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  • #31
Liebe FS,
Dein Mann mag Deine Elterrn zu Recht nicht. Sie waren absolut mies zu euch, haben sich dafür nie entschuldigt, weil sie keinen Grund sehen und sind bis heute für ihn keine netten Schwiegereltern. Warum also sollte er sie mögen? Sie geben ihm keinen Grund.


Er möchte sie nicht sehen und jedes Mal wenn ich sie besuche gibt es großen Streit.
Klär das einmalig mit ihm und grundsätzlich, damit nie wieder darüber geredet wird: Du besuchst Deine Eltern wann Du willst und er wird nicht von Dir belästigt mitzukommen. Wenn er nicht will, dass euer Kind an diese Sekte herangeführt wird und Dich jedesmal beim Elternbesuch begleitet (was ich sehr gut nachvollziehen kann), dann muss er es eben betreuen oder für anderweitige Betreuung sorgen.
Auch dass er euer Kind mit ihnen nicht allein lassen will, kann ich sehr gut nachvollziehen und Du wirst kaum brauchbare Argumente haben, warum das sein muss.

Und Du brauchst einen A**** in der Hose, Deinen Eltern klarzumachen wie eure Konditionen sind.
Ich war mal mir einem Mann liiert, dessen Eltern Zeugen Jehovas waren - was für freudlose Pflichtbesuche schon für Erwachsene. Das braucht doch kein Kind.

Nimm den großen Vorteil der ungewollte Begegnungen mit ihm verhindert: weil sie als Zeugen Jehovas eh nie feiern gibt es kleine Probleme bei Familienfeierlichkeiten und sonstigen Feiertagen mit ihnen - feiert zuhause als kleine Familie ggfs. mit seinen Eltern und lass Deine Eltern zuhause hocken und vor sich hin jehovan.
 
  • #32
Als wir uns dann verlobt haben, haben sie sich zunächst sehr gefreut...

Schlussendlich kamen sie nicht zur Hochzeit, da ich einen Mann heirate der nicht diesem Glauben angehört. Sie wollten eben dass ich jemanden aus ihrem Verein heirate.
Liebe Fs,
was Deine Eltern tatsächlich von Deiner Ehe hielten, hast Du an ihren Taten gesehen.

Deine Eltern lehnten Deine Lebensweise als sündhaft ab. Sie lehnten Deinen Ehemann als Sünder ab. Deine Eltern lehnten Deine Ehe ab.
Hat sich daran irgendetwas geändert?
Warum sollte Dein Mann Personen mögen, die ihn ablehnen?

Natürlich ist es traurig, dass sie bei der Hochzeit nicht dabei waren. Ich würde das Verhältnis aber nicht von diesem einmaligen Ereignis abhängig machen.

Ich würde schauen, ob die Eltern Deine Art zu leben respektieren. In der Vergangenheit haben Deine Eltern das nicht.

Für mich ist damit eine Welt zusammengebrochen und ich konnte es ihnen erst einmal nicht verzeihen, mich so im Stich gelassen zu haben wegen so einem bescheuerten Grund.
"so ein bescheuerter Grund"... der Grund, nämlich ihre religiöse Überzeugung, war für Deine Eltern wichtiger als Deine Enttäuschung etc.
Hast Du verstanden, dass für Deine Eltern die Religion einen höheren Stellenwert eingenommen hat als Du oder andere Menschen?
Hat sich daran etwas geändert?

Ich würde ein kleines Kind im Leben nicht alleine bei Personen lassen, die ihre Ideologie über Menschen stellen!
Da bin ich bei Deinem Mann.

Das war schwer, ich möchte aber in 20 Jahren nicht auf mein Leben zurückblicken und so etwas dann zutiefst bereuen.

wenn ich sie besuche gibt es großen Streit.
Du willst in 20 Jahren den schlechten Kontakt zu den Eltern nicht bereuen. Ist es besser, in 20 Jahren die Ehe voller Streit zu bereuen?

Es gehört zur Entwicklung zum erwachsen werden dazu, dass Du Dich von den Eltern emanzipierst.

Wenn die Eltern Dich als Erwachsene, Deine Lebensweise, Deine Familie einschließlich Ehemann akzeptieren, halte den Kontakt.

Andernfalls musst Du nicht wie ein Kindchen um die elterliche Liebe betteln und irgendwie versuchen, engen Kontakt zu halten. Für Außenstehende wäre das nicht nachvollziehbar.

Zum Kontakt gehören immer 2. Du bist erwachsen, selbst Mutter. Du darfst von den Eltern verlangen, dass sie sich entsprechend benehmen. Halten Deine Eltern den Kontakt für wertvoll, werden sich Deine Eltern entsprechend verhalten können.

Es kann Dir aber erneut schmerzlich passieren, dass Deine Eltern ihre religiöse Ideologie wieder über den Kontakt zur Tochter und Enkel stellen wie bei der Hochzeit.

Grundsätzlich finde ich muss der goldene Apfel in die nächste Generation getragen werden. Das heisst, Deine Anstrengungen für ein harmonisches Familienleben muss in die Zukunft gewandt sein für Deine Kindern und nicht rückwärts gewandt...
 
  • #33
Liebe FS. Ich darf mich mal mit Insiderwissen outen: ich bin selbst "bei den Zeugen Jehovas aufgewachsen" und habe den Absprung erst viel später geschafft, wenn man das Absprung nennen kann. Ich bin einfach weg geblieben und habe angefangen undercover mein eigenes Leben zu führen.

Warst Du getauft? Vermutlich nicht, denn dann wärst Du ausgeschlossen worden und Deine Eltern dürften mit Dir nicht mehr reden. Aber eigentlich dürften sie es auch so nicht, denn Du bist eine Abtrünnige. Sie verletzten mit dem Kontakt zu Dir schon einige Regeln der Zeugen Jehovas.

Meiner Meinung nach wird es Dir nicht gelingen, diese beiden Welten miteinander zu versöhnen. Halte Deinen Mann aus der Schusslinie, besuche Deine Eltern und gut ist. Ich glaube nicht, dass es dem Kind schaden würde, wenn es die Großeltern besuchen würde. Wirklich nicht. Zeugen Jehovas haben einen hohen ethischen Standard. Aber sie sind eben eigen. Aber Dein Mann ist dagegen und ich würde ihn keinesfalls verärgern wollen.

Ich habe meinen Partner niemals bei meinen Eltern vorgestellt. Niemals. Sie wissen sicherlich von ihm. Wir wurden bestimmt schon irgendwo gemeinsam gesehen. Sie haben es nie angesprochen, ich habe es nie angesprochen und so tun wir alle so, als wäre nichts. Ich besuche meine Mutter (inzwischen verwitwet) nur sehr selten und mein Privatleben ist kein Thema. Das ist zwischen uns ein stillschweigendes Arrangement. Sie sagte mal zu mir: "erzähle mir niemals etwas, was ich nicht wissen will". Und so funktioniert es ganz gut zwischen uns.

