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  • #1

Mein Mann mag meine Eltern nicht. Was kann ich machen?

Hallo!

ich führe eine eigentlich sehr glückliche Ehe und wir lieben uns sehr. Allerdings gibt es ein Problem mit meinen Eltern, was uns an den Rande der Belastbarkeit bringt und ich weiß einfach keinen Ausweg, ihr vielleicht?

Meine Eltern waren von Anfang an gegen die Beziehung (sie sind zeugen Jehovas, ich nicht mehr, hatten aber immer ein gutes Verhältnis), sie fanden es furchtbar dass ich mit meinem damals noch Freund unverheiratet zusammen lebe. Sie haben zur Ehe gedrängt. Als wir uns dann verlobt haben, haben sie sich zunächst sehr gefreut wurden aber im Laufe der Hochzeitsvorbereitungen immer reservierter. Schlussendlich kamen sie nicht zur Hochzeit, da ich einen Mann heirate der nicht diesem Glauben angehört (dem ich ja selbst nicht angehöre paradoxerweise). Sie wollten eben dass ich jemanden aus ihrem Verein heirate. Für mich ist damit eine Welt zusammengebrochen und ich konnte es ihnen erst einmal nicht verzeihen, mich so im Stich gelassen zu haben wegen so einem bescheuerten Grund. Wir hatten ein Jahr keinen Kontakt. Sie haben aber nach der Hochzeit wieder intensiv versucht Kontakt aufzunehmen. Ich habe lange mit mir gerungen ob ich das will und kann, und mich schlussendlich durchgerungen ihnen zu verzeihen, auch wenn es ihnen nicht leid tut. Das war schwer, ich möchte aber in 20 Jahren nicht auf mein Leben zurückblicken und so etwas dann zutiefst bereuen.

Mein Mann ist da aber anders gestrickt. Er kann und will es ihnen nicht verzeihen. Er möchte sie nicht sehen und jedes Mal wenn ich sie besuche gibt es großen Streit. Wir haben vor einem Jahr nun auch ein Kind bekommen und zu Anfang wurde das Verhältnis von ihm zu meinen Eltern etwas besser, allerdings dann nach kurzer Zeit wieder schlechter und er schimpft schlimmer als je zuvor auf sie. Er möchte nicht dass meine Eltern mit unserem Kind allein sind, er vertraut ihnen nicht. Und er kann nicht verstehen dass ich das tue. Wir wissen beide keine Lösung, er will sie partout nicht sehen und macht mir Stress weil ich das aber will. Es gibt wirklich heftige Streits deswegen, die gefühlt immer knapp vor der Trennung enden. Natürlich möchte ich nicht, dass meine Ehe wegen meiner Eltern zerbricht, an sich ist die Situation schon belastend genug dass er partout nichts mehr mit ihnen zu tun haben will, aber dass er meine Entscheidung einfach nicht akzeptieren kann macht es so kompliziert. Ich weiß einfach nicht wie ich die Situation entspannen könnte.. Habt ihr einen Rat für mich?
 
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  • #2
Ich weiß einfach nicht wie ich die Situation entspannen könnte.. Habt ihr einen Rat für mich?
Gar nicht. Dein Mann hat völlig recht. Ein Kind gehört nicht in die Arme von Sektenmitgliedern. Zumal er lang und intensiv unter deinen Eltern gelitten hat und eben NICHT alles abhängig ist von Dir und DEINEN Entscheidungen. Er ist erwachsen genug um eigene zu fällen, die DU akzeptieren muss.
Tu dir selbst einen Gefallen und kümmer dich um deine eigene kleine Familie. Die sollte wichtiger sein!
 
  • #3
Du hast einen großen Fehler gemacht, du hast deine Eltern zu sehr in dein Leben gelassen, die dir vorschreiben, was du zu tun hast, du bist erwachsen und sollst selbst für dich, für deinen Partner für deine eigene Familie positive Entscheidungen treffen, dein Partner, deine eigene Familie sollte dir wichtiger sein, als die Eltern, die von einem anderen Glauben geführt sind. Ich würde mich genauso konsequent verhalten, wie dein Partner, du bist gut beraten, wenn du ausschließlich hinter deinem Partner stehst, ansonsten wird deine Ehe in die Brüche gehen!
 
