen - dann würde auch wieder alles gut werden.
Dein Mann hat auch ein Recht auf SEINE Sicht der Dinge. Wenn er kein(e) Problem(e) sieht, wo du eins wahrnimmst, ist das sein gutes Recht. Wenn er der Meinung ist, sich nicht von Fremden in die Beziehung quatschen lassen zu wollen (-so habe ich seine Sicht über Paartherapie aus deinem Beitrag wahrgenommen-), ist auch das sein gutes Recht. DU darfst das alles ganz anders sehen! Aber zu erwarten/hoffen, dass er irgendwann die Welt mit deinen Augen sieht, ist wahrscheinlich vertane Liebesmüh.
Er hat auch ein Recht auf sein eigenes Tempo beim sich Eingestehen einen möglichen Alkoholproblems (-insofern vorhanden).

Das würde übrigens auch in keiner Paartherapie funktionieren. Will sagen, wenn du mit einer Therapie die Hoffnung verknüpfst, dass der Therapeut deinem Mann schon sagen wird, wie er die Dinge zu sehen hat und du im Therapeuten quasi einen Unterstützer deiner Meinung findest, kannst du die Idee an eine Paartherapie gleich fallen lassen.

Du könntest allerdings auch allein in Beratung/Therapie gehen, um dir allein über das Eine oder Andere klar(er) zu werden.
 
  • #13
Ich habe auch mal gelesen, vier Jahre nach einer Paartherapie seien die meisten Paare geschieden und die meisten Männer wieder neu verheiratet, die Frauen meistens Singles. Der Rest der Paare war fast immer mindestens so unglücklich wie zuvor und hatte resigniert. Ich bin auch einmal für ein paar Wochen bei der Eheberatung gewesen. Die "Therapeutin" war zwar selbst ernannt, teuer, hat auf einem TV-Kanal Karten gelegt und bei der "Therapie" nichts gesagt, außer dass ich den Kontakt zu meiner "Geliebten" einstellen müsste, aber Erkenntnisse hat es schon gebracht. Bei meiner Exfrau den Glauben, alles könnte weiterlaufen wie zuvor und bei mir die Erkenntnis, dass ich die andere Frau liebe und ohne sie nicht leben will und dass ich meine damalige Frau (wenn überhaupt je) jedenfalls seit vielen Jahren nicht mehr liebe, wir in keiner Beziehung zusammen passen und ich die Ehe schneller beenden muss als ich geplant hatte.
 
  • #14
Viele Männer betrachten bei Beziehungsproblemen einzig die Frau als Ursache. Und somit alleine die Frau als "behandlungsbedürftig"
Ist ja kein Problem so ein ElitePartner Account ist schnell erstellt... .

Denn Männer haben auch keine Probleme damit. Wenn sie sowas nicht interessiert, und nicht tun.Ja, eben ! (... würde auch der Paartherapeut sagen)
Wann haben Sie gemerkt, dass ihre Frau weg ist?

Heute Morgen als ich das letzte saubere Hemd aus dem Schrank nahm! ( Leider ein Körnchen Wahrheit enthalten )
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Aber es ist doch so wenn er sich:
A) Weigert mit ihr an der Beziehung und dem Verhalten zueinander zu arbeiten und sich ebenfalls weigert
B) Mit Hilfe einer dritten Person an der Beziehung und dem Verhalten zu arbeiten

Dann weigert er sich im Endeffekt etwas zu ändern. Und wenn man den ganzen Tag reden kann und es passiert nichts, ja dann muss man schon überlegen ob so eine Beziehung noch Sinn macht.
 
  • #15
Ich erwarte nicht das der Therapeut sagt ich habe recht und er ist der Blöde.
Ich hatte viel eher die Hoffnung das er dabei drauf kommt was ihn so unzufrieden macht.
Und sich damit auch das Alkoholproblem angehen lässt
Der Paartherapeut ist kein Wunderheiler! Und für diese Anliegen ist eine Einzeltherapie der richtige Rahmen, nicht eine Paartherapie.
Verändern kann man immer nur sich selbst, und auch das ist sehr schwer, aber es ist völlig unmöglich, wenn kein Änderungswille besteht.
Einen widerwilligen Menschen zum Therapeuten zu schleppen mit der Aufforderung: Hier ist er! Mache ihn so, wie ich ihn haben will!
hat noch nie funktioniert.
 
