• #31
An alle, die hier der FS unterstellen, sie habe ihren Mann jahrelang unterdrückt: Das wissen wir doch gar nicht. Klar klingt ihre Beschreibung des Mannes nicht gerade liebevoll. Möglicherweise ist sie aber auch einfach momentan verärgert darüber, dass ihr Mann sich nur noch vergnügt und alles an ihr hängen bleibt.

Für Unterdrückung in einer Beziehung braucht es übrigens immer zwei, nämlich neben dem Unterdrücker einen, der es mit sich machen lässt. Wieso auch immer, aber ich sehe das immer wieder. Männer und Frauen, die sich vieles verbieten lassen und nach der Pfeife des Partners tanzen. Selber schuld. Wir haben das grosse Glück, uns unseren Partnern selber aussuchen zu können oder auch mal eine Weile Single zu sein. Wer sich trotzdem an jemanden bindet, der ihn an der kurzen Leine hält, bekommt von mir wenig Mitleid.

Liebe FS, sprich in einem ruhigen Moment mit deinem Mann. Erkläre ihm, wie du dich fühlst. Aber ohne Vorwürfe. Dann schlägst du ihm eine Mediation vor. Wichtig ist, dass er nicht den Eindruck bekommt, du wollest ihm etwas verbieten. Viel Glück.
 
  • #32
Ingrid das ist doch albern. Ihr lebt seit 32 in einer Ehe und habt nie geklärt, wer für was zuständig ist?
Und jetzt fühlst du dich überfordert ... weil alles sich verändert hat ... weil er nicht mehr so spurt wie früher ... weil es dir zuviel Hausarbeit ist ... weil ... weil ... ich würde sagen, weil du in den Wechseljahren bist und in dir drin so viel umzuräumen wäre, dass dir im außen jede kleine Sache zur Lunte wird ...

Weil ihr wart lange genug Doppelverdiener. Ihr wart beide berufstätig. Ihr habt 2 Kinder gehabt. Gib uns doch nicht an, dass da nie was liegengeblieben ist daheim!
Ihr hättet schon längst eine Putzhilfe euch gönnen können - der Geiz liegt nicht nur bei ihm. Der Geiz liegt auch bei dir - weil so kannst du ihm was vorwerfen, wenn er was rumwirft.

Du jammerst über Bagatellen.
Mach dich selber chic. Düse mal öfters alleine nachts los, z.B. in die Nachbarstadt und rocke einfach mal auf der Tanzfläche ab. Über fuffzig? Na und? Du da sind noch andere. Erinnere dich Tina Turner war auch über fuffzig am Besten, trotz einer stattlichen Kinderzahl.

Geh doch selber zu Kursen oder buche einen PersonalTrainer ...
Und wenn dir das alles zu anstrengend ist und du (vielleicht weil du wirklich mal Entspannung bräuchtest) den Hintern nicht hoch bekommst, dann fahr zur Kur oder zur Wellness - es ist doch alles da heutzutage! Ja klar hat er dann daheim sturmfreie Bude ... du aber die Chancen auf Kurschatten ... that's the price!

Oder gönne dir ne kleine schnuckelige Nebenwohnung - so wie es DIR gefällt. Und die Finanzsachen solltest du ja auch mal selber können irgendwann, gell.
Also buche dir eine männliche Putzhilfe und Gartenpfleger.
Hör doch auf, ständig diesen Mann zu beobachten, nur weil du ihn mal gut kanntest. Der gehört dir nicht. Der gehört nur sich selber. Du aber auch.
Schau mal bei dir selber und räum dein eigenes Leben frei.
 
  • #33
Hallo Ingrid,
es kann natürlich alles passieren, aber es muss nicht unbedingt negativ sein. Bei deinem Mann hat sich mit Eintritt in die Rente einiges verändert. Er mußte neue Schwerpunkte für sich suchen und hat das ganz erfolgreich gemeistert. Da er im Gegensatz zu dir nicht mehr regelmäßig arbeiten muss, sind diese natürlich ganz anders. Was ihn wohl sehr beschäftigt ist, dass er immer funktionieren musste und dies zwar tat, aber der Umstand ihn nicht glücklich machte. Das fällt ihm jetzt auf und er möchte sein Leben ändern bzw. hat die ersten Schritte dahin getan.