  • #4
MEIN Thema. Oder naja, ein bisschen.
Erstmal: Ich verstehe deinen Mann. Ich verstehe auch dich. Ihr schaut aber beide aus unterschiedlichen Richtungen auf das Problem.
Du liebst deine Eltern, egal, wie bescheuert sie sich verhalten haben oder noch verhalten. Das ist natürlich, man erlaubt Familienmitgliedern meist viel krassere Sachen als Freunden, da hätte man schon dreimal Tschüss gesagt. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt, aber ist eben so.
Dein Mann ist nicht mit ihnen verwandt und seine Beziehung zu ihnen ähnelt also der mit Freunden - wenn die solche Sachen abziehen würden, wäre die Geduld im Nu zu Ende und man würde sie nie wiedersehen wollen. Dazu kommt noch, dass er ja miterlebt hat, wie sehr sie dich verletzt haben und schon aus diesem Grund nicht einfach "Schwamm drüber" sagen kann, weil es eben nicht nur ihn selbst, sondern auch dich betrifft und du sozusagen "blind vor (Familien-)Liebe" deinen Eltern alles verzeihst oder durchgehen lässt.
Warum kenn ich das so gut? Mein Verlobter ist geborener Moslem, aber schon seit er sich erinnern kann Atheist. Seine Mutter hat eine Schraube locker und steigert sich mit dem Alter immer mehr in ihre Religion rein, mit allen Klischees, die es da so gibt: kein Kontakt zu ungläubigen Deutschen gewünscht, Tochter darf keine Röcke anziehen, Kinder sollen keinen deutschen Partner haben, sowas eben. Also sehr ähnlich zu deiner Situation. Als wir zusammengezogen sind und er das seiner Mutter erzählt hat, hat sie ihm am Telefon gesagt, er wäre nicht mehr ihr Sohn und dann war ein dreiviertel Jahr kein Kontakt, nicht mal zu seinem Geburtstag.
Nun ist das Verhältnis soweit erstmal ruhig, aber wenn wir ohne Imam heiraten und vielleicht mal ein Kind haben, was wir nicht religiös erziehen oder beschneiden, geht das ganze Drama wieder von vorn los. Dementspechend bin ich nicht gut auf sie zu sprechen, einfach, weil ich ihr Verhalten den Kindern gegenüber schrecklich finde. Der Unterschied ist, dass auch mein Freund mit ihr weitestgehend abgeschlossen hat, sie nicht zur Hochzeit einladen würde und er da ganz klar "auf meiner Seite steht". Das tust du nicht, sondern wenn deine Eltern wieder ankommen, dann gibst du immer wieder nach. Ich verstehe das aus deiner Sicht, denn du liebst sie ja. Aber da musst du dann einen Kompromiss finden - warum soll dein Mann da auch Zeit haben, wenn sie kommen? Die müssen doch nicht aufeinander treffen. Das kannst du bestimmt akzeptieren. Und dann würde ich ihm das genau wie hier noch mal erklären, dass du ihn verstehst, aber es deine Eltern sind, die du liebst trotz allem und du daher den Kontakt nicht ganz abbrechen willst. Hast du ihm das mal wirklich so geschildert? Im Übrigen: Ich würde NIEMALS zulassen, dass, hätten wir ein Kind, diese Frau mit dem Kind allein ist. Ich weiß doch ganz genau, dass sie dann sofort alle religiösen Ideen auf das Kind loslässt und von Hölle und ewiger Verdammnis redet. Da verstehe ich deinen Partner und stimme ihm absolut zu.
w, 37
 
  • #5
Hmm, also ich kann deinen Partner verstehen.

Ich würde auch nicht wollen, dass irgendwer, der fanatische Ansichten welcher Art auch immer vertritt, sich meinem Kind nähert.

Wer, wenn nicht Kinder sind leicht zu beeinflussen?

Nicht verstehen kann ich, dass du deinen Eltern verzeihen kannst, wenn sie keinerlei Unrechtsbewusstsein haben. Ich kann auch nicht verstehen, wie du ein 'eigentlich gutes' Verhältnis zu ihnen haben kannst, so übergriffig wie die sich verhalten.

Ich habe den Eindruck, dass dir gar nicht im vollen Umfang bewusst ist, was sie dir wirklich zumuten, wie sie dich noch immer beeinflussen, weil du es nicht anders kennst.

An deiner Stelle könnte ich wohl nicht verzeihen, wenn kein Einsehen da ist und würde den Kontakt zu den Eltern aufs Allernötigste reduzieren.

Hast du selbst denn keine Angst, dass sie dein Kind negativ beeinflussen?
Du bist doch nicht umsonst dem 'Verein' selbst nicht beigetreten?
 
  • #6
Bei den Zeugen Jehovas faellt mir nur ein: Indoktrinierung und einseitiges Weltbild! Dein Mann hat vollkommen recht wenn er euer Kind nicht in die Arme dieser Sekte gleiten lassen will. Wer mich ablehnt dem gebe ich auch nicht das Liebste was ich habe.
 
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  • #7
Ich habe lange mit mir gerungen ob ich das will und kann, und mich schlussendlich durchgerungen ihnen zu verzeihen, auch wenn es ihnen nicht leid tut.
Das ist für mich der springende Punkt. Dein Wunsch nach Frieden und Harmonie ist zwar verständlich, darf aber nicht zur Folge haben, dass sich deine Eltern herausnehmen können, was sie wollen. Wenn du in 20 Jahren auf dein Leben zurückblickst, könntest du anstelle des Kontaktabbruchs genauso gut bereuen, dass du deine Eltern deine Ehe und das seelische Wohl deines Kindes zerstören hast lassen, weil du ihnen keine Grenzen und Bedingungen für einen Kontakt aufgezeigt hast.

Denn wenn sie überhaupt keine Einsicht ihres – eindeutigen! – Fehlverhaltens gezeigt haben, ist anzunehmen, dass sie auch in Zukunft emotionale Erpressung auszuüben versuchen, Unfrieden zwischen dir und deinem Mann stiften und das Kind im Sinne ihres Glaubens beeinflussen wollen. Daher kann ich deinen Mann sehr gut verstehen.


Er möchte nicht dass meine Eltern mit unserem Kind allein sind, er vertraut ihnen nicht. Und er kann nicht verstehen dass ich das tue.
Ich würde ihnen auch nicht vertrauen. Und ich kann auch nicht verstehen, wie du das tun kannst, obwohl du weißt, dass sie nach wie vor überzeugte Sektenmitglieder sind und dies über die Kontrolle der Heirat auch deiner Familie aufzwingen wollten. Du hast keine Infos geliefert, inwieweit sie inzwischen vertrauenswürdiger geworden sein sollten.

Natürlich möchte ich nicht, dass meine Ehe wegen meiner Eltern zerbricht, an sich ist die Situation schon belastend genug dass er partout nichts mehr mit ihnen zu tun haben will, aber dass er meine Entscheidung einfach nicht akzeptieren kann macht es so kompliziert.
Du kannst entscheiden, wieviel Kontakt du zu deinen Eltern haben willst, und genauso kann er das tun. Aber es geht auch um euer Kind! Da könnt ihr nur gemeinsam eine Entscheidung treffen wie die, ob es mit den Eltern alleine gelassen werden kann. Er sieht darin eine Gefahr, und meiner Ansicht nach eine berechtigte.