Mein Partner weiß davon und er hat gar kein Bedürfnis, meine Mutter kennenzulernen. Und so sind alle "zufrieden". Schade war, dass ich ihn nicht zur Beerdigung meines Vaters mitnehmen konnte. Schade auch, dass mein Bruder meine Mutter nicht zu seinem 50. Geburtstag einladen konnte. Schade. Aber sie will es eben so.

Akzeptiere das so und halte Dich zurück. Das ist mein Rat. Eine Versöhnung kann es gar nicht geben. Viel Glück.
 
  • #34
Ich finde es sehr schade, dass du dir von deinen Eltern deine Ehe kaputtmachen lässt. Denn dass dein Mann sie bei der Vorgeschichte und ihrer Uneinsichtigkeit nicht ausstehen kann, verstehe ich vollkommen. Ich würde auch den Kontakt zu solchen Schwiegereltern vermeiden.

Wie verhalten sich deine Eltern, wenn du bei ihnen bist? Versuchen sie dich zu bekehren, missbilligen sie offen deinen Mann und eure Lebensweise oder halten sie sich zurück?

Auf jeden Fall wäre es an deinen Eltern, deinen Mann für ihr unmögliches Verhalten um Entschuldigung zu bitten.

Wenn sie zu stur dafür sind, was ich annehme, gibt es auch keinen Grund für deinen Mann, auf sie zuzugehen.

Entscheide dich, was du sein willst: Das ewige Kind, das es den Eltern recht machen will, oder eine erwachsene Frau, die ihre eigene Familie an erste Stelle stellt.
 
  • #35
Ich habe selber Erfahrungen mit den ZJ, da meine Großmutter dazu gehörte und eine Zeitlang auch meine Eltern an den Versammlungen teilnahmen.

Es kommt sicher auf den Einzelnen an ind wie sehr er in dieser Sekte verankert ist, aber meine Erfahrungen würde ich keinem Kind wünschen. Meine Oma war sehr fanatisch, und selbst als meine Eltern (auf Wunsch meiner Mutter, mein Vater wollte dabeibleiben) nicht mehr teilnahmen, missionierte sie bei jeder Gelegenheit. Ich wuchs auf in dem Glauben, dass in absehbarer Zeit die Welt untergehen würde, dass so ziemlich alles falsch war was man in der heutigen Zeit tut, und der Glaube war für mich aber trotzdem irgendwie nicht greifbar. Ich hatte später auch eine Klassenkameradin, deren Eltern ebenfalls Zeugen Jehovas waren, die drogensüchtig wurde, in der Psychiatrie landete und danach keine Familie mehr hatte, da sie abtrünnig wurde.

Beim Katholizismus war die Sache irgendwie einfacher für mich, Gebote an die man sich halten muss, Sünden kann man beichten, etc. Bei den Zeugen blieb alles schwammig, ich bekam nie eine klare Antwort auf meine Fragen und ging davon aus, dass ich sterben werde wenn Armageddon kommt. Kritische Fragen wurden schon gar nicht geduldet. Nicht zuletzt bekam ich dazu keinen Zugang und wollte so nicht leben.

Sich davon zu lösen hat lange gedauert.

Es wäre für mich interessant, wieviel dein Mann über den Glauben und das Regelwerk der ZJ weiß. Ist der Grund für seine Ablehnung dass er befürchtet, deine Eltern könnten euer Kind mit Weltuntergangsszenarien verängstigen, ihm einreden dass Geburtstag und Weihnachten zu feiern verboten sind, und so weiter? Oder nimmt er ihnen übel, dass sie ihn nicht in der Familie haben wollten, wie sie euch behandelt haben?

Meine Oma wurde mit dem Alter milder, aber wir hatten lange keinen Kontakt. Und ich hätte auch nie zugelassen dass sie mein Kind mit ihrem Glauben beeinflusst.
 
  • #36
Warum soll das so sein?
Genauso gut könnte man doch sagen die Mutter besucht sie mit den Kindern und den Vater bleibt weg.

Ich habe halt vor Augen wie wichtig meinen Kindern ihre Großeltern sind und was die für ein tolles Verhältnis die haben. Ich kenne das von mir selbst, ich hatte zu meinen Großeltern auch immer ein sehr inniges Verhältnis, eigentlich mehr als zu den Eltern. Und wenn man sich vorstellt dass in diesem Fall das sowohl dem Kind als auch Oma und Opa vorenthalten werden soll ist das schon schmerzlich. Wer weiß, vielleicht wären die beiden ja auch total liebevolle Großeltern. Gegenüber den Enkeln verhalten sich Menschen oftmals sehr viel anders als gegenüber den eigenen Kindern.
Matze, warum stellst du dich eigentlich so blöd an?
Die Fakten liegen doch klar auf der Hand.
@NormaJean hat es einfach und logisch erklärt.
Ja der Mann entscheidet dass sein Kind nicht zu den Großeltern muss.
Aus dem Grund dass die Großeltern allein schon durch ihre Hochzeit Sanktionen, schon mal egoistische Ar.....lö..... sind.
Und weiter, weil die Tochter nicht oder nur schwer rational handeln kann, weil mit dem Mist selbst kompromittiert wurde.
Hier geht es nicht um eine Religion, sondern um Verantwortung ihrem Kind gegenüber.
Die Tochter kann sich den Scheiss gerne anhören, aber ohne Mann und Kind.
Du kannst doch nicht das Verhalten der Eltern durch irgendeine Pseudoreligion verteidigen!
Wo bleibt denn dein gesunder Menschenverstand?
Sie sind es, die Andersdenkende ausgrenzen, hier den ungläubigen Schwiegersohn.
Was denn, wenn das Kind der beiden mit zehn beschließt, die Zeugen sind blöd.? Wird das Kind dann auch verteufelt?
Echt schräg, so eine Einstellung.
Menschen, die glauben, sollen es für sich tun und nicht andere missionieren.
Bist du auch Zeuge?
M49
 
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  • #37
Ich kann euch beide verstehen ........
... denn auch ich würde meiner Mutter jeden Fehler verzeihen. Sie ist meine Mutter, sie darf das. Und mein Vater hat indirekt für einen kleinen Skandal an meiner Grundschule gesorgt, als ich der Religionslehrerin in der 2, Klasse erklärt habe, keinen Gott zu benötigen, da ich ja meinen Vater hätte. Ok, ich war 7 .....
.... und ich habe auch meine schlechten Erfahrungen mit Religion gemacht. Mit sehr ideologisch / religiös geprägten Menschen ebenfalls. Und auch ich sehe keinerlei Grund, Menschen, die mich ablehnen auch nur ein freundliches Wort zu schenken. Von der Gefährlichkeit solcher Sekten bin ich ebenfalls überzeugt. Daher bin ich auch der Meinung, dass gerne jeder für seine Kirche bezahlen darf - dies aber nicht zu kompensieren ist durch eine Strafsteuer für nicht Religiöse.
Wie könnte hier ein Kompromiss aussehen ?
Dein Mann wird wahrscheinlich begreifen können, dass du eben an deinen Eltern hängst - auch wenn nicht alles gut war. Daher mach ihm den Vorschlag: eure Kinder bzw noch das Baby dürfen die Grosseltern kennen lernen. Aber nur in deiner ständigen Gegenwart. Du versprichst bei religiöser Indoktrination sofort samt Kind zu gehen. Wird das Kind älter, darf es selbst einen Besuch der Grosseltern ablehnen. Bist du mit dem Kind bei deinen Eltern meldest du dich stündlich per Handy bei ihm. In eurer Wohnung sind deine Eltern so unerwünscht wie dein Mann in deren Wohnung.
Versuch es mal - dein Mann will nicht streiten, dein Mann macht sich Sorgen um seine Familie. Und das ist doch eigentlich ein gutes Zeichen.
 