  • #16
Paartherapie ist wie Astrologie/Esoterik Glaubenssache, also ob man darin einen Nutzen sieht oder nicht.
Wie auch bei der Astrologie/Esoterik ist bei der Paartherapie statistisch von weiblicher Seite wesentlich mehr Glauben daran vorhanden, als von männlicher Seite. Ausnahmen, wie immer, nicht ausgeschlossen.
Warum viele Männer wahrscheinlich nicht an einen gesteigerten Nutzen einer Paartherapie glauben ist, dass über etwas zu reden, in ihrer Wahrnehmung die Probleme nicht löst.
Der Mann der FS möchte eben am Ende nicht auf Scheidungskosten und Therapiekosten sitzen, zumal er nicht dahinter steht. Das ist in einer Partnerschaft (auch wenn diese am Ende ist) einfach zu respektieren. Auch hier gilt, es hat keinen Nutzen jemanden zu etwas zu überreden, das die Person nicht möchte.
Den größten Nutzen einer Paartherapie hat immer der Therapeut, denn der kassiert, ganz unabhängig vom Ergebnis.
 
  • #17
Paartherapie ist wie Astrologie/Esoterik Glaubenssache, also ob man darin einen Nutzen sieht oder nicht.
Wie auch bei der Astrologie/Esoterik ist bei der Paartherapie statistisch von weiblicher Seite wesentlich mehr Glauben daran vorhanden, als von männlicher Seite.
Ja, das ist es, was Männer gern glauben möchten. Bei jeder Therapie, so auch Paartherapie, geht es ans Eingemachte, an Dinge, die man(n) nicht gern anschauen möchte. Das ist der Preis für Erkenntnis. Da geht man doch lieber in die Abwehr und in Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren.
Den größten Nutzen einer Paartherapie hat immer der Therapeut, denn der kassiert, ganz unabhängig vom Ergebnis.
Auch ein häufig gehörtes Argument auf Stammtisch-Niveau.
Eine Paartherapie bei Diakonie, Caritas, ProFamilia und ähnlichen Einrichtungen kostet nichts außer einer kleinen Spende.

Liebe Fragestellerin, dein Mann weigert sich. Das tun sehr viele Männer. Fang eine Therapie alleine an, ohne ihn.
Dadurch findest du wahrscheinlich die Kraft und die Klarheit, dich von ihm zu trennen.
 