Wenn du ein friedliches Miteinander willst, wirst du, und vor allem, deine Eltern, ihm diese Angst nehmen müssen. Zum Beispiel, indem sich die Eltern ehrlich entschuldigen, eure Lebensweise und Erziehung respektieren und sich um ein gutes Verhältnis ebensosehr bemühen, wie du es tust. Sie haben einiges wiedergutzumachen bei deinem Mann. Und dann, indem feste Regeln für den Umgang mit dem Kind aufgestellt werden, zum Beispiel dahingehend, dass jegliche religiösen Indoktrinierungsversuche tabu sind.

W, 27
 
  • #8
ich führe eine eigentlich sehr glückliche Ehe
Natürlich möchte ich nicht, dass meine Ehe wegen meiner Eltern zerbricht
Dann ist alles klar. Lass es nicht zu, dass deine Eltern deine Ehe kaputt machen.

Du musst eine Entscheidung treffen. Bist du mit ihnen und ihrem "Verein" - du meinst Sekte - verheiratet, oder mit ihm?

Du hast ihn gebraucht, dafür, dass du dich von ihnen und ihren Werten lösen konntest. Jetzt bleib dabei, werde erwachsen, entscheide, wer für dich wichtig ist, sie oder er. Du wirst es ihnen erst recht gemacht haben, bis sie dich wieder auf den "rechten Pfad" gebracht haben, so wie sie ihn für dich sehen. Wenn du dich von ihrem Weg gelöst hast und deinen eigenen gehen willst, dann bleib jetzt dabei. Sie werden allerdings nicht aufgeben zu kämpfen, dafür sind sie Zeugen.

Was du machen kannst : den Kontakt jetzt erstmal auf Eis legen - für einige Jahre - und deine Ehe retten, und erst einmal ein stabiles Familienleben nach eurer beider Vorstellung hinbekommen.

Dann nach, sagen wir 5 Jahren, einen neuen Annäherungsversuch machen (erstmal ohne Kinder). Gucken, wie das läuft. Läuft es nicht, hast du wieder die Wahl. Ist dir die Ursprungsfamilie und ihre Werte wichtiger oder deine eigene? Die Frage musst du ehrlich beantworten.
 
  • #9
Ich bin etwas überrascht über die Antworten hier. Klar, die Eltern sind religiös (wenn ich auch die Zeugen Jehovas selbst auch kritisch sehe), also dürfen sie mit den Kindern keineswegs allein sein. Als wäre Religiosität eine ansteckende Seuche. Immer drauf auf alles was nach Religion aussieht, so ist unsere Gesellschaft heutzutage.
Sollen die Eltern wählen zwischen ihrem Glauben oder ihren Enkelkindern? Fair ist das auch nicht, oder?
Genauso könnte ich folgendes sagen: Meine Eltern sind nicht gläubig (ich schon, wenn auch kein Zeuge Jehovas, Evangelikaler oder ähnliches) also dürfen sie nicht mit meinen Kindern nicht allein sein, wer weiß was sie ihnen einreden. Auf die Idee würde ich niemals kommen.
 
  • #10
Er möchte sie nicht sehen und jedes Mal wenn ich sie besuche gibt es großen Streit.
Ich kann die Haltung Deines Mannes nachvollziehen. Zu Sekten würde ich auch Abstand halten und wollen, dass meine Kinder dies ebenfalls tun. Akzeptieren sollte er, dass Du den Kontakt weiter pflegst.

Natürlich haben die Eltern ein Recht auf ihren Glauben und sollen den leben können. Deine Familie hat aber auch ein Recht darauf, eine andere Sichtweise zu leben. Da hilft wohl nur eine klare Trennung.
 
  • #11
Sollen die Eltern wählen zwischen ihrem Glauben oder ihren Enkelkindern? Fair ist das auch nicht, oder?
Nein, die Eltern sollen respektieren, dass die Familie der Tochter andere Werte vertritt, und dass die Tochter die Entscheidung über die religiöse Erziehung der Enkel trifft. Das tun sie nicht, sonst hätte sich das Verhältnis zum Schwiegersohn nach anfänglicher, hoffnungsvoller Annäherung nicht wieder verschlechtert.

Es geht nicht um irgendeine Religion. Sondern darum, dass auf dem Rücken der Kinder ein Kampf um die richtigen Werte geführt wird. Wenn man nicht friedlich nebeneinander koexistieren kann, muss sich derjenige zwischen den Fronten positionieren und zum Partner stehen - oder die Ehe wird den Bach runtergehen.

Die Frage ist, teilt die FS die Werte der Eltern oder die des FS. Die Eltern werden indoktrinieren / belehren - das ist Teil ihres Wertgefüges. Damit muss er dann klar kommen. Das tut der Partner der FS nicht, das hat er klar gemacht, deshalb muss sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht.

Der Preis für die Familie mit ihm ist eine weitere Entfernung von den Eltern. Die Wahl ist hart, aber nur sie kann sie treffen.
 
  • #12
Sollen die Eltern wählen zwischen ihrem Glauben oder ihren Enkelkindern? Fair ist das auch nicht, oder?
Das ist ja nicht die Wahl, vor der sie stehen. Sie dürfen ihren Glauben ja gerne behalten und für sich weiter ausleben. Aber man darf kann sehr wohl verlangen, dass sie diesen nicht gegen den Willen der Eltern auf ein leicht beeinflussbares Kind übertragen, um dieses für die Sekte zu gewinnen oder es gegen seinen "ungläubigen" Vater aufzuhetzen.

Genauso könnte ich folgendes sagen: Meine Eltern sind nicht gläubig (ich schon, wenn auch kein Zeuge Jehovas, Evangelikaler oder ähnliches) also dürfen sie nicht mit meinen Kindern nicht allein sein, wer weiß was sie ihnen einreden. Auf die Idee würde ich niemals kommen.
Haben deine Eltern denn auf Grundlage ihres Nicht-Glaubens deine Lebensweise kritisiert? Deine Beziehungen verurteilt und abgelehnt? Dir eine Partnerin nach ihren Vorstellungen aussuchen wollen, die dich von deinem Glauben abbringen sollte? Dich durch Bestrafungen wie Kontaktabbruch nicht-zur-Hochzeit-kommen emotional zu erpressen versucht?