  • #38
Hier sieht der Mann eine Bedrohung und zwar nicht alleine durch die religiöse Einstellung der Eltern, sondern durch das fehlende Einsehen der Fehler.

Er wurde abgelehnt und das so massiv, dass sie nicht zur Hochzeit gekommen sind.
Und er wird weiterhin abgelehnt, weil sie ihr Verhalten ja bis jetzt für richtig halten
Somit können die Eltern ihn bis jetzt auch nicht leiden.
Die FS besucht also Menschen, die ihn als Ehemann weiter offiziell ablehnen und das aus religiösen Gründen.
Die FS sieht es ihren Eltern nach, erwartet aber keine Entschuldigung.

Würden die Eltern sich bei ihm entschuldigen, damit Respekt zollen und schwören ihre Religion vom Kind fern zu halten....würde er ihnen vielleicht glauben.
So haben sie sich bigott und unbelehrbar gezeigt....und alles andere als liebenswürdig.
Da möchte man seine lieben, lieber in Sicherheit sehen.
 
  • #39
Ja der Mann entscheidet dass sein Kind nicht zu den Großeltern muss.
Ich finde es nur interessant dass sonst immer sehr auf partnerschaftliche Entscheidungsfindung gepocht wird aber in diesem Fall soll der Mann alleine entscheiden dürfen.

Nein, bin ich nicht. Und nach dem was ich über sie weiß sehe ich die Zeugen ja auch äußerst kritisch und betrachte sie als eine Sekte, deren Lehren (z.B. Antitrinität) ich ablehne.
Nur wird hier ja gern mal jegliche Religion und Konfession in einen Topf geworfen und jeder Gläubige muss ja automatisch gleichzeitig ein Fundamentalist sein.

Wie gesagt ich habe eben vor Augen wie wichtig mir selbst und auch meinen Kindern die Großeltern waren und sind. Und ich frage mich ob die Befürchtung "aber die wollen die Kinder doch dann bestimmt missionieren und indoktrinieren und machen ihnen Angst" tatsächlich immer gerechtfertigt ist. Ohne meine Oma müttterlicherseits wäre ich heute wahrscheinlich nicht der der ich bin, sie hat mich immer in die Kirche mitgenommen (von meinen Eltern kam diesbezüglich ja nichts, da nicht gläubig). Ich wurde aber nie gezwungen sondern bin immer freiwillig und gerne gegangen. Ich weiß nicht ob das meinen Eltern gepasst hat, vielleicht nicht. Aber unterbunden haben sie es nicht. Natürlich habe ich später meinen eigenen Weg was den Glauben betrifft finden müssen, aber ohne das Samenkorn das meine Oma gelegt hat wäre das wahrscheinlich nicht so passiert. Meine "agnostische" Phase in der ich vieles hinterfragt habe hatte ich trotzdem. Und was die Angst betrifft: Meine Uroma hat mir auch Geschichten von der Hölle erzählt, das weiß ich noch genau. Angst hatte ich deswegen trotzdem keine, zumindest könnte ich mich nicht daran erinnern.

Was ich auch immer interessant finde ist dass es als Indoktrination gilt wenn man Kindern von Gott erzählt, ihnen das bewusst vorzuenthalten aber nicht.

Mir geht es hier weniger um den konkreten Fall (ich will hier ja keinesfalls die Zeugen Jehovas verherrlichen, im Gegenteil, ich wäre auch nicht glücklich wenn meine Kinder in diese Glaubensgemeinschaft hineingezogen würden und würde versuchen gegenzusteuern), sondern darum dass jede Diskussion hier (und in anderen sozialen Netzwerken auch) sobald es um Glaube, Glaubensausübung und Kirche geht sofort eine gewisse Schlagseite kriegt. Viele schreiben von den schlechten Erfahrungen die sie gemacht haben. Verdammt, es muss doch außer mir noch jemanden geben der gute Erfahrungen gemacht hat???
 
  • #40
Was ich auch immer interessant finde ist dass es als Indoktrination gilt wenn man Kindern von Gott erzählt, ihnen das bewusst vorzuenthalten aber nicht.

Mir geht es hier weniger um den konkreten Fall
Wenn man etwas nicht erzählt, ist das eben keine Indoktrination. Die Kinder können sich, wenn sie älter oder erwachsen werden ja immernoch einem Glauben anschließen. Es hieße ja sonst auch nicht, dass man dem Kind nur von einem Glauben erzählen kann, denn welcher richtig ist, wenn einer richtig ist, weiß man doch nicht - das würde ja bedeuten, man müsste alle Weltreligionen dem Kind nahebringen? Nur eine davon ist ja auf jeden Fall sehr einseitig. Also wenn man es logisch betrachtet. Ich mein, als ich Kind war, hatte ich nichts mit dem Islam zu tun und hab nur in der Schule in Ethik mal was drüber gehört. War das jetzt ein Fehler, dass mir die Möglichkeit genommen wurde, mich damit früh in Kontakt zu bringen und zu erleuchten, wenn es ja nach Meinung meiner Schwiegermutter die einzig richtige Religion ist...? Anders gefragt, bringt man Kinder auch sofort mit den Ideen von Sozialismus oder anderen Ideologien in Kontakt? Ich dachte, das könne man sich später bei Interesse doch alles selbst erarbeiten, bzw. in der Schule hat man ja die groben Übersichten, wir hatten auch die großen Religionen? Warum nicht Scientology; ist ja auch Indoktrination, wenn man die auslässt? Thor, Odin usw...
Ich werde meinem Kind im Übrigen nicht erzählen, dass es auf keinen Fall einen Gott gibt, nur, dass ich nicht an einen glaube und warum. Wenn es sich anders entscheiden sollte - solange es nicht zu einer extremen Auslegung tendiert - dann ist das völlig in Ordnung, jeder so, wie er mag. Ich werde auch durchaus die verschiedenen Religionen mal erklären oder so. Aber wenn die Oma hinter dem Rücken der Eltern was von der Hölle erzählt, dann finde ich das eben nicht okay, tut mir leid. Es gibt Kinder, die nehmen das sehr ernst und bekommen dann Albträume. Ich werfe als Atheist alle Religionen in einen Topf, da es für mich den absoluten Unterschied gibt zwischen Logik (für mich ist rein logisch kein Gott notwendig für die Welt, in der wir leben) und Glaube (etwas, was nicht bewiesen werden kann, das macht für mich halt keinen Sinn). Wie extrem Gläubige ihre Religion ausleben, ist aber natürlich sehr individuell. Für mich ist die Grenze, wenn jemand missioniert werden soll oder jemand anderem geschadet. Nach meiner Erfahrung ist die religiöse Gruppe an sich aber fast immer dadurch geprägt, dass man Nicht- oder Andersgläubige ausschließt. Nur so funktionieren Gruppen. Man stellt sie als unwissend, gefährlich oder verloren dar, und das passt mir schon nicht. Sieht man hier an dem Beispiel ja sehr schön.
 