  • #18
Hallo Alexis, habe mir alle deine alten Posts durchgelesen. Mein Eindruck : du ruderst und ruderst und ruderst und nichts bewegt sich. Du führst ein wahnsinnig anstrengendes Leben und kannst es einfach nicht glauben, dass deine Bemühungen so ins Leere laufen. Mal kümmerst du dich um die Baustelle Tochter. Die ist nicht einfach, schreibst du - ist auch verständlich, immerhin ist sie den Aggressionen deines Mannes ausgesetzt. Manchmal nicht so, da verhält er sich besser, du hast Hoffnung. Mensch, jetzt hat ers doch kapiert. Aber dann legt er doch wieder los. Dann widmest du dich seinem Alkoholismus und versuchst den irgendwie positiv zu beeinflussen. Du glaubst seinen Versprechungen. Klar, du möchtest ja auch, dass er aufhört und du möchtest ihm ja auch glauben. Aber du stellst fest, er frisst Weinbrandpralinen en masse. Damit konfrontierst du ihn, und er sagt dir : ja wenn es hier nicht so dreckig wäre, müsste ich mich auch nicht besaufen. Du denkst na ja, ist auch nicht so sauber wie ich es gerne hätte - hat er auch irgendwie recht. Du ziehst dir den Schuh an und redest dir ein, dass du vielleicht doch auch für seinen Alkoholismus verantwortlich bist. Und überhaupt - er kriegt ja seinen Beruf noch auf die Reihe. Hat er da überhaupt ein Problem? Nein, denkst du, du bist das Problem. Zumal du ja auch fremdgegangen bist, was du wahnsinnig bereust. Also guckst du aufs Fremdgehen und die Gründe. Da könnte jetzt Paartherapie was sein. Aber wieso will er nicht! Usw. Merkst du, du isolierst in deinen Posts einzelne Probleme und siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht. Aus diesem Wald ruft eine sehr unsichere Frau (du) nach Hilfe. Das ist der richtige Weg. Ruf jetzt nicht weiter hier ins Forum. Du hast schon Einzeltherapie, sagst du, das ist super. Sag der Therapeutin, du bekommst bisher von ihr nicht die Hilfe, die du brauchst. (wenn es anders wäre, würdest du hier nicht schreiben). Parallel dazu geh zu Al-Anon. Alkoholismus ist eine Familienkrankheit - du bist betroffen und deine Tochter auch, auch wenn ihr nicht trinkt. Al-Anon wird dir helfen - mit allem, was das Leben in einer alkohkranken Familie mit sich bringt. Hier kannst du auch ausloten, ob du in der Ehe bleiben willst oder nicht. Alles Gute!
 
  • #19
@Nadir
Eigentlich hab ich nicht das Gefühl ihn von meiner Sicht der Dinge überzeugen zu wollen. Das es mit der Kommunikation nicht klappt so haben wir beide festgestellt
Was das Alkoholproblem betrifft muss ich dir recht geben, aber das ist nicht nur meine Sicht sondern Straßenverkehrsordnung!
Und ja die Beziehung war mal sehr schön sonst hätten wir nicht geheiratet.
 
  • #20
Und ja die Beziehung war mal sehr schön sonst hätten wir nicht geheiratet.
Das trifft doch nicht nur für dich zu, sondern ausschließlich für ALLE zu! Ich würde wegen Beziehungsprobleme auch nicht zur Therapie gehen, die loese ich mal lieber selber ohne andere Leute, wenn es nicht mehr passt,.so beende ich, ganz einfach! Übrigens braucht man zu Beginn einer Beziehung auch keine Therapie!
 
  • #21
Ich würde wegen Beziehungsprobleme auch nicht zur Therapie gehen, die loese ich mal lieber selber ohne andere Leute, wenn es nicht mehr passt,.so beende ich, ganz einfach!
Vielleicht ist bei deinen Beziehungsproblemen, wenn du sie denn mal hattest, bisher auch kein Suchtproblem dabei gewesen. Der Mann von Alexis ist ein Trinker - und da kann man schon mal die Hilfe anderer gebrauchen und in Anspruch nehmen. Man kommt da mitunter alleine nicht raus. Das Problem ist, dass Alkoholiker, v. a. die, die ihren Job noch auf die Reihe kriegen, nicht andauernd pöbeln und aggressiv sind. Nein, sie haben meist eine weiche, sehr liebevolle und auch alltagstaugliche Seite, in die man sich einmal verliebt hat. Mit dieser Seite möchte man verheiratet sein. Nicht mit der Seite, die die Tochter anmacht, weil diese darum bittet, dass er sich die Schuhe auszieht, bevor er ihr Zimmer betritt (und der gleiche Mann läuft mit Schuhen in die Wohnung, regt sich auf, dass Alexis nicht ordentlich putzt und deswegen trinkt er angeblich. Lest euch mal die alten Threads von ihr durch). Alexis ist doch hin und hergerissen. Sie will den Mann, aber nicht den Alkohol. Manchmal bekommt man den Mann und dann denkt man, es könnte doch alles so schön sein, wenn er nur... Und dann setzt man alles daran, das irgendwie hinzukriegen. Zu kompensieren, was das Zeug hält. Man ist nicht ohne Grund Partner/in von Alkoholiker/inne/n. Man erfüllt meistens eine Funktion im System. Und oftmals kommt man da nicht ohne Beratung raus. Was ist denn so schlimm daran, sich Hilfe/Beratung zu holen. Kann mir das jemand erklären?
Alexis, denk an deine Tochter. Verbal niedergemacht zu werden von den Eltern ist das allerletzte. Du solltest ihm zumindest sagen, dass er mit deinem Kind nie wieder so sprechen darf, dass du das einfach nicht duldest. Und du solltest es auch nicht tun! Bleib zumindest in dem Punkt konsequent und beschütze sie. Ansonsten : siehe meinen Post weiter oben. (Und ja : habe ähnliches erlebt - und man kommt da raus - und man bricht sich keinen Zacken aus der Krone wenn man sich Hilfe holt. Im Gegenteil : es beweist Stärke. Nur Paartherapie funktioniert nun wirklich nicht, wenn einer ein Suchtproblem hat!)
 