Nein? Dann ist das nicht vergleichbar. Denn genau das haben die Eltern der FS getan und auf dieser Faktenlage ist davon auszugehen, dass sie ähnliche Verhaltensweisen auch dem Kind gegenüber anwenden würden – das noch um einiges schutzbedürftiger ist.
 
  • #13
Als wäre Religiosität eine ansteckende Seuche. Immer drauf auf alles was nach Religion aussieht
Religiosität wurde und wird in erster Linie doch immer als Totschlag-Argumente für Machtmissbrauch verwendet. Um zu bedrohen, unterwerfen und um einzuschüchtern, um einen Freibrief für Handlungen zu haben, die sonst verurteilt werden würden. Oder auf der anderen Seite, um keine Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen, sich hinter dem Gott und seinem vermeintlichen Willen zu verstecken, passiv in Demut abzuwarten.

Glaubensreligionen haben für mich immer auch etwas mit Unwissen zu tun. Gäbe es keine Wissenschaft, würden wir doch heute immer noch bei jedem Gewitter ängstlich vor Gottes Zorn in der Ecke hocken.
Was sollte halte daran falsch sein jeglicher Religion durch Aufklärung und Wissenschaft zu verdrängen und dem Menschen zu einem freien Wesen zu verhelfen?

Je ausgeprägter jemand seine Religion leben würde, umso mehr würde ich mein Kind davor schützen wollen, weil ich eben genau diesen Glauben nicht nur nicht teile, sondern als eine ganz fürchterliche Lebenseinstellung empfinde, die ich für mein Kind nicht wünsche.
Mir war es wichtig, mein Kind als verantwortungsbewussten, selbstsicheren Menschen zu erziehen und nicht als ängstlichen und devoten Duckmäuser, um es mal übertrieben auszudrücken.

Und die Zeugen Jehovas sind nunmal wohl unbestritten eine nicht ungefährliche Sekte und etwas anderes, als der sonntägliche durchschnittliche Kirchgänger in Bayern.


W,47
Atheist
 
  • #14
... auf dieser Faktenlage ist davon auszugehen, dass sie ähnliche Verhaltensweisen auch dem Kind gegenüber anwenden würden ...
Ist es an uns, der FS den Umgang ihrer Eltern mit ihrem Kind anzuempfehlen bzw. zu untersagen? Ich glaube nicht, das wird @SommerSonne8 schon selbst entscheiden.

Sie hat noch mehr Entscheidungen zu treffen, die ihr nicht leicht fallen werden: soll sie sich auf die Seite ihres Mannes schlagen, der von ihren Eltern abgelehnt wird? Das müssen erwachsene Kinder bei Eltern, die nicht loslassen können, immer wieder. Dazu braucht es nicht immer einen religiösen Hintergrund - es kommt auch so oft genug vor. Wirklich liebende Eltern verhalten sich anders.
Also würde ich ihnen Zeit geben (meinem Partner allerdings auch!). Vielleicht sogar ein paar Jahre. Meist kühlen sich die Vorbehalte dann ab - und falls nicht, werden aus den Jahren Jahrzehnte. Die FS muss sich selbst nur sicher sein: Wohin zieht sie ihre wahre Liebe?
 
  • #15
Ich bin etwas überrascht über die Antworten hier. Klar, die Eltern sind religiös (wenn ich auch die Zeugen Jehovas selbst auch kritisch sehe), also dürfen sie mit den Kindern keineswegs allein sein. Als wäre Religiosität eine ansteckende Seuche. Immer drauf auf alles was nach Religion aussieht, so ist unsere Gesellschaft heutzutage.
Sollen die Eltern wählen zwischen ihrem Glauben oder ihren Enkelkindern? Fair ist das auch nicht, oder?
Ich kann ehrlich gesagt deine Antwort hier nicht nachvollziehen. Du hast aber schon alles gelesen, ja?
Erstmal eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit: Meine Oma war sehr fromm, evangelisch. Meine Eltern nix. Meine Oma hat mir immer versucht, wenn ich in den Ferien bei ihr war, einzureden, dass meine Eltern in die Hölle kommen, ich soll für sie beten, ich soll an Jesus denken usw. Sie wollte mir Angst machen, ich hab nur halt nicht dran geglaubt. Das gleiche macht meine Schwiegermutter; alle landen in der qualvollen Hölle ohne Islam, und das würde sie genau so dem Kind erzählen. Wäre das für dich auch völlig okay? Wäre es für dich okay, wenn deine Eltern bei einer anderen dir wichtigen Sache versuchen, das Kind hinter deinem Rücken umzupolen und zwar mit Angst? Denn das ist das, was so extrem religiöse Menschen dann versuchen. Es ist also überhaupt nicht damit zu vergleichen, dass deine Eltern nicht gläubig sind, es sei denn, sie würden deinen Kindern gegen deinen Willen einreden wollen, dass ihre Eltern dumm sind, weil sie an irgendwas glauben und dass sie schlimmes erwartet, wenn sie an Gott glauben.
Hier kommt noch dazu, dass die Eltern der FS jede Menge in meinen Augen schlimme Sachen gemacht haben, waren gegen den Mann nur wegen dem Glauben, kamen nicht zur Hochzeit - das ist doch nicht mehr im normalen Rahmen. Solange jeder seinen Glauben lebt, aber andere damit nicht zumüllt, ist doch alles okay. Ich möchte auch niemandem vom Atheismus überzeugen, mein Ex war katholisch, Freunde sind Muslime, evangelisch oder Buddhisten. Das ist mir wurscht. Aber so extrem die eigenen Kinder unter Druck zu setzen wie hier geschehen lässt sehr stark vermuten, dass die Enkelkinder zum nächsten Ziel werden, und dass die Großeltern überhaupt keinen Sinn für Vielfalt von Religionen haben oder gar respektieren, wie die Eltern ihre Kinder erziehen wollen.
Ist es an uns, der FS den Umgang ihrer Eltern mit ihrem Kind anzuempfehlen bzw. zu untersagen? Ich glaube nicht, das wird @SommerSonne8 schon selbst entscheiden.
Es geht darum, dass der Mann diesen Umgang nicht will, und das aus objektiv gutem Grund. Die meisten hier unterstützen eben seine Vorbehalte.
 