  • #41
Da ist das Problem für den Mann gelöst, aber nicht für die Fragestellerin, weil sie dann nämlich immer noch den Stress mit ihren Eltern hat, die das Kind sehen wollen und gegen den Ehemann hetzen und genau das wird sie letzten Endes zermürben.
Das stimmt, aber letztlich ist es ja auch für den Mann weniger ein Problem. Seine Schwiegereltern lehnen ihn ab. Er zieht die Konsequenzen.

Ich hatte dieses Problem in meiner Familie in extremer Form. Samt mehreren Prozessen, Einschaltung von Sektenbeauftragten und Bischöfen, ein richtig netter Kleinkrieg.

Aus meiner Perspektive ist die FS in erster Linie ihrem Mann und ihrem Kind verpflichtet. Das sollte sie klar und deutlich allen Beteiligten sagen und darauf klar und deutlich ihre Prioritäten setzen.

Andererseits sollte der Mann akzeptieren, dass sie die Eltern weiter besucht. Das setzt voraus, dass es keinen Einfluss aus Richtung Religion gibt, denn da dürfte er völlig zu Recht empfindlich reagieren. Wenn das Vertrauen darauf nicht da ist, dann wird der Mann den Kontakt des Enkels auch längerfristig berechtigt ablehnen. Die FS gefährdet dann ihre Ehe.

Die FS kann von beiden Seiten erwarten, dass sie eine Trennung akzeptieren. Und sie kann beiden Seiten sagen, wie sie sich das vorstellt. Den Eltern kann sie klar sagen, dass sie keine Herabsetzungen ihres Mannes hören möchte, dem Mann, dass er ihre Besuche respektieren sollte. Ich würde an ihrer Stelle aber auch dem Mann klar und deutlich sagen, dass er die Priorität hat.

Beim Kind hat der Mann ein Mitspracherecht. Die FS sollte bei der Gestaltung ihres Familienlebens aus meiner Sicht nicht gegen den Willen ihres Mannes handeln bzw. das gemeinsam entscheiden. Er wird sicher bei jedem "sektiererischen" Einfluss abweisend reagieren und das zu Recht.
 
  • #42
Es hieße ja sonst auch nicht, dass man dem Kind nur von einem Glauben erzählen kann, denn welcher richtig ist, wenn einer richtig ist, weiß man doch nicht - das würde ja bedeuten, man müsste alle Weltreligionen dem Kind nahebringen?
Nein das heißt es nicht. Unter Glauben wird ja gemeinhin ein "Fürwahrhalten" verstanden. Und dass man seinen Kindern in erster Linie das vermitteln möchte, was man selbst für wahr hält (in meinem Fall zum Beispiel: Das evangelisch-lutherische Christentum landeskirchlich-liberaler Ausprägung) ist doch ganz normal. Nur muss man ihnen ja nicht verschweigen dass es auch Menschen gibt die nicht glauben und solche, die anders glauben (das sehen sie ja schon im Alltag). Man kann versuchen ihnen die Unterschiede zu erklären ohne die Anders- oder Nichtgläubigen schlechtmachen zu müssen und trotzdem gleichzeitig zu seiner eigenen Überzeugung stehen. Ist nicht immer einfach, das ist natürlich auch klar. Aber ich würde meinen Kindern gegenüber im Leben nie meine Eltern schlechtmachen, weil sie nicht glauben. Oder meine Oma, weil sie katholisch ist. Oder den/die islamische(n) Mitschüler(in). Deshalb kann ich ihnen aber trotzdem erklären warum ich glaube und warum ich mich ganz bewusst für die Konfession entschieden habe der ich angehöre.
Und ich bin natürlich auch der Meinung, dass man in diesem konkreten Fall von den Schwiegereltern ein ähnliches Verhalten erwarten und verlangen sollte.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #43
Und dass man seinen Kindern in erster Linie das vermitteln möchte, was man selbst für wahr hält (in meinem Fall zum Beispiel: Das evangelisch-lutherische Christentum) ist doch ganz normal.
Darum ging es doch aber überhaupt gar nicht, und ich dachte auch, bei deinem Kommentar nicht. Ich dachte, es geht darum, dass du es gut findest, dass jemand außerhalb der Eltern dem Kind noch was über Religion erzählt, wenn die Eltern selbst nicht religiös sind. Und das kann man dann infrage stellen mit meinen Argumenten. Dass Eltern ihrem Kind das weitergeben, was sie selbst glauben, ist ja einfach logisch, funktioniert aber (für mich glücklicherweise) halt auch nicht mehr so gut wie früher, wo das Kind später gar keine andere Wahl hat, weil ja alle gleich glauben im Dorf, Stadt oder wo auch immer.
Mein Ex-Freund hatte einen katholischen Vater und eine agnostische Mutter und hat beide Seiten kennengelernt und sich dann später als gläubig bezeichnet, wurde aber nie in die Kirche geschleppt oder irgendwie großartig beeinflusst, das war dann sein eigener Wille. Mein Freund dagegen kommt aus einem absolut muslimischen Land und konnte daran trotzdem nie glauben. Für ihn war die ganze religiöse Erziehung, Koranschule usw. eine einzige Qual. Ich halte es daher für okay, wenn Eltern ihrem Kind ihren Glauben vermitteln, aber ihm eben dennoch die Wahl lassen und es nicht schon in die Glaubensgemeinschaft hineinquetschen, wenn es noch gar nicht selbst denken kann. Ich bin auch konfirmiert und denke im Nachhinein, was für ein Schwachsinn, zu dem Zeitpunkt hab ich schon nicht mehr dran geglaubt, hab das für meine Oma aber gemacht, damit sie Ruhe gibt.
Wenn man will, kann man das später ja für sich selbst alles noch entscheiden.
Zeugen Jehovas sind aber nochmal was ganz anderes, und ich verstehe daher auch nicht, dass du hier so ein absolut weit weg liegendes Nebenthema aufmachst von Anfang an in deinen Kommentaren. Alle ZJ, die ich kenne, hatten mit ihren Familien später extrem Stress, wurden verstoßen oder extrem kontrolliert, durften nix feiern und nicht mit auf Klassenfahrt als Kind, alles wurde total reglementiert, litten Höllenqualen unter ihrem Gewissen bei Sex vor der Ehe, eine hat sogar einen alten Knacker der Gemeinschaft geheiratet, um ihren Eltern gegenüber korrekt zu leben. Und das war hier das Thema.
Die FS kann von beiden Seiten erwarten, dass sie eine Trennung akzeptieren. Und sie kann beiden Seiten sagen, wie sie sich das vorstellt.
Dem stimme ich absolut zu. Es wäre interessant von der FS zu hören, wie die Antworten hier bei ihr ankommen, ob sie dem zustimmt oder nicht. Jedenfalls kann der Mann kaum gezwungen werden, Leute anzunehmen und den Umgang super zu finden, die ihn mehrfach extrem abgelehnt haben.
 