Du schreibst, dass es dir in deinem Job nicht so gut ging in der letzten Zeit, unabhängig von seinen Veränderungen. Wenn jemand Burnout bekommt, läuft das tägliche Leben nicht sonderlich gut. Das heißt, Du hast durchaus auch Veränderungspotential für dich. Überlege doch mal, ob Du weiterhin so viel arbeiten möchtest oder ob nicht ein stufenartiger Ausstieg eine bessere Alternative wäre, damit ihr beiden jetzt mehr Zeit miteinander verbringen könnt. Ich nehme an, dass Geld nicht das Topthema bei euch ist und ihr es euch wahrscheinlich leisten könnt, dass Du kürzer trittst.

Daneben solltest Du dir aber auf jeden Fall überlegen, was Du möchtest. Was erwartest Du von deiner Ehe, deinem Mann, deinem beruflichen Engagement und was hättest Du gerne zusätzlich in deinem Leben? Besprich die Themen auch mit deinem Mann und formuliere ganz deutlich, was Du möchtest. Die meisten Männer mögen Klartext und ich denke, er möchte die 40 Jahre Zusammensein nicht aufgeben, was er auch so formuliert.

Dein Mann hat sich verändert und wird sich weiter verändern. Du musst es auch tun, ansonsten lauft ihr in große Probleme. Die Veränderungen dürfen aber nicht einseitig sein. Beide Teile sollten sich mit den Veränderungen auch den Wünschen des anderen wieder mehr annähern. Da Du so reflektiert schreibst, bin ich optimistisch. Sehe es als Chance, das dein Leben abwechslungsreicher wird.
 
  • #34
eine Welt ist für das verwöhnte Muttersöhnchen zusammengebrochen.
Er war bis Mai diessere Jahres depressiv, agggressiv, pflaumte mich wegen jeder Gelegenheit an, war alleine.... fürchtete sich vor dem Altwerden..... Mein Mann ist sehr sparsam,arbeiten soll vornehmlich
Ich möchte, dass wir unsere Ehe fortsetzen, da ich ihn liebe.... Ich will nicht, dass mein ganzes Leben zerbricht.

Liebe FS,
darauf, dass Du ihn liebst, wäre ich jetzt nicht gekommen, so wie Du ihn beschreibst. Und so glaube ich auch weniger, dass die Liebe zu ihm Dir so einen Leidensdruck macht sondern die Angst vor drohender Veränderung.
Nur wer erkennt, was ihn antreibt, kann zielführend handeln.

Du machst ihn sehr verächtlich, stellst ihn trotz seines beruflichen Erfolgs als dummen Hansel dar, der sich nun im Alter willenlos von "kurzberockten Tussis" ausnehmen lässt, für den Du in den 40 Jahren eurer Beziehung/Ehe alles managen musstest.

Kann es sein, dass er es ganz anders beschreiben würde, dass Du genau wie seine Mutter alles an Dich gerissen hast, damit es in Deinem Sinne läuft und dass er nun, wo zwei gravierende Ereignisse zeitnah passieren, der Druck auf ihn nachlässt, er die Chance zur Veränderung nutzt?

Es wäre hilfreich, wenn Du etwas Abstand zu Dir selber einnehmen würdest und mal auf eure Gesamtsituation schaust. Ihr habt schon ganz lange eine unheilvolle Beziehung, an der ihr beide enorm gelitten habt. Er hatte eine Depression, Du fast zeitgleich einen Burnout. Sowas passiert nur, wenn für beide ganz viel nicht stimmt im Zusammensein und dazu passt auch seine Äußerung, dass er bisher nichts von seinem Leben hatte.

Wenn Du mit Haushalt, Garten, Badesee überfordert bist, dann gib' das auf. Dein Mann ist jeden Tag unterwegs, der braucht das nicht und wertschätzt den Aufwand nicht, den Du um das Ganze treibst. Im Gegenteil, er macht es verächtlich, was nur zeigt, wie sehr es ihn nervt.
Wenn Du an alledem festhalten willst, dann heuer' einen Gärtner und eine Putzfrau an, die Dich entlasten - egal, ob Dein Mann geizig ist. Ihr seid verheiratet, gemeinsames Einkommen, gemeinsame Ausgaben.
Er gibt das Geld für Dinge aus, die ihm wichtig sind (Wein und junge Frauen), kein Grund, dass Du das nicht auch machst.