  • #22
Liebe FS,

wenn dein Mann ein Alkoholiker ist, dann hat er eine psychische Erkrankung. Die Gefahr das du Co-Abhängig bist, lese ich leise aus deinen Beschreibungen. Entsetzlich finde ich, dass du deiner Tochter, so ein Leben zumutest.

Wie soll ein psychisch kranker Mensch klare und logische Gedanken fassen und danach handeln können?

Gut finde ich, dass du eine Therapie für dich machst, Ich hoffe nur nicht, dass es in der Therapie darum geht, warum dein Mann nicht so handelt wie du es dir erhoffst. Sondern das es eher darum geht, dass DU erkennst, was Du tun kannst, um ein besseres Leben zu führen und vor allen Dingen deine Tochter zu schützen.

Ich kenne einige inzwischen erwachsene Menschen, die in Alkoholiker Familien aufgewachsen sind und für ihr Leben lang negativ davon gezeichnet sind.

w
 
  • #23
Viele haben eine völlig falsche Vorstellung von einer Paartherapie bzw Eheberatung. Es gibt kein richtig oder falsch als Ergebnis. Denn es geht um den Weg des miteinander oder vielleicht auch ohne einander. Es geht um eine neutrale Hilfestellung. Aber Voraussetzungen muss natürlich immer sein, dass beide eine Beratung machen wollen und offen sind.
Ich kann es gut verstehen, dass dein Mann sich nicht vor einem XY bloßstellen will und seine/eure Probleme breit zu treten.
Es gibt in größeren Städten auch oft kostenlose Möglichkeiteiten bzw gegen eine ausgesprochen kleine Spende.
Aber wer keine Beratung will, für den ist natürlich jeder Euro rausgeworfens Geld.
 
  • #24
@ Rabentochter
Du beschreibst das sehr gut. Ich hatte zu Beginn meiner Postings tatsächlich das Gefühl es sind verschiedene Baustellen bzw das als Grund meiner Unzufriedenheit gehalten.
Aber es sind nur die sichtbaren Zeichen.
Du hast auch Recht mit der Unsicherheit genau aus dem Grund den du beschreibst
Den der Mann ohne Alkohol ist es wert darum zu kämpfen! Und das ist es was mich immer wieder zweifeln lässt, wäre er so konstant betrunken wie vor 2 Jahren wäre ich schon weg aber so gibt es doch wieder gute Phasen.
Al Anon gibt es bei uns in der Gegend nicht ebenso wenig das Blaue Kreuz oder Condrobs. Was ich entdeckt hab sind die Guttempler. Da werd ich nächste Woche hin gehen.
Lg und vielen Dank du hast mir sehr geholfen
 