  • #44
Wie extrem Gläubige ihre Religion ausleben, ist aber natürlich sehr individuell. Für mich ist die Grenze, wenn jemand missioniert werden soll oder jemand anderem geschadet.
Wir haben übergeordnet eine Trennung von Kirchen und Staat und ich finde das gut und richtig. Heruntergebrochen bedeutet das, dass Religion für mich etwas persönliches ist und man akzeptieren sollte, wenn andere Menschen damit nicht behelligt werden möchten. Für Kinder sind deren Eltern zuständig, diese Entscheidung zu treffen.
Aus meiner Sicht ist die Entwicklung in unserer Gesellschaft, dass wir Menschen haben, die nicht akzeptieren können, dass andere mit Religion nichts am Hut haben, sehr negativ. Ein Rückfall in Zeiten, die ich längst nicht mehr haben möchte, leider auch bei politischen Entscheidungen.

Toleranz ist die Voraussetzung für Zusammenleben. Und da haben eben religiöse Vorschriften nichts zu suchen.
 
  • #45
Man kann versuchen ihnen die Unterschiede zu erklären ohne die Anders- oder Nichtgläubigen schlechtmachen zu müssen und trotzdem gleichzeitig zu seiner eigenen Überzeugung stehen.
Matze, das ist das normale Verhalten. Aber normal geht mit diesen Eltern nicht.

Im Eingangspost war die Rede davon, dass es den Eltern nicht leid tut, dass sie die Nichtzugehörigkeit des Vaters zur Sekte so massiv ablehnen, dass es zu einem Kontaktabbruch zur Tochter gekommen ist. Der Tochter tut es leid. Den Eltern nicht. Das heißt, die Eltern wähnen sich komplett im Recht und werden sich weiterhin gemäß ihrer Überzeugung verhalten. Dazu gehört, die Abtrünnigen wieder auf Kurs zu bringen und die Enkel zu retten, alle Kritiker entweder zu bekehren oder massivst auszugrenzen. Kritiker sind Verlorene und Feinde. Es gehört gerade nicht religiöse Toleranz und Toleranz Andersdenkender dazu. Dass der Mann das nicht möchte, dass er von den Großeltern als Feind seiner Kinder porträtiert werden wird, nachdem seine Frau ihm zu verstehen gegeben hat, dass der "Verein" der Eltern nichts mit ihr zu tun hat, ist komplett verständlich.

Ich glaube nicht, dass die FS (Stand Eingangspost) wirklich schon komplett abgegrenzt hat von den Überzeugungen der Eltern, sonst wäre nicht von einem "Verein" die Rede.

Diese Eltern sind nicht in der Lage, ihre Mission aufzugeben dafür, dass sie Kontakt mit der Tochter und den Enkeln haben können. Sondern sie kämpfen um den rechten Weg. Dazu gehört, den Feind (den Vater) zu bekehren oder auszugrenzen. Dafür nehmen sie auch Kontaktabbruch zur Tochter in Kauf. Sie nehmen auch in Kauf, die Tochter zu verlieren. Sie zu verlieren tut ihnen nicht leid, so lange sie sich mit dem Feind gemein macht!

Die Tochter muss sich entscheiden. Beziehung mit der Sekte oder mit Mann und eigener Familie.
 
  • #46
Ich glaube nicht, dass die FS (Stand Eingangspost) wirklich schon komplett abgegrenzt hat von den Überzeugungen der Eltern, sonst wäre nicht von einem "Verein" die Rede.
Schon die Überschrift "Mein Mann mag meine Eltern nicht" ist für mich eine seltsame Aussage. Das Problem liegt doch ganz woanders. Mir ist ihre Position auch unklar. Wir stochern hier mal wieder im Nebel, weil sie sich ja auch nicht meldet.
 
  • #48
Wir stochern hier mal wieder im Nebel, weil sie sich ja auch nicht meldet.
Das ist aber wieder ganz normal.

Für mich gibt es 2 Arten von TS.
Variante 1 meldet sich nicht mehr und
Variante 2 meldet sich stündlich immer wieder und hinterfragt alles.
Ist der Mars wirklich blau und nicht eher lila. I´m only joking.

Dann gibt es noch Variante 3, die anschließend immer wieder neue Nebenthemen einfügt.
 
  • #49
sobald es um Glaube, Glaubensausübung und Kirche geht sofort eine gewisse Schlagseite kriegt
Es geht nicht um Glauben an sich.
Es geht um ein Eltern-/Großelternpaar, die sehr überzeugte Zeugen Jehovas sind, die Ehe der Tochter ablehnen, den Partner ablehnen.

Und die Erfahrungen der
Foristinnen bezogen sich auf die Zeugen Jehovas.

Man sollte differenzieren, es gibt liberale Glaubensrichtungen und Fundamentalisten in jeder Glaubensrichtung. Es gibt Anhänger von gemäßigten Glaubensrichtungen, die trotzdem fanatisch sind.

Ich hätte als Elternteil auch versucht, den Kontakt eines Kindes zu radikalen oder fundamentalististischen Menschen zu unterbinden, vor allem in dem Alter, wo sie selbst nicht differenzieren können.
Als Elternteil bin ich erst mal verantwortlich dafür, welchen Wertekodex mein Kind lernt, welche Grundhaltungen, welche Verhaltensnormen.

Mit zunehmendem selbstständig werden werden Kinder das auf den Prüfstand stellen, aber Einflüsse aufnehmen, ihre eigenen Haltungen entwickeln.
Bei meinen erwachsenen Kindern muss ich es dann tolerieren.

Der Vater als Elternteil hat hier in diesem Fall alles recht sein Veto einzulegen.