Du arbeitest, scheinst keinerlei andere soziale Kontakte als Deine Kollegen und Deinen Mann zu haben. Kümmer' Dich darum, geh' wie er aus, statt zuhause die Putzmamsell zu geben und zu glauben, dass Du dafür Anerkennung bekommst - hast Du nie und wirst Du jetzt auch nicht bekommen. Wie viele Männer hält er das mesite für überflüssig.

Manage garnichts mehr für ihn. Wie soll er merken, was Du alles tust, wenn nichts liegen bleibt.
Er hat genug Zeit ist ja in Rente und sollte eher Dich entlasten. Du kannst aber auch Pech haben, dass er froh ist, wenn Du nicht mehr alles in Deinem sondern er was in seinem Sinne regelt.
 
  • #35
Ingrid ... wir alle hier kennen jene Angst, die du mit den Worten sagst 'Ich will nicht, dass mein ganzes Leben zerbricht' ... wir alle haben festgehalten irgendwo ... und meistens zu lange.
Weißt du es gibt ein Sprichwort 'Wenn jemand leidet, dann nur, weil er sich sträubt, gegen den Strom des Lebens' ... und sei dir gewiss, das Festhalten am Alten kostet viel mehr Kraft, als DEINE eigene Lebensgestaltung dich Kraft kosten würde.
Weil gegen den Strom des Lebens ankämpfen, das ist sehr sehr erschöpfend ... und dann ... wenn man nicht mehr kann ... lässt man ja irgendwann sowieso los ... und ... es ist wie beim Kinderkriegen ... du stehst in einer Situation und denkst du kannst nicht mehr ... und gerade dann, wenn du nicht mehr kopfgesteuert die Sache regieren kannst, dann flutscht es mehr und mehr ...

Wenn DU Bock hast auf so ein Haus mit Badesee ... dann ... behalte es, ob Ehe oder Scheidung. Kannst es ja untervermieten oder eine Wochen-End Pension draus machen ...
Wenn DU keinen Bock hast - sondern lieber einen Park & Badesee, den andere pflegen ... dann geh in eine chice Therme ...
Hauptsache du bist dir selber treu!

Weil ... DEIN eigenes Leben kann gar nicht zerbrechen ... nur das mit anderen zusammen geschusterte Leben kann zerbrechen ... das eigene hat man immer bei sich. Sei dir endlich selber treu!
Schau mal, die Tina Turner ist auch nicht zerbrochen, als sie endlich alleine ihr Ding machte. Aber davor, ist sie fast kaputt gegangen im Spagat, es jedem recht zu machen.
Ja ich weiß, deiner schlägt dich nicht. Aber du selber kettest dich an einen Mann und an alte Vorgaben und frustrierst dich.

Dein Leben zerbricht nicht. Es weitet sich.
Es ist keine Schwiegermutter mehr da - die dich runtermachen könnte, wenn du mal flott paar geheime Träume verwirklichst ...
Erinner' dich mal wieder an das, was du früher mal wolltest, bevor du diesen Herrn kennengelernt hast!

Und seine Socken ... sammeln, dreckig in eine Tonne legen ... fertig.
Du hast Besseres zu tun!
 
  • #36
Liebe FS, Liebe ist das nun absolut nicht mehr. Du leidest lieber in gewohnten Umfeld, da weißt du, was du hast . Das ist genauso wie mit ewig meckernden Kollegen, die sich aber nichts anderes suchen. Denn das ist das einzige, was hilft. Fange du für dich an, ein anderer tut es nicht. Ich habe wirklich keine Veränderung in meinem Leben bereut. Wozu brauchst du diesen Luxus? Glücklich hat er sich ja nicht gemacht, wie man sieht....Also, schreite zur Tat, viel Glück :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #37
Er ist ein Einzelkind und hat immer die Erwartungen seiner Eltern und wahrscheinlich auch meine erfüllt. ... und fürchtete sich vor dem Altwerden.