  • #25
Den der Mann ohne Alkohol ist es wert darum zu kämpfen! Und das ist es was mich immer wieder zweifeln lässt, wäre er so konstant betrunken wie vor 2 Jahren wäre ich schon weg aber so gibt es doch wieder gute Phasen.
Da bleibt mir aber schon die Luft weg. Das Gute an ihm ist, er ist nicht dauerbesoffen? Gute Phasen? Er ist jetzt ab und zu nüchtern?
Und das mutest du deinem Kind zu?
Dir ist schon klar, was passieren wird, oder? Dein Kind hat nichts anderes erlebt, und wird deine Muster wiederholen, sich in eine Abhängigkeit mit einem Alkoholiker begeben. Davor wird sie - eine Tochter, oder - aber bereits mit 15 schwanger werden, weil nämlich alles besser ist, als weiter in dieser Hölle zu bleiben.
Diese extrem jungen Mütter suchen, meiner Meinung nach, die heile Familie, die sie nie erleben durften, und glauben naiverweise, daß ein kleines Baby ihnen die bedingungslose Liebe geben kann, die sie nicht kannten.
Der Kreislauf hört so nie auf.
Und du bist nicht stark genug, oder interessiert genug, oder weitsichtig genug, um ihn zu unterbrechen.
Schade.
 
  • #26
Ich hab berufsbedingt kein Problem mit Supervision oder Reflektion/Therapie.
Ist die Hürde so groß?
Für ihn ist die Hürde offensichtlich zu groß, "Therapien" sind sicher bei vielen Menschen mit Vorurteilen belegt. Hinzu kommt, dass Du offenbar Erfahrungen in dem Bereich hast, er nicht. Es könnte sein, dass er sich dadurch benachteiligt fühlt.

Fragen wir doch mal andersherum: was ist er bereit zu tun, damit die Beziehung wieder besser wird? Was ist sein Vorschlag? Ist es Konsens, dass "Kommunikationsprobleme" bestehen? Könnte es sein, dass Du möchtest, dass er so kommuniziert, wie Du Dir das vorstellst? Ich denke, in eurer Beziehung sind grundlegende Dinge nicht in Ordnung, nicht nur die Kommunikation. Das zeigen auch Deine anderen Beiträge.
 
  • #27
Hi alexis,

1) Die Wirkungen auf dein Kind wurden hier zuletzt stärker thematisiert, völlig zu Recht. Ich gehe zwar nicht so weit wie @Lily321. Aber du schickst deine Tochter damit definitiv mit einer schweren Hypothek ins Leben, solange du in dieser Beziehung verharrst. Kinder nehmen das tägliche tiefe Unglücklichsein der Eltern (beider!) viel stärker und ungefiltert wahr. Wo du dir Situationen noch schönreden und deinen Schmerz verdrängen kannst, spürt sie ihn viel stärker und als Kind kann sie sich davon nicht abgrenzen oder drüber reflektieren. Das wird sie prägen - je länger das ihr Alltag ist, je tiefer. Kinder erlauben sich selten, glücklicher zu sein/zu werden als ihre Eltern. Es ist nicht nur die direkte Aggression seitens deines Mannes, die vergiftend wirkt, sondern viel schlimmer ist euer ganzes, tägliches Beziehungsdrama. Da bist du gegenüber deinem Kind sehr wohl Mittäterin. Ich denke, ich darf dir diese Aussage zumuten!

2) In deinem Fokus ist nach wie vor dein Mann. Damit brauchst du dich nicht mit deinen Entscheidungen zu befassen, jedenfalls nicht ernsthaft. Solange du an seinen "arbeiten" kannst, kannst du den deinigen ausweichen. Du willst ihn noch immer "retten". Dass (neben deinem Kind) auch du dabei selber Schritt für Schritt draufgehst, realisierst du noch immer nicht. Frage dich nicht ständig "wie kann ich den Mann/die Beziehung retten? Sondern WARUM und wie lange noch will ich das überhaupt? Warum ist er mir wichtiger als ich selbst? Nein, das ist nicht "hehre" Selbstlosigkeit oder das Ehegelübde, auch wenn du dir das vielleicht gerne einredest.

3) Es ist deine Abhängigkeit von ihm - auf etlichen Ebenen. Du lechzst z.B. nach den inzwischen sehr seltenen "guten Phasen". Die könntest du und deine Tochter- viel länger- doch auch längst ohne ihn haben! Aber solange du dir prinzipiell nicht erlaubst, ohne ihn glücklich zu sein, wirst du mit ihm untergehen.