W, 51
 
  • #50
Ich hatte mal Besuch von ZJ. Sie haben spontan am Sonntag Vormittag geklingelt. Nettes Ehepaar. Ich habe nahe gelegt, dass ich zwar gläubig bin, aber nicht religiös und sehe keinen Bedarf, in religiöser Gemeinschaft meinen Glauben auszuüben. Wir haben ein bisschen geplaudert, der Mann fand mich als Gesprächspartnerun recht spannend und hat gefragt, ob er nächste Woche vorbeikommen könnte, um über meine Ansichten zu reden. Da ich das Gespräch auch irgendwie interessant fand, habe ich dem zugestimmt. Nächstes Mal kamen er und sein "Kollege". Das Gespräch fand ich nicht mehr so spannend, weil die zwei versucht haben, auf nette Art und Weise mich davon zu überzeugen, dass mein Glaube nicht das Wahre ist, wie die anderen Religionen auch und ich nur in deren Verein die richtige Erlösung finden würde. Ich habe ihnen klar gemacht, dass ich nicht erlöst werden möchte, weil ich mein Leben nicht als Strafe empfand und dass ich keine Vermittler zu Gott brauche, weil ich zu ihm direkten Draht habe. Das fanden die zwei gar nicht lustig, der erste Mann hatte sichtlich Mühe, höflich zu bleiben, ich fand das im Gegenteil ehe belustigend, weil ich aus dem Kopf heraus argumentiert habe, während sie dauernd in ihrem Tablet irgendwelche Zitaten rausgekramt haben. Irgendwann mal war es mir zu bunt, da ich keine Diskussionen mit Menschen führe, denen egal ist, was ich sage und die nicht mal gescheit ihren Punkt darstellen können. Ich sagte, dass ich sie weder eingeladen habe noch um Rat gebeten habe, wie ich mein Glaube ausführen soll und habe mich verabschiedet. Monat später haben sie noch mal angerufen, um nachzufragen, ob ich es anders überlegt habe.
Ich habe allgemein persönlich mehrmals Erfahrung gemacht, dass religiöse Menschen mitnichten so offen sind und Nächstenliebe praktizieren, wie es in der Bibel steht, sondern oft stur, uneinsichtig, verurteilend und recht rigoros sind. Insofern begegne ich den praktizierenden mit Vorsicht.
Ausserdem unabhängig jetzt davon, ob Eltern von FS religiös sind oder nicht, sie lehnen den Ehemann ab, übrigens Vater ihres Enkelkindes, sie lehnen die Ehe ab und sie lehnen auch ihre Tochter ab. Ich glaube, es ist weder von psychologischer noch religiöser Sicht akzeptabel und ich kann den Mann absolut verstehen.
 
  • #51
Grundsatzdiskussionen über Glaube oder wie es in anderen Religionen so läuft, helfen der FS nicht weiter.
Dazu sind die Zeugen in ihrer Weltsicht und ihren Regeln zu speziell. Ohne eine Innenansicht zu kennen, ist der FS schwierig weiter zu helfen. Selbst Beratungsstellen kommen da oft an ihre Grenzen. Es waren hier einige aufschlussreiche Kommentare von Foristen, die die Religion näher kennen, dabei. Auch ich habe damit Erfahrung in der Verwandtschaft.
Liebe FS,
deine Eltern verhalten sich so, wie es die Glaubensgemeinschaft vorgibt. Du kennst das ja. Weiß das auch dein Mann, dass die Zeugen deine Eltern in der Sache auch kontrollieren?
Deinen Mann kann ich schon irgendwie verstehen. Um dem ganzen Wust aus dem Weg zu gehen, möchte er gar keinen Kontakt. Er fühlt sich abgelehnt und unerwünscht. Und er will natürlich auch sein Kind schützen. Er wird auch wissen, wie sehr du als Kind in der Sekte gelitten hast. Deine Eltern haben kein Rückgrat und werden Angst haben, sich gegen die Sekte zu stellen. Im Grunde müssten sie den Verein auch verlassen. Wenn sie aber an das ganze Zeug dort glauben, wird es schwierig, weil sie dann Angst haben, das "jüngste Gericht" nicht zu überleben. Vielleicht haben sie auch Angst, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden und alle sonstigen sozialen Kontakte zu verlieren. Ein "Mittelweg" ist schwierig, das wird ein ständiges Rumeiern. Das weißt du ja selbst. Vielleicht haben sie sich in dem Ausmaß, das ihnen möglich ist, gegen die Sekte gestellt. Weiß das dann auch dein Mann?
Um dich wirklich zu verstehen, wird er sich mit dem Thema "Zeugen" beschäftigen müssen. Es gibt doch Vereinigungen von Ehemaligen., die Hilfen anbieten. Beratungsstellen kennen leider oft nur die Außenansicht, was zu kurz greift, wenn man die Mechanismen und internen Beweggründe wirklich verstehen will.
Du könntest oberflächlich 1-2 mal im Jahr Kontakt halten und es deinem Mann so kommunizieren. Beschützen ja, Bevormundung nein. Ich würde sie ihr Enkelkind auch kennenlernen lassen. Erkläre ihnen, dass du jetzt selber genug Arbeit mit einer eigenen Familie hast und du das Kind frei erziehst. Das dürften sie akzeptieren, denn du tust ja aus ihrer Sicht nichts Verbotenes. Du bist ja "nicht dabei", also musst du nicht. Bei dem seltenen Kontakt musst du keine Angst vor Beeinflussung haben. Dem Kind kann man später erklären, dass die Großeltern eine andere Religion haben und deswegen vieles anders machen. Das Kind musst du auch nicht alleine zu deinen Eltern lassen. Dazu gibt es ja keinen Grund. Eine Option wäre auch wie hier schon vorgeschlagen, weiter weg zu ziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #52
Man kann sich auch strikt von dem Schmus distanzieren, ohne den Kontakt abzubrechen. Ein Beispiel aus meiner Verwandtschaft : Mein Onkel wanderte mit seiner Verlobten in die Staaten aus, sie heirateten, bekamen 2 Kinder, meine Cousinen. Als die Teenager waren, trat meine Tante den Zeugen bei, terrorisierte die Familie mit ihrem neuen Glauben, war aber abseits dessen eine durchaus liebevolle Mutter. Die Ehe scheiterte, die Töchter blieben beim Vater, hielten aber engen Kontakt zur Zeugen-Mutter. Meine Cousinen haben je 3 Kinder, die mittlerweile selbst erwachsen sind, einige haben schon selbst Kinder. Die Omi ist in alle Familien integriert, die Töchter und Enkel grinsen liebevoll über den Käse, den sie verbreitet, sind manchmal genervt und vor allem: reden mit ihren Kindern/Enkeln, dass die Omi/Uromi mitunter seltsame Ansichten vertritt, die man selbst absurd findet. Meine erwachsenen Nichten und Neffen, die seit ihrer Kindheit mit den Jehovas konfrontiert haben, lachen sich schlapp, wenn ihre Großmutter sie wieder einmal zu bekehren versucht, weil sie sonst "im Himmel nicht zusammensein" können.
Was ich sagen will:
Neurotische Glaubensanhänger kann man auch mit liebevollem Humor betrachten.

Schau doch, ob ihr das nicht auch so betrachten könnt.
Strikte Verbote, Kleinkinder mit religiösem Tinnef zu belästigen, gab es auch.