Liebe Ingrid,

vielleicht solltest du es einmal von der Seite deines Mannes sehen.

Er hat sein ganzes Leben bisher so funktioniert, wie andere das von ihm wollten und nun will er seine letzten guten Jahre, die ihm noch verbleiben, so verbringen wie es ihm Freude macht.

Was erwartest du von ihm?
Dass er immer so weiter macht wie bisher, obwohl das bei ihm zu einer Depression geführt hat?

Du schreibst, er ist fast 65, - also bald 70.
Wie lange wird er wohl gesundheitlich noch dazu in der Lage sein, ein eigenständiges, ungezwungenes und fröhliches Leben führen können, so wie es ihm jetzt gefällt?

Das Leben ist keine Konstante.
Es verändert sich, weil wir uns verändern.

Statt deinem Mann seine jetzige Lebensfreude nicht zu gönnen, schau lieber auf dich und das, was du für dich persönlich tun kannst, um ebenfalls wieder Freude am Leben zu haben. Wenn du sein neues Hobby nicht teilen magst, verwirkliche eigene Interessen, die dich begeistern können.

Vielleicht werden ihr dadurch füreinander wieder interessant. Die Zeit geht so schnell vorbei. Auch für dich. Denk' mal darüber nach.
 
  • #38
Mein Mann ist sehr sparsam,arbeiten soll vornehmlich ich,da ich ja möchte,dass alles in Ordnung ist.
Dazu habe ich Fragen.
Heißt das, dein Mann würde es dir verbieten, eine Haushaltshilfe einzustellen?
Oder heißt das, er möchte selbst nicht mehr so springen und putzen, bis ein Zustand erreicht ist, mit dem du als der ordnungsliebendere Teil eurer Partnerschaft zufrieden bist?
Habt ihr also eine stark unterschiedliche Einstellung zur häuslichen Sauberkeit, dazu, was sich so gehört, damit man sich nicht blamiert?
- Tröste dich: damit wärst du als Frau nicht allein! -
Beteiligt er sich am Haushalt?
Gefällt es dir, was er macht, wenn er was macht?

Mein Vater hat in der Zeit, in der meine Mutter noch nicht in Pension war, das komplette Kochen, inklusive Einkaufen und Abwaschen übernommen. Meine Mutter hat das immer sehr gelobt und vor allen Gästen herausgestellt, wie sie jetzt verwöhnt werden würde.
Selbstverständlich hat meine Mutter weiterhin das Putzen und die Wäsche übernommen, jedenfalls das, was übrig blieb nach Erledigung der Grundreinigung durch eine wöchentliche Haushaltshilfe (5 Stunden/ Woche). Männer finden es danach nämlich sauber. (- Das ist auch ihr Recht!)

Du musst dein Arbeitspensum runterschrauben.
Wenn dein Mann seine Rente/ Pension lieber ins neue Hobby steckt als dir die Haushaltshilfe zuzugestehen, müsst ihr da einen Kompromiss finden.
 