  • #16
Es geht darum, dass der Mann diesen Umgang nicht will, und das aus objektiv gutem Grund. Die meisten hier unterstützen eben seine Vorbehalte.
Sehr richtig.

Zudem fragt die FS ja explizit um Rat, was sie machen kann, um ihre Beziehung bzw. den Familienfrieden zu retten. Und eine Option besteht nunmal darin, den Umgang ihrer Eltern mit dem Kind so zu gestalten, dass der Vater beruhigt sein kann.
 
  • #17
Also ich habe eine klare Position zu diesem Thema.
Der Kindsvater darf sehr gerne für sich entscheiden, keinen Kontakt zu seinen Schwiegereltern haben zu wollen. Da fährt er da eben nicht mit hin, okay. Oder empfängt sie eben nicht zu Hause. Auch gut.

Ebenso darf er mit entscheiden, mit welchem Menschen sein Kind Umgang pflegt, wenn er nicht möchte, dass das Kind seine Großeltern kennenlernt, weil er das Kindswohl gefährdet sieht, dann ist das ein triftiger Grund und in dem Falle wiegt das Veto des Vaters einfach mehr als das Ja der Mutter. Relativ einfache Geschichte.

Ich sehe aber keinen Grund, ein solches Theater zu machen, wenn die FS ihre Eltern besuchen möchte. Dann fährt sie eben ohne Mann und Kind hin, sind schließlich ihre Eltern. Da kann sie sich ja deren Schrutz alleine anhören und selbst sehen, wie sie damit zurecht kommt.

Und schon ist das Problem gelöst.
Wegen sowas muss man doch keine Ehe zu Bruch gehen lassen und sich ewig streiten. 🤷‍♀️
 
  • #18
in dem Falle wiegt das Veto des Vaters einfach mehr als das Ja der Mutter.
Warum soll das so sein?
Genauso gut könnte man doch sagen die Mutter besucht sie mit den Kindern und den Vater bleibt weg.

Ich habe halt vor Augen wie wichtig meinen Kindern ihre Großeltern sind und was die für ein tolles Verhältnis die haben. Ich kenne das von mir selbst, ich hatte zu meinen Großeltern auch immer ein sehr inniges Verhältnis, eigentlich mehr als zu den Eltern. Und wenn man sich vorstellt dass in diesem Fall das sowohl dem Kind als auch Oma und Opa vorenthalten werden soll ist das schon schmerzlich. Wer weiß, vielleicht wären die beiden ja auch total liebevolle Großeltern. Gegenüber den Enkeln verhalten sich Menschen oftmals sehr viel anders als gegenüber den eigenen Kindern.
 
  • #19
Ich verstehe die Antworten hier teilweise auch nicht und bin da ganz bei @NormaJean .

er will sie partout nicht sehen und macht mir Stress weil ich das aber will
Sorry, er muss sie ja nicht sehen und sie auch nicht bei sich zu Hause empfangen. Aber sie kann doch machen, was sie will. Und wenn sie ihre Eltern sehen möchte, dann kann er ihr das wohl schlecht verbieten. Da es auch sein Kind ist, sollte sie seine Meinung akzeptieren, dass das Kind nicht alleine bei ihnen bleibt. Auch wenn ich bezweifle, dass ein einjähriges Kind die ewige Verdammnis oder den apokalyptischen Weltuntergang versteht. Aber Kinder werden nunmal größer.
Er sollte aber auch verstehen, dass sie ihre Eltern sehen will. Es klingt von ihrer Seite auch nicht so, dass er Angst haben müsse, dass sie dem Verein wieder beitritt.
 
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  • #20
In so einem Fall könnten mir meine Eltern für immer gestohlen bleiben. Ich würde ihnen so etwas nie verzeihen genauso wenig meinen Schwiegereltern. Ich würde wirklich zu deinem Mann halten. Ansonsten trennt er sich. Das auch zurecht. Er sollte wirklich bei dir an erster Stelle stehen. Meine Frau steht bei mir genauso an erster Stelle. Ansonsten geht jede Beziehung in die Brüche.
 
  • #21
Ich kann ihn sehr gut verstehen. Es geht ja nicht einfach nur darum, dass deine Eltern -- naja, nennen wir es mal "sehr religiös" -- sind, sondern vor allem auch darum, wie asozial sie sich verhalten, sie lehnen deinen Mann und seine Ansichten ab und haben euch beide sehr verletzt, haben dich verletzt. Er hat das alles mitbekommen und hatte darunter zu leiden, musste mit ansehen, wie du unter dem Verhalten deiner Eltern gelitten hast. Er liebt dich und euer Kind, also möchte er, dass es euch gut geht. Deine Eltern haben dich unglücklich gemacht und belasten eure Beziehung. Deswegen kann er sie nicht leiden, er möchte dieses problematische Übel fernhalten von seiner kleinen, glücklichen Familie, möchte euch und eure Beziehung beschützen.
Ich finde sein Verhalten völlig gerechtfertigt und nachvollziehbar. Sorry, aber wie kann man sich als Eltern denn nicht über das partnerschaftliche Glück der Tochter freuen?