W, 53
 
  • #53
Nun, der Mann hat von Anfang an mitbekommen wie viel diese Sekte zerstört.
Die FS wurde zur Ehe gezwungen, der Mann passte nicht daher kamen sie nicht mal zur Hochzeit von ihrer eigenen Tochter!
Sie stellen also ihre Sekte über die eigene Familie.
Spätestens hier hätte die FS mit den fanatischen Eltern komplett abbrechen müssen. Das macht sie aber nicht sondern sie knickt permanent wieder ein.
Jetzt ist neues Futter für die Sekte da, das Baby.
Die FS macht wieder mehr auf Familie und hat keinen eigenen Standpunkt ihren Eltern ggü.
Selbstverständlich hat der Mann Angst dass seine labile Frau sich wieder einlullen lässt und im schlimmsten Fall das Kind mitzieht.
Sie lässt sich ja offensichtlich sehr leicht von den Eltern manipulieren.
Der Mann hat jedes Recht der Welt, sein Kind davor zu schützen.
Wäre ich der Mann, würde ich ganz klar vorschreiben:
Die Grosseltern kommen einmal im Monat 3 Stunden und dürfen mit dem Enkel unter Aufsicht spielen.
Wenn die Tochter hinfährt, dann selbstverständlich ohne Enkel.
Wenn die FS sich darauf nicht einlässt, würde ich als Mann die Scheidung beantragen und das Sorgerecht dazu.
Weder die Eltern der FS noch die FS selbst respektieren den Mann, er war und ist nie genug und das muss er sich nicht länger gefallen lassen.
Er hat Verantwortung für sein Kind und kämpft dafür, es in einem gesunden Umfeld aufwachsen zu lassen.
Dem Mann gebührt Respekt!
 
  • #54
Ich habe aber nicht darunter gelitten. Indirekt war ich auch der Heiratsgrund. Meine Eltern haben 11.1963 geheiratet und ich wurde 5/1964 geboren. Eine schwangere Frau in der Kirche war damals sehr ungeliebt, aber im 3 Monat sah man dies noch nicht so, wie im 5 oder 6 Monat.

Wie gut ich mich mit meiner Mutter verstehe, habe ich erst 2018 wieder beweisen können. Sie wollte gerne wieder in Urlaub nach Ungarn und brauchte mich als Dolmetscher, weil ich schon 1968 Ungarisch gelernt habe, als mein Vater als Ingenieur 1 Jahr in Ungarn arbeiten durfte. Vielleicht habe ich gelitten, dass ich schon Ungarisch vor Englisch lernen musste.:)

Wenn ich ein Problem habe, dann eher das ich von meiner Nichte fragen bekomme. Warum nennst du denn Oma nicht Mama, wie meine Mutter. Da sagte ich nur zur meiner Schwester, dass dies sie besser ihrer Tochter erklären soll. BTW: Meinen Vater nannte ich auch immer bei seinen Vornamen. Vielleicht hatte ich auch nur ungewöhnliche Eltern, aber trotzdem waren es sehr gute Eltern.
Magnus, ich verstehe nicht ganz, wie deine Aussagen und deine Geschichte zu der Frage der FS passen? Was ist denn dein Rat an sie? Deine Situation ist doch in keinem Punkt mit der ihrigen zu vergleichen. Ich denke, dass ihr nur ein ganz striktes Abgenzen den Eltern gegenüber helfen kann - deren Weltanschauung wird sie nicht ändern können. Sie allein bzw. ihr Verhalten ist der Knackpunkt, Loyalität ihrem Mann gegenüber und Schutz des Kindes vor Menschen, die ihre Ideologie weiter tragen wollen. Wohlgemerkt tut den Eltern nix leid!
 
  • #55
Magnus, ich verstehe nicht ganz, wie deine Aussagen und deine Geschichte zu der Frage der FS passen?
Das ging ja nicht direkt an die FS, sondern an Joggerin, weil sie meinte, die Kinder darunter leiden. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann das ich zu viel von meiner Vergangenheit geschrieben habe.

Die Weltanschauung der Eltern kann die FS nicht verändern und so können auch die Eltern nicht ihre Weltanschauung verändern. Aus dem Thema Weltanschauung ging ich nie in einer Beziehung ein. Entweder passt der Weltanschauung zu meiner oder es passt nicht. Ich bin sehr weltoffen, aber nicht offen genug, um dies zu ertragen. Dann gehe lieber und dagegen ist Carl Lewis auf 100 m sehr langsam. Ich bezweifle, ob jetzt die Ehe noch 2030 besteht. Eventuell wird sie schon 2022 geschieden.
 
  • #56
Von Haus aus bin ich katholisch und so auch aufgewachsen: katholischer Kindergarten bei Ordensschwestern und "normalen" Kindergärtnerinnen, Ministrantin, gefirmt, mit der Katholischen Jungen Gemeinde in der Jugend oft zelten gefahren. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir jemals irgendein Vertreter der eben genannten Organisationen etwas von der Hölle erzählt oder mir sonstwie Angst gemacht hätte. Die KJG hat damals Jugendarbeit gemacht, wie es erst viele Jahre später von städtischer Seite aus aufgegriffen worden ist: mit Jugendraum, Jugenddisco, Freizeitfahrten, Bastelnachmittagen etc.
Da ich ja ein grundsätzlich neugieriger Mensch bin, habe ich mir schon vieles Andere angeschaut, um mir eine Meinung bilden zu können.
Im Studium habe ich mir eine Pfingstkirche angeschaut, ich habe mehrfach Zeugen Jehovas die Tür geöffnet, um mal selbst zu hören, was sie sagen, ich habe den einen oder anderen Theologen (katholisch und evangelisch) im Bekanntenkreis und ich kenne zwei Pfarrer einer Freikirche. Und über meine Lehrtätigkeit in Deutsch als Fremdsprache ist mir über die Schüler vieles zu den verschiedenen Formen des Islams sowie zum jesidischen Glauben eröffnet worden. Wenn Corona irgendwann soweit im Griff ist, dass man wieder reisen darf, gehe ich auch zum Schüleraustausch nach Israel mit und werde dementsprechend einem jüdischen Lehrerkollegen ein Dach über dem Kopf bieten, wenn er oder sie dann in Deutschland ist.
Bei den Zeugen Jehovas ist mir aufgefallen, dass sie irgendwie einen Riecher dafür hatten, Menschen in ihren schwachen Phasen "aufzuspüren". In der Zeit, als sie öfters bei mir vor der Tür standen, hatte ich die stressigste Phase meines Lebens und stand mitten im Sturm. Ich habe ihnen damals immer gesagt: "Wir können über alles reden, aber ich bin und bleibe katholisch." Es war klar, dass sie es trotzdem versucht haben, mich zu ihnen einzuladen. Ich habe es als Teil meines Neugierde basierten Experiments verstanden, mit ihnen zu argumentieren. Was für mich sehr abstoßend war, war, dass sie so krass normativ und pseudo-normativ argumentiert haben, in dem Sinne, dass die Bibel wortwörtlicher Gesetzestext und nicht hermeneutisch verstanden wurde. Auf meine Gedanken war die Antwort der Zeugen jeweils, mir irgendein Zitat aus der Bibel mehr oder weniger um die Ohren zu hauen oder auf einen Text im "Wachtturm" zu verweisen. Es wurde dann zu einer Art Schlacht, sehr kopflastig, die Herzebene unberührt lassend. Ich kam damals frisch von der Uni, war im geisteswissenschaftlichen Disput und in der Dialektik geübt und hatte/ habe durchaus gute Bibel- und Philosophiekenntnisse. Mein Fazit aus diesen Besuchen ist: Ich würde niemals zu den Zeugen Jehowas gehen und verstehe den Vater der Fragestellerin aus tiefstem Herzen.
 