  • #39
Ich möchte ganz Vorsichtig mal für die FS ein Länzchen brechen.
Das sie ihr Hänschen jetzt gerade und hier nicht besonders gut wegkommen lässt kann ich einfach auch ein Stück weit verstehen.
Schaut her, da sind zwei Menschen so lange zusammen, mit den Jahren gibt es in jeder Beziehung ein Stelldichein.
Die FS hat sich zur Aufgabe gemacht den ganzen Laden zusammen zu halten, er hingegen war der Arbeiter oder Anschaffer.
Das hat er 30 Jahre mitgemacht still hin oder her. Aber mal Ehrlich, auch dieser Mann hat Stimmbänder. Wenn es wirklich alles so furchtbar all die Jahre lang, warum hat er nie etwas gesagt.
Sich nie "seiner" Frau anvertraut das er was vermisst?
Man arbeitet doch nicht das ganze Leben "Gemeinsam" um dann wenn es in Rente geht, alleine seine Restliche Zeit abzufeiern.
Na klar schmollt sie jetzt auch und ist enttäuscht und ja auch ein wenig verärgert, dass solche Dinge aus ihr heraus kommen.
Habe wir alle schon von uns gegeben in irgendeiner Art und Weise.
Es sollen doch ang. immer zwei für ein Problem in der Beziehung verantw. sein. Genao so ist es. Ja klar nörglt sie jetzt.
Hand aufs Herz, wer würde das nicht?
Es gibt Menschen die sagen einem immer und immer wieder, alles in Ordnung, mir fehlt nix.
Und plötzlich ist alles anders. 30 Jahre lang diese Qualen bei dieser Hexe mitgemacht (Ironie)? Ne das mag ich nicht glauben.
Jetzt hängt der ältere Herr mit den jungen Dingern herum und mimmt den Casanova und lässt die Puppen tanzen.
Ich habe für vieles Verständniss und jeder solll seine Lebensfreude genießen.
Aber dafür muss ich meine Frau nicht nach 30 Jahren die trotz allem Sicherlich auch sehr viel für mich getan hat, so dermaßen in den Arsch treten und ihr ein Gefühl geben, sie sei nichts mehr Wert.
Ne Leute bei aller Liebe, aber ich habe kein Verständniss für dieses dumme Verhalten.
Er soll nicht zu Hause sitzen und sich langweilen, weil die FS noch ein paar Jährchen muss.
Aber er kann sich durchaus auch beschäftigen ohne Erde zu verbrennen. Das ist Respektlos und unter aller Sau.

m47
 
  • #40
Mein großes Problem ist,dass er sich anscheinend in diese von mir beschriebene Frau verliebt hat.Mein ganzes bisheriges Leben könnte durch sein Verhalten in die Brüche gehen.
Das verletzt mich zutiefst,da wir einander immer noch -sicher nach 40 Jahren auf eine andere Art und Weise als ein plötzliches Verliebtsein-lieben.
LG
 
M

moobesa

Gast
  • #41
Möglicherweise ist sie aber auch einfach momentan verärgert darüber, dass ihr Mann sich nur noch vergnügt und alles an ihr hängen bleibt.
Ich habe auch den Eindruck, dass der Ehemann hier viel zu gut wegkommt. Der Tod der Mutter kann bei einem 65-jährigen keine Ausrede sein für dieses pubertäre Verhalten. Die FS hat zu viel Verständnis. Und damit sollte ab SOFORT Schluss sein.
 
  • #42
Mein großes Problem ist,dass er sich anscheinend in diese von mir beschriebene Frau verliebt hat
Liebe Ingrid,
das ist jetzt ein neuer, wichtiger Aspekt in deiner Geschichte.
Das tut mir sehr leid für dich!
Dann gerade schau einmal, wie du wieder ein bisschen zu dir selbst finden kannst. Es bleibt also dabei: Du musst dein Arbeitspensum herunterschrauben, gönne dir Freizeit, tu dir was Gutes, Wellness, Massagen, eine kleine Auszeit zwischendurch...
sei hier mal virtuell gedrückt!

Mein ganzes bisheriges Leben könnte durch sein Verhalten in die Brüche gehen.
Ich weiß, was du meinst,
der gemeinsame Rückblick, mit "weißt du noch..",
die Entspanntheit, die man in der bewährten Vertrautheit so richtig genießen kann,
die Bestätigung, wenn man sich das Gefühl, selbst "richtig" zu sein, aus der Zuneigung des langjährigen Partners holt...

Manchmal reicht das einem der beiden Partner nicht mehr. Das schmerzt den anderen sehr. Diese Erfahrung machst du nicht allein. Meine 18jährige Ehe war im letzten Drittel alles andere als gut, ich habe trotzdem gehofft, diesen gemeinsamen Erinnerungsschatz noch bewahren zu können für das gemeinsame Altwerden, wäre bis zuletzt zu einer Paartherapie bereit gewesen. Aber manchmal hat der Partner andere Pläne.

Ich fürchte, du musst loslassen, du besitzt ihn nicht.
Jedenfalls bist du dann chancenlos, wenn du jetzt so wütend- verbittert auf ihn losgehst (auch wenn das völlig verständlich ist!), wie sich dein Post liest. Dass du bis jetzt alles mögliche für ihn gemanagt hast, ist (ihm gegenüber, bitte) keine Silbe wert- er will schon als Erwachsener wahrgenommen werden, gerade auch dann, wenn er sich wie in einer Midlifecrisis verhält.