Ich halte jede Form von Dogmatismus für problematisch und gefährlich, und als aufgeklärter, toleranter Mensch würde ich mein kleines Kind auch nicht in die Hand einer Sekte geben.

Deine Eltern müssten sich erstmal ehrlich und richtig bei deinem Partner entschuldigen. Aber sie scheinen ja gar kein Unrechtsbewusstsein zu haben.

Wäre schade um die Partnerschaft. Wenn ihr euch trennt, lässt du dich dann von deinen Eltern überreden, wieder in die Sekte einzutreten? Und sie erziehen dann das Kind? Sind sie dann glücklich, wenn sie erreicht haben, was sie wollten?
 
  • #22
Wer weiß, vielleicht wären die beiden ja auch total liebevolle Großeltern. Gegenüber den Enkeln verhalten sich Menschen oftmals sehr viel anders als gegenüber den eigenen Kindern.
Wenn sie nicht mal eingesehen haben, dass sie sich der Tochter gegenüber falsch verhalten haben, warum sollten sie sich den Enkeln gegenüber anders verhalten? Und ich bin auch nicht der Meinung, dass schreckliche Eltern, die ihre Kinder irgendwie schlecht behandelt haben, irgendwie ein Recht auf ihre Enkel hätten. Sicher sollte man sich immer genau überlegen, ob man den Umgang wirklich verweigern will. Ich würde hier z.B. auch denken, dass es ja schon okay wäre, wenn die Mutter mit dem Kind gemeinsam zu den Großeltern fährt; dann muss der Vater nicht mit, aber nur, wenn das Kind nicht längere Zeit unbeobachtet bei den Großeltern ist. Gerade, weil ich mich in so einer Situation befinde und abschätzen kann, wie solche krass religiösen Menschen drauf sind, und du so eine Situation nicht kennst, würde ich mich da eher an meine Erfahrungen halten. Die FS hat ja auch gesagt, dass der Mann nicht möchte, dass die Großeltern mit dem Kind ALLEIN sind, d.h. er hat wohl nichts dagegen, wenn sie ihren Enkel unter Aufsicht sehen, er will den Umgang also scheinbar nicht verbieten oder ganz verhindern. Nach dem Verhalten der Großeltern ohne jegliche Einsicht verstehe ich das absolut und würde mich eher wundern, wenn die FS das ernsthaft in Betracht zieht nach ihren Erfahrungen mit dem "liebevollen" Elternhaus inklusive Druckaufbau, Verboten, Reinreden in ihre Entscheidungen.
Auf meine Fragen, ob du es okay findest, wenn jemand deinem Kind in deiner Abwesenheit irgendeine Weltansicht aufzwingen willst, indem er ihm Angst macht, hast du gar nicht geantwortet.
 
  • #23
So kompliziert ist die Sache auch wieder nicht. Du bist der Schlüssel zur Lösung des Problems. Nicht deine Eltern, nicht dein Mann. Hast du dich schon wirklich von deinen Eltern abgenabelt? Stehst du hundertprozentig für deine Ansichten ein? Oder wankst du? Nur wenn du nicht entschieden genug auftrittst, bekommen deine Eltern Macht über dein Leben. Trotz allem, was war, willst du weiterhin Kontakt zu deinen Eltern. Na gut, das ist allein deine Entscheidung. Dann pflege den Kontakt, aber allein, und ohne deinen Mann. Der hat das gute Recht, keinen Kontakt mehr mit ihnen haben zu wollen. Genausowenig hat dir dein Mann, deinen Kontakt zu deinen Eltern zu untersagen. Die heile-Welt-Familie wird es eben nicht mehr geben.

Den Fanatismus deiner Eltern kann man natürlich nicht einschätzen. Aber das Gefahrenpotential für dein einjähriges Kind dürfte sich wohl in Grenzen halten. Zur Beruhigung deines Mannes könntest du ihm zusagen, dass das Kind nie allein bei deinen Eltern sein wird.
 
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  • #24
Warum soll das so sein?
Genauso gut könnte man doch sagen die Mutter besucht sie mit den Kindern und den Vater bleibt weg.

Ich habe halt vor Augen wie wichtig meinen Kindern ihre Großeltern sind und was die für ein tolles Verhältnis die haben. Ich kenne das von mir selbst, ich hatte zu meinen Großeltern auch immer ein sehr inniges Verhältnis, eigentlich mehr als zu den Eltern. Und wenn man sich vorstellt dass in diesem Fall das sowohl dem Kind als auch Oma und Opa vorenthalten werden soll ist das schon schmerzlich. Wer weiß, vielleicht wären die beiden ja auch total liebevolle Großeltern. Gegenüber den Enkeln verhalten sich Menschen oftmals sehr viel anders als gegenüber den eigenen Kindern.
Ja, im Grunde bin ich dafür, dass das Enkelkind den Großeltern zugeführt wird, von mir aus an einem neutralen Platz unter Aufsicht.