Vermutlich hast du auch Angst, er würde ohne dich nicht zurechtkommen und du dich dann schuldig fühlen. Er ist aber nicht dein Kind. Sei nicht Mutter für ihn, sondern für deine Tochter! Du darfst und musst ihm zumuten, für sich und sein Leben allein verantwortlich zu sein. Als Partnerin kannst und sollst du ihn unterstützen, klar. Aber du tust viel mehr. Er ist der "kleine", du die "große". Du willst ihm ständig seine Verantwortung abnehmen und kannst dich dabei selber „gut“ fühlen. Und wunderst dich, dass er dagegen vehement rebelliert. Und sich nicht bewegt. m/43
 
  • #28
Da bleibt mir aber schon die Luft weg. (...) Und das mutest du deinem Kind zu?
Dir ist schon klar, was passieren wird, oder? Dein Kind hat nichts anderes erlebt, und wird deine Muster wiederholen, sich in eine Abhängigkeit mit einem Alkoholiker begeben.
Nein, es ist nicht zu spät, etwas für deine Tochter zu tun, Alexis, lass dir das nicht einreden. Einen Alkoholikervater gehabt zu haben bedeutet nicht, dass der zukünftige Partner auch einer sein wird. Aber ich stimme zu, dass es für deine Tochter sehr schwer sein wird, gesunde Beziehungen zu führen. Wie auch: sie lernt von dir, dass es in Ordnung ist, von jemandem angepöbelt zu werden, der einen "liebt" und den man selbst "liebt". Sie lernt, dass psychische Gewalt normal ist in der Liebe. Ich vermute ganz stark, dass es bei dir selbst auch nicht anders gewesen ist. An alle, die entsetzt sind über Alexis ' Verhalten und darüber wie sehr sie diese Dinge auf die "leichte Schulter" zu nehmen scheint : Das tut sie mitnichten. Sie wird sich einen Riesenkopf machen um dieses Problem und dann wieder jenes. Gleichzeitig wird sie eine große Aggressionstoleranz haben. Alexis, stimmt meine Vermutung, dass es in deiner Ursprungsfamilie nicht wirklich liebevoll zugegangen ist? Als jemand, der in einer liebevollen Familie aufgewachsen ist, zeigt man jemandem wie Alexis' Mann den Vogel. Als jemand, der genügsam ist mit einem Minimum an liebevollen Gesten hält man viel Mist aus - bis es irgendwann nicht mehr geht. Und dieser Zeitpunkt ist offenbar gekommen Alexis - zieh es jetzt durch!

Natürlich tut es dir weh, wenn dein Mann deine Tochter fertig macht. Das wird aus deinen Posts sehr deutlich. Auch, dass du sie in Schutz nehmen MÖCHTEST. Du tust es ja bereits insofern, als dass du dich mitunter (meistens? immer?) schützend vor sie stellst (und vermutlich dann selbst zur Zielscheibe der Angriffe wirst). Aber du musst dir bewusst machen, dass das kein Schutz ist, wenn du es immer und immer wieder passieren lässt, ohne echte Konsequenzen zu ziehen. Die klare Ansage wäre : "du sprichst noch einmal so mit meiner Tochter - und ich bin weg." Und dann sei auch weg. Sage so etwas aber niemals, wenn du nicht bereit bist, das auch durchzuziehen. Im Interesse deiner Tochter rate ich dir: mach ernst mit deinem Plan Hilfe ranzuholen, damit du die Kraft entwickelst, deine Zelte abzubrechen falls er sich nicht SEHR SCHNELL auf Änderung einlässt - mach es für deine Tochter.
 
  • #29
Alexis, was @AufdrSuche schreibt, trifft es aus meiner Sicht voll auf den Punkt. Bin mir aber nicht sicher, ob dich die Botschaft in deiner jetzigen Phase schon erreicht "übersetze" deshalb (allerdings sehr frei).