Neben der Erinnerung an die gemeinsamen Lebensjahren, was schätzt du am Charakter deines Mannes heute?
Würdest du dich in diesen Mann nochmal verlieben? Warum?
Wenn ja, sag ihm das, zeig ihm deine Zuneigung, sag ihm, wie sehr du ihn in eurem "restlichen " Leben vermissen würdest. (Zumindest täte ich das, ich kämpfe emotional mit offenem Visier)
 
  • #43
Für Unterdrückung in einer Beziehung braucht es übrigens immer zwei, nämlich neben dem Unterdrücker einen, der es mit sich machen lässt. Wieso auch immer, aber ich sehe das immer wieder. Männer und Frauen, die sich vieles verbieten lassen und nach der Pfeife des Partners tanzen. Selber schuld. Wir haben das grosse Glück, uns unseren Partnern selber aussuchen zu können oder auch mal eine Weile Single zu sein. Wer sich trotzdem an jemanden bindet, der ihn an der kurzen Leine hält, bekommt von mir wenig Mitleid.

Es soll auch heute noch Menschen geben, die sich selbst zurücknehmen, zugunsten der andere. Kann auch sein, dass das hier zugunsten von Frau und Kindern geschehen ist.

Natürlich hätte er auch eher auf den Tisch hauen können. Kann aber auch akzeptable Gründe geben, warum das nicht geschehen ist.

Insgesamt wissen wir zu wenig von den beiden. Ich nehme mal an, dass er zweifelsohne kein Engel ist. Nachdem die Wahrheit aber bekanntlich immer in der Mitte liegt und wie hier nur ihre Schilderung kennen, gehe ich davon aus, dass er genauso wenig der Idiot ist, als der er hier dargestellt wird.
 
  • #44
Danke Neverever.. genau das ist der Punkt. Denn auch wenn man 30 und mehr Jahre mit einem Menschen verbracht hat, kennt man ihn niemals ganz. Und ja - auch wenn sich die Gefühle geändert haben... von einem langjährigen Partner kann und darf man Wertschätzung erwarten und eigentlich als selbstverständlich annehmen. Das heisst man täuscht und betrügt nicht.. und hinterlässt wie Du es so treffend formulierst.. nur verbrannte Erde.
 
  • #45
Mein großes Problem ist,dass er sich anscheinend in diese von mir beschriebene Frau verliebt hat.Mein ganzes bisheriges Leben könnte durch sein Verhalten in die Brüche gehen.

Liebe Ingrid,

was dir gerade widerfährt, erleben viele andere Frauen auch, jeden Alters und jeden Tag. Was dich jetzt besonders schmerzt ist, dass er deiner Ansicht nach alles mit Füßen tritt, was bisher zwischen euch war und was ihr euch zusammen aufgebaut habt.

Du schreibst, dass ihr euch liebt und das ist durchaus nachvollziehbar, nach 41 Jahren. Vielleicht hält euch das zusammen, wenn seine jetzige Verliebtheit abgeklungen ist, er sich besinnt und du ihn noch willst.

Wenn aber nicht, wird dein Leben deshalb nicht in die Brüche gehen. Es wird auch ohne deinen Mann weitergehen, zwar nicht wie bisher aber anders.

Anstatt zu spekulieren und dich verrückt zu machen, rede mit deinem Mann und überlegt gemeinsam wie es weitergehen soll.
 
  • #46
Mein großes Problem ist,dass er sich anscheinend in diese von mir beschriebene Frau verliebt hat.Mein ganzes bisheriges Leben könnte durch sein Verhalten in die Brüche gehen.
Das verletzt mich zutiefst,da wir einander immer noch -sicher nach 40 Jahren auf eine andere Art und Weise als ein plötzliches Verliebtsein-lieben.
LG

Dann erinnere Dich daran, warum Du in liebst.
Anscheinend ist nicht sicher - auch Dein Mann wird zwar einen Flirt genießen , aber - die wenigsten Männer verlassen ihre Ehefrauen nach so langer Ehe.