  • #57
Grundsatzdiskussionen über Glaube oder wie es in anderen Religionen so läuft, helfen der FS nicht weiter.
Doch, ich denke schon, dass ihr die Erfahrungen von Leuten aus anderen Religionsgemeinsch. helfen können, weil die Zeugen Jehovas sich ja so abschotten und ihr somit die breite Perspektive fehlt. Es ist immer gut zu sehen, wie es andere machen. Ebenso ist es wichtig, sich mit der Theorie u. d. Praxis der versch. Religionen auszukennen, um sich selbst schließlich irgendwo inner- o. außerhalb eines Gefüges verorten zu können. Solange man das nicht bewusst kann, kennt man sich selbst nicht u. weiß auch nicht, wofür man einstehen wird u. wofür nicht.
Ich als Katholikin kann der FS (ich bin sicher, sie liest noch mit) z.B. den Input geben, dass die KJG keine Bibelstunden mit uns abgehalten hat. Auch in den Ferienfahrten in viele Länder Europas ist kein Reliunterricht oder so durchgeführt worden. In Spanien lagen wir tagsüber am Strand, waren abends in der Stranddisco und zwischendurch mal in Barcelona. Nicht alle, die bei den Freizeiten mitgefahren sind, waren Katholiken. Ich finde das schon tolerant in Anbetr. der Zeit damals.
So etwas soll sie damit vergleichen, was die ZJ mit ihren Jugendlichen veranstalten.
Ein Mensch soll seine Position im Leben finden, dazu gehört auch die bewusste Auseinanders. mit Religion. Ich bin ja in den Katholizismus hineingeboren worden, aber ich habe mich auch intensiv mit der protestant. Richtung befasst u. habe mich gefragt, wo ich besser aufgehoben bin. Geholfen hat dabei eine gute Schulbildung, die die vielen Aspekte von Religion und Glaube beleuchtet hat (Geschichte, Kulturgeschichte, Religionstheorie, Gesellschaftstheorien .... sich mit Personen u. ihren Werken und in ihrem Wirken zu befassen... Thomas von Aquin .... Calvin.... Zwingli.... Luther .... Orden ... Frauenbild im Katholizismus .... Antisemitism. bei Luther.... Bildersturm .... Säkularisierung ... Missionierung ... Kirchenfeste... Religion und Herrschaft im Hl. Röm. Reich dt. Nation .... Schöpfungsgeschichte und Evolutionstheorie... einfach alles.) Ich habe eben mit Schlagworten um mich geschmissen (nicht in chron. Reihenfolge) um zu zeigen, womit sich der menschl. Geist befassen kann. Wir leben ja niemals im luftleeren Raum, sondern sind in eine bestimmte Region der Welt mit ihrer spez. Geschichte u. ihrer spezifischen Religion hineingeboren worden. Um die eigene Position zu finden, wie gesagt, soll man sich intensiv mit allem auseinandersetzen. Für mich war es z.B. auch wichtig, die tatsächl. Unterschiede im Glauben zwischen der kath. und der protest. Richtung zu erfassen, Stichworte: Transsubstantiation, Stellung des Pfarrers, weltlicher Erfolg als Zeichen von Gottes Gnade im calvinist. Protestantismus (Prädestinationslehre).
Am Ende steht dann ein "Fürwahrnehmen" u. eine persönl. Positionierung innerh. od. außerh., idealerw. mit Toleranz für die anderen Richtungen.
 
  • #58
Ich muss mich selbst kurz noch redigieren: Im letzten Satz von Post 56 habe ich geschrieben, dass ich den "Vater der FS aus tiefstem Herzen" verstände. Gemeint war natürlich der Mann der Fragestellerin und Vater ihres Kindes. Bitte um Verzeihung.
 
  • #59
Für mich war es z.B. auch wichtig, die tatsächl. Unterschiede im Glauben zwischen der kath. und der protest. Richtung zu erfassen, ...
Am Ende steht dann ein "Fürwahrnehmen" u. eine persönl. Positionierung innerh. od. außerh., idealerw. mit Toleranz für die anderen Richtungen.
Ich denke, das ist individuell verschieden. Ich habe mich mit meinem katholischen Glauben auch ziemlich intensiv auseinandergesetzt, damals auch aufgrund meiner Lebenssituation. Meine Sichtweise dazu hat sich im Laufe des Lebens mehrfach verändert - in allen Facetten von starkem Interesse bis hin zum Austritt.
Ich bin heute nicht mehr der Meinung, dass man sich "allgemein gesehen-" für sich persönlich mit Religion auseinandersetzen muss. Man muss auch nicht zu allem eine klare Position beziehen, mich interessiert Religion heute nicht mehr wirklich. Es ist gut, im historischen Kontext auch Allgemeinwissen über Religionen mitzubekommen, damit intensiv auseinandersetzen muss man sich so viel oder so wenig wie mit unterschiedlichen politischen oder sonstigen lebensanschaulichen Sichtweisen. Mit "interessiert mich nicht" als Einstellung bei anderen kann ich da völlig leben.
Ich bin auch mittlerweile der Meinung, dass Religionsunterricht in dem Sinne erteilt werden sollte, eigentlich wie im Rahmen von Gesellschaftskunde oder Staatskunde. Neutral informierend.

Bitte ab jetzt alle wieder zur Frage zurück. Die Mod.
 
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  • #60
So etwas soll sie damit vergleichen, was die ZJ mit ihren Jugendlichen veranstalten.
Den Vergleich hatte sie als jugendliche Zeugin bei Klassenkamaraden und Freunden (falls vorhanden).
Die meisten Zeugen, die raus gehen, wollen gar keine Religion mehr in ihrem Leben haben und das Thema ad acta legen. Verständlich, wenn einem eingetrichtert wurde warum alle anderen Religionen falsch sind. Nach dem Ausstieg sind andere Dinge wichtiger als die Auseinandersetzung mit Inhalten von verschiedenen anderen Religionen und deren Praxis. Das wird lange kein Bedürfnis sein. Viel wichtiger ist es mit den Problemen, die der Ausstieg mit sich bringt, zurecht zu kommen. Siehe Verhältnis FS- Eltern.
 
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