Du liebst deinen Mann. Wenn er nüchtern ist und eine gute Phase hat (die ja recht lange dauern kann!), geht es dir und deiner Tochter gut. Er sorgt für gute Stimmung, er ist zärtlich, du bist ihm nah. Es kippt, du fragst: was hab ich nur falsch gemacht. Du siehst auch, dass der Alkohol für schlechte Stimmung sorgt. Er rechtfertigt sich - xy ist falsch, du auch, und deswegen trinke ich. Und du bist bereit, alles zu tun, damit ER nicht trinken muss - damit er dann auch gut zu dir sein kann. Und das ist das Problem. Alkoholiker finden immer "Gründe", weshalb sie trinken. Aber es gibt nur einen: sie sind abhängig. Und daran kannst du nichts ändern. Nur er selbst. Der Kern von @AufdrSuche s Botschaft (wie ich sie interpretiere) ist: Du musst es dir selbst Wert sein, dass du nichts tolerierst, was nicht gut ist für dich und dein Kind. Du musst für dich selbst sorgen - und dein Kind. Stattdessen versuchst du aber, deinem Mann die Verantwortung für sein Handeln abzunehmen. Du ruderst, damit du ein Mehr an liebevollen Momenten bekommst. Aber dein Kampf ist vergeblich. Er hört nicht damit auf, wenn er nicht selbst will. Wenn du mit dem Kampf aufhörst und ERWARTEST, dass er euch STETS gut behandelt (oder du bist weg), dann bekommst du auf einmal Luft für dich selbst. Du wirst sehen, dass ein Großteil deines Lebens darin bestand, dir Sorgen zu machen, wie alles werden soll. Und dann wirst du lernen, dass du es selbst in die Hand nehmen kannst anstatt andauernd auf das zu reagieren, was um dich herum passiert. Du findest die Kraft, NEIN zu sagen, wenn jemand deine Grenzen überschreitet und die deiner Tochter. Es ist nicht unmöglich, mit einem Alkoholiker eine einigermaßen gute Ehe zu führen. Es gibt Beispiele. Aber ich habe noch von keinem Fall gehört (was nichts heißen will), dass das geht, wenn er teilweise aggressiv wird. Er kann seine Aggressionen unter Alkoholeinfluss nicht dauerhaft zügeln, die Erfahrung hast du schon gemacht. Vermutlich wirst du ihn verlassen, wenn er nicht trocken wird und sich nicht professionell um seine Aggressionen kümmert. Das ist seine Aufgabe, nicht deine. Was dich leiten wird: der Gedanke an dein Kind. Aggressionen sind das allerletzte für ein Kind. Wenn du das willst, könnten wir uns auch das Thema zusammen angucken.
 
  • #30
@ Rabentochter
Es tut so gut das du so liebe Worte findest.
Mir ist grad beim lesen der Antworten was klar geworden und ich trau es mich fast nicht
schreiben. Bei uns daheim hab ich genau das erlebt was bei uns grad passiert allerdings ohne Aggressionen seitens meines Vaters mir gegenüber. Allerdings hab ich ihn mehr als ein Mal aufgesammelt und heim gebracht!
Ansonsten waren sie immer fair mir gegenüber (keine Willkür) aber körperliche Nähe gab es kaum und ich bin immer der Anerkennung meiner Mama hinter her gelaufen.
Dabei muss sie wohl stolz auf mich gewesen sein. Nur schade das mir das fast fremde Leute auf ihrer Beerdigung gesagt haben. Wie gern hätte ich das nur ein Mal von ihr gehört.
Ich hab das aber nur in sofern mit mir/uns in Verbindung gebracht, dass ich empfindlich auf Alkohol reagier.
Ansonsten wollt ich doch alles anders machen. Ich sag meiner Tochter auch das ich stolz bin auf sie und wir kuscheln miteinander!
Heute hatten wir dann mal nüchtern so ein Fall sie wollte mir ein Gefallen tun aber weil er glaubte es ist ihr Wunsch hat er sie einfach abgekanzelt
 
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