Trotz alledem hat das Veto eines Elternteils immer Vorrang. Dafür gibt es genügend Beispiele. Haben die Eltern das gemeinsame Sorgerecht, bestimmt nun mal auch der KV darüber, mit wem sein Kind Umgang pflegen soll. Da beide Sorgeberechtigten in einem Haushalt wohnen und sich regelmäßig darüber streiten, so dass sogar die Ehe gefährdet ist, müssen beide Kompromisse schließen. Es geht nicht, dass einer durchregiert, sonst ist die Ehe wirklich bald Geschichte.
Wie der Kompromiss aussehen KANN, habe ich in meinem ersten Beitrag schon skizziert, ich sehe eigentlich kein besonders großes Problem, nur eine kleine Unannehmlichkeit.
Und zum Schluss noch mal ganz deutlich: ob sie ihre Eltern noch mag oder ihnen verzeiht oder nicht, ist ganz alleine ihre Sache, da hat sich niemand einzumischen, auch nicht ihr Mann. Zu verlangen, dass sie sich komplett von ihren Eltern löst, ohne die Leute zu kennen (hier im Forum), ist sehr übergriffig. Sie sollte aber seinen Wunsch nach Kontaktvermeidung akzeptieren.
Man darf auch nicht vergessen - mal ganz pragmatisch gedacht - dass die Zeugen Jehovas hierzulande eine legitimierte und grundgesetzlich geschützte Religionsgemeinschaft sind. Man muss die nicht gut finden, und den Glauben nicht teilen, aber im Grunde stehe ich als Agnostikerin den Zeugen Jehovas genauso gleichgültig gegenüber, wie der katholischen und evangelischen Kirche. In der Mainstreamkirche finde ich genausoviel, was ich negieren und anprangern müsste, wie in anderen Religionen.
Man kann sicher als befugter Elternteil sagen „ich möchte nicht, dass mein Kind damit in Berührung kommt“, im Falle der Mainstreamkirche wird das dann aber schwierig😜
 
  • #25
Nun, es gab mit den Eltern mehr als genug Ärger.
Die Zeugen Jehovas sind anerkannt, aber sehr umstritten.
Nun sind die Eltern nicht tolerant, können andere Glaubenseinstellungen nicht akzeptieren.
Zum Glauben der ZJ s gehört die Aufgabe des Missionierens.

In dieser Zusammenfassung kann ich sehr gut nachvollziehen, dass der Mann keinen Kontakt haben möchte, und dass er auch nicht möchte, dass sein Kind mit diesen Großeltern Kontakt hat.

Der Kompromiss heißt, die FS hält diesen Kontakt alleine.

Und die Fragestellung ist verkehrt.
Es müsste heißen, meine Eltern sind streng religiöse Zeugen Jehovas, und lehnen alle Menschen mit anderem Glauben ab.
FS, Du bist hier für sie das verirrte Schaf, und sie haben die Aufgabe, Dich in die Herde zurück zu führen und in Zukunft dazu Dein Kind. Denn auch dieses Kind gehört potentiell zur Gemeinschaft. Mit Geduld, mit Überzeugung, Druck...
Dein Mann hat mehr als berechtigte Bedenken.

Du solltest den Fakten ins Auge sehen und akzeptieren, dass für Deine Eltern erst die Religion kommt und dann ihre Tochter. Und nur solange diese Tochter noch irgendwie im Rahmen des Glaubens, akzeptier ist.
Wenn sie feststellen, dass Du für immer der Gemeinschaft verloren bist, wird Ihrerseits der Kontakt eingestellt werden. Dann bist Du nicht mehr die Tochter.
Ob sie dann auch bzgl Deines Kindes aufgeben, halte ich für nicht sicher.

Es tut weh, als Tochter das zu akzeptieren, dass die Elternliebe nicht reicht, nur dem wirst Du Dich stellen müssen.

Bei streng religiösen Menschen steht die Religion an erster Stelle. Da hat sich alles andere unterzuordnen.

Pass auf Dich auf, und lass Deine Eltern nicht Deine Ehe zerstören.

Du hast einen Mann, ein Kind - DAS ist Deine Familie.
Deine "Eltern" sind es nicht.

Ich würde Dir raten, mit jemandem, der sich mit streng religiösen Gemeinschaften auskennt, zu reden. Bei Familienberatungsstellen können sie Dich sicher vermitteln.
Und Dir vielleicht auch dabei helfen, wie Du für Dich das Verhältnis zu Deinen Eltern sortieren kannst.

Alles Gute Euch

W, 51
 
  • #26
Die Freunde von mir haben ähnliche Situation. Er ist ein deutscher Aussiedler und sie kommt aus Sibirien. Die Eltern waren strikt dagegen, weil er die Frau aus seinem "Kreise" heiraten sollte. Seine Ehefrau war was "schlechteres". Obwohl sie eine perfekte Hausfrau ist, ausgezeichnete Mutter, die Wohnung war immer herausgeputzt, die Kinder Einser- Schüler, in mehreren Vereinen, dauernd irgendwelche Auszeichnungen, sie sind aber nicht dressiert, sondern richtig aufgeweckte freundliche Klugscheißer. Die Eltern von dem Mann und er haben zusammen ein Grundstück gekauft und zwei kleine Häuser gebaut, keine Ahnung, warum so nah, lange Rede, kurzer sind, die Enkel waren kaum bei ihnen, weil die Abneigung gegen Mutter sich auch auf die Kinder übertragen hat. Das Paar ist mittlerweile seit 30 Jahren zusammen und sind nach wie vor glücklich, aber die Frau ist immer noch nicht angenommen worden. Tja, soviel zum Thema.
Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass "es ist doch meine Mutter, Vater, Bruder, Onkel" oder weiss der Kuckuck. Verwandte hin oder her, wenn sie sich nicht benehmen können und weder mir noch meinen Kindern gut tun, haben sie in meinem Leben nichts zu suchen. Ich habe kaum Kontakt zu meiner Schwester, weil wir nie warm miteinander wurden und ich ihre Art maximal paar Stunden aushalten kann, obwohl es jetzt mit den Jahren besser wird. Meine Mutter regt sich da auf, ihr seid doch Schwester, aber sie kennt auch meine Schwester und ich habe ihr gesagt, dass es nicht meine Schuld ist, dass wir kein richtiges geschwisterliches Verhältnis haben, schließlich würden wir so erzogen. Zu meiner Mutter hatte ich auch keinen guten Draht und als ich mich getrennt habe, wurde es schlimmer, weil sie der Meinung war, mich erst recht zu betüdeln und Anweisungen zu geben, was ich zu tun haben. Wir hatten mehrere Streits und ich habe ihr irgendwann mal klar gemacht, dass wenn es so weiter geht, wird sie mich nicht mehr besuchen. Seit wir uns ausgesprochen haben und ich endlich das Gefühl habe, sie nicht mehr sehen zu müssen, sondern zu können, ist auch unser Verhältnis besser geworden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #27
Das ist mir umgedreht auch so passiert, aber anders als du denkst. Meine Mutter war immer per Sie mit meiner Exfrau und sie duzt sie erst wenn wir verheiratet sind und sie zur Familie gehört. Erst nach der Hochzeit sagte sie Hulia und nicht Dr. xy.