Bei mir kommt an, es ist alles negativ, es wird alles ganz schlimm.
Alles, was Dir noch Halt gab, verändert sich, alles wirkt bedrohlich.
Du sitzt in einer Spirale, und jeden Tag kommen neue Bedrohlichkeiten auf Dich zu.

Warum magst Du Dich nicht erstmal um Dich kümmern?
Dass Du aus dem Stress kommst? Dass Du wieder lernst, Positives zu sehen?

Liest Du, was man Dir schreibt?
Es geht um Dich - und wenn es Dir gut geht, wird auch Dein Mann wieder merken, was er an Dir hat.
Es sind Deine Ängste, die Dich kaputt machen und sich negativ auf die Ehe auswirken.

Nein, er verlässt Dich nicht,
Aber Du solltest zu Dir zurück kehren.

Und mal ein vernünftiges Gespräch miteinander führen, ohne Vorwürfe.
Wann sagst Du mal, wie es DIR geht? Was Du fühlst ?

@Gastnehmer, Hobbies sind nicht pubertär, auch wenn auch für Dich Pflichterfüllung , Leiden, Anstrengung und Müssen die Hauptelemente eines Erwachsenen Lebens sein müssen.
Traurig.
 
  • #47
Mein ganzes bisheriges Leben könnte durch sein Verhalten in die Brüche gehen.

Wovor hast du genau angst? Als jahrzehntelange "Nur"-Hausfrau oder nur teilzeit arbeitend, könnte ich das ja noch verstehen, aber als Vollzeit-Professorin (oder auch Lehrerin) bist du immerhin in der komfortablen Situation der zumindest finanz. Unabhängigkeit!

Auch sonst scheint's bei euch nicht am Geld zu fehlen, so dass du es dir bestimmt leisten kannst, auch deinem Leben eine positive Wendung zu geben! Sei es in Form von Delegation unliebsamer Haushaltsaufgaben, Reduktion der Arbeitszeit zugunsten einer Beschäftigung, die dich schon immer gereizt hatte usw.

Schließlich steckt in jeder Krise auch eine Chance!
 
  • #48
Ingrid1,

für mich stellt sich nach dem Durchlesen deiner Beiträge die Frage: Was ist es, was euch zusammenhält? Habt ihr gemeinsame Interessen, Freizeitbeschäftigungen usw. oder lebt ihr einfach nur so im selben Haus weil ihr das schon lange tut.

Als erstes ist es der Satz "Ich habe immer nur gearbeitet, aber nicht gelebt". Wenn dieser Satz kommt, dann hat er neben der offensichtlichen Aussage noch einen Hintergrund. Das schwingt so etwas mit, wie "und das nicht, weil ich ein Workholic bin oder mir nicht auch mal lieber Zeit für was anderes genommen habe, sondern für euch. Ihr habt das Geld ja auch gerne genommen. Du wolltest den großen Garten, der Große im Ausland studieren, der kleine hatte sein Auto für den Weg zur Uni. Was ich den ganzen Tag mache und wie es mir geht, hat euch aber nie interessiert. Ich konnte auch mit keinem reden. Von Interesse war nur der Kontostand." Auch wenn solche Einschätzungen erst einmal persönlicher Natur sind, so ist da doch etwas dran.

Das nächste ist der Punkt, wie du über dich und ihn redest. Da haben wir hier das Muttersöhnchen, das zu nichts in der Lage ist und auf der anderen Seite die engagierte, taffe Professorin (Lehrerin), die alles im Griff hat. Ist wahrscheinlich nicht so. Zum einen, weil die Wahrheit immer in der Mitte liegt und wir seine Einschätzung nicht kennen. Zum anderen, weil alleine seine berufliche Entwicklung dagegen spricht. Du beschreibst dich als "engagiert". Ich will dir hier nicht Unrecht tun. Für mich hat das immer den Beigeschmack, dass hier jemand seine ganze Zeit in alles möglich steckt, aber für den Partner nichts übrig bleibt.

Weiterhin: Wenn gravierende Dinge im Leben passieren, entsteht erst einmal eine Lücke, die gefüllt wird. Bei ihm war es die Pensionierung und der Tod der Mutter. Menschen reagieren unterschiedlich. Die einen setzen sich auf's Altenteil und ihr Lebensinhalt besteht aus der Werbung von Supermärkten. Andere probieren Dinge aus und das macht eben dein Mann.