Ich habe und hatte immer eine gute Beziehung zu meinen Eltern, obwohl ich nie Mama oder Mutter zu meiner Mutter sagte. Dies lag nicht an mir, sondern an ihr. Mama klar für sie so alt und 1964 war sie mit 20 zu jung dafür. Meine Eltern waren auch nicht geschieden und da war damals ganz normal. Auf dem Gymnasium hatten vielleicht 2 oder 3 Mitschüler geschiedene Eltern. Tja andere Zeiten – andere Sitten.

Apropos Religion: Vielleicht sollte D wie Spanien eine obligatorische Steuer einführen. Man kann nur wählen, ob man für die Kirche zahlt oder für andere soziale Verbände. Ich habe es leider selber erlebt. Anstatt der kasche bekam dann Caritas Geld von mir, aber bei anderen Deutschen war dies ganz anders. In Spanien zahlten sie an die Kirche und wenn sie wieder in D zurück waren, dann waren sie wieder Atheisten.
Ich würde 1964 automatisch 1 Tag nach der Geburt im Klinikum getauft und bin dann 1978 aus der Kirche ausgetreten.
 
  • #28
Dann fährt sie eben ohne Mann und Kind hin, sind schließlich ihre Eltern. Da kann sie sich ja deren Schrutz alleine anhören und selbst sehen, wie sie damit zurecht kommt.

Und schon ist das Problem gelöst.
Wegen sowas muss man doch keine Ehe zu Bruch gehen lassen und sich ewig streiten.
Da ist das Problem für den Mann gelöst, aber nicht für die Fragestellerin, weil sie dann nämlich immer noch den Stress mit ihren Eltern hat, die das Kind sehen wollen und gegen den Ehemann hetzen und genau das wird sie letzten Endes zermürben.

Ich denke das eigentliche Problem liegt hier in dem Verhältnis zwischen der Fragestellerin und ihren Eltern, dass sie hier nicht in der Lage ist, sich gegen die Eltern nachhaltig durchzusetzen, diese in die Schranken zu weisen, sodass diese auf normale Art agieren.

Dies lag nicht an mir, sondern an ihr. Mama klar für sie so alt und 1964 war sie mit 20 zu jung dafür
Ich finde es schlimm, wenn man sich um solche Äußerlichkeiten schert und das Kind dann darunter leidet.

Die Schwiemu meiner Tochter wöllte auch nicht Oma genannt werden, wenn es denn soweit wäre, dabei ist sie 60, ihre Kinder um die 30.
Meine Tochter ist auch nur 19 J. jünger als ich und ich war und bin die Mama und werde auch gern die Omi sein, auch wenn ich noch unter 50 bin und nicht wie Omi aussehe.👩‍🦳
 
  • #29
Ich habe lange mit mir gerungen ob ich das will und kann, und mich schlussendlich durchgerungen ihnen zu verzeihen, auch wenn es ihnen nicht leid tut.
Für mich ist das der Knackpunkt.

Deine Eltern gehören zu Jehovas Zeugen, stehen voll hinter dieser Ideologie (doch, das ist es m.E.) und würden sich für Dich einen anderen Mann wünschen. Sie beeinflussen ganz sicher euer Kind auch in diesem Sinne und dass Dein Mann das nicht gut finden kann, verstehe ich.

Du kannst also gut damit leben, dass Deine Eltern Dich, Deine Lebensweise und Deinen geliebten Mann fundamental missbilligen? Bist Du sicher?

An der Stelle Deines Mannes würde ich, um mein Kind aus dem Einflussbereich dieser Fanatiker zu entfernen, eine Auswanderung ernsthaft in Erwägung ziehen. Frage Dich einmal, ob Du noch so unter dem Einfluss dieser manipulierenden Menschen stehst, dass Du Dich dann trennen würdest? Oder würdest Du zu Deiner eigenen Familie halten und mit ihm gehen?

(Mein Hintergrund ist, dass die Mutter meines Vaters auch so hinterhältig die Strippen gegen meine Mutter gezogen hat. Mein Vater hat das irgendwann in aller Klarheit gesehen, sich für seine Frau entschieden und dies nie bereut.)
 
  • #30
Ich habe aber nicht darunter gelitten. Indirekt war ich auch der Heiratsgrund. Meine Eltern haben 11.1963 geheiratet und ich wurde 5/1964 geboren. Eine schwangere Frau in der Kirche war damals sehr ungeliebt, aber im 3 Monat sah man dies noch nicht so, wie im 5 oder 6 Monat.

Wie gut ich mich mit meiner Mutter verstehe, habe ich erst 2018 wieder beweisen können. Sie wollte gerne wieder in Urlaub nach Ungarn und brauchte mich als Dolmetscher, weil ich schon 1968 Ungarisch gelernt habe, als mein Vater als Ingenieur 1 Jahr in Ungarn arbeiten durfte. Vielleicht habe ich gelitten, dass ich schon Ungarisch vor Englisch lernen musste.:)

Wenn ich ein Problem habe, dann eher das ich von meiner Nichte fragen bekomme. Warum nennst du denn Oma nicht Mama, wie meine Mutter. Da sagte ich nur zur meiner Schwester, dass dies sie besser ihrer Tochter erklären soll. BTW: Meinen Vater nannte ich auch immer bei seinen Vornamen. Vielleicht hatte ich auch nur ungewöhnliche Eltern, aber trotzdem waren es sehr gute Eltern.
 
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