Nun kommen wir zum Problem. Es hat mit dem Somelierkurs etwas gefunden, was ihn interessiert und wo er dich womöglich auch dran teilhaben lassen würde. Nur bist du es, die kein Interesse hat und ihre Arbeit vorschiebt. Es verlangt keiner, dass du Alkohol trinkst oder jede Nacht um die Häuser ziehst. Was du machst, ist aber nichts weiter, als seine Vorschläge pauschal abzulehnen, aber gleichzeitig keine eigenen zu machen. Was soll er nun machen? Daheim sitzen oder eben so losziehen.

Das nächste sind die "kurzberockten Tussies". Auch hier kannst du dich noch so über die Frauen stellen, wie du willst. Es wird dir nichts nützen. Denn sie geben etwas, was du nichts gibst. Nicht, weil du es nicht hast, sondern weil du nicht willst. Dein Mann hat hier zu einem jemanden, mit dem er seinen Interessen nicht alleine nachgehen muss. Zum anderen haben sie vielleicht ein offenes Ohr für ihn und interessieren sich für Dinge aus seinem Leben.
 
  • #49
Aber dafür muss ich meine Frau nicht nach 30 Jahren die trotz allem Sicherlich auch sehr viel für mich getan hat, so dermaßen in den Arsch treten und ihr ein Gefühl geben, sie sei nichts mehr Wert.

Neverever, so ist es doch nicht.
Was liest man - ein Ehepaar, das sich über Jahrzehnte hinweg einen bestimmten Umgang angewöhnt haben.
Er hat es beruflich gut auf die Reihe bekommen, also finanziell kein Thema, aber ansonsten eher der Passive Part. Nicht so selten.
Sie, deutlich die Macherin Zuhause, beruflich auch ehrgeizig.
Sie hat durch diese Rolle, nachvollziehbar, den Respekt verloren - "Muttersöhnchen".
Es mag Zuneigung da sein, sicher viel Gewohnheit. Wieviel Gefühl noch da ist, müssten die Beiden sagen.
Sie hat sich mit ihren Ansprüchen, der Rolle der Macherin, beruflich und privat in einen Burnout gearbeitet . Burnout heißt auch Erschöpfungsdepression. Da wird alles grau, Gefühle stumpf, der Halt meist nur noch die gewohnten Strukturen, die Nerven sind dünn, man bekommt den Tunnelblick, alles negativ. Wenn man nicht gewaltig das Ruder herum reißt, das Leben neu gestaltet, Wertigkeiten überdenkt, bleibt die Grundsymptomatik erhalten, man bekommt vielleicht ein Grundfunktionieren wieder hin, bis zu Burnout 2. Die FS hat nichts verändert, die depressiven Anteile sind deutlich wahrnehmbar.

Er hat auch funktioniert, seine Rolle erfüllt, Beruf gut, aber gegenüber Mutter und Frau nicht durchsetzungsfähig. Gründe können vielfältig sein. Er ist ebenso in eine Depression hinein gekommen.
Der Tod der Mutter ein Schlüsselerlebnis, er hat sich aufgerappelt.
Er schaut nicht Röcken hinterher, ist nicht zum Aufreißer mutiert, der die Clubs rockt, er hat sich nur (!) ein Hobby zugelegt, wo man Menschen trifft. Zu diesen Menschen gehören Frauen.
Ich gehe davon aus, dass er eher ein ruhigerer Typ ist, kein Macho. Diesen schätzen viele Frauen, als angenehme Gesprächspartner - platonisch!

Alles andere ist der negative Blick der FS.
#46, @Thom hat es gut skizziert .

Tipps an die FS, sie solle sich auf ihre Gesundheit konzentrieren, auf das, was ihr gut tut, wird von ihr überlesen.

Ich frage mich, wass sie für Ihren Mann empfindet, außer dass er ihr Stabilitätsfaktor ist. Das wäre mir für eine Partnerschaft zu wenig. Ich möchte wertgeschätzt und geliebt werden, und wertschätzen und lieben.

Wenn da noch etwas ist, wird sich die FS bewegen müssen - und wirklich als erstes auf sich schauen müssen. s. Burnout.
 
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